Mi - September 15, 2004Schweizer ZollWenn ich mir die Ausbildung eines Schweizer
Zöllners vorstelle, denke ich an Schiesstraining, Selbstverteidigungskurse,
Übungen zum Festsetzen von flüchtigen Verbrechern, zum Erkennen von
Terroristen, Schmugglern und Wirtschaftsverbrechern. Alles zur Sicherung der
Staatssicherheit an den Aussengrenzen. Die Praxis sieht dann aber anders
aus:
"Haben Sie Waren dabei" lautet die Standardfrage an der Grenze zur Schweiz, wenn man mit Familie und Sack und Pack vom Aldi-Einkauf kommt. Statt dem Pass reicht man den Einkaufszettel raus, damit der Zöllner sieht, ob man nicht bei der Butterhöchstmenge den Kaffeerahm vergessen hat (Maximal 1 kg pro Person inklusive Rahm, Saucen und Schmand). Dabei wären es die freundlichsten Zöllner der Welt. Nur hat der Staat die Prioritäten falsch gesetzt. Die Sicherung der eingefahrenen Subventionierung der Schweizer Landwirtschaft vor Millionen von Butterschmugglern steht an erster Stelle. Wehe, man hat die maximal erlaubte Wurstmenge beim Grenzübertritt nicht im Kopf. Was für ein Unsinn... Hilfen und Tabellen gibt es bei der Eidgenössischen Zollverwaltung, ebenso die abgabebfreien Höchstmengen. Dazu ein Merkblatt zum Autoimport und Einreisebestimmungen für Hunde und Katzen. Und noch eine Linkübersicht zum Thema Zoll. Posted at 08:55 vorm. Sa - Januar 3, 2004Vom auf und ab![]() Zur Auflockerung heute mal wieder ein Beitrag aus der Reihe Rätsel der Schweiz. Als wir in die Schweiz kamen, war eine der ersten seltsamen, von uns aufmerksam beobachteten Kleinigkeiten das Verhalten in Personenaufzügen. Im Aufzug wird der Knopf für das gewünschte Stockwerk gedrückt, soweit gibt es noch keine Unterschiede. Gleich darauf wird in der Schweiz dann der Knopf zum Türeschliessen gedrückt, eine Sache, an die wir uns erst mal gewöhnen mussten. In Deutschland gibt es diesen Schliessknopf meist gar nicht. Man wartet einfach die zwei drei Sekunden, bis sich die Tür von selbst schliesst. Das Drücken des Schliessknopfes geschieht völlig automatisch, sozusagen ohne Beteiligung des Gehirns. Ich habe Mütter gesehen, die dies schon ihren kleinen Kindern antrainiert haben. Drück-drück... Mit unglaublicher Sicherheit und Geschwindigkeit. Oft führt es dazu, dass nacheilende Personen in die sich überraschend schliessenden Türen rumpeln. Oder man kommt gar nicht mehr rein und der allein im Aufzug stehende Passagier versucht noch schnell einige entschuldigende Gesten durch den sich verkleinernden Spalt zu übermitteln. Einmal konnte ich eine Dame, die mir die Aufzugtür im letzten Moment verschloss und sich dennoch gestenreich entschuldigte, an der Nase herumführen. Ich rannte einfach - im Wissen um die Gemächlichkeit des Aufzugs - die zwei Stockwerke hoch und stellte mich vor die sich öffnende Tür. Die Dame meinte natürlich nach anfänglicher Verwirrung, sich noch im unteren Stockwerk zu befinden und wollte mich hereinwinken um doch noch mit ihr hochzufahren. Ich lehnte aber kopfschüttelnd ab. Die Tür schloss sich wieder, ging dann wieder auf und entliess zwei Sekunden später eine völlig konsternierte Liftfahrerin, nachem ich mich um die Ecke verzogen hatte. Posted at 03:35 nachm. Do - Juli 10, 2003A-Post ins SommerlochEine Glosse über die Schweizer
Post
Wem geht es nicht manchmal so, dass er einen
Brief in Übergrösse hat oder das Gewicht der Sendung unbekannt ist.
Schon mal passiert? Ja? Man kann dann die Sendung zur Post bringen und die Dame oder der Herr
am Schalter fragt nach dem Wiegen noch schnell
"A-Post?"
bevor man bezahlt. Oder man wirft den unfrankierten Brief einfach in den
nächsten Postkasten, hat keine Wartezeit und meist noch einen kürzeren
Weg. Was dann passiert ist
interessant...
Dabei drückt mich eigentlich schon die Frage, was mit der B-Post passiert. In vielen Staaten gibt es Eisenbahnen mit erster und zweiter Klasse oder Fluglinien mit Economy und Business-Passagieren. Oder Kinositze vorne und hinten im Saal. Im Auto gibt es ja auch Rücksitze. In der Schweiz gibt es daher die etwas günstigere B-Post. Post, die auf den Rücksitz kommt und mit der Bahn nur zweiter Klasse fährt! Neulich wollte ich es genau wissen. Fragte also die Dame am Schalter, was denn mit der B-Post passiere. "Die wird aussortiert" "Dann sollte sie ja mehr kosten, wenn sie grösseren Aufwand macht" Sie schaut mich zweifelnd an und gibt keine Antwort. Humor im Dienst ist ihr strengstens untersagt. "Was passiert nach dem Aussortieren" "Zuerst wird die A-Post abgeholt und später dann die B-Post" "Warum nimmt nicht der, der die A-Post mitnimmt, gleich auch die B-Post mit?" Die Dame schaut mich böse an und gibt keine Antwort. Ab diesem Moment hält sich mich wohl für einen Spitzel von McKinsey, der zur Arbeitsplatzvernichtung abgestellt wurde. Ich frage nicht weiter und trolle mich. Die Leute bei der Post haben auch so schon genügend Probleme mit der Aufgabe von Zweigstellen, die manchmal nur einige hundert Meter voneinander entfernt sind. Da werden Argumente gegen Schliessungen rar. Nun aber zurück zum unfrankierten Brief. Der wird glücklicherweise normal zugestellt. So weit so gut. Ich als Absender erhalte nach einigen Tagen eine Doppelpostkarte mit der Aufforderung, die fehlende Frankatur nachzuentrichten und mit einer Strafgebühr von sage und schreibe 50 Rappen auf der Postkarte zurückzusenden. Was für ein Service. Für 50 Rappen kümmert sich die Post also um die Frankatur meines Briefes und erspart mir Zeit und Weg. Sowas gibt es auch nur bei einem Staatsunternehmen. Nochmal zur B-Post. Die braucht ja einiges länger zum Empfänger als die A-Post. Moderne Unternehmen bemühen sich um eine Just-in-Time-Produktion und -Verteilung ihrer Waren. Lagerung kostet nämlich Geld. Also kostet die Zwischenlagerung der B-Post Geld. Rekapitulieren wir: Die B-Post wird umständlich aussortiert, sie wird extra abgeholt und verteilt und noch länger gelagert, da sie ja später zugestellt werden muss. Warum zum Teufel kostet sie dann weniger? Wer antworten sucht, sollte sich die Gewinnerwartungen der Post für die Zukunft ansehen. Zumindest machen sie schöne Briefmarken... Posted at 09:10 nachm. So - Januar 26, 2003Knorr Aromat - Helvetische LandeswuerzeArtikel NZZ am Sonntag über das Gewürz
Knorr Aromat
In fast jeder Beiz der Schweiz, aber auch bei
Coop und Migros
Restaurants gibt es das eigenartige Gewürz "Knorr Aromat". Die NZZ am Sonntag
widmet diesem Produkt heute eine grossen Artikel.
Die Ingredienzien sind eigentlich geheim. Hefe, Salz, Glutamat und einige
Würzgemüse sind aber sicher drin. Mir ist es schleierhaft, warum nicht
jeder Koch, der sich am Herd abgemüht hat, laut aufschreit und zum Messer
greift, wenn der Gast sein gutes Essen mit Aromat nachwürzt und versaut. In
der Schweiz ist das ganz normal. Das Nachwürzen, nicht das zum Messer
greifen!
Mit diesem Beitrag beginne ich eine neue Reihe "Rätsel der Schweiz". Kleinigkeiten, die mich zum Nachdenken bringen, die ich aber als Ausländer wohl nie so ganz verstehen werde. Manchmal vielleicht auch gar nicht verstehen will. Posted at 12:00 vorm. |
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Total entries in this category: Published On: Mai 02, 2005 10:48 nachm. |
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