What the hell?


Diese Frage trifft für so vieles der letzten Tage zu. Zum Beispiel für das Wetter. Und für eine Pflanze die ich fand und die immer noch unklar ist. Und für das, was uns heute hier "zu Hause" passierte. Wir sind nämlich umgezogen...

Meine Güte, durch das Schreiben vieler E-Mails am vorgestrigen Dienstag, habe ich ganz vergessen, oder hatte keine Zeit mehr zu bloggen. Aber da es morgen auf eine 2-Tages-Tour gehen soll, ist es also höchste Zeit.

Am Montag haben wir nach unserem freien Sonntag ganz regulär gearbeitet. Es sah nämlich entgegen den Erwartungen (siehe letzter Eintrag) morgens sehr gut aus. Also frisch, fromm, fröhlich, frei auf zu neuen Taten. Wir fuhren zu H12/H16, beides Wiederholungsflächen wo jeweils 2 Flächen zu bearbeiten waren. Schon als wir da waren, kamen alsbald immer mehr Wolken auf und ruck zuck war der Himmel Wolken verhangen. Und die trieben mit relativ hoher Geschwindigkeit auf uns zu und über uns hinweg. Zum Glück regnete es den ganzen Tag nur wenig und auch der Hagel hielt sich in Grenzen. Aber kalt war es und wir fragten uns ein ums andere mal "What the hell should this mean, are we in Morocco?". Dafür hatten wir, zumindest auf H12 regelmäßige Begleitung. Jungs, die ich schon vom Vorjahr kenne und die mich und die sind auch ganz nett und haben uns später sogar noch Milch und Schafskäse gebracht. Allerdings tauchte auch der Nervtyp von Hi_irgendwas (ich berichtete) wieder auf und war tatsächlich beinahe ebenso nervig.

So überstanden wir den Tag ganz gut. Die Flächen ließen sich auch leicht abstecken und waren relativ leicht zu erfassen und dabei nicht zu uninteressant. So waren wir denn auch nicht zu spät zu Hause (wo es leider ja auch nicht warm und gemütlich ist) und ich konnte mein gerade begonnenes aber sehr spannendes und schönes Buch "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" zu Ende lesen. Wenn ich mal lese und es fesselt mich, dann ziehe ich ja auch ziemlich durch. So weit so gut.

Der Dienstag allerdings begrüßte uns Wolken verhangen, stürmisch und mit einer guten Portion Regen. An raus fahren war nicht zu denken. Also haben wir beschlossen nicht raus zu fahren und haben vormittags ein wenig zu Hause gearbeitet. Roman hat schon mal sein Zeug eingegeben, ich habe Pflanzen bestimmt, an der Planung gearbeitet und Zeugs gemacht. Nachmittags sind wir dann (da Wetter blieb die ganze Zeit schlecht) nach Taourirt gefahren. Dort habe ich festgestellt, dass meine VISA-Karte mit der alten Nummer wirklich nicht geht und wir haben ein wenig eingekauft (Süßigkeiten und Obst) und sind dann dem eigentlich Grunde unseres Besuches gemäß ins Internet-Café gegangen. Dort konnte ich meinen Rechner wieder konnektieren und durfte mich leider über wenig bis gar keine Post ärgern. Dafür habe ich geschrieben wie ein wilder.

Es wurde natürlich ein wenig später und wir verbanden den Abend mit der Hoffnung auf besseres Wetter. Mein Schnuff hat mich dann noch angerufen (worüber ich mich sehr gefreut habe, weil ich eine E-Mail geschrieben hatte mit Anrufersuchen) und alsbald ging's hui ins Bett. Am Morgen sah es zumindest ein bisschen besser aus und während wir frühstückten kam richtig gehend die Sonne raus. Wir sind dann zu HA1 gefahren. Dies liegt am Hang und wir näherten uns von unten aus über Khelifit, ein kleiner Örtchen (wie ein größeres Gehöft) in der Nähe von Debdou. Dabei fragten wir am Fluß bei einer Farm nach dem Weg und trafen dort sehr hübsche und aufgeschlossen wirkende junge Damen, die uns den Weg wiesen.

Die Flächen waren schwierig zu erreichen aber sehr interessant und ich musste ein ums andere Mal Pflanzenmaterial in Plastik verstauen und noch ist nicht alles davon aufbereitet. Aber so macht es dann doch auch ein wenig Spaß. Gegen Mittag hat Raja mich angerufen und gesagt, dass sie eine Zusage vom Kilkenny-Festival wegen Praktikum hat. Das ist einerseits sehr erfreulich, andererseits kommen somit natürlich noch einige Prüfungen (oder gute Organisation) auf uns zu...

Auf dem Heimweg haben wir vom Dorf noch einen Einheimischen mit nach Debdou genommen. Das hat ihn sehr gefreut. Vorher waren wir von einem Hund einer netten älteren Bäuerin ganz schön zusammen gebellt worden und nachher haben wir in Debdou noch einen Café getrunken und ich habe dabei Houssam getroffen, was mich sehr gefreut hat. Wir waren ausnahmsweise in ein anderes Café gegangen und dort war er geradewegs auf der Straße am vorbei schlenkern und so haben wir uns getroffen und ein wenig erzählt. Abends haben noch Raja und Paul und Kai angerufen. Da war ich wieder so ein bisschen ausgesöhnt und zufrieden.

Heute fing der Tag allerdings wider Wolken verhangen an aber dann war es sozusagen das Gegenstück zu Montag. Es klarte alsbald auf und es schien den lieben langen Tag die Sonne, die Wolken wurden immer weniger und der Himmel immer blauer und klarer. Allerdings wehte dabei ein unheimlich kalter Wind und wir arbeiteten mal wieder in voller Montur. Aber mit so ein bisschen Sonne geht das doch alles gleich viel einfacher. Wir sind dabei heute in eine sehr dicht von Nomaden besiedelte Gegend gekommen und wurden gleich am Anfang vom Herrn des nächsten Zeltes zum Café eingeladen, den ich OK fand. Roman aber liebte ihn. Sehr süß und mit mindestens zwei weiteren Aromen versetzt (Zimt und weiß nicht was.). Die Jungs von dem Zelt sind denn auch den ganzen Tag noch um uns herum scharwenzelt, weil wir ja auch die ganze Zeit dort in der Nähe waren. Die Flächen waren vegetativ eher unspannend und sehr stark gestört, was aber auch nicht weiter verwunderte.

Heute abend dann die nächste Überraschung: Vor unserem Ställchen lagerte Baumaterial und in der Küche war eingestiegen worden. Das würde sich schon irgendwie aufklären, bald wollte ja der Kollege von Achmed hier einziehn und da wollten wie es bestimmt noch ein wenig netter machen und ich hoffte so für mich, dass sie sich damit doch noch ein wenig gedulden mögen. Als Achmed dann kam, stellte sich heraus, dass sie schon bald umbauen wollen und wir dafür uns so weit zurück ziehen müssten, dass wir eigentlich nur noch in dem einen Zimmer wohnen, was nicht so recht meine Begeisterung hervorrief. Aber Achmed kam dann mit dem Vorschlag doch in den Salon zu ziehen und das haben wir nach kurzem Überlegen dann auch ruck zuck gemacht. So sitzen wir jetzt im Salon und haben uns so leidlich eingerichtet. Es ist schon erstaunlich wie schnell man sich und mit wieviel zerstreutem Klimbim sich irgendwo heimisch fühlt und sich niederlässt. Ich hatte eigentlich auch ander Sachen zu tun als Umziehen aber jetzt bleibt es hoffentlich dabei.

Morgens geht es also wie gesagt zu einer Zweitagestour und für mich ist es jetzt aller höchste Zeit ins Bett zu gehen, ehe ich hier noch am Rechner wegnicke...

Posted: Do - Mai 6, 2004 at 10:29 nachm.        


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