So - April 24, 2005

Marokko05 - Eintrag 8


Die Arbeit ist fast geschafft (für mich!) und dann geht es ab in den Süden! Über die letzten Arbeitstage und unsere Fahrt nach Taourirt zu Tanken/Einkaufen/Internet...

Am Freitag (22.04.05) taten wir das gleiche, was wir immer taten in den letzten Wochen: Wir standen mit dem Handywecker um 7:00 auf. Wir machten Frühstück und versuchten nicht zu spät los zu kommen, da wir am Abend nach Taourirt wollten um zu tanken, ins Internet zu gehen und einige Sachen einzukaufen. Dummerweise hatten wir uns wieder einen Tag mit Buschplots ausgesucht. Dumm deshalb, weil diese immer etwas länger dauern und gebietsbedingt auch meist weiter zu erlaufen sind. Es war ziemlich heiß und schwül was schon den Walk zu unserer ersten Fläche (ca. 700m querfeldein) recht schwierig machte. Insbesondere deshalb weil wir ob der aufgezogenen Wolken die langen Unterhosen drunter gezogen hatten. Diese waren das erste dessen wir uns entledigten kaum daß wir am Plot angekommen waren. Trotzdem war es sehr schwierig sich zu konzentrieren und die Arbeit machte es nicht leichter. Trotzdem kamen wir relativ gut voran und wechselten so gegen 12:30 die Fläche. Da hieß es wieder laufen. Nachdem wir also H2_M10 gemacht hatten ging es jetzt zu H5_M13. Dort steckten wir ab und aßen dann kurz etwas. Allerdings drohten Wolken und es zog düster auf. Wegen der Schwüle befürchteten wir ein Gewitter und meine Erkältung, der Stress und die Schwüle führten zu recht unangenehmen Kopfschmerzen die auch den ganzen Abend nicht mehr so recht aufhören wollten. Gegen 16:30 verließen wir den Plot geschafft und kaputt, liefen den kurzen Weg zum Auto und machten uns - unterbrochen von einem kleinen Halt im Forsthaus um Sachen zu holen (ich meinen Rechner zum Beispiel) - direkt auf nach Taourirt. Andi fuhr wie der Teufel und wir waren bald dort.

Als erstes steuerten wir die Libraire des Amis an um schickes glossy Fotopapier zu kaufen. Wir wussten, dass wir am nächsten Morgen bei H11 auf den Nomaden treffen würden von welchem wir beim ersten Ansteuern des Plots ein Foto geschossen hatten - das wollten wir im Ausdrucken und ihm Mitbringen. Bei der Libraire des Amis waren wir nur mäßig erfolgreich, aber es war nicht so teuer die 5 etwas besseren Bögen zu erstehen. Diese konnte ich gestern zum Audrucken des Deckblatts des Dossiers benutzen. Danach gingen wir noch nebenan in die Libraire Taourirt und fanden besseres Fotopapier. Teuer war es aber gut. Danach sind wir wieder zum Zentralplatz und haben mit meinem Lieblingsparkplatz mehrere Läden erschlagen: Den "Supermarkt" für Oliven, Schokolade, Joghurt und anderes. Die Patisserie für ein paar süße Leckereien. Und den Telefonkiosk zum Aufladen der marokkanischen Telefonkarte. Wie flink sich doch manches erledigen lässt. Dann besuchten wir noch kurz das Café gegenüber des Hotel Mansour. Andi nahm einen Kaffee, ich ob meiner immer noch andauernden Kopfschmerzen einen Tee. Dann sind wir zum Internet am Nussmann gelaufen. Dort waren keine Plätze frei, so dass wir entschieden doch das andere Internet-Café in der Nähe des Souq aufzusuchen. Wir holten das Auto und fuhren hin. Auch dort durfte ich freundlicher weise meinen mitgebrachten Lappi anschließen und so war das Mail checken und schreiben eine Freude. Andi hatte es dagegen nicht ganz so gut mit seiner arabisch-marokkanischen Tastatur. Langsam ging es auch meinem Kopf etwas besser. ich hatte dankbarer Weise einen Fensterplatz und der Tee tat vielleicht auch sein übriges. ich hoffte nur, dass es nicht noch schlimmer würde, damit die paar letzten Tage Arbeit auch noch zu machen waren. Nach dem Internet sind wir noch an der Tanke vorbei und haben vollgetankt. Und dann nichts wie ab nach Hause.

Dort haben wir gar nicht mehr richtig sondern nur noch Brot und ein paar Happen Schokolade gegessen. Irgendwie ging es mir dann auch besser. Vielleicht hatte ich auch einfach Zuckermangel gehabt? Wir sind dann schon recht bald (23:00) ins Bett und das war auch nötig. Am Morgen des Sonnabend (gestern, 23.04.05) also trotz Wochenendes das Gleiche: Aufstehen gegen 7:00 und fertig machen. Gegen 9:30 waren wir auf H11_M5 und wurden sogleich von den Kindern des freundlichen Nomaden umringt und bei der Arbeit beobachtet. Sie wollten sogar beim Abstecken mitmischen. Für Andi war es nur etwas unangenehm weil der eine Kleine ständig neben ihm saß und ihn vollhustete und Hand vor den Mund zu halten ist hier oben überhaupt nicht in. Der Nomade kam dann als wir fast fertig waren und brachte gleich mal ein wenig Hlieb (war aber fast schon Leben (Buttermilch)). Und fragte, ob wir Tee und Brot wollten. Wir nahmen dankbar an, bedeuteten aber, dass wir schonmal den Plot wechseln und mit dem anderen ebenfalls nahe gelegenen schonmal beginnen werden. Wir brannten darauf recht früh zu Hause zu sein, um den Nachmittag für uns nutzen zu können. Wir wechselten also, spannten ab und wollten dann warten, aber Brot dauert eben eine Weile. So fingen wir schon mal an. Aber bald kam er mit Tee und leckerem in fett schwimmendem Nomadenbrot aus der Pfanne (Blätterteig ähnlich). Wir setzen uns und aßen und tranken. Er setzte sich noch ein Sekündchen hinzu, hatte dann aber auch anderes zu tun und lief wieder fort. Nach dem Essen sagten wir l'hamdullah und es war schwer wieder loszulegen, aber der Feierabend lockte. Als wir bei wieder bei der Arbeit waren, kam er noch mal mit einem anderen Jüngeren und einem gebrochenen Teil eines LKW. Er bat uns mit Hand und Fuß doch nach Debdou zu fahren, um im Magazin wie er sagte, ein neues Teil zu holen. Er gab uns sogar Geld mit und meinte noch, wenn nicht in Debdou, dann gibt es bestimmt in Taourirt solches. Aber darauf hatten wir ja nun gar keine Lust: Mal eben 110 km fahren für sein Ersatzteil und wir wiegelten erst ab. Aber als er weiter drängte, willigten wir ein (und dachten daran zumindest in Debdou unser Glück zu versuchen, auch wenn es bedeutete, dass wir noch nach Debdou fahren müssten, wo wir uns doch auf einen chilligen Nachmittag gefreut hatten).

Die Fläche ging auch ganz gut von Statten und wir wären noch vor 16:00 Uhr "zu Hause" gewesen. Aber wir fuhren gleich runter. Ich fuhr diesmal, dass es schneller ginge. Wir steuerten gleich Achmeds Maison im Eaux et Forets Gelände an. Achmed war allein zu Hause und auch bereit mit uns wegen des Teils zu schauen. Wir fuhren erst zu unserem Baumarkt und dann wieder zu dem Autoreparateur bei dem wir auch voriges Jahr versucht hatten gleich am Anfang eine Kette zu kaufen. Der hatte kein solches Teil schweißte aber mal eben aus einem anderen Teil was an. Ist zumindest eine provisorische Lösung:



Danach sind wir noch mit Achmed zum Café gefahren und haben gemeinsam einen Tee getrunken. Wir haben ihn dann auch gefragt, ob er morgen (also am Montag uns begleiten kann, da wir nach unserer letzten Fläche gleich nach Sidi Lahsen aufbrechen wollten - quasi eine kleine Tour über die Gaada machen wollten. Aber er kann morgen nicht weshalb wir jetzt für den Dienstag verabredet sind. Wir fragten aber auch ob wir nicht wie letztes Jahr wieder das Hammam buchen könnten. Wir sind also dann zum Hammam. Dort war aber nur der Louis deshalb konnte er nicht zusagen. Wir also zum Haus des Besitzers und Termin klar gemacht. Geht auch klar. Am Haus haben einige Millionen Kinder rumgehangen udn ihre frischen Englisch-Kenntnisse an uns ausprobiert. Auf dem Rückweg haben wir Achmed noch darauf gebracht, dass es ja nicht schlecht wäre, ihn nach dem Hammam gleich abzuholen am Montag abend damit wir am Dienstag a la bonne heure starten können. So ist es also jetzt abgemacht. Dann haben wir ihn nach Hause gefahren und bekamen Mohammed und Abd el Ila aufs Auge gedrückt. Sie würden auch morgen wieder runter laufen aber noch sind sie hier. Gestern Abend hat Mohammed noch unsere Kochpläne durchkreuzt und zwar Rote Beete gemacht aber irgendwie mit komischem Kartoffelbrei (der mir eindeutig zu Kuminlastig war) und danach hat es wieder schön rumort unter meine Bauchnabell... Aber die Jungs sind nach dem eh schon späten Essen bald ins Bett und wir haben im flackernden Feuerschein noch ein wenig weiter gearbeitet. Andi hat Daten eingegen, ich habe das Dossier (in zwei Ausführungen) und anderes gedruckt. Leider bin ich erst nachdem mein Rechner gesagt hat es ist 0:00 Uhr ins Bett gegangen.

Trotzdem bin ich heute recht früh aufgewacht (ca. eine Viertel Stunde vor dem Wecker um 7:00). Das Ende naht und ich will fertig haben. Wie immer: Frühstücken und alles verrammeln, damit nicht wieder was fehlt, wenn die Jungs hier abhängen. Zur Fläche und dort straight durch gearbeitet. Wir haben dann beschlossen nicht zu H11 zum Nomaden zu fahren und ihm die Reparatur zu bringen, da wir dazu das ganze UG hätten durchqueren müssen. Das hätte unseren frühen Feierabend völlig zunichte gemacht. Also nach Ayn el Kbira und da sind wir nun. Haben gleich nach unserer Ankunft einen leckeren Kaffe getrunken und schon mal mit Cuba libre angefangen. Jetzt halt schreiben und endlich wieder auf dem neuesten Stand! Morgen noch eine Fläche und dann schon mal packen und Tour vorbereiten. Für mich heißt es ja dann schon Adieu sagen auf unbestimmte Zeit...

Posted at 08:00 nachm.    

Fr - April 22, 2005

Marokko05 - Eintrag 7


Weiter von gestern...

Ich bin ein wenig krank. So eine Scheiße. Deshalb kann ich auch gar nicht so lange, da ich in den Schlafsack muss, um meinem Körper ein wenig Kraft zu schenken. Also schnell. Am Montag dem 18. haben wir also unsere Arbeit wieder aufgenommen. Diese läuft seitdem auch relativ stupide vor sich hin. Wir sind also mit Wecker zu um 7:00 raus und haben auch gar nicht zu lange gebummelt und waren so kurz nach 9:00 am Plot. Dort war alles megast abgefressen (H9_M1). Auf dem zweiten zu bearbeitenden Plot H9_M11 war es nicht viel besser bestellt. Es war auch nur ein wenig Entwicklung feststellbar. Wie auch - bei der Trockenheit und gleichzeitig dem Fraßstress... Wir kamen aber ganz gut durch und wurden auch gar nicht so richtig gestört (Ich kann mich augenblicklich zumindest nicht daran erinnern)... Abends machte ich dann an dem Dossier weiter und Andi kümmerte sich um seine FileMaker-Sachen. Jetzt will er nun doch durchklicken und wir versuchen im Augenblick gerade mittels Skripten das und die Datenbankstruktur gleichzeitig zu ermöglichen.

Es wurde wieder spät. Aber wir machten nach der Arbeit gleich einen Tee und ein wenig l'hamdullah. Das machen wir jetzt öfter und es fetzt. Ich weiß auch gar nicht mehr was es zu essen gab, aber nach unserem Einkaufsrauach in Taourirt haben wir ja jetzt alles lang hin da.

Am Dienstag das gleiche Spiel: Der Wecker klingelte um sieben, wir standen auf, machten Frühstück (relativ umfassend mit Leben (Buttermilch) und Früchtchen und Ei und so Späßen) und uns dann auf den Weg. Zu H16_M18. Dort fanden wir den Ort wieder schlecht, trotzdem wir ihn beim letzten Mal mit Markern markiert hatten. Aber insgesamt waren wir doch schon wesentlich schneller jetzt. Alsbald kam unser kleiner Nomadenfreund, der mit nach Spanien möchte, und fragte warum wir nicht mit Bezzot vorbeigekommen wären. Ach wenn das doch so einfach wäre.... Nach dem Plot sind wir dann zurück gefahren und haben den nächsten angesteuert (Hi12_M9). Über das Wetter braucht man eigentlich nicht zu reden, da es die ganze Zeit schön ist. Oben weht es zwar manchmal kalt, aber wir haben die ganze Zeit Sonnenschein. Es ist einfach unglaublich.

Kaum hatten wir den Plot abgesteckt kam ein Nomade mit seinen Schafen und wollte irgend etwas wissen. Am Ende habe ich ihn dann fotografiert. Mal sehen, ob wir ihn nochmal sehen, um ihm das Foto zu geben. Als dieser weg war, speisten wir kurz zu Mittag um dann so richtig einzusteigen, Als ich gerade bei D2 war (ich nehme ja jetzt in 6teln Frequenzdaten auf), kamen Achmed und sein Chef auf einen Sprung vorbei und fuhren natürlich mit dem Jeep direkt vor. Der neue Chef von Achmed ist wirklich witzig und total interessiert und wir haben gleich noch ein wenig unsere Technik vorgestellt und unsere Vorgehensweise erläutert. Aber wir waren trotz dieser kleinen Unterbrechung relativ früh fertig (16:00 Uhr oder so) und sind deshalb gleich nach der Arbeit runter gefahren, um Briefmarken zu besorgen. Wir waren auch noch im Laden wegen Süßem und Milch haben aber leider Brot völlig vergessen.

Wieder in Ayn el Kbira war es immer noch recht früh und wir hingen ein bißchen in den Abend hinein, bevor wir uns wieder an unsere Rechner machten. Mein Dossier ging jetzt gut voran. Andi hatte hingegen massive Probleme mit seinem Zeug. Wie es aussieht haben wir die gerade so halbwegs gelöst. Er kann jetzt im 19er Raster Arten einklicken und trotzdem von der Datenbankstruktur profitieren. ScriptMaker sei Dank. Allerdings liegen da manchmal halt auch die Probleme. Andi hat den ganzen Abend am Mittwoch zum Beispiel gefummelt bis ich dann beim dritten Mal drauf schauen feststellte, dass er ein & mit einem UND verwechselt hat, was fatale Folgen haben kann, bei einem Datenbankprogramm (& fügt Text zusammen, UND ist eine logische Verknüpfung in Formeln). Am Dienstag abend kamen auf jeden Fall noch kurz nach unserer Wiederankunft in Ayn El Kbira Achmed und sein Chef nochmal vorbei. Zuerst Achmed einen Eimer suchend (ums Auto zu waschen), dann nochmal mit Chef und die haben nochmal reingeschneckert und der Chef hat wieder hektisch alles wissen wollen und sich selbst erklärt. Ich find den echt niedlich. Dann haben sie noch nach einem Buch wie ich es Achmed schickte (Pflanzen) für den Chef gefragt (Vögel). Ich denke schon dass ich das machen werde. Wir haben hier schließlich auch viel gegeben bekommen.

Der Abend ging dann wieder schneller vorbei als man es sich vorstellen kann. So wie der heutige. Es ist gleich 23:00 Uhr und ich bin wie gesagt etwas angeschlagen. Also noch schnell zum gestrigen Mittwoch. Morgens sind wir schnell zum Souk noch runter gefahren. Wir hatten außerdem mit dem abends noch reinschauenden Achmed abgesprochen, dass wir Brot abholen könnten. Wir sind dann erst zum Souq um Verzögerungen zu vermeiden. Es ging auch echt schnell: Datteln, Feigen und das wars auch schon fast. Ach ja Eier haben wir noch gekauft. (Oder wollten wir das nur?) Dann zu Achmed der gar nicht da war, aber seine Frau überreichte uns zwei Mega-Frische Brot. Hmmmm lecker. Dann sind wir straight hoch gefahren und waren natürlich etwas später auf H4_M10 als es bei einer Buschfläche zu wünschen gewesen wäre. Aber dafür macht diese ja auch ein wenig etwas her was die Arten angeht. Die zweite (H8_M6) war wiederum weniger interessant und einiges ganz schön mit genommen. Dachten wir. Heute sah die Sache anders aus, da auf Ha9_M15 wieder mal alles zu spät war, was die Sache dann immer auch sehr anstrengend macht.

Gestern waren wir dann aber trotzdem gut fertig. Wir hatten eine Stunde später angefangen und waren im Vergleich zu den Vortagen eine Stunde später fertig. Perfetto. Abends habe ich dann bald mein Dossier fertig gehabt (musste eh nur noch feilen) und dann wurde wieder gekocht. Es gab Kartoffeln und Kichererbsen und Zeugs. und es wurde wieder spät. Genauso ist es jetzt auch schon wieder spät geworden. Heute war eh nicht so spannend. Die erste Fläche war OK und auch Arten mäßig ganz interessant ist. Die zweite allerdings war wie schon gesagt schrecklich. Aber wir habene s ja schon 16: 30 hinter uns gebracht gehabt. Hier angekommen gab es schönen marokkanischen Tee (Andi hat es schön voll drauf) Danach haben wir gekocht und jetzt wieder am Rechner gehangen...

Posted at 01:03 vorm.    

Mi - April 20, 2005

Marokko05 - Eintrag 6


Wenn man abends immer noch am Computer rockt (Dossier übersetzen, dann heißt das nicht, dass man auch bloggt. So bin ich den nun schon wieder mächtig im Verzug: Unsere "Pause", und unser Wiedeinsetzen...

Am Samstag, den 16 war ja nun frei und wir stellten den Wecker ab. Trotzdem waren wir gegen 8:00 uhr wach und starteten relativ gemütlich in den Tag. Nach dem Frühstück machten wir Wäsche. Erst Andi, dann ich. Das dauerte eine ganze Weile, weil das Wasser ja erst immer mit unserem Sultan warm gemacht werden musste. Dann haben wir ein wenig angehangen und die Heimarbeit (Dossier übersetzen usw.) vor uns her geschoben. Wir haben Hacky Sack gespielt (bzw. Andi hat es gespielt und ich habe es krampfhaft versucht). Und irgendwann dann auch mal gekocht und uns später nach ein wenig l'hamdullah an die Arbeit gemacht. Andi hat begonnen seine Dateneingabemasken vorzubereiten (womit er allerdings immer noch nicht ganz fertig ist) und ich habe mich an die Übersetzung gemacht. Es ging anfangs relativ schleppend voran. Irgendwann rappelte es am Tor. Ein kurzer Blick auf die Uhr. Schon ca. 6:00 Uhr abends - wer mochte es wohl sein? Andi lief zum Tor und schaute das Pferd an, als er das Tor öffnete: Mohammed war gekommen. Hauptsächlich wahrscheinlich um dem Pferd den Genuss leckersten Grünes wie es hier oben zahlreich sprießt zu gönnen. Diese Idee hatte Achmed uns gegenüber ja schon geäußert. Wenig später kam noch jemand: Es war Hassan, der es nicht eher geschafft hatte ein Auto zu bekommen. Er kam mit guter Laune und Pastis. Wir setzten uns an unseren Schreib-, Ess- und Lebenstisch und stellten die Rechner weg und gingen zum gemütlichen Teil der Abends über. Mohammed werkelte in der Küche, wir tranken Pastis und lernten ein wenig Arabisch und ließen uns von Hassans leuchtender Vergangenheit erzählen. Mohammed schmurkelte irgend etwas und später gab es dann lecker essen. Dumm ist nur dass M es immer schafft fast sämtliche Vorräte in mitleidenschaft zu ziehen. Aber es war lecker.

Die ganze Zeit überlegte Hassan, ob er bei uns bleiben oder zu seiner Frau gebracht werden wollte. Letztlich entschied er sich fürs zweite und wir mussten dann halt noch fahren. Andi fuhr und ich fuhr mit. Alles lief glatt und wir waren bald wieder gesund im Forsthaus. Nur die Kurven haben nach dem Pastis meinem Magen nicht so gut getan. Und dabei hatte Hassan noch einen Schluck dagelassen. Der ist immer noch da, weil mir und auch Andi nach der ganzen Fahrerei nicht merh danach war....

Am Sonntag morgen wachten wir wieder gegen 8:00 auf und fürhstückten alsbald. Wir waren nämlich auf einen Ausflug nach Taourirt mit Hassan verabredet. Als wir gegen 9:40 bei ihm unten ankamen, stand er schon mit seinem Sohn Mazin auf dem arm in der Tür und wartete auf uns. Wider erwarten ging es auch ohne Umschweife auf die Reise. Wir hatten den Plan, gegen 14:00 zurück zu sein, oder aber zumindest um ungefähr diese Zeit die Heimreise anzutreten. Es wurde viel später. Zunächst einmal machten wir auf der Hinfahrt bei den Polizisten Stop, weil Hassan natürlich erstmal seinen Kumpeln guten Tag sagen musste. In Taourirt sind wir dann erst zu einem Mechaniker, von dem Hassan irgend was wollte und dann zu einem Schneider gefahren. Andi hatte am Vorabend erzählt, dass er gern eine Djellaba haben möchte und Hassan meinte, dass der Schneider im etwas schuld eund auch etwas versprochen habe, da Hassan ihm in notariellen Sachen geholfen hat. Zunächst haben wir ein bisschen suchen müssen. Dann hatten wir zwar den Laden gefunden, vom Besitzer fehlte jedoch jede Spur. Wir sind dann erstmal eine Runde um den Block geschlendert und als er dann immer noch nicht da war, wurde beschlossen, anzurufen. Hassan ging mit jemandem aus dem Nebenladen, der auch die Nummer hatte um die Ecke in eine Teleboutique und telefonierte. Nach etwas 10 minuten kam der Mann. Das Angebot war nicht so berauschend aber nach kurzem anschauen und etwas Überlegung kaufte Andi sich eine braune Djellaba und weiter gings. In ein Café zum selbigen (in der Nähe der Post). Dann zum Internet (also schon zurück in Richtung Souq). Dann sind wir auf den Souq gegangen und waren eine ganze Weile dort zugange. Einschließlich Hemdenkauf und Gemüse und Obst und weiteren Sachen für die Küche (Kelle und Kaffemaschine). Wir mussten gar zweimal den Souq entern ehe wir alles hatten. Danach dann etwas essen in einem Restaurant (auch eher am anderen Ende, aber ruhig und in einem großen Saal mit lustig bunt-kitschiger Dekoration haben wir recht lecker gegessen (Hassan Fleisch mit Gemüse, Ich einen halben Hahn und Andi einen Gemüseteller). Dann noch jenes und dieses besorgen und noch mal einen Café trinken, auf dem Rückweg noch mal beium Mechaniker vorbei und dann waren wir schließendlich gegen 18:00 Uhr wieder in Ayn el Kbira. Mohammed hatte wohl oder übel so lange ausharren müssen. Er war am Vorabend beim Nachbarn geblieben aber morgens gleich wieder gekommen: Gardinage. Wir hatten echt ein bisschen Bedenken, dass wieder was weg kommt. Konnten aber irgendwie nichts gegen diese Hilfe ausrichten und beließen es also dabei. Er machte sich dann auch gleich auf und wir uns noch ein bisschen an die Arbeit. Ich setzte mich ans Dossier, Andi an seine Datenbanken. Er kochte dann auch noch und im Ende hatten wir wieder sehr lange gesessen. Genauso wie jetzt schon wieder und ob der Spätigkeit habe ich völlig vergessen zu erwähnen, dass ich noch mit Raja telefoniert hatte am Sonnabend nachmittag. Das war gar nicht so einfach weil die Verbindung mehrfach unterbrochen wurde (Die Verbindung Irland Marokko scheint eh nicht die beste zu sein). Aber ich habe mich sehr gefreut, dass Stimmchen meines schnuffs zu hören...
Jetzt muss ich erstmal schließen, sonst komm ich morgen gar nicht raus. Ich hoffe ich kann das morgen weiter führen...

Posted at 02:06 vorm.    

Fr - April 15, 2005

Marokko05 - Eintrag 5


Achmed begleitete uns und blieb dann gleich die Nacht über und: der erste Block ist geschafft...

Wir waren für den Mittwoch morgen (13.04.05) mit Achmed zum morgendlichen Souk und dann ins Gelände verabredet. Wir schafften es, so gegen 8:00 Uhr bei ihm und holten ihn in seienr Garage ab. Die Wohnsituation Achmeds hat sich wahrlich nicht verbessert mit seinem Umzug in die Stadt. Er war auch sichtlich gerade erst aufgestanden. Wir sind dann auf den Souk und haben fein eingekauft. Und haben dabei einige Bekannte getroffen und einer vom Souk in Taourirt erkannte uns auch wieder. wir sind eben bekannt wie bunte Hunde. Auf dem Rückweg bin ich noch schnell in die Apotheke und habe mir eine Handcreme (Neutrogena) besorgt. Dann also auf zum Plateau und auf die H11er Flächen. Achmed sollte uns begleiten, um die Kommunikation mit den Nomaden, die direkt neben unseren Plots wohnten, zu erleichtern. Wir hätten uns ja auch denken können, das es Tee und sonstiges dann geben würde. Und siehe da. Der Nomade war ein alter Bekannte aus dem Jahr 2003 und er bbracht gleich mal Tee und Brot an. Und wir mussten schon bald nach dem Start Pause machen. Weiters drängte er auf ein Essen. Achmed versuchte halbherzig abzuwiegeln. Aber noch vor Beendigung der ersten Fläche (H11_M5) mussten wir ins Nebenzelt (modern, gekauft, rechteckiger Grundriss) und ein petite ropa verspeisen. Andi versuchte sogar das Fleisch ob der netten Einladung. Es war auch ziemlich lecker und wieder gab es - wie zuvor schon - Lebenn. Finde ich ja immer nicht so lecker. Aber so natürliche Sachen sind unsere mitteleuropäischen Gaumen halt kaum noch gewöhnt...

Danach ging die Arbeit schnell voran und wir wechselten erstaunlicherweise fast zur selben Zeit wie sonst (und ohne Ablenkung) zur zweiten Fläche. Diese war wie die erste auch schon relativ schnell zu bearbeiten: Unstressige Absteckung und auch sonst recht übersichtlich. Nicht umsonst habe ich in H11 2003 einst 6 Flächen am tag alleine geschafft. So waren wir gegen 17:30 fertig und gegen 18:30 in Ayn el Kbira. Achmed zog sich bald zurück und wir kochten noch lange und fummelten irgendwas, so dass es recht spät wurde.

Am Donnerstag morgen ging es nichtsdestotrotz früh raus. Just als wir mit dem Frühstücken fertig waren, tauchte Achmed auf und sagte Ons ni vas! und auf ging es - für ihn ohne Frühstück, dafür aber mit seiner kleinen teekanne und allen benötigten teeutensilien mit anbei. Wir fuhren auf die Flächen HA10_M18 und _M10 (in dieser Reihenfolge). Der Weg dahin war immer noch recht holperig aber das Wetter gut und wir bald da. Um die ganze Lichtung, wie im Vorjahr auch, ein zelt am anderen. Achmed zog sich etwas östlich zurück und machte Tee. Dann machte er eine Tour - wir waren schließlich in seinem Perimeter und als er wiederkam, waren wir mit der ersten Fläche - wiederum alles mega klein und schnurzelig, fast fertig und ermachte noch einen Te fertig, so dass es den dann gab als wir fertig waren. Da hat die Pause doch gleich eine andere Qualität. Die andere nahe Fläche fanden wir ebenso unproblematisch wie die erste mmit GPS und Magnetsuchgerät (Ebenso am Mittwoch - aber es kann ja auch mal alles glatt gehen. Und die Auffinderate ist echt gut und das Verhältnis GPS-Anzeige zu tatsächlichem Fundpunkt ist ebenfalls hervorragend, so dass auf den Nichtfunden wahrscheinlich der Magnet vergessen wurde oder weggekommen ist. Wir kamen gut durch die unspektakuläre Fläche und waren gegen 16:40 (absoluter Rekord!) fertig. Wir fuhren nach Aynel Kbira, machten kurz zwischenstopp und fanden bei dieser Gelegenheit noch schnell raus, wie der Schlüssel zum Büro funktioniert und bekamen auch die Tür zwischen Büro und Schlafzimmer auf, so dass wir jetzt das Haus durch das Büro verlassen können, was bedeutet, das wir bei der Salontür neben dem Schloss mit Kette von außen auch von innen den Riegel benützen können, was das Ganze um einiges sicherer macht.

Dann haben wir Achmed runter gefahren und wurden noch kurz zu einem Tee von ihm eingeladen, den wir gerne tranken. Wir kamen dann beim Erzählen irgendwie auf Pflanzen und er holte sein kleines Herbar heraus in welchem ich und auch carl letztes jahr schon einige Pflanzennamen eingetragen hatten. Es wurde dunkel und kalt unter dieser Beschäftigung. Wir verabschiedeten uns dann in der Dämmerung und kauften noch schnell 10 Eier. Als wir gerade los wollten, rief uns Achmed Chef noch zu uns (er kam gerade mit seinem schicken Landrover vorbei) und fragte, ob Achmed mit uns oben gewesen war. Aha, vertrauen ist gut - Kontrolle aber besser... Oben machten wir einen herrlichen Eintopf aus Kartoffeln, Linsen und anderem Gemüse und kamen ob noch mail geschreibe und computergefrickel wieder viel zu spät ins bett, beschlossen aber, da wir heute nur einen plot noch im block eins zu machen hatten, den wecker von 6:30 auf 7 zu verstellen. Trotzdem waren wir heute früh nach kurzem Frühstück so früh oben wie fast noch nie. WIr liefen den Kilometer zu Plot H17_M10 und schafften es diesen gegen 12:40 zu beenden. Wolken zogen auf und ab und der Wind war kalt aber wir dick eingemummelt und der Buschplot nervte mich zwar besonders wegen der schwierigen Zwischenabsteckungen für meine Flächenvergrößerungen, aber ansonsten war er recht interessant ud gar nicht so schlimm. So waren wir also gegen 13:30 am Forsthaus und ganz fertig, ob der Freizeit die uns nun zur Verfügung stand. Wir machten dann bald ein leckeres Eieressen (gespiegelt, auf Zwiebeln und Paprika diesmal) und danach legte sich andi kurz hin und ich setzte mich an den Computer um ein wenig rumzufummeln, Bilder zu importieren und zu ordnen und halt jetzt das tagebuch zu schreiben. Morgen und Sonntag machen wir "frei" und haben dabei genug zu erledigen, dass uns nicht langweilig wird. Am Montag oder Dienstag beginnen wir unseren zweiten und meinen letzten Block. Ich werde dann nach Frequenzsechstelna aufnehmen und dann habe ich aber auch wirklich keine Lust mehr. Allerdings werden wir meinen letzten Marokkoaufenthalt mit einerschönen Tour Richtung Süden ausklingen lassen. Da freu ich mich schon drauf...

Posted at 07:49 nachm.    

Di - April 12, 2005

Marokko05 - Eintrag 4


Wir werden bewacht. Sachen verschwinden. Wir arbeiten trotz Sonntag und die Sonne strahlt...

Eigentlich ist außer Arbeit seit Samstag nicht viel passiert. Wir versuchen früh raus zu kommen. Irgendwie schaffen wir es auch einigermaßen mit dem Aufstehen, nur danach dauert es immer etwas länger, und wenn wir einigermaßen los kommen, passieren auf der Gaada unvorhergesehene Dinge, die uns z.B. zwingen einen neuen Plot auszuwählen. Zum Beispiel auch am Sonntag, an dem wir natürlich unabhängig davon, dass Sonntag war, gearbeitet haben. Und das nicht zu knapp. Die erste Fläche war H4_M10, die wir auch gut gefunden haben. Ich konnte mich sogar daran erinnern, dass ich Brassica procumbens im Vorjahr dort gefunden hatte. Und ich fand es sogar wieder. Und nicht nur das. Sondern auch einen Hering aus dem Vorjahr. Den müssen wir vergessen haben, beim Abbauen. Er lag noch genau dort, wo er einmal die Leinen gehalten hatte. Am Eckpunkt von L3. Aber natürlich brauchten wir dementsprechend lange. Es war ja ein Buschplot. Wir nannten ihn "Heringsfund". Dann liefen wir zurück Richtung Auto und H8_M6. Leider konnten wir den Plot trotz mindestens halbstündiger Suche nicht finden (Das ist so ein Punkt, den ich oben meinte) und nannten den Plot deshalb Magnetofongemetzel. Wir nahmen dann den GPS-Punkt und markierten in mit Edding auf umliegenden Steinen und machten Fotos vom Mittelpunkt. Da werden wir die Mitte schon wieder finden. Das Wetter war übrigens herrlich, was nach dem Regen auch notwendig war. Die Hinfahrt war nämlich die reinste Rallye gewesen, da gerade die tonigen Bereiche noch ziemlich feucht waren. An der sowieso schon ausgefahrensten Stelle mussten wir auf das Gelände ausweichen. Aber durch die Sonne den ganzen Tag, war es doch recht schön abgetrocknet, was die Heimfahrt erleichterte. Die fand schon nach Sonnenuntergang statt, da wir doch so lange gebraucht hatten. Es war schon richtig kalt geworden. Es geht immer sehr schnell, wenn die Sonne weg ist.

Am Forsthaus sprang uns Abd el Ila in den Weg. Der war wohl gekommen um seinen Bruder, unseren kleinkriminellen Gardeur abzuholen (Schokoladeklau). Auf jeden Fall wollten die beiden a centre gefahren werden. Ohne überhaupt anzukommen fuhren wir also die beiden zu ihren Eltern. Mit Achmed sprachen wir ab, dass wir ihn am Mittwoch abholen werden, um zu H11 zu fahren (da dort die Nomaden so nah dran wohnen, damit es möglich wird). Das ist morgen. Wir holen ihn in Debdou ab und nutzen die Zeit um den Souk zu besuchen. ich muss auch zur Apotheke mir Creme beschaffen. Die Sonne brennt und ich habe Desitin Fettcrem und diese ganze Chose vergessen. Und die Piz Buin Aftersun große Flasche zu Hause gelassen (basierend auf der Erfahrung der letzten Jahre). Außerdem fragten wir nach dem Schlüssel zum Büro. Nämlich von drinnen die Tür zum Salon abzuschließen und das Haus durch das Büro zu verlassen, wäre das allersicherste um Einbruch zu vermeiden. Leider passte keiner der Schlüssel die Achmed mir gab. Einer so leidlich und der wird es auch einmal gewesen sein, aber er ließ sich nicht drehen und ich wollte ihn ja nicht abbrechen. Außerdem haben wir noch zwei Brote von Achmeds Frau bekommen (natürlich ohne sie zu sehen). Aber Fatimsera habe ich gesehen und mich darüber gefreut.

Dann sind wir wieder hoch und haben das liebe Essen, dass Mohammed uns bereitet hat, verändert und noch mal in den Topf geschmissen, weil wir beide keine Lust auf kalten Reis hatten. Wir haben einfach Rührei angebraten und den Reis dort hinein gegeben, war auch nicht schlecht. Nur leider gingen uns dabei die Ketchup-Gesichter auf dem Reis verloren, die Mohammed zur Deko dort aufgebracht hatte. Es wurde auf jeden Fall wieder ziemlich spät. Nichtsdestotrotz klingelte auch gesternd er Wecker wieder unbarmherzig. Und wir quälten uns raus, machten Frühstück und kamen sogar einigermaßen weg. Aber dann geschah wieder etwas unvorhergesehenes. Sample-Plot HA7_M18, der eigentlich auf dem Plan stand, war zu Acker geworden und wir waren uns ersten sicher keinen Magneten mehr finden zu können und zweitens wollten wir nicht den Bauern im Acker rumtrampeln. Also musste eine Lösung her. Die letztjährig im Wasser und daran befindlichen Plots von HA7, die damals die Bearbeitung schnell beendet hatten, sind nun auch Acker. So läuft das hier halt. Bei letzteren konnte icch mir das auch einigermaßen vorstellen. Aber bei HA7_M18 musste ich doch staunen, dass ein so steiniger Acker beackert wird. Wir entschieden dann bei HA9 zwei Plots zu machen (Die Systematik gibt sonst nicht genug offene Plots her) und hofften dass diese nicht auch beackert sein würden. Also auf zu HA9. Wir fanden bald den Parkplatz, den wir auch im letzten Jahr benutzt hatten. Und los ging der Weg. Wir trugen alles was wir hatten, obwohl die Sonne brannte. Aber der Wind war einfach sehr sehr kalt. Das änderte sich den ganzen Tag nicht.

Die Plots waren nicht beackert worden, aber sehr steinig und total offen. Das wusste ich ja schon vom Vorjahr. Wir haben richtig gerockt und waren gegen 17:30 mit dem zweiten Plot fertig, Wir nannten sie stony ground und Schafsauflauf, da dass unseren Beobachtungen am Plot am nächsten kam. Gegen Ende des zweiten Plots (HA9_M15), befanden wir uns mitten in einer Herdenkreuzung. Von allen Seiten kamen Herden und schienen unseren Punkt als Treffpunkt ausgemacht zu haben. Beim ersten der ankam waren auch sehr nervige Hunde dabei, die uns erstmal eine halbe Stunde lang anbellten. Pikant war, dass die Hunde als erstes aufgetaucht waren, als der Hirte und die Schafe noch gar nicht zu sehen waren. Aber auch dass haben wir überstanden. Glücklich, die Plots endlich hinter uns gelassen zu haben, machten wir uns gegen 17:30 Uhr auf den Weg zum Auto. Wir waren dann gegen 18:30 in Ayn El Kbira und nutzten, erst Andi, dann ich unsere Solardusche. Der erste macht immer sehr kurz, da er dem anderen auch etwas dalassen will. Das ging mir beim ersten Mal so, diesmal war Andi dran und ich hatte dann fett Wasser. Trotz der Aufhängung am Forsthaus machte der immer noch recht kräftige Wind trotz warmen Wassers heftigen Windchill, weshalb es beim Einseifen immer sehr kalt ist. Aber draussen ist es schon schöner als im Siffibad des Forsthauses. Abends haben wir noch Pflanzen angeschaut und sind gegen 23:00 Uhr ins Bett.

Trotzdem war der Wecker heute früh wieder zu früh zu hören. Und wir machten uns wieder fertig und waren etwas schneller, aber immer noch nicht optimal. Zumindest kam heute nichts dazwischen. Wir hatten nur die Plots nicht abends noch einmal angeschaut, um sie besser zu finden. Aber wir fanden sie trotzdem. Und sogar beide Magneten. Die Sonne brannte und es war viel wärmer als gestern. Das macht natürlich auch immer ganz schön träge. Dafür, dass wir weit laufen mussten, haben wir die Flächen aber ganz gut geschafft. Und dass, obwohl ich bei der zweiten (H5_M13, die erste war H2_M10) irgendwie die Macke hatte, dass der Mittelpunkt woanders wäre, als das GPS anzeigte. Wir hatten diesen Plot erst Avocadien genannt, wegen unserer Mittagspause. Später wurde er jedoch auf Kackplot umbenannt, da wirklich sehr viel bekackt war, die nicht bekackten Flächen jedoch arg zertreten und verbissen waren. Dadurch war das Ganze recht anstrengend. Aber wir haben es ja geschafft. Jetzt hatten wir gerade schönen Kartoffeleintopf und nun halt noch ein wenig Computergesitze. Gute Nacht.
P.S. Ich freu mich schon auf zu Hause, dann kann ich öfter mit meinem Schnuff telefonieren...

Posted at 10:31 nachm.    

So - April 10, 2005

Marokko05 - Eintrag 3



Wir sind dann am Montag (04.05.) gleich noch einmal runter nach Debdou gefahren und haben dabei Achmed und Raschid vorm Eaux et Forets getroffen. Die haben wir dann mitgenommen in die Stadt, wo wir noch ein paar kleinere Einkäufe erledigten. Auf dem Rückweg trafen wir im Kaffee noch Hassan und setzten uns a bisserl hin und palaverten. Dann wieder hoch. Denn am Dienstag sollte es losgehen.

Am Dienstag morgen kamen wir recht schwer hoch und bummelten auch nach dem Frühstück noch ein wenig rum. So waren wir erst gegen Mittag auf unserem ersten Plot. H6_M4. Dort haben wir dann noch mal die Basics für Andi durchgenommen, Absteckung mit Nordausrichtung und soundso und so weiter. Es hat alles ziemlich lange gedauert, so dass wir den Plot nicht ganz fertig gebracht haben. Aber immerhin haben wir den zweiten Data-Logger ausgebracht. Später haben wir festgestellt, dass die Fläche sowieso nicht in unserer Auswahl war. so hatten wir halt eine Übungsfläche und wie es aussah, mussten wir uns noch um einiges sputen um unseren Plan von zwei Flächen pro Tag erreichen zu können. Wir waren aber so spät dran, dass wir direkt zu Hassan gefahren sind, mit dem wir uns tags zuvor im Café zum Fußball gucken verabredet hatten. Es gab Champions League, Juve gegen Liverpool. Bei hassan waren noch zwei Kumpels von der arbeit, seine Frau und Kind aber waren bei ihren Eltern. Es gab sogar richtig was zu essen, was der eine der Kumpels der anscheinend der Looser war, zwischenzeitlich zubereitete. Aber erst einmal wurde wie immer der Sender gesucht. Die Jungs waren aber nett und es war schön, mal wieder bei hassan zu gast zu sein. Zum Schluss vereinbarten wir noch, dass er am nächsten Tag (MIttwoch, le jour du souq) auf dem Souq für uns einkaufen würde. Wir kämen dann abends rum um die Sachen abzuholen und wiederum Fußball zu gucken.

Wir waren hundemüde und sehr spät im Bett. Vorher hatten wir nämlich noch an unserer Hütte "Verbesserungen" vorgenommen. So á la Hängeregal bauen usw... Am Morgen des Mittwoch ging es wieder hinaus. Wir waren zwar schon früher dran, aber immer noch zu spät. Gegen 10 waren wir auf H16_M18 und suchten Stunden lang den Magneten. Da hätte man eher sagen müssen: wir nehmen den GPS-Punkt und fertig... Auch das haben wir also gelernt und erst gegen 11:00 oder gar ein wenig später mit dem arbeiten angefangen. Ein paar Bekannte (vom Vorjahr) kamen dann irgendwann vorbei und sagten hallo und schönes wiedersehen. Wir schafften die Fläche allerdings schon gegen 15:30Uhr. Das war zwar noch zu langsam, aber schon auf dem richtigen Weg. Mist, dass war ja gar nicht am Mittwoch, sondern am Donnerstag. Lass ich aber so stehen. Am Mittwoch waren wir auf H9_M11: Mega-offen, aber kaum offener Boden und letztjährig massiv Hordeum. Alles war super klein und kaum ausgebildet. Das liegt wohl am bisher fehlenden Regen. Es ist schon der Hammer mit welcher Größe Pflanzen hier zu Keimen und zu Wachsen, und zu Blühen vermögen. Da findet man schon mal eine 2 zentimeter hohe Arabis auriculata mit Frucht... Wegen unserer Diskussionen um den Umfang und Ablauf der Arbeiten kamen wir nur langsam voran und beendeten die Arbeit erst, als die Schatten schon wieder länger wurden. In Ayn el Kbira fiel mir ob der einfallenden Abendkälte auf, dass ich meinen Fließpulli, den ich noch auf dem Stein liegen sehen hatte und daran gedacht hatte, auch daran zu denken ihn mitzunehmen, doch liegen lassen hatte. Also fuhren wir noch einmal zurück. Dabei hatten wir gedacht noch kurz Päuschen zu machen und nicht zu früh in den Ort runter zu kommen, Weil wir noch unseren Gasherd klären mussten. Wir hatten zwar am Montag schon mit Achmed eine Gasflasche bei Abdellah gekauft, aber noch war keine Verbindung zwischen Herd und Gasflasche hergestellt. Aber der Pulli war noch da. Zum Glück, wie sich gesternund heute heraus stellte (es wurde nämlich kälter) Nach dem Pulliholen also nur noch schnell Herd und Gasflasche gecheckt und runter und gleich zu Abdellah und Schlauch anbauen lassen und dann zu Hassan wegen Gemüse und Fußball. Wir haben gleich einen auf eilig gemacht. Aber das Bayern-Spiel gegen Chelsea London nahm uns doch in unseren Bann. Nach der ersten Halbzeit machten wir das Gemüse klar, gaben Hassan seine Penunse und machten uns aus dem Staub und waren also gar nicht so spät am Forsthaus. Doch wieder checkten wir rum: Gasherd klar machen. Das erste Gericht darauf kochen. Noch so rum chinchen. Es wurde wieder fast zwölf...

Zum Donnerstag gibt es ja oben schon den Ablauf. Wir kamen also mal eher nach "Hause" und nutzten die Zeit um die Solarshower, die wir schon am Vortag zum ersten Mal ausgelegt hatten zu nutzen. Andi wusch noch Wäsche und wir genossen den schönen Nachmittag. Und wieder Gespräche bezüglich der Methodik. Waren Frequenzaufnahmen wirklich zu machen? und wie viele Klassen sollten wir nutzen. Es war alles in allem ein Prozess der uns zu unserem jetzigen Vorgehen brachte. Wir waren auf jeden Fall auf H16_M18 so weit gekommen, dass Andi Frequenzaufnahmen lassen würde, da damit die zeitliche Umsetzung einfach nicht zu schaffen war. Da die Flächen ja in Abständen wieder beprobt werden sollen, muss eine möglichst enge Aufnahme in einem Schwung erfolgen... Abends wurde schön gekocht und Musik gehört. Eigentlich waren wir ganz zufrieden... Bei unserer Ankunft hatten wir Mohammed getroffen der ab Morgen Gardinage machen würde...

Am Freitag kamen wir wirklich gut los (auch wenn wir beide beim Frühstück relative Bumelanten sind und uns Morgens immer noch etwas einfällt, was zu bedenken, vorzubereiten usw. wäre) und fuhren zu H11_M5. Der kleine abzweigende Weg dorthin war mehrfach und sehr eindeutig mit Steinen verstellt, weshalb wir entschieden zum Plot zu laufen. Dort war Nomadenalarm. Ähnlich wie 2004 siedelte eine Familie auf der Lichtung. Aber irgendwie waren sie noch näher an dem Plot dran, weshalb wir entschieden, diese Fläche heute nicht zu machen und lieber später mit Achmed noch einmal herzukommen. Also sind wir zur nächsten Fläche auf der Liste gefahren: Hi12_M9. Nah am Weg, Baumbeschattet und sonst offen! sehr viel vertrocknetes und alles sehr klein. Wir waren bald fertig, obwohl wir zwischendurch Besuch von unseren Freunden von Gestern hatten. Der eine wollte irgendwie gerne nach Deutschland und wir kamen mit Hand und Fuß soweit, dass Dienstag Achmed dabei wäre (inshallah) um zu übersetzen... Schaun wir mal.

Danach dann zu H9_M11. Wir sind nun schon besser und haben somit am dritten Arbeitstag, dass erreicht, was wir so durchziehen wollen: 2 Flächen pro Tag. Dabei wurde es nicht unspät (Da muss also noch was optimiert werden), aber wir haben es geschafft und wir unkten noch, dass jetzt wo wir gut klar kämen und unsere Sache im Griff hätten, es bestimmt morgen (also heute) regnen würde. So kam es auch. Aber erstmal noch zum Abend. Zwei Tage vorher hatte ich meinen Pullover liegen lassen. Nun hatte Andi den Autoschlüssel (Zweitschlüssel) im Auto stecken lassen und sein daran befestigter kleiner Geldbeutel mit 200 Dirham ist abgefallen, bei der Schüttelfahrt. Also zurück. Aber nur bis zum Abzweig in den Feldweg. Nix. Niente. Aber vielleicht würden wir es ja morgen finden. Heute früh waren dann die Wolken tief am hängen. Aber wir waren früh auf und auch super zeitig dann Richtung Gaada unterwegs. Oben fuhren wir langsam den Geldbeutel (der cleverer Weise die farbe des Bodens hatte) vielleicht doch noch zu finden. Aber Fehlanzeige. Dafür war es grau und kalt und windig und neblig. Doch wir stellten das Auto ab und machten uns gut eingepackt auf den Weg. Auf halbem Weg zum relativ weit entfernten Plot brachen die Schleusen und es schiffte los, dann wurde es wieder schwächer und wir haderten. Doch letztlich entschieden wir uns zumindest zum Auto zurück zu gehen und zu einer näher am Wege gelegenen Fläche (H8_M6) zu fahren, damit wir notfalls schneller wegkämen. Kaum saßen wir im Auto ging es richtig los und wir entschieden doch nach Ayn El Kbira zurück zu fahren. So waren wir gegen 9:30 schon wieder in unserem Domicil. Mohammed, der am Abend zuvor gekommen war (und mit ihm einige Mysteriositäten: Schokolade war verschwunden, der gute Käse angeknabbert und unsere Eingangstürsicherung verändert) war nun auch schon wach. Er hatte abends schon schön Feuer gemacht und wir hatten noch eine Weile gesessen und arabisch Kurs gehalten. Er kümmerte sich wieder ums Feuer und wir arbeiteten zu Hause: Am Rechner. Ich habe jetzt schon meine neue Eingabemaske für die Flächenvergrößerungen fertig. Das freut mich. Und es regnete: Und alles ward nass. Gut, dass wir so entschieden hatten. Schlecht, dass ich am FileMaker arbeitete und nicht an der Übersetzung des Dossiers...

Am Nachmittag fuhren wir noch nach Taourirt, kauften wie wild auf dem Souq ein (Plastikschüssel und Teekanne und Zeugs und Gemüse und Obst und anderes in meinem Lieblingsladen) und gingen dann noch ins Internet. Andi war vom Souq begeistert und ich von der Tatsache, dass nicht nur der Mann im Cyber sondern auch der Nusshändler davor sich meiner erinnerten. Geschmälert wurde die Freude nur von einem Nervi, der im Caber die ganze Zeit sich an uns ranschmiss, bis sein Kumpel und Cybermitarbeiter (der sehr gut englisch sprach und sehr nett war) ihn höflichst raus bittete... Also haben wir nun auch erfolgreich Mail gecheckt und geschrieben. In Ayn el Kbira hatte Mohammed schon Essen vorbereitet. Dies verdrückten wir genüsslich und als er sich nach einem Tee zurückzog setzte ich mich her und schrieb. Jetzt bin ich endlich fertig und gehe ins Bett.

Posted at 12:29 vorm.    

Mi - April 6, 2005

Marokko05 - Eintrag 2


der rest von faro, der weg nach marokko, einschließlich kamerakauf in gibraltar und die ersten taten in marokko: einschließlich: anderes wetter this time und "wir haben das ganze forsthaus für uns"...

nach dem letzten eintrag ist noch einiges in faro auch passiert. abends waren wir noch kurz draußen und haben javier lozano und eine deutsche namens dorothee getroffen, nachdem wir nach einem kleinen gang um die altstadt noch in eine kleine kaschemme eingekehrt waren und bier getrunken hatten. ihn kannte ich schon von hawaii. wir haben uns dann kurzerhand zum dinner verabredet. gegen 21 uhr in der hotel-lobby. wir sind dann nur kurz rum gelaufen und haben uns alsbald für eine kleine pizzeria entschieden, die eigentlich mehr ein bringedienst war. aber man konnte sich auch hinsetzen. nach essen und bier und netter unterhaltung sind wir zurück ins hotel und dann auch bald ins bett gegangen.

am morgen des 01.04. schellte der wecker und wir machten uns auf, unser zweites 4sterne-frühstück abzufassen. war genauso wie am ersten tag sehr gut, aber 4 sterne? dann in die sessions und den vorträgen gelauscht. die meisten waren nicht sehr berauschend. in den pausen versuchte ich leute anzusprechen für die mir carl und anke grüße aufgetragen hatten. einige habe ich auch ansprechen können. alle jedoch nicht. zum beispiel den herrn blaschke nicht. der macht immer so einen "blaschkierten" eindruck und war auch mit frau und teuren fahrrädern am start. die session, die wir leiten sollten, rückte immer näher und ich wurde doch ein bisschen aufgeregt. nicht ganz so, als ob ich selbst einen vortrag halten würde, aber doch irgendwie aufgeregt. ich flitzte in der davor liegenden café-pause noch mal schnell ins zimmer um meine "schicke" hose anzuziehen. die hatte ich extra für solche anlässe mitgenommen (die braune mit schlag), und auch morgens schon angezogen gehabt. nach dem fruhstück musste ich sie aber wieder los werden, da sie ob ihrer enge nicht für den ganzen tag geeignet war. aber ich konnte ja nun nicht in trekkinghosen die session führen. ich ging also zu unserem zimmer am ende des ganges, steckte die hotelkammer und bekam die tür nicht auf: die karte funktionierte nicht mehr, war also doch abgelaufen. wir hatten beim check-in nämlich nur für 2 tage und nicht für 3 tage gebucht, weil wir erst darüber nachgedacht hatten, noch am abend nach der session den kreis zu ziehen, was wir aber - rückblickend kann ich sagen, zum glück - nicht gemacht haben. ich also runter zur rezeption. dort traf ich auf zwei sehr beschäftigte leute, konnte aber alsbald mit der jungen dame klären, was ich wollte. sie werde sich darum kümmern, brauche dazu aber den herrn neben ihr (der gerade telefonierte), ich solle nur hoch gehen, sie riefe mich dann an... ich ging also mit meiner wieder in funktion gebrachten karte hoch und bekam wenig später per telefon mitgeteilt, dass wir im zimmer bleiben könnten. wegen raumknappheit wären wir nämlich um ein haar versetzt worden...

aber es war alles klar und die session konnte beginnen. es lief recht gut. der letzte unserer vier redner, ein herr kondolf aus california, ließ nur etwas auf sich warten. kam dann aber pünktlich einen vortrag vor dem seinen und entschädigte uns für unser bißchen bangesein mit einem sehr schönen vortrag. er, mit sonorer stimme, in sich ruhend und total selbstsicher sprach über planungssünden der amerikaner, die mit einem cookbook-ansatz mäandrierende aber stabile flußläufe schaffen, was häufig in die hose geht... das war echt toll zum schluss, da damit auch eine diskussion zu stande kam. nach den anderen eher mäßigen vorträgen bei denen ich immer noch meine mir mühsam ausgedachte frage stellen musste, damit überhaupt irgendwas geht, hatte ich schon gedacht, dass die diskussion zum schluss voll ins wasser fallen müsste. ich danke mister kondolf, dass er mich gerettet hat. er und seine john wayne stimme...

danach war die sache für mich gelaufen. ich hätte eine rauchen können. danach kam dann noch die abschließende vortragung von "ergebnissen" der tagung und danklobsalbeiungen bevor es nach kurzem break (den einige zum heftig auftakeln nutzten - zum beispiel sara muñoz-vallés, die ich kurz vorm mittag in der poster-session noch ausgequetscht hatte, da mir erst noch vorschwebte, wegen der geringen anzahl von 4 vorträgen, die poster beiträge fett mit in die abschlussdiskussion einzubeziehen. aber ich hatte nur das poster von ihr und von einem jungen kollegen von john wayne (kondolf), der hieß deitsch, geschafft. auerdem hätten dann alle posterpresäntanten auch da sein müssen) zum tagungs-dinner kam (ich selbst nutzte die zeit um geld zu holen, um den tagungsbeitrag bezahlen zu können, was gar nicht so einfach war, da die portugiesischen bankomaten einem immer nur 200 Euro auf einmal geben können). mit relativ gutem, mehrgängigen essen und einer schönen folklore und tanz einlage sowie nicht allzu langweiligen gesprächen an unserem tisch mit französinnen, einer portugisien, einem amerikanischen franzosen, und der gang vom vortag. letztere beteiligte sich dann mit vielen anderen iberern auch noch an der nach der feier-ausgeh-aktion. zwei ecken weiter kamen wir in eine bar die schon irgendwie was mit che hieß. die poster und andere devotionalien ließen auch keinen zweifel, hier wurde dem kubanischen revolutionär gehuldigt. ich war ja vorher schon überrascht gewesen, ob der starken unübersehbaren präsenz der kommunistischen partei im stadtbild. nun aber war ich vollends von der linken idee der portugiesen überzeugt. die liveband spielte, guantamera und den song vom commandante che guevarra und alle sangen mit. sehr geil. auch sonst hatten sie ein schönes son-salsa-reggae- repertoire. alles in allem war es ein toller abend.

am nächsten morgen also dass letzte mal 4 sterne frühstück und dann wieder auf die straße. wir wollten noch in sevilla halten um eine kamera zu kaufen. auf dem weg dort hin, viel mir jedoch ein, dass roman und ich im vorjahr über die vielen elektronik und foto-läden und deren moderate preise in gibraltar rumgewundert hatten, und ich rief in an um meine hazy erinnerung zu validieren. richtig, auch er hatte diese erinnerung worauf ich beschloss nicht in sevilla, sondern in gibraltar eine kamera zu kaufen. wir fuhren schnell aus portugal und dann durch spanien, ab sevilla wieder richtung süden. zunächst nach cadiz, dann richtung algeciras. allerdings unterlief uns ein kleiner fehler und wir fuhren rue national (die südroute am meer lang), kamen in tarifa vorbei und beschlossen nach unserem kurzen aufenthalt in gibraltar dort vielleicht zwischenstation zu machen...

aber erst mal gbz: wir standen um rein zu komme mächtig im schlängelstau und ich musste pullern wie hulle. nützte nichts, da mussten wir durch. wir waren dadurch aber relativ spät und viele geschäfte machten schon einen geschlossenen eindruck. dann aber ein fotoladen, in dem gerade das schließen vorbereitet wurde. wir fragten nach der nikon coolpix 4500 (nachfolger des 4300 models, das mir abhanden kam), die wurde schon lange nicht mehr verkauft. also fragten wir nach der canon powershot g5, die wir in portugal für 600 gesehen hatten: auch hier fehlanzeige, aber das nächst bessere modell, die g6 wäre da. aber bei 530 pounds. meine fresse. da wir uns aber doch feature mäßig für diese kamera interessierten, roch der verkäufer lunte und zauberte die nikon coolpix 8400 hervor, die zwar ähnlich funktionen, wie die canon hätte, aber ungleich besser ausgestattet sei und voll toppig, er aber gäbe sie uns für den preis der canon und als wir haderten legte er noch eine 256mb speicherkarten und eine - im nachhinein zugegebener maßen schlechte - tasche mit dazu. so schnell habe ich noch nie so viel geld ausgegeben. aber nun ist es weg und die kamera hier und sie ist wirklich hervorragend. ich hoffe, dass das mit dem geld zurück einigermaßen klappt. ich hatte nach der session mit carl telefoniert und im den kameraverlust gestanden und er hatte gemeint: neue besorgen, dass kriegen wir schon hin.

nach dem krassen kamerakauf gingen wir noch eine runde und stellten fest, dass weiter die straße rauf, schon noch läden auf hatten (aber nur sehr wenige kameraläden), wobei allerdings bei den spirituosenläden ein allgemeiner preisschwund mit länge der straße zu bemerken war. hoffentlich sei dass für die kamera nicht auch so. später haben wir im internet-café in taourirt gleich mal nach deutschen preisen geschaut. wir haben zumindest nicht den allerbilligsten bekommen. aber mit dem zubehör müsste es eigentlich ganz gut gelaufen sein. nach dem kauf waren wir noch im tunnel und haben englisches ale getrunken und uns betrunkene engländer angeschaut und fettige fettpommes gegessen. danach haben wir uns wieder auf den weg zurück nach tarifa gemacht...

von gibraltar gesehen jenseits von tarifa machten wir auf dem ersten camping halt, machten alles klar und bezogen unseren typisch mediterranen zeltplatz. unter pinien und ohne rasen. zelt aufgebaut, gekocht, gegessen. und schon wieder war es dunkel und ziemlich spät. aber wir sind trotzdem noch zum nahen strand gegangen. ich konnte erstmals meine von andreas geschenkte petzl-headlamp einsetzen, die seit dem fast nicht mehr von meinem kopf wegzudenken ist. (hier in ayn el kbira ist es doch sehr dunkel draußen beim auf die toilette gehen..aber dazu später). wir konnten afrika schon sehen und viele lichter blinkerten uns über die straße von gibraltar entegegen.

am morgen gab es nur schnell frühstück, dann bauten wir ab und kauften noch kurz im zeltplatzshop mit klingeln ein und fuhren nach algeciras, dort nahmen wir erst die falsche ausfahrt und mussten deshalb ein wenig durch die stadt gondeln, aber bald waren wir am hafen und arabien wartete schon in europa mit leuten auf, diee sich um einen kümmern und dafür geld wollen. wir versuchten zu entfliehen, aber es ging nicht. letztlich hatten wir kein ticket wo wir schon eins gebraucht hätten und ganz schnell einen freundlichen helfer im auto der uns sagte wo wir schnell langfahren sollten um zur ticket-office zu kommen. die fähre führe nämlich alsbald und wenn wir da noch mit wollten müsse es schnell gehen. also mega schnell ticket gekauft und zurück zur fähre. den freundlichen helfer haben wir zwischendurch allerdings verloren, da eine andere streßbacke streß machte und er sich deshalb mit dem auseinander setzten musste...

die fähre war superfast und super wellig, diese superfastis springen über die wellen und machen, dass einem ganz schlecht wird... aber nach 2 stunden war die ganze sache einschließlich hafenein und ausfahrt vorbei und wir waren in marokko. schon wieder liebe helferlein. der diesmal wurde aber reichlich unverschämt und hatte für nur ein wenig die grüne autokarte ausfüllen sich nicht mit 5 euro zufrieden geben wollen. letztlich bekam er 7 und half uns beim anstrengensten teil nicht mehr weiter. aber irgendwann waren wir ohne fahrzeugkontrolle diesmal durch und also da. aber eben noch nicht ganz. einige kilometere lagen noch vor uns. in tanger tankten wir noch kurz (mal wieder echtes plein (voll): trotz des weges von tanger nach debdou und schon einigen feldfahrten ist unser tank noch nahezu halbvoll), gingen noch schnell in einen großen neuen supermarkt am straßenrand und kauften eine neue straßenkarte von marokko... dann fuhren wir und fuhren, verpassten die abfahrt in la rache oder so und fuhren bis nach kenitra runter autobahn und bogen dann richtung fes, meknes ab. leider nahmen wir dort umfahrung und ich konnte andi nicht gleich ins fes-getümmel stürzen...

in oued amlil noch kurz sidi ali gekauft und dann bis taza. dort mussten wir zwischenhalte. wir übernachteten im hotel de la gare in welchem ich damals schon mit yesseff war. war ok. nach bien installation sind wir noch eine runde in die stadt und ich hab die alten plätz wieder gesehen, aber keinen von hassans gang den ich erkannt hätte. also bald ins hotel und schlafen. wir waren sehr müde.

am morgen, dann noch schnell geduscht und weiter ging die fahrt. vertrocknete eukalypten fallen uns auf. in taourirt dann ins internet-café (das beim souq) und dann noch ein wenig einkaufen, handykarte bei maroc telekom besorgen (der nette bedienstete dort erkennt mich und fragt mich gleich ob ich nicht noch eine telefonkarte hätte...). dann auf zum eaux et forets. dort gibt es einen neuen chef. die anderen freuen sich sehr mich zu sehen und ich muss alle arabische mit küsschen begrüssen. einige kratzen ganz schön wegen unrasiert. der neue chef wirkt erst ein wenig unterkühlt, dann aber nett und er kann englisch, so dass ich das dossier auch auf englisch abgeben kann. da saß ich bis eben am ersten kapitel, und jetzt hämmer ich noch schnell dieses hier, aber gleich muss ich wieder schluss machen, da zu müde...

danach nach debdou, gleich hassan am café getroffen (ne, dass war erst abends als wir nochmal runter fahren) und beim eaux et forets keinen (es ist gerade mittag und alles ist ganz schön dead). also fahren wir zum forsthaus hoch. auch da ist nichts los und alles tot. wir beschließen zu warten und lassen das auto vor dem eingang stehen. vielleicht ist achmed ja unterwegs... alsbald kommen achmed und eine neuer chef (auch auf dieser ebene, später erfahren wir, dass einiges passiert ist im eaux et forets). die überraschung: ich hatte mich bei erstem luschern noch gefreut, dass die nebengebäude die wir bisher immer bewohnt hatten wieder leer sind und in einigermaßenem zustand. dann aber nach netter und erfreuter begrüssung die neuigkeit: achmed wohnt unten in debdou und nicht in ayn el kbira. wir bekommen das komplette forsthaus zu unserer verfügung. meine herren, da ist ganz schön viel platz, aber wir stimmen beide überein, dass wir nicht alles nutzen wollen. so nutzen wir also hauptsächlich salon und küche und manchmal die toilette. wir haben in den letzten tagen einiges an einrichtung gechincht, aber jetzt sind wir von einigen kleinigkeiten abgesehen, recht gut installiert. doch dazu später morgen...

Posted at 01:08 vorm.    

Do - März 31, 2005

Marokko05 - Eintrag 1


Von unserem Weg nach Faro, 3 Tage durch Europa, einschließlich Kameraklau usw...

Heute ist der 31. März. Das bedeutet wir sind schon 4 Tage unterwegs. Dieses Jahr begleitet mich Andi Gohlke oder besser ich begleite ihn, da ich nur einen Monat bleiben werde, er jedoch 2. Er wird Diplomarbeit schreiben und dazu auf bereits erhobenen Flächen Daten in zeitlichen Abständen aufnehmen, um Aussagen zur innerjährlichen Variabilität machen zu können.

Losgefahren sind wir am Montag, den 28. März (Ostermontag). Da hat eigentlich alles recht gut geklappt. Wir waren gegen 8 in der verwaisten Uni verabredet. Ich habe es leider erst zu 8:20 geschafft. Dann haben wir letzte Vorbereitungen getroffen und die Sachen ins Auto gepackt. Soweit ich weiß, haben wir nicht allzu viel vergessen. Zumindest ist mir noch nichts aufgefallen. Vor einiger Zeit schon hatten wir geplant, Anke und Carl auf dem Weg nach Marokko bei der IALE-Tagung in Faro / Portugal zu besuchen. Allerdings hat sich im letzten Moment ergebn, dass Anke wegen Komplikationen mit ihrer Schwangerschaft nicht fahren kann. So entschieden sich die beiden dazu, in Faro Bescheid zu geben, dass wir kämen um vertretungsweise die Session zu leiten. Nun werden wir also morgen die Session (sind nur 5 Poster und 4 Vorträge) führen. Mal sehen wie es wird. Aber erst mal mussten wir ja nach Portugal kommen...

Wir sind also am Montag zunächst gut los gekommen. Wir hatten 10 Uhr geplant und schafften es, gegen 10:10 den Uni-Parkplatz zu verlassen. Allerdings hatten wir uns wegen der Absprachen bezüglich der Faro-Vertretung noch mit Anke und Carl verabredet. Wir fuhren nach Mistelbach und dort dauerte es wegen des Geschichten erzählenden Carl und wegen Hausbesichtigung und schließlich auch der Besprechung die Vertretung betreffend etwas länger. In dieser Zeit hatte sich Andi überlegt, doch noch mal nach Theta zu fahren, um seine Kühlbox zu holen... Jetzt haben wir wenigstens eine Kühlbox. Aber wir sind dadurch auch erst gegen 12Uhr los gefahren. Bis ca. Karlsruhe ging es recht gut, doch standen wir gnadenlos im Stau. Das dauerte eine ganze Weile, aber hinter Rastatt ging es wieder. In Frankreich war es später total entspannt und es flutschte. Wir fuhren bis Valence und fanden dort leider nur eine komische Kaschemme in der Walachei von Valance und sahen uns gezwungen, dass Auto unter unserem Fenster zu parken. Es ist zwar fraglich, ob wir bei einem eventuellen Einbruch etwas gehört hätten, aber so fühlten wir uns sicherer.

Am nächsten Morgen luden wir unsere Sachen ins Auto, holten die Kaution zurück (10 Euro waren zuzüglich zum Zimmerpreis für den Schlüsselerhalt an der Rezeption abzugeben), und brausten los. Andi fuhr. Nun hatten wir nur noch das Frühstücksproblem. Nach kurzer Zeit hatten wir die Idee. Auf nach Avignon. So brachte uns ein minimaler Abstecher in diese schöne Hauptstadt der Provence in der wir uns zwar nur schwer zurecht fanden, aber schließlich doch im Parkhaus landeten um hernach direkt in die Innenstadt vorzustoßen. Dort gönnten wir uns im CID einen Kaffee und in der nächstgelegenen Patisserie etwas Backwerk. Auf dem Rückweg zum Auto waren wir noch in einem kleinen Hipermercado und kauften Wasser und Zeugs für die weitere Fahrt ein. Und weiter gings, nach kurzem Gerummel um aus Avignon wieder heraus zu kommen wieder on the road again...

Fahren, fahren, fahren. Lediglich manchmal durch Toilettenzwang oder Tanken müssen zum anhalten gezwungen, fuhren wir straight ahead. Am Abend kam Andi die Idee, dass wir von einem ihm bekannten schönen Strand gar nicht so weit entfernt wären, Er rief extra Ines an um den Weg noch mal abzusprechen und wir nahmen, da alles ganz einfach klang den Umweg über die Küste in Kauf. Der ADAC hätte uns kurz vorher auf eine andere Strecke in Richtung Granada geschickt, da wir ja weiter nach Faro wollten und nicht, wie in den Jahren zuvor, nach Almeria... Kurz vor Almeria dann schon kurz vor 24:00 die Abfahrt und die Strecke durch Campohermoso, und danach weiter gerade aus, so wie gedacht und irgendwo müsse die Straße nach San José kommen. Aber wir waren schon fast in Las Negras, als ein Schild uns nach rechts wies. Der Weg war sehr alt und sehr klein und irgendwann waren wir wieder auf der Strecke die wir zuvor von Campohermoso genommen hatten, sind also im Kreis gefahren. Da Andi sich schon vorher unsicher war, nahmen wir den Weg nach Campohermoso zurück um einen anderen Weg zu suchen. Dummerwiese hatte ich auf Grund der Geographie der Sache die Idee kurz vor Campohermoso links abzugeben. Dort musste man, wenn alle Angaben und die Karte stimmten, den Weg nach San José finden. Wir fuhren nur endlos durch Tomatenplantagen (mit Folie überdeckte Gebilde, alles ziemlich unheimlich). Wir kamen bis an eine Kreuzung an der wir uns nicht sicher waren. Links war ein Haufen geschoben und gesperrt, rechts gings nach San Isidro, geradeaus erschien uns unsinnig. Also zurück. An der zweiten Kreuzung (die wir vorher als erstes passiert hatten) bogen wir nach links richtung San Isidro (Campohermoso) ab. Dort angekommen, gab es kein Schild. Da wir mittlerweise wussten (oder ahnten) dass es rechts nach Campohermoso zurück gehen würde, bogen wir auf die große Straße mit Geschäften usw. nach links ein. Und siehe da, es kam ein Schild, dass uns über einen Kreisverkehr nach San José schickte. Wir waren siegesgewiss, endlich würden wir den Weg finden. Dieser endete an der Kreuzung an der wir vorhin zurück gefahren waren. Es musst also dort wo die Einfahrt wegen Bauarbeiten verboten war, nach San José gehen. Oder doch nach rechts (Vorhin geradeaus, was uns aber unsinnig erschienen war)? Wir probierten es aus, landeten aber nur im nichts weiterer Tomatenplantagen und bogen frustiert um. An der Kreuzung fuhren wir an dem geschobenen Haufen vorbei in Richtung San José. Vielleicht war ja nur das Bauen vorbereitet und man kam doch durch? Nach ca. 300m war Schluss. Also umkehren. Wir überlegten uns, dass wir ganz am Anfang (fast in Las Negras) vielleicht zu früh abgebogen waren. Trotzdem bogen wir noch ein zwei mal in Richtung Berge ab, da wir dahinter San José wussten. Vielleicht gab es ja einen Weg der einfach so dahin führte. Alle Versuche erwiesen sich als Fehlschläge. Dazu gehörte auch noch das Folgen eines Weges nach Nuevo Rumbo, der auf einem mit Handymasten bestandenen Bergelchen endete. Also letzte Chance warnehmen. Wir waren eigentlich kurz vorm aufgeben. Es war mittlerweile 2Uhr und wir waren übermüdet. Andi hatte gegen 1Uhr auch schon Ines aus dem Bett geholt um nach dem Weg noch einmal zu fragen. Leider brachten ihre Erinnerungen uns auch er Ferne auch nicht weiter. Wir beschlossen noch nach Las Negras zu fahren, um zu schauen, ob wir vielleicht zu früh abgebogen wären. Wenn nicht würden wir uns dort etwas suchen. Wir waren zu fürh abgebogen und fuhren auf einer niegelnagelneuen Straße nach San José. Von dort aus ging es zwar über eine Schotterpiste aber klar ausgeschildert zum sagenumwobenen Monsul, so hieß der Strand. Dort angekommen, machten wir uns - es war mittlerweile ca. 2:30Uhr schnell schlaf fertig und legten uns im Schatten eines Felsens idyllischer geht es kaum zum schlafen. Vorher hatte ich noch ein wenig Angst, das Wasser könnte bei Flut so hoch steigen, weil der Sand dort eine andere Struktur zeigte, aber dies bewies sich als unbegründet. Wir schliefen gut aber kurz, aber erst nach dem der hoch stehende strahlende Mond um die Felsecke war und uns nicht mehr so blendete. Der Morgen war herrlich und wir badeten. Andi holte seine Kamera und machte Fotos. Tolle Idee, dachte icch und brachte las ich mein handtuch aus dem Auto holte ebenfalls die DigiCam mit. und nahm sie mit zum Wasser, und legte sie bei meinen Sachen ab, als ich ins Wasser huschte. Ich war gar nicht richtig drin und dass auch erst als Andi schon raus kam. Dann schnell abgetrocknet und angezogen. und um die Ecke zu unseren Schlafsäcken unterm Fels. Diese packten wir zusammen und gingen dann zum Auto. Dort sah ich die leere Kameratasche und dachte Scheiße, Kamera ist weg. Ich bin dann mega flink wieder zum Strand vor um die Kamera zu holen. Die war nicht mehr da. IIch bin mir mittlerweile auch ziemlich sicher, dass sie schon nicht mehr da war, als ich mich wieder anzog. Ich hätte sie dann 99prozentig gesehen und mitgenommen. Aber sie war nicht mehr da. Ich suchte alles ab. Andi dann auch nochmal und ich auch nochmal. Wir fragten ein/zwei Leute, ob sie die Kamera gesehen hatten. Keiner hatte. Dabei waren doch insgesamt nur ca. 10 Leute zu dieser Zeit auf dem ganzen großen Strand unterwegs! Nichts. Sie ist weg. Und jetzt habe ich den Scheiß, und weiß nicht was ich machen soll... (doch dazu gleich nochmal). Ich ärgere mich darüber, dass ich die Kamera geholt habe und darüber, dass wir nicht noch mehr Leute einfach gefragt haben. Aber es ist eigentlich zu spät sich darüber Gedanken zu machen...

Wir fuhren dann nach San José, nahmen einen Kaffee, gingen noch ins Internet im Touristenbüro und machten uns dann auf den Weg. Der Anfang war noch sehr schwierig. Es gab noch einen dritten Weg nach San José den wir jetzt nahmen, um davon weg zu kommen, aber der war beschissen und von Umleitungen durch Wadis geprägt. Irgendwann waren wir aus der Scheiße raus und tankten noch schnell und überprüften die Luft bevor wir auf die Autobahn fuhren. Gegen 12Uhr kamen wir in die Gänge, Andi fuhr, Bei der Legionskaserne in Almeria bogen wir nach Granada ab, an der Westernstadt vorbei ging es in die Sierra Nevada hoch. Das Auto hatte sichtlich zu kämpfen und wir kamen nur langsam voran. Dann, auf dem Hochplateau ging es besser. Fahren, fahren, fahren. Irgendwann hinter Granada - Sevilla war jetzt unser Ziel - konnte Andi nicht mehr und ich übernahm das Steuer. Die Sonne brannte, aber weile es nicht ganz so steil mehr war ging es gut voran. Das Land wurde immer grüner und grüner, was mir gut gefiel. Nur fahren und nicht an die blöde Kamera denken. The attack of the sixties liefen im iPod und verbreiteten RoadMovie-Stimmung. Hej, fahrn fahrn auf der Autobahn... In Sevilla verfuhr ich mich kurz alss die Autobahn zu Ende war und wir auf eine andere hätten wechseln müssen. Ich weckte vor Verzweiflung Andi der weggeratzt war. Wir machten einen kessen U-Turn und waren bald wieder auf der richtigen Strecke. Krasse Stadt, krasse Autobahnen, heftiger Verkehr. Aber auch das bekamen wir in den Griff. Dann wieder fahren fahren bis Huelva und dann Portugal über einer beeindruckende Brücke erreicht und nochmal grüner und kleinräumiger und schöner. Irgendwann dann der Abzweig nach Faro und hinein ins Getümmel dieser kleinen aber feinen Stadt am Atlantik. Mitten rein und mit einmal fragen zum Hotel EVA, wo wir noch jemanden im Tagungsbüro trafen und uns anmeldeten und klar machten, dass wir die Session von Anke und Carl übernehmen würden... Wisst ihr was zum übernachten? Jugendherberge! Dort also hin, mit den Bedenken, dass dort hoffentlich auch keiner dass Auto leer räumt, wir also alles raus räumen müssen, ergo ein Doppelzimmer brauchen. Vor uns werden Berliner abgewimmelt: Nichts mehr frei: Deren Anmeldung per Internet ist wohl nicht dort angekommen und sie sind angefressen. Wir nicht so, denn wir hatten schon darüber nachgedacht doch einfach ins EVA (Tagungshotel) zu gehen. Also wieder zurück dorthin. Auf dem Weg ruft Raja an und sagt, dass sie gut angekommen ist. Das ist schön. Wir fahren weiter, finden sogar einen besseren Parkplatz als zuvor (ohne dass uns Jugendliche, wie bei unserer ersten Ankunft vor ein paar Minuten noch einen Euro für die Parkplatzweisung abnehmen) direkt am Haupteingang und melden uns an und machen das Zimmer 436 am Ende des Ganges im 4.Stock für den Special-Preis für Konferenzteilnehmer von 70 Euro für das Doppelzimmer klar. Das Hotel ist immerhin 4 Sterne und solches Zimmer ist sonst 92 Euro wert.

Da sitzen wir nun, nachdem wir gestern abend noch ein wenig unterwegs waren und ein-zwei bierchen getrunken, gut geschlafen und heute früh noch besser gefrühstückt haben. Wir sind nicht mit auf einen der Fieldtrips gegangen, da dies nach 3 Tagen Auto schon wieder mindestens 8 Stunden Busfahren mit Unterbrechungen bedeutet hätte. Statt dessen wollten wir den Tag nutzen, nach einer Kamera zu suchen. Und so waren wir auch in diesem Sinne unterwegs, konnten uns aber bisher nicht entscheidenn. Es ist nicht billiger hier als in Deutschland. Das hatte ich eigentlich erwartet. So bin ich jetzt wieder schlechter drauf und muss nachher mal Carl anrufen und ihm davon berichten und um Rat fragen. Faro ist allerdings sehr schön und wöhl auch noch einmal eine Reise wert. Ein kleines sehr angenehmes Städtchen. Ich glaube ich bin mehr der atlantische Typ.

Posted at 07:09 nachm.    

Do - Juni 3, 2004

Alles schon vorbei...


Und faul gewesen, was das Schreiben angeht. Sitze also nun in Bayreuth und muss alles aus dem Gedächtnis schreiben. Roadtripping vom Feinsten!! Und schneller als wir gedacht hatten. Trotzdem haben wir eine Menge gesehen und erlebt..

Am Morgen des Mittwoch (26.05.2004) haben wir die Reste eingepackt und Achmed und los ging die Reise. Nochmal winke winke und dann nach Debdou runter. Das war schon ein sehr komisches Gefühl, Ayn El Kbira nach 2 Monaten wieder zu verlassen. Das Wetter war schwül und durchwachsen und wir machten noch eine Runde durch den Ort. Zunächst stoppten wir bei Aziz und fanden ihn nicht mehr schlafend aber noch müde. Er hatte gleich noch was für Achmed zum Unterzeichnen und die von mir erwartete Post (mp3-CD von Paule) war nun doch nicht mehr angekommen. Sein Zimmer war doch sehr karg eingerichtet und im Fernseher lief VIVA. Schon mal eine Einstimmung auf die Heimat. Nachdem wir Aziz Auf Wiedersehen gesagt haben, wollten wir Hassan Tschüß sagen. Im Gericht war er noch nicht, so dass wir erst mal Richtung Markt gingen, um eine von Achmed für mich bestellte Wolldecke noch zu erstehen. Auf dem Weg trafen wir in einem Gewirr von eintrudelnden Händlern und Einkaufswilligen Hassan der sich kurz und schmerzlos von uns verabschiedete. Beim Deckenmann fand sich eine einigermaßen schicke Decke bloß Handeln konnte man mit ihm schlecht und Achmed ist auch nicht gerade eine Unterstützung dabei (und das als Marokkaner!). Das Argument des Extra Angefertigtseins überzeugte mich dann.

Jetzt konnte es endlich los gehen... Denkste! Erstmal traf Achmed noch knapp geschätzt 1000 Leute und dann wir auch noch den Dicken vom Eaux et Forets der auch noch die Hand geschüttelt bekam. Und bei Mohammed unserem freundlichen Zigaretten- und Süßigkeiten-Provider mussten wir natürlich auch noch mal ran. Der hatte für jeden von uns einen lieben Brief und ein kleines Geschenk vorbereitet. Das war richtig bewegend. Kurz hinter Debdou haben wir nochmal den Marabou und die in Wolken liegende Gaada fotografiert. Beweismaterialien! In Taourirt wollte Achmed noch "schnell" zur Bank und Roman nutzte die Zeit noch ca. 5 kg in der Patisserie einzukaufen. Ich fuhr und langweilte mich im Auto bis die beiden kamen. Dann konnte es tatsächlich und wirklich los gehen. Wir hielten noch einmal auf dem Weg nach Immouzzer um eine Tajine zu kaufen (Kai hatte mich gebeten eine mitzubringen) und bei der Gelegenheit habe ich noch eine sehr schöne Leuchte aus irdenem Material dazu gekauft und schön gehandelt (Achmed hätte schon wieder eher aufgegeben) und ein weiteres Mal um zu tanken. Bei letzterer Aktion waren wir schon nah am Mittleren Atlas in der Nähe von Fes und sahen schon die dicken Wolken am Atlas hängen. Beim Hochfahren nieselte es zunächst, später regnete es stärker und als wir ankamen konnte man es als dicken Schauer oder auch als eingeregnete Schweinerei betrachten.

In Immouzzer wurden wir freundlich begrüßt (ich als wieder Erkannter, Achmed als Familienmitglied und Roman als Neuzugang) und bewirtet. In den darauf folgenden Überlegungen stellten wir bald fest, dass wir gleich abreisen würden (wir waren uns eines Gefühls des Störens bewußt geworden und langsam war es ja auch Zeit Achmed und seiner Familie den Rücken zu kehren). Achmed fragte mich sichtlich betreten nach noch ein bisschen Geld und begründete dies damit, mit mehr gerechnet zu haben. So ist es halt, wenn man einmal was gegeben hat, wird das halt erwartet... Aber ich hab ihm dann noch 200 Dh für ein Geschenk für seine Frau gegeben und wir haben nach kurzem Gemache und Abgespreche mit Abdellah unsere Reise angetreten. Wir wollten eigentlich über Azrou (einkaufen) nach Meknes. Da wir aber in Ifrane irgendwie den falschen Weg erwischt hatten, sind wir dann doch direkt nach Meknes gefahren. Da würde ja wahrscheinlich genügend Einkauf auf uns warten (was sich schon am nächsten Tag heftig bestätigt hat). Wir kamen gut hin und trafen am Abend in einer äußerst lebendigen und angenehmen Stadt ein die uns wohlig umfing ohne uns allzu touristenheischend anzunerven. Es war nochmal eine schöne Aktion Achmeds Schwester tatsächlich ausfindig zu machen, was grundlegend in der Falschangabe Abdellahs gründete, dass sie im Viertel jacoub el mansour wohne. Sie wohnt nämlich im Cartier el mansour (ohne jacoub) und die beiden liegen in der hauptsächlich west-ost erstreckten Stadt eben auf dieser Achse diametral entgegen gesetzt. Aber mit Hilfe vieler netter (und auffallend vieler!) Polizistinnen und ihrer Kollegen und ein wenig hin und her telefoniere langten wir schließlich bei Achmeds Schwester an und wurden von ihrem jüngsten, einem für arabische Verhältnisse außerordentlich großen jungen Mann, begrüßt und zur Wohnung geleitet. Schon erstaunlich wie unterschiedlich die Lebensverhältnisse in ein und derselben Familie beschaffen sein können... Die Wohnung war nämlich im Verhältnis zu Achmeds Forsthaus und zur Maison der Familie in Immouzzer um einiges besser bestellt und eingerichtet auch wenn auch hier nicht auf Plastikblumen und ähnlichen Tand verzichtet wurde...

Nach leckerem Imbiss wollten wir noch mal einen Abend und Nachtbummel starten. Dies war uns empfohlen worden und wir hatten ja auch schon auf der Suche gesehen, dass einiges in der Stadt los war, da gerade das 1. Internationale Pferdefestival von Meknes stattfand. Und Achmeds Schwager hatte recht behalten. Wir fuhren entspannt mit dem Taxi in die Stadt und mein immer noch grummelnder Magen machte die einzigen Probleme. Aber wie alle solchen war auch dieses zu lösen und wir konnten weiter bummeln. Wir bekamen gerade noch das Ende des Festivaltages mit und schlugen beim Artisanal gleich wieder heftig zu. Ein Berber-Umhängetäschchen jeweils und für Roman noch ein Hemd aus ähnlichem Material (das heftig teuer war) und da die ganzen Sachen Produkte einer Kooperative waren, gab es auch wenig zu handeln...



Danach haben wir noch eine Runde durch die Altstadt gedreht und wurden dabei auch nur sehr kurz von einem sich als Führer anbietenden genervt, aber auch das war bald überstanden. Wir fühlten uns sonst sehr wohl in dieser Stadt die uns sehr freundlich und wenig nervig empfing. Dann war es auch schon wieder sehr spät. Auf dem Weg aus der Medina auf den Marktplatz kamen wir leider an noch einem Artisanal-Laden vorbei und kauften nach intensivem Handel und viel Hin und Her jeder eine Derbouga (Trommel) und mehrere kleinere Sachen. Mit dem Taxi nach Hause und beim Sohnematz geklingelt wie abgesprochen und eigentlich war das sofortige Zu Bett gehen geplant. Wurde aber nix draus, da dort wahrscheinlich von Mutti vorbereitet noch fett Essen auf uns wartete. Hähnchentajine und Salat und Obst zur Nachspeise. Genau das Richtige für meinen mitgenommenen Magen jetzt noch so kurz vorm ins Bett gehen zu essen. Aber lecker war es auf jeden Fall und neben her lief noch irgend ein Film. Dann endlich schlafen nach Ereignis reichem Tag.

Der Morgen begann wie der vorige Tag aufgehört hatte: Mit lecker Essen. Ich hielt mich beim Kaffee zurück, um meinem Magen ein wenig Ruhe zu gönnen. Das war glaub ich auch eine gute Idee. Nach dem Frühstück erkundigten wir uns noch ein wenig nach unbedingt anzuschauenden Sehenswürdigkeiten und machten uns dann auf den Weg in die Stadt. Etwas zu früh, da die meisten Geschäfte und auch die Museen noch geschlossen hatten. Die Zeit überbrückten wir mit einem Besuch in einem sehr neuen und sehr schnellen Internet-Café in dem eine herrliche Jazz-Musik lief. Als ich eher fertig war und die Musik lobte, kam ich mit der Besitzerin in ein nettes Gespräch über Meknes, den Biologenberuf ihres Mannes und so weiter. Wieder einmal eine angenehme Seite von Meknes.

Dann war es endlich nach 10 Uhr und unsere Stadteroberung konnte los gehen. Zunächst suchten wir uns einen Weg zum Mausoleum des Moulay Ismail, dass gerade erst vor ein paar Jahren den Touristen zugänglich gemacht wurde. Beeindruckt und von einer Menge französischer Touristen umgeben bestaunten wir die Anlage. Danach dann zum Gefängnis: Unterirdisch und riesig groß. Viele Fotos! Vor dem Gefängnis lauerte ein Kutschfahrer und irgendwie schaffte er es, uns zu überreden und wir machten eine über einstündige Tour mit der Kutsche an allen Sehenswürdigkeiten entlang. Alte Stadttore, die alten Pferdeställe (unheimlich groß und beeindruckend) des Herrschers, der alte Palast, der Neue und andere Dinge wurden uns gezeigt oder wir konnten bei Möglichkeit und Bedarf hinein und dann weiter fahren. Dafür waren dann 120 Dh fällig und ich glaube das war nicht zu viel. Ein echtes Erlebnis, dass ich aber auch gerne mit meinem Schatz gehabt hätte.



Nach der Kutschfahrt war die Medina ein weiteres Mal unser Ziel. Da wir schon am Vortag heftig zugeschlagen hatten und ich auch für Roman dabei einiges ausgelegt hatte, stand die Frage wieviel Geld holen? Roman holte dann 1000 DH und schon bald erwies sich dies als zu wenig, da wir schon bald nach unserem kurzen Aufenthalt im Kaffee gleich beim ersten Laden wieder heftig zuschlugen: 3 Ringe und ein Pfeifchen plus dem intensiven Handel und viel Freude dabei. Und noch ein Laden profitierte von unserer ungezügelten Einkaufslust: Ich kaufte mir zu der Derbouga noch eine Djembe.

Jetzt war es aber langsam genug. Wir hatten ja schon nach der Kutschfahrt im Souk auch eine Menge Patisserie-Produkte, Datteln und (ich zumindest) noch Untersetzer aus Halfa gekauft. Jetzt war es endlich genug. Wir fuhren mit dem Taxi wieder zu Achmeds Schwester und unserem Auto. Die Verabschiedung kriegten wir schnell und unbürokratisch hin, da gerade ein paar Freundinnen zum Klatsch kamen und wir nur eben schnell unseren Dankeschön-Patisserie-Kram übergaben und uns dann auf den Weg machten. Das Bezahlen des Guards für das Auto war noch ein kleines Problem weil ich zuerst den falschen bezahlt hatte und der dann nicht gleich damit raus rückte als der andere seinen Anspruch geltend machte. Aber irgendwann war auch das geklärt und auf ging es zu neuen Ufern. Wir fuhren nochmal durch die schöne Stadt und dann Richtung Moulay Idriss, das ja quasi in Sichtweise von Meknes liegt und dass den Ausgangspunkt der Islamisierung Marokkos bildete. Von hier verkündete Moulay Idriss den Islam. Der Berber-Name lautet Zerhoun und die Stadt war bis vor kurzem für nicht Gläubige nicht oder nur schlecht zugänglich.

Angekommen vermittelte uns der Aufpasser am Parkplatz einen Führer. Einen jungen Mann der ein wenig krank und ausgepowert um die Augen aussah, der aber sehr nett war und uns herumführte und viele Informationen hatte und dabei aber sehr unaufdringlich und angenehm war. Bei der ersten Aussichtsterasse, die wir über steile, enge Gassen und Treppen erreichten, saßen ein paar Jugendliche und machten sich den Tag (bzw. den Abend) zum Freund und freuten sich, uns zu sehen. Wir wollten aber auf die im Reiseführer beschriebene Café-Terrasse, die Roman noch vom letzten Jahr erinnerte und da kamen wir dann auch bald hin. Dort bestellten wir ihm und uns einen Kaffee und warteten auf den Sonnenuntergang. Neben uns fand sich noch ein weiteres Trüppchen ein: Ein französischer Opernsänger, der auch Leipzig sofort kannte und auch schon im Festspielhaus zu Bayreuth gewesen war und der mit seinem arabischen Freund schon eine weite Reise (einschließlich Tunesien und Türkei) hinter sich hatte. Angenehm auch mal solche Leute zu treffen. Und da der junge Mann Zahnweh hatte, gab es auch Gemeinsamkeiten, da Roman das selbe Problem plagte...



Der Sonnenuntergang war sehr schön und beeindruckend. Danach begaben wir uns auf den Weg zu einem Quartier und auf die Suche nach etwas zu essen. Da der Parkplatzwachtmann schon vom Nachtwachmann abgelöst worden war, vermittelte uns unser junger Mann eine Frau bei der wir übernachten konnten. Durch endlose Gässchen und über Treppen und durch Torbögen hindurch gelangten wir dorthin. Alles war sehr einfach und die Hütte roch sehr stark nach Zedernholz. Aber für 70Dh (7 €) für uns beide war uns das recht. Wir sind dann nochmal zum Auto und waren in der Nähe des zentralen Platzes essen. Das war wiederum eher teuer und auch nicht so gut. Und unser Führer wollte auch kaum was essen und ich konnte das Korianderhuhn auch nicht so recht verknusen. Sattt und fertig ging es zur Maison, wo ich ihn mit 100Dh entlohnte (über die er sich glaube ich auch recht freute) und dann war für mich auch bald Schlafenszeit. Roman musste natürlich wieder rumchinchen und noch draußen rumhängen. Irgendwo lief ein lauter Fernseher und nach wenigen Minuten hatte ich eine dermaßene Kuhle gelegen, dass ich mich nicht mehr eben umdrehen konnte und demzufolge recht unbequem schlief.

So wachte ich morgens denn auch auf: Mit zerlegenem Rücken und leicht bereit schnell den Weg aufzunehmen. Roman brauchte aber wie immer ein wenig Zeit. ich drängelte, wir bezahlten (wieder 100Dh, da sie nicht wechseln konnte) und gingen zum Auto. Am Platz dort kauften wir jeder ein Stück Fettgebäck und setzten uns in das nächstbeste Kaffee. Roman wollte mal wider in die Sonne und so nahmen wir ein olleres (weil in der Sonne gelegen). Und weiter ging es. Nur wenig Kilometer: Zur Römischen Stätte Volubilis. Roman war dort im Vorjahr schon rumgestiefelt, weshalb ich alleine ging. Roman musste eh noch schlafen. Ich traf zunächst keinen und wunderte mich mit meiner Ruinenerfahrung aus Griechenland hauptsächlich über die vielen schönen Arten und freute mich über Astragalus tetraphyllum in echt und auch über weitere schöne Sachen. Erst als ich eine ganze Weile spaziert war, traf ich auf eine Gruppe Touristen. Italiener! Als wenn die nicht zu Hause genügend solcher Ruinen hätten. Aber wahrscheinlich wollten sie sich von der Großartigkeit ihrer Ahnen überzeugen. Deren Ruinen ja auch lange Zeit dort schon die Arabische Umwelt überstanden habe (was ich in dieser Vollständigkeit doch beachtlich finde). Mein Magen schlug wieder zu und ich ging schnell wieder zurück. Ich hatte eh das Meiste gesehen und wir wollten ja auch noch einen Weg zurück legen. Auf dem Rückweg sah ich, wie richtig meine Entscheidung gewesen war: Mehrere Busladungen strebten mir entgegen. Ich war dann noch so vernünftig mir ein Magnum-Eis zu kaufen. Mein Magen belohnte es mit Kneifen.

Nun ging es aber endgültig zum Endspurt. Ich klemmte mich ans Steuer und wir nahmen Kurs auf Tanger. Wir hielten erst wieder in Tanger am Fährhafen. Dort stürzten sich gleich wieder unerwünschte Helferlein auf uns, was uns beide total annervte. Zum Glück haben wir beschlossen, einfach weiter Richtung Hafen zu fahren. Nach wenigen Metern wurden wir gestoppt und wie ich es mir gedacht hatte darauf hingewiesen, dass Zugang zum Fährhafen nur mit Ticket möglich ist. Aber gleich neben dem Hafeneingang war ein Reisebüro, auf dass wir nun ohne Ärgermenschen verwiesen wurden und wo wir ganz in Ruhe unser Ticket kauften. Danach stellten wir innerhlab des Hafengeländes und unterm Fenster dieses Reisebüros das Auto ab und starteten ein letztes Mal eine Erkundungstour in marokkanischen Landen. Wir landeten gleich in der schönen Altstadt von Tanger. Hier gab es auf jeden Fall mehr Touristen und auch mehr Nervis als in Meknes. Aber wir hatten ja eh nur einen Kaffee im Sinn... An einem zentralen Platz fanden wir ein schönes Kaffee oben auf dem Dach mit Terasse. Ich nahm zusätzlich zum Kaffee noch eine kleine Harscha. Roman mampfte ja eh schon die ganze Zeit Datteln und hatte sich ansonsten aufs Sparen verlegt. Nach dem Kaffee und ein bisschen Rumgebummel machten wir uns auf den Weg zum Auto. Wir wollten 16:30 mit der Fähre fahren. Unten sah ich an einer Straßenecke Babuschen und dachte, da könnte ich mir ja doch vielleicht noch welche kaufen. Der junge Mann hatte keine mitteleuropäischen Übergrößen und verwies uns an einen benachbart stehenden nicht mehr ganz so jungen Mann. Der erwies sich entgegen unserer Annahme nicht als der Verkäufer oder Besitzer in einem benachbarten Laden, sondern als Fault Guide und führte uns weiter und weiter in die Medina und als wir bei einem entsprechenden Händler anlangten, versuchte der mich knallhart zu verarschen. Aber der andere klärte ihn auf, dass wir keine Touristen seien (ich hatte zwischendurch mit ihm erzählt) und ich handelte dann knallhart und bekam einen guten Preis. Der Ladentyp war darüber wenig glücklich aber immer noch besser als nichts...

Jetzt aber endlich zum Hafen! Wir fragten einen jungen Mann nach dem Weg. Gerade hatte ich dem vorher uns geführt habenden die restlichen Krümeldirham gegeben die ich nach dem Babuschenkauf noch auf Tasche hatte. Der begleitete uns gleich und war dann recht enttäuscht, dass wir im nichts außer Datteln gaben. Dabei hatte ich ihn von Anfang an darauf hingewiesen, dass wir nichts mehr hätten. Er zeigte uns auf jeden Fall noch einen schönen Ausblick auf den Hafen. Dort gab es auch eine alte und große Kanone an der wir noch ein paar Fotos schossen. Jetzt aber los....

Am Hafen hatten wir auch nur geringe Probleme mit dem Zoll. Das heißt wir mussten nur ein bisschen was auspacken und dann brachten wir endlich unter, dass wir Wissenschaftler seien und so weiter und wir durften weiter. Also schnell alles wieder eingepackt und in die Warteschlange. Die sich tatsächlich den Namen verdient hat, weil die Herren vom Boot es einfach nicht gebacken bekamen, die Fähre mit Aufliegern zu bestücken. Es dauerte eine ziemliche Weile, aber irgendwann war auch das geschafft. Ein Journalistenpäärchen nutzte die Zeit und drehte wie bescheuert an einer Reportage übers Fähre fahren oder wie auch immer (ich habe nicht gefragt) und einige 100 fliegende Händler die das Warten der Wartenden nutzen wollten, mussten abgewiesen werden. Endlich, 2 Stunden später, legte die Fähre ab. Auf nach Europa. Ich war recht wehmütig, da die Wiederkehr nach Marokko unklar war und ist und ich ja nun doch einiges an Zeit und Herz dagelassen habe...

Einige Meeressäuger unterschiedlichster Größe begleiteten uns und die Sonne schickte sich an in der Straße von Gibraltar im Meer zu versinken. Wir hätten es geschafft, wenn die Einladenden etwas schneller gewesen waren, so versank sie hinter der Landzunge von Tarifa rotglühend vom Horizont. Sehr schön, sehr kitschig und einige Fotos wert. Mein Gott, die Digitalfotografie! Da schießt man Fotos wie nichts gutes. Ich erhoffe mir eine Menge Löschmut.



Die Ankunft in Spanien gestaltete sich äußerst unproblematisch und wir starteten nach der Passage der Grenzkontrollen durch Richtung Gibraltar. Dort wurden wir freundlich eingelassen und darauf hingewiesen, dass das Rauchen von Marijuana nicht gestattet sei. Ansonsten erlebten wir einen heißen Kulturschock, nach arabischer Keuschheit und Verhüllung, nun die halbnackte Nabelschau einer Party hungrigen Jungmenschengeneration, wo auch das Bauchschwabbelfett nicht vom Tragen bauchfreier Tops abhält und die halbwegs angetrunkenen Mädchen (die allesamt angetan sind, wie besonders leichte) einem hinterher pfeiffen. Polizisten werden von Betrunkenen voll gelabert und die ganze Straße ist im Partytaumel. Englische Geschmacklosigkeit plus südspanischem Temperament, das kann ja nicht gut gehen. Das anvisierte Cannon-Hotel erweist sich als teuer und noch dazu halbwegs ausgebucht. Roman will dann draußen schlafen. Ich finde das doof. Wir fahren zum Europa-Punkt an dem Roman vor Jahren nächtigte. Auch der ist schlecht geeignet, da der Parkplatz als Wendehammer für die Inselrunde, die jedes erste Gibraltesische Auto heute Abend dreht, genutzt wird. Vorher gehen wir passend essen. Im Trafalgar Inn gibt es einen Quarterpounder mit Ei oben drauf und Pommes anbei und ich nehme zünftig eine Pinte. Wir sind in Europa und von jetzt ab fährt eh Roman, nachdem ich in Marokko nochmal richtig Gas gegeben habe um die folgenden 4 Monate ohne Führerschein zu überstehen...

Nach noch ein paar Runden und ein wenig Disput landen wir im Continental-Hotel, dass zwar noch teurer ist, aber dafür ein entsprechendes Zimmer bereit hält und beim gleich bezahlen, ein unproblematisches Einchecken zulässt. Klassisch, mit Jagdszenen aus englischem Holz aller erster Güte geschnitzt, verbringen wir die Nacht. Roman muss natürlich nochmal raus. ich packe mich hin und versinke bald in tiefem Schlaf....

Den letzten Rest der Tour: Granada (toll, toll, toll), Empuriabrava (arme Normaltouristen und Reiche), schönes Essen und unspektakuläres Schlafen in Frankreich sowie der Besuch der Cathedrale de Image folgen morgen...

Posted at 06:06 nachm.    

Di - Mai 25, 2004

Die Sachen sind gepackt...


Zumindest fast. Wir wollen ja morgen noch frühstücken... jetzt aber wirklich vom letzten Tag auf dem Plateau und vom Packtag der leider für mich etwas Magen-/Darmleiden brachte und so nicht ganz so unbeschwert und locker verging.

Nach unserer wirklich schönen Feier gingen wir bald zufrieden ins Bett. Abends war es wieder einmal feucht und kalt geworden. Leider war das am Morgen nicht viel anders: Feuchter Nebel hing im Forsthausgarten, alles tropfte und ich hatte wenig Lust bei diesem Wetter meinen letzten Arbeitstag anzutreten. Aber was sollte es, Achmed der anstatt Roman mitkam guckte zwar ungläubig, als ich sagte, dass ich auf jeden Fall fahren möchte, kam dann aber doch mit.

Wir klapperten die drei Wiederholungsflächen ab. Diese hatte ich nach Nähe von Datenlogger ausgesucht und es waren auch solche die wir ganz am Anfang bearbeitet hatten. Einfach mal schauen, wie die innerjährliche Heterogenität so aussieht. Außerdem wollte ich die Datenlogger einsammeln. Der zuerst angesteuerte war auch da. Der andere leider nicht. Obwohl wir beide am Anfang der Arbeit im April gesehen hatten. Naja, mit Schwund ist bei solchen Aktionen wohl immer zu rechnen und das immer besser werdende Wetter versöhnte mich ein wenig. Während es morgens noch tropfnass gewesen war und meine Füsse jetzt schon wieder in kalten, feuchten Schuhen steckten, lösten sich jetzt die Wolken immer mehr auf und die Sonne blickte durch. Schön! Außerdem war ja nun die Arbeit tatsächlich beendet. Auf dem Rückweg grub ich noch eine Distel aus, die ich eigentlich heute bestimmen wollte. Aber eigentlich bin ich mir schon recht sicher, was es ist und meine heutige Verfassung hatte mich nicht ganz vollständig einsatzbereit sein lassen.

Gestern abend waren wir noch in Taourirt. Ich habe meine komplette Erfassung kopieren lassen. Wobei das kopieren lassen ja immer eine sehr delikate Angelegenheit ist, da mein sein Zeug normaler Weise beim Kopiergeschäft lässt. Aber es ist alles gut gegangen und nach unserem Aufenthalt im Internet-Café, wo ich noch liebe Mails erhalten und den Blog hochgeladen habe (musste leider dann abbrechen), habe ich Originale und Kopien in tadellosem Zustand zurück bekommen. In Debdou waren wir noch für Achmed in der Apotheke und er ist noch kurz zum Dope-Kauf gehuscht. Aspirin und Kiff. Tolle Medizin. Aber seine Sache. Als wir auf ihn warteten, kam Hassan noch vorbei und sagte quasi Tschüß aber bot uns auch noch zweimal an, am Mittwoch Morgen doch noch bei Ihm vorbei zu schauen, was wir wohl auch machen werden.

Heute erwachte ich mit Brechreiz und Unwohlsein im Bauch. Habe aber den ganzen Tag nichts raus bekommen obwohl es zwei- dreimal so war als ob. Ich habe mich dann alsbald wieder hingelegt (nachdem ich ein wenig ferngesteuert rumgelaufen war) und mir einen Kamillentee gemacht. Später habe ich dann Magdalenas gegessen und immer mal ein bisschen was gemacht. Achmed hatte mich gefragt, ob ich seine Herbarbelege, die er so über die Jahre gesammelt hat, beschriften kann und trotz unfit seins habe ich mein bestes gegeben und 98% seiner gar nicht so wenigen Belege beschriftet. Hoffentlich kann er meine Schrift lesen. Ich habe mich zumindest angestrengt. Nach und nach gings mir etwas besser. Aber auf die letzten beiden Seggen und die Distel hatte ich wahrlich keine Lust mehr. So habe ich sie mit ein wenig Not herbarisiert. Aber es wurde dann auch besser und jetzt geht es mir eigentlich ganz gut. Da wir morgen früh raus wollen, werde ich aber auch bald ins Bettchen hupfen... Ein letztes Mal in Ayn El Kbira. Wann werde ich wieder hier sein?? Doch nächstes Jahr oder doch erst in einigen Jahren? Ich weiß es derzeit noch nicht. Und ich war nur heute früh und da auch noch nur halb anwesend vorne an der Kante und habe in das Tal geschaut. Das muss ich unbedingt morgen früh noch nachholen.

Am Nachmittag haben wir dann so peut a peut gepackt und jetzt nur noch Zeug hier, was wir morgen früh noch brauchen (das ist noch ne ganze Menge). Noch gerade so im letzten Abendlicht viel mir ein noch ein Foto von der gesamten Familie und uns zu machen. Danach haben wir Achmed noch zu einem Tee eingeladen und ich habe im unser Dankegeld gegeben. Hoffentlich macht er was draus, ein Teil soll an die Kinder gehen, ein anderer für das Haus der Familie in Immouzzer aufgewendet haben. Da geht es morgen auch als Erstes hin. Mal schauen, was uns auf unserer Rückreise noch alles erwartet. Ich freu mich jetzt auch schon sehr auf zu Hause und meinen Schatz....

Posted at 11:25 nachm.    

Mo - Mai 24, 2004

Wir bleiben dabei: Kein Tag ohne Regen


Vom Ende der eigentlichen Arbeit, unserer Abschlussfeier und vom tatsächlich letzten Tag auf dem Plateau

Da hab ich doch schon wieder einige Zeit verstreichen lassen und schreibe jetzt unter Druck im Internetcafé.

Der Morgen des 21. war auf jeden Fall trocken und windig und also besser als der Abend. Über der Tafrata waren wieder Wolken zu sehen und sie zogen so peut a peut ins Tal hinein. Die Chancen standen gut, dass der Tag gut bliebe. Morgens machte sich Roman als erstes daran unser Feuer zu reaktivieren. Wir hatten es nämlich Trapper mäßig durch das Abdecken mit Steinen auf Standby gesetzt und siehe da die Glut war noch recht kräftig und gestattete uns selbst mit nassem Holz flink ein Feuerchen für den Kaffe zu entzünden. Nach lecker und einfach Frühstück (Roman Cerelac, Gerald lecker Thunfisch aus Dose zu Brot) ging es auf zu neuen Taten. Die Flächen auf H5 waren allesamt bescheiden, wobei die letzte eine interessante Struktur aufwies: Juniperus als Überhälterr und drunter rasige Vegetation mit einer Menge Leguminosen und einer Allium-Art drunter.

Dann gings zu den letzten Flächen, die dort lagen wo das Auto abgestellt war. Als wir bei der vorletzten Fläche anfingen zogen schon ganz schön dunkle Wolken durch und bald standen wir wieder im Nebel und die Wolkenfetzen zogen nur so durch. Aber irgendwie hatten wir sogar noch Humor und machten Abschlussfotos und hörten Musik während der Aufnahme. Es kam noch ein Nomade vorbei der gerne ein Visum haben wollte. Muss er wen anders fragen, wir sind doch nicht die Botschaft. Der DataLogger war auch noch da. Super. Gegen 17:30 waren wir am Ende und geschafft aber glücklich die Pflicht beendet zu haben.

"Zu Hause" war auch noch alles in Ordnung. Ich hatte zwischendurch mal kurz die Idee gehabt, dass das natürlich der Hammer wäre: Glücklich fertig und dann zu irgendwas geklaut oder kaputt oder irgendwas halt. Aber alles gut. Den Abend haben wir im Nebel mit Fußball beschlossen und uns des Lebens gefreut. Ich habe des Nachts noch Mails geschrieben, die gerade jetzt erst auf den Weg gegangen sind und schick den Portwein geleert, was mich sofort beduselt machte, da ich schon länger abstinent war und nach der Anstrengung und alles fällt ab...

Am Sonnabend haben wir so in den Tag gelebt. Ich habe mich mit Pflanzenmaterial beschäftigt und teilweise Boden aufgearbeitet (noch den Bodenartentest gemacht). Aber wir waren entspannt und sind am Nachmittag auch wegen der am Sonntag anstehenden Feier in den Ort gefahren und haben letzte Besorgungen getroffen. Halt, nein: Am Morgen haben wir das gemacht, da ich dachte so etwas mehr zeit zu gewinnen, da es abends nochmal aufs Plateau gehen sollte, um eine Ziege zu kaufen. So war es dann auch. Gegen halb 6 bin ich mit Achmed aufgebrochen und Mohammed ist kurzerhand noch mit aufgesprungen. Typische Achmedaktion: Der Nomade war einer der letzten im Gebiet und wir mussten also lange und weit fahren. Aber der Abend war schön und im Endeffekt war es sehr gut, da es die uns von unserem zweiten Nachtauufenthalt sehr gut bekannten Leute waren und die freuten sich auch mich zu sehen. Die Ziege gab es natürlich erst nach Tee und Brot mit Butter und ein bisschen Abgehänge. Unser Freund von damals hat sie dann zum Auto getragen und dort wurde sie zwischen Rücksitz und Vorderbank aufbewahrt und hat sich auch ganz ruhig verhalten. Und ich habe nichts gezahlt. Achmed meinte, er würde das später mit ihm ausmachen.

Auf dem Rückweg wurde das Wetter schon wieder schlechter und die Wolken und der Nebel, der uns seit dem Frühstück in Ruhe gelassen hatte zogen wieder wild durch. Achmed hatte auf dem Hinweg, als wir nicht gleich den eigentlichen Nomaden gefunden hatten noch mit dem anderen den wir nach dem Weg zum Zelt unseres Freundes gefragt hatten ein bisschen Milch vereinbart. Das dauerte noch mal eine Weile und nachher haben wir noch vom großen Blitzopfer ein bisschen Holz mit genommen. Und waren natürlich erst sehr spät zu Hause. Roman war wegen der Ausarbeitung von Bodenkunde zu Hause geblieben und hatte sich schon ein wenig gewundert wo wir blieben. Ich bin dann meines Wissens auch gar nicht mehr lange wach geblieben und bin bald schlafen gegangen.

Abends regnete es nochmal stark und der Sonntag, der Tag unserer Feier begann bedeckt und wenig viel versprechend. Aber langsam wurde es besser und wir räumten die Bodenproben raus. Langsam wurden Vorbereitungen für das Meshui getroffen und alles war ein bisschen aufgeregt. Ich habe mich im Endeffekt bis 16:00 Uhr mit der Beaufsichtigung des Siebens von Bodenproben beschäftigt. Immer mal etwas abgelenkt von Aziz der mit dem jungen Ranger und noch einem kleinen dicken über den sich ständig lustig gemacht wurde gekommen war und mal etwas Ball kickend oder auch mal den Spieß drehend. Abd el Ilah musste nicht mehr viel gesagt bekommen aber ich war halt trotzdem immer umher, da ich auch noch Sachen zu erledigen hatte. Tüten zuordnen zum Beispiel. Am Vormittag hatte ich auch noch 20 Proben bezüglich der Bodenartenbestimmung bearbeitet und war glücklich, als das hinter mir lag.

Die Ziege wurde immer besser und der Zwischensnack (Tee und Brot und Marmelade) lag auch schon eine Weile hinter uns, indes Hassan und Mohammed, unser netter Zigarettenverkäufer und Kioskinhaber der uns ja auch schon zu sich eingeladen hatte, waren nicht da. Ich habe dann beschlossen die beiden abzuholen und Achmed hat entschieden mitzukommen um noch Zigaretten zu besorgen. Gesagt, getan und die beiden warteten auch schon. Es war halt kein Auto gefahren.... Wieder oben ging es dann endlich ans Essen. Achmeds Frau hatte wunderschön kalte Platte vorbereitet und die Ziege war auch recht lecker. Zuviel war es auf jeden Fall nicht und ein bisschen durcher hätte es auch sein können. Aber ich war glücklich, alle da zu haben und Goodbye zu sagen. Nach dem Essen, brachte ich die Idee vom Fußball auf und nach ein bisschen Verdauungsgedaddel haben wir richtig losgelegt. Vier gegen vier. Und schön war es und Spaß hat es noch mehr gemacht. Eine interessante Sache vom Vormittag fällt mir da noch ein: Gerade als Roman beim Daddeln seinen Schuh auf einen Baum geschossen hatte und nichts besseres vor hatte als wie ein Affe den glatten Stamm der Platane zu bezwingen, kamen 6/7 Mädels in unterschiedlichster Ausstattung und verschiedenen Altern und machten uns auf Englisch an: How are you? und so. Nach dem offenen Mundes Roman bestaunt worden war und wir wieder ins Forsthaus gingen, folgten sie uns neugierig. Ich widmete mich wieder meiner Wäsche und sah mich plötzlich damit konfrontiert, dass marokkanische Mädels mir beim Waschen zuschauten. Sie waren darüber weit weniger erstaunt, als ihre männlichen Kollegen immer sind. Eine der Mädels fragte, ob sie ein wenig mit uns Fußball spielen könnte und sie war echt gut und konnte erstaunlich geschickt mit dem Ball umgehen. Das war definitiv nicht das erste Mal. Wir fragten uns wo und wie sie wohl übte und waren erfreut auch mal Kontakt mit Mädels gehabt zu haben.

Aber zurück zum Abend. Wir hetzten uns schön beim Fußball ab und es war wirklich toll. Später gab es dann noch einen Tee und dann verabschiedeten wir uns. Roman brachte die Jungs nach Debou runter und ich chinchte noch ein wenig dies und das und wehmütete ein wenig Richtung Tal. Bald ist es vorbei. Den heutigen Tag packe ich dann doch in den nächsten Eintrag. Jetzt muss ich erstmal abschicken...

Posted at 08:27 nachm.    

Sa - Mai 22, 2004

Über den Wolken...


Ist das Wetter auf jeden Fall besser als darunter. Dumm nur, dass man nicht den ganzen Tag darüber bleibt. Nun habe ich schon lange gebummelt und muss jetzt unbedingt den Eintrag zumindest anfangen, obwohl es schon morgen ist.

Am Dienstag haben wir einen 5er abgerissen. Wobei das natürlich recht lange dauerte, da erstens die Flächen recht weit auseinander lagen und zweitens die Flächen auch sehr schwer abzustecken und zu bearbeiten waren. Das Wetter hat eine eigenartige Wendung genommen. Nein, eigentlich ist es keine Wendung. Jeder Tag dieser Woche fing mit Wolken im Tal an. Diese waren entweder tiefer als das Forsthaus, so dass man einen Ausblick drauf hatte, oder zumindest später beim Frühstück schon da, so dass die Nebel nur so durchzogen. Oben auf dem Plateau war es allerdings tagsüber eigentlich immer recht schön und sogar T-Shirtig. Leider hielt es an keinem Tag den ganzen Tag, da gegen Abend mit geringer werdender Einstrahlung es die Wolken dann doch auf das Plateau schaffen und die Nebel durchziehen, alles feucht ist oder es sogar regnet. Wenn es nicht so kühl dann würde, könnte man meinen wir arbeiteten im Bergnebelwald Equadors.

Auch am Dienstag war die letzte Fläche mit Beeilung verbunden. Wir hatten den Magneten auf dieser Wiederholungsfläche recht schnell gefunden und sie war auch gut abzustecken. Aber da war die Wand schon da und die Luft kühl. Aber nach meiner Erinnerung haben wir es ohne Regen nach Hause geschafft oder zumindest bis zum Auto. Abends haben wir Fußball gespielt (soweit ich mich noch erinnern kann) und sind wieder im Nebel versunken und mussten natürlich wieder eine ganze Menge anziehen, um nicht zu frieren. Kann es denn nicht mal einen Tag durchhalten? Nein, kann es nicht!

Am Mittwoch wollten wir die letzte HA-Fläche am Hang bearbeiteten und waren dann mit Achmed in Debdou verabredet, da er für die Party Legumes und Fruits einkaufen wollte (angeblich bessere Qualität und geringerer Preis pendant le souk) und wir ihn mit dem Geraffel abholen würden. Dies war einer jener Tage, wo der Nebel schon morgens oben ist. Wir fuhren also zur großen Kurve und starteten von dort aus hangabwärts rutschend unseren Tag. Hei, war das steil und kaum etwas zu sehen und alles feucht und Tau usw. Aber irgendwie sind wir Helden natürlich angekommen. Die Flächen waren allesamt recht schwierig abzustecken aber gut zu erfassen (wie wir das von Hangflächen ja mittlerweile kennen) und brachten wieder einiges interessantes zu Tage. Das Wetter wurde auch zunehmend besser und gegen Mittag zum Beginn der dritten Fläche war es richtig schön. Roman hänget seinen freien Oberkörper in die Sonne und ich schwitzte fei unterm Anglerhut von der Fischer-Ina. Aber besser so als anders. Der Aufstieg zurück zum Auto war recht happig und am Auto ein Zettel, dass Achmed schon am Forsthaus wäre. Wir sind trotzdem runter gefahren, da wir auch so noch ein paar Dinge zu kaufen gedachten, hielten uns dann aber nicht lange auf.

Am Forsthaus stellten wir bald fest, dass Achmeds Verständnis von Apfelqualität zum Beispiel doch ein anderes ist, als das unsrige. Soweit ich mich erinnere wurde wieder Fußball gespielt. Ich aber habe wegen des anstehenden Planes (letzte zwei Tage am Stück mit Aufenthalt oben und dann alsbaldige Abfahrt usw.) das gesammelte Pflanzenmaterial bearbeitet, das es mir vom Halse ist. Abends habe ich mächtig fleißig emails geschrieben, die aber noch des Abschickens harren. Der Abend war nicht ganz so neblig, vielleicht hatten wir ja Glück.

Hatten wir nicht. Aber eigentlich doch. Der Tag fing zumindest mit Nebel an. Feuchtkalte Luft empfing mich am Morgen. Brrr. Aber auf dem Plateau war es schon viel besser und es wurde ein warmer, schwüler aber eigentlich recht guter Tag. Nach drei Flächen auf H4 die allesamt sehr Zeitaufwendig waren sind wir vor zur Kante gegangen um die Punkte auf H1 zu bearbeiten. Beim ersten Punkt dort zogen schon wieder Wolken auf. Roman ging schon mal zum nächsten, der direkt an der Kante gewählt war und baute das Zelt auf und fing an ein Feuerchen zu entfachen und Holz zu organisieren. Ich beeilte mich recht und hatte schon gar keine rechte Lust mehr. Musste dann auch noch selber Abbauen, weil Roman auf Holzsuche war. Während der letzten Fläche grollte es schon kräftig und ich konnte ob der Dunkelheit kaum noch was erkennen. Glücklicherweise fielen nur ein paar Tropfen. Aber es windete gar kräftig. Später am Feuer und zum Glück erst nach dem Essen regnet es auch noch sehr stark. Aber es war auch ein tolles Naturschauspiel und wir fotografierten was das Zeug hielt. Es war atemberaubend wie schnell sich die niedrigen Wolken über den anderen Gaada-Kamm westlich von Debdou wälzten, ins Tal sanken um nach gewissem Aufenthalt plötzlich und sehr schnell aufzustreben und an uns vorbei zu rasen.Gleichzeitig ergab sich am Himmel über der Gaada der D'harra und über dem Moulouya-Tal in Richtung Guercif ein unglaubliches Schauspiel aus Licht und Schatten und Regenfahnen, Donnergegroll und Wind. Der konnte sich nämlich hier an der Front, wo wir uns ausgesucht hatten zu sein, überhaupt nicht aussuchen, wohin er denn wolle. Er spielte mächtig mit dem Feuer aber es war gut entzündet und ließ uns nicht im Stich. Einmal regnete es länger sehr stark. Glücklicherweise hatte ich vorher meine Regenhose auch angezogen (Nun doch, nach 2 Monaten angefüllt mit schlechtem Wetter zum ersten Mal), so dass es kaum schlimm war. Wir sahen es als Naturerlebnis und es war wunderbar. Ermöglicht wurde uns dies durch das Bewusstsein, dass selbst bei dieser Witterung wir morgen Abend wieder ein festes Dach über dem Kopf haben würden und an die gesamte letzte Woche denkend, standen die Chancen ja auch nicht schlecht, dass es morgens wieder besser sein würde...



War es auch. Aber dazu später, da ich jetzt erst einmal schlafen muss...

Posted at 02:38 vorm.    

Di - Mai 18, 2004

Ist das noch Marokko?


Schön, dass einem das Wetter immer so viel Titel gibt. Es ist nämlich immer noch beschissen, bzw. kommt langsam erst so richtig in Fahrt

Nach dem letzten Eintrag stand ja nur ein Dreier an. Morgens zog der Hochnebel durch den Forsthausgarten und wir waren schon wieder bedient. Jedoch fuhren wir beim Hochfahren alsbald heraus aus der Suppe und hatten einen herrlichen Blick über die in der gesamten Ebene hängenden, recht dünnen Wolken und machten auch gleich ein paar Fotos. Und es war den ganzen Tag über recht schön. Das heißt am Vormittag. Da trugen wir sogar nur T-Shirt und Roman badete sogar ein wenig mit freiem Oberkörper in der Sonne. Aber als wir am dritten Punkt anbei waren, zogen doch schon wieder Wolken auf und es regnete dann entweder auf unserer Fahrt oder als wir gerade ankamen. Das muss doch aber irgend wann mal wieder aufhören!!



Nein, muss es nicht. Denn im weitesten Sinne ist es seitdem zumindest nebelig. Die Hochnebelfelder hängen und bewegen sich nur ein ganz klein wenig im Tagesverlauf nach oben und unten und irgendwann regnet es dann. Gestern hatten wir ja frei und hofften bestes für unseren kleinen Ausflug nach Taourirt. Am Abend waren wir ja noch in Debdou bei Hassan gewesen. Der hatte gleich die Idee, als wir von unserer mitgebrachten Rotweinflasche erzählten seinen Kumpel im Café auzusuchen, der hätte eh auch noch was zu Hause und ein Keyboard und Hassans Klampfe seien auch noch da. Nach nur kurzem Sitzen im dunklen Café (von dem letztens hier schon die Rede war) sind wir also im Untergrund von Debdou verschwunden. Die Luft war immer noch feucht und jetzt auch wieder kälter und auch Houssam den wir noch vor Hassan getroffen hatten, scheint langsam etwas angepisst zu sein. Bei dem jungen Mann war es dann im Ganzen recht nett. Wir tranken Rotwein und später noch irgendeinen Whiskyersatz mit Cola. Spätestens da viel es mir doch sehr schwer auf die Zigarette zu verzichten. Aber es gelang! Roman spielte recht gut die Gitarre und Hassans Kumpel holte plötzlich noch ein Banjo aus dem Eck und es wurde gejamt was das Zeug hält. Gegen 21:00 Uhr sind wir dann zu Hassan und haben noch ein kleines aufgewärmtes KusKus bekommen und den kleinen (he is a mazin(g): hassan hat ihn mazin genannt) Sohn bewundert.



In absolutem Nebel und daher sehr anstrengend wanden wir uns die Serpentinen hinauf zum Forsthaus, dass wie in einer Waschküche stand und triefte. Hin und wieder zuckten Blitze und es grummelte. Das ließ für den freien Sonntag nicht so viel Gutes erwarten. Ich bin gegen 8:00 aufgestanden und draußen war es halbwegs blau. Mittlerweile ist der Blick zum Himmel immer der erste, weil es ja schließlich auch eines Tages besser werden muss. Da nicht mit einem schnellen Aufstehen Romans zu rechnen war, bin ich erstmal hinten hinaus zum Blick über Debdou und das ganze Tal gegangen. Indes Debdou und der Rest waren nicht zu sehen. Eine dicke Wolkendecke verdeckte es und waberte im Tale umher. Schnell hatte ich die Kamera geholt und dieses atemberaubende Naturschauspiel digital fest gehalten. Allerdings fehlt in solchen Momenten wahrlich eine analoge Kamera mit einem guten Diafilm, um tatsächlich diese Stimmung und das Licht einzufangen. Noch während des Frühstücks und beim beiläufigen Fußballdaddeln mit den Kleinen waren die Wolken höher gestiegen und wir haben teilweise recht entrückte Fotos im Nebel gemacht.



Halb Elf waren wir bei Aziz, der schon gewartet hatte und nicht so recht mehr mit unserem Auftauchen gerechnet hatte und starteten unseren Männerausflug nach Taourirt: Achmed, Mohammed, Aziz, Roman und Gerald. In Taourirt war es zumindest deutlich wärmer und nur ein Schleier hing über der Stadt. Es war schwül und die schwere feuchte Luft machte uns langsam und lahm. Wir kehrten erst kurz bei Aziz Mama ein und nahmen einen Snack (so was wie früchstücken, was ich natürlich schon in Ayn El Kbira gemacht hatte). Als Ausflugsziel hatte sich Aziz einen Schrein (einen Marabou) in der Nähe von Taourirt am Oued Za ausgedacht. Der Weg führte an blühenden Gärten und Olivenhainen vorbei. Vor Ort waren recht viele Leute unterwegs und es waren auch europäisch und VIVAesque gekleidete junge Mädels dabei. Da gab es doch mal was zum gucken. Nach ein wenig Umhergechinche, Pflanzenbestaune, Vogelbestaune und so Sachen sind wir dann schon wieder zurück und bekamen eine Huhn mit zum Glück nur wenig dazu (wir hatten ja gerade erst gesnackt) aber wir waren trotzdem bald alle sehr voll und satt. Auf dem Rückweg vom Marabou waren wir im Gespräch darauf gekommen, dass es im Norden von Taourirt noch einen Wasserfall zu besichtigen gäbe. Zu eben diesem sind wir dann gefahren. Allerdings war es gar nicht so einfach, da Aziz das letzte Mal als Junge dort gewesen war. Unser erster Fehlversuch entpuppte sich als Glücksfall. Anbei fand sich ein interessantes Bergelchen dem die Naturkräfte schon über mitgespielt hatten und der mich wieder daran erinnerte, dass Marokko ein für Geomorphologische Exkursionen bestens geeignetes Land ist. Roman stürzte hinauf und als ich hinter her kletterte, kamen auch die anderen. Oben gab es viel Wind, einen kleinen Ausblick und interessanteste Pflanzen, die trotz abwesendem Boden in irgendwelchen Ritzen ihr Plätzchen finden. Endlich habe ich Aizoon hispanicum mal in Realität bewundern dürfen.



Danach haben wir dann durch mehrmaliges Fragen den Wasserfall bald gefunden. Dieser ist tatsächlich recht beeindruckend. Das Wasser ist zwar dreckig (was zum Einen an dem Regen der letzten Tage gelegen hat, zum Anderen aber auch mit dem Oberlieger Taourit: Wenn nur ein Bruchteil der Vermüllung, die um und in Taourit aller Orten sichtbar ist, auch auf die Ein- und Ableitung der Abwässer zutrifft, kommt da eine ungeklärte Menge zusammen), aber es stürzt an verschiedenen Stellen und auf breiter Front über 6m in die Tiefe. Wir haben uns dort eine ganze Weile aufgehalten und sind herum gestromert und haben Fotos geschossen.



Zurück in Taourirt war es noch ein kleiner Akt einen freien Platz in einem Cyber zu ergattern. In unserem diesjährigen Stammcyber war alles voll und wir kauften ein. Als wir wieder am Auto waren, verabschiedete sich Aziz und Mohammed und Achmed kurvten mit uns noch ein bisschen umher und wir fanden dann endlich einen anderen Cyber. Dort wollte man erst nicht mein PowerBook ranlassen. Aber als wir schon wieder unten waren (das Teil war im zweiten Stock) rief man uns zurück und nach ein wenig Einrichterei konnte ich rumnetzen. Leider hatte ich nur eine private Email (von Jana) bekommen, aber ich schickte den Blog mal wieder hoch und lud mir noch ein wenig aktuelle Politik auf den Rechner.

Zurück in Debdou hingen die Wolken schwer an der Gaada. Wir nahmen noch einen Kaffee im Café. Mama rief an und erzählte Geschichten von Sommer- und Winterreifen und einem kleinen Missverständnis. Ach, ich freu mich schon auf den Garten. Leider verpasse ich wohl wieder den in kräftiger Blüte stehenden Blauregen. Aber der Hof ist ja auch sonst sehr schön. In Debdou hingen auch nach dem Cafébesuch noch die Wolken tief und wenige Meter über Debdou waren wir mitten drin. Ich fuhr jetzt und es war sehr anstrengend. Die Sichtweite lag teilweise bei 20m und immer wieder zuckten Blitze. Achmed brachte wieder einen Superspruch. Das sei wie in einem Science Fiction Film... Und dann kam sein Beispiel: Der Exorzist. Da musste ich erstmal lachen. Achmed bringt wirklich häufig solche tolle Sachen und ich mag seinen Humor und es ist schön hier zu sein. Wo ich doch erst solche Bedenken hatte.

Heute früh sah es nicht viel besser aus. Abends hatte es ja exakt mit unserer Ankunft noch Sturzbäche geregnet und auch nachts immer mal wieder ein wenig. Am Morgen war die Welt nun wider etwas freundlicher. Ich wurde mit einem lieben Anruf von meinem Schatz geweckt und war deshalb schon gut gelaunt.

Aber wieder zogen Nebelschwaden durch und hohe Wolken und ließen nichts gutes erwarten. Wir beschlossen trotzdem an unserem Vorhaben fest zu halten. Es waren nur noch 5 Tage. Das musste doch zu machen sein. Die Piste war der Hammer und ich hatte meinen ersten Herzkoller weg. Immer drauf und durch und der Passat und wir darinnen wurden ganz schön durch geschüttelt. Nach ein wenig halber verschleierter Sonne zogen schnell Wolken auf und trotz Beeilens wurden wir mehrmals überschauert. Als wir gerade mit Fläche drei anfangen wollten, erwischte es uns nochmal richtig heftig und wir überlegten ein paar Minuten aufzugeben. Aber irgendwann siegte Romans Argument, dass die Wege nicht nasser werden können als sie eh schon sind und wir zogen durch. Jetzt freuen wir uns darüber, da nur noch 4 Tage vor uns liegen. Zurück fuhr Roman, das wollte ich mir nicht noch einmal antun. Durch die Hetze des Wetters waren wir schon sehr früh hier (noch vor 15:00) und machten dies und das (z.B. Pflanzen bestimmen) und ich las beseelt vom Glück und freute mich sehr an diesem kleinen Büchlein. Es hat auch nur noch wenig geregnet und zwischendurch als die Sonne fast durchbrach, war es gar recht warm-feucht tropisch. Deshalb auch der Titel des heutigen Eintrages. Als ich vorhin gerade draußen war um nach dem Essen (ich hatte Spaghetti mit Thunfisch-Tomaten-Sauce gezaubert (das war nach einem Tag voller Süßigkeiten auch notwendig)) das Zeug zu waschen, waren die Sterne zu sehen und ich hoffe inständigst auf besseres Wetter. Mama hatte vorhin noch einmal angerufen und total niedlich ein Mitbringsel "bestellt". Ich hatte im gestrigen Telefonat darauf angespielt, dass wir in Meknes und/oder Fes oder in Azrou auf jeden Fall noch Souvenirs kaufen wollen und heute Abend beim Abendessen auf der Terrasse (hier ist sowas ja nicht denkbar zur Zeit und dabei sollte doch gerade hier das Leben eigentlich mehr draußen stattfinden) fiel ihnen auf, das ihre Halfa-Untersetzer aus Marokko doch schon ganz schön mitgenommen seien nach 10 Jahren und sie haben sich dies als Mitbringsel gewünscht. Na mal schauen, ob wir solche bekommen.

Erstmal steht ja noch ein wenig Arbeit und unsere Abschiedsfeier an. Ich habe mit Achmed heute noch in wenig verhandelt wegen Ziegenkauf und Organisation und ich freue mich schon richtig drauf. Jetzt muss ich aber erstmal ins Bett. ich habe schon wieder viel zu ausführlich geschrieben...

Posted at 12:58 vorm.    

Fr - Mai 14, 2004

Der Sommer hatte kurz seine Finger nach uns ausgestreckt...


Und jetzt gewittert es gerade draußen. Und dabei hatte es das doch schon heute oben getan und uns so ein bisschen erwischt. Wird das denn nie wieder besser???

Nach dem Cyber-Besuch in Taourirt am 11. haben wir unsere Arbeit fort gesetzt und trotz nicht gerade rosiger Bedingungen gleich mal am drauf folgenden Tag uns wieder auf das Plateau gewagt. Die Pisten sind an den gewissen Stellen schön schmierig aber mit viel Augen zu und noch mehr und durch funktioniert es ganz gut. Auf den Flächen in der Nähe des Ackers der auf dem Weg zur Farm passiert wird und an dem jetzt an beiden "Enden" (des Weges) neue Zelte stehen, wurden wir nur anfangs skeptisch beäugt. Mehrfach schickte es sich zu regnen an, verschonte uns aber mit stärkeren Wolkenbrüchen. So waren wir vom drohenden Wetter getrieben recht früh fertig und haben beschlossen aus dem noch in Planung stehenden 6er Tag einen 5er zu machen und sind noch zu H14 gefahren. Nach der 5ten Fläche stand es mir aber auch bis zum Hals und nach nur sehr kurzer Überlegung (es war auch schon wieder kalt wie Sau) sind wir nach Hause gefahren. Abends haben wir ein sehr schönes und wärmendes Feuer in unserem Kamin gemacht. Das war toll. Roman ist noch mal in den Ort gefahren, um zu telefonieren und ich habe Bodenproben aufbereitet und mich an Pflanzen versucht, habe aber mit den Seggen noch zu kämpfen.

Gestern dann haben wir einen Teil des ursprünglich als 2Tageseinsatz geplanten gemacht. Wir fuhren zu H11, wo jetzt sehr viele Nomadenzelte stehen und liefen zu Hi5. Zumindest konnten wir schon mal teilweise die Regenjacke und den dicken Pullover ausziehen. Aber bald kamen schon wieder Wolken auf und als wir uns zu H11 schleppten drohte schon wieder ein Wetter. Aber wir zogen nichtsdestotrotz noch die beiden Wiederholungen für H11 durch und ich konnte mich danach wegwerfen. Zu Hause lief auch gar nicht mehr viel außer Mail schreiben (so wie heute auch schon) und ein wenig abhängen. Dabei muss ich noch Carexe aufarbeiten und habe sogar heute noch eine weitere gefunden und gestern eine kleine Juncus in einer feuchten quellähnlichen Stelle...

Der heutige Tag fing mit blauem Himmel an und ich war heilfroh, dass wir gestern den Aufwand getrieben hatten und also nur einen 4er Tag vor uns hätten. Der lief auch ganz gut, was das Wetter betrifft. Die Flächen waren allerdings allesamt sehr schwierig und mit sehr viel im Busch umher gekrieche abzustecken. Ach ich glücklicher, das ich dass nicht alleine bzw. gar nicht machen muss. Da ich immer schon anfange, während Roman die Flächen absteckt. Das beschleunigt die ganze Sache doch um einiges... Auf jeden Fall zog es schon wieder dunkel auf und überraschte uns auf der letzten Fläche noch während des Aufbauens mit hagel und Regen. Aber der Schauer artige Charakter war abzusehen, so dass wir tapfer weiter arbeiteten. Bald war die ganze Sache auch gegessen und es hatte sich auch kaum abgekühlt. Trotzdem waren wir des Regens und der Langweiligkeit der Fläche wegen recht schnell und gegen 16:00 Uhr zu Hause. Dort habe ich erst ein wenig rum gegammelt und mit dem neuen kleinen Hund von Achmed gespielt. Der hat so kleine spitze Zähnchen!! Habe dann gekocht (PestpPasta) und einige Emails geschrieben und mich bis jetzt erfolgreich vor den Sauergräsern gedrückt. Na, Morgen machen wir ja nur einen dreier, da habe ich genügend Zeit zur Aufarbeitung...

Wenn es mir auch lieber wäre, gar nichts zu tun. Aber dann kommt ja der Sonntag und wir sind mit Aziz verabredet nach Taourirt zu fahren. Morgen Abend werden wir zu Hassan fahren. Wir müssen halt auch unseren gesellschaftlichen Verpflichtungen nachkommen...

Posted at 10:40 nachm.    

Di - Mai 11, 2004

Nachschlag


Es ist schon krass, das wir hier so in Regen, Nebel und Feuchtigkeit versinken...

Wir sind in Marokko und semi-arides oder auch mediterranes Klima ist das ganz gewiss nicht Es scheint auch so, zumindest bestätigen das die Aussagen unterschiedlicher Leute, dass es tatsächlich noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen so kalt und so feucht im Mai gewesen sei. Na Halleluja und wir sind mittendrin!!

Posted at 07:35 nachm.    











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