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Published On: Aug 03, 2004 04:35 nachm.
|
Do - Juni 3, 2004
Alles schon vorbei...
Und faul gewesen, was das Schreiben
angeht. Sitze also nun in Bayreuth und muss alles aus dem Gedächtnis
schreiben. Roadtripping vom Feinsten!! Und schneller als wir gedacht hatten.
Trotzdem haben wir eine Menge gesehen und erlebt..
Am Morgen des Mittwoch (26.05.2004) haben wir die
Reste eingepackt und Achmed und los ging die Reise. Nochmal winke winke und dann
nach Debdou runter. Das war schon ein sehr komisches Gefühl, Ayn El Kbira
nach 2 Monaten wieder zu verlassen. Das Wetter war schwül und durchwachsen
und wir machten noch eine Runde durch den Ort. Zunächst stoppten wir bei
Aziz und fanden ihn nicht mehr schlafend aber noch müde. Er hatte gleich
noch was für Achmed zum Unterzeichnen und die von mir erwartete Post
(mp3-CD von Paule) war nun doch nicht mehr angekommen. Sein Zimmer war doch sehr
karg eingerichtet und im Fernseher lief VIVA. Schon mal eine Einstimmung auf die
Heimat. Nachdem wir Aziz Auf Wiedersehen gesagt haben, wollten wir Hassan
Tschüß sagen. Im Gericht war er noch nicht, so dass wir erst mal
Richtung Markt gingen, um eine von Achmed für mich bestellte Wolldecke noch
zu erstehen. Auf dem Weg trafen wir in einem Gewirr von eintrudelnden
Händlern und Einkaufswilligen Hassan der sich kurz und schmerzlos von uns
verabschiedete. Beim Deckenmann fand sich eine einigermaßen schicke Decke
bloß Handeln konnte man mit ihm schlecht und Achmed ist auch nicht gerade
eine Unterstützung dabei (und das als Marokkaner!). Das Argument des Extra
Angefertigtseins überzeugte mich
dann.Jetzt konnte es endlich los
gehen... Denkste! Erstmal traf Achmed noch knapp geschätzt 1000 Leute und
dann wir auch noch den Dicken vom Eaux et Forets der auch noch die Hand
geschüttelt bekam. Und bei Mohammed unserem freundlichen Zigaretten- und
Süßigkeiten-Provider mussten wir natürlich auch noch mal ran. Der
hatte für jeden von uns einen lieben Brief und ein kleines Geschenk
vorbereitet. Das war richtig bewegend. Kurz hinter Debdou haben wir nochmal den
Marabou und die in Wolken liegende Gaada fotografiert. Beweismaterialien! In
Taourirt wollte Achmed noch "schnell" zur Bank und Roman nutzte die Zeit noch
ca. 5 kg in der Patisserie einzukaufen. Ich fuhr und langweilte mich im Auto bis
die beiden kamen. Dann konnte es tatsächlich und wirklich los gehen. Wir
hielten noch einmal auf dem Weg nach Immouzzer um eine Tajine zu kaufen (Kai
hatte mich gebeten eine mitzubringen) und bei der Gelegenheit habe ich noch eine
sehr schöne Leuchte aus irdenem Material dazu gekauft und schön
gehandelt (Achmed hätte schon wieder eher aufgegeben) und ein weiteres Mal
um zu tanken. Bei letzterer Aktion waren wir schon nah am Mittleren Atlas in der
Nähe von Fes und sahen schon die dicken Wolken am Atlas hängen. Beim
Hochfahren nieselte es zunächst, später regnete es stärker und
als wir ankamen konnte man es als dicken Schauer oder auch als eingeregnete
Schweinerei betrachten. In Immouzzer
wurden wir freundlich begrüßt (ich als wieder Erkannter, Achmed als
Familienmitglied und Roman als Neuzugang) und bewirtet. In den darauf folgenden
Überlegungen stellten wir bald fest, dass wir gleich abreisen würden
(wir waren uns eines Gefühls des Störens bewußt geworden und
langsam war es ja auch Zeit Achmed und seiner Familie den Rücken zu
kehren). Achmed fragte mich sichtlich betreten nach noch ein bisschen Geld und
begründete dies damit, mit mehr gerechnet zu haben. So ist es halt, wenn
man einmal was gegeben hat, wird das halt erwartet... Aber ich hab ihm dann noch
200 Dh für ein Geschenk für seine Frau gegeben und wir haben nach
kurzem Gemache und Abgespreche mit Abdellah unsere Reise angetreten. Wir wollten
eigentlich über Azrou (einkaufen) nach Meknes. Da wir aber in Ifrane
irgendwie den falschen Weg erwischt hatten, sind wir dann doch direkt nach
Meknes gefahren. Da würde ja wahrscheinlich genügend Einkauf auf uns
warten (was sich schon am nächsten Tag heftig bestätigt hat). Wir
kamen gut hin und trafen am Abend in einer äußerst lebendigen und
angenehmen Stadt ein die uns wohlig umfing ohne uns allzu touristenheischend
anzunerven. Es war nochmal eine schöne Aktion Achmeds Schwester
tatsächlich ausfindig zu machen, was grundlegend in der Falschangabe
Abdellahs gründete, dass sie im Viertel jacoub el mansour wohne. Sie wohnt
nämlich im Cartier el mansour (ohne jacoub) und die beiden liegen in der
hauptsächlich west-ost erstreckten Stadt eben auf dieser Achse diametral
entgegen gesetzt. Aber mit Hilfe vieler netter (und auffallend vieler!)
Polizistinnen und ihrer Kollegen und ein wenig hin und her telefoniere langten
wir schließlich bei Achmeds Schwester an und wurden von ihrem
jüngsten, einem für arabische Verhältnisse außerordentlich
großen jungen Mann, begrüßt und zur Wohnung geleitet. Schon
erstaunlich wie unterschiedlich die Lebensverhältnisse in ein und derselben
Familie beschaffen sein können... Die Wohnung war nämlich im
Verhältnis zu Achmeds Forsthaus und zur Maison der Familie in Immouzzer um
einiges besser bestellt und eingerichtet auch wenn auch hier nicht auf
Plastikblumen und ähnlichen Tand verzichtet
wurde...Nach leckerem Imbiss wollten
wir noch mal einen Abend und Nachtbummel starten. Dies war uns empfohlen worden
und wir hatten ja auch schon auf der Suche gesehen, dass einiges in der Stadt
los war, da gerade das 1. Internationale Pferdefestival von Meknes stattfand.
Und Achmeds Schwager hatte recht behalten. Wir fuhren entspannt mit dem Taxi in
die Stadt und mein immer noch grummelnder Magen machte die einzigen Probleme.
Aber wie alle solchen war auch dieses zu lösen und wir konnten weiter
bummeln. Wir bekamen gerade noch das Ende des Festivaltages mit und schlugen
beim Artisanal gleich wieder heftig zu. Ein Berber-Umhängetäschchen
jeweils und für Roman noch ein Hemd aus ähnlichem Material (das heftig
teuer war) und da die ganzen Sachen Produkte einer Kooperative waren, gab es
auch wenig zu handeln...
Danach haben wir noch eine Runde durch
die Altstadt gedreht und wurden dabei auch nur sehr kurz von einem sich als
Führer anbietenden genervt, aber auch das war bald überstanden. Wir
fühlten uns sonst sehr wohl in dieser Stadt die uns sehr freundlich und
wenig nervig empfing. Dann war es auch schon wieder sehr spät. Auf dem Weg
aus der Medina auf den Marktplatz kamen wir leider an noch einem Artisanal-Laden
vorbei und kauften nach intensivem Handel und viel Hin und Her jeder eine
Derbouga (Trommel) und mehrere kleinere Sachen. Mit dem Taxi nach Hause und beim
Sohnematz geklingelt wie abgesprochen und eigentlich war das sofortige Zu Bett
gehen geplant. Wurde aber nix draus, da dort wahrscheinlich von Mutti
vorbereitet noch fett Essen auf uns wartete. Hähnchentajine und Salat und
Obst zur Nachspeise. Genau das Richtige für meinen mitgenommenen Magen
jetzt noch so kurz vorm ins Bett gehen zu essen. Aber lecker war es auf jeden
Fall und neben her lief noch irgend ein Film. Dann endlich schlafen nach
Ereignis reichem Tag.Der Morgen begann
wie der vorige Tag aufgehört hatte: Mit lecker Essen. Ich hielt mich beim
Kaffee zurück, um meinem Magen ein wenig Ruhe zu gönnen. Das war glaub
ich auch eine gute Idee. Nach dem Frühstück erkundigten wir uns noch
ein wenig nach unbedingt anzuschauenden Sehenswürdigkeiten und machten uns
dann auf den Weg in die Stadt. Etwas zu früh, da die meisten Geschäfte
und auch die Museen noch geschlossen hatten. Die Zeit überbrückten wir
mit einem Besuch in einem sehr neuen und sehr schnellen Internet-Café in
dem eine herrliche Jazz-Musik lief. Als ich eher fertig war und die Musik lobte,
kam ich mit der Besitzerin in ein nettes Gespräch über Meknes, den
Biologenberuf ihres Mannes und so weiter. Wieder einmal eine angenehme Seite von
Meknes.Dann war es endlich nach 10 Uhr
und unsere Stadteroberung konnte los gehen. Zunächst suchten wir uns einen
Weg zum Mausoleum des Moulay Ismail, dass gerade erst vor ein paar Jahren den
Touristen zugänglich gemacht wurde. Beeindruckt und von einer Menge
französischer Touristen umgeben bestaunten wir die Anlage. Danach dann zum
Gefängnis: Unterirdisch und riesig groß. Viele Fotos! Vor dem
Gefängnis lauerte ein Kutschfahrer und irgendwie schaffte er es, uns zu
überreden und wir machten eine über einstündige Tour mit der
Kutsche an allen Sehenswürdigkeiten entlang. Alte Stadttore, die alten
Pferdeställe (unheimlich groß und beeindruckend) des Herrschers, der
alte Palast, der Neue und andere Dinge wurden uns gezeigt oder wir konnten bei
Möglichkeit und Bedarf hinein und dann weiter fahren. Dafür waren dann
120 Dh fällig und ich glaube das war nicht zu viel. Ein echtes Erlebnis,
dass ich aber auch gerne mit meinem Schatz gehabt hätte.
Nach der Kutschfahrt war die Medina
ein weiteres Mal unser Ziel. Da wir schon am Vortag heftig zugeschlagen hatten
und ich auch für Roman dabei einiges ausgelegt hatte, stand die Frage
wieviel Geld holen? Roman holte dann 1000 DH und schon bald erwies sich dies als
zu wenig, da wir schon bald nach unserem kurzen Aufenthalt im Kaffee gleich beim
ersten Laden wieder heftig zuschlugen: 3 Ringe und ein Pfeifchen plus dem
intensiven Handel und viel Freude dabei. Und noch ein Laden profitierte von
unserer ungezügelten Einkaufslust: Ich kaufte mir zu der Derbouga noch eine
Djembe.Jetzt war es aber langsam
genug. Wir hatten ja schon nach der Kutschfahrt im Souk auch eine Menge
Patisserie-Produkte, Datteln und (ich zumindest) noch Untersetzer aus Halfa
gekauft. Jetzt war es endlich genug. Wir fuhren mit dem Taxi wieder zu Achmeds
Schwester und unserem Auto. Die Verabschiedung kriegten wir schnell und
unbürokratisch hin, da gerade ein paar Freundinnen zum Klatsch kamen und
wir nur eben schnell unseren Dankeschön-Patisserie-Kram übergaben und
uns dann auf den Weg machten. Das Bezahlen des Guards für das Auto war noch
ein kleines Problem weil ich zuerst den falschen bezahlt hatte und der dann
nicht gleich damit raus rückte als der andere seinen Anspruch geltend
machte. Aber irgendwann war auch das geklärt und auf ging es zu neuen
Ufern. Wir fuhren nochmal durch die schöne Stadt und dann Richtung Moulay
Idriss, das ja quasi in Sichtweise von Meknes liegt und dass den Ausgangspunkt
der Islamisierung Marokkos bildete. Von hier verkündete Moulay Idriss den
Islam. Der Berber-Name lautet Zerhoun und die Stadt war bis vor kurzem für
nicht Gläubige nicht oder nur schlecht
zugänglich.Angekommen vermittelte
uns der Aufpasser am Parkplatz einen Führer. Einen jungen Mann der ein
wenig krank und ausgepowert um die Augen aussah, der aber sehr nett war und uns
herumführte und viele Informationen hatte und dabei aber sehr
unaufdringlich und angenehm war. Bei der ersten Aussichtsterasse, die wir
über steile, enge Gassen und Treppen erreichten, saßen ein paar
Jugendliche und machten sich den Tag (bzw. den Abend) zum Freund und freuten
sich, uns zu sehen. Wir wollten aber auf die im Reiseführer beschriebene
Café-Terrasse, die Roman noch vom letzten Jahr erinnerte und da kamen wir
dann auch bald hin. Dort bestellten wir ihm und uns einen Kaffee und warteten
auf den Sonnenuntergang. Neben uns fand sich noch ein weiteres Trüppchen
ein: Ein französischer Opernsänger, der auch Leipzig sofort kannte und
auch schon im Festspielhaus zu Bayreuth gewesen war und der mit seinem
arabischen Freund schon eine weite Reise (einschließlich Tunesien und
Türkei) hinter sich hatte. Angenehm auch mal solche Leute zu treffen. Und
da der junge Mann Zahnweh hatte, gab es auch Gemeinsamkeiten, da Roman das selbe
Problem plagte...
Der Sonnenuntergang war sehr
schön und beeindruckend. Danach begaben wir uns auf den Weg zu einem
Quartier und auf die Suche nach etwas zu essen. Da der Parkplatzwachtmann schon
vom Nachtwachmann abgelöst worden war, vermittelte uns unser junger Mann
eine Frau bei der wir übernachten konnten. Durch endlose Gässchen und
über Treppen und durch Torbögen hindurch gelangten wir dorthin. Alles
war sehr einfach und die Hütte roch sehr stark nach Zedernholz. Aber
für 70Dh (7 €) für uns beide war uns das recht. Wir sind dann
nochmal zum Auto und waren in der Nähe des zentralen Platzes essen. Das war
wiederum eher teuer und auch nicht so gut. Und unser Führer wollte auch
kaum was essen und ich konnte das Korianderhuhn auch nicht so recht verknusen.
Sattt und fertig ging es zur Maison, wo ich ihn mit 100Dh entlohnte (über
die er sich glaube ich auch recht freute) und dann war für mich auch bald
Schlafenszeit. Roman musste natürlich wieder rumchinchen und noch
draußen rumhängen. Irgendwo lief ein lauter Fernseher und nach wenigen
Minuten hatte ich eine dermaßene Kuhle gelegen, dass ich mich nicht mehr
eben umdrehen konnte und demzufolge recht unbequem
schlief.So wachte ich morgens denn
auch auf: Mit zerlegenem Rücken und leicht bereit schnell den Weg
aufzunehmen. Roman brauchte aber wie immer ein wenig Zeit. ich drängelte,
wir bezahlten (wieder 100Dh, da sie nicht wechseln konnte) und gingen zum Auto.
Am Platz dort kauften wir jeder ein Stück Fettgebäck und setzten uns
in das nächstbeste Kaffee. Roman wollte mal wider in die Sonne und so
nahmen wir ein olleres (weil in der Sonne gelegen). Und weiter ging es. Nur
wenig Kilometer: Zur Römischen Stätte Volubilis. Roman war dort im
Vorjahr schon rumgestiefelt, weshalb ich alleine ging. Roman musste eh noch
schlafen. Ich traf zunächst keinen und wunderte mich mit meiner
Ruinenerfahrung aus Griechenland hauptsächlich über die vielen
schönen Arten und freute mich über Astragalus tetraphyllum in echt und
auch über weitere schöne Sachen. Erst als ich eine ganze Weile
spaziert war, traf ich auf eine Gruppe Touristen. Italiener! Als wenn die nicht
zu Hause genügend solcher Ruinen hätten. Aber wahrscheinlich wollten
sie sich von der Großartigkeit ihrer Ahnen überzeugen. Deren Ruinen ja
auch lange Zeit dort schon die Arabische Umwelt überstanden habe (was ich
in dieser Vollständigkeit doch beachtlich finde). Mein Magen schlug wieder
zu und ich ging schnell wieder zurück. Ich hatte eh das Meiste gesehen und
wir wollten ja auch noch einen Weg zurück legen. Auf dem Rückweg sah
ich, wie richtig meine Entscheidung gewesen war: Mehrere Busladungen strebten
mir entgegen. Ich war dann noch so vernünftig mir ein Magnum-Eis zu kaufen.
Mein Magen belohnte es mit Kneifen.
Nun ging es aber endgültig zum
Endspurt. Ich klemmte mich ans Steuer und wir nahmen Kurs auf Tanger. Wir
hielten erst wieder in Tanger am Fährhafen. Dort stürzten sich gleich
wieder unerwünschte Helferlein auf uns, was uns beide total annervte. Zum
Glück haben wir beschlossen, einfach weiter Richtung Hafen zu fahren. Nach
wenigen Metern wurden wir gestoppt und wie ich es mir gedacht hatte darauf
hingewiesen, dass Zugang zum Fährhafen nur mit Ticket möglich ist.
Aber gleich neben dem Hafeneingang war ein Reisebüro, auf dass wir nun ohne
Ärgermenschen verwiesen wurden und wo wir ganz in Ruhe unser Ticket
kauften. Danach stellten wir innerhlab des Hafengeländes und unterm Fenster
dieses Reisebüros das Auto ab und starteten ein letztes Mal eine
Erkundungstour in marokkanischen Landen. Wir landeten gleich in der schönen
Altstadt von Tanger. Hier gab es auf jeden Fall mehr Touristen und auch mehr
Nervis als in Meknes. Aber wir hatten ja eh nur einen Kaffee im Sinn... An einem
zentralen Platz fanden wir ein schönes Kaffee oben auf dem Dach mit
Terasse. Ich nahm zusätzlich zum Kaffee noch eine kleine Harscha. Roman
mampfte ja eh schon die ganze Zeit Datteln und hatte sich ansonsten aufs Sparen
verlegt. Nach dem Kaffee und ein bisschen Rumgebummel machten wir uns auf den
Weg zum Auto. Wir wollten 16:30 mit der Fähre fahren. Unten sah ich an
einer Straßenecke Babuschen und dachte, da könnte ich mir ja doch
vielleicht noch welche kaufen. Der junge Mann hatte keine
mitteleuropäischen Übergrößen und verwies uns an einen
benachbart stehenden nicht mehr ganz so jungen Mann. Der erwies sich entgegen
unserer Annahme nicht als der Verkäufer oder Besitzer in einem benachbarten
Laden, sondern als Fault Guide und führte uns weiter und weiter in die
Medina und als wir bei einem entsprechenden Händler anlangten, versuchte
der mich knallhart zu verarschen. Aber der andere klärte ihn auf, dass wir
keine Touristen seien (ich hatte zwischendurch mit ihm erzählt) und ich
handelte dann knallhart und bekam einen guten Preis. Der Ladentyp war
darüber wenig glücklich aber immer noch besser als
nichts...Jetzt aber endlich zum Hafen!
Wir fragten einen jungen Mann nach dem Weg. Gerade hatte ich dem vorher uns
geführt habenden die restlichen Krümeldirham gegeben die ich nach dem
Babuschenkauf noch auf Tasche hatte. Der begleitete uns gleich und war dann
recht enttäuscht, dass wir im nichts außer Datteln gaben. Dabei hatte
ich ihn von Anfang an darauf hingewiesen, dass wir nichts mehr hätten. Er
zeigte uns auf jeden Fall noch einen schönen Ausblick auf den Hafen. Dort
gab es auch eine alte und große Kanone an der wir noch ein paar Fotos
schossen. Jetzt aber los....Am Hafen
hatten wir auch nur geringe Probleme mit dem Zoll. Das heißt wir mussten
nur ein bisschen was auspacken und dann brachten wir endlich unter, dass wir
Wissenschaftler seien und so weiter und wir durften weiter. Also schnell alles
wieder eingepackt und in die Warteschlange. Die sich tatsächlich den Namen
verdient hat, weil die Herren vom Boot es einfach nicht gebacken bekamen, die
Fähre mit Aufliegern zu bestücken. Es dauerte eine ziemliche Weile,
aber irgendwann war auch das geschafft. Ein Journalistenpäärchen
nutzte die Zeit und drehte wie bescheuert an einer Reportage übers
Fähre fahren oder wie auch immer (ich habe nicht gefragt) und einige 100
fliegende Händler die das Warten der Wartenden nutzen wollten, mussten
abgewiesen werden. Endlich, 2 Stunden später, legte die Fähre ab. Auf
nach Europa. Ich war recht wehmütig, da die Wiederkehr nach Marokko unklar
war und ist und ich ja nun doch einiges an Zeit und Herz dagelassen
habe...Einige Meeressäuger
unterschiedlichster Größe begleiteten uns und die Sonne schickte sich
an in der Straße von Gibraltar im Meer zu versinken. Wir hätten es
geschafft, wenn die Einladenden etwas schneller gewesen waren, so versank sie
hinter der Landzunge von Tarifa rotglühend vom Horizont. Sehr schön,
sehr kitschig und einige Fotos wert. Mein Gott, die Digitalfotografie! Da
schießt man Fotos wie nichts gutes. Ich erhoffe mir eine Menge
Löschmut.
Die Ankunft in Spanien gestaltete sich
äußerst unproblematisch und wir starteten nach der Passage der
Grenzkontrollen durch Richtung Gibraltar. Dort wurden wir freundlich eingelassen
und darauf hingewiesen, dass das Rauchen von Marijuana nicht gestattet sei.
Ansonsten erlebten wir einen heißen Kulturschock, nach arabischer
Keuschheit und Verhüllung, nun die halbnackte Nabelschau einer Party
hungrigen Jungmenschengeneration, wo auch das Bauchschwabbelfett nicht vom
Tragen bauchfreier Tops abhält und die halbwegs angetrunkenen Mädchen
(die allesamt angetan sind, wie besonders leichte) einem hinterher pfeiffen.
Polizisten werden von Betrunkenen voll gelabert und die ganze Straße ist im
Partytaumel. Englische Geschmacklosigkeit plus südspanischem Temperament,
das kann ja nicht gut gehen. Das anvisierte Cannon-Hotel erweist sich als teuer
und noch dazu halbwegs ausgebucht. Roman will dann draußen schlafen. Ich
finde das doof. Wir fahren zum Europa-Punkt an dem Roman vor Jahren
nächtigte. Auch der ist schlecht geeignet, da der Parkplatz als Wendehammer
für die Inselrunde, die jedes erste Gibraltesische Auto heute Abend dreht,
genutzt wird. Vorher gehen wir passend essen. Im Trafalgar Inn gibt es einen
Quarterpounder mit Ei oben drauf und Pommes anbei und ich nehme zünftig
eine Pinte. Wir sind in Europa und von jetzt ab fährt eh Roman, nachdem ich
in Marokko nochmal richtig Gas gegeben habe um die folgenden 4 Monate ohne
Führerschein zu
überstehen...Nach noch ein paar
Runden und ein wenig Disput landen wir im Continental-Hotel, dass zwar noch
teurer ist, aber dafür ein entsprechendes Zimmer bereit hält und beim
gleich bezahlen, ein unproblematisches Einchecken zulässt. Klassisch, mit
Jagdszenen aus englischem Holz aller erster Güte geschnitzt, verbringen wir
die Nacht. Roman muss natürlich nochmal raus. ich packe mich hin und
versinke bald in tiefem Schlaf.... Den
letzten Rest der Tour: Granada (toll, toll, toll), Empuriabrava (arme
Normaltouristen und Reiche), schönes Essen und unspektakuläres
Schlafen in Frankreich sowie der Besuch der Cathedrale de Image folgen
morgen...
Posted at 04:06 nachm.
Di - Mai 25, 2004
Die Sachen sind gepackt...
Zumindest fast. Wir wollen ja morgen noch
frühstücken... jetzt aber wirklich vom letzten Tag auf dem Plateau und
vom Packtag der leider für mich etwas Magen-/Darmleiden brachte und so
nicht ganz so unbeschwert und locker verging.
Nach unserer wirklich schönen Feier gingen
wir bald zufrieden ins Bett. Abends war es wieder einmal feucht und kalt
geworden. Leider war das am Morgen nicht viel anders: Feuchter Nebel hing im
Forsthausgarten, alles tropfte und ich hatte wenig Lust bei diesem Wetter meinen
letzten Arbeitstag anzutreten. Aber was sollte es, Achmed der anstatt Roman
mitkam guckte zwar ungläubig, als ich sagte, dass ich auf jeden Fall fahren
möchte, kam dann aber doch
mit.
Wir klapperten die drei
Wiederholungsflächen ab. Diese hatte ich nach Nähe von Datenlogger
ausgesucht und es waren auch solche die wir ganz am Anfang bearbeitet hatten.
Einfach mal schauen, wie die innerjährliche Heterogenität so aussieht.
Außerdem wollte ich die Datenlogger einsammeln. Der zuerst angesteuerte war
auch da. Der andere leider nicht. Obwohl wir beide am Anfang der Arbeit im April
gesehen hatten. Naja, mit Schwund ist bei solchen Aktionen wohl immer zu rechnen
und das immer besser werdende Wetter versöhnte mich ein wenig. Während
es morgens noch tropfnass gewesen war und meine Füsse jetzt schon wieder in
kalten, feuchten Schuhen steckten, lösten sich jetzt die Wolken immer mehr
auf und die Sonne blickte durch. Schön! Außerdem war ja nun die Arbeit
tatsächlich beendet. Auf dem Rückweg grub ich noch eine Distel aus,
die ich eigentlich heute bestimmen wollte. Aber eigentlich bin ich mir schon
recht sicher, was es ist und meine heutige Verfassung hatte mich nicht ganz
vollständig einsatzbereit sein
lassen.
Gestern abend waren wir noch in
Taourirt. Ich habe meine komplette Erfassung kopieren lassen. Wobei das kopieren
lassen ja immer eine sehr delikate Angelegenheit ist, da mein sein Zeug normaler
Weise beim Kopiergeschäft lässt. Aber es ist alles gut gegangen und
nach unserem Aufenthalt im Internet-Café, wo ich noch liebe Mails erhalten
und den Blog hochgeladen habe (musste leider dann abbrechen), habe ich Originale
und Kopien in tadellosem Zustand zurück bekommen. In Debdou waren wir noch
für Achmed in der Apotheke und er ist noch kurz zum Dope-Kauf gehuscht.
Aspirin und Kiff. Tolle Medizin. Aber seine Sache. Als wir auf ihn warteten, kam
Hassan noch vorbei und sagte quasi Tschüß aber bot uns auch noch
zweimal an, am Mittwoch Morgen doch noch bei Ihm vorbei zu schauen, was wir wohl
auch machen werden.
Heute erwachte ich
mit Brechreiz und Unwohlsein im Bauch. Habe aber den ganzen Tag nichts raus
bekommen obwohl es zwei- dreimal so war als ob. Ich habe mich dann alsbald
wieder hingelegt (nachdem ich ein wenig ferngesteuert rumgelaufen war) und mir
einen Kamillentee gemacht. Später habe ich dann Magdalenas gegessen und
immer mal ein bisschen was gemacht. Achmed hatte mich gefragt, ob ich seine
Herbarbelege, die er so über die Jahre gesammelt hat, beschriften kann und
trotz unfit seins habe ich mein bestes gegeben und 98% seiner gar nicht so
wenigen Belege beschriftet. Hoffentlich kann er meine Schrift lesen. Ich habe
mich zumindest angestrengt. Nach und nach gings mir etwas besser. Aber auf die
letzten beiden Seggen und die Distel hatte ich wahrlich keine Lust mehr. So habe
ich sie mit ein wenig Not herbarisiert. Aber es wurde dann auch besser und jetzt
geht es mir eigentlich ganz gut. Da wir morgen früh raus wollen, werde ich
aber auch bald ins Bettchen hupfen... Ein letztes Mal in Ayn El Kbira. Wann
werde ich wieder hier sein?? Doch nächstes Jahr oder doch erst in einigen
Jahren? Ich weiß es derzeit noch nicht. Und ich war nur heute früh und
da auch noch nur halb anwesend vorne an der Kante und habe in das Tal geschaut.
Das muss ich unbedingt morgen früh noch
nachholen.
Am Nachmittag haben wir dann
so peut a peut gepackt und jetzt nur noch Zeug hier, was wir morgen früh
noch brauchen (das ist noch ne ganze Menge). Noch gerade so im letzten
Abendlicht viel mir ein noch ein Foto von der gesamten Familie und uns zu
machen. Danach haben wir Achmed noch zu einem Tee eingeladen und ich habe im
unser Dankegeld gegeben. Hoffentlich macht er was draus, ein Teil soll an die
Kinder gehen, ein anderer für das Haus der Familie in Immouzzer aufgewendet
haben. Da geht es morgen auch als Erstes hin. Mal schauen, was uns auf unserer
Rückreise noch alles erwartet. Ich freu mich jetzt auch schon sehr auf zu
Hause und meinen Schatz....
Posted at 09:25 nachm.
Mo - Mai 24, 2004
Wir bleiben dabei: Kein Tag ohne Regen
Vom Ende der eigentlichen Arbeit, unserer
Abschlussfeier und vom tatsächlich letzten Tag auf dem
Plateau
Da hab ich doch schon wieder einige Zeit
verstreichen lassen und schreibe jetzt unter Druck im Internetcafé.
Der Morgen des 21. war auf jeden Fall
trocken und windig und also besser als der Abend. Über der Tafrata waren
wieder Wolken zu sehen und sie zogen so peut a peut ins Tal hinein. Die Chancen
standen gut, dass der Tag gut bliebe. Morgens machte sich Roman als erstes daran
unser Feuer zu reaktivieren. Wir hatten es nämlich Trapper mäßig
durch das Abdecken mit Steinen auf Standby gesetzt und siehe da die Glut war
noch recht kräftig und gestattete uns selbst mit nassem Holz flink ein
Feuerchen für den Kaffe zu entzünden. Nach lecker und einfach
Frühstück (Roman Cerelac, Gerald lecker Thunfisch aus Dose zu Brot)
ging es auf zu neuen Taten. Die Flächen auf H5 waren allesamt bescheiden,
wobei die letzte eine interessante Struktur aufwies: Juniperus als
Überhälterr und drunter rasige Vegetation mit einer Menge Leguminosen
und einer Allium-Art drunter.
Dann
gings zu den letzten Flächen, die dort lagen wo das Auto abgestellt war.
Als wir bei der vorletzten Fläche anfingen zogen schon ganz schön
dunkle Wolken durch und bald standen wir wieder im Nebel und die Wolkenfetzen
zogen nur so durch. Aber irgendwie hatten wir sogar noch Humor und machten
Abschlussfotos und hörten Musik während der Aufnahme. Es kam noch ein
Nomade vorbei der gerne ein Visum haben wollte. Muss er wen anders fragen, wir
sind doch nicht die Botschaft. Der DataLogger war auch noch da. Super. Gegen
17:30 waren wir am Ende und geschafft aber glücklich die Pflicht beendet zu
haben.
"Zu Hause" war auch noch alles
in Ordnung. Ich hatte zwischendurch mal kurz die Idee gehabt, dass das
natürlich der Hammer wäre: Glücklich fertig und dann zu irgendwas
geklaut oder kaputt oder irgendwas halt. Aber alles gut. Den Abend haben wir im
Nebel mit Fußball beschlossen und uns des Lebens gefreut. Ich habe des
Nachts noch Mails geschrieben, die gerade jetzt erst auf den Weg gegangen sind
und schick den Portwein geleert, was mich sofort beduselt machte, da ich schon
länger abstinent war und nach der Anstrengung und alles fällt
ab...
Am Sonnabend haben wir so in den
Tag gelebt. Ich habe mich mit Pflanzenmaterial beschäftigt und teilweise
Boden aufgearbeitet (noch den Bodenartentest gemacht). Aber wir waren entspannt
und sind am Nachmittag auch wegen der am Sonntag anstehenden Feier in den Ort
gefahren und haben letzte Besorgungen getroffen. Halt, nein: Am Morgen haben wir
das gemacht, da ich dachte so etwas mehr zeit zu gewinnen, da es abends nochmal
aufs Plateau gehen sollte, um eine Ziege zu kaufen. So war es dann auch. Gegen
halb 6 bin ich mit Achmed aufgebrochen und Mohammed ist kurzerhand noch mit
aufgesprungen. Typische Achmedaktion: Der Nomade war einer der letzten im Gebiet
und wir mussten also lange und weit fahren. Aber der Abend war schön und im
Endeffekt war es sehr gut, da es die uns von unserem zweiten Nachtauufenthalt
sehr gut bekannten Leute waren und die freuten sich auch mich zu sehen. Die
Ziege gab es natürlich erst nach Tee und Brot mit Butter und ein bisschen
Abgehänge. Unser Freund von damals hat sie dann zum Auto getragen und dort
wurde sie zwischen Rücksitz und Vorderbank aufbewahrt und hat sich auch
ganz ruhig verhalten. Und ich habe nichts gezahlt. Achmed meinte, er würde
das später mit ihm ausmachen.
Auf
dem Rückweg wurde das Wetter schon wieder schlechter und die Wolken und der
Nebel, der uns seit dem Frühstück in Ruhe gelassen hatte zogen wieder
wild durch. Achmed hatte auf dem Hinweg, als wir nicht gleich den eigentlichen
Nomaden gefunden hatten noch mit dem anderen den wir nach dem Weg zum Zelt
unseres Freundes gefragt hatten ein bisschen Milch vereinbart. Das dauerte noch
mal eine Weile und nachher haben wir noch vom großen Blitzopfer ein
bisschen Holz mit genommen. Und waren natürlich erst sehr spät zu
Hause. Roman war wegen der Ausarbeitung von Bodenkunde zu Hause geblieben und
hatte sich schon ein wenig gewundert wo wir blieben. Ich bin dann meines Wissens
auch gar nicht mehr lange wach geblieben und bin bald schlafen
gegangen.
Abends regnete es nochmal
stark und der Sonntag, der Tag unserer Feier begann bedeckt und wenig viel
versprechend. Aber langsam wurde es besser und wir räumten die Bodenproben
raus. Langsam wurden Vorbereitungen für das Meshui getroffen und alles war
ein bisschen aufgeregt. Ich habe mich im Endeffekt bis 16:00 Uhr mit der
Beaufsichtigung des Siebens von Bodenproben beschäftigt. Immer mal etwas
abgelenkt von Aziz der mit dem jungen Ranger und noch einem kleinen dicken
über den sich ständig lustig gemacht wurde gekommen war und mal etwas
Ball kickend oder auch mal den Spieß drehend. Abd el Ilah musste nicht mehr
viel gesagt bekommen aber ich war halt trotzdem immer umher, da ich auch noch
Sachen zu erledigen hatte. Tüten zuordnen zum Beispiel. Am Vormittag hatte
ich auch noch 20 Proben bezüglich der Bodenartenbestimmung bearbeitet und
war glücklich, als das hinter mir
lag.
Die Ziege wurde immer besser und
der Zwischensnack (Tee und Brot und Marmelade) lag auch schon eine Weile hinter
uns, indes Hassan und Mohammed, unser netter Zigarettenverkäufer und
Kioskinhaber der uns ja auch schon zu sich eingeladen hatte, waren nicht da. Ich
habe dann beschlossen die beiden abzuholen und Achmed hat entschieden
mitzukommen um noch Zigaretten zu besorgen. Gesagt, getan und die beiden
warteten auch schon. Es war halt kein Auto gefahren.... Wieder oben ging es dann
endlich ans Essen. Achmeds Frau hatte wunderschön kalte Platte vorbereitet
und die Ziege war auch recht lecker. Zuviel war es auf jeden Fall nicht und ein
bisschen durcher hätte es auch sein können. Aber ich war
glücklich, alle da zu haben und Goodbye zu sagen. Nach dem Essen, brachte
ich die Idee vom Fußball auf und nach ein bisschen Verdauungsgedaddel haben
wir richtig losgelegt. Vier gegen vier. Und schön war es und Spaß hat
es noch mehr gemacht. Eine interessante Sache vom Vormittag fällt mir da
noch ein: Gerade als Roman beim Daddeln seinen Schuh auf einen Baum geschossen
hatte und nichts besseres vor hatte als wie ein Affe den glatten Stamm der
Platane zu bezwingen, kamen 6/7 Mädels in unterschiedlichster Ausstattung
und verschiedenen Altern und machten uns auf Englisch an: How are you? und so.
Nach dem offenen Mundes Roman bestaunt worden war und wir wieder ins Forsthaus
gingen, folgten sie uns neugierig. Ich widmete mich wieder meiner Wäsche
und sah mich plötzlich damit konfrontiert, dass marokkanische Mädels
mir beim Waschen zuschauten. Sie waren darüber weit weniger erstaunt, als
ihre männlichen Kollegen immer sind. Eine der Mädels fragte, ob sie
ein wenig mit uns Fußball spielen könnte und sie war echt gut und
konnte erstaunlich geschickt mit dem Ball umgehen. Das war definitiv nicht das
erste Mal. Wir fragten uns wo und wie sie wohl übte und waren erfreut auch
mal Kontakt mit Mädels gehabt zu
haben.
Aber zurück zum Abend. Wir
hetzten uns schön beim Fußball ab und es war wirklich toll.
Später gab es dann noch einen Tee und dann verabschiedeten wir uns. Roman
brachte die Jungs nach Debou runter und ich chinchte noch ein wenig dies und das
und wehmütete ein wenig Richtung Tal. Bald ist es vorbei. Den heutigen Tag
packe ich dann doch in den nächsten Eintrag. Jetzt muss ich erstmal
abschicken...
Posted at 06:27 nachm.
Sa
- Mai 22, 2004
Über den Wolken...
Ist das Wetter auf jeden Fall besser als
darunter. Dumm nur, dass man nicht den ganzen Tag darüber bleibt. Nun habe
ich schon lange gebummelt und muss jetzt unbedingt den Eintrag zumindest
anfangen, obwohl es schon morgen ist.
Am Dienstag haben wir einen 5er abgerissen. Wobei
das natürlich recht lange dauerte, da erstens die Flächen recht weit
auseinander lagen und zweitens die Flächen auch sehr schwer abzustecken und
zu bearbeiten waren. Das Wetter hat eine eigenartige Wendung genommen. Nein,
eigentlich ist es keine Wendung. Jeder Tag dieser Woche fing mit Wolken im Tal
an. Diese waren entweder tiefer als das Forsthaus, so dass man einen Ausblick
drauf hatte, oder zumindest später beim Frühstück schon da, so
dass die Nebel nur so durchzogen. Oben auf dem Plateau war es allerdings
tagsüber eigentlich immer recht schön und sogar T-Shirtig. Leider
hielt es an keinem Tag den ganzen Tag, da gegen Abend mit geringer werdender
Einstrahlung es die Wolken dann doch auf das Plateau schaffen und die Nebel
durchziehen, alles feucht ist oder es sogar regnet. Wenn es nicht so kühl
dann würde, könnte man meinen wir arbeiteten im Bergnebelwald
Equadors.Auch am Dienstag war die
letzte Fläche mit Beeilung verbunden. Wir hatten den Magneten auf dieser
Wiederholungsfläche recht schnell gefunden und sie war auch gut
abzustecken. Aber da war die Wand schon da und die Luft kühl. Aber nach
meiner Erinnerung haben wir es ohne Regen nach Hause geschafft oder zumindest
bis zum Auto. Abends haben wir Fußball gespielt (soweit ich mich noch
erinnern kann) und sind wieder im Nebel versunken und mussten natürlich
wieder eine ganze Menge anziehen, um nicht zu frieren. Kann es denn nicht mal
einen Tag durchhalten? Nein, kann es
nicht!Am Mittwoch wollten wir die
letzte HA-Fläche am Hang bearbeiteten und waren dann mit Achmed in Debdou
verabredet, da er für die Party
Legumes
und
Fruits
einkaufen wollte (angeblich bessere Qualität und geringerer Preis
pendant le
souk) und wir ihn mit dem Geraffel abholen
würden. Dies war einer jener Tage, wo der Nebel schon morgens oben ist. Wir
fuhren also zur großen Kurve und starteten von dort aus hangabwärts
rutschend unseren Tag. Hei, war das steil und kaum etwas zu sehen und alles
feucht und Tau usw. Aber irgendwie sind wir Helden natürlich angekommen.
Die Flächen waren allesamt recht schwierig abzustecken aber gut zu erfassen
(wie wir das von Hangflächen ja mittlerweile kennen) und brachten wieder
einiges interessantes zu Tage. Das Wetter wurde auch zunehmend besser und gegen
Mittag zum Beginn der dritten Fläche war es richtig schön. Roman
hänget seinen freien Oberkörper in die Sonne und ich schwitzte fei
unterm Anglerhut von der Fischer-Ina. Aber besser so als anders. Der Aufstieg
zurück zum Auto war recht happig und am Auto ein Zettel, dass Achmed schon
am Forsthaus wäre. Wir sind trotzdem runter gefahren, da wir auch so noch
ein paar Dinge zu kaufen gedachten, hielten uns dann aber nicht lange
auf.Am Forsthaus stellten wir bald
fest, dass Achmeds Verständnis von Apfelqualität zum Beispiel doch ein
anderes ist, als das unsrige. Soweit ich mich erinnere wurde wieder Fußball
gespielt. Ich aber habe wegen des anstehenden Planes (letzte zwei Tage am
Stück mit Aufenthalt oben und dann alsbaldige Abfahrt usw.) das gesammelte
Pflanzenmaterial bearbeitet, das es mir vom Halse ist. Abends habe ich
mächtig fleißig emails geschrieben, die aber noch des Abschickens
harren. Der Abend war nicht ganz so neblig, vielleicht hatten wir ja
Glück.Hatten wir nicht. Aber
eigentlich doch. Der Tag fing zumindest mit Nebel an. Feuchtkalte Luft empfing
mich am Morgen. Brrr. Aber auf dem Plateau war es schon viel besser und es wurde
ein warmer, schwüler aber eigentlich recht guter Tag. Nach drei
Flächen auf H4 die allesamt sehr Zeitaufwendig waren sind wir vor zur Kante
gegangen um die Punkte auf H1 zu bearbeiten. Beim ersten Punkt dort zogen schon
wieder Wolken auf. Roman ging schon mal zum nächsten, der direkt an der
Kante gewählt war und baute das Zelt auf und fing an ein Feuerchen zu
entfachen und Holz zu organisieren. Ich beeilte mich recht und hatte schon gar
keine rechte Lust mehr. Musste dann auch noch selber Abbauen, weil Roman auf
Holzsuche war. Während der letzten Fläche grollte es schon
kräftig und ich konnte ob der Dunkelheit kaum noch was erkennen.
Glücklicherweise fielen nur ein paar Tropfen. Aber es windete gar
kräftig. Später am Feuer und zum Glück erst nach dem Essen regnet
es auch noch sehr stark. Aber es war auch ein tolles Naturschauspiel und wir
fotografierten was das Zeug hielt. Es war atemberaubend wie schnell sich die
niedrigen Wolken über den anderen Gaada-Kamm westlich von Debdou
wälzten, ins Tal sanken um nach gewissem Aufenthalt plötzlich und sehr
schnell aufzustreben und an uns vorbei zu rasen.Gleichzeitig ergab sich am
Himmel über der Gaada der D'harra und über dem Moulouya-Tal in
Richtung Guercif ein unglaubliches Schauspiel aus Licht und Schatten und
Regenfahnen, Donnergegroll und Wind. Der konnte sich nämlich hier an der
Front, wo wir uns ausgesucht hatten zu sein, überhaupt nicht aussuchen,
wohin er denn wolle. Er spielte mächtig mit dem Feuer aber es war gut
entzündet und ließ uns nicht im Stich. Einmal regnete es länger
sehr stark. Glücklicherweise hatte ich vorher meine Regenhose auch
angezogen (Nun doch, nach 2 Monaten angefüllt mit schlechtem Wetter zum
ersten Mal), so dass es kaum schlimm war. Wir sahen es als Naturerlebnis und es
war wunderbar. Ermöglicht wurde uns dies durch das Bewusstsein, dass selbst
bei dieser Witterung wir morgen Abend wieder ein festes Dach über dem Kopf
haben würden und an die gesamte letzte Woche denkend, standen die Chancen
ja auch nicht schlecht, dass es morgens wieder besser sein
würde...
War es auch. Aber dazu später, da
ich jetzt erst einmal schlafen muss...
Posted at 12:38 vorm.
Mo - Mai 17, 2004
Ist das noch Marokko?
Schön, dass einem das Wetter immer
so viel Titel gibt. Es ist nämlich immer noch beschissen, bzw. kommt
langsam erst so richtig in Fahrt
Nach dem letzten Eintrag stand ja nur ein Dreier
an. Morgens zog der Hochnebel durch den Forsthausgarten und wir waren schon
wieder bedient. Jedoch fuhren wir beim Hochfahren alsbald heraus aus der Suppe
und hatten einen herrlichen Blick über die in der gesamten Ebene
hängenden, recht dünnen Wolken und machten auch gleich ein paar Fotos.
Und es war den ganzen Tag über recht schön. Das heißt am
Vormittag. Da trugen wir sogar nur T-Shirt und Roman badete sogar ein wenig mit
freiem Oberkörper in der Sonne. Aber als wir am dritten Punkt anbei waren,
zogen doch schon wieder Wolken auf und es regnete dann entweder auf unserer
Fahrt oder als wir gerade ankamen. Das muss doch aber irgend wann mal wieder
aufhören!!
Nein, muss es nicht. Denn im weitesten
Sinne ist es seitdem zumindest nebelig. Die Hochnebelfelder hängen und
bewegen sich nur ein ganz klein wenig im Tagesverlauf nach oben und unten und
irgendwann regnet es dann. Gestern hatten wir ja frei und hofften bestes
für unseren kleinen Ausflug nach Taourirt. Am Abend waren wir ja noch in
Debdou bei Hassan gewesen. Der hatte gleich die Idee, als wir von unserer
mitgebrachten Rotweinflasche erzählten seinen Kumpel im Café
auzusuchen, der hätte eh auch noch was zu Hause und ein Keyboard und
Hassans Klampfe seien auch noch da. Nach nur kurzem Sitzen im dunklen Café
(von dem letztens hier schon die Rede war) sind wir also im Untergrund von
Debdou verschwunden. Die Luft war immer noch feucht und jetzt auch wieder
kälter und auch Houssam den wir noch vor Hassan getroffen hatten, scheint
langsam etwas angepisst zu sein. Bei dem jungen Mann war es dann im Ganzen recht
nett. Wir tranken Rotwein und später noch irgendeinen Whiskyersatz mit
Cola. Spätestens da viel es mir doch sehr schwer auf die Zigarette zu
verzichten. Aber es gelang! Roman spielte recht gut die Gitarre und Hassans
Kumpel holte plötzlich noch ein Banjo aus dem Eck und es wurde gejamt was
das Zeug hält. Gegen 21:00 Uhr sind wir dann zu Hassan und haben noch ein
kleines aufgewärmtes KusKus bekommen und den kleinen (he is a mazin(g):
hassan hat ihn mazin genannt) Sohn
bewundert.
In absolutem Nebel und daher sehr
anstrengend wanden wir uns die Serpentinen hinauf zum Forsthaus, dass wie in
einer Waschküche stand und triefte. Hin und wieder zuckten Blitze und es
grummelte. Das ließ für den freien Sonntag nicht so viel Gutes
erwarten. Ich bin gegen 8:00 aufgestanden und draußen war es halbwegs blau.
Mittlerweile ist der Blick zum Himmel immer der erste, weil es ja
schließlich auch eines Tages besser werden muss. Da nicht mit einem
schnellen Aufstehen Romans zu rechnen war, bin ich erstmal hinten hinaus zum
Blick über Debdou und das ganze Tal gegangen. Indes Debdou und der Rest
waren nicht zu sehen. Eine dicke Wolkendecke verdeckte es und waberte im Tale
umher. Schnell hatte ich die Kamera geholt und dieses atemberaubende
Naturschauspiel digital fest gehalten. Allerdings fehlt in solchen Momenten
wahrlich eine analoge Kamera mit einem guten Diafilm, um tatsächlich diese
Stimmung und das Licht einzufangen. Noch während des Frühstücks
und beim beiläufigen Fußballdaddeln mit den Kleinen waren die Wolken
höher gestiegen und wir haben teilweise recht entrückte Fotos im Nebel
gemacht.
Halb Elf waren wir bei Aziz, der schon
gewartet hatte und nicht so recht mehr mit unserem Auftauchen gerechnet hatte
und starteten unseren Männerausflug nach Taourirt: Achmed, Mohammed, Aziz,
Roman und Gerald. In Taourirt war es zumindest deutlich wärmer und nur ein
Schleier hing über der Stadt. Es war schwül und die schwere feuchte
Luft machte uns langsam und lahm. Wir kehrten erst kurz bei Aziz Mama ein und
nahmen einen Snack (so was wie früchstücken, was ich natürlich
schon in Ayn El Kbira gemacht hatte). Als Ausflugsziel hatte sich Aziz einen
Schrein (einen Marabou) in der Nähe von Taourirt am Oued Za ausgedacht. Der
Weg führte an blühenden Gärten und Olivenhainen vorbei. Vor Ort
waren recht viele Leute unterwegs und es waren auch europäisch und
VIVAesque gekleidete junge Mädels dabei. Da gab es doch mal was zum gucken.
Nach ein wenig Umhergechinche, Pflanzenbestaune, Vogelbestaune und so Sachen
sind wir dann schon wieder zurück und bekamen eine Huhn mit zum Glück
nur wenig dazu (wir hatten ja gerade erst gesnackt) aber wir waren trotzdem bald
alle sehr voll und satt. Auf dem Rückweg vom Marabou waren wir im
Gespräch darauf gekommen, dass es im Norden von Taourirt noch einen
Wasserfall zu besichtigen gäbe. Zu eben diesem sind wir dann gefahren.
Allerdings war es gar nicht so einfach, da Aziz das letzte Mal als Junge dort
gewesen war. Unser erster Fehlversuch entpuppte sich als Glücksfall. Anbei
fand sich ein interessantes Bergelchen dem die Naturkräfte schon über
mitgespielt hatten und der mich wieder daran erinnerte, dass Marokko ein
für Geomorphologische Exkursionen bestens geeignetes Land ist. Roman
stürzte hinauf und als ich hinter her kletterte, kamen auch die anderen.
Oben gab es viel Wind, einen kleinen Ausblick und interessanteste Pflanzen, die
trotz abwesendem Boden in irgendwelchen Ritzen ihr Plätzchen finden.
Endlich habe ich Aizoon hispanicum mal in Realität bewundern
dürfen.
Danach haben wir dann durch
mehrmaliges Fragen den Wasserfall bald gefunden. Dieser ist tatsächlich
recht beeindruckend. Das Wasser ist zwar dreckig (was zum Einen an dem Regen der
letzten Tage gelegen hat, zum Anderen aber auch mit dem Oberlieger Taourit: Wenn
nur ein Bruchteil der Vermüllung, die um und in Taourit aller Orten
sichtbar ist, auch auf die Ein- und Ableitung der Abwässer zutrifft, kommt
da eine ungeklärte Menge zusammen), aber es stürzt an verschiedenen
Stellen und auf breiter Front über 6m in die Tiefe. Wir haben uns dort eine
ganze Weile aufgehalten und sind herum gestromert und haben Fotos
geschossen.
Zurück in Taourirt war es noch
ein kleiner Akt einen freien Platz in einem Cyber zu ergattern. In unserem
diesjährigen Stammcyber war alles voll und wir kauften ein. Als wir wieder
am Auto waren, verabschiedete sich Aziz und Mohammed und Achmed kurvten mit uns
noch ein bisschen umher und wir fanden dann endlich einen anderen Cyber. Dort
wollte man erst nicht mein PowerBook ranlassen. Aber als wir schon wieder unten
waren (das Teil war im zweiten Stock) rief man uns zurück und nach ein
wenig Einrichterei konnte ich rumnetzen. Leider hatte ich nur eine private Email
(von Jana) bekommen, aber ich schickte den Blog mal wieder hoch und lud mir noch
ein wenig aktuelle Politik auf den
Rechner.Zurück in Debdou hingen
die Wolken schwer an der Gaada. Wir nahmen noch einen Kaffee im Café. Mama
rief an und erzählte Geschichten von Sommer- und Winterreifen und einem
kleinen Missverständnis. Ach, ich freu mich schon auf den Garten. Leider
verpasse ich wohl wieder den in kräftiger Blüte stehenden Blauregen.
Aber der Hof ist ja auch sonst sehr schön. In Debdou hingen auch nach dem
Cafébesuch noch die Wolken tief und wenige Meter über Debdou waren wir
mitten drin. Ich fuhr jetzt und es war sehr anstrengend. Die Sichtweite lag
teilweise bei 20m und immer wieder zuckten Blitze. Achmed brachte wieder einen
Superspruch. Das sei wie in einem Science Fiction Film... Und dann kam sein
Beispiel: Der Exorzist. Da musste ich erstmal lachen. Achmed bringt wirklich
häufig solche tolle Sachen und ich mag seinen Humor und es ist schön
hier zu sein. Wo ich doch erst solche Bedenken
hatte.Heute früh sah es nicht
viel besser aus. Abends hatte es ja exakt mit unserer Ankunft noch
Sturzbäche geregnet und auch nachts immer mal wieder ein wenig. Am Morgen
war die Welt nun wider etwas freundlicher. Ich wurde mit einem lieben Anruf von
meinem Schatz geweckt und war deshalb schon gut
gelaunt.Aber wieder zogen
Nebelschwaden durch und hohe Wolken und ließen nichts gutes erwarten. Wir
beschlossen trotzdem an unserem Vorhaben fest zu halten. Es waren nur noch 5
Tage. Das musste doch zu machen sein. Die Piste war der Hammer und ich hatte
meinen ersten Herzkoller weg. Immer drauf und durch und der Passat und wir
darinnen wurden ganz schön durch geschüttelt. Nach ein wenig halber
verschleierter Sonne zogen schnell Wolken auf und trotz Beeilens wurden wir
mehrmals überschauert. Als wir gerade mit Fläche drei anfangen
wollten, erwischte es uns nochmal richtig heftig und wir überlegten ein
paar Minuten aufzugeben. Aber irgendwann siegte Romans Argument, dass die Wege
nicht nasser werden können als sie eh schon sind und wir zogen durch. Jetzt
freuen wir uns darüber, da nur noch 4 Tage vor uns liegen. Zurück fuhr
Roman, das wollte ich mir nicht noch einmal antun. Durch die Hetze des Wetters
waren wir schon sehr früh hier (noch vor 15:00) und machten dies und das
(z.B. Pflanzen bestimmen) und ich las beseelt vom Glück und freute mich
sehr an diesem kleinen Büchlein. Es hat auch nur noch wenig geregnet und
zwischendurch als die Sonne fast durchbrach, war es gar recht warm-feucht
tropisch. Deshalb auch der Titel des heutigen Eintrages. Als ich vorhin gerade
draußen war um nach dem Essen (ich hatte Spaghetti mit
Thunfisch-Tomaten-Sauce gezaubert (das war nach einem Tag voller
Süßigkeiten auch notwendig)) das Zeug zu waschen, waren die Sterne zu
sehen und ich hoffe inständigst auf besseres Wetter. Mama hatte vorhin noch
einmal angerufen und total niedlich ein Mitbringsel "bestellt". Ich hatte im
gestrigen Telefonat darauf angespielt, dass wir in Meknes und/oder Fes oder in
Azrou auf jeden Fall noch Souvenirs kaufen wollen und heute Abend beim
Abendessen auf der Terrasse (hier ist sowas ja nicht denkbar zur Zeit und dabei
sollte doch gerade hier das Leben eigentlich mehr draußen stattfinden) fiel
ihnen auf, das ihre Halfa-Untersetzer aus Marokko doch schon ganz schön
mitgenommen seien nach 10 Jahren und sie haben sich dies als Mitbringsel
gewünscht. Na mal schauen, ob wir solche bekommen.
Erstmal steht ja noch ein wenig Arbeit
und unsere Abschiedsfeier an. Ich habe mit Achmed heute noch in wenig verhandelt
wegen Ziegenkauf und Organisation und ich freue mich schon richtig drauf. Jetzt
muss ich aber erstmal ins Bett. ich habe schon wieder viel zu ausführlich
geschrieben...
Posted at 10:58 nachm.
Fr - Mai 14, 2004
Der Sommer hatte kurz seine Finger nach uns ausgestreckt...
Und jetzt gewittert es gerade
draußen. Und dabei hatte es das doch schon heute oben getan und uns so ein
bisschen erwischt. Wird das denn nie wieder besser???
Nach dem Cyber-Besuch in Taourirt am 11. haben
wir unsere Arbeit fort gesetzt und trotz nicht gerade rosiger Bedingungen gleich
mal am drauf folgenden Tag uns wieder auf das Plateau gewagt. Die Pisten sind an
den gewissen Stellen schön schmierig aber mit viel Augen zu und noch mehr
und durch funktioniert es ganz gut. Auf den Flächen in der Nähe des
Ackers der auf dem Weg zur Farm passiert wird und an dem jetzt an beiden "Enden"
(des Weges) neue Zelte stehen, wurden wir nur anfangs skeptisch beäugt.
Mehrfach schickte es sich zu regnen an, verschonte uns aber mit stärkeren
Wolkenbrüchen. So waren wir vom drohenden Wetter getrieben recht früh
fertig und haben beschlossen aus dem noch in Planung stehenden 6er Tag einen 5er
zu machen und sind noch zu H14 gefahren. Nach der 5ten Fläche stand es mir
aber auch bis zum Hals und nach nur sehr kurzer Überlegung (es war auch
schon wieder kalt wie Sau) sind wir nach Hause gefahren. Abends haben wir ein
sehr schönes und wärmendes Feuer in unserem Kamin gemacht. Das war
toll. Roman ist noch mal in den Ort gefahren, um zu telefonieren und ich habe
Bodenproben aufbereitet und mich an Pflanzen versucht, habe aber mit den Seggen
noch zu kämpfen.
Gestern dann
haben wir einen Teil des ursprünglich als 2Tageseinsatz geplanten gemacht.
Wir fuhren zu H11, wo jetzt sehr viele Nomadenzelte stehen und liefen zu Hi5.
Zumindest konnten wir schon mal teilweise die Regenjacke und den dicken Pullover
ausziehen. Aber bald kamen schon wieder Wolken auf und als wir uns zu H11
schleppten drohte schon wieder ein Wetter. Aber wir zogen nichtsdestotrotz noch
die beiden Wiederholungen für H11 durch und ich konnte mich danach
wegwerfen. Zu Hause lief auch gar nicht mehr viel außer Mail schreiben (so
wie heute auch schon) und ein wenig abhängen. Dabei muss ich noch Carexe
aufarbeiten und habe sogar heute noch eine weitere gefunden und gestern eine
kleine Juncus in einer feuchten quellähnlichen
Stelle...
Der heutige Tag fing mit
blauem Himmel an und ich war heilfroh, dass wir gestern den Aufwand getrieben
hatten und also nur einen 4er Tag vor uns hätten. Der lief auch ganz gut,
was das Wetter betrifft. Die Flächen waren allerdings allesamt sehr
schwierig und mit sehr viel im Busch umher gekrieche abzustecken. Ach ich
glücklicher, das ich dass nicht alleine bzw. gar nicht machen muss. Da ich
immer schon anfange, während Roman die Flächen absteckt. Das
beschleunigt die ganze Sache doch um einiges... Auf jeden Fall zog es schon
wieder dunkel auf und überraschte uns auf der letzten Fläche noch
während des Aufbauens mit hagel und Regen. Aber der Schauer artige
Charakter war abzusehen, so dass wir tapfer weiter arbeiteten. Bald war die
ganze Sache auch gegessen und es hatte sich auch kaum abgekühlt. Trotzdem
waren wir des Regens und der Langweiligkeit der Fläche wegen recht schnell
und gegen 16:00 Uhr zu Hause. Dort habe ich erst ein wenig rum gegammelt und mit
dem neuen kleinen Hund von Achmed gespielt. Der hat so kleine spitze
Zähnchen!! Habe dann gekocht (PestpPasta) und einige Emails geschrieben und
mich bis jetzt erfolgreich vor den Sauergräsern gedrückt. Na, Morgen
machen wir ja nur einen dreier, da habe ich genügend Zeit zur
Aufarbeitung...
Wenn es mir auch lieber
wäre, gar nichts zu tun. Aber dann kommt ja der Sonntag und wir sind mit
Aziz verabredet nach Taourirt zu fahren. Morgen Abend werden wir zu Hassan
fahren. Wir müssen halt auch unseren gesellschaftlichen Verpflichtungen
nachkommen...
Posted at 08:40 nachm.
Di - Mai 11, 2004
Nachschlag
Es ist schon krass, das wir hier so in
Regen, Nebel und Feuchtigkeit versinken...
Wir sind in Marokko und semi-arides oder auch
mediterranes Klima ist das ganz gewiss nicht Es scheint auch so, zumindest
bestätigen das die Aussagen unterschiedlicher Leute, dass es
tatsächlich noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen so kalt und so feucht
im Mai gewesen sei. Na Halleluja und wir sind mittendrin!!
Posted at 05:35 nachm.
Und ewig grüßt das Regentier
Davon, dass es immer noch regnet und dass
es kalt ist. Aber auch von einem schönen Sonnentag, den wir Bodenproben
siebend und Pflanzen bestimmend verbrachten
Da sitz ich schon wieder im Cyber in Taourirt und
habe nicht mal mail bekommen. Was vielleicht auch daran liegt, dass nach meinen
letzten ausführlichen Mails ich auch schon "zu Hause" per teurer wireless
Telefonverbindung gecheckt habe und deshalb auch wegen des dazwischen liegenden
Wochenendes wenig da sein kann.
Aber zu
den Geschehnissen der letzten Tage. Die Zweitages-Tour fing mit Schwüle an,
die alsbald in Bewölkung und Kälte umschlug. Dunkle Wolken zogen
über uns und da wir die Flächen spät erreicht hatten, waren wir
auch spät fertig. Aber deswegen hatten wir ja einen zweitägigen
Einsatz geplant. Um den Weg zu sparen. Wieder am Auto haben wir uns auch gleich
daran gemacht Holz zu suchen, Zelt aufzubauen und einen Feuerplatz an einem
alten Nomadenwohnplatz mit Trockensteinmauer gegen Wind herzurichten und
anzufangen zu kochen. Allerdings kamen alsbald uns teilweise bekannte Nomaden
vorbei und wir konnten unser mitgebrachtes Gemüse gar nicht essen, weil
alsbald der Vater der Familie mit frischer Harscha und Milch und Butter kam und
wir das natürlich nicht ausschlagen konnten, insbesondere da Roman total
auf Harscha abfährt. Sie saßen dann noch eine Weile bei uns rum und
die Wolken wurden immer mal dunkler und schneller und mal sah man die Venus und
die Sternlein funkeln. Auf jeden Fall war es kalt und bald nach Einbruch der
Dunkelheit haben sie sich von dannen gemacht und auch ich habe nur noch kurze
Zeit am Feuer gesessen. Roman wollte nicht im engen Zelt schlafen und bevorzugte
den Platz am Feuer. Als ich noch mal pinkeln war, saß er da noch. Aber beim
zweiten Mal saß er nicht mehr und hatte sich in das ja benachbarte Auto
zurück gezogen.
Mit dem
Handyweckerklingeln sind wir ausnahmsweise beide raus (auch Roman kam aus dem
Auto gekrochen, da es wahrscheinlich doch auch nicht so bequem ist) und begannen
mit Frühstücksvorbereitungen. Wieder kamen die Jungs vorbei und
brachten uns frische Milch und standen ein wenig umher. Wir ließen nichts
anbrennen und machten uns alsbald auf den Weg zu den Punkten nachdem wir ein
wenig gefrühstückt (von der Harscha war noch etwas da) und abgebaut
und zusammen geräumt hatten. Die Punkte waren sehr durchwachsen aber der
durchziehende Nebel/tiefhängende Wolken und die Kälte machten
insbesondere die erste Fläche zur Tortur. Ein Glück, dass es nicht den
ganzen Tag so geblieben ist. Das hätte ich nicht durch gehalten. Bei der
zweiten Fläche wurden die Wolken lichter und zogen hoch, so dass wir nicht
mehr im Nebel standen. Die Fläche war sehr nah an einem Zelt gelegen, von
dem uns einer der Nomaden dem wir jetzt schon öfter begegnet sind und der
auch am Vortag und am Morgen da bei war, begleitet von einem "Neuen", frisches
Brot und Butter brachte. Sehr lecker und da konnte auch ich nicht umhin eine
Pause einzuschieben. Das Wetter war ja gerade ein wenig besser geworden und wir
lagen gut im Plan, weil wir recht früh angefangen
hatten.
Im Laufe des Tages wurde das
Wetter auf jeden Fall immer besser und wegen des vergessenen Einschmierens waren
wir natürlich ganz schon gerötet, als wir dann gegen 16:00 Uhr den Weg
zum Auto antraten. Morgen hätten wir "frei" und so ging es sich ganz
beschwingt... Am Forsthaus entspannten wir uns denn auch und hatten aber auch
gar nicht viel Zeit, weil nach Absprache mit Achmed, das Hammam auf uns wartete.
Wir sind mit Mohammed und Abd el Ila (?? bezüglich der Schreibweise) nach
Debdou und haben noch ein wenig eingekauft bevor wir das Hammam besuchten.
Achmed hatte mit dem Besitzer gesprochen, dass wir es mieten und die Jungs waren
einerseits aus Verständigungsgründen mit und andererseits war es
natürlich ein Dankeschön von uns, da es dann doch recht "teuer" war.
Wir bezahlten 50 Dirham für 2 Stunden. Das war es absolut wert, da Mohammed
von Achmed angespitzt worden war uns so richtig marokkanisch zu behandeln. Mit
abschrubben, Massage und so weiter. Ach, nach den kalten Tagen war das Hammam
eine sehr gute Sache und wir beglückwunschten uns mehrmals für unseren
Entschluss und auch Roman, der zunächst der Sache kritisch gegenüber
gestanden hatte, fand es ganz toll. Zwischendurch kam dann noch Hassan rein und
lud uns für danach zum Tee
ein.
Abgeschlagen und uns rundum wohl
und schön geschlauccht fühlend sind wir dann noch eben auf einen Tee
zu Hassan. Die Jungs waren ein wenig überrascht haben es aber tapfer durch
gestanden. Schon fast wegnickend bin ich dann als Beifahrer nur noch halb
anwesend von Roman den Berg hoch kutschiert worden und dann zufrieden ins Bett
gesunken. Am Nachmittag hatte ich noch Mail gecheckt und wusste auch von der
Anzeige am Handy dass Raja versucht hatte, anzurufen. Meine VISA-Nummer war nun
endlich da. Ich schaffte es noch gerade eine SMS abzusetzen, dann sank ich ins
Bett...
Am Morgen weckte mich dann ein
Anruf von Raja und obwohl ich darüber sehr erfreut war, haben wir einen
späteren Anruf vereinbart und ich habe mich noch mal ein wenig umgedreht.
Weil wir ja "frei" hatten. Im Endeffekt haben wir den ganzen Tag mit Arbeit
verbracht. Zwar entspannt, aber Arbeit. Nach dem Frühstück haben wir
die Bodenproben raus geräumt und ich habe dann angefangen. Alsbald haben
die Kinder und Roman übernommen und ich habe Pflanzen bestimmt. Den ganzen
Tag und zwischendurch hatte ich auch wirklich mal kein Bock mehr. Da waren die
Gespräche mit Aziz, der da war, weil die Maurer an unserem Ställchen
angefangen hatten mit dem Umbau und mit Achmed eine willkommene Abwechslung. Wir
bekamen schön Teechen und Mittag und so war es kurzweilig und als wir
gerade fertig waren, war der Tag auch schon vorbei. Wir beschlossen ihn mit ein
wenig Fussball und bekamen nochmals lecker essen. ich schrieb abends noch ein
paar Mails und viel dann todmüde ins
Bett.
Und schon wieder war das Wetter
schlecht. Als ich aufwachte, war ich geschockt, dunkle Wolken zogen und es war
kalt und Achmed sagte, dass heute und morgen (also gestern und heute) Regen
angesagt sei. Wir überlegten kurz, wagten dann aber die Fahrt. Oben
arbeiteten wir den ganzen Tag im Nebel und später, als die Wolken
höher (und damit kälter und feuchter) waren, gab es ab und zu auch mal
ein paar Tropfen. Aber es hielt sich in Grenzen. Die Gegend war total zerfressen
und die ganze Zeit waren irgendwelche Kids mit einer Unmenge Tiere um uns herum.
Die dritte Fläche war ganz nett und sehr artenreich. Ansonsten war es halt
harte Arbeit. Aber wir waren früh fertig und sind glücklich, dass es
nicht stärker geregnet hatte nach Hause. Gut, dass wir so schnell gewesen
waren. Es regnete den ganzen Abend und einen großen Teil der Nacht und es
war nur erträglich, da wir in unserem schönen Salon ja jetzt auch
Feuer machen können ohne zu ersticken und das ganze damit auch ein wenig
wärmer bekommen haben als unser Ställchen gewesen wäre. Es hat
halt alles seine Funktion.
Heute
früh dann wurde deutlich, dass der Regen nun doch auch mal sehr negativ auf
die Piste auf dem Plateau ausgewirkt hat. Wir hatten erst überlegt was zu
tun sei, da eigentlich ein massiver 6er Tag geplant war und wir auch
glücklicherweise durch einen Anruf von Romans Fastfreundin Friederieke
früh auf den Beinen waren und entschieden es auf jeden Fall zu versuchen.
Aber oben wurde deutlich, dass wir wahrscheinlich nicht mal ins Gebiet
kämen. So drehten wir um, machten die 2 Flächen die ja wegen eines
Abbruchs auf HA6 noch offen waren und sind dann nach Taourirt gefahren, da ich
ja auch meine VISA-Karte mit der Nummer ausprobieren wollte. Es funktioniert!!
Die Flächen waren by the way mal wieder sehr interessant: Super steil und
nach dem Regen natürlich entsprechend rutschig. Bei der einen war ein
Quellaustritt dabei, was natürlich wieder ein paar neue Arten im
Riedgrasbereich einbrachte. Den Abschluss bildete ein kleiner Ausflug zu einer
weiteren Hölle.
Mittags waren wir
zu Hause, bekamen von Achmed noch was zu essen aufgedrückt, von dem ich nur
ein wenig mampfte und ansonsten die Nudeln von gestern Abend verwertete. Roman
macht eh gerade Diät, weil ihm immer alles schwer im Magen liegt und das
Essen und die Maruja danach haben auch mich auf der Fahrt runter nach Debdou und
nach Taourirt so mehr oder weniger neben mir stehen lassen aber jetzt geht es
mir wieder besser...
Bis demnächst
und hoffentlich weniger verspätet...
Posted at 05:33 nachm.
Do - Mai 6, 2004
What the hell?
Diese Frage trifft für so vieles der
letzten Tage zu. Zum Beispiel für das Wetter. Und für eine Pflanze die
ich fand und die immer noch unklar ist. Und für das, was uns heute hier "zu
Hause" passierte. Wir sind nämlich umgezogen...
Meine Güte, durch das Schreiben vieler
E-Mails am vorgestrigen Dienstag, habe ich ganz vergessen, oder hatte keine Zeit
mehr zu bloggen. Aber da es morgen auf eine 2-Tages-Tour gehen soll, ist es also
höchste Zeit.
Am Montag haben wir
nach unserem freien Sonntag ganz regulär gearbeitet. Es sah nämlich
entgegen den Erwartungen (siehe letzter Eintrag) morgens sehr gut aus. Also
frisch, fromm, fröhlich, frei auf zu neuen Taten. Wir fuhren zu H12/H16,
beides Wiederholungsflächen wo jeweils 2 Flächen zu bearbeiten waren.
Schon als wir da waren, kamen alsbald immer mehr Wolken auf und ruck zuck war
der Himmel Wolken verhangen. Und die trieben mit relativ hoher Geschwindigkeit
auf uns zu und über uns hinweg. Zum Glück regnete es den ganzen Tag
nur wenig und auch der Hagel hielt sich in Grenzen. Aber kalt war es und wir
fragten uns ein ums andere mal "What the hell should this mean, are we in
Morocco?". Dafür hatten wir, zumindest auf H12 regelmäßige
Begleitung. Jungs, die ich schon vom Vorjahr kenne und die mich und die sind
auch ganz nett und haben uns später sogar noch Milch und Schafskäse
gebracht. Allerdings tauchte auch der Nervtyp von Hi_irgendwas (ich berichtete)
wieder auf und war tatsächlich beinahe ebenso
nervig.
So überstanden wir den Tag
ganz gut. Die Flächen ließen sich auch leicht abstecken und waren
relativ leicht zu erfassen und dabei nicht zu uninteressant. So waren wir denn
auch nicht zu spät zu Hause (wo es leider ja auch nicht warm und
gemütlich ist) und ich konnte mein gerade begonnenes aber sehr spannendes
und schönes Buch "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" zu Ende
lesen. Wenn ich mal lese und es fesselt mich, dann ziehe ich ja auch ziemlich
durch. So weit so gut.
Der Dienstag
allerdings begrüßte uns Wolken verhangen, stürmisch und mit einer
guten Portion Regen. An raus fahren war nicht zu denken. Also haben wir
beschlossen nicht raus zu fahren und haben vormittags ein wenig zu Hause
gearbeitet. Roman hat schon mal sein Zeug eingegeben, ich habe Pflanzen
bestimmt, an der Planung gearbeitet und Zeugs gemacht. Nachmittags sind wir dann
(da Wetter blieb die ganze Zeit schlecht) nach Taourirt gefahren. Dort habe ich
festgestellt, dass meine VISA-Karte mit der alten Nummer wirklich nicht geht und
wir haben ein wenig eingekauft (Süßigkeiten und Obst) und sind dann
dem eigentlich Grunde unseres Besuches gemäß ins Internet-Café
gegangen. Dort konnte ich meinen Rechner wieder konnektieren und durfte mich
leider über wenig bis gar keine Post ärgern. Dafür habe ich
geschrieben wie ein wilder.
Es wurde
natürlich ein wenig später und wir verbanden den Abend mit der
Hoffnung auf besseres Wetter. Mein Schnuff hat mich dann noch angerufen
(worüber ich mich sehr gefreut habe, weil ich eine E-Mail geschrieben hatte
mit Anrufersuchen) und alsbald ging's hui ins Bett. Am Morgen sah es zumindest
ein bisschen besser aus und während wir frühstückten kam richtig
gehend die Sonne raus. Wir sind dann zu HA1 gefahren. Dies liegt am Hang und wir
näherten uns von unten aus über Khelifit, ein kleiner Örtchen
(wie ein größeres Gehöft) in der Nähe von Debdou. Dabei
fragten wir am Fluß bei einer Farm nach dem Weg und trafen dort sehr
hübsche und aufgeschlossen wirkende junge Damen, die uns den Weg
wiesen.
Die Flächen waren
schwierig zu erreichen aber sehr interessant und ich musste ein ums andere Mal
Pflanzenmaterial in Plastik verstauen und noch ist nicht alles davon
aufbereitet. Aber so macht es dann doch auch ein wenig Spaß. Gegen Mittag
hat Raja mich angerufen und gesagt, dass sie eine Zusage vom Kilkenny-Festival
wegen Praktikum hat. Das ist einerseits sehr erfreulich, andererseits kommen
somit natürlich noch einige Prüfungen (oder gute Organisation) auf uns
zu...
Auf dem Heimweg haben wir vom
Dorf noch einen Einheimischen mit nach Debdou genommen. Das hat ihn sehr
gefreut. Vorher waren wir von einem Hund einer netten älteren Bäuerin
ganz schön zusammen gebellt worden und nachher haben wir in Debdou noch
einen Café getrunken und ich habe dabei Houssam getroffen, was mich sehr
gefreut hat. Wir waren ausnahmsweise in ein anderes Café gegangen und dort
war er geradewegs auf der Straße am vorbei schlenkern und so haben wir uns
getroffen und ein wenig erzählt. Abends haben noch Raja und Paul und Kai
angerufen. Da war ich wieder so ein bisschen ausgesöhnt und
zufrieden.
Heute fing der Tag
allerdings wider Wolken verhangen an aber dann war es sozusagen das
Gegenstück zu Montag. Es klarte alsbald auf und es schien den lieben langen
Tag die Sonne, die Wolken wurden immer weniger und der Himmel immer blauer und
klarer. Allerdings wehte dabei ein unheimlich kalter Wind und wir arbeiteten mal
wieder in voller Montur. Aber mit so ein bisschen Sonne geht das doch alles
gleich viel einfacher. Wir sind dabei heute in eine sehr dicht von Nomaden
besiedelte Gegend gekommen und wurden gleich am Anfang vom Herrn des
nächsten Zeltes zum Café eingeladen, den ich OK fand. Roman aber
liebte ihn. Sehr süß und mit mindestens zwei weiteren Aromen versetzt
(Zimt und weiß nicht was.). Die Jungs von dem Zelt sind denn auch den
ganzen Tag noch um uns herum scharwenzelt, weil wir ja auch die ganze Zeit dort
in der Nähe waren. Die Flächen waren vegetativ eher unspannend und
sehr stark gestört, was aber auch nicht weiter verwunderte.
Heute abend dann die nächste
Überraschung: Vor unserem Ställchen lagerte Baumaterial und in der
Küche war eingestiegen worden. Das würde sich schon irgendwie
aufklären, bald wollte ja der Kollege von Achmed hier einziehn und da
wollten wie es bestimmt noch ein wenig netter machen und ich hoffte so für
mich, dass sie sich damit doch noch ein wenig gedulden mögen. Als Achmed
dann kam, stellte sich heraus, dass sie schon bald umbauen wollen und wir
dafür uns so weit zurück ziehen müssten, dass wir eigentlich nur
noch in dem einen Zimmer wohnen, was nicht so recht meine Begeisterung
hervorrief. Aber Achmed kam dann mit dem Vorschlag doch in den Salon zu ziehen
und das haben wir nach kurzem Überlegen dann auch ruck zuck gemacht. So
sitzen wir jetzt im Salon und haben uns so leidlich eingerichtet. Es ist schon
erstaunlich wie schnell man sich und mit wieviel zerstreutem Klimbim sich
irgendwo heimisch fühlt und sich niederlässt. Ich hatte eigentlich
auch ander Sachen zu tun als Umziehen aber jetzt bleibt es hoffentlich dabei.
Morgens geht es also wie gesagt zu
einer Zweitagestour und für mich ist es jetzt aller höchste Zeit ins
Bett zu gehen, ehe ich hier noch am Rechner wegnicke...
Posted at 10:29 nachm.
So - Mai 2, 2004
Es regnet, es regnet, die Erde wird nass.
Das Wetter schlägt so seine
Kapriolen mit uns, davon und von tollen neuen Entdeckungen...
Jo mei, das windet und pladdert draußen,
dass es keine Freude ist. Und das vor allen Dingen erst heute abend. Der Tag
fing nämlich sehr schön und sehr warm an. Doch dazu später. Nach
meinem letzten Eintrag fand zunächst Alltag statt. Wir sind am 30.04 zu
Hi10 gefahren, welches sich hauptsächlich dadurch auszeichnete, dass die
Flächen meist recht schlecht abzustecken waren, was für Roman das
Umherkriechen in diversen Büüschen bedeutete, welches ich wiederum
auch mal fotografisch festgehalten habe. Ansonsten waren die Flächen und
das Wetter durchwachsen. Aber es regnete zumindest nicht und obwohl ein kalter
Wind wehte, war es eigentlich immer ganz schön, wenn sich die Sonne mal
durchgeschlagen hatte. Tat sie nur leider nicht so oft, auch wenn es zum
Nachmittag besser wurde.
Auch der
Kampftag der Werktätigen konnte uns nicht von der Arbeit abhalten. Obwohl
ich zunächst darüber nachgedacht hatte frei zu machen. Wir starteten
bei herrlichem Sonnenschein und waren früh oben auf Hi3, welches ganz in
der Nähe eines vor kurzem (ich berichtete) errichteten Nomadenzeltes
gelegen war. Nach kurzer Zeit kam ein gut spanische Sprechender Mann angeritten
und fragte, was wir täten. Ich versuchte es ihm so gut wie möglich zu
erklären und er schien auch zu verstehen. Zumindest war ers zufrieden, dass
wir keine Zelt dort aufstellten oder so und zog von dannen. Wenig später
bratzte die Sonne herab und ich zog mir die Fleeceteile aus und setzte mein
Anglerhütchen (das ich einst von Fischer-Ina, die ja bald nun Anderson-Ina
heißen wird geschenkt bekommen habe) gegen die Sonne auf und war
vergnügt. Allerdings hielt das nicht lange vor, weil alsbald schon Wolken
aufkamen und damit Wind und damit Kälte. Meine Güte, wird das denn
hier nicht mal richtig warm!?! - Kurze Intervention: Draußen stürmt es
und regnet es gerade wieder wie in so einem alten Hitchcock-Streifen... - Aber
gegen Nachmittag ging es einigermaßen aber es war letztlich durchwachsen.
Als wir die letzte Fläche, ganz in der Nähe des Weges bearbeiteten kam
noch ein älterer Herr, der wohl ebenfalls zu dem neuen Zelt gehörte
vorbei und sprach sogar ein wenig französisch und hatte an die 6-7
Kühe und 4 schicke Pferde dabei. Wohl etwas gebildetere und wohlhabendere
Leute...
Ansonsten passierte nicht mehr
viel, außer das wir relativ kurz nach Debdou runterfuhren, wo wir
hauptsächlich Harscha-Grundlage und Zucker kauften und Achmed der mit war
sich Dope besorgte und wir dazu kurz ins Platanen-Café einkehrten. Abends
fing ich das Buch an, das ich von Andy Eisbär geschenkt bekommen habe und
habe heute schon fieberhaft weiter gelesen. "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in
die Wüste". Was die beiden abgezogen haben, war noch einmal eine ganz
andere Kategorie und es ist sehr interessant zu lesen, wie sie sich erstens
durchgeschlagen und zweitens aber auch was für Gedanken ihnen kamen und
worüber sie philosophiert
haben...
Heute dann, wollten wir mit
einem Tag Verspätung einen Tag frei machen und mal wirklich frei machen.
Wie gesagt weckten uns neben einem Anruf von Romans Eltern feinste
Sonnenstrahlen und es war schon morgens sehr schön warm. Das würde ein
feiner tag werden und nun das Wetter endlich gut und wir könnte nach
unserem freien Tag so richtig wieder in die Vollen
gehen...
Zunächst war es nach
ausgiebigem Frühstück wirklich sehr schön, da wir wie beschlossen
mit Achmed eine Tour zu Fuß Richtung Debdou unternahmen. Als erstes
steuerten wir eine am Wege gelegene Grotte unterhalb der bereits von mir
besuchten (die ja lediglich einen Überhang darstellt) an. Da konnte man
richtig hinein kriechen und drinnen war es schön groß und
"gemütlich". Wir forschten noch mit dem Funzellicht von meiner Taschenlampe
eine wenig rum, aber es war dann auch relativ bald Schluss. Dann ging es
spazierengehend Richtung Kasbah weiter. Noch vor dem eigentlichen Ziel trafen
wir einen alten Bauern, der zufällig ganz in der Nähe seinen Garten
hatte zu dem er auf dem Wege war. Wir hatten gerade staunend einen Wasserfall
(an der halb künstlichen halb natürlichen Wasserrinne die das Wasser
von Ayn El Kbira dem Ort Debdou und den Gärten den Berg hinabstürzend
zuleitet) bestaunt und Fotos dort gemacht und ich hatte Lagurus ovatus endlich
mal in Natura gefunden und auch Roman war ganz begeistert davon. Der Bauer
kannte Achmed, war früher Soldat und gut drauf. Er und Achmed freuten sich
mit ein wenig Dope des Lebens und danach hatten wir eine Einladung zum
Tee-Picknick. Während Achmed mit den Materialien des Bauern den Tee
bereitete staunten und streunten wir im Garten umher. Ich war irgendwie mal
wieder ein wenig wackelig auf den Beinen. Aber wahrscheinlich waren Wetterlage
und schlechtes Gewissen gleichermaßen daran beteiligt. Aber langsam wurde
es besser und ich freute mich an diesem ursprünglichen, aus allen
Nähten platzenden Garten und unserem leckeren Tee am Bach (bzw. an der
offenen Wasserleitung).
Wir mussten ein
wenig drängen. Aber nun ging es weiter hinab windend gen Kasbah. Diese hat
sogar einen beeindruckenden Burggraben. Hier kam dann noch Urtica pilulifera
endlich einmal life und in Farbe und weitere Arten, die teilweise neu waren,
teilweise mir endlich halfen mir zum Beispiel über einige der verschiedenen
gelbblütigen Asteraceen klar zu werden. In diesem Sinne also ein Erfolg.
Aber auch sonst war der Tag von schönen Erlebnissen gesäumt. In der
Kasbah (die teilweise einen ganz schön maroden Eindruck macht) trafen wir
noch einen Freund Achmeds, von dem auf Achmeds Drängen mit Achmed gemeinsam
ein Bild vor der Moschee gemacht wurde. Inshallah wird er dieses irgendwann
einmal bekommen. Kurz danach trafen wir noch einen sehr angeschalteten
älteren Mann der uns freundlich grüßte und der laut Achmeds
Aussage der Moscheechef war. Einige tolle Fotos von Kasbah und Menschen dort
konnten wir ebenfalls noch
schießen.
Unterhalb der Kasbah
zeigte Achmed uns noch eine weitere Höhle, deren heutige Form zweifellos
Menschen gemacht ist und Achmed und ich drangen etwa hundert Meter in den
Stollen ähnlichen Gang vor und es war noch lange kein Ende in Sicht. Da
würde ich ja gerne nochmal mit einer besseren Taschenlampe meinem
Forschergeist freien Lauf lassen. Bald danach erreichten wir Debdou und nach
noch ein wenig durch-die-Altstadt-Gestreife fanden wir uns relativ geschafft und
müde im Platanencafé, wo wir erstmal ein Glas Tee schnabulierten,
Achmed sich von der dort vorhandenen Frau (die Frau des Chefs) einen fertigen
Joint hat geben lassen und weiteres Zeug hat besorgen lassen. Roman hat sich
uffet Ohr jelecht und ich habe ein wenig vor mich hin gedöst.
Später schuffelten wir in
unglaublich brütender Hitze durch Debdou nach vorn zur Kreuzung um dort
irgend einen Hike zum Forsthaus zu nehmen. An der Kreuzung warteten wir ein
wenig, aber Roman war das ein wenig zu bunt in Anbetracht der Tatsache, dass
gegenüber ein Grand Taxi seiner Bestimmung harrte. Er ging hin und ich
sagte bei dem Preis von 60 Dirham nicht nein (obwohl das für marokkanische
Verhältnisse der Hammer teuer ist.). Es war Wochenende und Feiertag (Geburt
des Propheten) und unser nachgeholter Feiertag und ich lud die anderen
Interessierten noch auf die Fahrt mit ein... Auf dem Weg verdichteten sich
Wolken und als wir oben waren war es schon recht ungemütlich. Roman
bedauerte das arme Auto und versuchte zu identifizieren, was alles nicht in
Ordnung sei. Die Kiste war auf jeden Fall schon ziemlich hin und musste nach
unserer Ablieferung erstmal Kühlwasser tanken und die Haube eine wenig auf
machen.
Wir waren irgendwie sehr
geschafft und legten uns kurz ab, als Achmed uns auch schon zum Essen rief. Das
war von Anfang an so gedacht gewesen (das wir zum Mittag wieder ran sind und
Kuskus bekommen), aber wer nicht dran gedacht hatte war Achmed und ich hatte
gedacht, dass das Essen für abends geplant war. Und so hatten wir einige
Probleme, nachdem wir schon bei dem beeindruckenden Garten eine Menge Brot in
leckerstes frisch gepresstes Olivenöl aus eigener Ernte tauchen mussten und
Achmed am Platanen-Café auch noch Ei-LachendeKuh-Sandwiches besorgt hatte.
Aber es war lecker und so aßen wir soviel wir konnten und auch noch
Nachtisch (Orangen aufgeschnitten und mit Zimt gewürzt). Danach konnte ich
nur noch "offs Krepp und nur noch otmen". Es war jetzt draußen schon wieder
richtig kalt (Hatten wir nicht eben noch in der Hitze des Mittag jämmerlich
uns durch Debdou geschwitzt?!?) und es fing an zu
regnen.
Ich habe nach ein wenig Ruhe
begierig das Buch (ich erwähnte es am Anfang) weiter gelesen und wollte
eigentlich nach diesem Eintrag noch ein wenig lesen, das es so spannend und
leicht lesbar ist. Derweil hat es immer mal geregnet. Abends hat dann Mama
angerufen und wir haben schön telefoniert. Oma und Opa haben sich über
meinen Quasi-Brief (hatte ich Mama geschickt, die ihn ausgedruckt hat...) sehr
gefreut, was mich wiederum freute. Nach dem Anruf habe ich mich dann endlich
aufraffen können, dass Buch wegzulegen und ein wenig in den aufgelaufenen
Bodenproben rumzumanschnen. Jetzt sind alle Bodenproben bezüglich der
Bodenart bearbeitet und liegen ausgebreitet in unserer Küche. Draußen
stürmt es, dass es einem Angst und Bange wird und vielleicht werden wir
morgen gezwungen sein hier zu bleiben. Eine wichtige Aufgabe gäbe es zu
erledigen, so dass dies nicht allzu schlimm wäre (Bodenproben sieben). Aber
wir werden sehen, was die Nacht bringt...
Posted at 09:38 nachm.
Do - April 29, 2004
Man soll die Saison nicht vor der Ernte loben
Nach dem unser "freier" Tag bei
herrlichem Sonnenschein vonstatten ging, erwartete uns danach die nächste
Schlechtwetterperiode und zwang uns zum ersten Mal zum Abbrechen. Davon und wie
durch enorme Anstrengung und den Zufall die Sache wieder eingeholt
wurde...
Der freie Tag fing mit "ausschlafen" an.
Gänsefüsschen weil ich natürlich vergessen hatte, den Wecker, der
uns ja jeden Morgen um 10 vor sieben weckt (bzw. mich, da Roman immer noch eine
Weile braucht), auzustellen. Ich habe aber gleich ausgedrückt und dann noch
geschlafen bis 8:30 und geschlummert bis 9. Dann hielt mich nichts mehr, denn
auch dieser Tag würde arbeitssam werden. Und unser Wunsch abends Taourit
wegen eines Internet-Café-Augenthaltes noch zu besuchen würde das
Ganze nach hinten raus limitieren.
Nach dem Frühstück setzte
ich mich sogleich über das Pflanzenmaterial und kam auch recht gut voran
(wobei immer noch Sachen auf die Bearbeitung warten und schon wieder neues dazu
gekommen ist..Uff...). Zwischendurch setzte ich meine Wäsche mit einem
bisschen kalten und einem bisschen gekochten Wasser und Saptil an und zog auf
die Wiese. Roman hatte es vorgemacht. Der saß die ganze Zeit schon da
draußen und las. Ich brauchte ganz schön lange und später fragte
ich dann auch Roman, die Bodenproben draußen in die Sonne zum Trocknen
auszubreiten bzw. war das mit dem Rausholen seine Idee. Ich wollte auf jeden
Fall noch die angefallenen Proben bezüglich der Bodenartbestimmung
bearbeiten. Und eigentlich wollte ich auch noch mit dem schönen heißen
Wasser aus der Solardusche duschen. Hätte ich dies nur getan. Aber die zeit
war zu knapp. Irgendwann machte ich mich dann noch eilig über die
Bodenproben und Roman brachte die Proben wieder hinein und auf ging es (erst
16:00Uhr) nach Taourirt.
Dort
zunächst Müll auf die Kippe bringen, dann Obst kaufen, dann in die
Patisserie gegenüber wo es zwar nicht so tolle Sachen zum Mitnehmen gab,
wir uns aber jeder zu zwei Teilchen und einem Café au lait hinreißen
ließen und dann sage und schreibe 21 Dirham (ca. 2€) dafür
bezahlten (und Roman hatte noch Kleinzeug sich auch einpacken lassen) dafür
bezahlten. Dann zum Gemüsehändler den ich vom letzten Jahr noch
erinnerte und auch gleich fand, dann zum Internet-Café. Dort fragte ich, ob
ich meinen Rechner anschließen könne. Ich durfte und konnte und zack
war ich mit dem AlBook mit der großen weiten Welt verbunden. Weshalb ich
erstmal mit Mail alle Accounts checkte und massiv BOB-mail erhielt (was mir aber
einen sehr guten Einblick in die Aktivitäten bezüglich
24Stunden-Vorlesung gab) und an jede mail die ich verschickte auch noch ein
bisschen Bildchen anhängte.
Auf
dem Heimweg habe ich dann noch durch pure Unaufmerksamkeit gleich zweimal
hintereinander ein übles Schlagloch mit genommen und dabei die Felge vorne
rechts geschrottet (wie wir zu Hause alsgleich bemerkten). Wenn man keine Arbeit
hat, dann macht man sich halt welche... Aber am nächsten Tag (also gestern)
sollten die Flächen ja eh zu Fuß erreicht werden, da es sich um
Hangflächen handelte. Das zu Fuß erreichen war auch nicht das Problem.
Aber das Wetter war schlecht: Wolken zogen durch und wir standen in der Suppe.
Die Flächen erwiesen sich jedoch als nett gelegen in der Nähe des
kleinen Tropfstein-Überhangs am Nomadenweg den ich letztes Jahr schon mit
Hamid benutzt hatte. Nützte aber nichts, denn nach dem Abspannen der
zweiten Fläche direkt unterhalb einer Felswand und sehr waldig und
interessant begann es zu schiffen wie das Messer. Roman schrieb geschützt
durch einen Felsvorsprung, ich rannte durch den Regen und merkte erst
später an der durchnässten Hose wie stark es eigentlich geregnet
hatte. Roman hatte seine Unterhose noch auf der Leine, ich war relativ nass und
so war uns beiden kalt und es sah nicht Wetterbesserung aus. So gaben wir auf.
Da war ja auch noch die Felge usw. Zu Hause bestimmte ich sogleich wieder
Pflanzen und am Nachmittag sind wir dann nach Debdou gefahren um die Felge
reparieren zu lassen. Roman hatte inzwischen das Rad gewechselt und unser
Baumarktmann organisierte die Chose nachdem wir ihn erst ein bisschen suchen
mussten. Der Hammer hat's gerichtet. Naja. als Reserverad reicht's und vor der
Fahrt nach Hause brauchen wir wohl am besten noch ein neues
Rad.
Danach noch ins Café und dann
schon ziemlich müde ab nach oben. Die Wolken waren immer noch dunkel am ins
Tal ziehen und nach kaltem Essen ging's alsbald ins Bett. Ich habe dort noch
Raja's Fragebogen ausgefüllt den ich dann heute morgen abgeschickt habe.
Roman brauch ja eh immer noch ein bisschen wenn ich schon auf bin und so habe
ich die "billige" Zeit vor acht noch zum Mail wegschicken genutzt. Dann also auf
zu neuen Taten. Glücklicherweise erwies sich HA7 als teilweise in einem
episodischen See gelegen und wir rissen die ersten 4 Flächen im
Handumdrehen ab (da 3 im gerade eben noch Wasser und jetzt keine Vegetation mehr
Bereich oder sogar ganz im Wasserlagen) und beschlossen deshalb, da wir ja schon
mal so weit oben waren, noch einen weiteren 4er (HA11) dranzuhängen, da
dort laut Karte auch mit offenen also schnell absteckbaren Flächen zu
rechnen war. Das war auch so und die Flächen waren noch dazu alle sehr
interessant (ehemalige Ackerfläche, aktuelle Ackerfläche, sehr
flachgründig steinig und mega-flachgründig steppig). Allerdings
bedeutete das totales Durchrücken und ohne Maruja hätte ich das nicht
gepackt. Noch dazu war das Wetter schlecht: Der Wind blies, es war kalt und die
Wolken zogen dunkel über uns hinweg. Zum Glück regnete es wenigstens
nicht.
Aber irgendwann war auch das und
noch dazu in Affentempo geschafft. Und dabei gab es sogar sehr viele Arten zu
finden und auch interessantes Neues. Das bedeutete allerdings noch heftig
Nacharbeit daheim. Ich habe bis 21:00 Uhr Pflanzen bestimmt (und dabei direkt
nach dem Ankommen gegen halb 6 angefangen), dann mir noch schnell was warmes zu
essen gemacht (Herr Hein wollte mal wieder nicht, der ernährt sich lieber
von Süßem) und dann, nach dem Pressen von ein paar der bearbeiteten
Pflanzen bin ich flugs ins Bett, habe mir den Rechner auf den Schoß gelegt
(heißt ja schließlich Laptop das Ding) und losgeschrieben. Jetzt
fallen mir wirklich gleich die Augen zu nach 12 Stunden unter Strom und
Konzentration und so. Deshalb mach ich sie auch zu und entschlummere. Ach,
beinahe habe ich noch das tollste heute vergessen. Achmed kam und brachte Post
von meinem Spatz für mich. Das war eine Freude und hat mich aufgebaut. Den
Brief werde ich wohl morgen nochmal in Ruhe lesen und mich nochmal drüber
freuen. Jetzt aber erstmal in die
Falle...
Nur noch mal zum
resümieren: Das war ein 8ter heute!!
Posted at 10:10 nachm.
Mo - April 26, 2004
Wieder dahoam
Nachdem wir drei Tage am Stück
durchgezogen haben, sind wir nun (seit knapp einer Stunde) wieder in Ayn El
Kbira... Die drei Tage waren anstrengend aber auch sehr schön und wir haben
viel geschafft.
Am 23. April haben wir wie schon im letzten
Eintrag angedeutet noch einen 4er Neuling abgerissen. Die Flächen erwiesen
sich allesamt als recht verbuscht, so dass das Abstecken immer recht eine wahre
Freude war. Durch unsere Arbeitsteilung habe ich ja, bis auf ein bisschen
Hilfestellung und nochmal einen Hering zuwerfen, daran keinen Anteil mehr. Ich
fang dann immer schon an mit dem allgemeinen Flächenbeschrieb und den Fotos
bzw. der Strukturerfassung. Romans Arbeit ist halt trotzdem so gefasst (immer
dran denken, ist ja nur eine Projektarbeit...), dass er dann meist noch ein
bisschen Zeit zum rumträumen, lesen usw.
hat.Wie gesagt, war es recht
anstrengend und abends sind wir dann alsbald noch nach Debdou runter gefahren um
uns adäquat auf unseren mehrtägigen Aufenthalt auf der Farm
vorzubereiten. Wir kauften ein Huhn und sonst noch ein paar Kleinigkeiten. Am
abend hatte ich noch überlegt zu bloggen, aber letztlich war ich durch die
Aufarbeitung von Pflanzenmaterial so weit in Verzug und auch so müde, dass
ich das geknickt hab. Außerdem habe ich natürlich noch Vorbereitungen
für unsere Tour getroffen.Am
Morgen sind wir dann auch gut raus und einigermaßen los gekommen. Der Weg
ist jetzt tatsächlich so gut, dass man bis zur Farm auch mit Passat fahren
kann, wobei die richtig harschen Stellen und die Angstdurchfahrten erst beim
Hochfahren heute so richtig deutlich geworden sind. Das war schon ein gutes
Stück Arbeit für unser Passätchen. Aber erstmal sind wir ja
angekommen, haben das Auto geparkt und fest gestellt, dass der Guardian nicht da
ist. Zum Glück war Achmed mit, der den Kids erstmal verklickerte, dass
alles abgesprochen und wir also goldrichtig dort seien. Er blieb bei Sachen,
Auto, Hütte und wir haben uns auf unseren diesmal recht langen Weg zu der
Untersuchungsfläche gemacht. Wie schon auf der Karte abzusehen, befanden
sich alle Flächen im weitgehend offenen, gehölzfreien Bereich. Das
machte die Absteckung sehr einfach. Indes die Aufnahme nicht, da, außer der
zweiten bearbeiteten Fläche (die war eher Steppen mäßig auf einer
kleinen Anhöhe), alle im ehemalig als Acker genutzten Offenland sich
befanden. Also viele kleine Kriecheleguminosen und so weiter, so dass am Abend
meine Knie recht schmerzten, da ich den ganzen Tag hockte oder sogar auf Knien
umher robbte.
Das Wetter war herrlich, auch wenn es
Roman anfangs und zum Schluss hin etwas kalt war, weil ein von anderem
Wetterunbill völlig unbeeinflusstes Berg-Tal-Mesoklima zu bestaunen war,
das vormittags recht kräftigen Berg-Tal-Wind und abends die
Tal-Berg-Entsprechung brachte. Wegen der unproblematischen Absteckung und der
günstigen Lage der Flächen, sowie natürlich meiner hervorragenden
Aufnahmeleistung (im Sinne von Aufnahmegeschwindigkeit), waren wir auch gar
nicht so spät fertig und machten uns auf den einfacheren Heimweg (da
bergab). Die Farm und die Ebene des Moulouya-Tales im Blick ging's munter dem
Abendessen entgegen. Achmed hatte den Tag mit warten verbracht und zumindest die
Jungs schon mal dazu gebracht wenigstens den Nebeneingang zu öffnen. Als
wir kamen, gab es erstmal Tee und weiter wurde geschmurgelt an der Tajine. Ich
war noch ein wenig im Garten unterwegs, hab noch ein paar interessante
Pflänzchen gefunden und bin ein bisschen rumgeklettert.
Bei Einbruch der Dunkelheit kam dann
auch der Guardian des Hauses und am Kamin der mit eben von Achmed und Roman mit
Hilfe der Jungs gesuchtem Feuerholz befeuert wurde ging es mondän und
marokkanisch zur Sache. Allerdings zog der gesamte Rauch in die Hütte, da
der Abzug mangels Abzug nicht funktionierte und Achmed hat eben wie die meisten
Marokkaner eine Frau zu Hause und kocht deshalb nicht allzu oft, weshalb er den
Braten etwas anbrennen ließ, was uns aber nicht weiter störte. Wir
ließen es uns schmecken und nach so einem Tag war das alles auch besonders
toll und lecker. Später sahen wir
draußen noch eine Mega-Sternschnuppe, was aber auch gestern Abend erst
gewesen sein kann. Es gab dann noch Tee und bald darauf ging's dann auch ins
Bett. Ich habe im Schlafzimmer genächtigt in das wegen offener Tür
natürlich auch der Rauch gezogen war. Roman hielt das nicht aus und er
legte sich in die Garage. Achmed schlief im Kamin- und zentralen Wohnraum.
Überhaupt eine kleine aber sehr angenehme Hütte mit Wanne, Bidet,
europäischem Klosett und Strom und das alles im Berghüttenstil.
Nach guter Nacht und marokkanischem
Frühstück (Brot mit Brot und ein bisschen Harscha und noch dazu ein
Teechen in dem wegen des Zuckergehaltes der Löffel stehen bliebe, so man
denn einen benutzte), machten wir uns auf zu neuen Taten. Wir brachen recht
alsbald auf, da klar war, das die Flächen hauptsächlich auf Grund
ihrer Zugänglichkeit und Erreichbarkeit interessant sein würden... Wir
brauchten den auch anderthalb Stunden Gekraxel um an unseren Punkten anzulangen.
Immer am Hang entlang, mal hoch und mal runter und schön durchs
Gesträuch. Dabei fanden wir aber auch interessante Dinge wie zum Beispiel
dicke Nerium oleander Bäume und Rosa canina und Pistacia lentiscus und
Virburnum tinus und Tulipa sylvestris im blühenden Zustand... Die erst
Fläche war gleich recht interessant und bestand zu einem Drittel aus einer
Runse. Die zweite war sehr verbuscht und die Feldschicht bestand
hauptsächlich aus Gramineen und Cistus albidus (den ich allerdings zu einer
niedrigen Strauchschicht rechne). Obwohl das Abstecken wegen der Struktur seine
Zeit brauchte, waren die Flächen doch recht schnell abgearbeitet, da die
Feldschicht sehr übersichtlich war und weniger des Knieens
bedurfte.Fläche drei konnten wir
allerdings nicht so bearbeiten wie gedacht, da diese mindestens 50 Meter tiefer
lag und wir keine Lust hatten einen Riesenweg in Kauf zu nehmen, bzw. uns
abzuseilen. So nahmen wir eine andere die wiederum direkt über bzw. auf
dieser Kante lag. Hier jetzt mal Stipa tenacissima (Halfa-Gras) in der
Erhebungsfläche und alles sehr steil und sehr schön interessant.
Danach sind wir dann zu unserer letzten Fläche, wo wir wieder eine kleine
Veränderung im Plan vornehmen mussten, um nicht abzustürzen. Auch
diese war abgesehen von einer großen Rutschung mächtig strauchig aber
wiederum schnell erfasst, so dass wir im Endeffekt gegen 16 Uhr fertig waren.
Als wir gerade ein wenig mitgebrachte Harscha mampften rief (mitten in der Pampa
und am Steilhang und ganz alleine und urwaldesque umher alles, Romans Bruder an
und fragte wie denn Romans Pflanzen zu Hause zu behandeln seien (anders als im
sonstigen Untersuchungsgebiet hat man nämlich unterhalb der Kante
natürlich Empfang). Das war schon ziemlich strange.
Auf dem Rückweg dann kam ich aus
dem Staunen nicht mehr heraus. Wir gingen etwas unterhalb unseres Hinweges, da
wir dort etwas wie einen Pfad entdeckt hatten. Dieser verlor sich zwar immer
wieder, führte uns aber zu interessantesten Felsformationen. Bizarr
auseinander gebrochene Brocken bei denen man in die Spalten gehen konnte und
dann in die nächste. Eine richtige Entdeckungstour war das. Und als wir
schon um eine Ecke rum waren und die Farm liegen sahen, entdeckte ich eben an
jenen Felsen noch einiges interessantes im botanischen Sinne (Hedera helix,
Ornithogalum narbonense, Euphorbia squanigera, Coronilla velutina, eine weitere
Segge....) und war glücklich und verweilte immer wieder um nochmals an den
Felsen etwas zu entdecken. Wir hatten jetzt auch eine gute Sicht auf die kleinen
Wasserfälle, die unterhalb der Farm herabrinnen und kamen auf die Idee, das
der reiche Arzt aus Marrakech der so gerne Touristen zu seiner Farm locken
möchte hier auch super zwei tolle Tagestouren anbieten
könnte...Noch vor unserer Ankunft
erfrischten wir Teile von uns (ich zumindest meine Füßchen) im die
Wasserfälle speisenden Bach. Hach war das herrlich nach diesem wirklich
heißen Tag und meine qualmenden Ruten (wie Roman die Füße zu
nennen pflegt) bedankten sich ganz außerordentlich bei mir für diese
herrliche Erfrischung. Achmed, der mit uns zusammen ebenfalls zu einer Tour in
sein Ranger-Gebiet aufgebrochen war, wartete schon mit dem Guardian auf uns. Sie
vertrieben sich die Zeit mit ein paar Wegearbeiten am Zugang zum Chalet (diese
Bezeichnung halte ich durchaus für angemessen...). Wir waren ganz
schön geschafft. Nach einem Tee und ein wenig Abgehänge gabs dann
irgendwann auch essen, was ich mir mit Achmed und dem Guardian teilte. Roman
wollte trotz des anstrengenden Tages nichts. So wie er auch heute schon
angekündigt hat, das er nichts großes brauche. Immer diese
Allüren. Ein wenig hat er auch recht behalten, den der zweite Teil von
unserm gekauften Hühnchen lag mir dann doch relativ schwer im
Magen...Nachdem ich mich bald nach dem
Essen schlafen gelegt hatte und auch sehr gut geschlafen habe (mit ein bisschen
Musik vom iPod bald weggedöst und schön durch geschlafen) gings heute
bald nach einem weiteren Harscha-Frühstück wieder zur Tat. Die
Flächen waren ganz in der Nähe des Chalets gelegen und Achmed
begleitete uns. Nach den ersten drei Flächen, die wegen unseres frühen
Beginns und der Nähe der Flächen schon gegen 13:00 erledigt waren,
machten Achmed und Roman eine weitere Harscha (mein Gott, das Zeug kommt mir
bald zum Hals raus, aber es ist nahrhaft und Roman steht irgendwie sehr drauf)
die es dann zu einem leider bereits lauwarmen Tee gab. Danach haben wir dann
noch eine weitere fast im Bachbett gelegene Fläche bearbeitet. Das gab noch
mal ein paar neue Arten (zum Beispiel eine dicke große Binse) dazu und mir
dann auch nahezu den Rest. Wir haben jetzt seit Carls und Ankes Abfahrt so gut
wie durch gearbeitet und ich bin jetzt ganz schön
erledigt.Der Heimweg war wie anfangs
erwähnt bezüglich des Fahrens noch einmal spannend. Mitten in unserem
UG haben wir weitere Neuankömmlinge gesichtet. Die Wolken die wir am
Nachmittag gesehen hatten, haben sich weiter auf dem Plateau relativ dunkel
zusammen gezogen aber uns nicht weiter betroffen und wohl auch keinen Regen
gebracht. Morgen dürfte es ja regnen da wir "frei" machen werden. Das wird
aber wohl nur für Roman halbwegs frei bedeuten und für mich eher
Haustag. Eine Menge Bodenproben wollen noch zum Trocknen ausgelegt werden und
eine nicht minder enorme Menge mit gebrachten Pflanzenmaterials will ebenfalls
bearbeitet (bestimmt oder aber zumindest gepresst) werden, Socken müssen
gewaschen werden usw. Außerdem werden wir nach Taourirt fahren um dort
Luxusartikel (Joghurt, Kekse, Schoki) zu kaufen und das Internet-Café zu
besuchen....Au revoir... jetzt muss
ich mir erstmal was kleines zu Essen machen....
Posted at 07:07 nachm.
Do - April 22, 2004
Das Wetter ist uns gnädig...
...auch wenn sich's morgens manchmal
anders anlässt.
Heute sah es nämlich morgens ganz nach
schlechtem Tag aus. Das klärte sich aber zum Glück im Laufe des Tages
auf. Aber erst mal zum gestrigen Tag. Bei schönstem Wetter sind wir zu
einer neuen Innenfläche (Hi8) gefahren und haben diese, auch weil es
zwischendurch sehr einfach abzuspannen war, in rekordverdächtiger Zeit
bearbeitet. Allerdings komme ich, auch wenn ich schnell bin nie an Roman ran,
der deshalb Privilegien genießt wie zwischendurch lesen, umher träumen
oder ähnliches. Wir wurden auch wieder beäugt, aber nicht
belästigt und dann ist es ja auch OK. Ich würd mich wahrscheinlich
auch sehr wundern, was so fremde Typen mit eigenartigen Gerätschaften da
eigentlich abgefahrenes machen.
Auf
jeden Fall haben wir dann beschlossen, nachdem wir so schnell waren, die Zeit
mal zu Nutzen, um endlich H6 in Angriff zu nehmen. Da war nämlich vom
zweiten Arbeitstag an noch nur eine Fläche offen und so haben wir uns einen
weiteren dreier Tag (den wir gleich heute gemacht haben, da heute die
Fläche dran war die ansonsten in Kombination mit H6 gemacht worden
wäre) erarbeitet und nach dem heutigen Tag (das Abstecken war auf allen
drei Flächen Scheiße und sie waren interessant also aufwendig)
weiß ich das noch umso mehr zu schätzen. Auf dem Weg zu H6 haben wir
noch ein neues Zelt gesehen, die waren gerade beim Einziehen und wir werden sie
wohl jetzt öfter sehen (heute zum Beispiel). Kaum angekommen ist Roman
aufgefallen, dass wir den Klappspaten vergessen hatten. Das Gute und vor allem
viel benutzte und benötigte Stück. Also haben wir schnell aufgebaut
und Roman ist dann noch mal los gedüst und hat das Ding gesucht, gefunden
und wieder gebracht.
Nach den 5
Flächen war ich voll bedient. Nichtsdestotrotz haben wir erstens auf dem
Heimweg noch wegen Megasicht schön Fotos gemacht und sind dann zweitens
nach nur kürzestem Stopp weiter Richtung Centre gefahren. Dort haben wir
unseren Gemüsehändler geschlossen gefunden und haben deshalb nur bei
Abdellah süsses und bei einem anderen Gemüsehändler Notration
gekauft. Dann sind wir zu Hassan, der auch tatsächlich da war. War echt
schön, dass wir das endlich mal hinbekommen haben. Zuerst haben wir bei ihm
ein bisschen Smalltalk gehalten und haben sein Baby bewundert, dann sind wir in
das hintere kühle Café unter den Platanen und haben dort Fussball
(Champions League Halbfinale Porto gegen La Coruña) geguckt. Danach waren
wir dann noch einmal bei ihm und haben gegessen. Zum Ende hin hat mich mein
Spatz angerufen, der ich einen kleinen Schreck eingejagt hatte, da ich am Tag
zuvor nächtens in einem Angstanfall angerufen und auf den Anrufbeantworter
gesprochen hatte. Ich muss wirklich mal schauen, was ich mit mir
mache...
Auf jeden Fall war das sehr
schön und wir waren gegen halb 11 völlig erschöpft wieder am
Forsthaus und sind auch stantepede ins Bett. Heute früh dann Suppe und
nicht so richtig Lust, da das Wetter doch eine sehr große Rolle spielt.
Nachdem Roman unbedingt noch früh ein Bisschen sein Zeug aufräumen
musste und ich auch nicht so richtig in die Puschen kam, sind wir erst ein
bisschen später los und waren dann wegen des noch recht weiten Fusswegs
erst 10:30 auf den Flächen am Start und da diese es, wie schon angedeutet
allesamt in sich hatten, war unser dreier Tag dann auch recht lang.
Als wir wieder unten waren, haben wir
erstmal ein bisschen mit Achmed rumgehangen und Tee getrunken und unser Schlafen
auf der Farm (dazu noch später einmal) klar gemacht und besprochen. Danach
habe ich dann eine schöne warme Solarshower genommen und mich dann auf die
akkumulierten Bodenproben gestürzt. Irgendwann habe ich Roman noch gebeten,
neue Bodenprobentrocknungspapierauslegedinger zu basteln und während er
sich dabei von Fatima "unterstützen" ließ habe ich im Boden
rumgemanscht und mit Fingerprobe die Bodenart bestimmt. Das läuft ja hier
im Endeffekt alles in die selbe Richtung und die Verlegung der Fingerprobe auf
zu Hause spart natürlich Zeit im Gelände, wenn dann aber so an die 15
Proben zu machen sind grenzt das ganze aber schon wieder schnell an
Arbeit.
Dann haben wir recht lecker
gekocht (Roman die Nudeln, ich die Thunfisch-Tomaten-Soße) und als Roman
dann gleich ins Bett ist, wo er jetzt gerade noch liest, habe ich zunächst
mich ein wenig um mit gebrachte Pflanzen gekümmert, meist nur gepresst,
oder bestätigt oder aber bestimmt. Allerdings muss ich sagen, dass auch
dies zu zweit deutlich mehr fetzt, als wenn man alleine ist. Und ich kann Roman
nicht verübeln, dass er sich wenig dafür interessiert, da sein Fokus
ja völlig wo anders liegt. Dafür ist er immer total hinter
irgendwelchem Gekräuch hinterher und sehr interessiert an der direkten
Beobachtung. Trotzdem war das zu zweit bestimmen letztes Jahr eine feine Sache
und ich bin froh, dass dieses Jahr nur vereinzelt noch Fragen auftreten. Da muss
ich mich unbedingt noch mal bei Tonia
bedanken.
Jetzt werde ich noch schnell
email checken und dann in die seligen Gefilde meines Schlafsackes abtauchen.
Morgen steht wieder ein 4er-Tag auf neuen Flächen an und ich bin schon
wieder ziemlich müde auch....
Posted at 10:17 nachm.
Di - April 20, 2004
Der erste richtig warme Tag!
Nach dem gestern uns die Kälte noch
einmal arg zu schaffen machte, heute der erste richtig warme
Tag
Gestern waren wir auf einer neuen Fläche und
haben demzufolge 4 neue Aufnahmen gemacht. Es war hauptsächlich auf dem
Acker an dem man vorbei kommt, wen man dem Weg zur Ferme folgt.
Erwähnenswert ist außer dem äußerst kalten Wind und unserem
durchfrieren, die Nomaden-Idioten-Jungs die uns die Hälfte der Zeit
belästigt haben. Die gingen uns ziemlich auf den Sack, aber irgendwann sind
sie dann halt abgezogen. Muss man halt ignorieren und es sind ja zum Glück
nicht alle so. Die meisten sind sehr nett, gucken unverständlich und wo
weiter. Respektieren aber zumeist den abgesteckten Bereich, was die Jungs
überhaupt nicht gestört hat. Und diese
Kälte!
Abends haben wir dann auch
gar nicht mehr viel gemacht. Rumgepusselt halt. Es gab Kartoffeln mit
Gemüsepfanne bzw. gebratenen Auberginen und später habe ich noch
gelesen und an vorher an der Flächenplanung rumgemacht.
Heute dann endlich: Obwohl sich
gestern abend noch einige Wolken zusammen gezogen hatten, erwachte ich heute bei
strahlendem Sonnenschein und wir kamen auch einigermaßen in die Puschen.
Mussten halt sehr weit und umständlich fahren und wahren gegen 9:30 auf der
ersten Fläche. Die war gleich mal sehr absteckintensiv, aber alles
entschädigend: Der Stern strahlte, das es eine Freude war. Und ich kam auch
gleich richtig ins schwitzen. Der Himmel blieb den ganzen Tag wolkenlos blau und
über mittag war es schon sehr warm, aber schön endlich. Es war so
klar, das wir auf Hin und Rückfahrt die schneebedeckten Gipfel des
Mittleren Atlasses sehen konnten, dem der Schnee sicher auch erst neuerlich in
den letzten Tagen beschert worden ist.
Wieder zu Hause, habe ich erst mal
abgegammelt und mich dann den Rest des Tages um Pflanzen gekümmert und
hatte dabei sogar zwei Erfolgserlebnisse. Das wichtigste: Der Springbrunnen ist
raus. Rothmaler ist und bleibt the best! Aphanes arvensis, ein popeliger kleiner
Acker-Frauenmantel aber trotzdem schön. Ansonsten geht es mir gerade
irgendwie überhaupt nicht gut und ich wüsste wirklich gerne ob ich mir
das wirklich alles nur einbilde oder wie oder was. Jetzt gehe ich auch gleich
hundemüde ins Bett...
Posted at 10:36 nachm.
So - April 18, 2004
Die Sonne ist uns gnädig
da versuch ich doch gleich mal, ob ich
dabei bleibe...
Heute früh dachte ich schon, Oh Gott nicht
schon wieder, da, als ich eigentlich relativ spät (am Sonntag ist der
Handy-Wecker nicht gestellt) gegen neun aufwachte, der Himmel wieder einmal
Wolken verhangen daherkam. Nach dem wir so langsam aus dem Knick gekommen waren
und ich beschlossen hatte auf Grund des Sonntags und des spät Aufstehens
nur einen 2er zu machen, klarte es auch so langsam ein wenig auf. Drüben in
der Tourist Area war die Hölle los, die Band am pauken und unzählig
viele Leute am Start. Zeit also aufzubrechen.
Oben dann klarte es schon bald nachdem
wir an der ersten Fläche angekommen waren richtig auf und es wurde ein
richtig schöner Tag. Zwar verdeckte noch ab und zu ein Wölkchen die
Sonne aber im GuG war es doch sehr schön.... Erst hatte ich deshalb noch
überlegt noch eine dritte Fläche anzuschließen, dann aber
überlegt, das erstens schließlich Sonntag sei und das zweitens ja auch
noch andere Dinge a la maison zu erledigen seien.
Zurück am Forsthaus erstmal
staunen über die scheinbar noch zahlreicher gewordenen Erholungsuchenden
und dann endlich mal die Sanierung der Stricke von denen heute schon wieder
einer abhanden gekommen ist. Da ist echt Schwund drin dieses Jahr. Aber ich habe
mir eh schon zum wiederholten Male überlegt, wie die Lines verbesserbar
wären um die Sachen noch schneller zu erfassen, aber noch bin ich über
das für mich überlegen nicht hinaus
gekommen...
Ich bin dann noch, obwohl
es eigentlich schon anders gedacht war, mit Mohammed kurz in den Ort runter, hab
eine Dichtung gekauft für unsere Gasflasche (bei der es nämlich auch
am Schlauch raus erodierte, was bei Gas ja bekanntermaßen weniger lustig
enden kann), welche wir im Endeffekt gar nicht brauchten, da sie nicht passte,
Achmed aber eine hatte die passte. Ce est la vie. Aber ich hab noch ein bisschen
Gemüse und Obst besorgt und mit bekommen, das Mohammed eigentlich den
Auftrag hatte für Achmed Dope zu kaufen. Ich glaube die Hälfte der
Leute in Debdou ist eh am dealen. Na egal. Zurück auf Ayn El Kbira
reparierten wir also unsere Gasflasche. Dann rief Raja an und wir haben
schön telefoniert. Das war eine Freude. Beim draußen stehen und
telefonieren fing es allerdings schon wieder an kalt zu werden und obwohl es
erst kurz nach achte ist, werde ich wohl bald Richtung Schlafsack abtauchen.
Noch dazu gab es heute nur kalt essen (Fischdose zu frischem Brot, dass wir ja
täglich von Achmed bekommen, da wir ihm das Mehl dazu gekauft haben und
sozusagen ein Service-Abkommen mit ihm haben...) so dass mir trotz heißem
Tee schon wieder ganz schön kalt ist (draußen hat es jetzt gerade
ungefähr 8 Grad und drin ist's ja hier nicht viel
wärmer...
Posted at 08:21 nachm.
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