Der Eremit und das Meer




WELT.de - 4.01.2003

Manfred Gnadinger, Lebenskünstler

Er ist seiner Melancholie zum Opfer gefallen“, sagen die Bewohner des galizischen Küstendorfs Camelle. „Die ?Prestige‘ hat ihn mit in die Tiefe gerissen“, schrieb die spanische Presse. An der schwerölverseuchten spanischen Küste hat ganz Spanien eine Art Heiligen entdeckt, das Opfer der Katastrophe schlechthin – es ist der 66-jährige Deutsche Manfred Gnadinger, ein exzentrischer Künstler, der seit gut vier Jahrzehnten in einer Hütte in Strandnähe lebte und auch winters nur mit einem Lendenschurz bekleidet war. Das Essen, das Dorfbewohner ihm zuletzt vor die Tür gestellt hatten, rührte er nicht mehr an. „Der Deutsche“, wie die Dorfeinwohner ihn nannten, hatte seinen nahen Tod angedeutet, nachdem seine Kunstwerke und sein Lebensraum, der Strand, verseucht worden waren. Gnadinger, der 1961 als gut gekleideter, kultivierter Mann nach Camelle gekommen war, hatte von den Einnahmen aus seinem „Museum“gelebt. T.D.

Manfred Gnadinger, Lebenskünstler, geboren in Dresden, starb 63-jährig am 28. Dezember.

Artikel erschienen am 4. Jan 2003
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Posted: Sa - Januar 4, 2003 at 01:04 nachm.      


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