In diesem Jahr werden weltweit rd. 900.000 PC's verkauft.

6. Januar
  • Seattle Computer Products und Microsoft unterzeichnen einen Lizenzvertrag der Microsoft berechtigt, daß von Seattle Computer Products entwickelte 86-DOS (QDOS) zu vertreiben. Seattle Computer Products behält sich dabei das Recht vor, seine Software auch an andere Lizenznehmer zu verkaufen, während Microsoft sich vorbehält, seine Kunden nicht zu nennen. Hintergrund ist, daß Microsoft mit IBM wg. der Lieferung von DOS für den IBM-PC in Verhandlungen stand, aber kein Produkt vorweisen konnte. So erwarb Microsoft für US$10.000,- eine Lizenz und für US$5.000,- zusätzlich eine Lizenz für den Quellcode. Zusätzlich zahlt Microsoft einmalig US$10.000,-. Mehr Einnahmen erhält SCP nicht.


Januar
  • Osborne Computer wird Inc.

  • RadioShack ruft den TRS-80 Modell I zurück, da er nicht die FCC Vorschriften einhält.

  • Commodore bringt den VC-20 (VC steht für VolksComputer, in den USA heißt das Gerät VIC-20 für den eingebauten Video Interface Controller) für rd. DM1000.- raus. Obwohl er nur rd. 3.5kb nutzbaren Speicher hat (erweiterbar auf 32kb), verkauft er sich rd. 2.000.000 mal. Es ist der erste CBM-Rechner der Soundausgabe und Farbgrafik hat.
    Mit der Veröffentlichung des VC-20 splittet Commodore sich in zwei Bereiche; Heimcomputer wie VC-20 und später C-64, deren Entwicklung in den USA bleibt, und Bürocomputer wie die CBM-Reihe, die in Braunschweig in Deutschland entwickelt werden, weil hier der größte Markt für die CBM Profi-Linie ist.


Februar
  • Intel bringt nach jahrelanger Entwicklung den 8800 heraus, er heißt nun iAPX432, es wird der bis dahin größte Reinfall intel's.


27. März
  • Als erstes Modell der Apollo/DOMAIN Serie bringt Apollo Computer Inc. das Modell DN100s heraus, Betriebssystem ist Aegis SR1 (SAU1). Er hat einen Motorola 68000 Prozessor mit 8Mhz.


März
  • Trotz des großen Erfolgs des ZX 80 macht Sinclair pleite. Unter dem Namen Sinclair Research macht Sir Clive weiter und bringt den ZX 81 raus, er wird innerhalb von zwei Jahren 2 Millionen mal verkauft.


April
  • Adam Osborne, von Osborne Books, bringt den ersten Laptop, den Osborn I mit Z80 CPU, 5" Display, 64kb RAM, Tastatur, Keypad und zwei 5,1/4" Floppys für US$1800 heraus. Der Rechner floppt.

  • Tim Patterson verläßt Seattle Computer Products und geht zu Microsoft.


Mai
  • Xerox bringt den Star 8010, einen im PARC entwickelten PC mit Mausbedienung und 384 Kb RAM auf den Markt, er wurde aus dem Alto abgeleitet, er soll US$16.000-US$17.000 kosten. Steve Jobs sieht bei PARC eben diesen völlig überteuerten PC und übernimmt die Mausbedienung und Icons für den Mac.


Juni
  • Microsoft plant den IBM PC mit mindestens 64kb RAM, IBM sieht nur 16kb vor.

  • Nintendo bringt Donky Kong heraus, es ist der erste Projekt von Shigeru Miyamoto, der später auch noch Super Mario und Zelda entwickeln wird.


27. Juli
  • Nachdem im Januar Microsoft bereits die Vertriebsrechte am 86-DOS von Seattle Computer Products gekauft hatte, kauft Microsoft nun alle Rechte daran für nur US$50.000,- auf. Nachdem zunächst von einer exklusiven Lizenz in den Verhandlungen die Rede war, hat Bill Gates im endgültigen Vertragstext noch handschriftlich daraus einen Erwerb der Eigentumsrechte gemacht.
    Da Seattle Computer Products dringend Geld brauchte, und Microsoft ihnen zusagte, kostenlos die weiteren Versionen von 86-DOS (bzw. eben MS-DOS) zur Verfügung zu stellen, schlägt Seattle Computer Products (namentlich Rod Brock) ein fünfmal höheres Angebot von Eddie Curry aus, der für seinen neuen Arbeitgeber LifeBoat ein CP/M Betriebssystem beschaffen soll.
    Zu diesem Zeitpunkt war bereits bekannt, daß der Microsofts Kunde IBM ist, allerdings ging man bei Seattle Computer Products nur von geringen Verkaufszahlen des IBM-PC aus.
    Im Winter 1986 kommt es zu einem Prozeß zwischen Seattle Computer Products und Microsoft um die Lizenz die Seattle Computer Products im Rahmen des Vertrages bekommen hat. Rod Brock will diese kostenlose Vertriebslizenz (die einzige die es für MS-DOS noch gibt) meistbietend verkaufen, hat vorher aber Microsoft angeboten, diese selbst zurück zu kaufen. Microsoft sagt jedoch, daß diese Gratislizenz nicht übertragbar sei. Noch während des Prozesses einigen sich die beiden Parteien; Microsoft kauft die Lizenz für US$925.000,- zurück. Wäre die Lizenz als übertragbar anerkannt worden, wird der Wert von Seattle Computer Products auf ca. US$20 Mill. geschätzt.


Juli
  • Xerox kündigt den Xerox 820 an, Codename The Worm. Er soll mit Z80 CPU, CP/M, Basic, Dual Floppy und Display US$3000 kosten.


12. August
  • IBM kündigt den IBM PC 5150 an. Er hat einen Intel 8088 mit 4.77Mhz, 64kb RAM, 40kb ROM, und eine 5,1/4" Floppy, er soll US$3000 kosten. Er wurde innerhalb nur 18 Monaten von einem Team unter der Leitung von Philip "Don" Estridge entwickelt. Zu Beginn der Entwicklungszeit waren es 12 Leute, zur Markteinführung schon 135.


August
  • Apple schaltet im Wall Street Journal eine ganzseitige Anzeige mit dem Text "Willkommen IBM, ehrlich."

  • IBM kündigt eine CGA Grafikkarte mit 640x200 Pixeln bei 16 Farben an.


September
  • Apple bietet seine erste Festplatte an, die 5MB ProFile, für US$3500.

  • Microsoft beginnt mit der Entwicklung einer grafischen Oberfläche für DOS.

  • Acorn Computer Ltd. bringt den BBC Microcomputer mit 6502A CPU, 48kb RAM, 73 Tasten Keyboard und 16-Farben Grafik heraus.


Oktober
  • Apple und Logo Computer Systems schließen ein Abkommen um LOGO auf den Apple zu portieren.


November
  • Epson bringt den ersten Laptop-Drucker, den HX-20, heraus. Er wiegt nur 1.35 Kg, schafft aber nur 20 Zeichen auf vier Zeilen.

  • Ashton-Tate bringt DBase II heraus.

  • Novell Data Systems bringt den Novell Data Management Computer heraus, ein System um Plattenspeicher gemeinsam nutzen zu können.


Dezember
  • National Semiconductor kündigt den 32000 Chip an, den ersten kommerziellen 32-Bit Prozessor. Er vereint die CPU und die Peripherie-Chips.


Monat unbekannt
  • Atari bringt den Nachfolger des VCS2600 raus, die VCS5200. Technisch wesentlich besser floppt die Konsole jedoch, da die Spiele der VCS2600 hierauf nicht laufen.

  • TI bringt seinen ersten Homecomputer raus, den TI-99/4A.

  • 3Com bringt Unet heraus, das unter UNIX die Benutzung von TCP/IP auf Ethernet-Verbindungen ermöglicht.

  • SAP R/2 erscheint. Hiermit werden die bisherigen Einzelmodule von SAP erstmals zusammen gefasst.

  • Hayes Microcomputer Products Inc. bringt das Smartmodem 300 heraus, und schafft damit den Modem-Standard.

  • Die Cray 2 erscheint. Das System hat 1.9 Gigaflops und den zu der Zeit größten "Zentral"-Speicher mit 2048MB.

  • Die DEC VAX 11/782, die erste Dual-Prozessor-VAX erscheint.

  • Die Deutsche Bundespost beauftragt IBM die Technik für 5000 BTX Zugänge zur realisieren, CEPT wird dafür als Standard verabschiedet.

  • David Bunnell veröffentlicht in San Francisco das PC Magazine.

  • W. H. Sim gründet Creative Labs Inc. in Singapur.

  • Apple Computer schließt mit Apple Corps Limited (dem Beatles Plattenlabel) einen Lizenzvertrag, damit Apple Computer den Namen Apple benutzen darf; dafür bringen sie keine Audio und Videoprodukte heraus.

  • Ray Ozzie wird bei Lotus eingestellt. Er wird u. a. Symphony und Notes entwickeln.

  • Herwart Holland-Moritz (Wau Holland) gründet zusammen mit anderen Computerfans in den Redaktionsräumen der taz in Berlin den Chaos Computer Club.

  • Tandberg bringt seinen ersten SLR-Streamer heraus, er hat eine Kapazität von 20MB.

  • Der Physiker Daniel Borel und Pierluigi Zappacosta gründet in der Schweiz die Firma Logitech. Auslöser war die Arbeit an der Alto Workstation von Xerox, an der der Borel wie auch Niklaus Wirth an der Stanford University arbeiteten. Wieder zurück in der Schweiz entwickelte Logitech die erste für die Massenproduktion interessante Maus, Logitech ist jedoch nicht der Erfinder der Maus (siehe dazu 1968). Logitech erhält als erste Firma die Genehmigung in Taiwan eine Produktion aufzubauen. Nur so war die von den potentiellen Kunden gewünschte günstige Produktion der Mäuse möglich.