- Apple Computer wird zur Incorporated.
- Chuck Peddle stellt ein Modell des Commodore PET bei RadioShack vor, in der Hoffnung, diese werden ihn verkaufen.
Februar
- Computer Shack eröffnet den ersten Laden, später wird die Kette in ComputerLand umbenannt.
April
- In San Francisco
veranstaltet der Journalist und Hobby-Programmierer Jim
Warren die erste "West Coast Computer Faire", die spätere
Comdex. "Faire" kommt direkt aus dem mittelalterlichen
Englisch, als eine Messe noch Spektakel, Geschacher und
ritterliche Kämpfe aller Art versprach. "Ich dachte an
das elisabethanische England, an die Renaissance, an den
Aufbruch der Menschheit in das Land des Wissens. An
Gaukler und Verrückte. So sollte meine Faire werden, nur
nicht als Rückblick auf das Alte, sondern auf das Neue,
Aufregende, als Vorblick auf die strahlende Zukunft die
vor uns liegt," erzählte Warren in einem Interview. "Da
gab es diesen Lyan Morill, der dauernd eine Base-Cap
trug, auf der sich ein Propeller drehte, da kam Wozniak
mit seinem Apple-Logo vorbei, wo Newton unter dem Baum
sitzt und ihm ein Apfel auf den Kopf fällt. Faire fanden
alle klasse."
Statt der erwarteten 7.000 Besucher kamen 13.000. Die Keynote hält Ted Nelson, er spricht über virtuellen Sex und verschiedene Add-Ons.
1978 verkauft Warren die Messe an Sheldon Adelson, einem "Business Develope" der Mafia. Da man in San Francisco keine Räume gefunden hatte, war die Messe nach Las Vegas verlegt worden. Mit der Messe in Las Vegas will die Mafia Las Vegas als Messestandort profilieren, was auch gelingt.
Auf der Comdex 1983 hält Bill Gates seine erste Keynote, wobei der Vater den Diaprojektor bediente. Seit 1994 gehörte es zu den vertraglich abgesicherten Rechten von Microsoft, mit Bill Gates am Vorabend der Messe die Eröffnung zu gestalten.
Legendär waren die Feten und seltsamen Events: Der frühere Borland-Manager Michael Hyman erinnerte sich: "Wir hatten damals im Jahre 1984 gerade Sidekick fertig und die Show war für uns ein riesengroßer Erfolg. Also beschlossen wir zu feiern. Eigentlich waren keine Räume frei, aber die Firma, die den Geschenkeladen im Foyer der Messe gemietet hatte, erschien nicht. Kurzerhand mieteten wir die Ladenfläche für 2500 Dollar den Abend und wollten dort die Party schmeißen. Unsere Leute fuhren zum nächsten Safeway-Supermarkt und kauften alles, was sie finden konnten. Dann druckten wir einen Handzettel und luden zur kostümierten Toga-Party ein, auf der 'Pecan and the Nuts' Turbo-Jazz spielen sollten. Das war natürlich Philippes (Kahn) Band. Der langweilige Laden wurde mit Turbo-Pascal-Code und Bettlaken aus dem Hotel dekoriert. Wir dachten, es würden 200 Leute kommen, es wurden aber 2000. Dauernd fuhren Autos los und holten irgendwelchen Nachschub. Es war sehr improvisiert und sehr lustig, alle Mann in Bettlaken, selbst diese steifen IBMer. Aber es gab dort weder einen Swimming-Pool noch volltrunkene Leute. Dazu war einfach nicht genug zu Trinken da. Und den Boden haben wir auch nicht ausgebuddelt." - Commodore stellt den PET 2001 (Personal Electronic Transactor, entwickelt von Chuck Peddle) auf der West Coast Computer Faire in San Francisco vor. Er hat einen MOS 6502 Prozessor, 4kb RAM, 14kb Rom, Tastatur (die leider nicht dem Standard entspricht), 40 Zeichen Monitor und Cassettenlaufwerk, er soll US$600 kosten. PET heißt auf Deutsch Haustier und sollte den Leuten die Angst vor dem Computer nehmen. Der 6502 Chip ist ein von Chuck Peddle weiter entwickelter Motorola 6800, der wg. seiner Leistungsfähigkeit und seines im Vergleich zum Intel 8080 sehr günstigen Preises vor allem bei Bastlern sehr beliebt ist.
- Auf der West-Coast-Computermesse stellt Apple den Apple II vor. Er verfügt über einen MOS 6502 mit 1Mhz, 48kb RAM, 16kb Rom, Tastatur, ein 8-Slot Motherboard und ein Grafik/Text Interface an den ein Fernseher angeschlossen werden kann, er soll US$1300 kosten.
- Shigeru Miyamoto beginnt als Spieleentwickler bei Nintendo.
22. Mai
- Pertec Computer Corp. kauft MITS für US$6 Mill.
Mai
- 10 Monate nach seiner Einführung wurden 175 Apple I verkauft.
- Prof. Donald E. Knuth beginnt an der Standfort University mit der Entwicklung des Textsatzsystems TeX und des darauf aufbauenden Zeichensatzprogramms Metafont.
Juni
- Camp Retupmoc, daß erste Computercamp, findet in Terre Haute, Indiana statt.
- Die ersten Apple II werden über den Distributor Eurapple nach Europa geliefert.
- Commodore stellt die ersten Serien-PET vor. Diese werden fast ausschließlich über Einzelhandelsketten verkauft, weil Jack Tramiel keine Lust hatte, sich mit Einzelhändlern die nur Stückweise bestellen abzugeben. Und das obwohl er vorher noch die kleinen Händler Ihre Finanzen offen legen ließ und Servicetechniker verlangte. Das ROM der ersten PET's wies gravierende Fehler auf. So konnte man z. B. auf der optionalen Floppy nur Daten schreiben, aber nicht lesen.
Juli
- Das Internet wird mit drei Knoten vorgestellt.
- Microsoft bringt „Microsoft FORTRAN“ für CP/M heraus.
27. August
- Der Bundesminister für Post- und Fernmeldewesen, Kurt Gscheidle, stellt auf der IFA in Berlin Bildschirmtext (BTX) vor. Das System ist eine englische Erfindung, die der Ingenieur Sam Fedida vom Post Office Resarch Centre "Viewdata Timesharing Common Carrier" nannte, eine Kreuzung von Computerterminal und Fernseher. Seine Erfindung wurde bald in Prestel umgetauft, nach der Klötzchengrafik, die das System produzierte. In England wurde seine Idee sofort patentiert, weshalb das Patent heute abgelaufen ist. In Amerika gab es kein Patent, weil Fedida vergaß, den Patentantrag ausreichend zu frankieren. Es wurde später nachgereicht und war bis vor kurzem strittig. Erst im August 2002 verlor die British Telecom als Rechtsnachfolgerin in den USA einen Streit um dieses Patent, mit dem sie von allen Lizenzen für Hyperlinks im Web einforderte.
August
- Tandy / RadioShack stellen den TRS-80, später TRS-80 Modell I für US$600 vor. Er hat einen Z80 CPU, 4kb RAM, 4kb ROM, Tastatur, Display und Cassettenlaufwerk.
November
- Applesoft erscheint, ein Apple-Basic in Lizenz von Microsoft.
- Paul Terell verkauft für US$4 Mill. seine Anteile an 74 Byte Shops.
Dezember
- Apple Präsident Mike Makkula erklärt eine Floppy für den Apple II zur höchsten Priorität, Stephen Wozniak schreibt daraufhin die Software für den Floppy-Controller.
Monat unbekannt
- Lawrence J. Ellison,
Robert N. (Bob) Miner und Ed Oates gründet in Redwood,
Kalifornien Oracle. Sie entwicklen die erste relationale
Datenbank für das IBM System/R und das erste
Datenbank-Tool welches den neuen SQL-Standard nutzt.
Basis dieses Systems sind die Grundlagenforschung von Dr. Edgar F. Codd. - Die japanische Firma Taito bringt das Spiel "Space Invaders" heraus, an welchem Atari die Rechte erwirbt.
- Atari vertreibt seine Spielekonsole VCS2600 (Video Cartride System) jetzt unter eigenem Namen, es wird ein Renner und bleibt 17 Jahre im Handel. Sie hat eine 6507 CPU mit 1.18Mhz, 128 Byte RAM, eine Auflösung von 320x200 bei theoretisch 256 Farben und 3 Stimmen Mono-Sound. Sie kostet US$200 und hat über US$100 Millionen Entwicklungskosten verschlungen.
- Die DEC VAX 11/7810, der erste 32-Bit Rechner von DEC erscheint. Er läuft unter VMS, welches ca. 1 Million Programmzeilen hat.
- IMSAI lizensiert CP/M für US$25.000.
- Xerox kauft Shugart Asscociates für US$41 Mill.
- Dennis Hayes gründet Hayes Microcomputer Products.
- Die in die USA ausgewanderten schweizer Uhrmacher Harry Fox und Oscar Jutzeler gründen die Firma SpectraVision.
- Im Xerox PARC wird MESA entwickelt, eine sich sowohl an Pascal wie auch ALGOL68 anlehnende Sprache.
- Niklaus Wirth entwickelt die Programmiersprache Modula-1 (MODUlar LAnguage) für die PDP-11.
- Die MIT-Forscher Ron Rivest, Adi Shamir und Len Adleman entwickeln das nach ihnen benannte RSA-Verfahren der Public-Key-Verschlüsselung. Ein Verfahren das ein Jahr vorher entwickelt wurde. Einer dieser Mitentwickler 1975 war Whitfield Diffie, welcher später das Programm PowerPoint entwickeln wird.
- Die erste 8bit-CPU aus DDR-Produktion erscheint, die U808. DIL24 Gehäuse, 7 frei programmierbare Datenregister, IRQ-Betrieb ist möglich.
- Jacob Ziv und Abraham Lempel entwickeln die Grundlagen des Grafik-Komprimierungsverfahren GIF (Graphic Interchange Format). Grundlage ist der LZW-Algorithmus (Lempel-Ziv-Welch) Dieses wird 1984 von Terry Welch weiter entwickelt welcher zu der Zeit bei Sperry, später in Unisys umbenannt, arbeitet. Am 20.6.1983 meldet Unisys die Technik zum Patent an. Das Format wird u. a. deswegen so populär weil Compuserve 1987 dieses Format zu seinem Standard erklärt. Ab 1994 nimmt der damalige Lizenzinhaber Unisys jedoch Patentgebühren welche viele Sharewarautoren die das Format nutzen nicht aufbringen können. Diese Entwicklung führt u. a. zum Beginn der Entwicklung des offenen PNG (Portable Network Graphics) Formats.