Nachfolgend
einige Zitate von Menschen aus dem Computerumfeld, oder von
Menschen über den Computer.
Prof.
Dr. Josef Weizenbaum
Jeder Mensch ist aber ein Sonderfall - jeder Mensch ist von
seiner eigenen und einzigartigen Lebensgeschichte geprägt.
Ein Computer kann einfach keine
menschliche Geschichte oder menschliche Erfahrung haben.
In der Tat kann die Naturwissenschaft überhaupt keine ihrer
abstrakten Aussagen beweisen.
Wir können die Technik nicht aus unserem Leben verbannen,
die Verkehrsmittel nicht und inzwischen auch die Computer
nicht. Umso wichtiger aber ist es, daß wir darüber
nachdenken, wie wir mit den Errungenschaften der Technik in
Zukunft umgehen sollen und wollen.
Die Computerisierung des Alltags bringt am Ende nicht
Kreativität, sondern die große Gleichförmigkeit.
Als in den 60er und 70er Jahren die Computer-Lemprogramme
entwickelt wurden, träumten die Pädagogen die große Utopie,
daß nun das Wissen demokratisiert und alle Menschen sich
selbst schulen könnten. Später mußte man einsehen, daß dies
eine große Illusion gewesen ist.
In der 'normalen' amerikanischen Schule werden Schüler
selten als Einzelne vom Lehrer wahrgenommen. In der
Hennigan-School werden sie ständig von Experten
unterrichtet, die die sich um sie kümmern und fragen, wie
es ihnen geht, Das ist vielleicht der Trick: Der Computer
ist das Alibi, um diese Zuwendung geben zu können. Für zwei
oder drei solcher Forschungsprojekte kann staatliche
Unterstützung - oder Geld von IBM - locker gemacht werden.
Das eigentliche Problem der Schulen bleibt aber davon
unberührt.
Das ist nach meiner Überzeugung die Kernfrage der gesamten
Computerentwicklung, ganz besonders der sogenannten
künstlichen Intelligenz, über die viel Unsinniges
geschrieben wird: Menschliche Erfahrung ist nicht über-
tragbar. Menschen können lernen. Das heißt: Neues schöpfen.
Nicht aber Computer. Die können lediglich Strukturen und
Daten nach vorgegebenen Mustern erweitern oder verdichten.
lch gIaube, es ist ein großer Fehler, das Menschsein nach
dem zu definieren, was der Mensch kann, aber der Computer
nicht. Aus solchen Versuchen geht ein Bild des Computers
hervor, der insgeheim als Maßstab des Menschseins dient.
Jeder Mensch ist aber ein Sonderfall - jeder Mensch ist von
seiner eigenen und einzigartigen Lebensgeschichte geprägt.
Ein Computer kann einfach keine menschliche Geschichte oder
menschliche Erfahrung haben. Schon deswegen sind Mensch und
Computer in einem strengen Sinn unvergleichbar.
Von wem und wie wurde überhaupt entschieden, daß wir das
wollen?
Ich meine, daß die Computerisierung nur für eine Minderheit
wirklich Vorteile erbracht hat. Wenn auch nur sehr
indirekt, so hat der computergestützte Strukturwandel im
übrigen auch negative Auswirkungen für diejenigen, die zu
den Schwachen und Benachteiligten gehören: Sie werden aus
der informatisierten Welt ausgeschlossen. Heute von einer
Befriedigung der Grundbedürfnisse der Menschheit zu
sprechen ist lächerlich!
Zufälligerweise ist Programmieren eine Kunst, die relativ
leicht zu erlernen ist.
In diesem Buch geht es nur vordergründig um Computer. Im
wesentlichen wird der Computer hier lediglich als Vehikel
benutzt, bestimmte Ideen vorzutragen, die viel wichtiger
als Computer sind.
Was für viele andere Dilemmata gilt, trifft auch hier zu:
die Lösung liegt im Verwerfen der Spielregeln, die es
hervorgebracht haben. Für das vorliegende Dilemma lautet
die entsprechende Regel, dass die Rettung der Welt - und
darüber rede ich hier - davon abhängt, andere zu den
richtigen Ideen zu bekehren. Diese Regel ist falsch. Die
Rettung der Welt hängt nur von dem Individuum ab, dessen
Welt sie ist. Zumindest muss jedes Individuum so handeln,
als ob die gesamte Zukunft der Welt, der Menschheit selbst,
von ihm abhinge. Alles andere ist ein Ausweichen vor der
Verantwortung und selbst wieder eine enthumanisierende
Kraft, denn alles andere bestärkt den einzelnen nur in
seiner Vorstellung, lediglich eine Figur in einem Drama zu
sein, das anonyme Mächte geschrieben haben und sich als
weniger als eine ganze Person anzusehen, und das ist der
Anfang von Passivität und Ziellosigkeit.
Es gibt menschliche Funktionen, die nicht durch Computer
ersetzt werden sollten.
Dass soviele Menschen so oft fragen, was sie tun müssen,
ist ein Zeichen dafür, dass die Reihenfolge des Seins und
des Tuns sich umgekehrt hat. Wer weiss, wer und was er ist,
der braucht nicht zu fragen, was er tun sollte.
Naturwissenschaftler und Techniker tragen aufgrund ihrer
Macht eine besonders schwere Verantwortung, vor der sie
sich nicht hinter einer Fassade von Schlagwörtern wie dem
der technischen Zwangsläufigkeit drücken können.
Ich werde im Folgenden die Position vertreten, dass es kein
Fehler ist, den Menschen als Verarbeiter von Informationen
(oder auch als irgend etwas anderes) anzusehen oder ihn
unter dieser Perspektive zu verstehen zu versuchen,
allerdings unter der Voraussetzung, dass wir niemals so
tun, als könne irgendeine einzelne Perspektive den ganzen
Menschen erfassen.
Ich bin der Ansicht, dass ein in jeder Beziehung zu
vereinfachter Begriff von Intelligenz sowohl das
wissenschaftliche, wie das ausserwissenschaftliche Denken
beherrscht hat, und dass dieser Begriff zum Teil dafür
verantwortlich ist, dass es der perversen, grandiosen
Phantasie der künstlichen Intelligenz ermöglicht wurde,
sich dergestalt zu entfalten.
Es gibt wenige 'wissenschaftliche' Theorien, die das Denken
von Wissenschaftlern und Laien stärker in Verwirrung
gestürzt haben als die des "Intelligenzquotienten".
Die Vorstellung, Intelligenz könne entlang einer simplen
Linearskala quantitativ erfasst werden, hat unserer
Gesellschaft vor allem auf dem Gebiet des Erziehungswesens
unsäglichen Schmerz zugefügt.
Es gibt Dinge, die nicht mehr im Machtbereich einer alles
begreifenden Naturwissenschaft liegen.
Die Grenzen in der Anwendung von Computern lassen sich
letztlich nur als Sätze angeben, in denen das Wort
'sollten' vorkommt.
Ein Individuum wird überall enthumanisiert, wo es nicht als
ganze Person behandelt wird. Die verschiedenen Formen der
Human- und Sozialtechnik, von denen wir in diesem Buch
gesprochen haben, tun genau das, indem sie allen
menschlichen Zusammenhängen ausweichen (...)
Meiner Meinung nach müssen die Ethik und die Wissenschaft
gemeinsam gelehrt werden, und zwar nicht mittels Worten
allein: das Vorbild wirkt mehr als alle Lehren. (...)
Verfehlt wäre es also zu sagen: Wenn ich vor der Klasse
stehe, werde ich so tun, als ob mir dieser oder jener
moralische Mangel nicht anhafte. Ein Mensch wirkt immer in
seiner Ganzheit: er gibt immer das weiter, was er ist."
Schade, daß das Netz vor allem für Unterhaltung genutzt
wird. Wir haben so viele andere Probleme.
Computer sind wie alle Instrumente nicht wertfrei, sondern
erben ihre Werte von der Gesellschaft, in der sie
eingebettet sind. In einer vernünftigen Gesellschaft
erfüllen sie möglicherweise viele nützliche Funktionen,
doch bis dahin müssen sie kritisch betrachtet werden. In
einer hoch militarisierten Gesellschaft, wie es die USA
jetzt sind, sind sie Mordinstrumente.
John
C. Edwards, brit. Zukunftsforscher
Wenn es im Jahre 1879 schon Computer
gegeben hätte, würden diese vorausgesagt haben, daß man
infolge der Zunahme von Pferdewagen im Jahre 1979 im
Pferdemist ersticken würde.
Popular
Mechanics, forecasting the relentless march of science,
1949
Computer der
Zukunft werden nicht mehr als 1.5 Tonnen wiegen.
Thomas
Watson, Vorsitzender von IBM, 1943
Ich denke, daß es einen Weltmarkt für vielleicht fünf
Computer gibt .
Ken
Olson, Präsident, Vorsitzender und Gründer von Digital
Equipment Corp., 1977
Es gibt keinen Grund, warum irgend jemand
einen Computer in seinem Haus wollen würde.
Apple
Computer Inc. Gründer Steve Jobs über seine Versuche, Atari
und HP an seinem und Steve Wozniak Personal Computer zu
interessieren
Also gingen wir zu Atari und sagten, 'Hey, wir haben dieses
erstaunliche Ding sogar aus einigen Ihrer eigenen Teile
zusammengebaut, was halten Sie davon, uns zu finanzieren?
Oder wir geben es Ihnen. Wir wollten es einfach tun. Zahlen
Sie unser Gehalt, wir kommen und arbeiten für Sie'. Und Sie
sagten, 'Nein'. Dann gingen wir zu Hewlett-Packard, und sie
sagten, 'Hey, wir brauchen Sie nicht, Sie haben das College
noch nicht abgeschlossen' .
Holger
Lamm über den Pentium
Bisher hieß es immer: Computer machen keine Fehler. Dank
modernster Hardware wurde jetzt auch dieses Manko beseitigt
...
Hans
Ambros
In den meisten Kinderzimmern findet man heute schon eine
bessere Computerausstattung als in den Back Offices der
Banken.
Brigitte
Bardot
Das Unsympathische an den Computern ist, daß sie nur ja
oder nein sagen können, aber niemals vielleicht.
Clifford
Stoll, amerik. Astrophysiker u.
Computer-Pionier
Das Problem (im WWW) ist nicht die Zensur von Wissen,
sondern das Meer an Info-Müll.
Sie ist ein armseliger Ersatz, diese virtuelle Realität,
die unendliche Enttäuschungen bereithält und in der- im
geheiligten Namen von Bildung und Fortschritt - wichtige
Bereiche menschlicher Beziehungen rücksichtslos entwertet
werden.
Computernetze isolieren Menschen voneinander und setzen die
Bedeutung tatsächlicher Erfahrung herab, sie hintertreiben
Bildung, Kreativität, Schulen und Büchereien.
Das Leben in der wirklichen Welt ist bei weitem
interessanter, wichtiger und reicher, als irgend etwas auf
dem Computerbildschirm je sein wird.
Jede Stunde vor dem Bildschirm sind 60 Minuten, die Sie
etwas anderes bleiben lassen.
Eines Morgens werden wir aufwachen und feststellen, daß wir
nicht mehr mit der Hand schreiben können, von unserem
Schreibtisch sind Briefumschläge und -papier verschwunden,
die Tinte im Füller ist vertrocknet. Wir öffnen den Mund,
und kein Laut kommt heraus. Wir haben es verlernt, uns die
Hände zu schütteln oder laut zu lachen. Sicher, wir können
weiter kommunizieren, alle in demselben uniformierten Stil.
Der einzige Unterschied zwischen unseren Botschaften aber
wird der Inhalt sein.
Auf ähnliche Weise kann uns das Netz mit brandheißen
Neuigkeiten versorgen und Bitten um spezifische
Hilfsleistungen weiterleiten. Es heißt, wir könnten uns
ohne Umwege auf unser jeweiliges Anliegen konzentrieren.
Mir ist es anders ergangen. Ich habe etwa genausoviel Zeit
damit verbracht, herauszufinden, was mit meinem Computer
nicht stimmt, als ihn tatsächlich zu benutzen. Vor allem
die Netz-Software muß häufig erneuert und instandgehalten
werden, was einen immer wieder aus der Erledigung von
Routinearbeiten herausreißt.
Dieter
Hildebrandt - Schauspieler, Kabarettist, Satiriker in der
"Münchner Lach- und Schießgesellschaft" (Deutschland,
1932)
Computer - Genieprothese.
Prof.
Kurt Tepperwein - Kaufmann, Personalchef, Heilpraktiker,
Lebenslehrer (Deutschland, 1932)
Der Mensch hat gelernt, alles zu
beherrschen. Elektrizität, Maschinen, Computer. Das Größte
wie das Kleinste, nur das Nächste nicht: sich selbst!
Charles
Bachmann
Höchstens der Holzmangel, sicher aber nicht der Einsatz von
Computern kann die Papierflut stoppen.
Vittorio
De Sica - Filmschauspieler, "Schade, daß du ein Kanaille
bist", "Der falsche General", Filmregisseur (Italien, 1902
- 1974)
Das Credo des heutigen Menschen lautet: Ich glaube an das
Image, an den Computer und an die Demoskopie.
Karl-Heinz
Söhler - Publizist (Deutschland, 1923)
Es zählt zu den modernen Fimmeln, Computer töricht
anzuhimmeln.
John
James Osborne - Schauspieler, Bühnenautor, Journalist,
Dramatiker (England, 1929 - 1994)
Der Computer ist die logische Weiterentwicklung des
Menschen: Intelligenz ohne Moral.
Scott
McNealy, SUN
Wenn wir die Wahl haben, schieben wir die Schuld auf die
Wirtschaftslage.
Heinrich
von Pierer (Siemens-Vorstandschef)
Das papierlose Büro ist genauso weit weg wie das papierlose
Klo.
Ingenieur
vom Advanced Computing Systems Division of IBM, 1968, zum
Microchip
Aber für was ist das gut?.
Adolf
Muschg (*1934), schweizer. Literaturwissenschaftler u.
Hochschullehrer, 1994 Büchner-Preis
Ein Kapitel Jean Paul ist ein unvergleichlich reicheres
Dokument als alles, was das Internet mir abliefern könnte
H.
Mumford Jones
Unser Zeitalter ist stolz auf Maschinen, die denken, und
mißtrauisch gegen Menschen, die es versuchen.
Andreas
Lenz, dt. Unternehmensberater, Aion Deutschland GmbH,
Köln
Ein Experte ist nicht völlig zu ersetzen. Nur siebzig bis
achtzig Prozent seines Wissens können im Computer
untergebracht werden. Seine Intuition aber kann der
Computer nicht ersetzen.
Willi
Walgenbach, dt. Verbandsmanager, VMgl. Bundesverband d.
Beleuchtungs- u. Elektro-Einzelhandels
Die Zeit ist nicht mehr fern, wo ein
Toaster intelligenter sein wird als manches
Familienmitglied.
Michio
Kaku, amerik. Physiker u. Hochschullehrer, Prof. f.
theoret. Physik, City University of New
York
Wer heute eine Geburtstagskarte bekommt, die beim
Aufklappen "Happy Birthday" spielt, hat mehr Rechenleistung
in der Hand, als die alliierten Streitkräfte im Jahr 1945
besaßen.
Konrad
Zuse (1910-95), dt. Konstrukteur u. Hochschullehrer,
Erfinder des Computers
Über Fragen, die ich nicht beantworten
kann, zerbreche ich mir nicht den Kopf.
Tyll
Necker (1930-2001), dt. Unternehmer, 1987-90 u. 1992-94
Präs. Bundesverband d. Dt. Industrie
(BDI)
Ohne Führerschein kommt man heute nicht
mehr weit. Kenntnisse der Informations- und
Kommunikationstechnik, der Umgang mit Computern und
Steuerungen sind zum Führerschein für die Zukunft geworden.
Hans
Matthöfer (*1925), dt. Politiker u. Gewerkschaftsmanager,
1974-82 Bundesmin., 1987-97 VV Beteiligungsges. d.
Gewerkschaften AG (BGAG)
Künstliche Intelligenz ist allemal besser
als natürliche Dummheit.
Reinhard
Furrer (1940-95), dt. Physiker, Wissenschaftsastronaut u.
Hochschullehrer
Solange wir nicht wissen, wie menschliche
Intelligenz zustande kommt, können wir keine künstliche
Intelligenz schaffen.
Anita
Berres, dt. Publizistin Kommunikation
Lesen Sie schnell, denn nichts ist beständiger als der
Wandel im Internet!
Klaus
Kornwachs (*1947), dt. Hochschullehrer,
Frauenhofer-Institut für Arbeitswissenschaft u.
Organisation, Stuttgart
Wer mit künstlicher Intelligenz arbeitet,
muß auch mit natürlicher Dummheit rechnen.
Elbert
Hubbard, am. Essayist, 1856-1915
Eine Maschine kann die Arbeit von fünfzig
gewöhnlichen Menschen leisten, aber sie kann nicht einen
einzigen außergewöhnlichen ersetzen.
John
Kenneth Galbraith (*1908), amerik.
Wirtschaftswissenschaftler
Wir werden im Denken und Handeln die Diener der Maschine,
die wir entwickelt haben, um uns zu dienen.
Werner
Niefer (1928-93), dt. Topmanager, 1989-93 Vorstandsvors.
Mercedes Benz AG
Meine wichtigste Erfahrung als Manager ist die Erkenntnis,
daß die Mitarbeiter das wertvollste Gut eines Unternehmens
sind und damit auch das wichtigste Erfolgskapital. Es sind
nie Computer, Roboter, technische Einrichtungen, die zu
einem Ziel führen, sondern immer Menschen, die Konzepte
zustande bringen. (Das neue Gebäude soll deshalb unseren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Arbeitsmöglichkeiten
geben, in denen sie ihre Fähigkeiten entwickeln und ihre
Leistungen steigern können ...)
Lee
Iacocca (*1924), amerik. Topmanager, 1979-92 Vorstandsvors.
Chrysler Corp.
Man kann die raffiniertesten Computer der Welt benutzen und
alle Diagramme und Zahlen parat haben, aber am Ende muß man
alle Informationen auf einen Nenner bringen, muß einen
Zeitplan machen und muß handeln.
Peter
Frey, dt. Journalist, stellv. Chefredakteur "auto, motor,
sport"
Es reizt ihn zuweilen unendlich, so manche Modernismen zu
entlarven als das, was sie in seinen Augen sind: Platitüden
der Arbeitswelt. Wer heute nicht gelassen die Kürzel der
Computersprache verwende, so eröffnete er einen Vortrag,
der "gefährdet seinen Ruf als Ingenieur". Und er fuhr fort:
"Ich möchte meinen Ruf heute gefährden." (Wir sind in der
Tat Zeugen (und Täter) einer Entwicklung, die viele
Menschen mit Kopfschütteln verfolgen. Nicht nur PC-Kürzel,
immer mehr Anglizismen und Kunstwörter dringen in unsere
Lebenswelt ein. "E-mail" sagt jeder, elektronische Post"
sagt keiner, um nur ein Beispiel zu nennen. Kinder sind
längst zu "Kids" geworden, der moderne Mensch "surft" im
"world wide web", und die befristete Arbeitserlaubnis für
Gastarbeiter der Ei-Tii (IT)-Branche heißt "Green Card".
Sollen wir das bedauern? Geht unsere eigene
Sprachtradition, geht die Sprache von Goethe, Schiller oder
Thomas Mann den Bach hinunter? Ist der Verlust unserer
Muttersprache der Preis für die Globalisierung? Oder
eröffnen sich uns neue sprachliche Weiten, ungeahnte
Möglichkeiten der grenzenlosen Kommunikation, wenn alle
Welt nur noch eine einzige Sprache spricht? Nämlich ein
Englisch, das jeder versteht - BSE genannt: bad simple
english?
Bill
Gates (*1955), amerik. Software-Unternehmer, Gründer u. b.
2000 Chairman "Microsoft" Corp.
Lehrer müssen im
Zeitalter der Infobahn anders unterrichten. Das stimmt.
Aber sie werden weiter gebraucht. Die Kinder wollen nicht
einfach allein zu Hause sitzen und am Bildschirm Lernstoff
in sich hineinsaugen. Sie brauchen die Gruppe, sie brauchen
den menschlichen Aspekt, sie brauchen den Lehrer.
Robert
"Bob" Orben (*1927), amerik. Publizist u.
Humorist
Die Technik verändert sich heute so rasant, daß es nur
einen Weg gibt, den vollen Nutzen einer Software
auszukosten, bevor sie bereits wieder überholt ist: Nehmen
Sie ein Taxi vom Computerladen bis nach Hause!
Norbert
Wiener - (1894-1964), amerik. Mathematiker, Begr. d.
Kybernetik
Die Rechenautomaten haben etwas von den Zauberern im
Märchen. Sie geben einem wohl, was man sich wünscht, doch
sagen sie einem nicht, was man sich wünschen soll.
Albert
Einstein - Physiker, Philosoph, formulierte 1914 - 1916 die
Relativitätstheorie, Nobelpreis für Physik/1921
(Deutschland/USA, 1879 - 1955)
Warum beglückt
uns die herrliche, das Leben erleichternde, Arbeit
ersparende Technik so wenig? Die einfache Antwort lautet:
weil wir noch nicht gelernt haben, einen vernünftigen
Gebrauch von ihr zu machen. Im Kriege dient sie dazu, daß
wir uns gegenseitig verstümmeln. Im Frieden hat sie unser
Leben hastig und unsicher gestaltet. Statt uns weitgehend
von geisttötender Arbeit zu befreien, hat sie die Menschen
zu Sklaven der Maschine gemacht, die meist mit Unlust ihr
eintöniges, langes Tagewerk vollbringen und stets um ihr
armseliges Brot zittern müssen.
Gerhard Faber, dt. Informatiker u. Hochschullehrer; lehrt
a.d. TU Chemnitz Didaktik, Elektro-,
Automatisierungstechnik u. Informatik
Wir benötigen
eine menschengerechte, fehlertolerante, sanfte Technik, die
die Stärken, aber auch die Schwächen des Menschen
berücksichtigt.
Woody
Allen, eigentlich Allen Stewart Konigsberg,
US-amerikanischer Stadtneurotiker, Schauspieler und
Regisseur
Wir wissen, daß der modernste Computer der Welt kein so
hochentwickeltes Gehirn hat wie eine Ameise. Klar, das
könnten wir auch von vielen unserer Verwandten sagen, aber
mit denen müssen wir ja bloß bei Hochzeiten oder besonderen
Gelegenheiten auskommen.
Alfred
Herrhausen (1930-89), dt. Bankier, Vorstandsspr. Dt. Bank
50 Prozent der
Wirtschaft sind Psychologie. Wirtschaft ist eine
Veranstaltung von Menschen, nicht von Computern.
Detlef
Hartlap, dt. Journalist, Chefredakteur
"Prisma"
Ich hoffe zuversichtlich, daß die Zukunft fröhlichere
Möglichkeiten bietet als Computer und Internet.
Dr.
Seymour Papert, Psychologe und Mathematiker am MIT,
Erfinder der Programmiersprache LOGO, geb.
1928.
Alle beschäftigen sich mit der Frage nach dem 'Wie', aber
niemand beschäftigt sich mit der Frage 'Was' sollen Kinder
im Jahre 2020 lernen.
Wir benützen moderne Technologie nur, um das bisherige
System zu stützen.
Wenn Kinder diese Computerspiele lieben, so lass sie eigene
Spiele erfinden!
Mathematische Konzepte werden heute so gelehrt, wie man es
am besten mit Papier und Bleistift lehren kann.
Zu fragen, welche Software für Kinder die richtige ist, ist
die falsche Frage. Wenn sie fragen 'Welche Software ist die
richtige für mich und die Kinder?', dann bekommen sie
vielleicht eine sinnvolle Antwort.
Es geht nicht mehr um die Frage, wie Macht innerhalb der
Schulhierarchie verteilt wird, sondern darum, ob Hierarchie
überhaupt als Organisationsform im Bereich Schule geeignet
ist.
Die hierarchische Struktur der Schule ist aufs engste mit
ihren pädagogischen Auffassungen und besonders mit ihrem
Festhalten an der Ansicht verbunden, Wissen selbst sei
hierarchisch strukturiert.
In der Pädagogik liegt der grösstmögliche Erfolg nicht
darin, Nachahmer zu finden, sondern darin, andere dazu zu
inspirieren, etwas anderes zu tun.
Hierarchie in Frage zu stellen, ist jedoch der Kernpunkt
eines schulischen Wandels.
Was die Frage der Geschlechterrollen angeht, so denke ich
mehr darüber nach, wie Computeraktivitäten langfristig die
Geschlechterrollen beeinflussen werden, als darüber,
welchen Einfluss die Geschlechterrollen auf diese
Aktivitäten haben.
André Kostolany - ungarischer Börsenspekulant (1908 -
1999).
DV-Systeme
verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein,
kommt Mist raus.