Konzert dient dem Bau der neuen Synagoge
waz - Dienstag, 14.10.2003
Mit einem Benefiz-Konzert in
der Christuskirche am 9. November soll 65 Jahre nach der Pogromnacht der Bau der
Bochumer Synagoge unterstützt werden. Die Schirmherrschaft der
Veranstaltung übernimmt Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrates der
Juden.
Höhepunkt des Abends, an dem Werk-Auszüge
von Johann Sebastian Bach und Gustav Mahler erklingen, ist die Uraufführung
einer Kammersinfonie für Sprecher und sieben Instrumente des Bochumer
Komponisten Stefan Heucke. Der 44-Jährige setzt sich in seiner
dramaturgisch zweiteilig angelegten Komposition mit dem unauflöslichen
Zusammenhang von Juden- und Christentum auseinander.
Der Text "Saisonbeginn" von Elisabeth
Langgässer (gelesen von Elftraud "Elfi" von Kalckreuth) ist zentraler
Bestandteil dieser ungewöhnlichen Komposition, welche die Jüdische
Gemeinde Bochum/Herne/Hattingen in Auftrag gegeben hat.
Initiator des Konzertabends in der
Kirche am Rathaus (Beginn: 19 Uhr) ist die Initiative "ZusammenLeben", ein
Zusammenschluss von Bürger/innen unter Federführung von Bettina
Eickhoff, der Vorsitzenden des Agenda 21-Beirates. "Über 1000 Menschen
jüdischen Glauben wohnen wieder in Bochum, Herne und Hattingen", sagt
Bettina Eickhoff. "Wir wünschen uns sehr, dass es in Bochum wieder eine
große Synagoge gibt. Dafür möchten wir mit unserem Konzert viele
neue Freund/innen gewinnen."
Eickhoff
gehört auch dem Vorstand des "Freundeskreises der Synagoge" an, der sich
kürzlich gründete und zur Zeit auf seine Anerkennung als
gemeinnütziger Verein durch das Finanzamt wartet. Entsprechend sind die
konzertanten Aktivitäten von "Zusammen Leben" und dem Freundeskreis
abgestimmt. "Gemeinsam die Baukosten für die Synagoge aufzubringen, ist die
Herausforderung der nächsten Zeit", fasst der Vorsitzende des
Förderkreises, Gerd Liedke, die Zielsetzung ins Auge.
Die Synagoge wird, wie berichtet, auf
einem von der Stadt gestellten Grundstück nahe des Planetariums in den
nächsten fünf Jahren entstehen. Geschätzte Baukosten: 7 Mio Euro,
die zu je einem Drittel von Land, Stadt und jüdischer Gemeinde getragen
werden. Im kommenden Jahr soll ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden, um
die Planungs-Entwürfe zu konkretisieren.
Kommentar 2. Lokalseite
14.10.2003 Von J.
Boebers-Süßmann
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Westdeutsche Allgemeine
Posted: Mi - Oktober 15, 2003 at 07:12 vorm.