Aller Anfang ist wie immer schwer


Jetzt fang ich doch mal an mit meinem Marokkotagebuch. Und gleich als Blog. Die ersten Tage sind auf Hardcopy verewigt, aber jetzt leg ich mal hier los. Wir beginnen gestern (16.04.04)

Nachdem mein Chef sich nach interessanten aber arbeitsarmen Tagen wieder gen Heimat verabschiedet hat und wir vorgestern (also am 15.04.04), am Tag der Abreise des Chefs nichts mehr auf die Reihe bekommen haben, außer in Taourirt im Internet rumzuwurschteln und sonst noch ein paar Einkäufe zu erledigen, haben wir gestern so richtig loslegen wollen. Roman hat nach fruchtbaren Diskussionen mit Anke und Carl ein Bild seiner Arbeit im Kopf. Da Ganze fügt sich hervorragend in meine Pläne ein, also die Ärmel hoch gekrempelt und losgelegt.

Und tatsächlich. Trotz Kälte und Wind und sehr ungemütlichem Wetter (was im Nachhinein noch schlimmer erscheint, wenn man am Telefon erzählt bekommt, dass in Deutschland der Frühling so richtig loslegt...) haben wir 4 Flächen geschafft und uns gefreut, dass es immerhin nicht geregnet hat. Allerdings hat Roman bei er letzten Fläche schon a bisserl im recht nah stehenden Auto geruht, weil es im irgendwie nicht so recht gut ging. Er ist dann noch mal aufgestanden als ich so einigermaßen rum war und hat seine Arbeit gemacht und wir haben zusammen abgebaut. So weit so schlecht.

Am Forsthaus dann hat sich Roman gleich hingelegt, weil es im tatsächlich nicht gut ging. Ich habe ein bisschen rumgetüttelt und den Tag nachbereitet. Achmed kam irgendwann mit Süppchen, dass ich mir später warm gemacht habe. Dies sollte sich als Fehler herausstellen. Roman wachte irgendwann als ich gerade dabei war ins Bett zu verschwinden auf und ging schnurstracks zum Klo um sich zu übergeben. Meine Herren, da kam aber was raus. Daraus folgte, dass ich mir schwere Gedanken machte und da habe ich im Zusammenhang mit der sehr schwer im Magen liegenden Kichererbsensuppe von Achmed, deren flüssige Grundlage das gesammelte Fett der letzten beiden Hühner, welche noch zu Ehren des hohen Besuches auf den Tisch gekommen waren, bildete, natürlich auch gleich Beschwerden bekommen und arg an Sodbrennen zu leiden gehabt.

Heute früh dann war Roman noch immer völlig derangiert, so dass ich beschloss alleine hochzufahren. Achmed, der dies mit bekam, bot sich sogleich an, mit hochzufahren. Da sagte ich nicht nein und freute mich die Flächen nicht alleine abstecken zu müssen. So wurde es doch noch ein recht erfolgreicher Tag und wir haben auch angenehm diskutiert und Achmed war wieder sehr interessiert. 3 Flächen in H13, das ist für einen Tag an dem ich anfangs dachte, das gar nichts geht, doch ganz gut. Zwischendrin gab es den obligatorischen Tee, den man nicht umgehen kann, wenn man mit Marokkanern unterwegs ist und da es mir auch nicht so mega ging, war das auch ganz angenehm.

Auf dem Rückweg sind wir noch bei der Mobilfunknetzstation vorbei bei der wir das Referenzgerät für das Leica-GPS aufbauen wollen und haben geschaut, was wir unsererseits für die Installation noch brauchen. Tja, das ist Marokko, ein Mann in einem kleinen Hüttchen mit Familienanhang, dessen einzige Aufgabe es ist den Handymasten zu bewachen. Auf dessen Dach nämlich dürfen wir nach langwieriger Diskussion mit dem Caite und dem Pascha von Debdou unsere Referenzstation aufbauen.

Zu Hause lag Roman immer noch flach und der schöne Tag (heiter bis wolkig, ein bisschen windig, aber angenehm) begann langsam abzukühlen, wieder ziehen Wolken auf und ich hoffe, dass es morgen früh wieder besser ist. Nichtsdestotrotz habe ich vorhin nach dem ich endlich mit meiner Handwäsche fertig war, meine Wäsche draußen aufgehangen. Wenn es regnet, dann wird die Wäsche halt schön weich...

Vor der Handwäsche habe ich noch einen Plan für die Flächenbegehungen ausgetüftelt und fühle mich jetzt auch besser und danach habe ich noch mit meiner Mama telefoniert 8was auch zu meinem Wohlbefinden beigetragen hat) und mir das Süppchen aufgesetzt, das ich jetzt gleich verspeisen werde...

Posted: Sa - April 17, 2004 at 08:13 nachm.        


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