Lage und Beschreibung des Untersuchungsgebietes im Übergangsbereich zwischen mediterranen Strauch-Baum-Gesellschaften und semi-ariden Steppen-Gesellschaften
Das Arbeitsgebiet wurde gewählt, da dort die Bedingungen denkbar günstig im Sinne der bearbeiteten Fragestellung sind: Eine wenig kontrollierte Nutzung die als Paradebeispiel für die angesprochenen Landnutzungsveränderungen betrachtet werden kann (allgemeine Problematik), in einem peripheren Raum (besonders von den zu erwartenden Umweltveränderungen betroffen) trifft auf ein Vegetationsmosaik das durch Gradienten und den Übergang von Wald zu Steppenökosystemen gepägt ist. Neben strauchig-buschiger Macchie-ähnlicher Vegetation finden sich steppige sehr offene gehölzfreie Bereiche und parkähnliche Flächen mit für die klimatisch-geografischen Verhältnisse recht hohen Eichen (Quercus rotundifolia) als Überhältern sowie alle Übergangsformen zwischen diesen.
Das Arbeitsgebiet liegt bei etwa 34°N und 3°W am Rande der ostmarokkanischen Hochplateaus (Plateau du Rekkam), etwa 100 km von der algerischen Grenze entfernt und in etwa gleicher Entfernung zum Mittelmeer. Das untersuchte Gebiet befindet sich auf der Hochebene von Debdou und weist Höhen zwischen 1550 und 1670m auf und markiert damit die höchsten Lagen der Hochplateaus.
Die Bruchstufe (Gaada de Debdou), welche den nordöstlichen Rand der weitläufig gen Südwest streifenden Nordostmarokkanischen Hochplateaus bildet, nimmt in geographischer Hinsicht eine Sonderstellung ein. So erhält die Region wesentlich höhere Niederschlagsmengen (etwa 500mm Jahresniederschlag) als das umliegende ostmarokkanischen Hochplateau (etwa 200 mm Jahresniederschlag) und trägt immergrüne Wälder in denen Quercus rotundifolia auf den Plateaulagen und Pinus halepensis sowie Tetraclinis articulata (Berberthuja) in den Hang- bzw- Sockelbereichen die Hauptbaumarten darstellen.
Neben diesen kommt auf dem Plateau hauptsächlich Juniperus oxycedrus in den Hanglagen aber ein vielfältiges Mosaik aus Juniperus oxycedrus, Pistacia lentiscus, Jasminum fruticans, Rhamnus lycioides, Phillyrea angustifolia (hauptsächlich spp. intermedia) und weiteren Arten vor.
Die anthropogene Einflussnahme manifestiert sich vor allem in der Schaf- und Ziegenzucht der seminomadischen Bevölkerung. Da das Gebiet klimatisch begünstigt ist, kann über einen langen Zeitraum beweidet werden und es zeigen sich Tendenzen zur Sesshaftigkeit der Nomaden, die ihre Zelte für Zeiträume von mehreren Wochen bis Monaten an einem Ort belassen. Auf der Hochebene von Debdou wird Getreide, Obst und Gemüse angebaut. Zu erwähnen sind auch die in der Umgebung des Untersuchungsgebietes anzutreffenden Rosmarindestillen, die im Laufe des Sommers noch durch temporäre Destillen ergänzt werden. Die Rosmarinölgewinnung stellt eine nicht unerhebliche Einnahmequelle des Ministere Delegue des Eaux et Forets dar (Ahmed Bezzot, mündlich).

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