Animation Fecht-ABC
mit freundlicher Genehmigung SV 1845 Esslingen e.V.
Fechten
Florettfechten
Das Florett ist eine Stoßwaffe. Die gültige Trefffläche ist
der Rumpf, ohne Arme, Beine oder Kopf. Das Florett ist
maximal 110 cm lang und wiegt maximal 500 g.
Beim Florett gilt das Angriffsrecht: Derjenige, der zuerst
einen korrekten Angriff startet, erhält das Angriffsrecht.
Der Angegriffene muss diesen Angriff erst parieren, bevor
er seinerseits einen Treffer setzen kann, die so genannte
Riposte. Fallen auf beiden Seiten Treffer, so zählt der
Treffer desjenigen Fechters, der das Angriffsrecht besitzt.
Greifen beide Fechter gleichzeitig an, wird kein Treffer
gegeben.
Der Angriff ist laut Reglement „eine offensive
Aktion, die vor einer gegnerischen beginnt, die ausgeführt
wird, indem man den Arm streckt und die gegnerische
Trefffläche ununterbrochen bedroht“. Es ist die
Aufgabe des Obmanns zu beurteilen, ob ein Angriff korrekt
ausgeführt wurde.
Die Fechtbahn ist 14 Meter lang und 2 Meter breit. Auf der
Fechtbahn aufgezeichnet ist die Mittellinie sowie zwei
Startlinien, die je 2 Meter von dieser entfernt sind. Zu
Beginn eines Gefechtes, sowie nach jedem Treffer, nehmen
die Fechter hinter den Startlinien Stellung. Je 7 Meter von
der Mittellinie entfernt kennzeichnen zwei hintere
Begrenzungslinien das Ende der Fechtbahn. Ein Fechter, der
das Bahnende mit beiden Füßen überschreitet, erhält einen
Straftreffer.
Das Gefecht wird von einem Obmann geleitet. Der Obmann ist
für die Einhaltung der Regeln auf und neben der Fechtbahn
zuständig. Am Ende eines Gefechtes grüßen beide Fechter,
Sieger genauso wie Verlierer, einander durch Fechtergruß
und Handschlag und bedanken sich für das Gefecht. Zum guten
Ton gehört es, sich am Ende einer Runde beim Obmann für die
gute Leitung der Gefechte zu bedanken.
Kleine
Regelkunde
Treffervorrecht
Für einen Außenstehenden ist sicher das Degenfechten die
einfachste Waffe zum Zuschauen. Wenn hier eine der farbigen
(rot/grün) Lampen leuchtet, ist zu 99 % ein gültiger
Treffer gefallen (oder zwei Treffer, wenn beide Lampen
leuchten).
Im Florett wird es schon komplizierter. Erstens kommen hier
die weißen Lampen dazu, die Treffer außerhalb der gültigen
Trefffläche, z.B. auf dem Arm, anzeigen. Zweitens gibt es
keine Doppeltreffer wie im Degen. Wenn beide gültig
getroffen haben, bekommt nur der den Treffer zugesprochen,
der das so genannte Treffervorrecht hatte. Hatte keiner das
Vorrecht, wird kein Treffer gegeben.
Wie
funktioniert das Treffervorrecht?
Ausgangssituation ist, dass keiner das Vorrecht hat.
Derjenige, der als erster eine Angriffsaktion beginnt,
erwirbt dadurch das Treffervorrecht. Angriffsaktion im
Sinne des Reglemente ist dabei: Linie*, Beseitigen der
gegnerischen Klinge (Schlag, Bindung*, usw.) oder Coupé*.
Der Gegner kann das Treffervorrecht jetzt nur erwerben,
wenn er den Angriff pariert (abwehrt) und ripostiert , also
sofort zurück stößt. Folgt auf die Parade* keine sofortige
Riposte*, dann erlischt das Vorrecht und wir haben wieder
die neutrale Situation. Durch Angreifen mit angezogenem Arm
wird kein Treffervorrecht erworben. Das Treffervorrecht
erlischt, wenn der Arm während des Angriffs zurückgezogen
wird, oder wenn der Angriff abgebrochen oder unterbrochen
wird. Dies kann der Gegner zu einem Gegenangriff mit
Treffervorrecht nutzen.
Elektrische
Trefferanzeige
Die nachfolgende Darstellung bezieht sich auf das
Florettfechten. Im Degen fallen die weißen Lampen weg, das
der ganze Körper gültige Trefffläche ist. Auch das
Treffervorrecht gibt es beim Degen nicht. Wenn die Lampe
brennt, wird der Treffer gezählt, brennen beide, werden
beide gezählt.
Fechtergruß
Begrüßung des Gegner, des Obmannes und der Zuschauer vor
dem Gefecht durch eine spezielle Geste mit der Waffe.
Bedeutet auch die Anerkennung des Reglemente, des Obmannes
und dessen Entscheidungen
Filo
Gleitstoß – die eigene Klinge gleitet beim Stoß an
der gegnerischen Klinge
Finte
vorgetäuschter Angriff
Fleche
(sprich “ Flesch “) Sturz- oder Sprungangriff
– explosionsartiger, überraschenden Angriff, wobei
man am Gegner vorbeiläuft
Gefechtslinie
gedachte Linie auf der Fechtbahn, auf der sich alle vier
Fersen der Fechter befinden (nicht verwechseln mit Linie)
Karten
gelbe Karte: Verwarnung (jede weitere gelbe Karte im
gleichen Gefecht ist eine rote Karte)
rote Karte: Straftreffer (Gegner bekommt einen Treffer
zugesprochen)
schwarze Karte: Disqualifikation vom Turnier
Linie
gestreckter Waffenarm bei Bedrohung der gültigen
Trefffläche (Die Waffe muss dabei auf die gültige
Trefffläche des Gegners zeigen)
Mensur
Fechtabstand (Abstand zum Gegner)
enge Mensur: Linie reicht zum Treffen
mittlere Mensur: Linie und einfache Beinbewegung (Schritt,
Ausfall, Sprung) zum Treffen nötig
weite Mensur: Linie und kombinierte Beinbewegung
(Schritt-Schritt, Schritt-Ausfall, Sprung-Ausfall usw.) zum
Treffen nötig
Parade
Abwehr eines Angriffs mit der eigenen Klinge – siehe
auch Körperparade
Passè
(sprich „Passee“) Der Stoß geht am Gegner
vorbei
Rimesse
Nachstoß. Man hat mit dem ersten Stoß nicht getroffen, und
stößt ganz einfach schnell noch ein zweites,
drittes,… Mal
Riposte
Gegenstoß nach der Parade
Umgehung
Umgehen der gegnerischen Waffe mit der eigenen Spitze,
entweder als normale Umgehung und die gegnerische Glocke
oder als Coupé und die gegnerische
Spitze