Die Arbeit ist fast geschafft (für
mich!) und dann geht es ab in den Süden! Über die letzten Arbeitstage
und unsere Fahrt nach Taourirt zu Tanken/Einkaufen/Internet...
Am Freitag (22.04.05) taten wir das gleiche, was
wir immer taten in den letzten Wochen: Wir standen mit dem Handywecker um 7:00
auf. Wir machten Frühstück und versuchten nicht zu spät los zu
kommen, da wir am Abend nach Taourirt wollten um zu tanken, ins Internet zu
gehen und einige Sachen einzukaufen. Dummerweise hatten wir uns wieder einen Tag
mit Buschplots ausgesucht. Dumm deshalb, weil diese immer etwas länger
dauern und gebietsbedingt auch meist weiter zu erlaufen sind. Es war ziemlich
heiß und schwül was schon den Walk zu unserer ersten Fläche (ca.
700m querfeldein) recht schwierig machte. Insbesondere deshalb weil wir ob der
aufgezogenen Wolken die langen Unterhosen drunter gezogen hatten. Diese waren
das erste dessen wir uns entledigten kaum daß wir am Plot angekommen waren.
Trotzdem war es sehr schwierig sich zu konzentrieren und die Arbeit machte es
nicht leichter. Trotzdem kamen wir relativ gut voran und wechselten so gegen
12:30 die Fläche. Da hieß es wieder laufen. Nachdem wir also H2_M10
gemacht hatten ging es jetzt zu H5_M13. Dort steckten wir ab und aßen dann
kurz etwas. Allerdings drohten Wolken und es zog düster auf. Wegen der
Schwüle befürchteten wir ein Gewitter und meine Erkältung, der
Stress und die Schwüle führten zu recht unangenehmen Kopfschmerzen die
auch den ganzen Abend nicht mehr so recht aufhören wollten. Gegen 16:30
verließen wir den Plot geschafft und kaputt, liefen den kurzen Weg zum Auto
und machten uns - unterbrochen von einem kleinen Halt im Forsthaus um Sachen zu
holen (ich meinen Rechner zum Beispiel) - direkt auf nach Taourirt. Andi fuhr
wie der Teufel und wir waren bald
dort.
Als erstes steuerten wir die
Libraire des Amis an um schickes glossy Fotopapier zu kaufen. Wir wussten, dass
wir am nächsten Morgen bei H11 auf den Nomaden treffen würden von
welchem wir beim ersten Ansteuern des Plots ein Foto geschossen hatten - das
wollten wir im Ausdrucken und ihm Mitbringen. Bei der Libraire des Amis waren
wir nur mäßig erfolgreich, aber es war nicht so teuer die 5 etwas
besseren Bögen zu erstehen. Diese konnte ich gestern zum Audrucken des
Deckblatts des Dossiers benutzen. Danach gingen wir noch nebenan in die Libraire
Taourirt und fanden besseres Fotopapier. Teuer war es aber gut. Danach sind wir
wieder zum Zentralplatz und haben mit meinem Lieblingsparkplatz mehrere
Läden erschlagen: Den "Supermarkt" für Oliven, Schokolade, Joghurt und
anderes. Die Patisserie für ein paar süße Leckereien. Und den
Telefonkiosk zum Aufladen der marokkanischen Telefonkarte. Wie flink sich doch
manches erledigen lässt. Dann besuchten wir noch kurz das Café
gegenüber des Hotel Mansour. Andi nahm einen Kaffee, ich ob meiner immer
noch andauernden Kopfschmerzen einen Tee. Dann sind wir zum Internet am Nussmann
gelaufen. Dort waren keine Plätze frei, so dass wir entschieden doch das
andere Internet-Café in der Nähe des Souq aufzusuchen. Wir holten das
Auto und fuhren hin. Auch dort durfte ich freundlicher weise meinen
mitgebrachten Lappi anschließen und so war das Mail checken und schreiben
eine Freude. Andi hatte es dagegen nicht ganz so gut mit seiner
arabisch-marokkanischen Tastatur. Langsam ging es auch meinem Kopf etwas besser.
ich hatte dankbarer Weise einen Fensterplatz und der Tee tat vielleicht auch
sein übriges. ich hoffte nur, dass es nicht noch schlimmer würde,
damit die paar letzten Tage Arbeit auch noch zu machen waren. Nach dem Internet
sind wir noch an der Tanke vorbei und haben vollgetankt. Und dann nichts wie ab
nach Hause.
Dort haben wir gar nicht
mehr richtig sondern nur noch Brot und ein paar Happen Schokolade gegessen.
Irgendwie ging es mir dann auch besser. Vielleicht hatte ich auch einfach
Zuckermangel gehabt? Wir sind dann schon recht bald (23:00) ins Bett und das war
auch nötig. Am Morgen des Sonnabend (gestern, 23.04.05) also trotz
Wochenendes das Gleiche: Aufstehen gegen 7:00 und fertig machen. Gegen 9:30
waren wir auf H11_M5 und wurden sogleich von den Kindern des freundlichen
Nomaden umringt und bei der Arbeit beobachtet. Sie wollten sogar beim Abstecken
mitmischen. Für Andi war es nur etwas unangenehm weil der eine Kleine
ständig neben ihm saß und ihn vollhustete und Hand vor den Mund zu
halten ist hier oben überhaupt nicht in. Der Nomade kam dann als wir fast
fertig waren und brachte gleich mal ein wenig Hlieb (war aber fast schon Leben
(Buttermilch)). Und fragte, ob wir Tee und Brot wollten. Wir nahmen dankbar an,
bedeuteten aber, dass wir schonmal den Plot wechseln und mit dem anderen
ebenfalls nahe gelegenen schonmal beginnen werden. Wir brannten darauf recht
früh zu Hause zu sein, um den Nachmittag für uns nutzen zu
können. Wir wechselten also, spannten ab und wollten dann warten, aber Brot
dauert eben eine Weile. So fingen wir schon mal an. Aber bald kam er mit Tee und
leckerem in fett schwimmendem Nomadenbrot aus der Pfanne (Blätterteig
ähnlich). Wir setzen uns und aßen und tranken. Er setzte sich noch ein
Sekündchen hinzu, hatte dann aber auch anderes zu tun und lief wieder fort.
Nach dem Essen sagten wir l'hamdullah und es war schwer wieder loszulegen, aber
der Feierabend lockte. Als wir bei wieder bei der Arbeit waren, kam er noch mal
mit einem anderen Jüngeren und einem gebrochenen Teil eines LKW. Er bat uns
mit Hand und Fuß doch nach Debdou zu fahren, um im Magazin wie er sagte,
ein neues Teil zu holen. Er gab uns sogar Geld mit und meinte noch, wenn nicht
in Debdou, dann gibt es bestimmt in Taourirt solches. Aber darauf hatten wir ja
nun gar keine Lust: Mal eben 110 km fahren für sein Ersatzteil und wir
wiegelten erst ab. Aber als er weiter drängte, willigten wir ein (und
dachten daran zumindest in Debdou unser Glück zu versuchen, auch wenn es
bedeutete, dass wir noch nach Debdou fahren müssten, wo wir uns doch auf
einen chilligen Nachmittag gefreut hatten).
Die Fläche ging auch ganz gut von
Statten und wir wären noch vor 16:00 Uhr "zu Hause" gewesen. Aber wir
fuhren gleich runter. Ich fuhr diesmal, dass es schneller ginge. Wir steuerten
gleich Achmeds Maison im Eaux et Forets Gelände an. Achmed war allein zu
Hause und auch bereit mit uns wegen des Teils zu schauen. Wir fuhren erst zu
unserem Baumarkt und dann wieder zu dem Autoreparateur bei dem wir auch voriges
Jahr versucht hatten gleich am Anfang eine Kette zu kaufen. Der hatte kein
solches Teil schweißte aber mal eben aus einem anderen Teil was an. Ist
zumindest eine provisorische
Lösung:
Danach sind wir noch mit Achmed zum
Café gefahren und haben gemeinsam einen Tee getrunken. Wir haben ihn dann
auch gefragt, ob er morgen (also am Montag uns begleiten kann, da wir nach
unserer letzten Fläche gleich nach Sidi Lahsen aufbrechen wollten - quasi
eine kleine Tour über die Gaada machen wollten. Aber er kann morgen nicht
weshalb wir jetzt für den Dienstag verabredet sind. Wir fragten aber auch
ob wir nicht wie letztes Jahr wieder das Hammam buchen könnten. Wir sind
also dann zum Hammam. Dort war aber nur der Louis deshalb konnte er nicht
zusagen. Wir also zum Haus des Besitzers und Termin klar gemacht. Geht auch
klar. Am Haus haben einige Millionen Kinder rumgehangen udn ihre frischen
Englisch-Kenntnisse an uns ausprobiert. Auf dem Rückweg haben wir Achmed
noch darauf gebracht, dass es ja nicht schlecht wäre, ihn nach dem Hammam
gleich abzuholen am Montag abend damit wir am Dienstag a la bonne heure starten
können. So ist es also jetzt abgemacht. Dann haben wir ihn nach Hause
gefahren und bekamen Mohammed und Abd el Ila aufs Auge gedrückt. Sie
würden auch morgen wieder runter laufen aber noch sind sie hier. Gestern
Abend hat Mohammed noch unsere Kochpläne durchkreuzt und zwar Rote Beete
gemacht aber irgendwie mit komischem Kartoffelbrei (der mir eindeutig zu
Kuminlastig war) und danach hat es wieder schön rumort unter meine
Bauchnabell... Aber die Jungs sind nach dem eh schon späten Essen bald ins
Bett und wir haben im flackernden Feuerschein noch ein wenig weiter gearbeitet.
Andi hat Daten eingegen, ich habe das Dossier (in zwei Ausführungen) und
anderes gedruckt. Leider bin ich erst nachdem mein Rechner gesagt hat es ist
0:00 Uhr ins Bett gegangen.
Trotzdem
bin ich heute recht früh aufgewacht (ca. eine Viertel Stunde vor dem Wecker
um 7:00). Das Ende naht und ich will fertig haben. Wie immer:
Frühstücken und alles verrammeln, damit nicht wieder was fehlt, wenn
die Jungs hier abhängen. Zur Fläche und dort straight durch
gearbeitet. Wir haben dann beschlossen nicht zu H11 zum Nomaden zu fahren und
ihm die Reparatur zu bringen, da wir dazu das ganze UG hätten durchqueren
müssen. Das hätte unseren frühen Feierabend völlig zunichte
gemacht. Also nach Ayn el Kbira und da sind wir nun. Haben gleich nach unserer
Ankunft einen leckeren Kaffe getrunken und schon mal mit Cuba libre angefangen.
Jetzt halt schreiben und endlich wieder auf dem neuesten Stand! Morgen noch eine
Fläche und dann schon mal packen und Tour vorbereiten. Für mich
heißt es ja dann schon Adieu sagen auf unbestimmte Zeit...
Posted at 08:00 nachm.
Fr - April 22, 2005
Marokko05 - Eintrag 7
Weiter von gestern...
Ich bin ein wenig krank. So eine Scheiße.
Deshalb kann ich auch gar nicht so lange, da ich in den Schlafsack muss, um
meinem Körper ein wenig Kraft zu schenken. Also schnell. Am Montag dem 18.
haben wir also unsere Arbeit wieder aufgenommen. Diese läuft seitdem auch
relativ stupide vor sich hin. Wir sind also mit Wecker zu um 7:00 raus und haben
auch gar nicht zu lange gebummelt und waren so kurz nach 9:00 am Plot. Dort war
alles megast abgefressen (H9_M1). Auf dem zweiten zu bearbeitenden Plot H9_M11
war es nicht viel besser bestellt. Es war auch nur ein wenig Entwicklung
feststellbar. Wie auch - bei der Trockenheit und gleichzeitig dem
Fraßstress... Wir kamen aber ganz gut durch und wurden auch gar nicht so
richtig gestört (Ich kann mich augenblicklich zumindest nicht daran
erinnern)... Abends machte ich dann an dem Dossier weiter und Andi kümmerte
sich um seine FileMaker-Sachen. Jetzt will er nun doch durchklicken und wir
versuchen im Augenblick gerade mittels Skripten das und die Datenbankstruktur
gleichzeitig zu ermöglichen.
Es
wurde wieder spät. Aber wir machten nach der Arbeit gleich einen Tee und
ein wenig l'hamdullah. Das machen wir jetzt öfter und es fetzt. Ich
weiß auch gar nicht mehr was es zu essen gab, aber nach unserem
Einkaufsrauach in Taourirt haben wir ja jetzt alles lang hin da.
Am Dienstag das gleiche Spiel: Der
Wecker klingelte um sieben, wir standen auf, machten Frühstück
(relativ umfassend mit Leben (Buttermilch) und Früchtchen und Ei und so
Späßen) und uns dann auf den Weg. Zu H16_M18. Dort fanden wir den Ort
wieder schlecht, trotzdem wir ihn beim letzten Mal mit Markern markiert hatten.
Aber insgesamt waren wir doch schon wesentlich schneller jetzt. Alsbald kam
unser kleiner Nomadenfreund, der mit nach Spanien möchte, und fragte warum
wir nicht mit Bezzot vorbeigekommen wären. Ach wenn das doch so einfach
wäre.... Nach dem Plot sind wir dann zurück gefahren und haben den
nächsten angesteuert (Hi12_M9). Über das Wetter braucht man eigentlich
nicht zu reden, da es die ganze Zeit schön ist. Oben weht es zwar manchmal
kalt, aber wir haben die ganze Zeit Sonnenschein. Es ist einfach
unglaublich.
Kaum hatten wir den Plot
abgesteckt kam ein Nomade mit seinen Schafen und wollte irgend etwas wissen. Am
Ende habe ich ihn dann fotografiert. Mal sehen, ob wir ihn nochmal sehen, um ihm
das Foto zu geben. Als dieser weg war, speisten wir kurz zu Mittag um dann so
richtig einzusteigen, Als ich gerade bei D2 war (ich nehme ja jetzt in 6teln
Frequenzdaten auf), kamen Achmed und sein Chef auf einen Sprung vorbei und
fuhren natürlich mit dem Jeep direkt vor. Der neue Chef von Achmed ist
wirklich witzig und total interessiert und wir haben gleich noch ein wenig
unsere Technik vorgestellt und unsere Vorgehensweise erläutert. Aber wir
waren trotz dieser kleinen Unterbrechung relativ früh fertig (16:00 Uhr
oder so) und sind deshalb gleich nach der Arbeit runter gefahren, um Briefmarken
zu besorgen. Wir waren auch noch im Laden wegen Süßem und Milch haben
aber leider Brot völlig
vergessen.
Wieder in Ayn el Kbira war
es immer noch recht früh und wir hingen ein bißchen in den Abend
hinein, bevor wir uns wieder an unsere Rechner machten. Mein Dossier ging jetzt
gut voran. Andi hatte hingegen massive Probleme mit seinem Zeug. Wie es aussieht
haben wir die gerade so halbwegs gelöst. Er kann jetzt im 19er Raster Arten
einklicken und trotzdem von der Datenbankstruktur profitieren. ScriptMaker sei
Dank. Allerdings liegen da manchmal halt auch die Probleme. Andi hat den ganzen
Abend am Mittwoch zum Beispiel gefummelt bis ich dann beim dritten Mal drauf
schauen feststellte, dass er ein
&
mit einem
UND
verwechselt hat, was fatale Folgen haben kann, bei einem Datenbankprogramm
(&
fügt Text zusammen,
UND ist
eine logische Verknüpfung in Formeln). Am Dienstag abend kamen auf jeden
Fall noch kurz nach unserer Wiederankunft in Ayn El Kbira Achmed und sein Chef
nochmal vorbei. Zuerst Achmed einen Eimer suchend (ums Auto zu waschen), dann
nochmal mit Chef und die haben nochmal reingeschneckert und der Chef hat wieder
hektisch alles wissen wollen und sich selbst erklärt. Ich find den echt
niedlich. Dann haben sie noch nach einem Buch wie ich es Achmed schickte
(Pflanzen) für den Chef gefragt (Vögel). Ich denke schon dass ich das
machen werde. Wir haben hier schließlich auch viel gegeben
bekommen.
Der Abend ging dann wieder
schneller vorbei als man es sich vorstellen kann. So wie der heutige. Es ist
gleich 23:00 Uhr und ich bin wie gesagt etwas angeschlagen. Also noch schnell
zum gestrigen Mittwoch. Morgens sind wir schnell zum Souk noch runter gefahren.
Wir hatten außerdem mit dem abends noch reinschauenden Achmed abgesprochen,
dass wir Brot abholen könnten. Wir sind dann erst zum Souq um
Verzögerungen zu vermeiden. Es ging auch echt schnell: Datteln, Feigen und
das wars auch schon fast. Ach ja Eier haben wir noch gekauft. (Oder wollten wir
das nur?) Dann zu Achmed der gar nicht da war, aber seine Frau überreichte
uns zwei Mega-Frische Brot. Hmmmm lecker. Dann sind wir straight hoch gefahren
und waren natürlich etwas später auf H4_M10 als es bei einer
Buschfläche zu wünschen gewesen wäre. Aber dafür macht diese
ja auch ein wenig etwas her was die Arten angeht. Die zweite (H8_M6) war
wiederum weniger interessant und einiges ganz schön mit genommen. Dachten
wir. Heute sah die Sache anders aus, da auf Ha9_M15 wieder mal alles zu
spät war, was die Sache dann immer auch sehr anstrengend macht.
Gestern waren wir dann aber trotzdem
gut fertig. Wir hatten eine Stunde später angefangen und waren im Vergleich
zu den Vortagen eine Stunde später fertig. Perfetto. Abends habe ich dann
bald mein Dossier fertig gehabt (musste eh nur noch feilen) und dann wurde
wieder gekocht. Es gab Kartoffeln und Kichererbsen und Zeugs. und es wurde
wieder spät. Genauso ist es jetzt auch schon wieder spät geworden.
Heute war eh nicht so spannend. Die erste Fläche war OK und auch Arten
mäßig ganz interessant ist. Die zweite allerdings war wie schon gesagt
schrecklich. Aber wir habene s ja schon 16: 30 hinter uns gebracht gehabt. Hier
angekommen gab es schönen marokkanischen Tee (Andi hat es schön voll
drauf) Danach haben wir gekocht und jetzt wieder am Rechner
gehangen...
Posted at 01:03 vorm.
Mi - April 20, 2005
Marokko05 - Eintrag 6
Wenn man abends immer noch am Computer
rockt (Dossier übersetzen, dann heißt das nicht, dass man auch bloggt.
So bin ich den nun schon wieder mächtig im Verzug: Unsere "Pause", und
unser Wiedeinsetzen...
Am Samstag, den 16 war ja nun frei und wir
stellten den Wecker ab. Trotzdem waren wir gegen 8:00 uhr wach und starteten
relativ gemütlich in den Tag. Nach dem Frühstück machten wir
Wäsche. Erst Andi, dann ich. Das dauerte eine ganze Weile, weil das Wasser
ja erst immer mit unserem Sultan warm gemacht werden musste. Dann haben wir ein
wenig angehangen und die Heimarbeit (Dossier übersetzen usw.) vor uns her
geschoben. Wir haben Hacky Sack gespielt (bzw. Andi hat es gespielt und ich habe
es krampfhaft versucht). Und irgendwann dann auch mal gekocht und uns
später nach ein wenig l'hamdullah an die Arbeit gemacht. Andi hat begonnen
seine Dateneingabemasken vorzubereiten (womit er allerdings immer noch nicht
ganz fertig ist) und ich habe mich an die Übersetzung gemacht. Es ging
anfangs relativ schleppend voran. Irgendwann rappelte es am Tor. Ein kurzer
Blick auf die Uhr. Schon ca. 6:00 Uhr abends - wer mochte es wohl sein? Andi
lief zum Tor und schaute das Pferd an, als er das Tor öffnete: Mohammed war
gekommen. Hauptsächlich wahrscheinlich um dem Pferd den Genuss leckersten
Grünes wie es hier oben zahlreich sprießt zu gönnen. Diese Idee
hatte Achmed uns gegenüber ja schon geäußert. Wenig später
kam noch jemand: Es war Hassan, der es nicht eher geschafft hatte ein Auto zu
bekommen. Er kam mit guter Laune und Pastis. Wir setzten uns an unseren
Schreib-, Ess- und Lebenstisch und stellten die Rechner weg und gingen zum
gemütlichen Teil der Abends über. Mohammed werkelte in der Küche,
wir tranken Pastis und lernten ein wenig Arabisch und ließen uns von
Hassans leuchtender Vergangenheit erzählen. Mohammed schmurkelte irgend
etwas und später gab es dann lecker essen. Dumm ist nur dass M es immer
schafft fast sämtliche Vorräte in mitleidenschaft zu ziehen. Aber es
war lecker.
Die ganze Zeit
überlegte Hassan, ob er bei uns bleiben oder zu seiner Frau gebracht werden
wollte. Letztlich entschied er sich fürs zweite und wir mussten dann halt
noch fahren. Andi fuhr und ich fuhr mit. Alles lief glatt und wir waren bald
wieder gesund im Forsthaus. Nur die Kurven haben nach dem Pastis meinem Magen
nicht so gut getan. Und dabei hatte Hassan noch einen Schluck dagelassen. Der
ist immer noch da, weil mir und auch Andi nach der ganzen Fahrerei nicht merh
danach war....
Am Sonntag morgen
wachten wir wieder gegen 8:00 auf und fürhstückten alsbald. Wir waren
nämlich auf einen Ausflug nach Taourirt mit Hassan verabredet. Als wir
gegen 9:40 bei ihm unten ankamen, stand er schon mit seinem Sohn Mazin auf dem
arm in der Tür und wartete auf uns. Wider erwarten ging es auch ohne
Umschweife auf die Reise. Wir hatten den Plan, gegen 14:00 zurück zu sein,
oder aber zumindest um ungefähr diese Zeit die Heimreise anzutreten. Es
wurde viel später. Zunächst einmal machten wir auf der Hinfahrt bei
den Polizisten Stop, weil Hassan natürlich erstmal seinen Kumpeln guten Tag
sagen musste. In Taourirt sind wir dann erst zu einem Mechaniker, von dem Hassan
irgend was wollte und dann zu einem Schneider gefahren. Andi hatte am Vorabend
erzählt, dass er gern eine Djellaba haben möchte und Hassan meinte,
dass der Schneider im etwas schuld eund auch etwas versprochen habe, da Hassan
ihm in notariellen Sachen geholfen hat. Zunächst haben wir ein bisschen
suchen müssen. Dann hatten wir zwar den Laden gefunden, vom Besitzer fehlte
jedoch jede Spur. Wir sind dann erstmal eine Runde um den Block geschlendert und
als er dann immer noch nicht da war, wurde beschlossen, anzurufen. Hassan ging
mit jemandem aus dem Nebenladen, der auch die Nummer hatte um die Ecke in eine
Teleboutique und telefonierte. Nach etwas 10 minuten kam der Mann. Das Angebot
war nicht so berauschend aber nach kurzem anschauen und etwas Überlegung
kaufte Andi sich eine braune Djellaba und weiter gings. In ein Café zum
selbigen (in der Nähe der Post). Dann zum Internet (also schon zurück
in Richtung Souq). Dann sind wir auf den Souq gegangen und waren eine ganze
Weile dort zugange. Einschließlich Hemdenkauf und Gemüse und Obst und
weiteren Sachen für die Küche (Kelle und Kaffemaschine). Wir mussten
gar zweimal den Souq entern ehe wir alles hatten. Danach dann etwas essen in
einem Restaurant (auch eher am anderen Ende, aber ruhig und in einem großen
Saal mit lustig bunt-kitschiger Dekoration haben wir recht lecker gegessen
(Hassan Fleisch mit Gemüse, Ich einen halben Hahn und Andi einen
Gemüseteller). Dann noch jenes und dieses besorgen und noch mal einen
Café trinken, auf dem Rückweg noch mal beium Mechaniker vorbei und
dann waren wir schließendlich gegen 18:00 Uhr wieder in Ayn el Kbira.
Mohammed hatte wohl oder übel so lange ausharren müssen. Er war am
Vorabend beim Nachbarn geblieben aber morgens gleich wieder gekommen: Gardinage.
Wir hatten echt ein bisschen Bedenken, dass wieder was weg kommt. Konnten aber
irgendwie nichts gegen diese Hilfe ausrichten und beließen es also dabei.
Er machte sich dann auch gleich auf und wir uns noch ein bisschen an die Arbeit.
Ich setzte mich ans Dossier, Andi an seine Datenbanken. Er kochte dann auch noch
und im Ende hatten wir wieder sehr lange gesessen. Genauso wie jetzt schon
wieder und ob der Spätigkeit habe ich völlig vergessen zu
erwähnen, dass ich noch mit Raja telefoniert hatte am Sonnabend nachmittag.
Das war gar nicht so einfach weil die Verbindung mehrfach unterbrochen wurde
(Die Verbindung Irland Marokko scheint eh nicht die beste zu sein). Aber ich
habe mich sehr gefreut, dass Stimmchen meines schnuffs zu
hören... Jetzt muss ich erstmal
schließen, sonst komm ich morgen gar nicht raus. Ich hoffe ich kann das
morgen weiter führen...
Posted at 02:06 vorm.
Fr - April 15, 2005
Marokko05 - Eintrag 5
Achmed begleitete uns und blieb dann
gleich die Nacht über und: der erste Block ist
geschafft...
Wir waren für den Mittwoch morgen (13.04.05)
mit Achmed zum morgendlichen Souk und dann ins Gelände verabredet. Wir
schafften es, so gegen 8:00 Uhr bei ihm und holten ihn in seienr Garage ab. Die
Wohnsituation Achmeds hat sich wahrlich nicht verbessert mit seinem Umzug in die
Stadt. Er war auch sichtlich gerade erst aufgestanden. Wir sind dann auf den
Souk und haben fein eingekauft. Und haben dabei einige Bekannte getroffen und
einer vom Souk in Taourirt erkannte uns auch wieder. wir sind eben bekannt wie
bunte Hunde. Auf dem Rückweg bin ich noch schnell in die Apotheke und habe
mir eine Handcreme (Neutrogena) besorgt. Dann also auf zum Plateau und auf die
H11er Flächen. Achmed sollte uns begleiten, um die Kommunikation mit den
Nomaden, die direkt neben unseren Plots wohnten, zu erleichtern. Wir hätten
uns ja auch denken können, das es Tee und sonstiges dann geben würde.
Und siehe da. Der Nomade war ein alter Bekannte aus dem Jahr 2003 und er bbracht
gleich mal Tee und Brot an. Und wir mussten schon bald nach dem Start Pause
machen. Weiters drängte er auf ein Essen. Achmed versuchte halbherzig
abzuwiegeln. Aber noch vor Beendigung der ersten Fläche (H11_M5) mussten
wir ins Nebenzelt (modern, gekauft, rechteckiger Grundriss) und ein petite ropa
verspeisen. Andi versuchte sogar das Fleisch ob der netten Einladung. Es war
auch ziemlich lecker und wieder gab es - wie zuvor schon - Lebenn. Finde ich ja
immer nicht so lecker. Aber so natürliche Sachen sind unsere
mitteleuropäischen Gaumen halt kaum noch
gewöhnt...
Danach ging die Arbeit
schnell voran und wir wechselten erstaunlicherweise fast zur selben Zeit wie
sonst (und ohne Ablenkung) zur zweiten Fläche. Diese war wie die erste auch
schon relativ schnell zu bearbeiten: Unstressige Absteckung und auch sonst recht
übersichtlich. Nicht umsonst habe ich in H11 2003 einst 6 Flächen am
tag alleine geschafft. So waren wir gegen 17:30 fertig und gegen 18:30 in Ayn el
Kbira. Achmed zog sich bald zurück und wir kochten noch lange und fummelten
irgendwas, so dass es recht spät
wurde.
Am Donnerstag morgen ging es
nichtsdestotrotz früh raus. Just als wir mit dem Frühstücken
fertig waren, tauchte Achmed auf und sagte Ons ni vas! und auf ging es -
für ihn ohne Frühstück, dafür aber mit seiner kleinen
teekanne und allen benötigten teeutensilien mit anbei. Wir fuhren auf die
Flächen HA10_M18 und _M10 (in dieser Reihenfolge). Der Weg dahin war immer
noch recht holperig aber das Wetter gut und wir bald da. Um die ganze Lichtung,
wie im Vorjahr auch, ein zelt am anderen. Achmed zog sich etwas östlich
zurück und machte Tee. Dann machte er eine Tour - wir waren
schließlich in seinem Perimeter und als er wiederkam, waren wir mit der
ersten Fläche - wiederum alles mega klein und schnurzelig, fast fertig und
ermachte noch einen Te fertig, so dass es den dann gab als wir fertig waren. Da
hat die Pause doch gleich eine andere Qualität. Die andere nahe Fläche
fanden wir ebenso unproblematisch wie die erste mmit GPS und
Magnetsuchgerät (Ebenso am Mittwoch - aber es kann ja auch mal alles glatt
gehen. Und die Auffinderate ist echt gut und das Verhältnis GPS-Anzeige zu
tatsächlichem Fundpunkt ist ebenfalls hervorragend, so dass auf den
Nichtfunden wahrscheinlich der Magnet vergessen wurde oder weggekommen ist. Wir
kamen gut durch die unspektakuläre Fläche und waren gegen 16:40
(absoluter Rekord!) fertig. Wir fuhren nach Aynel Kbira, machten kurz
zwischenstopp und fanden bei dieser Gelegenheit noch schnell raus, wie der
Schlüssel zum Büro funktioniert und bekamen auch die Tür zwischen
Büro und Schlafzimmer auf, so dass wir jetzt das Haus durch das Büro
verlassen können, was bedeutet, das wir bei der Salontür neben dem
Schloss mit Kette von außen auch von innen den Riegel benützen
können, was das Ganze um einiges sicherer
macht.
Dann haben wir Achmed runter
gefahren und wurden noch kurz zu einem Tee von ihm eingeladen, den wir gerne
tranken. Wir kamen dann beim Erzählen irgendwie auf Pflanzen und er holte
sein kleines Herbar heraus in welchem ich und auch carl letztes jahr schon
einige Pflanzennamen eingetragen hatten. Es wurde dunkel und kalt unter dieser
Beschäftigung. Wir verabschiedeten uns dann in der Dämmerung und
kauften noch schnell 10 Eier. Als wir gerade los wollten, rief uns Achmed Chef
noch zu uns (er kam gerade mit seinem schicken Landrover vorbei) und fragte, ob
Achmed mit uns oben gewesen war. Aha, vertrauen ist gut - Kontrolle aber
besser... Oben machten wir einen herrlichen Eintopf aus Kartoffeln, Linsen und
anderem Gemüse und kamen ob noch mail geschreibe und computergefrickel
wieder viel zu spät ins bett, beschlossen aber, da wir heute nur einen plot
noch im block eins zu machen hatten, den wecker von 6:30 auf 7 zu verstellen.
Trotzdem waren wir heute früh nach kurzem Frühstück so früh
oben wie fast noch nie. WIr liefen den Kilometer zu Plot H17_M10 und schafften
es diesen gegen 12:40 zu beenden. Wolken zogen auf und ab und der Wind war kalt
aber wir dick eingemummelt und der Buschplot nervte mich zwar besonders wegen
der schwierigen Zwischenabsteckungen für meine
Flächenvergrößerungen, aber ansonsten war er recht interessant ud
gar nicht so schlimm. So waren wir also gegen 13:30 am Forsthaus und ganz
fertig, ob der Freizeit die uns nun zur Verfügung stand. Wir machten dann
bald ein leckeres Eieressen (gespiegelt, auf Zwiebeln und Paprika diesmal) und
danach legte sich andi kurz hin und ich setzte mich an den Computer um ein wenig
rumzufummeln, Bilder zu importieren und zu ordnen und halt jetzt das tagebuch zu
schreiben. Morgen und Sonntag machen wir "frei" und haben dabei genug zu
erledigen, dass uns nicht langweilig wird. Am Montag oder Dienstag beginnen wir
unseren zweiten und meinen letzten Block. Ich werde dann nach Frequenzsechstelna
aufnehmen und dann habe ich aber auch wirklich keine Lust mehr. Allerdings
werden wir meinen letzten Marokkoaufenthalt mit einerschönen Tour Richtung
Süden ausklingen lassen. Da freu ich mich schon drauf...
Posted at 07:49 nachm.
Di - April 12, 2005
Marokko05 - Eintrag 4
Wir werden bewacht. Sachen verschwinden.
Wir arbeiten trotz Sonntag und die Sonne strahlt...
Eigentlich ist außer Arbeit seit Samstag
nicht viel passiert. Wir versuchen früh raus zu kommen. Irgendwie schaffen
wir es auch einigermaßen mit dem Aufstehen, nur danach dauert es immer
etwas länger, und wenn wir einigermaßen los kommen, passieren auf der
Gaada unvorhergesehene Dinge, die uns z.B. zwingen einen neuen Plot
auszuwählen. Zum Beispiel auch am Sonntag, an dem wir natürlich
unabhängig davon, dass Sonntag war, gearbeitet haben. Und das nicht zu
knapp. Die erste Fläche war H4_M10, die wir auch gut gefunden haben. Ich
konnte mich sogar daran erinnern, dass ich Brassica procumbens im Vorjahr dort
gefunden hatte. Und ich fand es sogar wieder. Und nicht nur das. Sondern auch
einen Hering aus dem Vorjahr. Den müssen wir vergessen haben, beim Abbauen.
Er lag noch genau dort, wo er einmal die Leinen gehalten hatte. Am Eckpunkt von
L3. Aber natürlich brauchten wir dementsprechend lange. Es war ja ein
Buschplot. Wir nannten ihn "Heringsfund". Dann liefen wir zurück Richtung
Auto und H8_M6. Leider konnten wir den Plot trotz mindestens halbstündiger
Suche nicht finden (Das ist so ein Punkt, den ich oben meinte) und nannten den
Plot deshalb Magnetofongemetzel. Wir nahmen dann den GPS-Punkt und markierten in
mit Edding auf umliegenden Steinen und machten Fotos vom Mittelpunkt. Da werden
wir die Mitte schon wieder finden. Das Wetter war übrigens herrlich, was
nach dem Regen auch notwendig war. Die Hinfahrt war nämlich die reinste
Rallye gewesen, da gerade die tonigen Bereiche noch ziemlich feucht waren. An
der sowieso schon ausgefahrensten Stelle mussten wir auf das Gelände
ausweichen. Aber durch die Sonne den ganzen Tag, war es doch recht schön
abgetrocknet, was die Heimfahrt erleichterte. Die fand schon nach
Sonnenuntergang statt, da wir doch so lange gebraucht hatten. Es war schon
richtig kalt geworden. Es geht immer sehr schnell, wenn die Sonne weg
ist.
Am Forsthaus sprang uns Abd el Ila
in den Weg. Der war wohl gekommen um seinen Bruder, unseren kleinkriminellen
Gardeur abzuholen (Schokoladeklau). Auf jeden Fall wollten die beiden a centre
gefahren werden. Ohne überhaupt anzukommen fuhren wir also die beiden zu
ihren Eltern. Mit Achmed sprachen wir ab, dass wir ihn am Mittwoch abholen
werden, um zu H11 zu fahren (da dort die Nomaden so nah dran wohnen, damit es
möglich wird). Das ist morgen. Wir holen ihn in Debdou ab und nutzen die
Zeit um den Souk zu besuchen. ich muss auch zur Apotheke mir Creme beschaffen.
Die Sonne brennt und ich habe Desitin Fettcrem und diese ganze Chose vergessen.
Und die Piz Buin Aftersun große Flasche zu Hause gelassen (basierend auf
der Erfahrung der letzten Jahre). Außerdem fragten wir nach dem
Schlüssel zum Büro. Nämlich von drinnen die Tür zum Salon
abzuschließen und das Haus durch das Büro zu verlassen, wäre das
allersicherste um Einbruch zu vermeiden. Leider passte keiner der Schlüssel
die Achmed mir gab. Einer so leidlich und der wird es auch einmal gewesen sein,
aber er ließ sich nicht drehen und ich wollte ihn ja nicht abbrechen.
Außerdem haben wir noch zwei Brote von Achmeds Frau bekommen
(natürlich ohne sie zu sehen). Aber Fatimsera habe ich gesehen und mich
darüber gefreut.
Dann sind wir
wieder hoch und haben das liebe Essen, dass Mohammed uns bereitet hat,
verändert und noch mal in den Topf geschmissen, weil wir beide keine Lust
auf kalten Reis hatten. Wir haben einfach Rührei angebraten und den Reis
dort hinein gegeben, war auch nicht schlecht. Nur leider gingen uns dabei die
Ketchup-Gesichter auf dem Reis verloren, die Mohammed zur Deko dort aufgebracht
hatte. Es wurde auf jeden Fall wieder ziemlich spät. Nichtsdestotrotz
klingelte auch gesternd er Wecker wieder unbarmherzig. Und wir quälten uns
raus, machten Frühstück und kamen sogar einigermaßen weg. Aber
dann geschah wieder etwas unvorhergesehenes. Sample-Plot HA7_M18, der eigentlich
auf dem Plan stand, war zu Acker geworden und wir waren uns ersten sicher keinen
Magneten mehr finden zu können und zweitens wollten wir nicht den Bauern im
Acker rumtrampeln. Also musste eine Lösung her. Die letztjährig im
Wasser und daran befindlichen Plots von HA7, die damals die Bearbeitung schnell
beendet hatten, sind nun auch Acker. So läuft das hier halt. Bei letzteren
konnte icch mir das auch einigermaßen vorstellen. Aber bei HA7_M18 musste
ich doch staunen, dass ein so steiniger Acker beackert wird. Wir entschieden
dann bei HA9 zwei Plots zu machen (Die Systematik gibt sonst nicht genug offene
Plots her) und hofften dass diese nicht auch beackert sein würden. Also auf
zu HA9. Wir fanden bald den Parkplatz, den wir auch im letzten Jahr benutzt
hatten. Und los ging der Weg. Wir trugen alles was wir hatten, obwohl die Sonne
brannte. Aber der Wind war einfach sehr sehr kalt. Das änderte sich den
ganzen Tag nicht.
Die Plots waren
nicht beackert worden, aber sehr steinig und total offen. Das wusste ich ja
schon vom Vorjahr. Wir haben richtig gerockt und waren gegen 17:30 mit dem
zweiten Plot fertig, Wir nannten sie stony ground und Schafsauflauf, da dass
unseren Beobachtungen am Plot am nächsten kam. Gegen Ende des zweiten Plots
(HA9_M15), befanden wir uns mitten in einer Herdenkreuzung. Von allen Seiten
kamen Herden und schienen unseren Punkt als Treffpunkt ausgemacht zu haben. Beim
ersten der ankam waren auch sehr nervige Hunde dabei, die uns erstmal eine halbe
Stunde lang anbellten. Pikant war, dass die Hunde als erstes aufgetaucht waren,
als der Hirte und die Schafe noch gar nicht zu sehen waren. Aber auch dass haben
wir überstanden. Glücklich, die Plots endlich hinter uns gelassen zu
haben, machten wir uns gegen 17:30 Uhr auf den Weg zum Auto. Wir waren dann
gegen 18:30 in Ayn El Kbira und nutzten, erst Andi, dann ich unsere Solardusche.
Der erste macht immer sehr kurz, da er dem anderen auch etwas dalassen will. Das
ging mir beim ersten Mal so, diesmal war Andi dran und ich hatte dann fett
Wasser. Trotz der Aufhängung am Forsthaus machte der immer noch recht
kräftige Wind trotz warmen Wassers heftigen Windchill, weshalb es beim
Einseifen immer sehr kalt ist. Aber draussen ist es schon schöner als im
Siffibad des Forsthauses. Abends haben wir noch Pflanzen angeschaut und sind
gegen 23:00 Uhr ins Bett.
Trotzdem war
der Wecker heute früh wieder zu früh zu hören. Und wir machten
uns wieder fertig und waren etwas schneller, aber immer noch nicht optimal.
Zumindest kam heute nichts dazwischen. Wir hatten nur die Plots nicht abends
noch einmal angeschaut, um sie besser zu finden. Aber wir fanden sie trotzdem.
Und sogar beide Magneten. Die Sonne brannte und es war viel wärmer als
gestern. Das macht natürlich auch immer ganz schön träge.
Dafür, dass wir weit laufen mussten, haben wir die Flächen aber ganz
gut geschafft. Und dass, obwohl ich bei der zweiten (H5_M13, die erste war
H2_M10) irgendwie die Macke hatte, dass der Mittelpunkt woanders wäre, als
das GPS anzeigte. Wir hatten diesen Plot erst Avocadien genannt, wegen unserer
Mittagspause. Später wurde er jedoch auf Kackplot umbenannt, da wirklich
sehr viel bekackt war, die nicht bekackten Flächen jedoch arg zertreten und
verbissen waren. Dadurch war das Ganze recht anstrengend. Aber wir haben es ja
geschafft. Jetzt hatten wir gerade schönen Kartoffeleintopf und nun halt
noch ein wenig Computergesitze. Gute Nacht.
P.S. Ich freu mich schon auf zu Hause, dann
kann ich öfter mit meinem Schnuff telefonieren...
Posted at 10:31 nachm.
So - April 10, 2005
Marokko05 - Eintrag 3
Wir sind dann am Montag (04.05.) gleich noch
einmal runter nach Debdou gefahren und haben dabei Achmed und Raschid vorm Eaux
et Forets getroffen. Die haben wir dann mitgenommen in die Stadt, wo wir noch
ein paar kleinere Einkäufe erledigten. Auf dem Rückweg trafen wir im
Kaffee noch Hassan und setzten uns a bisserl hin und palaverten. Dann wieder
hoch. Denn am Dienstag sollte es losgehen.
Am Dienstag morgen kamen wir recht
schwer hoch und bummelten auch nach dem Frühstück noch ein wenig rum.
So waren wir erst gegen Mittag auf unserem ersten Plot. H6_M4. Dort haben wir
dann noch mal die Basics für Andi durchgenommen, Absteckung mit
Nordausrichtung und soundso und so weiter. Es hat alles ziemlich lange gedauert,
so dass wir den Plot nicht ganz fertig gebracht haben. Aber immerhin haben wir
den zweiten Data-Logger ausgebracht. Später haben wir festgestellt, dass
die Fläche sowieso nicht in unserer Auswahl war. so hatten wir halt eine
Übungsfläche und wie es aussah, mussten wir uns noch um einiges sputen
um unseren Plan von zwei Flächen pro Tag erreichen zu können. Wir
waren aber so spät dran, dass wir direkt zu Hassan gefahren sind, mit dem
wir uns tags zuvor im Café zum Fußball gucken verabredet hatten. Es
gab Champions League, Juve gegen Liverpool. Bei hassan waren noch zwei Kumpels
von der arbeit, seine Frau und Kind aber waren bei ihren Eltern. Es gab sogar
richtig was zu essen, was der eine der Kumpels der anscheinend der Looser war,
zwischenzeitlich zubereitete. Aber erst einmal wurde wie immer der Sender
gesucht. Die Jungs waren aber nett und es war schön, mal wieder bei hassan
zu gast zu sein. Zum Schluss vereinbarten wir noch, dass er am nächsten Tag
(MIttwoch, le jour du souq) auf dem Souq für uns einkaufen würde. Wir
kämen dann abends rum um die Sachen abzuholen und wiederum Fußball zu
gucken.
Wir waren hundemüde und
sehr spät im Bett. Vorher hatten wir nämlich noch an unserer
Hütte "Verbesserungen" vorgenommen. So á la Hängeregal bauen
usw... Am Morgen des Mittwoch ging es wieder hinaus. Wir waren zwar schon
früher dran, aber immer noch zu spät. Gegen 10 waren wir auf H16_M18
und suchten Stunden lang den Magneten. Da hätte man eher sagen müssen:
wir nehmen den GPS-Punkt und fertig... Auch das haben wir also gelernt und erst
gegen 11:00 oder gar ein wenig später mit dem arbeiten angefangen. Ein paar
Bekannte (vom Vorjahr) kamen dann irgendwann vorbei und sagten hallo und
schönes wiedersehen. Wir schafften die Fläche allerdings schon gegen
15:30Uhr. Das war zwar noch zu langsam, aber schon auf dem richtigen Weg. Mist,
dass war ja gar nicht am Mittwoch, sondern am Donnerstag. Lass ich aber so
stehen. Am Mittwoch waren wir auf H9_M11: Mega-offen, aber kaum offener Boden
und letztjährig massiv Hordeum. Alles war super klein und kaum ausgebildet.
Das liegt wohl am bisher fehlenden Regen. Es ist schon der Hammer mit welcher
Größe Pflanzen hier zu Keimen und zu Wachsen, und zu Blühen
vermögen. Da findet man schon mal eine 2 zentimeter hohe Arabis auriculata
mit Frucht... Wegen unserer Diskussionen um den Umfang und Ablauf der Arbeiten
kamen wir nur langsam voran und beendeten die Arbeit erst, als die Schatten
schon wieder länger wurden. In Ayn el Kbira fiel mir ob der einfallenden
Abendkälte auf, dass ich meinen Fließpulli, den ich noch auf dem Stein
liegen sehen hatte und daran gedacht hatte, auch daran zu denken ihn
mitzunehmen, doch liegen lassen hatte. Also fuhren wir noch einmal zurück.
Dabei hatten wir gedacht noch kurz Päuschen zu machen und nicht zu
früh in den Ort runter zu kommen, Weil wir noch unseren Gasherd klären
mussten. Wir hatten zwar am Montag schon mit Achmed eine Gasflasche bei Abdellah
gekauft, aber noch war keine Verbindung zwischen Herd und Gasflasche
hergestellt. Aber der Pulli war noch da. Zum Glück, wie sich gesternund
heute heraus stellte (es wurde nämlich kälter) Nach dem Pulliholen
also nur noch schnell Herd und Gasflasche gecheckt und runter und gleich zu
Abdellah und Schlauch anbauen lassen und dann zu Hassan wegen Gemüse und
Fußball. Wir haben gleich einen auf eilig gemacht. Aber das Bayern-Spiel
gegen Chelsea London nahm uns doch in unseren Bann. Nach der ersten Halbzeit
machten wir das Gemüse klar, gaben Hassan seine Penunse und machten uns aus
dem Staub und waren also gar nicht so spät am Forsthaus. Doch wieder
checkten wir rum: Gasherd klar machen. Das erste Gericht darauf kochen. Noch so
rum chinchen. Es wurde wieder fast
zwölf...
Zum Donnerstag gibt es ja
oben schon den Ablauf. Wir kamen also mal eher nach "Hause" und nutzten die Zeit
um die Solarshower, die wir schon am Vortag zum ersten Mal ausgelegt hatten zu
nutzen. Andi wusch noch Wäsche und wir genossen den schönen
Nachmittag. Und wieder Gespräche bezüglich der Methodik. Waren
Frequenzaufnahmen wirklich zu machen? und wie viele Klassen sollten wir nutzen.
Es war alles in allem ein Prozess der uns zu unserem jetzigen Vorgehen brachte.
Wir waren auf jeden Fall auf H16_M18 so weit gekommen, dass Andi
Frequenzaufnahmen lassen würde, da damit die zeitliche Umsetzung einfach
nicht zu schaffen war. Da die Flächen ja in Abständen wieder beprobt
werden sollen, muss eine möglichst enge Aufnahme in einem Schwung
erfolgen... Abends wurde schön gekocht und Musik gehört. Eigentlich
waren wir ganz zufrieden... Bei unserer Ankunft hatten wir Mohammed getroffen
der ab Morgen Gardinage machen
würde...
Am Freitag kamen wir
wirklich gut los (auch wenn wir beide beim Frühstück relative
Bumelanten sind und uns Morgens immer noch etwas einfällt, was zu bedenken,
vorzubereiten usw. wäre) und fuhren zu H11_M5. Der kleine abzweigende Weg
dorthin war mehrfach und sehr eindeutig mit Steinen verstellt, weshalb wir
entschieden zum Plot zu laufen. Dort war Nomadenalarm. Ähnlich wie 2004
siedelte eine Familie auf der Lichtung. Aber irgendwie waren sie noch näher
an dem Plot dran, weshalb wir entschieden, diese Fläche heute nicht zu
machen und lieber später mit Achmed noch einmal herzukommen. Also sind wir
zur nächsten Fläche auf der Liste gefahren: Hi12_M9. Nah am Weg,
Baumbeschattet und sonst offen! sehr viel vertrocknetes und alles sehr klein.
Wir waren bald fertig, obwohl wir zwischendurch Besuch von unseren Freunden von
Gestern hatten. Der eine wollte irgendwie gerne nach Deutschland und wir kamen
mit Hand und Fuß soweit, dass Dienstag Achmed dabei wäre (inshallah)
um zu übersetzen... Schaun wir
mal.
Danach dann zu H9_M11. Wir sind
nun schon besser und haben somit am dritten Arbeitstag, dass erreicht, was wir
so durchziehen wollen: 2 Flächen pro Tag. Dabei wurde es nicht unspät
(Da muss also noch was optimiert werden), aber wir haben es geschafft und wir
unkten noch, dass jetzt wo wir gut klar kämen und unsere Sache im Griff
hätten, es bestimmt morgen (also heute) regnen würde. So kam es auch.
Aber erstmal noch zum Abend. Zwei Tage vorher hatte ich meinen Pullover liegen
lassen. Nun hatte Andi den Autoschlüssel (Zweitschlüssel) im Auto
stecken lassen und sein daran befestigter kleiner Geldbeutel mit 200 Dirham ist
abgefallen, bei der Schüttelfahrt. Also zurück. Aber nur bis zum
Abzweig in den Feldweg. Nix. Niente. Aber vielleicht würden wir es ja
morgen finden. Heute früh waren dann die Wolken tief am hängen. Aber
wir waren früh auf und auch super zeitig dann Richtung Gaada unterwegs.
Oben fuhren wir langsam den Geldbeutel (der cleverer Weise die farbe des Bodens
hatte) vielleicht doch noch zu finden. Aber Fehlanzeige. Dafür war es grau
und kalt und windig und neblig. Doch wir stellten das Auto ab und machten uns
gut eingepackt auf den Weg. Auf halbem Weg zum relativ weit entfernten Plot
brachen die Schleusen und es schiffte los, dann wurde es wieder schwächer
und wir haderten. Doch letztlich entschieden wir uns zumindest zum Auto
zurück zu gehen und zu einer näher am Wege gelegenen Fläche
(H8_M6) zu fahren, damit wir notfalls schneller wegkämen. Kaum saßen
wir im Auto ging es richtig los und wir entschieden doch nach Ayn El Kbira
zurück zu fahren. So waren wir gegen 9:30 schon wieder in unserem Domicil.
Mohammed, der am Abend zuvor gekommen war (und mit ihm einige
Mysteriositäten: Schokolade war verschwunden, der gute Käse
angeknabbert und unsere Eingangstürsicherung verändert) war nun auch
schon wach. Er hatte abends schon schön Feuer gemacht und wir hatten noch
eine Weile gesessen und arabisch Kurs gehalten. Er kümmerte sich wieder ums
Feuer und wir arbeiteten zu Hause: Am Rechner. Ich habe jetzt schon meine neue
Eingabemaske für die Flächenvergrößerungen fertig. Das freut
mich. Und es regnete: Und alles ward nass. Gut, dass wir so entschieden hatten.
Schlecht, dass ich am FileMaker arbeitete und nicht an der Übersetzung des
Dossiers...
Am Nachmittag fuhren wir
noch nach Taourirt, kauften wie wild auf dem Souq ein (Plastikschüssel und
Teekanne und Zeugs und Gemüse und Obst und anderes in meinem
Lieblingsladen) und gingen dann noch ins Internet. Andi war vom Souq begeistert
und ich von der Tatsache, dass nicht nur der Mann im Cyber sondern auch der
Nusshändler davor sich meiner erinnerten. Geschmälert wurde die Freude
nur von einem Nervi, der im Caber die ganze Zeit sich an uns ranschmiss, bis
sein Kumpel und Cybermitarbeiter (der sehr gut englisch sprach und sehr nett
war) ihn höflichst raus bittete... Also haben wir nun auch erfolgreich Mail
gecheckt und geschrieben. In Ayn el Kbira hatte Mohammed schon Essen
vorbereitet. Dies verdrückten wir genüsslich und als er sich nach
einem Tee zurückzog setzte ich mich her und schrieb. Jetzt bin ich endlich
fertig und gehe ins Bett.
Posted at 12:29 vorm.
Mi - April 6, 2005
Marokko05 - Eintrag 2
der rest von faro, der weg nach marokko,
einschließlich kamerakauf in gibraltar und die ersten taten in marokko:
einschließlich: anderes wetter this time und "wir haben das ganze forsthaus
für uns"...
nach dem letzten eintrag ist noch einiges in faro
auch passiert. abends waren wir noch kurz draußen und haben javier lozano
und eine deutsche namens dorothee getroffen, nachdem wir nach einem kleinen gang
um die altstadt noch in eine kleine kaschemme eingekehrt waren und bier
getrunken hatten. ihn kannte ich schon von hawaii. wir haben uns dann kurzerhand
zum dinner verabredet. gegen 21 uhr in der hotel-lobby. wir sind dann nur kurz
rum gelaufen und haben uns alsbald für eine kleine pizzeria entschieden,
die eigentlich mehr ein bringedienst war. aber man konnte sich auch hinsetzen.
nach essen und bier und netter unterhaltung sind wir zurück ins hotel und
dann auch bald ins bett gegangen.
am
morgen des 01.04. schellte der wecker und wir machten uns auf, unser zweites
4sterne-frühstück abzufassen. war genauso wie am ersten tag sehr gut,
aber 4 sterne? dann in die sessions und den vorträgen gelauscht. die
meisten waren nicht sehr berauschend. in den pausen versuchte ich leute
anzusprechen für die mir carl und anke grüße aufgetragen hatten.
einige habe ich auch ansprechen können. alle jedoch nicht. zum beispiel den
herrn blaschke nicht. der macht immer so einen "blaschkierten" eindruck und war
auch mit frau und teuren fahrrädern am start. die session, die wir leiten
sollten, rückte immer näher und ich wurde doch ein bisschen aufgeregt.
nicht ganz so, als ob ich selbst einen vortrag halten würde, aber doch
irgendwie aufgeregt. ich flitzte in der davor liegenden café-pause noch mal
schnell ins zimmer um meine "schicke" hose anzuziehen. die hatte ich extra
für solche anlässe mitgenommen (die braune mit schlag), und auch
morgens schon angezogen gehabt. nach dem fruhstück musste ich sie aber
wieder los werden, da sie ob ihrer enge nicht für den ganzen tag geeignet
war. aber ich konnte ja nun nicht in trekkinghosen die session führen. ich
ging also zu unserem zimmer am ende des ganges, steckte die hotelkammer und
bekam die tür nicht auf: die karte funktionierte nicht mehr, war also doch
abgelaufen. wir hatten beim check-in nämlich nur für 2 tage und nicht
für 3 tage gebucht, weil wir erst darüber nachgedacht hatten, noch am
abend nach der session den kreis zu ziehen, was wir aber - rückblickend
kann ich sagen, zum glück - nicht gemacht haben. ich also runter zur
rezeption. dort traf ich auf zwei sehr beschäftigte leute, konnte aber
alsbald mit der jungen dame klären, was ich wollte. sie werde sich darum
kümmern, brauche dazu aber den herrn neben ihr (der gerade telefonierte),
ich solle nur hoch gehen, sie riefe mich dann an... ich ging also mit meiner
wieder in funktion gebrachten karte hoch und bekam wenig später per telefon
mitgeteilt, dass wir im zimmer bleiben könnten. wegen raumknappheit
wären wir nämlich um ein haar versetzt
worden...
aber es war alles klar und
die session konnte beginnen. es lief recht gut. der letzte unserer vier redner,
ein herr kondolf aus california, ließ nur etwas auf sich warten. kam dann
aber pünktlich einen vortrag vor dem seinen und entschädigte uns
für unser bißchen bangesein mit einem sehr schönen vortrag. er,
mit sonorer stimme, in sich ruhend und total selbstsicher sprach über
planungssünden der amerikaner, die mit einem cookbook-ansatz
mäandrierende aber stabile flußläufe schaffen, was häufig in
die hose geht... das war echt toll zum schluss, da damit auch eine diskussion zu
stande kam. nach den anderen eher mäßigen vorträgen bei denen ich
immer noch meine mir mühsam ausgedachte frage stellen musste, damit
überhaupt irgendwas geht, hatte ich schon gedacht, dass die diskussion zum
schluss voll ins wasser fallen müsste. ich danke mister kondolf, dass er
mich gerettet hat. er und seine john wayne
stimme...
danach war die sache für
mich gelaufen. ich hätte eine rauchen können. danach kam dann noch die
abschließende vortragung von "ergebnissen" der tagung und
danklobsalbeiungen bevor es nach kurzem break (den einige zum heftig auftakeln
nutzten - zum beispiel sara muñoz-vallés, die ich kurz vorm mittag in
der poster-session noch ausgequetscht hatte, da mir erst noch vorschwebte, wegen
der geringen anzahl von 4 vorträgen, die poster beiträge fett mit in
die abschlussdiskussion einzubeziehen. aber ich hatte nur das poster von ihr und
von einem jungen kollegen von john wayne (kondolf), der hieß deitsch,
geschafft. auerdem hätten dann alle posterpresäntanten auch da sein
müssen) zum tagungs-dinner kam (ich selbst nutzte die zeit um geld zu
holen, um den tagungsbeitrag bezahlen zu können, was gar nicht so einfach
war, da die portugiesischen bankomaten einem immer nur 200 Euro auf einmal geben
können). mit relativ gutem, mehrgängigen essen und einer schönen
folklore und tanz einlage sowie nicht allzu langweiligen gesprächen an
unserem tisch mit französinnen, einer portugisien, einem amerikanischen
franzosen, und der gang vom vortag. letztere beteiligte sich dann mit vielen
anderen iberern auch noch an der nach der feier-ausgeh-aktion. zwei ecken weiter
kamen wir in eine bar die schon irgendwie was mit che hieß. die poster und
andere devotionalien ließen auch keinen zweifel, hier wurde dem kubanischen
revolutionär gehuldigt. ich war ja vorher schon überrascht gewesen, ob
der starken unübersehbaren präsenz der kommunistischen partei im
stadtbild. nun aber war ich vollends von der linken idee der portugiesen
überzeugt. die liveband spielte, guantamera und den song vom commandante
che guevarra und alle sangen mit. sehr geil. auch sonst hatten sie ein
schönes son-salsa-reggae- repertoire. alles in allem war es ein toller
abend.
am nächsten morgen also
dass letzte mal 4 sterne frühstück und dann wieder auf die
straße. wir wollten noch in sevilla halten um eine kamera zu kaufen. auf
dem weg dort hin, viel mir jedoch ein, dass roman und ich im vorjahr über
die vielen elektronik und foto-läden und deren moderate preise in gibraltar
rumgewundert hatten, und ich rief in an um meine hazy erinnerung zu validieren.
richtig, auch er hatte diese erinnerung worauf ich beschloss nicht in sevilla,
sondern in gibraltar eine kamera zu kaufen. wir fuhren schnell aus portugal und
dann durch spanien, ab sevilla wieder richtung süden. zunächst nach
cadiz, dann richtung algeciras. allerdings unterlief uns ein kleiner fehler und
wir fuhren rue national (die südroute am meer lang), kamen in tarifa vorbei
und beschlossen nach unserem kurzen aufenthalt in gibraltar dort vielleicht
zwischenstation zu machen...
aber erst
mal gbz: wir standen um rein zu komme mächtig im schlängelstau und ich
musste pullern wie hulle. nützte nichts, da mussten wir durch. wir waren
dadurch aber relativ spät und viele geschäfte machten schon einen
geschlossenen eindruck. dann aber ein fotoladen, in dem gerade das
schließen vorbereitet wurde. wir fragten nach der nikon coolpix 4500
(nachfolger des 4300 models, das mir abhanden kam), die wurde schon lange nicht
mehr verkauft. also fragten wir nach der canon powershot g5, die wir in portugal
für 600 gesehen hatten: auch hier fehlanzeige, aber das nächst bessere
modell, die g6 wäre da. aber bei 530 pounds. meine fresse. da wir uns aber
doch feature mäßig für diese kamera interessierten, roch der
verkäufer lunte und zauberte die nikon coolpix 8400 hervor, die zwar
ähnlich funktionen, wie die canon hätte, aber ungleich besser
ausgestattet sei und voll toppig, er aber gäbe sie uns für den preis
der canon und als wir haderten legte er noch eine 256mb speicherkarten und eine
- im nachhinein zugegebener maßen schlechte - tasche mit dazu. so schnell
habe ich noch nie so viel geld ausgegeben. aber nun ist es weg und die kamera
hier und sie ist wirklich hervorragend. ich hoffe, dass das mit dem geld
zurück einigermaßen klappt. ich hatte nach der session mit carl
telefoniert und im den kameraverlust gestanden und er hatte gemeint: neue
besorgen, dass kriegen wir schon
hin.
nach dem krassen kamerakauf gingen
wir noch eine runde und stellten fest, dass weiter die straße rauf, schon
noch läden auf hatten (aber nur sehr wenige kameraläden), wobei
allerdings bei den spirituosenläden ein allgemeiner preisschwund mit
länge der straße zu bemerken war. hoffentlich sei dass für die
kamera nicht auch so. später haben wir im internet-café in taourirt
gleich mal nach deutschen preisen geschaut. wir haben zumindest nicht den
allerbilligsten bekommen. aber mit dem zubehör müsste es eigentlich
ganz gut gelaufen sein. nach dem kauf waren wir noch im tunnel und haben
englisches ale getrunken und uns betrunkene engländer angeschaut und
fettige fettpommes gegessen. danach haben wir uns wieder auf den weg zurück
nach tarifa gemacht...
von gibraltar
gesehen jenseits von tarifa machten wir auf dem ersten camping halt, machten
alles klar und bezogen unseren typisch mediterranen zeltplatz. unter pinien und
ohne rasen. zelt aufgebaut, gekocht, gegessen. und schon wieder war es dunkel
und ziemlich spät. aber wir sind trotzdem noch zum nahen strand gegangen.
ich konnte erstmals meine von andreas geschenkte petzl-headlamp einsetzen, die
seit dem fast nicht mehr von meinem kopf wegzudenken ist. (hier in ayn el kbira
ist es doch sehr dunkel draußen beim auf die toilette gehen..aber dazu
später). wir konnten afrika schon sehen und viele lichter blinkerten uns
über die straße von gibraltar
entegegen.
am morgen gab es nur schnell
frühstück, dann bauten wir ab und kauften noch kurz im zeltplatzshop
mit klingeln ein und fuhren nach algeciras, dort nahmen wir erst die falsche
ausfahrt und mussten deshalb ein wenig durch die stadt gondeln, aber bald waren
wir am hafen und arabien wartete schon in europa mit leuten auf, diee sich um
einen kümmern und dafür geld wollen. wir versuchten zu entfliehen,
aber es ging nicht. letztlich hatten wir kein ticket wo wir schon eins gebraucht
hätten und ganz schnell einen freundlichen helfer im auto der uns sagte wo
wir schnell langfahren sollten um zur ticket-office zu kommen. die fähre
führe nämlich alsbald und wenn wir da noch mit wollten müsse es
schnell gehen. also mega schnell ticket gekauft und zurück zur fähre.
den freundlichen helfer haben wir zwischendurch allerdings verloren, da eine
andere streßbacke streß machte und er sich deshalb mit dem auseinander
setzten musste...
die fähre war
superfast und super wellig, diese superfastis springen über die wellen und
machen, dass einem ganz schlecht wird... aber nach 2 stunden war die ganze sache
einschließlich hafenein und ausfahrt vorbei und wir waren in marokko. schon
wieder liebe helferlein. der diesmal wurde aber reichlich unverschämt und
hatte für nur ein wenig die grüne autokarte ausfüllen sich nicht
mit 5 euro zufrieden geben wollen. letztlich bekam er 7 und half uns beim
anstrengensten teil nicht mehr weiter. aber irgendwann waren wir ohne
fahrzeugkontrolle diesmal durch und also da. aber eben noch nicht ganz. einige
kilometere lagen noch vor uns. in tanger tankten wir noch kurz (mal wieder
echtes plein (voll): trotz des weges von tanger nach debdou und schon einigen
feldfahrten ist unser tank noch nahezu halbvoll), gingen noch schnell in einen
großen neuen supermarkt am straßenrand und kauften eine neue
straßenkarte von marokko... dann fuhren wir und fuhren, verpassten die
abfahrt in la rache oder so und fuhren bis nach kenitra runter autobahn und
bogen dann richtung fes, meknes ab. leider nahmen wir dort umfahrung und ich
konnte andi nicht gleich ins fes-getümmel
stürzen...
in oued amlil noch kurz
sidi ali gekauft und dann bis taza. dort mussten wir zwischenhalte. wir
übernachteten im hotel de la gare in welchem ich damals schon mit yesseff
war. war ok. nach bien installation sind wir noch eine runde in die stadt und
ich hab die alten plätz wieder gesehen, aber keinen von hassans gang den
ich erkannt hätte. also bald ins hotel und schlafen. wir waren sehr
müde.
am morgen, dann noch
schnell geduscht und weiter ging die fahrt. vertrocknete eukalypten fallen uns
auf. in taourirt dann ins internet-café (das beim souq) und dann noch ein
wenig einkaufen, handykarte bei maroc telekom besorgen (der nette bedienstete
dort erkennt mich und fragt mich gleich ob ich nicht noch eine telefonkarte
hätte...). dann auf zum eaux et forets. dort gibt es einen neuen chef. die
anderen freuen sich sehr mich zu sehen und ich muss alle arabische mit
küsschen begrüssen. einige kratzen ganz schön wegen unrasiert.
der neue chef wirkt erst ein wenig unterkühlt, dann aber nett und er kann
englisch, so dass ich das dossier auch auf englisch abgeben kann. da saß
ich bis eben am ersten kapitel, und jetzt hämmer ich noch schnell dieses
hier, aber gleich muss ich wieder schluss machen, da zu
müde...
danach nach debdou, gleich
hassan am café getroffen (ne, dass war erst abends als wir nochmal runter
fahren) und beim eaux et forets keinen (es ist gerade mittag und alles ist ganz
schön dead). also fahren wir zum forsthaus hoch. auch da ist nichts los und
alles tot. wir beschließen zu warten und lassen das auto vor dem eingang
stehen. vielleicht ist achmed ja unterwegs... alsbald kommen achmed und eine
neuer chef (auch auf dieser ebene, später erfahren wir, dass einiges
passiert ist im eaux et forets). die überraschung: ich hatte mich bei
erstem luschern noch gefreut, dass die nebengebäude die wir bisher immer
bewohnt hatten wieder leer sind und in einigermaßenem zustand. dann aber
nach netter und erfreuter begrüssung die neuigkeit: achmed wohnt unten in
debdou und nicht in ayn el kbira. wir bekommen das komplette forsthaus zu
unserer verfügung. meine herren, da ist ganz schön viel platz, aber
wir stimmen beide überein, dass wir nicht alles nutzen wollen. so nutzen
wir also hauptsächlich salon und küche und manchmal die toilette. wir
haben in den letzten tagen einiges an einrichtung gechincht, aber jetzt sind
wir von einigen kleinigkeiten abgesehen, recht gut installiert. doch dazu
später morgen...
Posted at 01:08 vorm.
Do - März 31, 2005
Marokko05 - Eintrag 1
Von unserem Weg nach Faro, 3 Tage durch
Europa, einschließlich Kameraklau usw...
Heute ist der 31. März. Das bedeutet wir
sind schon 4 Tage unterwegs. Dieses Jahr begleitet mich Andi Gohlke oder besser
ich begleite ihn, da ich nur einen Monat bleiben werde, er jedoch 2. Er wird
Diplomarbeit schreiben und dazu auf bereits erhobenen Flächen Daten in
zeitlichen Abständen aufnehmen, um Aussagen zur innerjährlichen
Variabilität machen zu
können.
Losgefahren sind wir am
Montag, den 28. März (Ostermontag). Da hat eigentlich alles recht gut
geklappt. Wir waren gegen 8 in der verwaisten Uni verabredet. Ich habe es leider
erst zu 8:20 geschafft. Dann haben wir letzte Vorbereitungen getroffen und die
Sachen ins Auto gepackt. Soweit ich weiß, haben wir nicht allzu viel
vergessen. Zumindest ist mir noch nichts aufgefallen. Vor einiger Zeit schon
hatten wir geplant, Anke und Carl auf dem Weg nach Marokko bei der IALE-Tagung
in Faro / Portugal zu besuchen. Allerdings hat sich im letzten Moment ergebn,
dass Anke wegen Komplikationen mit ihrer Schwangerschaft nicht fahren kann. So
entschieden sich die beiden dazu, in Faro Bescheid zu geben, dass wir kämen
um vertretungsweise die Session zu leiten. Nun werden wir also morgen die
Session (sind nur 5 Poster und 4 Vorträge) führen. Mal sehen wie es
wird. Aber erst mal mussten wir ja nach Portugal
kommen...
Wir sind also am Montag
zunächst gut los gekommen. Wir hatten 10 Uhr geplant und schafften es,
gegen 10:10 den Uni-Parkplatz zu verlassen. Allerdings hatten wir uns wegen der
Absprachen bezüglich der Faro-Vertretung noch mit Anke und Carl verabredet.
Wir fuhren nach Mistelbach und dort dauerte es wegen des Geschichten
erzählenden Carl und wegen Hausbesichtigung und schließlich auch der
Besprechung die Vertretung betreffend etwas länger. In dieser Zeit hatte
sich Andi überlegt, doch noch mal nach Theta zu fahren, um seine
Kühlbox zu holen... Jetzt haben wir wenigstens eine Kühlbox. Aber wir
sind dadurch auch erst gegen 12Uhr los gefahren. Bis ca. Karlsruhe ging es recht
gut, doch standen wir gnadenlos im Stau. Das dauerte eine ganze Weile, aber
hinter Rastatt ging es wieder. In Frankreich war es später total entspannt
und es flutschte. Wir fuhren bis Valence und fanden dort leider nur eine
komische Kaschemme in der Walachei von Valance und sahen uns gezwungen, dass
Auto unter unserem Fenster zu parken. Es ist zwar fraglich, ob wir bei einem
eventuellen Einbruch etwas gehört hätten, aber so fühlten wir uns
sicherer.
Am nächsten Morgen luden
wir unsere Sachen ins Auto, holten die Kaution zurück (10 Euro waren
zuzüglich zum Zimmerpreis für den Schlüsselerhalt an der
Rezeption abzugeben), und brausten los. Andi fuhr. Nun hatten wir nur noch das
Frühstücksproblem. Nach kurzer Zeit hatten wir die Idee. Auf nach
Avignon. So brachte uns ein minimaler Abstecher in diese schöne Hauptstadt
der Provence in der wir uns zwar nur schwer zurecht fanden, aber
schließlich doch im Parkhaus landeten um hernach direkt in die Innenstadt
vorzustoßen. Dort gönnten wir uns im CID einen Kaffee und in der
nächstgelegenen Patisserie etwas Backwerk. Auf dem Rückweg zum Auto
waren wir noch in einem kleinen Hipermercado und kauften Wasser und Zeugs
für die weitere Fahrt ein. Und weiter gings, nach kurzem Gerummel um aus
Avignon wieder heraus zu kommen wieder on the road
again...
Fahren, fahren, fahren.
Lediglich manchmal durch Toilettenzwang oder Tanken müssen zum anhalten
gezwungen, fuhren wir straight ahead. Am Abend kam Andi die Idee, dass wir von
einem ihm bekannten schönen Strand gar nicht so weit entfernt wären,
Er rief extra Ines an um den Weg noch mal abzusprechen und wir nahmen, da alles
ganz einfach klang den Umweg über die Küste in Kauf. Der ADAC
hätte uns kurz vorher auf eine andere Strecke in Richtung Granada
geschickt, da wir ja weiter nach Faro wollten und nicht, wie in den Jahren
zuvor, nach Almeria... Kurz vor Almeria dann schon kurz vor 24:00 die Abfahrt
und die Strecke durch Campohermoso, und danach weiter gerade aus, so wie gedacht
und irgendwo müsse die Straße nach San José kommen. Aber wir
waren schon fast in Las Negras, als ein Schild uns nach rechts wies. Der Weg war
sehr alt und sehr klein und irgendwann waren wir wieder auf der Strecke die wir
zuvor von Campohermoso genommen hatten, sind also im Kreis gefahren. Da Andi
sich schon vorher unsicher war, nahmen wir den Weg nach Campohermoso zurück
um einen anderen Weg zu suchen. Dummerwiese hatte ich auf Grund der Geographie
der Sache die Idee kurz vor Campohermoso links abzugeben. Dort musste man, wenn
alle Angaben und die Karte stimmten, den Weg nach San José finden. Wir
fuhren nur endlos durch Tomatenplantagen (mit Folie überdeckte Gebilde,
alles ziemlich unheimlich). Wir kamen bis an eine Kreuzung an der wir uns nicht
sicher waren. Links war ein Haufen geschoben und gesperrt, rechts gings nach San
Isidro, geradeaus erschien uns unsinnig. Also zurück. An der zweiten
Kreuzung (die wir vorher als erstes passiert hatten) bogen wir nach links
richtung San Isidro (Campohermoso) ab. Dort angekommen, gab es kein Schild. Da
wir mittlerweise wussten (oder ahnten) dass es rechts nach Campohermoso
zurück gehen würde, bogen wir auf die große Straße mit
Geschäften usw. nach links ein. Und siehe da, es kam ein Schild, dass uns
über einen Kreisverkehr nach San José schickte. Wir waren
siegesgewiss, endlich würden wir den Weg finden. Dieser endete an der
Kreuzung an der wir vorhin zurück gefahren waren. Es musst also dort wo die
Einfahrt wegen Bauarbeiten verboten war, nach San José gehen. Oder doch
nach rechts (Vorhin geradeaus, was uns aber unsinnig erschienen war)? Wir
probierten es aus, landeten aber nur im nichts weiterer Tomatenplantagen und
bogen frustiert um. An der Kreuzung fuhren wir an dem geschobenen Haufen vorbei
in Richtung San José. Vielleicht war ja nur das Bauen vorbereitet und man
kam doch durch? Nach ca. 300m war Schluss. Also umkehren. Wir überlegten
uns, dass wir ganz am Anfang (fast in Las Negras) vielleicht zu früh
abgebogen waren. Trotzdem bogen wir noch ein zwei mal in Richtung Berge ab, da
wir dahinter San José wussten. Vielleicht gab es ja einen Weg der einfach
so dahin führte. Alle Versuche erwiesen sich als Fehlschläge. Dazu
gehörte auch noch das Folgen eines Weges nach Nuevo Rumbo, der auf einem
mit Handymasten bestandenen Bergelchen endete. Also letzte Chance warnehmen. Wir
waren eigentlich kurz vorm aufgeben. Es war mittlerweile 2Uhr und wir waren
übermüdet. Andi hatte gegen 1Uhr auch schon Ines aus dem Bett geholt
um nach dem Weg noch einmal zu fragen. Leider brachten ihre Erinnerungen uns
auch er Ferne auch nicht weiter. Wir beschlossen noch nach Las Negras zu fahren,
um zu schauen, ob wir vielleicht zu früh abgebogen wären. Wenn nicht
würden wir uns dort etwas suchen. Wir waren zu fürh abgebogen und
fuhren auf einer niegelnagelneuen Straße nach San José. Von dort aus
ging es zwar über eine Schotterpiste aber klar ausgeschildert zum
sagenumwobenen Monsul, so hieß der Strand. Dort angekommen, machten wir uns
- es war mittlerweile ca. 2:30Uhr schnell schlaf fertig und legten uns im
Schatten eines Felsens idyllischer geht es kaum zum schlafen. Vorher hatte ich
noch ein wenig Angst, das Wasser könnte bei Flut so hoch steigen, weil der
Sand dort eine andere Struktur zeigte, aber dies bewies sich als
unbegründet. Wir schliefen gut aber kurz, aber erst nach dem der hoch
stehende strahlende Mond um die Felsecke war und uns nicht mehr so blendete. Der
Morgen war herrlich und wir badeten. Andi holte seine Kamera und machte Fotos.
Tolle Idee, dachte icch und brachte las ich mein handtuch aus dem Auto holte
ebenfalls die DigiCam mit. und nahm sie mit zum Wasser, und legte sie bei meinen
Sachen ab, als ich ins Wasser huschte. Ich war gar nicht richtig drin und dass
auch erst als Andi schon raus kam. Dann schnell abgetrocknet und angezogen. und
um die Ecke zu unseren Schlafsäcken unterm Fels. Diese packten wir zusammen
und gingen dann zum Auto. Dort sah ich die leere Kameratasche und dachte
Scheiße, Kamera ist weg. Ich bin dann mega flink wieder zum Strand vor um
die Kamera zu holen. Die war nicht mehr da. IIch bin mir mittlerweile auch
ziemlich sicher, dass sie schon nicht mehr da war, als ich mich wieder anzog.
Ich hätte sie dann 99prozentig gesehen und mitgenommen. Aber sie war nicht
mehr da. Ich suchte alles ab. Andi dann auch nochmal und ich auch nochmal. Wir
fragten ein/zwei Leute, ob sie die Kamera gesehen hatten. Keiner hatte. Dabei
waren doch insgesamt nur ca. 10 Leute zu dieser Zeit auf dem ganzen großen
Strand unterwegs! Nichts. Sie ist weg. Und jetzt habe ich den Scheiß, und
weiß nicht was ich machen soll... (doch dazu gleich nochmal). Ich
ärgere mich darüber, dass ich die Kamera geholt habe und darüber,
dass wir nicht noch mehr Leute einfach gefragt haben. Aber es ist eigentlich zu
spät sich darüber Gedanken zu
machen...
Wir fuhren dann nach San
José, nahmen einen Kaffee, gingen noch ins Internet im Touristenbüro
und machten uns dann auf den Weg. Der Anfang war noch sehr schwierig. Es gab
noch einen dritten Weg nach San José den wir jetzt nahmen, um davon weg zu
kommen, aber der war beschissen und von Umleitungen durch Wadis geprägt.
Irgendwann waren wir aus der Scheiße raus und tankten noch schnell und
überprüften die Luft bevor wir auf die Autobahn fuhren. Gegen 12Uhr
kamen wir in die Gänge, Andi fuhr, Bei der Legionskaserne in Almeria bogen
wir nach Granada ab, an der Westernstadt vorbei ging es in die Sierra Nevada
hoch. Das Auto hatte sichtlich zu kämpfen und wir kamen nur langsam voran.
Dann, auf dem Hochplateau ging es besser. Fahren, fahren, fahren. Irgendwann
hinter Granada - Sevilla war jetzt unser Ziel - konnte Andi nicht mehr und ich
übernahm das Steuer. Die Sonne brannte, aber weile es nicht ganz so steil
mehr war ging es gut voran. Das Land wurde immer grüner und grüner,
was mir gut gefiel. Nur fahren und nicht an die blöde Kamera denken. The
attack of the sixties liefen im iPod und verbreiteten RoadMovie-Stimmung. Hej,
fahrn fahrn auf der Autobahn... In Sevilla verfuhr ich mich kurz alss die
Autobahn zu Ende war und wir auf eine andere hätten wechseln müssen.
Ich weckte vor Verzweiflung Andi der weggeratzt war. Wir machten einen kessen
U-Turn und waren bald wieder auf der richtigen Strecke. Krasse Stadt, krasse
Autobahnen, heftiger Verkehr. Aber auch das bekamen wir in den Griff. Dann
wieder fahren fahren bis Huelva und dann Portugal über einer beeindruckende
Brücke erreicht und nochmal grüner und kleinräumiger und
schöner. Irgendwann dann der Abzweig nach Faro und hinein ins Getümmel
dieser kleinen aber feinen Stadt am Atlantik. Mitten rein und mit einmal fragen
zum Hotel EVA, wo wir noch jemanden im Tagungsbüro trafen und uns
anmeldeten und klar machten, dass wir die Session von Anke und Carl
übernehmen würden... Wisst ihr was zum übernachten?
Jugendherberge! Dort also hin, mit den Bedenken, dass dort hoffentlich auch
keiner dass Auto leer räumt, wir also alles raus räumen müssen,
ergo ein Doppelzimmer brauchen. Vor uns werden Berliner abgewimmelt: Nichts mehr
frei: Deren Anmeldung per Internet ist wohl nicht dort angekommen und sie sind
angefressen. Wir nicht so, denn wir hatten schon darüber nachgedacht doch
einfach ins EVA (Tagungshotel) zu gehen. Also wieder zurück dorthin. Auf
dem Weg ruft Raja an und sagt, dass sie gut angekommen ist. Das ist schön.
Wir fahren weiter, finden sogar einen besseren Parkplatz als zuvor (ohne dass
uns Jugendliche, wie bei unserer ersten Ankunft vor ein paar Minuten noch einen
Euro für die Parkplatzweisung abnehmen) direkt am Haupteingang und melden
uns an und machen das Zimmer 436 am Ende des Ganges im 4.Stock für den
Special-Preis für Konferenzteilnehmer von 70 Euro für das Doppelzimmer
klar. Das Hotel ist immerhin 4 Sterne und solches Zimmer ist sonst 92 Euro wert.
Da sitzen wir nun, nachdem wir gestern
abend noch ein wenig unterwegs waren und ein-zwei bierchen getrunken, gut
geschlafen und heute früh noch besser gefrühstückt haben. Wir
sind nicht mit auf einen der Fieldtrips gegangen, da dies nach 3 Tagen Auto
schon wieder mindestens 8 Stunden Busfahren mit Unterbrechungen bedeutet
hätte. Statt dessen wollten wir den Tag nutzen, nach einer Kamera zu
suchen. Und so waren wir auch in diesem Sinne unterwegs, konnten uns aber bisher
nicht entscheidenn. Es ist nicht billiger hier als in Deutschland. Das hatte ich
eigentlich erwartet. So bin ich jetzt wieder schlechter drauf und muss nachher
mal Carl anrufen und ihm davon berichten und um Rat fragen. Faro ist allerdings
sehr schön und wöhl auch noch einmal eine Reise wert. Ein kleines sehr
angenehmes Städtchen. Ich glaube ich bin mehr der atlantische
Typ.
Posted at 07:09 nachm.
Do - Juni 3, 2004
Alles schon vorbei...
Und faul gewesen, was das Schreiben
angeht. Sitze also nun in Bayreuth und muss alles aus dem Gedächtnis
schreiben. Roadtripping vom Feinsten!! Und schneller als wir gedacht hatten.
Trotzdem haben wir eine Menge gesehen und erlebt..
Am Morgen des Mittwoch (26.05.2004) haben wir die
Reste eingepackt und Achmed und los ging die Reise. Nochmal winke winke und dann
nach Debdou runter. Das war schon ein sehr komisches Gefühl, Ayn El Kbira
nach 2 Monaten wieder zu verlassen. Das Wetter war schwül und durchwachsen
und wir machten noch eine Runde durch den Ort. Zunächst stoppten wir bei
Aziz und fanden ihn nicht mehr schlafend aber noch müde. Er hatte gleich
noch was für Achmed zum Unterzeichnen und die von mir erwartete Post
(mp3-CD von Paule) war nun doch nicht mehr angekommen. Sein Zimmer war doch sehr
karg eingerichtet und im Fernseher lief VIVA. Schon mal eine Einstimmung auf die
Heimat. Nachdem wir Aziz Auf Wiedersehen gesagt haben, wollten wir Hassan
Tschüß sagen. Im Gericht war er noch nicht, so dass wir erst mal
Richtung Markt gingen, um eine von Achmed für mich bestellte Wolldecke noch
zu erstehen. Auf dem Weg trafen wir in einem Gewirr von eintrudelnden
Händlern und Einkaufswilligen Hassan der sich kurz und schmerzlos von uns
verabschiedete. Beim Deckenmann fand sich eine einigermaßen schicke Decke
bloß Handeln konnte man mit ihm schlecht und Achmed ist auch nicht gerade
eine Unterstützung dabei (und das als Marokkaner!). Das Argument des Extra
Angefertigtseins überzeugte mich
dann.
Jetzt konnte es endlich los
gehen... Denkste! Erstmal traf Achmed noch knapp geschätzt 1000 Leute und
dann wir auch noch den Dicken vom Eaux et Forets der auch noch die Hand
geschüttelt bekam. Und bei Mohammed unserem freundlichen Zigaretten- und
Süßigkeiten-Provider mussten wir natürlich auch noch mal ran. Der
hatte für jeden von uns einen lieben Brief und ein kleines Geschenk
vorbereitet. Das war richtig bewegend. Kurz hinter Debdou haben wir nochmal den
Marabou und die in Wolken liegende Gaada fotografiert. Beweismaterialien! In
Taourirt wollte Achmed noch "schnell" zur Bank und Roman nutzte die Zeit noch
ca. 5 kg in der Patisserie einzukaufen. Ich fuhr und langweilte mich im Auto bis
die beiden kamen. Dann konnte es tatsächlich und wirklich los gehen. Wir
hielten noch einmal auf dem Weg nach Immouzzer um eine Tajine zu kaufen (Kai
hatte mich gebeten eine mitzubringen) und bei der Gelegenheit habe ich noch eine
sehr schöne Leuchte aus irdenem Material dazu gekauft und schön
gehandelt (Achmed hätte schon wieder eher aufgegeben) und ein weiteres Mal
um zu tanken. Bei letzterer Aktion waren wir schon nah am Mittleren Atlas in der
Nähe von Fes und sahen schon die dicken Wolken am Atlas hängen. Beim
Hochfahren nieselte es zunächst, später regnete es stärker und
als wir ankamen konnte man es als dicken Schauer oder auch als eingeregnete
Schweinerei betrachten.
In Immouzzer
wurden wir freundlich begrüßt (ich als wieder Erkannter, Achmed als
Familienmitglied und Roman als Neuzugang) und bewirtet. In den darauf folgenden
Überlegungen stellten wir bald fest, dass wir gleich abreisen würden
(wir waren uns eines Gefühls des Störens bewußt geworden und
langsam war es ja auch Zeit Achmed und seiner Familie den Rücken zu
kehren). Achmed fragte mich sichtlich betreten nach noch ein bisschen Geld und
begründete dies damit, mit mehr gerechnet zu haben. So ist es halt, wenn
man einmal was gegeben hat, wird das halt erwartet... Aber ich hab ihm dann noch
200 Dh für ein Geschenk für seine Frau gegeben und wir haben nach
kurzem Gemache und Abgespreche mit Abdellah unsere Reise angetreten. Wir wollten
eigentlich über Azrou (einkaufen) nach Meknes. Da wir aber in Ifrane
irgendwie den falschen Weg erwischt hatten, sind wir dann doch direkt nach
Meknes gefahren. Da würde ja wahrscheinlich genügend Einkauf auf uns
warten (was sich schon am nächsten Tag heftig bestätigt hat). Wir
kamen gut hin und trafen am Abend in einer äußerst lebendigen und
angenehmen Stadt ein die uns wohlig umfing ohne uns allzu touristenheischend
anzunerven. Es war nochmal eine schöne Aktion Achmeds Schwester
tatsächlich ausfindig zu machen, was grundlegend in der Falschangabe
Abdellahs gründete, dass sie im Viertel jacoub el mansour wohne. Sie wohnt
nämlich im Cartier el mansour (ohne jacoub) und die beiden liegen in der
hauptsächlich west-ost erstreckten Stadt eben auf dieser Achse diametral
entgegen gesetzt. Aber mit Hilfe vieler netter (und auffallend vieler!)
Polizistinnen und ihrer Kollegen und ein wenig hin und her telefoniere langten
wir schließlich bei Achmeds Schwester an und wurden von ihrem
jüngsten, einem für arabische Verhältnisse außerordentlich
großen jungen Mann, begrüßt und zur Wohnung geleitet. Schon
erstaunlich wie unterschiedlich die Lebensverhältnisse in ein und derselben
Familie beschaffen sein können... Die Wohnung war nämlich im
Verhältnis zu Achmeds Forsthaus und zur Maison der Familie in Immouzzer um
einiges besser bestellt und eingerichtet auch wenn auch hier nicht auf
Plastikblumen und ähnlichen Tand verzichtet
wurde...
Nach leckerem Imbiss wollten
wir noch mal einen Abend und Nachtbummel starten. Dies war uns empfohlen worden
und wir hatten ja auch schon auf der Suche gesehen, dass einiges in der Stadt
los war, da gerade das 1. Internationale Pferdefestival von Meknes stattfand.
Und Achmeds Schwager hatte recht behalten. Wir fuhren entspannt mit dem Taxi in
die Stadt und mein immer noch grummelnder Magen machte die einzigen Probleme.
Aber wie alle solchen war auch dieses zu lösen und wir konnten weiter
bummeln. Wir bekamen gerade noch das Ende des Festivaltages mit und schlugen
beim Artisanal gleich wieder heftig zu. Ein Berber-Umhängetäschchen
jeweils und für Roman noch ein Hemd aus ähnlichem Material (das heftig
teuer war) und da die ganzen Sachen Produkte einer Kooperative waren, gab es
auch wenig zu handeln...
Danach haben wir noch eine Runde durch
die Altstadt gedreht und wurden dabei auch nur sehr kurz von einem sich als
Führer anbietenden genervt, aber auch das war bald überstanden. Wir
fühlten uns sonst sehr wohl in dieser Stadt die uns sehr freundlich und
wenig nervig empfing. Dann war es auch schon wieder sehr spät. Auf dem Weg
aus der Medina auf den Marktplatz kamen wir leider an noch einem Artisanal-Laden
vorbei und kauften nach intensivem Handel und viel Hin und Her jeder eine
Derbouga (Trommel) und mehrere kleinere Sachen. Mit dem Taxi nach Hause und beim
Sohnematz geklingelt wie abgesprochen und eigentlich war das sofortige Zu Bett
gehen geplant. Wurde aber nix draus, da dort wahrscheinlich von Mutti
vorbereitet noch fett Essen auf uns wartete. Hähnchentajine und Salat und
Obst zur Nachspeise. Genau das Richtige für meinen mitgenommenen Magen
jetzt noch so kurz vorm ins Bett gehen zu essen. Aber lecker war es auf jeden
Fall und neben her lief noch irgend ein Film. Dann endlich schlafen nach
Ereignis reichem Tag.
Der Morgen begann
wie der vorige Tag aufgehört hatte: Mit lecker Essen. Ich hielt mich beim
Kaffee zurück, um meinem Magen ein wenig Ruhe zu gönnen. Das war glaub
ich auch eine gute Idee. Nach dem Frühstück erkundigten wir uns noch
ein wenig nach unbedingt anzuschauenden Sehenswürdigkeiten und machten uns
dann auf den Weg in die Stadt. Etwas zu früh, da die meisten Geschäfte
und auch die Museen noch geschlossen hatten. Die Zeit überbrückten wir
mit einem Besuch in einem sehr neuen und sehr schnellen Internet-Café in
dem eine herrliche Jazz-Musik lief. Als ich eher fertig war und die Musik lobte,
kam ich mit der Besitzerin in ein nettes Gespräch über Meknes, den
Biologenberuf ihres Mannes und so weiter. Wieder einmal eine angenehme Seite von
Meknes.
Dann war es endlich nach 10 Uhr
und unsere Stadteroberung konnte los gehen. Zunächst suchten wir uns einen
Weg zum Mausoleum des Moulay Ismail, dass gerade erst vor ein paar Jahren den
Touristen zugänglich gemacht wurde. Beeindruckt und von einer Menge
französischer Touristen umgeben bestaunten wir die Anlage. Danach dann zum
Gefängnis: Unterirdisch und riesig groß. Viele Fotos! Vor dem
Gefängnis lauerte ein Kutschfahrer und irgendwie schaffte er es, uns zu
überreden und wir machten eine über einstündige Tour mit der
Kutsche an allen Sehenswürdigkeiten entlang. Alte Stadttore, die alten
Pferdeställe (unheimlich groß und beeindruckend) des Herrschers, der
alte Palast, der Neue und andere Dinge wurden uns gezeigt oder wir konnten bei
Möglichkeit und Bedarf hinein und dann weiter fahren. Dafür waren dann
120 Dh fällig und ich glaube das war nicht zu viel. Ein echtes Erlebnis,
dass ich aber auch gerne mit meinem Schatz gehabt hätte.
Nach der Kutschfahrt war die Medina
ein weiteres Mal unser Ziel. Da wir schon am Vortag heftig zugeschlagen hatten
und ich auch für Roman dabei einiges ausgelegt hatte, stand die Frage
wieviel Geld holen? Roman holte dann 1000 DH und schon bald erwies sich dies als
zu wenig, da wir schon bald nach unserem kurzen Aufenthalt im Kaffee gleich beim
ersten Laden wieder heftig zuschlugen: 3 Ringe und ein Pfeifchen plus dem
intensiven Handel und viel Freude dabei. Und noch ein Laden profitierte von
unserer ungezügelten Einkaufslust: Ich kaufte mir zu der Derbouga noch eine
Djembe.
Jetzt war es aber langsam
genug. Wir hatten ja schon nach der Kutschfahrt im Souk auch eine Menge
Patisserie-Produkte, Datteln und (ich zumindest) noch Untersetzer aus Halfa
gekauft. Jetzt war es endlich genug. Wir fuhren mit dem Taxi wieder zu Achmeds
Schwester und unserem Auto. Die Verabschiedung kriegten wir schnell und
unbürokratisch hin, da gerade ein paar Freundinnen zum Klatsch kamen und
wir nur eben schnell unseren Dankeschön-Patisserie-Kram übergaben und
uns dann auf den Weg machten. Das Bezahlen des Guards für das Auto war noch
ein kleines Problem weil ich zuerst den falschen bezahlt hatte und der dann
nicht gleich damit raus rückte als der andere seinen Anspruch geltend
machte. Aber irgendwann war auch das geklärt und auf ging es zu neuen
Ufern. Wir fuhren nochmal durch die schöne Stadt und dann Richtung Moulay
Idriss, das ja quasi in Sichtweise von Meknes liegt und dass den Ausgangspunkt
der Islamisierung Marokkos bildete. Von hier verkündete Moulay Idriss den
Islam. Der Berber-Name lautet Zerhoun und die Stadt war bis vor kurzem für
nicht Gläubige nicht oder nur schlecht
zugänglich.
Angekommen vermittelte
uns der Aufpasser am Parkplatz einen Führer. Einen jungen Mann der ein
wenig krank und ausgepowert um die Augen aussah, der aber sehr nett war und uns
herumführte und viele Informationen hatte und dabei aber sehr
unaufdringlich und angenehm war. Bei der ersten Aussichtsterasse, die wir
über steile, enge Gassen und Treppen erreichten, saßen ein paar
Jugendliche und machten sich den Tag (bzw. den Abend) zum Freund und freuten
sich, uns zu sehen. Wir wollten aber auf die im Reiseführer beschriebene
Café-Terrasse, die Roman noch vom letzten Jahr erinnerte und da kamen wir
dann auch bald hin. Dort bestellten wir ihm und uns einen Kaffee und warteten
auf den Sonnenuntergang. Neben uns fand sich noch ein weiteres Trüppchen
ein: Ein französischer Opernsänger, der auch Leipzig sofort kannte und
auch schon im Festspielhaus zu Bayreuth gewesen war und der mit seinem
arabischen Freund schon eine weite Reise (einschließlich Tunesien und
Türkei) hinter sich hatte. Angenehm auch mal solche Leute zu treffen. Und
da der junge Mann Zahnweh hatte, gab es auch Gemeinsamkeiten, da Roman das selbe
Problem plagte...
Der Sonnenuntergang war sehr
schön und beeindruckend. Danach begaben wir uns auf den Weg zu einem
Quartier und auf die Suche nach etwas zu essen. Da der Parkplatzwachtmann schon
vom Nachtwachmann abgelöst worden war, vermittelte uns unser junger Mann
eine Frau bei der wir übernachten konnten. Durch endlose Gässchen und
über Treppen und durch Torbögen hindurch gelangten wir dorthin. Alles
war sehr einfach und die Hütte roch sehr stark nach Zedernholz. Aber
für 70Dh (7 €) für uns beide war uns das recht. Wir sind dann
nochmal zum Auto und waren in der Nähe des zentralen Platzes essen. Das war
wiederum eher teuer und auch nicht so gut. Und unser Führer wollte auch
kaum was essen und ich konnte das Korianderhuhn auch nicht so recht verknusen.
Sattt und fertig ging es zur Maison, wo ich ihn mit 100Dh entlohnte (über
die er sich glaube ich auch recht freute) und dann war für mich auch bald
Schlafenszeit. Roman musste natürlich wieder rumchinchen und noch
draußen rumhängen. Irgendwo lief ein lauter Fernseher und nach wenigen
Minuten hatte ich eine dermaßene Kuhle gelegen, dass ich mich nicht mehr
eben umdrehen konnte und demzufolge recht unbequem
schlief.
So wachte ich morgens denn
auch auf: Mit zerlegenem Rücken und leicht bereit schnell den Weg
aufzunehmen. Roman brauchte aber wie immer ein wenig Zeit. ich drängelte,
wir bezahlten (wieder 100Dh, da sie nicht wechseln konnte) und gingen zum Auto.
Am Platz dort kauften wir jeder ein Stück Fettgebäck und setzten uns
in das nächstbeste Kaffee. Roman wollte mal wider in die Sonne und so
nahmen wir ein olleres (weil in der Sonne gelegen). Und weiter ging es. Nur
wenig Kilometer: Zur Römischen Stätte Volubilis. Roman war dort im
Vorjahr schon rumgestiefelt, weshalb ich alleine ging. Roman musste eh noch
schlafen. Ich traf zunächst keinen und wunderte mich mit meiner
Ruinenerfahrung aus Griechenland hauptsächlich über die vielen
schönen Arten und freute mich über Astragalus tetraphyllum in echt und
auch über weitere schöne Sachen. Erst als ich eine ganze Weile
spaziert war, traf ich auf eine Gruppe Touristen. Italiener! Als wenn die nicht
zu Hause genügend solcher Ruinen hätten. Aber wahrscheinlich wollten
sie sich von der Großartigkeit ihrer Ahnen überzeugen. Deren Ruinen ja
auch lange Zeit dort schon die Arabische Umwelt überstanden habe (was ich
in dieser Vollständigkeit doch beachtlich finde). Mein Magen schlug wieder
zu und ich ging schnell wieder zurück. Ich hatte eh das Meiste gesehen und
wir wollten ja auch noch einen Weg zurück legen. Auf dem Rückweg sah
ich, wie richtig meine Entscheidung gewesen war: Mehrere Busladungen strebten
mir entgegen. Ich war dann noch so vernünftig mir ein Magnum-Eis zu kaufen.
Mein Magen belohnte es mit Kneifen.
Nun ging es aber endgültig zum
Endspurt. Ich klemmte mich ans Steuer und wir nahmen Kurs auf Tanger. Wir
hielten erst wieder in Tanger am Fährhafen. Dort stürzten sich gleich
wieder unerwünschte Helferlein auf uns, was uns beide total annervte. Zum
Glück haben wir beschlossen, einfach weiter Richtung Hafen zu fahren. Nach
wenigen Metern wurden wir gestoppt und wie ich es mir gedacht hatte darauf
hingewiesen, dass Zugang zum Fährhafen nur mit Ticket möglich ist.
Aber gleich neben dem Hafeneingang war ein Reisebüro, auf dass wir nun ohne
Ärgermenschen verwiesen wurden und wo wir ganz in Ruhe unser Ticket
kauften. Danach stellten wir innerhlab des Hafengeländes und unterm Fenster
dieses Reisebüros das Auto ab und starteten ein letztes Mal eine
Erkundungstour in marokkanischen Landen. Wir landeten gleich in der schönen
Altstadt von Tanger. Hier gab es auf jeden Fall mehr Touristen und auch mehr
Nervis als in Meknes. Aber wir hatten ja eh nur einen Kaffee im Sinn... An einem
zentralen Platz fanden wir ein schönes Kaffee oben auf dem Dach mit
Terasse. Ich nahm zusätzlich zum Kaffee noch eine kleine Harscha. Roman
mampfte ja eh schon die ganze Zeit Datteln und hatte sich ansonsten aufs Sparen
verlegt. Nach dem Kaffee und ein bisschen Rumgebummel machten wir uns auf den
Weg zum Auto. Wir wollten 16:30 mit der Fähre fahren. Unten sah ich an
einer Straßenecke Babuschen und dachte, da könnte ich mir ja doch
vielleicht noch welche kaufen. Der junge Mann hatte keine
mitteleuropäischen Übergrößen und verwies uns an einen
benachbart stehenden nicht mehr ganz so jungen Mann. Der erwies sich entgegen
unserer Annahme nicht als der Verkäufer oder Besitzer in einem benachbarten
Laden, sondern als Fault Guide und führte uns weiter und weiter in die
Medina und als wir bei einem entsprechenden Händler anlangten, versuchte
der mich knallhart zu verarschen. Aber der andere klärte ihn auf, dass wir
keine Touristen seien (ich hatte zwischendurch mit ihm erzählt) und ich
handelte dann knallhart und bekam einen guten Preis. Der Ladentyp war
darüber wenig glücklich aber immer noch besser als
nichts...
Jetzt aber endlich zum Hafen!
Wir fragten einen jungen Mann nach dem Weg. Gerade hatte ich dem vorher uns
geführt habenden die restlichen Krümeldirham gegeben die ich nach dem
Babuschenkauf noch auf Tasche hatte. Der begleitete uns gleich und war dann
recht enttäuscht, dass wir im nichts außer Datteln gaben. Dabei hatte
ich ihn von Anfang an darauf hingewiesen, dass wir nichts mehr hätten. Er
zeigte uns auf jeden Fall noch einen schönen Ausblick auf den Hafen. Dort
gab es auch eine alte und große Kanone an der wir noch ein paar Fotos
schossen. Jetzt aber los....
Am Hafen
hatten wir auch nur geringe Probleme mit dem Zoll. Das heißt wir mussten
nur ein bisschen was auspacken und dann brachten wir endlich unter, dass wir
Wissenschaftler seien und so weiter und wir durften weiter. Also schnell alles
wieder eingepackt und in die Warteschlange. Die sich tatsächlich den Namen
verdient hat, weil die Herren vom Boot es einfach nicht gebacken bekamen, die
Fähre mit Aufliegern zu bestücken. Es dauerte eine ziemliche Weile,
aber irgendwann war auch das geschafft. Ein Journalistenpäärchen
nutzte die Zeit und drehte wie bescheuert an einer Reportage übers
Fähre fahren oder wie auch immer (ich habe nicht gefragt) und einige 100
fliegende Händler die das Warten der Wartenden nutzen wollten, mussten
abgewiesen werden. Endlich, 2 Stunden später, legte die Fähre ab. Auf
nach Europa. Ich war recht wehmütig, da die Wiederkehr nach Marokko unklar
war und ist und ich ja nun doch einiges an Zeit und Herz dagelassen
habe...
Einige Meeressäuger
unterschiedlichster Größe begleiteten uns und die Sonne schickte sich
an in der Straße von Gibraltar im Meer zu versinken. Wir hätten es
geschafft, wenn die Einladenden etwas schneller gewesen waren, so versank sie
hinter der Landzunge von Tarifa rotglühend vom Horizont. Sehr schön,
sehr kitschig und einige Fotos wert. Mein Gott, die Digitalfotografie! Da
schießt man Fotos wie nichts gutes. Ich erhoffe mir eine Menge
Löschmut.
Die Ankunft in Spanien gestaltete sich
äußerst unproblematisch und wir starteten nach der Passage der
Grenzkontrollen durch Richtung Gibraltar. Dort wurden wir freundlich eingelassen
und darauf hingewiesen, dass das Rauchen von Marijuana nicht gestattet sei.
Ansonsten erlebten wir einen heißen Kulturschock, nach arabischer
Keuschheit und Verhüllung, nun die halbnackte Nabelschau einer Party
hungrigen Jungmenschengeneration, wo auch das Bauchschwabbelfett nicht vom
Tragen bauchfreier Tops abhält und die halbwegs angetrunkenen Mädchen
(die allesamt angetan sind, wie besonders leichte) einem hinterher pfeiffen.
Polizisten werden von Betrunkenen voll gelabert und die ganze Straße ist im
Partytaumel. Englische Geschmacklosigkeit plus südspanischem Temperament,
das kann ja nicht gut gehen. Das anvisierte Cannon-Hotel erweist sich als teuer
und noch dazu halbwegs ausgebucht. Roman will dann draußen schlafen. Ich
finde das doof. Wir fahren zum Europa-Punkt an dem Roman vor Jahren
nächtigte. Auch der ist schlecht geeignet, da der Parkplatz als Wendehammer
für die Inselrunde, die jedes erste Gibraltesische Auto heute Abend dreht,
genutzt wird. Vorher gehen wir passend essen. Im Trafalgar Inn gibt es einen
Quarterpounder mit Ei oben drauf und Pommes anbei und ich nehme zünftig
eine Pinte. Wir sind in Europa und von jetzt ab fährt eh Roman, nachdem ich
in Marokko nochmal richtig Gas gegeben habe um die folgenden 4 Monate ohne
Führerschein zu
überstehen...
Nach noch ein paar
Runden und ein wenig Disput landen wir im Continental-Hotel, dass zwar noch
teurer ist, aber dafür ein entsprechendes Zimmer bereit hält und beim
gleich bezahlen, ein unproblematisches Einchecken zulässt. Klassisch, mit
Jagdszenen aus englischem Holz aller erster Güte geschnitzt, verbringen wir
die Nacht. Roman muss natürlich nochmal raus. ich packe mich hin und
versinke bald in tiefem Schlaf....
Den
letzten Rest der Tour: Granada (toll, toll, toll), Empuriabrava (arme
Normaltouristen und Reiche), schönes Essen und unspektakuläres
Schlafen in Frankreich sowie der Besuch der Cathedrale de Image folgen
morgen...
Posted at 06:06 nachm.
Di - Mai 25, 2004
Die Sachen sind gepackt...
Zumindest fast. Wir wollen ja morgen noch
frühstücken... jetzt aber wirklich vom letzten Tag auf dem Plateau und
vom Packtag der leider für mich etwas Magen-/Darmleiden brachte und so
nicht ganz so unbeschwert und locker verging.
Nach unserer wirklich schönen Feier gingen
wir bald zufrieden ins Bett. Abends war es wieder einmal feucht und kalt
geworden. Leider war das am Morgen nicht viel anders: Feuchter Nebel hing im
Forsthausgarten, alles tropfte und ich hatte wenig Lust bei diesem Wetter meinen
letzten Arbeitstag anzutreten. Aber was sollte es, Achmed der anstatt Roman
mitkam guckte zwar ungläubig, als ich sagte, dass ich auf jeden Fall fahren
möchte, kam dann aber doch
mit.
Wir klapperten die drei
Wiederholungsflächen ab. Diese hatte ich nach Nähe von Datenlogger
ausgesucht und es waren auch solche die wir ganz am Anfang bearbeitet hatten.
Einfach mal schauen, wie die innerjährliche Heterogenität so aussieht.
Außerdem wollte ich die Datenlogger einsammeln. Der zuerst angesteuerte war
auch da. Der andere leider nicht. Obwohl wir beide am Anfang der Arbeit im April
gesehen hatten. Naja, mit Schwund ist bei solchen Aktionen wohl immer zu rechnen
und das immer besser werdende Wetter versöhnte mich ein wenig. Während
es morgens noch tropfnass gewesen war und meine Füsse jetzt schon wieder in
kalten, feuchten Schuhen steckten, lösten sich jetzt die Wolken immer mehr
auf und die Sonne blickte durch. Schön! Außerdem war ja nun die Arbeit
tatsächlich beendet. Auf dem Rückweg grub ich noch eine Distel aus,
die ich eigentlich heute bestimmen wollte. Aber eigentlich bin ich mir schon
recht sicher, was es ist und meine heutige Verfassung hatte mich nicht ganz
vollständig einsatzbereit sein
lassen.
Gestern abend waren wir noch in
Taourirt. Ich habe meine komplette Erfassung kopieren lassen. Wobei das kopieren
lassen ja immer eine sehr delikate Angelegenheit ist, da mein sein Zeug normaler
Weise beim Kopiergeschäft lässt. Aber es ist alles gut gegangen und
nach unserem Aufenthalt im Internet-Café, wo ich noch liebe Mails erhalten
und den Blog hochgeladen habe (musste leider dann abbrechen), habe ich Originale
und Kopien in tadellosem Zustand zurück bekommen. In Debdou waren wir noch
für Achmed in der Apotheke und er ist noch kurz zum Dope-Kauf gehuscht.
Aspirin und Kiff. Tolle Medizin. Aber seine Sache. Als wir auf ihn warteten, kam
Hassan noch vorbei und sagte quasi Tschüß aber bot uns auch noch
zweimal an, am Mittwoch Morgen doch noch bei Ihm vorbei zu schauen, was wir wohl
auch machen werden.
Heute erwachte ich
mit Brechreiz und Unwohlsein im Bauch. Habe aber den ganzen Tag nichts raus
bekommen obwohl es zwei- dreimal so war als ob. Ich habe mich dann alsbald
wieder hingelegt (nachdem ich ein wenig ferngesteuert rumgelaufen war) und mir
einen Kamillentee gemacht. Später habe ich dann Magdalenas gegessen und
immer mal ein bisschen was gemacht. Achmed hatte mich gefragt, ob ich seine
Herbarbelege, die er so über die Jahre gesammelt hat, beschriften kann und
trotz unfit seins habe ich mein bestes gegeben und 98% seiner gar nicht so
wenigen Belege beschriftet. Hoffentlich kann er meine Schrift lesen. Ich habe
mich zumindest angestrengt. Nach und nach gings mir etwas besser. Aber auf die
letzten beiden Seggen und die Distel hatte ich wahrlich keine Lust mehr. So habe
ich sie mit ein wenig Not herbarisiert. Aber es wurde dann auch besser und jetzt
geht es mir eigentlich ganz gut. Da wir morgen früh raus wollen, werde ich
aber auch bald ins Bettchen hupfen... Ein letztes Mal in Ayn El Kbira. Wann
werde ich wieder hier sein?? Doch nächstes Jahr oder doch erst in einigen
Jahren? Ich weiß es derzeit noch nicht. Und ich war nur heute früh und
da auch noch nur halb anwesend vorne an der Kante und habe in das Tal geschaut.
Das muss ich unbedingt morgen früh noch
nachholen.
Am Nachmittag haben wir dann
so peut a peut gepackt und jetzt nur noch Zeug hier, was wir morgen früh
noch brauchen (das ist noch ne ganze Menge). Noch gerade so im letzten
Abendlicht viel mir ein noch ein Foto von der gesamten Familie und uns zu
machen. Danach haben wir Achmed noch zu einem Tee eingeladen und ich habe im
unser Dankegeld gegeben. Hoffentlich macht er was draus, ein Teil soll an die
Kinder gehen, ein anderer für das Haus der Familie in Immouzzer aufgewendet
haben. Da geht es morgen auch als Erstes hin. Mal schauen, was uns auf unserer
Rückreise noch alles erwartet. Ich freu mich jetzt auch schon sehr auf zu
Hause und meinen Schatz....
Posted at 11:25 nachm.
Mo - Mai 24, 2004
Wir bleiben dabei: Kein Tag ohne Regen
Vom Ende der eigentlichen Arbeit, unserer
Abschlussfeier und vom tatsächlich letzten Tag auf dem
Plateau
Da hab ich doch schon wieder einige Zeit
verstreichen lassen und schreibe jetzt unter Druck im Internetcafé.
Der Morgen des 21. war auf jeden Fall
trocken und windig und also besser als der Abend. Über der Tafrata waren
wieder Wolken zu sehen und sie zogen so peut a peut ins Tal hinein. Die Chancen
standen gut, dass der Tag gut bliebe. Morgens machte sich Roman als erstes daran
unser Feuer zu reaktivieren. Wir hatten es nämlich Trapper mäßig
durch das Abdecken mit Steinen auf Standby gesetzt und siehe da die Glut war
noch recht kräftig und gestattete uns selbst mit nassem Holz flink ein
Feuerchen für den Kaffe zu entzünden. Nach lecker und einfach
Frühstück (Roman Cerelac, Gerald lecker Thunfisch aus Dose zu Brot)
ging es auf zu neuen Taten. Die Flächen auf H5 waren allesamt bescheiden,
wobei die letzte eine interessante Struktur aufwies: Juniperus als
Überhälterr und drunter rasige Vegetation mit einer Menge Leguminosen
und einer Allium-Art drunter.
Dann
gings zu den letzten Flächen, die dort lagen wo das Auto abgestellt war.
Als wir bei der vorletzten Fläche anfingen zogen schon ganz schön
dunkle Wolken durch und bald standen wir wieder im Nebel und die Wolkenfetzen
zogen nur so durch. Aber irgendwie hatten wir sogar noch Humor und machten
Abschlussfotos und hörten Musik während der Aufnahme. Es kam noch ein
Nomade vorbei der gerne ein Visum haben wollte. Muss er wen anders fragen, wir
sind doch nicht die Botschaft. Der DataLogger war auch noch da. Super. Gegen
17:30 waren wir am Ende und geschafft aber glücklich die Pflicht beendet zu
haben.
"Zu Hause" war auch noch alles
in Ordnung. Ich hatte zwischendurch mal kurz die Idee gehabt, dass das
natürlich der Hammer wäre: Glücklich fertig und dann zu irgendwas
geklaut oder kaputt oder irgendwas halt. Aber alles gut. Den Abend haben wir im
Nebel mit Fußball beschlossen und uns des Lebens gefreut. Ich habe des
Nachts noch Mails geschrieben, die gerade jetzt erst auf den Weg gegangen sind
und schick den Portwein geleert, was mich sofort beduselt machte, da ich schon
länger abstinent war und nach der Anstrengung und alles fällt
ab...
Am Sonnabend haben wir so in den
Tag gelebt. Ich habe mich mit Pflanzenmaterial beschäftigt und teilweise
Boden aufgearbeitet (noch den Bodenartentest gemacht). Aber wir waren entspannt
und sind am Nachmittag auch wegen der am Sonntag anstehenden Feier in den Ort
gefahren und haben letzte Besorgungen getroffen. Halt, nein: Am Morgen haben wir
das gemacht, da ich dachte so etwas mehr zeit zu gewinnen, da es abends nochmal
aufs Plateau gehen sollte, um eine Ziege zu kaufen. So war es dann auch. Gegen
halb 6 bin ich mit Achmed aufgebrochen und Mohammed ist kurzerhand noch mit
aufgesprungen. Typische Achmedaktion: Der Nomade war einer der letzten im Gebiet
und wir mussten also lange und weit fahren. Aber der Abend war schön und im
Endeffekt war es sehr gut, da es die uns von unserem zweiten Nachtauufenthalt
sehr gut bekannten Leute waren und die freuten sich auch mich zu sehen. Die
Ziege gab es natürlich erst nach Tee und Brot mit Butter und ein bisschen
Abgehänge. Unser Freund von damals hat sie dann zum Auto getragen und dort
wurde sie zwischen Rücksitz und Vorderbank aufbewahrt und hat sich auch
ganz ruhig verhalten. Und ich habe nichts gezahlt. Achmed meinte, er würde
das später mit ihm ausmachen.
Auf
dem Rückweg wurde das Wetter schon wieder schlechter und die Wolken und der
Nebel, der uns seit dem Frühstück in Ruhe gelassen hatte zogen wieder
wild durch. Achmed hatte auf dem Hinweg, als wir nicht gleich den eigentlichen
Nomaden gefunden hatten noch mit dem anderen den wir nach dem Weg zum Zelt
unseres Freundes gefragt hatten ein bisschen Milch vereinbart. Das dauerte noch
mal eine Weile und nachher haben wir noch vom großen Blitzopfer ein
bisschen Holz mit genommen. Und waren natürlich erst sehr spät zu
Hause. Roman war wegen der Ausarbeitung von Bodenkunde zu Hause geblieben und
hatte sich schon ein wenig gewundert wo wir blieben. Ich bin dann meines Wissens
auch gar nicht mehr lange wach geblieben und bin bald schlafen
gegangen.
Abends regnete es nochmal
stark und der Sonntag, der Tag unserer Feier begann bedeckt und wenig viel
versprechend. Aber langsam wurde es besser und wir räumten die Bodenproben
raus. Langsam wurden Vorbereitungen für das Meshui getroffen und alles war
ein bisschen aufgeregt. Ich habe mich im Endeffekt bis 16:00 Uhr mit der
Beaufsichtigung des Siebens von Bodenproben beschäftigt. Immer mal etwas
abgelenkt von Aziz der mit dem jungen Ranger und noch einem kleinen dicken
über den sich ständig lustig gemacht wurde gekommen war und mal etwas
Ball kickend oder auch mal den Spieß drehend. Abd el Ilah musste nicht mehr
viel gesagt bekommen aber ich war halt trotzdem immer umher, da ich auch noch
Sachen zu erledigen hatte. Tüten zuordnen zum Beispiel. Am Vormittag hatte
ich auch noch 20 Proben bezüglich der Bodenartenbestimmung bearbeitet und
war glücklich, als das hinter mir
lag.
Die Ziege wurde immer besser und
der Zwischensnack (Tee und Brot und Marmelade) lag auch schon eine Weile hinter
uns, indes Hassan und Mohammed, unser netter Zigarettenverkäufer und
Kioskinhaber der uns ja auch schon zu sich eingeladen hatte, waren nicht da. Ich
habe dann beschlossen die beiden abzuholen und Achmed hat entschieden
mitzukommen um noch Zigaretten zu besorgen. Gesagt, getan und die beiden
warteten auch schon. Es war halt kein Auto gefahren.... Wieder oben ging es dann
endlich ans Essen. Achmeds Frau hatte wunderschön kalte Platte vorbereitet
und die Ziege war auch recht lecker. Zuviel war es auf jeden Fall nicht und ein
bisschen durcher hätte es auch sein können. Aber ich war
glücklich, alle da zu haben und Goodbye zu sagen. Nach dem Essen, brachte
ich die Idee vom Fußball auf und nach ein bisschen Verdauungsgedaddel haben
wir richtig losgelegt. Vier gegen vier. Und schön war es und Spaß hat
es noch mehr gemacht. Eine interessante Sache vom Vormittag fällt mir da
noch ein: Gerade als Roman beim Daddeln seinen Schuh auf einen Baum geschossen
hatte und nichts besseres vor hatte als wie ein Affe den glatten Stamm der
Platane zu bezwingen, kamen 6/7 Mädels in unterschiedlichster Ausstattung
und verschiedenen Altern und machten uns auf Englisch an: How are you? und so.
Nach dem offenen Mundes Roman bestaunt worden war und wir wieder ins Forsthaus
gingen, folgten sie uns neugierig. Ich widmete mich wieder meiner Wäsche
und sah mich plötzlich damit konfrontiert, dass marokkanische Mädels
mir beim Waschen zuschauten. Sie waren darüber weit weniger erstaunt, als
ihre männlichen Kollegen immer sind. Eine der Mädels fragte, ob sie
ein wenig mit uns Fußball spielen könnte und sie war echt gut und
konnte erstaunlich geschickt mit dem Ball umgehen. Das war definitiv nicht das
erste Mal. Wir fragten uns wo und wie sie wohl übte und waren erfreut auch
mal Kontakt mit Mädels gehabt zu
haben.
Aber zurück zum Abend. Wir
hetzten uns schön beim Fußball ab und es war wirklich toll.
Später gab es dann noch einen Tee und dann verabschiedeten wir uns. Roman
brachte die Jungs nach Debou runter und ich chinchte noch ein wenig dies und das
und wehmütete ein wenig Richtung Tal. Bald ist es vorbei. Den heutigen Tag
packe ich dann doch in den nächsten Eintrag. Jetzt muss ich erstmal
abschicken...
Posted at 08:27 nachm.
Sa
- Mai 22, 2004
Über den Wolken...
Ist das Wetter auf jeden Fall besser als
darunter. Dumm nur, dass man nicht den ganzen Tag darüber bleibt. Nun habe
ich schon lange gebummelt und muss jetzt unbedingt den Eintrag zumindest
anfangen, obwohl es schon morgen ist.
Am Dienstag haben wir einen 5er abgerissen. Wobei
das natürlich recht lange dauerte, da erstens die Flächen recht weit
auseinander lagen und zweitens die Flächen auch sehr schwer abzustecken und
zu bearbeiten waren. Das Wetter hat eine eigenartige Wendung genommen. Nein,
eigentlich ist es keine Wendung. Jeder Tag dieser Woche fing mit Wolken im Tal
an. Diese waren entweder tiefer als das Forsthaus, so dass man einen Ausblick
drauf hatte, oder zumindest später beim Frühstück schon da, so
dass die Nebel nur so durchzogen. Oben auf dem Plateau war es allerdings
tagsüber eigentlich immer recht schön und sogar T-Shirtig. Leider
hielt es an keinem Tag den ganzen Tag, da gegen Abend mit geringer werdender
Einstrahlung es die Wolken dann doch auf das Plateau schaffen und die Nebel
durchziehen, alles feucht ist oder es sogar regnet. Wenn es nicht so kühl
dann würde, könnte man meinen wir arbeiteten im Bergnebelwald
Equadors.
Auch am Dienstag war die
letzte Fläche mit Beeilung verbunden. Wir hatten den Magneten auf dieser
Wiederholungsfläche recht schnell gefunden und sie war auch gut
abzustecken. Aber da war die Wand schon da und die Luft kühl. Aber nach
meiner Erinnerung haben wir es ohne Regen nach Hause geschafft oder zumindest
bis zum Auto. Abends haben wir Fußball gespielt (soweit ich mich noch
erinnern kann) und sind wieder im Nebel versunken und mussten natürlich
wieder eine ganze Menge anziehen, um nicht zu frieren. Kann es denn nicht mal
einen Tag durchhalten? Nein, kann es
nicht!
Am Mittwoch wollten wir die
letzte HA-Fläche am Hang bearbeiteten und waren dann mit Achmed in Debdou
verabredet, da er für die Party
Legumes
und
Fruits
einkaufen wollte (angeblich bessere Qualität und geringerer Preis
pendant le
souk) und wir ihn mit dem Geraffel abholen
würden. Dies war einer jener Tage, wo der Nebel schon morgens oben ist. Wir
fuhren also zur großen Kurve und starteten von dort aus hangabwärts
rutschend unseren Tag. Hei, war das steil und kaum etwas zu sehen und alles
feucht und Tau usw. Aber irgendwie sind wir Helden natürlich angekommen.
Die Flächen waren allesamt recht schwierig abzustecken aber gut zu erfassen
(wie wir das von Hangflächen ja mittlerweile kennen) und brachten wieder
einiges interessantes zu Tage. Das Wetter wurde auch zunehmend besser und gegen
Mittag zum Beginn der dritten Fläche war es richtig schön. Roman
hänget seinen freien Oberkörper in die Sonne und ich schwitzte fei
unterm Anglerhut von der Fischer-Ina. Aber besser so als anders. Der Aufstieg
zurück zum Auto war recht happig und am Auto ein Zettel, dass Achmed schon
am Forsthaus wäre. Wir sind trotzdem runter gefahren, da wir auch so noch
ein paar Dinge zu kaufen gedachten, hielten uns dann aber nicht lange
auf.
Am Forsthaus stellten wir bald
fest, dass Achmeds Verständnis von Apfelqualität zum Beispiel doch ein
anderes ist, als das unsrige. Soweit ich mich erinnere wurde wieder Fußball
gespielt. Ich aber habe wegen des anstehenden Planes (letzte zwei Tage am
Stück mit Aufenthalt oben und dann alsbaldige Abfahrt usw.) das gesammelte
Pflanzenmaterial bearbeitet, das es mir vom Halse ist. Abends habe ich
mächtig fleißig emails geschrieben, die aber noch des Abschickens
harren. Der Abend war nicht ganz so neblig, vielleicht hatten wir ja
Glück.
Hatten wir nicht. Aber
eigentlich doch. Der Tag fing zumindest mit Nebel an. Feuchtkalte Luft empfing
mich am Morgen. Brrr. Aber auf dem Plateau war es schon viel besser und es wurde
ein warmer, schwüler aber eigentlich recht guter Tag. Nach drei
Flächen auf H4 die allesamt sehr Zeitaufwendig waren sind wir vor zur Kante
gegangen um die Punkte auf H1 zu bearbeiten. Beim ersten Punkt dort zogen schon
wieder Wolken auf. Roman ging schon mal zum nächsten, der direkt an der
Kante gewählt war und baute das Zelt auf und fing an ein Feuerchen zu
entfachen und Holz zu organisieren. Ich beeilte mich recht und hatte schon gar
keine rechte Lust mehr. Musste dann auch noch selber Abbauen, weil Roman auf
Holzsuche war. Während der letzten Fläche grollte es schon
kräftig und ich konnte ob der Dunkelheit kaum noch was erkennen.
Glücklicherweise fielen nur ein paar Tropfen. Aber es windete gar
kräftig. Später am Feuer und zum Glück erst nach dem Essen regnet
es auch noch sehr stark. Aber es war auch ein tolles Naturschauspiel und wir
fotografierten was das Zeug hielt. Es war atemberaubend wie schnell sich die
niedrigen Wolken über den anderen Gaada-Kamm westlich von Debdou
wälzten, ins Tal sanken um nach gewissem Aufenthalt plötzlich und sehr
schnell aufzustreben und an uns vorbei zu rasen.Gleichzeitig ergab sich am
Himmel über der Gaada der D'harra und über dem Moulouya-Tal in
Richtung Guercif ein unglaubliches Schauspiel aus Licht und Schatten und
Regenfahnen, Donnergegroll und Wind. Der konnte sich nämlich hier an der
Front, wo wir uns ausgesucht hatten zu sein, überhaupt nicht aussuchen,
wohin er denn wolle. Er spielte mächtig mit dem Feuer aber es war gut
entzündet und ließ uns nicht im Stich. Einmal regnete es länger
sehr stark. Glücklicherweise hatte ich vorher meine Regenhose auch
angezogen (Nun doch, nach 2 Monaten angefüllt mit schlechtem Wetter zum
ersten Mal), so dass es kaum schlimm war. Wir sahen es als Naturerlebnis und es
war wunderbar. Ermöglicht wurde uns dies durch das Bewusstsein, dass selbst
bei dieser Witterung wir morgen Abend wieder ein festes Dach über dem Kopf
haben würden und an die gesamte letzte Woche denkend, standen die Chancen
ja auch nicht schlecht, dass es morgens wieder besser sein
würde...
War es auch. Aber dazu später, da
ich jetzt erst einmal schlafen muss...
Posted at 02:38 vorm.
Di - Mai 18, 2004
Ist das noch Marokko?
Schön, dass einem das Wetter immer
so viel Titel gibt. Es ist nämlich immer noch beschissen, bzw. kommt
langsam erst so richtig in Fahrt
Nach dem letzten Eintrag stand ja nur ein Dreier
an. Morgens zog der Hochnebel durch den Forsthausgarten und wir waren schon
wieder bedient. Jedoch fuhren wir beim Hochfahren alsbald heraus aus der Suppe
und hatten einen herrlichen Blick über die in der gesamten Ebene
hängenden, recht dünnen Wolken und machten auch gleich ein paar Fotos.
Und es war den ganzen Tag über recht schön. Das heißt am
Vormittag. Da trugen wir sogar nur T-Shirt und Roman badete sogar ein wenig mit
freiem Oberkörper in der Sonne. Aber als wir am dritten Punkt anbei waren,
zogen doch schon wieder Wolken auf und es regnete dann entweder auf unserer
Fahrt oder als wir gerade ankamen. Das muss doch aber irgend wann mal wieder
aufhören!!
Nein, muss es nicht. Denn im weitesten
Sinne ist es seitdem zumindest nebelig. Die Hochnebelfelder hängen und
bewegen sich nur ein ganz klein wenig im Tagesverlauf nach oben und unten und
irgendwann regnet es dann. Gestern hatten wir ja frei und hofften bestes
für unseren kleinen Ausflug nach Taourirt. Am Abend waren wir ja noch in
Debdou bei Hassan gewesen. Der hatte gleich die Idee, als wir von unserer
mitgebrachten Rotweinflasche erzählten seinen Kumpel im Café
auzusuchen, der hätte eh auch noch was zu Hause und ein Keyboard und
Hassans Klampfe seien auch noch da. Nach nur kurzem Sitzen im dunklen Café
(von dem letztens hier schon die Rede war) sind wir also im Untergrund von
Debdou verschwunden. Die Luft war immer noch feucht und jetzt auch wieder
kälter und auch Houssam den wir noch vor Hassan getroffen hatten, scheint
langsam etwas angepisst zu sein. Bei dem jungen Mann war es dann im Ganzen recht
nett. Wir tranken Rotwein und später noch irgendeinen Whiskyersatz mit
Cola. Spätestens da viel es mir doch sehr schwer auf die Zigarette zu
verzichten. Aber es gelang! Roman spielte recht gut die Gitarre und Hassans
Kumpel holte plötzlich noch ein Banjo aus dem Eck und es wurde gejamt was
das Zeug hält. Gegen 21:00 Uhr sind wir dann zu Hassan und haben noch ein
kleines aufgewärmtes KusKus bekommen und den kleinen (he is a mazin(g):
hassan hat ihn mazin genannt) Sohn
bewundert.
In absolutem Nebel und daher sehr
anstrengend wanden wir uns die Serpentinen hinauf zum Forsthaus, dass wie in
einer Waschküche stand und triefte. Hin und wieder zuckten Blitze und es
grummelte. Das ließ für den freien Sonntag nicht so viel Gutes
erwarten. Ich bin gegen 8:00 aufgestanden und draußen war es halbwegs blau.
Mittlerweile ist der Blick zum Himmel immer der erste, weil es ja
schließlich auch eines Tages besser werden muss. Da nicht mit einem
schnellen Aufstehen Romans zu rechnen war, bin ich erstmal hinten hinaus zum
Blick über Debdou und das ganze Tal gegangen. Indes Debdou und der Rest
waren nicht zu sehen. Eine dicke Wolkendecke verdeckte es und waberte im Tale
umher. Schnell hatte ich die Kamera geholt und dieses atemberaubende
Naturschauspiel digital fest gehalten. Allerdings fehlt in solchen Momenten
wahrlich eine analoge Kamera mit einem guten Diafilm, um tatsächlich diese
Stimmung und das Licht einzufangen. Noch während des Frühstücks
und beim beiläufigen Fußballdaddeln mit den Kleinen waren die Wolken
höher gestiegen und wir haben teilweise recht entrückte Fotos im Nebel
gemacht.
Halb Elf waren wir bei Aziz, der schon
gewartet hatte und nicht so recht mehr mit unserem Auftauchen gerechnet hatte
und starteten unseren Männerausflug nach Taourirt: Achmed, Mohammed, Aziz,
Roman und Gerald. In Taourirt war es zumindest deutlich wärmer und nur ein
Schleier hing über der Stadt. Es war schwül und die schwere feuchte
Luft machte uns langsam und lahm. Wir kehrten erst kurz bei Aziz Mama ein und
nahmen einen Snack (so was wie früchstücken, was ich natürlich
schon in Ayn El Kbira gemacht hatte). Als Ausflugsziel hatte sich Aziz einen
Schrein (einen Marabou) in der Nähe von Taourirt am Oued Za ausgedacht. Der
Weg führte an blühenden Gärten und Olivenhainen vorbei. Vor Ort
waren recht viele Leute unterwegs und es waren auch europäisch und
VIVAesque gekleidete junge Mädels dabei. Da gab es doch mal was zum gucken.
Nach ein wenig Umhergechinche, Pflanzenbestaune, Vogelbestaune und so Sachen
sind wir dann schon wieder zurück und bekamen eine Huhn mit zum Glück
nur wenig dazu (wir hatten ja gerade erst gesnackt) aber wir waren trotzdem bald
alle sehr voll und satt. Auf dem Rückweg vom Marabou waren wir im
Gespräch darauf gekommen, dass es im Norden von Taourirt noch einen
Wasserfall zu besichtigen gäbe. Zu eben diesem sind wir dann gefahren.
Allerdings war es gar nicht so einfach, da Aziz das letzte Mal als Junge dort
gewesen war. Unser erster Fehlversuch entpuppte sich als Glücksfall. Anbei
fand sich ein interessantes Bergelchen dem die Naturkräfte schon über
mitgespielt hatten und der mich wieder daran erinnerte, dass Marokko ein
für Geomorphologische Exkursionen bestens geeignetes Land ist. Roman
stürzte hinauf und als ich hinter her kletterte, kamen auch die anderen.
Oben gab es viel Wind, einen kleinen Ausblick und interessanteste Pflanzen, die
trotz abwesendem Boden in irgendwelchen Ritzen ihr Plätzchen finden.
Endlich habe ich Aizoon hispanicum mal in Realität bewundern
dürfen.
Danach haben wir dann durch
mehrmaliges Fragen den Wasserfall bald gefunden. Dieser ist tatsächlich
recht beeindruckend. Das Wasser ist zwar dreckig (was zum Einen an dem Regen der
letzten Tage gelegen hat, zum Anderen aber auch mit dem Oberlieger Taourit: Wenn
nur ein Bruchteil der Vermüllung, die um und in Taourit aller Orten
sichtbar ist, auch auf die Ein- und Ableitung der Abwässer zutrifft, kommt
da eine ungeklärte Menge zusammen), aber es stürzt an verschiedenen
Stellen und auf breiter Front über 6m in die Tiefe. Wir haben uns dort eine
ganze Weile aufgehalten und sind herum gestromert und haben Fotos
geschossen.
Zurück in Taourirt war es noch
ein kleiner Akt einen freien Platz in einem Cyber zu ergattern. In unserem
diesjährigen Stammcyber war alles voll und wir kauften ein. Als wir wieder
am Auto waren, verabschiedete sich Aziz und Mohammed und Achmed kurvten mit uns
noch ein bisschen umher und wir fanden dann endlich einen anderen Cyber. Dort
wollte man erst nicht mein PowerBook ranlassen. Aber als wir schon wieder unten
waren (das Teil war im zweiten Stock) rief man uns zurück und nach ein
wenig Einrichterei konnte ich rumnetzen. Leider hatte ich nur eine private Email
(von Jana) bekommen, aber ich schickte den Blog mal wieder hoch und lud mir noch
ein wenig aktuelle Politik auf den
Rechner.
Zurück in Debdou hingen
die Wolken schwer an der Gaada. Wir nahmen noch einen Kaffee im Café. Mama
rief an und erzählte Geschichten von Sommer- und Winterreifen und einem
kleinen Missverständnis. Ach, ich freu mich schon auf den Garten. Leider
verpasse ich wohl wieder den in kräftiger Blüte stehenden Blauregen.
Aber der Hof ist ja auch sonst sehr schön. In Debdou hingen auch nach dem
Cafébesuch noch die Wolken tief und wenige Meter über Debdou waren wir
mitten drin. Ich fuhr jetzt und es war sehr anstrengend. Die Sichtweite lag
teilweise bei 20m und immer wieder zuckten Blitze. Achmed brachte wieder einen
Superspruch. Das sei wie in einem Science Fiction Film... Und dann kam sein
Beispiel: Der Exorzist. Da musste ich erstmal lachen. Achmed bringt wirklich
häufig solche tolle Sachen und ich mag seinen Humor und es ist schön
hier zu sein. Wo ich doch erst solche Bedenken
hatte.
Heute früh sah es nicht
viel besser aus. Abends hatte es ja exakt mit unserer Ankunft noch
Sturzbäche geregnet und auch nachts immer mal wieder ein wenig. Am Morgen
war die Welt nun wider etwas freundlicher. Ich wurde mit einem lieben Anruf von
meinem Schatz geweckt und war deshalb schon gut
gelaunt.
Aber wieder zogen
Nebelschwaden durch und hohe Wolken und ließen nichts gutes erwarten. Wir
beschlossen trotzdem an unserem Vorhaben fest zu halten. Es waren nur noch 5
Tage. Das musste doch zu machen sein. Die Piste war der Hammer und ich hatte
meinen ersten Herzkoller weg. Immer drauf und durch und der Passat und wir
darinnen wurden ganz schön durch geschüttelt. Nach ein wenig halber
verschleierter Sonne zogen schnell Wolken auf und trotz Beeilens wurden wir
mehrmals überschauert. Als wir gerade mit Fläche drei anfangen
wollten, erwischte es uns nochmal richtig heftig und wir überlegten ein
paar Minuten aufzugeben. Aber irgendwann siegte Romans Argument, dass die Wege
nicht nasser werden können als sie eh schon sind und wir zogen durch. Jetzt
freuen wir uns darüber, da nur noch 4 Tage vor uns liegen. Zurück fuhr
Roman, das wollte ich mir nicht noch einmal antun. Durch die Hetze des Wetters
waren wir schon sehr früh hier (noch vor 15:00) und machten dies und das
(z.B. Pflanzen bestimmen) und ich las beseelt vom Glück und freute mich
sehr an diesem kleinen Büchlein. Es hat auch nur noch wenig geregnet und
zwischendurch als die Sonne fast durchbrach, war es gar recht warm-feucht
tropisch. Deshalb auch der Titel des heutigen Eintrages. Als ich vorhin gerade
draußen war um nach dem Essen (ich hatte Spaghetti mit
Thunfisch-Tomaten-Sauce gezaubert (das war nach einem Tag voller
Süßigkeiten auch notwendig)) das Zeug zu waschen, waren die Sterne zu
sehen und ich hoffe inständigst auf besseres Wetter. Mama hatte vorhin noch
einmal angerufen und total niedlich ein Mitbringsel "bestellt". Ich hatte im
gestrigen Telefonat darauf angespielt, dass wir in Meknes und/oder Fes oder in
Azrou auf jeden Fall noch Souvenirs kaufen wollen und heute Abend beim
Abendessen auf der Terrasse (hier ist sowas ja nicht denkbar zur Zeit und dabei
sollte doch gerade hier das Leben eigentlich mehr draußen stattfinden) fiel
ihnen auf, das ihre Halfa-Untersetzer aus Marokko doch schon ganz schön
mitgenommen seien nach 10 Jahren und sie haben sich dies als Mitbringsel
gewünscht. Na mal schauen, ob wir solche bekommen.
Erstmal steht ja noch ein wenig Arbeit
und unsere Abschiedsfeier an. Ich habe mit Achmed heute noch in wenig verhandelt
wegen Ziegenkauf und Organisation und ich freue mich schon richtig drauf. Jetzt
muss ich aber erstmal ins Bett. ich habe schon wieder viel zu ausführlich
geschrieben...
Posted at 12:58 vorm.
Fr - Mai 14, 2004
Der Sommer hatte kurz seine Finger nach uns ausgestreckt...
Und jetzt gewittert es gerade
draußen. Und dabei hatte es das doch schon heute oben getan und uns so ein
bisschen erwischt. Wird das denn nie wieder besser???
Nach dem Cyber-Besuch in Taourirt am 11. haben
wir unsere Arbeit fort gesetzt und trotz nicht gerade rosiger Bedingungen gleich
mal am drauf folgenden Tag uns wieder auf das Plateau gewagt. Die Pisten sind an
den gewissen Stellen schön schmierig aber mit viel Augen zu und noch mehr
und durch funktioniert es ganz gut. Auf den Flächen in der Nähe des
Ackers der auf dem Weg zur Farm passiert wird und an dem jetzt an beiden "Enden"
(des Weges) neue Zelte stehen, wurden wir nur anfangs skeptisch beäugt.
Mehrfach schickte es sich zu regnen an, verschonte uns aber mit stärkeren
Wolkenbrüchen. So waren wir vom drohenden Wetter getrieben recht früh
fertig und haben beschlossen aus dem noch in Planung stehenden 6er Tag einen 5er
zu machen und sind noch zu H14 gefahren. Nach der 5ten Fläche stand es mir
aber auch bis zum Hals und nach nur sehr kurzer Überlegung (es war auch
schon wieder kalt wie Sau) sind wir nach Hause gefahren. Abends haben wir ein
sehr schönes und wärmendes Feuer in unserem Kamin gemacht. Das war
toll. Roman ist noch mal in den Ort gefahren, um zu telefonieren und ich habe
Bodenproben aufbereitet und mich an Pflanzen versucht, habe aber mit den Seggen
noch zu kämpfen.
Gestern dann
haben wir einen Teil des ursprünglich als 2Tageseinsatz geplanten gemacht.
Wir fuhren zu H11, wo jetzt sehr viele Nomadenzelte stehen und liefen zu Hi5.
Zumindest konnten wir schon mal teilweise die Regenjacke und den dicken Pullover
ausziehen. Aber bald kamen schon wieder Wolken auf und als wir uns zu H11
schleppten drohte schon wieder ein Wetter. Aber wir zogen nichtsdestotrotz noch
die beiden Wiederholungen für H11 durch und ich konnte mich danach
wegwerfen. Zu Hause lief auch gar nicht mehr viel außer Mail schreiben (so
wie heute auch schon) und ein wenig abhängen. Dabei muss ich noch Carexe
aufarbeiten und habe sogar heute noch eine weitere gefunden und gestern eine
kleine Juncus in einer feuchten quellähnlichen
Stelle...
Der heutige Tag fing mit
blauem Himmel an und ich war heilfroh, dass wir gestern den Aufwand getrieben
hatten und also nur einen 4er Tag vor uns hätten. Der lief auch ganz gut,
was das Wetter betrifft. Die Flächen waren allerdings allesamt sehr
schwierig und mit sehr viel im Busch umher gekrieche abzustecken. Ach ich
glücklicher, das ich dass nicht alleine bzw. gar nicht machen muss. Da ich
immer schon anfange, während Roman die Flächen absteckt. Das
beschleunigt die ganze Sache doch um einiges... Auf jeden Fall zog es schon
wieder dunkel auf und überraschte uns auf der letzten Fläche noch
während des Aufbauens mit hagel und Regen. Aber der Schauer artige
Charakter war abzusehen, so dass wir tapfer weiter arbeiteten. Bald war die
ganze Sache auch gegessen und es hatte sich auch kaum abgekühlt. Trotzdem
waren wir des Regens und der Langweiligkeit der Fläche wegen recht schnell
und gegen 16:00 Uhr zu Hause. Dort habe ich erst ein wenig rum gegammelt und mit
dem neuen kleinen Hund von Achmed gespielt. Der hat so kleine spitze
Zähnchen!! Habe dann gekocht (PestpPasta) und einige Emails geschrieben und
mich bis jetzt erfolgreich vor den Sauergräsern gedrückt. Na, Morgen
machen wir ja nur einen dreier, da habe ich genügend Zeit zur
Aufarbeitung...
Wenn es mir auch lieber
wäre, gar nichts zu tun. Aber dann kommt ja der Sonntag und wir sind mit
Aziz verabredet nach Taourirt zu fahren. Morgen Abend werden wir zu Hassan
fahren. Wir müssen halt auch unseren gesellschaftlichen Verpflichtungen
nachkommen...
Posted at 10:40 nachm.
Di - Mai 11, 2004
Nachschlag
Es ist schon krass, das wir hier so in
Regen, Nebel und Feuchtigkeit versinken...
Wir sind in Marokko und semi-arides oder auch
mediterranes Klima ist das ganz gewiss nicht Es scheint auch so, zumindest
bestätigen das die Aussagen unterschiedlicher Leute, dass es
tatsächlich noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen so kalt und so feucht
im Mai gewesen sei. Na Halleluja und wir sind mittendrin!!