Dez 2007
Europameisterschaft als großes Ziel - Presseartikel NRZ/WAZ vom 27.12.07-

Moers, 27.12.2007, Autor MARTIN SOWA aus www.derwesten.de

FECHTEN. Hannah Fenger und Natascha Gollan vom Fecht-Club Moers verstehen sich trotz Rivalität glänzend.

Fechten ist in erster Linie ein Einzelsport. Darum sind auch Hannah Fenger und Natascha Gollan vom Fechtclub Moers Rivalinnen - zumindest in der Theorie. Denn die beiden 15-Jährigen verstehen sich sehr gut, trotz des Konkurrenzkampfes. "Früher gab es manchmal Streit, wenn wir im Finale gegeneinander antreten mussten", erzählt Hannah. Das war besonders bei regionalen Turnieren oft der Fall. "Eigentlich hat immer eine von uns beiden gewonnen", erinnert sich Natascha. Mittlerweile kommt das seltener vor, denn sie treten jetzt häufig gegen internationale Gegner an. Dadurch ist das Niveau wesentlich höher, das Finale schwerer zu erreichen. "Besonders die Fechterinnen aus den USA sind stark", findet Natasha.

Mit dem Druck besser umgehen

Angst müssen die beiden Moerser Florettfechterinnen vor den Amerikanerinnen trotzdem nicht haben. Ihr Trainer Matthias Block sieht seine beiden Schützlinge klar an der deutschen Spitze. Sie seien aber noch ein wenig zu hysterisch. "Sie müssen noch lernen, ihre Nerven im Zaum zu halten und mit dem Druck besser umzugehen", fasst er ihre Schwächen zusammen.

Manchmal mangele es ein wenig an der Konzentration, besonders bei einem komfortablen Vorsprung setzen sie nicht entschlossen nach. Sehr zufrieden sei er aber mit dem Trainingseifer der beiden: "Auch wenn es mal nicht so gut läuft, die zwei stehen trotzdem immer wieder in der Halle." Daran sehe er, dass die beiden Schülerinnen "dahinter stehen" und viel erreichen wollen.

Viele Pokale gewinnen

Diese Motivation der beiden Fechterinnen hat einen simplen Grund: "Am Anfang wollten wir einfach möglichst viele Pokale gewinnen", geben sie zu. Natascha entdeckte als Fünfjährige die Trophäensammlung ihres Nachbarn und war davon begeistert: "Der hat meinen Bruder und mich dann zum Training mitgenommen."

Hannah spielte zunächst Tennis, folgte dann ebenfalls ihrem Bruder und tauschte Schläger gegen Florett. Damit haben beide ihrer Meinung nach die richtige Wahl getroffen: "Fechten war damals schon cool, weil es halt nicht jeder gemacht hat", finden sie.

Angst vor Verletzungen hatten und haben beide übrigens nicht. Schließlich seien sie durch Gesichtsmasken und spezielle Anzüge sehr gut geschützt. "Fußball zum Beispiel ist da wesentlich gefährlicher", ist auch Trainer Block sicher.

Mittlerweile sind die Drei ein eingespieltes Team. Bei der deutschen Meisterschaft der B-Jugendlichen konnten sie sogar den Sieg in der Mannschaftswertung für sich entscheiden und auch als "Einzelkämpferinnen" sind sie sehr erfolgreich.

Hannah gewann im Oktober Bronze bei einem internationalen Turnier in Samorin in der Slowakei, Natascha legte wenig später mit einem dritten Platz beim Turnier in Tauberbischofsheim und dem Sieg bei einem Qualifikationsturnier nach. Damit steht sie bereits auf Platz zwei der deutschen Rangliste und auch Hannah hat auf Platz sieben noch eine Chance auf die Teilnahme an der Europameisterschaft.

Die ist das große Ziel beider Fechterinnen. Und natürlich wollen sie gemeinsam dorthin - um das Finale erneut unter sich auszumachen.

http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/lokalsport/moers/2007/12/27/news-12739223/detail.html
Tobias Süß unter den TOP 16 beim Junioren-Weltcup in Steinfurt
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JWC „Steinfurter Schloss“: Versöhnlicher Abschluss

In der 32. Auflage des Junioren-Weltcup um das „Steinfurter Schloss“ konnten die deutschen Florett-Junioren einen versöhnlichen Abschluss des Jahres 2007 resümieren.


Marius Braun (FSV Klarenthal/I) auf Platz drei, Phil Eschrich (FC Tauberbischofsheim) und Fabian Herzberg (VfL Bochum) auf den Rängen sieben und acht, die Finalplatzierungen von Burgsteinfurt lassen für das kommende Jahr hoffen.

Marius Braun, der sich mit seinem dritten Rang vorzeitig für die Junioren-WM 2008 qualifiziert haben sollte, focht sich mit teilweise sehenswerten Gefechten bis in die Finalrunde. Im Viertelfinale bezwang er den Bochumer Fabian Herzberg mit 15:9, ehe er im folgenden Halbfinale gegen den späteren Gesamtsieger Marcus Mepstaed (GBR) mit 12:15 unterlag. Der Brite seinerseits besiegte im abschließenden Finale Gerek Meinhardt (USA) mit gleichem Ergebnis. „Marius hat in Burgsteinfurt gut gefochten und sich den dritten Rang verdient. Auch Fabian Herzberg, der vor Wochenfrist in Reutlingen im Degen mit Rang 11 bereits für eine Überraschung sorgte, hat mir in Burgsteinfurt gefallen“, resümiert Trainer Udo Wagner. Und er fügt hinzu: Erfreulich auch, dass sich Phil Eschrich wieder zurückgemeldet hat. Auch er hat einen guten Eindruck hinterlassen“. Zwar fehlten in Burgsteinfurt die großen Fecht-Nationen, doch dafür trafen die Deutschen auf starke Amerikaner und Briten. „Die waren schon eine echte Herausforderung für uns. Daraus sollten wir lernen“, beurteilt Wagner die Ergebnisse der Gäste. Immerhin, die USA mit vier Fechtern in der Finalrunde, Großbritannien drei Mal unter den Top 20. Er nahm auch positiv zur Kenntnis, dass mit Lucas Tatusch (TV Bad Mergentheim) und Tobias Süß (FC Moers) zwei weitere Deutsche in den Top 20 platziert waren, letzterer gar noch bei den Kadetten startberechtigt ist.

Die Platzierungen:

1. Marcus Mepstaed (GBR) 2. Gerek Meinhardt (USA) 3. Marius Braun (GER/FSV Klarenthal) 3. Nicholas Chinman (USA)
5. Jeremy Goldstein (USA) 6. Zain Shaito (USA) 7. Phil Eschrich (GER/ FC Tauberbischofsheim) 8. Fabian Herzberg (VfL Bochum)
11. Lucas Tatusch (GER/TV Bad-Mergentheim)
15. Tobias Süß (GER/FC Moers) 25. Aljoscha Gollan (GER/FC Moers) 28. Janek Löbel (GER/FSV Jena)
60. Lucas Fenger 79. Felix Ozwirk

Text: DFB Top-News, Verfasser: Olaf Wolf
Natasha Gollan gewinnt Sparkassen-Cup 2008
Klirrend kreuzen sich die Klingen

Moers, 09.12.2007, DOMINIQUE SCHROLLER -NRZ-

Natascha Gollan behält im Finale des Sparkassen-Cups einen kühlen Kopf und macht die entscheidenden Punkte.



Beifall brandet auf, die Gegnerinnen schütteln sich die Hände. Die eine wirkt erschöpft, die andere strahlt trotz der Schweißperlen auf der Stirn. Natascha Gollan ist am Ziel. Sie hat den Sparkassen-Cup für sich entschieden, muss nun zahlreiche Hände schütteln.

Um ein Haar wäre sie bereits im Viertelfinale ausgeschieden. Kurz vor Schluss des Duells lag die 15-Jährige vom Fechtclub Moers gegen Louisa Bruch mit 9:12 zurück. Mit viel Nervenstärke ergreift Natascha Gollan die Initiative und punktet. Sie dreht das Gefecht zu ihren Gunsten und gewinnt 15:12. "Alles andere als unter die letzten Drei zu kommen, wäre eine Enttäuschung gewesen", sagt die Athletin selbstbewusst.

Vor dem Halbfinale spricht sie mit ihrem Trainer Matthias Block die Taktik ab. "Ich hoffe, sie hält sich auch daran", sagt der Coach. Im Duell mit Inke Nehl zieht sich Natascha Gollan weit zurück, überlässt ihrer Gegnerin die Offensive. Die kommt aber auch nicht so richtig aus der Deckung.

Bittere Niederlage

Damit die Fechterinnen sich nicht im Taktieren verlieren und die Zuschauer im Sparkassen-Foyer zu gähnen beginnen, bricht der Obmann das erste Drittel ab und geht gleich zum zweiten über. Nun ergreift Natascha Gollan die Intitiative, treibt ihre Gegnerin über die Planche und trifft schnell und platziert. "Jawohl, super", schreit Teamkollegin Hannah Fenger. Sie hatte ihr Viertelfinalgefecht in der letzten Sekunde verloren. "Das ist bitter. Mit dem Halbfinale hatte ich schon gerechnet."

Auf der Planche nimmt jetzt Inke Nehl den Kampf an, bietet der Moerserin die Stirn und holt ihren Rückstand auf. Natascha Gollan ärgert sich, stampft mit dem Fuß auf, reißt sich die Maske vom Gesicht. Ein Raunen geht durch das Publikum, die Anfeuerungsrufe werden lauter. "Komm, Natascha, das schaffst du!" Sie schafft es in der letzten Sekunde mit 14:13.

Außer Atmen und mit rotem Kopf verlässt sie die Bahn, um sich auf das Finale vorzubereiten. Eine kurze Absprache mit dem Trainer, einige Schlucke aus der Wasserflasche, dann muss sie zur Entscheidung wieder auf die Planche. Sie begrüßt ihre Gegnerin Marike Wegener aus Jena, dann streifen sich beide die Maske über das Gesicht und stellen sich an der Startlinie auf, die Waffen erhoben. "Fertig, los", sagt der Obmann. Leichtfüßig federn die beiden Fechterinnen vor und zurück, die Sohlen der Turnschuhe quietschen auf dem Boden der Bahn. Die Waffen kreuzen sich nur selten.

Natascha Gollan lässt sich weit zurücktreiben, schnellt im entscheidenden Moment vor und setzt den ersten Treffer. Doch Marike Wegener bleibt dran. Im zweiten Drittel kann sich Natascha Gollan etwas absetzen. "Komm, du musst jetzt noch mal beißen", ruft der Trainer ihr zu. Die 15-Jährige reagiert, lässt das Florett ihrer Gegnerin nicht aus den Augen und sticht im entscheidenden Augenblick mit ihrem zu.

9:4 leuchtet auf der Anzeigentafel. Mit einem spitzen Schrei macht Natascha ihrer Anspannung Luft. "Das muss dann einfach raus." Wieder klirren die Waffen, Marike Wegener greift an, Gollan punktet und reißt die Arme hoch. Beifall brandet auf.



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