Man soll die Saison nicht vor der Ernte loben
Nach dem unser "freier" Tag bei
herrlichem Sonnenschein vonstatten ging, erwartete uns danach die nächste
Schlechtwetterperiode und zwang uns zum ersten Mal zum Abbrechen. Davon und wie
durch enorme Anstrengung und den Zufall die Sache wieder eingeholt
wurde...
Der freie Tag fing mit "ausschlafen" an.
Gänsefüsschen weil ich natürlich vergessen hatte, den Wecker, der
uns ja jeden Morgen um 10 vor sieben weckt (bzw. mich, da Roman immer noch eine
Weile braucht), auzustellen. Ich habe aber gleich ausgedrückt und dann noch
geschlafen bis 8:30 und geschlummert bis 9. Dann hielt mich nichts mehr, denn
auch dieser Tag würde arbeitssam werden. Und unser Wunsch abends Taourit
wegen eines Internet-Café-Augenthaltes noch zu besuchen würde das
Ganze nach hinten raus limitieren.
Nach dem Frühstück setzte
ich mich sogleich über das Pflanzenmaterial und kam auch recht gut voran
(wobei immer noch Sachen auf die Bearbeitung warten und schon wieder neues dazu
gekommen ist..Uff...). Zwischendurch setzte ich meine Wäsche mit einem
bisschen kalten und einem bisschen gekochten Wasser und Saptil an und zog auf
die Wiese. Roman hatte es vorgemacht. Der saß die ganze Zeit schon da
draußen und las. Ich brauchte ganz schön lange und später fragte
ich dann auch Roman, die Bodenproben draußen in die Sonne zum Trocknen
auszubreiten bzw. war das mit dem Rausholen seine Idee. Ich wollte auf jeden
Fall noch die angefallenen Proben bezüglich der Bodenartbestimmung
bearbeiten. Und eigentlich wollte ich auch noch mit dem schönen heißen
Wasser aus der Solardusche duschen. Hätte ich dies nur getan. Aber die zeit
war zu knapp. Irgendwann machte ich mich dann noch eilig über die
Bodenproben und Roman brachte die Proben wieder hinein und auf ging es (erst
16:00Uhr) nach Taourirt.
Dort
zunächst Müll auf die Kippe bringen, dann Obst kaufen, dann in die
Patisserie gegenüber wo es zwar nicht so tolle Sachen zum Mitnehmen gab,
wir uns aber jeder zu zwei Teilchen und einem Café au lait hinreißen
ließen und dann sage und schreibe 21 Dirham (ca. 2€) dafür
bezahlten (und Roman hatte noch Kleinzeug sich auch einpacken lassen) dafür
bezahlten. Dann zum Gemüsehändler den ich vom letzten Jahr noch
erinnerte und auch gleich fand, dann zum Internet-Café. Dort fragte ich, ob
ich meinen Rechner anschließen könne. Ich durfte und konnte und zack
war ich mit dem AlBook mit der großen weiten Welt verbunden. Weshalb ich
erstmal mit Mail alle Accounts checkte und massiv BOB-mail erhielt (was mir aber
einen sehr guten Einblick in die Aktivitäten bezüglich
24Stunden-Vorlesung gab) und an jede mail die ich verschickte auch noch ein
bisschen Bildchen anhängte.
Auf
dem Heimweg habe ich dann noch durch pure Unaufmerksamkeit gleich zweimal
hintereinander ein übles Schlagloch mit genommen und dabei die Felge vorne
rechts geschrottet (wie wir zu Hause alsgleich bemerkten). Wenn man keine Arbeit
hat, dann macht man sich halt welche... Aber am nächsten Tag (also gestern)
sollten die Flächen ja eh zu Fuß erreicht werden, da es sich um
Hangflächen handelte. Das zu Fuß erreichen war auch nicht das Problem.
Aber das Wetter war schlecht: Wolken zogen durch und wir standen in der Suppe.
Die Flächen erwiesen sich jedoch als nett gelegen in der Nähe des
kleinen Tropfstein-Überhangs am Nomadenweg den ich letztes Jahr schon mit
Hamid benutzt hatte. Nützte aber nichts, denn nach dem Abspannen der
zweiten Fläche direkt unterhalb einer Felswand und sehr waldig und
interessant begann es zu schiffen wie das Messer. Roman schrieb geschützt
durch einen Felsvorsprung, ich rannte durch den Regen und merkte erst
später an der durchnässten Hose wie stark es eigentlich geregnet
hatte. Roman hatte seine Unterhose noch auf der Leine, ich war relativ nass und
so war uns beiden kalt und es sah nicht Wetterbesserung aus. So gaben wir auf.
Da war ja auch noch die Felge usw. Zu Hause bestimmte ich sogleich wieder
Pflanzen und am Nachmittag sind wir dann nach Debdou gefahren um die Felge
reparieren zu lassen. Roman hatte inzwischen das Rad gewechselt und unser
Baumarktmann organisierte die Chose nachdem wir ihn erst ein bisschen suchen
mussten. Der Hammer hat's gerichtet. Naja. als Reserverad reicht's und vor der
Fahrt nach Hause brauchen wir wohl am besten noch ein neues
Rad.
Danach noch ins Café und dann
schon ziemlich müde ab nach oben. Die Wolken waren immer noch dunkel am ins
Tal ziehen und nach kaltem Essen ging's alsbald ins Bett. Ich habe dort noch
Raja's Fragebogen ausgefüllt den ich dann heute morgen abgeschickt habe.
Roman brauch ja eh immer noch ein bisschen wenn ich schon auf bin und so habe
ich die "billige" Zeit vor acht noch zum Mail wegschicken genutzt. Dann also auf
zu neuen Taten. Glücklicherweise erwies sich HA7 als teilweise in einem
episodischen See gelegen und wir rissen die ersten 4 Flächen im
Handumdrehen ab (da 3 im gerade eben noch Wasser und jetzt keine Vegetation mehr
Bereich oder sogar ganz im Wasserlagen) und beschlossen deshalb, da wir ja schon
mal so weit oben waren, noch einen weiteren 4er (HA11) dranzuhängen, da
dort laut Karte auch mit offenen also schnell absteckbaren Flächen zu
rechnen war. Das war auch so und die Flächen waren noch dazu alle sehr
interessant (ehemalige Ackerfläche, aktuelle Ackerfläche, sehr
flachgründig steinig und mega-flachgründig steppig). Allerdings
bedeutete das totales Durchrücken und ohne Maruja hätte ich das nicht
gepackt. Noch dazu war das Wetter schlecht: Der Wind blies, es war kalt und die
Wolken zogen dunkel über uns hinweg. Zum Glück regnete es wenigstens
nicht.
Aber irgendwann war auch das und
noch dazu in Affentempo geschafft. Und dabei gab es sogar sehr viele Arten zu
finden und auch interessantes Neues. Das bedeutete allerdings noch heftig
Nacharbeit daheim. Ich habe bis 21:00 Uhr Pflanzen bestimmt (und dabei direkt
nach dem Ankommen gegen halb 6 angefangen), dann mir noch schnell was warmes zu
essen gemacht (Herr Hein wollte mal wieder nicht, der ernährt sich lieber
von Süßem) und dann, nach dem Pressen von ein paar der bearbeiteten
Pflanzen bin ich flugs ins Bett, habe mir den Rechner auf den Schoß gelegt
(heißt ja schließlich Laptop das Ding) und losgeschrieben. Jetzt
fallen mir wirklich gleich die Augen zu nach 12 Stunden unter Strom und
Konzentration und so. Deshalb mach ich sie auch zu und entschlummere. Ach,
beinahe habe ich noch das tollste heute vergessen. Achmed kam und brachte Post
von meinem Spatz für mich. Das war eine Freude und hat mich aufgebaut. Den
Brief werde ich wohl morgen nochmal in Ruhe lesen und mich nochmal drüber
freuen. Jetzt aber erstmal in die
Falle...
Nur noch mal zum
resümieren: Das war ein 8ter heute!!
Posted: Do - April 29, 2004 at 10:10 nachm.