Nachfolgend einige Zitate von Menschen aus dem Computerumfeld, oder von Menschen über den Computer.


Prof. Dr. Josef Weizenbaum
Jeder Mensch ist aber ein Sonderfall - jeder Mensch ist von seiner eigenen und einzigartigen Lebensgeschichte geprägt.

Ein Computer kann einfach keine menschliche Geschichte oder menschliche Erfahrung haben.

In der Tat kann die Naturwissenschaft überhaupt keine ihrer abstrakten Aussagen beweisen.

Wir können die Technik nicht aus unserem Leben verbannen, die Verkehrsmittel nicht und inzwischen auch die Computer nicht. Umso wichtiger aber ist es, daß wir darüber nachdenken, wie wir mit den Errungenschaften der Technik in Zukunft umgehen sollen und wollen.

Die Computerisierung des Alltags bringt am Ende nicht Kreativität, sondern die große Gleichförmigkeit.

Als in den 60er und 70er Jahren die Computer-Lemprogramme entwickelt wurden, träumten die Pädagogen die große Utopie, daß nun das Wissen demokratisiert und alle Menschen sich selbst schulen könnten. Später mußte man einsehen, daß dies eine große Illusion gewesen ist.

In der 'normalen' amerikanischen Schule werden Schüler selten als Einzelne vom Lehrer wahrgenommen. In der Hennigan-School werden sie ständig von Experten unterrichtet, die die sich um sie kümmern und fragen, wie es ihnen geht, Das ist vielleicht der Trick: Der Computer ist das Alibi, um diese Zuwendung geben zu können. Für zwei oder drei solcher Forschungsprojekte kann staatliche Unterstützung - oder Geld von IBM - locker gemacht werden. Das eigentliche Problem der Schulen bleibt aber davon unberührt.

Das ist nach meiner Überzeugung die Kernfrage der gesamten Computerentwicklung, ganz besonders der sogenannten künstlichen Intelligenz, über die viel Unsinniges geschrieben wird: Menschliche Erfahrung ist nicht über- tragbar. Menschen können lernen. Das heißt: Neues schöpfen. Nicht aber Computer. Die können lediglich Strukturen und Daten nach vorgegebenen Mustern erweitern oder verdichten.

lch gIaube, es ist ein großer Fehler, das Menschsein nach dem zu definieren, was der Mensch kann, aber der Computer nicht. Aus solchen Versuchen geht ein Bild des Computers hervor, der insgeheim als Maßstab des Menschseins dient. Jeder Mensch ist aber ein Sonderfall - jeder Mensch ist von seiner eigenen und einzigartigen Lebensgeschichte geprägt. Ein Computer kann einfach keine menschliche Geschichte oder menschliche Erfahrung haben. Schon deswegen sind Mensch und Computer in einem strengen Sinn unvergleichbar.

Von wem und wie wurde überhaupt entschieden, daß wir das wollen?

Ich meine, daß die Computerisierung nur für eine Minderheit wirklich Vorteile erbracht hat. Wenn auch nur sehr indirekt, so hat der computergestützte Strukturwandel im übrigen auch negative Auswirkungen für diejenigen, die zu den Schwachen und Benachteiligten gehören: Sie werden aus der informatisierten Welt ausgeschlossen. Heute von einer Befriedigung der Grundbedürfnisse der Menschheit zu sprechen ist lächerlich!

Zufälligerweise ist Programmieren eine Kunst, die relativ leicht zu erlernen ist.

In diesem Buch geht es nur vordergründig um Computer. Im wesentlichen wird der Computer hier lediglich als Vehikel benutzt, bestimmte Ideen vorzutragen, die viel wichtiger als Computer sind.

Was für viele andere Dilemmata gilt, trifft auch hier zu: die Lösung liegt im Verwerfen der Spielregeln, die es hervorgebracht haben. Für das vorliegende Dilemma lautet die entsprechende Regel, dass die Rettung der Welt - und darüber rede ich hier - davon abhängt, andere zu den richtigen Ideen zu bekehren. Diese Regel ist falsch. Die Rettung der Welt hängt nur von dem Individuum ab, dessen Welt sie ist. Zumindest muss jedes Individuum so handeln, als ob die gesamte Zukunft der Welt, der Menschheit selbst, von ihm abhinge. Alles andere ist ein Ausweichen vor der Verantwortung und selbst wieder eine enthumanisierende Kraft, denn alles andere bestärkt den einzelnen nur in seiner Vorstellung, lediglich eine Figur in einem Drama zu sein, das anonyme Mächte geschrieben haben und sich als weniger als eine ganze Person anzusehen, und das ist der Anfang von Passivität und Ziellosigkeit.

Es gibt menschliche Funktionen, die nicht durch Computer ersetzt werden sollten.

Dass soviele Menschen so oft fragen, was sie tun müssen, ist ein Zeichen dafür, dass die Reihenfolge des Seins und des Tuns sich umgekehrt hat. Wer weiss, wer und was er ist, der braucht nicht zu fragen, was er tun sollte.

Naturwissenschaftler und Techniker tragen aufgrund ihrer Macht eine besonders schwere Verantwortung, vor der sie sich nicht hinter einer Fassade von Schlagwörtern wie dem der technischen Zwangsläufigkeit drücken können.

Ich werde im Folgenden die Position vertreten, dass es kein Fehler ist, den Menschen als Verarbeiter von Informationen (oder auch als irgend etwas anderes) anzusehen oder ihn unter dieser Perspektive zu verstehen zu versuchen, allerdings unter der Voraussetzung, dass wir niemals so tun, als könne irgendeine einzelne Perspektive den ganzen Menschen erfassen.

Ich bin der Ansicht, dass ein in jeder Beziehung zu vereinfachter Begriff von Intelligenz sowohl das wissenschaftliche, wie das ausserwissenschaftliche Denken beherrscht hat, und dass dieser Begriff zum Teil dafür verantwortlich ist, dass es der perversen, grandiosen Phantasie der künstlichen Intelligenz ermöglicht wurde, sich dergestalt zu entfalten.

Es gibt wenige 'wissenschaftliche' Theorien, die das Denken von Wissenschaftlern und Laien stärker in Verwirrung gestürzt haben als die des "Intelligenzquotienten".

Die Vorstellung, Intelligenz könne entlang einer simplen Linearskala quantitativ erfasst werden, hat unserer Gesellschaft vor allem auf dem Gebiet des Erziehungswesens unsäglichen Schmerz zugefügt.

Es gibt Dinge, die nicht mehr im Machtbereich einer alles begreifenden Naturwissenschaft liegen.

Die Grenzen in der Anwendung von Computern lassen sich letztlich nur als Sätze angeben, in denen das Wort 'sollten' vorkommt.

Ein Individuum wird überall enthumanisiert, wo es nicht als ganze Person behandelt wird. Die verschiedenen Formen der Human- und Sozialtechnik, von denen wir in diesem Buch gesprochen haben, tun genau das, indem sie allen menschlichen Zusammenhängen ausweichen (...)

Meiner Meinung nach müssen die Ethik und die Wissenschaft gemeinsam gelehrt werden, und zwar nicht mittels Worten allein: das Vorbild wirkt mehr als alle Lehren. (...) Verfehlt wäre es also zu sagen: Wenn ich vor der Klasse stehe, werde ich so tun, als ob mir dieser oder jener moralische Mangel nicht anhafte. Ein Mensch wirkt immer in seiner Ganzheit: er gibt immer das weiter, was er ist."

Schade, daß das Netz vor allem für Unterhaltung genutzt wird. Wir haben so viele andere Probleme.

Computer sind wie alle Instrumente nicht wertfrei, sondern erben ihre Werte von der Gesellschaft, in der sie eingebettet sind. In einer vernünftigen Gesellschaft erfüllen sie möglicherweise viele nützliche Funktionen, doch bis dahin müssen sie kritisch betrachtet werden. In einer hoch militarisierten Gesellschaft, wie es die USA jetzt sind, sind sie Mordinstrumente.


John C. Edwards, brit. Zukunftsforscher
Wenn es im Jahre 1879 schon Computer gegeben hätte, würden diese vorausgesagt haben, daß man infolge der Zunahme von Pferdewagen im Jahre 1979 im Pferdemist ersticken würde.


Popular Mechanics, forecasting the relentless march of science, 1949
Computer der Zukunft werden nicht mehr als 1.5 Tonnen wiegen.


Thomas Watson, Vorsitzender von IBM, 1943
Ich denke, daß es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt .


Ken Olson, Präsident, Vorsitzender und Gründer von Digital Equipment Corp., 1977
Es gibt keinen Grund, warum irgend jemand einen Computer in seinem Haus wollen würde.


Apple Computer Inc. Gründer Steve Jobs über seine Versuche, Atari und HP an seinem und Steve Wozniak Personal Computer zu interessieren
Also gingen wir zu Atari und sagten, 'Hey, wir haben dieses erstaunliche Ding sogar aus einigen Ihrer eigenen Teile zusammengebaut, was halten Sie davon, uns zu finanzieren? Oder wir geben es Ihnen. Wir wollten es einfach tun. Zahlen Sie unser Gehalt, wir kommen und arbeiten für Sie'. Und Sie sagten, 'Nein'. Dann gingen wir zu Hewlett-Packard, und sie sagten, 'Hey, wir brauchen Sie nicht, Sie haben das College noch nicht abgeschlossen' .


Holger Lamm über den Pentium
Bisher hieß es immer: Computer machen keine Fehler. Dank modernster Hardware wurde jetzt auch dieses Manko beseitigt ...


Hans Ambros
In den meisten Kinderzimmern findet man heute schon eine bessere Computerausstattung als in den Back Offices der Banken.


Brigitte Bardot
Das Unsympathische an den Computern ist, daß sie nur ja oder nein sagen können, aber niemals vielleicht.


Clifford Stoll, amerik. Astrophysiker u. Computer-Pionier
Das Problem (im WWW) ist nicht die Zensur von Wissen, sondern das Meer an Info-Müll.

Sie ist ein armseliger Ersatz, diese virtuelle Realität, die unendliche Enttäuschungen bereithält und in der- im geheiligten Namen von Bildung und Fortschritt - wichtige Bereiche menschlicher Beziehungen rücksichtslos entwertet werden.

Computernetze isolieren Menschen voneinander und setzen die Bedeutung tatsächlicher Erfahrung herab, sie hintertreiben Bildung, Kreativität, Schulen und Büchereien.

Das Leben in der wirklichen Welt ist bei weitem interessanter, wichtiger und reicher, als irgend etwas auf dem Computerbildschirm je sein wird.

Jede Stunde vor dem Bildschirm sind 60 Minuten, die Sie etwas anderes bleiben lassen.

Eines Morgens werden wir aufwachen und feststellen, daß wir nicht mehr mit der Hand schreiben können, von unserem Schreibtisch sind Briefumschläge und -papier verschwunden, die Tinte im Füller ist vertrocknet. Wir öffnen den Mund, und kein Laut kommt heraus. Wir haben es verlernt, uns die Hände zu schütteln oder laut zu lachen. Sicher, wir können weiter kommunizieren, alle in demselben uniformierten Stil. Der einzige Unterschied zwischen unseren Botschaften aber wird der Inhalt sein.

Auf ähnliche Weise kann uns das Netz mit brandheißen Neuigkeiten versorgen und Bitten um spezifische Hilfsleistungen weiterleiten. Es heißt, wir könnten uns ohne Umwege auf unser jeweiliges Anliegen konzentrieren. Mir ist es anders ergangen. Ich habe etwa genausoviel Zeit damit verbracht, herauszufinden, was mit meinem Computer nicht stimmt, als ihn tatsächlich zu benutzen. Vor allem die Netz-Software muß häufig erneuert und instandgehalten werden, was einen immer wieder aus der Erledigung von Routinearbeiten herausreißt.


Dieter Hildebrandt - Schauspieler, Kabarettist, Satiriker in der "Münchner Lach- und Schießgesellschaft" (Deutschland, 1932)
Computer - Genieprothese.


Prof. Kurt Tepperwein - Kaufmann, Personalchef, Heilpraktiker, Lebenslehrer (Deutschland, 1932)
Der Mensch hat gelernt, alles zu beherrschen. Elektrizität, Maschinen, Computer. Das Größte wie das Kleinste, nur das Nächste nicht: sich selbst!


Charles Bachmann
Höchstens der Holzmangel, sicher aber nicht der Einsatz von Computern kann die Papierflut stoppen.


Vittorio De Sica - Filmschauspieler, "Schade, daß du ein Kanaille bist", "Der falsche General", Filmregisseur (Italien, 1902 - 1974)
Das Credo des heutigen Menschen lautet: Ich glaube an das Image, an den Computer und an die Demoskopie.


Karl-Heinz Söhler - Publizist (Deutschland, 1923)
Es zählt zu den modernen Fimmeln, Computer töricht anzuhimmeln.


John James Osborne - Schauspieler, Bühnenautor, Journalist, Dramatiker (England, 1929 - 1994)
Der Computer ist die logische Weiterentwicklung des Menschen: Intelligenz ohne Moral.


Scott McNealy, SUN
Wenn wir die Wahl haben, schieben wir die Schuld auf die Wirtschaftslage.


Heinrich von Pierer (Siemens-Vorstandschef)
Das papierlose Büro ist genauso weit weg wie das papierlose Klo.


Ingenieur vom Advanced Computing Systems Division of IBM, 1968, zum Microchip
Aber für was ist das gut?.


Adolf Muschg (*1934), schweizer. Literaturwissenschaftler u. Hochschullehrer, 1994 Büchner-Preis
Ein Kapitel Jean Paul ist ein unvergleichlich reicheres Dokument als alles, was das Internet mir abliefern könnte


H. Mumford Jones
Unser Zeitalter ist stolz auf Maschinen, die denken, und mißtrauisch gegen Menschen, die es versuchen.


Andreas Lenz, dt. Unternehmensberater, Aion Deutschland GmbH, Köln
Ein Experte ist nicht völlig zu ersetzen. Nur siebzig bis achtzig Prozent seines Wissens können im Computer untergebracht werden. Seine Intuition aber kann der Computer nicht ersetzen.


Willi Walgenbach, dt. Verbandsmanager, VMgl. Bundesverband d. Beleuchtungs- u. Elektro-Einzelhandels
Die Zeit ist nicht mehr fern, wo ein Toaster intelligenter sein wird als manches Familienmitglied.


Michio Kaku, amerik. Physiker u. Hochschullehrer, Prof. f. theoret. Physik, City University of New York
Wer heute eine Geburtstagskarte bekommt, die beim Aufklappen "Happy Birthday" spielt, hat mehr Rechenleistung in der Hand, als die alliierten Streitkräfte im Jahr 1945 besaßen.


Konrad Zuse (1910-95), dt. Konstrukteur u. Hochschullehrer, Erfinder des Computers
Über Fragen, die ich nicht beantworten kann, zerbreche ich mir nicht den Kopf.


Tyll Necker (1930-2001), dt. Unternehmer, 1987-90 u. 1992-94 Präs. Bundesverband d. Dt. Industrie (BDI)
Ohne Führerschein kommt man heute nicht mehr weit. Kenntnisse der Informations- und Kommunikationstechnik, der Umgang mit Computern und Steuerungen sind zum Führerschein für die Zukunft geworden.


Hans Matthöfer (*1925), dt. Politiker u. Gewerkschaftsmanager, 1974-82 Bundesmin., 1987-97 VV Beteiligungsges. d. Gewerkschaften AG (BGAG)
Künstliche Intelligenz ist allemal besser als natürliche Dummheit.


Reinhard Furrer (1940-95), dt. Physiker, Wissenschaftsastronaut u. Hochschullehrer
Solange wir nicht wissen, wie menschliche Intelligenz zustande kommt, können wir keine künstliche Intelligenz schaffen.


Anita Berres, dt. Publizistin Kommunikation
Lesen Sie schnell, denn nichts ist beständiger als der Wandel im Internet!


Klaus Kornwachs (*1947), dt. Hochschullehrer, Frauenhofer-Institut für Arbeitswissenschaft u. Organisation, Stuttgart
Wer mit künstlicher Intelligenz arbeitet, muß auch mit natürlicher Dummheit rechnen.


Elbert Hubbard, am. Essayist, 1856-1915
Eine Maschine kann die Arbeit von fünfzig gewöhnlichen Menschen leisten, aber sie kann nicht einen einzigen außergewöhnlichen ersetzen.


John Kenneth Galbraith (*1908), amerik. Wirtschaftswissenschaftler
Wir werden im Denken und Handeln die Diener der Maschine, die wir entwickelt haben, um uns zu dienen.


Werner Niefer (1928-93), dt. Topmanager, 1989-93 Vorstandsvors. Mercedes Benz AG
Meine wichtigste Erfahrung als Manager ist die Erkenntnis, daß die Mitarbeiter das wertvollste Gut eines Unternehmens sind und damit auch das wichtigste Erfolgskapital. Es sind nie Computer, Roboter, technische Einrichtungen, die zu einem Ziel führen, sondern immer Menschen, die Konzepte zustande bringen. (Das neue Gebäude soll deshalb unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Arbeitsmöglichkeiten geben, in denen sie ihre Fähigkeiten entwickeln und ihre Leistungen steigern können ...)


Lee Iacocca (*1924), amerik. Topmanager, 1979-92 Vorstandsvors. Chrysler Corp.
Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und alle Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muß man alle Informationen auf einen Nenner bringen, muß einen Zeitplan machen und muß handeln.


Peter Frey, dt. Journalist, stellv. Chefredakteur "auto, motor, sport"
Es reizt ihn zuweilen unendlich, so manche Modernismen zu entlarven als das, was sie in seinen Augen sind: Platitüden der Arbeitswelt. Wer heute nicht gelassen die Kürzel der Computersprache verwende, so eröffnete er einen Vortrag, der "gefährdet seinen Ruf als Ingenieur". Und er fuhr fort: "Ich möchte meinen Ruf heute gefährden." (Wir sind in der Tat Zeugen (und Täter) einer Entwicklung, die viele Menschen mit Kopfschütteln verfolgen. Nicht nur PC-Kürzel, immer mehr Anglizismen und Kunstwörter dringen in unsere Lebenswelt ein. "E-mail" sagt jeder, elektronische Post" sagt keiner, um nur ein Beispiel zu nennen. Kinder sind längst zu "Kids" geworden, der moderne Mensch "surft" im "world wide web", und die befristete Arbeitserlaubnis für Gastarbeiter der Ei-Tii (IT)-Branche heißt "Green Card". Sollen wir das bedauern? Geht unsere eigene Sprachtradition, geht die Sprache von Goethe, Schiller oder Thomas Mann den Bach hinunter? Ist der Verlust unserer Muttersprache der Preis für die Globalisierung? Oder eröffnen sich uns neue sprachliche Weiten, ungeahnte Möglichkeiten der grenzenlosen Kommunikation, wenn alle Welt nur noch eine einzige Sprache spricht? Nämlich ein Englisch, das jeder versteht - BSE genannt: bad simple english?


Bill Gates (*1955), amerik. Software-Unternehmer, Gründer u. b. 2000 Chairman "Microsoft" Corp.
Lehrer müssen im Zeitalter der Infobahn anders unterrichten. Das stimmt. Aber sie werden weiter gebraucht. Die Kinder wollen nicht einfach allein zu Hause sitzen und am Bildschirm Lernstoff in sich hineinsaugen. Sie brauchen die Gruppe, sie brauchen den menschlichen Aspekt, sie brauchen den Lehrer.


Robert "Bob" Orben (*1927), amerik. Publizist u. Humorist
Die Technik verändert sich heute so rasant, daß es nur einen Weg gibt, den vollen Nutzen einer Software auszukosten, bevor sie bereits wieder überholt ist: Nehmen Sie ein Taxi vom Computerladen bis nach Hause!


Norbert Wiener - (1894-1964), amerik. Mathematiker, Begr. d. Kybernetik
Die Rechenautomaten haben etwas von den Zauberern im Märchen. Sie geben einem wohl, was man sich wünscht, doch sagen sie einem nicht, was man sich wünschen soll.


Albert Einstein - Physiker, Philosoph, formulierte 1914 - 1916 die Relativitätstheorie, Nobelpreis für Physik/1921 (Deutschland/USA, 1879 - 1955)
Warum beglückt uns die herrliche, das Leben erleichternde, Arbeit ersparende Technik so wenig? Die einfache Antwort lautet: weil wir noch nicht gelernt haben, einen vernünftigen Gebrauch von ihr zu machen. Im Kriege dient sie dazu, daß wir uns gegenseitig verstümmeln. Im Frieden hat sie unser Leben hastig und unsicher gestaltet. Statt uns weitgehend von geisttötender Arbeit zu befreien, hat sie die Menschen zu Sklaven der Maschine gemacht, die meist mit Unlust ihr eintöniges, langes Tagewerk vollbringen und stets um ihr armseliges Brot zittern müssen.


Gerhard Faber, dt. Informatiker u. Hochschullehrer; lehrt a.d. TU Chemnitz Didaktik, Elektro-, Automatisierungstechnik u. Informatik
Wir benötigen eine menschengerechte, fehlertolerante, sanfte Technik, die die Stärken, aber auch die Schwächen des Menschen berücksichtigt.


Woody Allen, eigentlich Allen Stewart Konigsberg, US-amerikanischer Stadtneurotiker, Schauspieler und Regisseur
Wir wissen, daß der modernste Computer der Welt kein so hochentwickeltes Gehirn hat wie eine Ameise. Klar, das könnten wir auch von vielen unserer Verwandten sagen, aber mit denen müssen wir ja bloß bei Hochzeiten oder besonderen Gelegenheiten auskommen.


Alfred Herrhausen (1930-89), dt. Bankier, Vorstandsspr. Dt. Bank
50 Prozent der Wirtschaft sind Psychologie. Wirtschaft ist eine Veranstaltung von Menschen, nicht von Computern.


Detlef Hartlap, dt. Journalist, Chefredakteur "Prisma"
Ich hoffe zuversichtlich, daß die Zukunft fröhlichere Möglichkeiten bietet als Computer und Internet.


Dr. Seymour Papert, Psychologe und Mathematiker am MIT, Erfinder der Programmiersprache LOGO, geb. 1928.
Alle beschäftigen sich mit der Frage nach dem 'Wie', aber niemand beschäftigt sich mit der Frage 'Was' sollen Kinder im Jahre 2020 lernen.

Wir benützen moderne Technologie nur, um das bisherige System zu stützen.

Wenn Kinder diese Computerspiele lieben, so lass sie eigene Spiele erfinden!

Mathematische Konzepte werden heute so gelehrt, wie man es am besten mit Papier und Bleistift lehren kann.

Zu fragen, welche Software für Kinder die richtige ist, ist die falsche Frage. Wenn sie fragen 'Welche Software ist die richtige für mich und die Kinder?', dann bekommen sie vielleicht eine sinnvolle Antwort.

Es geht nicht mehr um die Frage, wie Macht innerhalb der Schulhierarchie verteilt wird, sondern darum, ob Hierarchie überhaupt als Organisationsform im Bereich Schule geeignet ist.

Die hierarchische Struktur der Schule ist aufs engste mit ihren pädagogischen Auffassungen und besonders mit ihrem Festhalten an der Ansicht verbunden, Wissen selbst sei hierarchisch strukturiert.

In der Pädagogik liegt der grösstmögliche Erfolg nicht darin, Nachahmer zu finden, sondern darin, andere dazu zu inspirieren, etwas anderes zu tun.

Hierarchie in Frage zu stellen, ist jedoch der Kernpunkt eines schulischen Wandels.

Was die Frage der Geschlechterrollen angeht, so denke ich mehr darüber nach, wie Computeraktivitäten langfristig die Geschlechterrollen beeinflussen werden, als darüber, welchen Einfluss die Geschlechterrollen auf diese Aktivitäten haben.


André Kostolany - ungarischer Börsenspekulant (1908 - 1999).
DV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein, kommt Mist raus.