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"Tintenkiller" (Trickfilm, 4:30 min, 2009)

Text von Andrea van der Straeten, Künstlerin und Professorin für Experimentelle Gestaltung,
anlässlich der Ausstellung "Heraus mit der Sprache" (17.7.-28.8.2009
) in der MUSA Startgalerie, Wien:
„Und was machst du so?“
Eine uns allen vertraute Frage tauchte unerwartet vor einigen Jahren an der Außenwand des Architekturforums Oberösterreich in Linz auf. Veronika Schubert hatte eine der häufigsten Floskeln aus ihrem Kontext konventioneller Gesprächsanbahnung herausgelöst, andere Sinnzuweisungen, z.B. der Werbung, verweigert und so diese fünf Worte in die Visualisierung einer performativen Äußerung transformiert.
Konsequent arbeitet Veronika Schubert mit dem Material Sprache, seit sie als Jugendliche begonnen hatte, Überschriften aus Zeitungen auszuschneiden und zu sammeln. Mittlerweile sind diese Ausschnitte auf ein stattliches, nach Stichworten systematisiertes Archiv angewachsen, das als Fundus ihrer Arbeiten dient.
Aus der Dekonstruktion unserer Kommunikationsmechanismen, aus dem Zerlegen und Sezieren wortgewaltiger Spracharchitekturen, mit denen sich unsere Gesellschaft nicht selten geradezu einmauert, entstehen neue, filigrane Netze. Tele-Dialog, die Arbeit, mit der sie 2005 ihr Studium abschloss, führte bereits eindrucksvoll vor, was sich in ihrer neuen Arbeit Tintenkiller fortsetzt: Die mit genauem, analytischen Blick vorgenommene Verknüpfung der gesprochenen Sprache mit einer anderen, der Lingua franca unserer audiovisuellen Populärkultur, die keiner Übersetzung bedarf, da sie global verstanden wird.
Von saloppen Methoden des Sampelns, in denen Ton, Bild und Text nur mehr Dateien sind, die sich trennen und beliebig neu zusammenführen lassen, wie kürzlich Die Zeit das auf Internetforen wie YouTube basierende neue Mash-up-Genre charakterisierte, sind die Arbeiten von Veronika Schubert aber weit entfernt. Über 800 gestrickte und digital abfotografierte Einzelbilder, oder die circa 3000 Blätter, die gezeichnet und dann mit Tintenkiller partiell wieder gelöscht werden, machen deutlich, dass es gerade das Verschneiden elektronisch determinierter Technik mit einer handwerklichen, materiellen ist, das einen wesentlichen Aspekt in ihrer Arbeit ausmacht. Indem sie Formulierungen wortwörtlich nimmt, vermag sie uns zu der kindlichen Spielfreude zurückzuführen, die aus einem Wort wie Satzbau obsessiv gestaltete Architekturen wachsen lässt, und ihr ironischer Blick lässt uns die determinierende Wucht der Sprache wie ihre poetischen Kostümierungen gleichermaßen durchschauen.
gesamter Folder, PDF-Dokument
Erstaufführung:
MUSA Startgalerie:
Eröffnung: 16. Juli 2009, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 17.7.-28.8.2009
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"Vielfalt" (Trickfilm, 1:50 min, 2007, Gemeinschaftsarbeit
mit Tina Rhomberg)

Video ansehen (mpg1, 8 MB)
Schemenhaft gezeichnete Hände folgen einer Tätigkeit, die
sich erst im Laufe des Videos entschlüsselt: aus Papier wird das
Kinderspiel "Himmel und Hölle" gefaltet. In diesem Spiel
gibt es nur ein "entweder / oder". Symbolisch verkörpert
es ein duales System, welches auf klaren Gegensätzen basiert. Das
Faltobjekt weist üblicherweise zwei farblich verschieden gekennzeichnete
Flächen auf, welche "Himmel" und "Hölle"
repräsentieren. Das Objekt im Video zeigt hingegen stets eine neutrale
Fläche und verdeutlicht, dass "gut und böse" nicht
klar getrennt werden können, sondern in Beziehung zueinander stehen.
Was ist "gut" und was ist "böse"?
Wie definieren sich diese Begriffe und wo kann zwischen ihnen die Grenze
gezogen werden?Für die Moralentwicklung mag es wichtig sein, dass
Kinder lernen, zwischen "gut" und "böse" zu unterscheiden.
Das kindliche Weltbild wird bis ca. zum zehnten Lebensjahr stark von Begriffen
wie "richtig" oder "falsch" geprägt. Das Erlebte
wird in "schwarz" und "weiß" eingeteilt. Später lernen
wir, dass unsere Welt und unsere Wahrnehmungen nicht nur in diesen zwei
Kategorien funktionieren können. Dazwischen eröffnet sich eine
Vielfalt an Graustufen - "gut" und "böse" werden
zu relativen Begriffen. Erwachsene sollten in der Lage sein, differenzierte
Wertungen vorzunehmen. Von Zeit zu Zeit mag es sinnvoll sein, die eigenen
Wertvorstellungen zu hinterfragen, um sich kein starres Zuordnungsschema
anzueignen. Moral beruht nicht bloß auf simplen Einteilungen, sondern
sollte für vielfältige Schattierungen und Nuancen Platz lassen.
Durch unterschiedliche Blickwinkel können neue Facetten sichtbar
werden.
Erstaufführung:
04.04.-20.05.2007 - "Das Gute muss nicht immer das Böse sein",
Kunstraum Engländerbau, Vaduz/Liechtenstein
Kurator: Karlheinz Pichler
beteiligte KünstlerInnen: Roland Adlassnigg, Ines Agostinelli, Ingmar
Alge, Bella Angora / Christian Falsnaes, Alexandra Berlinger, Harald Gfader,
Richard Jochum, Hubert Matt, Michael Mittermayer, David Murray, Ferdinand
Rüf, Sarah Schlatter, Ruth Schnell, Veronika Schubert / Tina Rhomberg,
Alexandra Wacker, Matthias Weissengruber
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"Guten
Tag - Buon Giorno" (3:15 min, 2006)

Video ansehen (deutsche Version, ohne Untertitel, mpg1, 17,3 MB)
Video ansehen (english subtitles, mpg1, 17,3 MB)
Video ansehen (italian subitltes, mpg1, 17,3 MB)
Dieses Video wurde durch das Land Vorarlberg ermöglicht (Atelierstipendium
in Paliano bei Rom, Juli 2006)
Erstpräsentation des Videos im Salon du Monde
Gabriele-Tergit-Promenade 7 (Potsdamer Platz), Berlin
15.9.-6.10.2006
Ausstellung des Landes Vorarlberg im Rahmen des Schwerpunkts kultureller
Auslandsaktivitäten.
Realisiert wurde das Projkekt in Kooperation mit dem Kunsthaus Bregenz.
beteiligte Künstlerinnen: Ruth Schnell, Sandra Scheffknecht, Silke
Maier-Gamauf und Veronika Schubert
Kurator: Winfried Nussbaummüller
Für diese Videoarbeit hat Veronika Schubert Beispielsätze aus
einer Sprach-Lern-CD zu einem vermeintlichen Dialog zusammengefügt.
Anlass zu „Guten Tag – Buon Giorno“ war ein Aufenthalt
im Atelier Paliano bei Rom im Frühsommer dieses Jahres, der durch
das Land Vorarlberg ermöglicht wurde.
Am Beginn jeder Reise in ein fremdes Land steht gewöhnlich der Erwerb
von Landkarten und eines Sprachführers. Im Video werden die zumeist
für eine alltägliche Verständigung notwendigen, sehr einfach
formulierten Sätze aus der Lern-CD zu einer narrativen Textcollage
montiert, die sich über und entlang einer Fahrt vom Start der Reise
in Vorarlberg bis zum Zielort bei Rom entspinnt. Als Bildgrund für
die Kamerafahrt dient die Landkarte, die in der als räumlich-dynamische
Komponente eingesetzten Baumallee lesbar bleibt.
(Hilde Fraueneder, Galerie 5020, Salzburg)
Erstpräsentation:
15.9.-6.10.2006 - Salon du Monde, Gabriele-Tergit-Promenade 7, Berlin
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"Tele-Dialog"
(5:10min, 2005, gestrickter Trickfilm, Diplomarbeit)
mehr Informationen

Video ansehen (deutsche Version, ohne Untertitel, mpg1, 26,8 MB)
Video ansehen (english subtitles, mpg1, 26,9 MB)
Erstaufführung:
16.06.2005 - Diplom-Präsentation im O.K Centrum für Gegenwartskunst,
Linz
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Video
"Schildertausch"
(Ankauf durch die Stadt Linz 2004)
Das Video setzt sich aus Fotos zusammenn, welche auf der Textebene manipuliert
wurden.
Das Ersetzen der üblichen Texte im städtischen Raum (hauptsächlich
Verbote + Werbung)
durch Texte aus meiner Überschriften-Zitate-Sammlung
ermöglicht die Simulation eine neuen Stadt-Text-Erfahrung



Video ansehen (mpg1, 44,5 MB)
Erstaufführung:
24.11.2004 - Architekturforum Oberösterreich (www.afo.at)
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24.11.2004 - Architekturforum Oberösterreich, Linz (www.afo.at)
Zusätzlich zur Präsentation des Videos "Schildertausch" wurde auf die Fassade des Architekturforums ein Zitate
aus meiner Zeitungsüberschriften-Sammlung angebracht

Fotodokumentation 2008

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"Stricken
mit Vroni" (2004)

Video ansehen (mpg1, 20,8 MB)
Video-AnfängerInnen-Strickkurs, 4min30sek
TV-Found-Footage-Ton, Musik: ©
Stricken mit Vroni wurde als Video-Stricklehrgang konzipiert,
wandelte sich jedoch durch das Hinzufügen von Fernsehton zu einer
Shopping-TV-Persiflage. Englische Untertitel und Original-Fernsehkommentare
erleichtern das Lernen! – „Es ist so einfach! Bei einem täglichen
Training von ein paar Minuten zeigen sich schon bald die ersten Erfolge!“
Erstaufführung:
04.05. – 18.05.2004 - „Freies Fernsehen: TV2“, Salzburger
Kunstverein (Dokumentation)
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Zuerich - 2004
6:45min
Video ansehen (1,2 MB, Quicktime Player erforderlich)
Foto-Montage mit Zeitungsüberschriften und Fotos von Zürich.
Erstaufführung:
Ausstellung zur Lehrveranstaltung von Elmar Mauch
an der Hochschule für Gestaltung Zürich, Departement Fotografie
---> Mehr
infos über die Zeit in Zürich
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"wartime
conditions"
3-teilige Video-Arbeit (4.40 min, 2003)
Video ansehen (mpg1, 20,9 MB)
Thema des Videos ist die Art und Weise der Berichterstattung
während des Irak-Krieges 2003. Material:Found-Footage (TV)
Erstaufführung:
17.06.2003 - „So eine Situation hatten wir noch nie“, MAK NITE,
Wien
Kuratoren/Organisatoren: Hubert Lobnig und Leo Schatzl
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2002 - Sicherheit (3:55min)
Video ansehen (mpg1, 18,6 MB)
Diagonale-Beitrag 2002 für das Programm "Sicherheit"
kuratiert von punctum, betreut durch Peter Tscherkassky:
Erstaufführung: 19.03. + 21.03.2002 „Sicherheit“, Diagonale,
Graz
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