Nordkoreas Premier in China



Atomstreit im Mittelpunkt

Der nordkoreanische Ministerpräsident Pak Bong Ju ist am Dienstag zu Konsultationen mit China über den Atomstreit und die wirtschaftliche Kooperation in Peking eingetroffen. Seine fünftägige China-Visite steht unter großen Erwartungen, nachdem die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice am Vortag in Peking vor "anderen Optionen" gewarnt hatte, falls Nordkorea in dem Atomstreit nicht an den Verhandlungstisch zurückkehrt.
 
Pak Bong Ju hat den Posten des obersten Wirtschaftslenkers Nordkoreas 2003 übernommen. Ein Jahr später begleitete er den nordkoreanischen Militärmachthaber Kim Jong Il bereits bei dessen Besuch in China. Dieses Mal wird Pak Bong Ju in Peking, Schanghai, Shenyang und Anshan mehrere Unternehmen besuchen und sich ein Bild von den Wirtschaftsreformen in China machen.
 
Auf dem Programm stand am Dienstag ein Treffen mit Regierungschef Wen Jiabao. Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao wollte Pak Bong Ju am Mittwoch empfangen. Beobachter rechneten während seiner Visite zunächst nicht mit erkennbaren Ergebnissen in den Bemühungen, die Sechser-Gespräche mit Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Russland über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms wieder in Gang zu bringen.
 
Pjöngjang hatte am Vortag die Spannungen noch erhöht, als es mitteilte, als Reaktion auf angebliche Angriffsvorbereitungen der USA sein "Atomwaffenarsenal" ausgebaut zu haben. Nordkorea bezog sich auf die im Süden der koreanischen Halbinsel stattfindenden Truppenübungen der US-Streitkräfte mit Südkorea. Das Staatsradio berichtete laut Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap, Nordkorea habe deshalb "eine ernsthafte Maßnahme getroffen, indem wir unser Atomwaffenarsenal als Vorbereitung auf eine Invasion der Feinde erweitert haben".
 
Auch wolle das Land sämtliche militärischen Kräfte mobilisieren, um sich gegen Angriffe der USA zu verteidigen, hieß es in dem Bericht weiter. Es war das erste Mal, dass Nordkorea verkündet hat, sein Arsenal von Kernwaffen bereits verstärkt zu haben.


Quelle: n-tv.de

Posted: Di - März 22, 2005 at 07:07 nachm.          


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