Metrosexual oder Der Versuch einer Beissenden Kritik


Metrosexuelle Männer als neuer Trend

Metrosexual - unter diesem Begriff geistert ein neuer Typus Mann durch die Medien (hier in einem Artikel des Tagesspiegels - abgeschrieben von der NYT). Ein klein wenig härter als ein Softie, trendiger als so mancher Schwule, immer mit einem coolen Spruch auf den Lippen, dabei stets mit einem Schuss Understatement oder Selbstironie. Beckham gilt als der ungeschlagene Meister dieses jungen Trends. Kunststück, wenn man sich zig Berater und ein halbes Dutzend Werbeagenturen leistet. Ganz zu Schweigen von den Coiffuren in Bataillonstärke, die Beckham verschleisst.
Woher kommt er eigentlich, dieser Homunculus? Aus den Werkkellern des industriellen Marketings natürlich. Ist doch Metrosexualismus gleichbedeutend mit Konsum. Konsum erstklassiger und teurer Mode. Genuss von edlen Weinen und Spitzenküche. Die richtigen elektronischen Gadgets dürfen auf den Designmöbeln auch nicht fehlen. Bleibt noch Platz für ein nutzloses, aber schönes Phillip-Starck-Objekt? Aufwendige Frisuren, Maniküre und umfangreiche Kosmetiklinien nun erstmalig auch beim Mann.
Dolce & Gabbana lassen herzlich grüssen. Diesen Verbraucher haben sie sich schon lange gewünscht...
Bis dann die Industrie einen neuen Trend kreiert. Vielleicht das Cocooning wieder aufwärmen lässt und der Möbelindustrie und den Heimwerkermärkten einen Gefallen tun. Oder wird die Generation Golf aus ihrem Börsen-Crash-Exil hervorkramt und zum Einkaufen animiert?
So wird es denn dem metrosexuellen Mann wie der Motte gehen. Sie schwirrt zum Licht, wirft einen enormen Schatten und stürzt dann faulig riechend ab.

Posted: Fr - Juli 25, 2003 at 11:59 nachm.        


©