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Code 46
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Drama
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Tim Robbins, Samantha Morton, Om Puri
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Michael Winterbottom
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Die 2003 entstandene britische Produktion CODE 46 bietet eine durchaus realistisch erscheinende Zukunftsvision: Im Prinzip erscheint fast alles vertraut - Verkehrsmittel, Kleidung, Architektur (gedreht wurde u. a. in Shanghai, dessen Skyline schon futuristisch genug wirkt) -, nur in puncto allgegenwärtiger Computerisierung und Gentechnologie wurde halt noch ein wenig hinzufabuliert, auch der Wortschatz hat zugelegt und so haben Brocken aus den verschiedensten Sprachen das Englische zu einer Art Esperantoersatz werden lassen. Die Probleme der hier gezeigten Gesellschaft sind eigentlich nichts anderes, als die Folgen dessen, was sich bereits heute abzeichnet bzw. schon existent ist. Globale Auswirkungen der Klimakatastrophe, die Teilung der Welt in eine Haben- und Nichthabenzone (welche hier visuell sehr effektiv mit den drastischen Kontrasten zwischen sprudelndem Metropolenleben und entvölkert erscheinenden Wüstenlandstrichen versinnbildlicht wird), die Gefahren einer sorglosen Anwendung der Gentechnologie, die allumfassende Macht internationaler Konzerne und die staatlich sanktionierte Transparenz des Individuums. All dies mag im Prinzip zwar nicht neu erscheinen, zeichnet sich aber durch eine unleugbare Aktualität aus. Das politische System in CODE 46 bleibt vage, doch es scheint durchaus eine Fortführung der heutigen westlichen Demokratien mit einem verstärkten Einfluß multinationaler Konzerne zu sein und so präsentiert sich diese Welt keinesfalls als triste Hölle unter der Knute eines faschistoiden Terror-Regimes a la 1984. Big Brother wahrt hier den Schein der Freiheit und der guten Sitten, beschert den guten und nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft ein angenehmes Leben in urbaner Geborgenheit und läßt ihnen auch Raum für Privatsphäre, solange diese nicht zu subversiven, die Stabilität des Systems gefährdenden Tätigkeiten genutzt wird. Und bei Verstößen wartet nicht etwa die Folterkammer der Geheimpolizei auf den Delinquenten, nein, man agiert hier ganz 'human' und löscht nur mal eben partiell einige unerwünschte Gedächtnisstrukturen. Unverbesserliche und asoziales bzw. genuntaugliche Zeitgenossen schiebt man schließlich nach 'al fuera' ab. Rein formal fühlt man sich durch den kühlen Look des Films z. T. stark an Gattaca erinnert, aber auch Philip K. Dick und George Orwell haben hier unübersehbar Pate gestanden. Vor allem ist CODE 46 aber auch eine sehr feinfühlig inszenierte, bittersüße Liebesgeschichte um ein tragisches Paar, das mit seinem Ausbruchsversuch aus den staatlichen Restriktionen einfach scheitern muß. William und Maria treten hier an die Stelle von Orwells Winston und Julia; ein tragisches Paar, das mit seinem Ausbruchsversuch aus den staatlichen Restriktionen einfach scheitern muß. Tim Robbins und Samantha Morton spielen diese Rollen sehr überzeugend und absolut jenseits der gängigen Hollywoodklischees, besonders Morton ist in der Rolle Marias einfach nur großartig.
Zur DVD: Bild- und Tonqualität sind sehr gut ausgefallen. Die Extras umfassen Trailer, Bio- und Filmographien, Deleted Scenes und das Making Of-Special 'Inside Code 46'.
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