Presseinformation 29.03.06
Neuer Nachwuchs-Bundestrainer kommt aus
Moers
Gute
Nachrichten vom Deutschen Fechterbund. Sportdirektor Claus
Janka hat Fechtlehrer Herbert Wagner vom Fechtclub Moers
zum Bundestrainer für das Florettfechten ernannt.
Der 63-jährige Wagner wird zukünftig die Nachwuchsarbeit
koordinieren und junge Talente aus der B- und A-Jugend
(13-17 Jahre) sichten und fördern. Mit dieser zusätzlichen
Trainerstelle will Janka im Herrenflorett den Übergang in
den Juniorenbereich (bis 2o Jahre) optimaler vorbereiten
und erleichtern.
Diese Zusatzaufgabe wird den engagierten Nachwuchstrainer
des FCM aber nicht davon abhalten, auch weiterhin in Moers
junge Talente zu trainieren. Seit 1990 leistet Herbert
Wagner hier am Niederrhein hervorragende Nachwuchsarbeit,
entdeckt und formt junge Fechterinnen und Fechter bis zur
Weltspitze.
Aus der Talentförderung des Fechtclubs Moers kamen z.B. die
national und international sehr erfolgreichen
Florettfechterinnen Martha und Monika Golebiewski.
Mit David Hausmann und Benjamin Kleibrink gelang Trainer
Wagner das Kunststück, 1999 und 2005 den
Junioren-Weltmeister im Herrenflorett zu stellen.
David Hausmann wurde später Sechster im
Mannschaftswettbewerb bei den Olympischen Spielen in Sydney
2000. Benjamin Kleibrink gehört mittlerweile zum festen
Stamm der Florettnationalmannschaft; hat eine
Bronzemedaille in der Mannschaft bei den
Fechtweltmeisterschaften 2005 gewonnen und ist Fünfter der
Weltrangliste. In der laufenden Saison 2006 hat der frühere
Wagnerschüler in Paris und im spanischen La Coruna bereits
zweimal die gesamte Fecht-Weltelite geschlagen.
Für den Moerser Fechtclub ist Herbert Wagner die
"Trainerlegende" oder neudeutsch "Kult". Mit Disziplin,
Humor und Herz ist er die zentrale Person im
Landesleistungsstützpunkt und bundesweit anerkannter
Fachmann.
Direkt nach der Wende hat der ehemalige
DDR-Säbelnationaltrainer (1975-1978) im Westen eine neue
berufliche Perspektive gesucht und in Moers auch gefunden.
Wagner arbeitete in Ostdeutschland zuletzt von 1985-1990
als Trainer im Sportinternat Leipzig. Dort in Leipzig
begann auch seine Trainerkarriere mit dem Studium an der
Deutschen Hochschule für Körperkultur und dem Abschluss als
Diplom-Sportlehrer.
Als sein "größtes berufliches Glück" bezeichnet Wagner
heute seine zweite Karriere in Moers am Niederrhein. Hier
konnte er in einem familiären und gleichzeitig
professionellen Umfeld endlich seine sportlichen Ideen frei
verwirklichen. "Von Beginn an habe ich mich mit allen
Verantwortlichen gut verstanden. Sie gaben mir den
notwendigen Rückhalt für meine Arbeit und haben mir
vertraut".
Ein Glücksfall war der neue Angestellte auch für den FCM.
So konnten auch bessere finanzielle Angebote ihn nicht von
"seinem" Fechtclub weglocken.
Herbert Wagner ist Trainer aus Passion. "Ich gehöre zu den
wenigen Menschen, die aus ihrem Hobby einen Beruf gemacht
haben" sagt er oft und kein Zuhörer zweifelt.
Besonders dankbar ist der Erfolgstrainer seiner Ehefrau
Renate. „Nur durch ihre Unterstützung kann ich meinem
Beruf so engagiert nachgehen.“ Mit ihr zusammen hat
er sich in Moers in den vergangenen sechzehn Jahren eine
neue berufliche und private Existenz geschaffen.
Der neue Bundestrainer will auch noch über die
Pensionsgrenze hinaus tätig sein. "Wenn die Gesundheit
mitspielt, möchte ich noch bis zum 70. Lebensjahr weiter
arbeiten. Schließlich ist ein erfahrener Trainer besonders
wertvoll" lächelt Wagner augenzwinkernd.
Fechtclub Moers 1950 e.V./hz