WG/Wohnheim

Der Teufel ist los...

Ich glänze hier mal wieder durch unregelmäßige/seltene Einträge, aber das liegt daran, dass ich grad alles mögliche um die Ohren habe. Das Wohnheimtutorenteam (zudem ich auch gehöre) hat wahnsinnig viel zu tun. Veranstaltungen organisieren, Neuanschaffungen (ohne finanzielle Unterstützung des Studentenwerks natürlich) und Renovierung der Gemeinschaftsräume, letzteres am Wochenende durch einen neuen Anstrich. Was mal dreckig weiß war, leuchtet nun in orangegelb, bordeaux und maigrün. (weiterlesen)
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Geräusche von nebenan

Ah ja. Maxence hat wieder Besuch von seiner französischen Freundin. Selbst wenn ich sie gestern Abend nicht im Schlafanzug durch den Flur huschen gesehen hätte, wüsste ich es spätestens in diesem Moment. Rhythmisches Quitschen aus dem Nebenraum verrät, dass da zwei einiges nachzuholen haben.

Ich gönne es ihnen, die sehen sich ja auch selten, und ich schätze, dass man Seba und mich auch schon des öfteren gehört hat. Stören würde es mich höchstens, wenn das jeden Tag von morgens bis abends so gehen würde, aber da die sexuelle Aktivität meiner Mitbewohner nicht ganz so hoch ist, muss ich angesichts dieses Hörspiels nur grinsen (und mich fragen, wie sich das wohl bei uns anhört...).

Sorgen macht mir allerdings ein bisschen die Tatsache, dass man neben dem (immer recht kurzen und schnellen) Bettquitschen manchmal noch sein Keuchen, von ihr aber nie irgendwas hört. Soll ich sie jetzt bemitleiden oder wegen ihrer fabelhaften Selbstkontrolle bewundern?
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Ich hab's doch gesagt...

Bei uns in der WG ist es Tradition, ein bisschen in den Geburtstag reinzufeiern, also um Punkt 0 Uhr im Kreise der Mitbewohner mit Sekt anzustoßen und ein Lied zu singen.

Diesmal war Seba dran. Er wollte den Sekt unbedingt selber aufmachen und zielte auf die Deckenlampe.
Ich: Lass das! Die geht doch kaputt!
Er: Ach was, das muss die aushalten.

Das sah die Lampe wohl anders.

Ach ja, wir reden hier übrigens von der Begegnung eines
Hartplastikkorkens mit einem Glaslampenschirm. Aber im Dunklen sitzen wir nicht, denn die Glühbirnen haben den Anschlag unbeschadet überstanden.

Und dabei hat Seba die morgige Party extra ausgelagert, damit die Küche keinen Schaden nimmt.

Das passiert halt, wenn sich ein kindliches Gemüt und die körperliche Größe und Kraft eines Hünen vereinen.
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Weise Worte (unbedacht)

In Verteidigung seines Wunsches nach einer zünftigen Nudelsoße bekannte Jo kürzlich: "Nudeln ohne Soße sind wie Sex ohne Kondom!"

Naja, ich weiß nicht...
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Memo an mich selbst:

"In Zukunft am besten alles selber machen."

Unsere Küchenparty ist noch nicht ganz im Gange, da bin ich schon total genervt. Irgendwie wollte bei den Vorbereitungen mal wieder niemand nach meiner Pfeife tanzen und auf manche kann man sich noch nicht mal verlassen.

Jetzt sitze ich in meinem Zimmer und versuche runterzukommen sowie meinen Pennerlook abzustreifen.

Jetzt muss gleich erstmal eine Flasche Rotwein her.

Ach ja, eben gerade ist unser letzter neuer Mitbewohner eingezogen, ein Spanier namens Daniel. Seine Schlüssel hatte ich, denn Samstagabends steht der Hausmeister leider nicht mehr für Einzüge zur Verfügung. Deshalb kann sich Daniel auch erst am Montag über sein fehlendes Deckbett beschweren.
Bis dahin muss er mit dem auskommen, was ich noch im Schrank hatte.

Zeit für eine Bilanz des Bewohnerwechsels. Aber nicht heute. Morgen vielleicht.
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Nächtlicher Besuch

Da sitzt man friedlich mitten in der Nacht auf dem Bett und will seinen Blog aktualisieren, da klingelt es. Und zwar ziemlich penetrant. Ich schleiche zur Wohnungstür und schaue durch den Spion. Alles dunkel.

Es klingelt weiter. Daniel scheint das nicht zu stören, der hat sich nicht gerührt.
Keine Chance, ich mache doch nicht mitten in der Nacht einem Fremden die Tür auf! Ich tippe auf Besoffene, die an den Klingeln unten rumspielen, oder an gelangweilte Bekannte, vielleicht auch beides in Personalunion (wär nicht das erst Mal).
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Shao oder Shau...

...oder so heißt unser neuer Mitbewohner, der Nachmieter Manuels.

Wir wussten, dass ein Chinese kommen würde, und hatten ein mulmiges Gefühl. Chinesische Studenten sind hier (und nicht nur in unserem Wohnheim) nicht gerade als angenehme Mitbewohner bekannt. Erstens sind sie meistens sehr verschlossen, Sie ziehen sich in ihr Zimmer zurück, interagieren fast nur mit anderen Chinesen und beteiligen sich kaum bis gar nicht am WG-Leben. Man hat mir erzählt, dass in unserer WG ein halbes Jahr lang mal einer gewohnt hat, den manche keine einziges Mal zu Gesicht bekommen haben. Das ging so weit, dass er nicht in die Küche gekommen ist, wenn jemand in der Küche war - selbst wenn grad sein Essen kochte.
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Alleine...

Es ist echt ein seltsames Gefühl, wenn Seba weg ist.
Ich hab mich so an seine ständige Anwesenheit gewöhnt, dass mich ein paar Tage Trennung sehr irritieren. Ich werde schon ein bisschen unruhig. Fast wie ein Tier, dass die Herde verloren hat.

Ich hätte nie gedacht, dass mir das mal passiert. Früher war ich das krasse Gegenteil.

Gestern Abend konnte ich nur dank Fernsehberieselung einschlafen, und zwar auf dem alten Sperrmüllsofa in der Küche.
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Überraschungsumzug

Tina ist heute überraschend ausgezogen. Im Ernst.

Heute morgen kam der Zivi und hat gefragt, ob in DEM Zimmer noch jemand wohnt. Ähm, ja, die Tina? Dann kam der Hausmeister. Nach einer längeren Diskussion mit Tina stellte sich heraus, dass sie damals per email um die Verlängerung des Mietvertrages gebeten (was eigentlich kein Problem ist), aber nie ein Antwort bekommen hat. Sie ist dann davon ausgegangen, dass alles in Ordnung wär, aber tatsächlich gab es dann gar keine Verlängerung (schließlich hätte sie dazu einen neuen Vertrag unterschreiben müssen) und ihr alter Vertrag war schon Ende Januar ausgelaufen.
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Aquaplaning

Im Moment ist bei uns ständig alles kaputt, vorzugsweise Zimmerbeleuchtung, außerdem kämpfen wir immernoch mit dem defekten Heizkörper in der Küche. Der ist schon lange undicht (bzw. die Wasserzufuhr), bestimmt schon bevor ich hier gewohnt habe, aber erst diese Woche wurde dem Hausmeister der Zusammenhang zwischen seinem monatlichem Nachfüllen des Wassers ins Heizungssystem und der monatlichen Küchenüberflutung in unserer WG bewusst.
In letzter Zeit ist er sehr fleißig geworden und füllt gefühlte dreimal am Tag Wasser nach, dafür dürfen wir jetzt dreimal am Tag die halbe Küche wischen. Ein Teufelskreis. Inzwischen bilden sich bereits riesige Kalkflecken auf unserem Küchenboden.
Immerhin hat er versprochen, jetzt doch mal eine Firma anzurufen (und, viel wichtiger: er hat es sich AUFGESCHRIEBEN).

Nein, unser Hausmeister ist ein ganz lieber Kerl. Er ist nur einfach furchtbar schusselig.
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Oh je...

Wenn Maxence Besuch bekommt, gibt es für die Glückliche Dosenravioli (sogar wenn seine Freundin aus Frankreich kommt). Sie muss die Dose dann aber selber öffnen, er selbst kann das nämlich immer noch nicht, dabei habe ich ihm das doch extra vorgeführt...

Die Ravioli kommen dann in einen Topf und dieser um ein Haar in die Mikrowelle.

Die Frauen finden ihn trotzdem gut. Er hat wohl andere Qualitäten...
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Küchenparty, unfreiwillig...

Das Leben in einer großen WG ist oft sehr lustig.
Manche Sachen nerven aber auch.

Zum Beispiel: Man kann nicht einfach nackig vom Schlafzimmer durch den Flur zum Klo laufen.
Naja, kann man schon, aber es empfiehlt sich nicht.
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"Ich hab alles im Griff!"

Ein Satz den ich hasse. Seba sagt das mit Vorliebe, und zwar dann, wenn er mal wieder irgendeine dumme Idee hat oder ein Problem auf unkonventionelle Weise lösen will oder auch einfach nur so, eigentlich bei jeder Gelegenheit, bei der ich irgendwelche Bedenken äußere und ihm kein Gegenargument einfällt.
"Pass auf, du wirfst gleich was um!" - "Ach was, ICH HAB ALLES IM GRIFF!"
"Sollten wir nicht lieber den Hausmeister fragen?" - "Keine Sorge, ICH HAB ALLES IM GRIFF!"
"Warte, ich helfe dir..." - "Nee, Franzi, ICH HAB ALLES IM GRIFF!"
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Milch zum Totschlagen

Maxence macht manchmal einen etwas schusseligen Eindruck. Wie sagt man so schön? "Verpeilt". Das finde ich irgendwie witzig, sogar niedlich (ja, ich weiß, ich spinne), auch wenn es etwas irritierend ist, wenn man ihn anspricht und er einfach nicht reagiert. Aber okay, jeder hat seine Macken.

Deshalb hab ich mich auch nur ein bisschen gewundert, als ich gestern bemerkte, dass Max seine Tiefkühlfischstäbchen im Kühlschrank lagert. Na gut, ist ja sein Problem. Vielleicht lernt er draus.

Heute morgen wollten Seba und ich dann frühstücken. Aus dem Müsli wurde aber nichts, denn die Milch war eingefroren. Max war nämlich offensichtlich die Temperaturproblematik der Kombination aus Kühlschrank und Fischstäbchen doch bewusst und hatte die Kiste clevererweise auf volle Pulle hochgedreht. Ich muss zugeben, ich hab ihn unterschätzt.

Warum er die Packung nicht einfach in das Gefrierfach gelegt hat, bleibt mir ein Rätsel.
Ich bin nur froh, dass ich die zwei dutzend Freilandeier woanders verstaut hatte...
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Klapperklapper...

Okay, laute Absätze... hm... das sind nicht die Jungs... das kann ja nur... oh nein....
Oh doch. Tinas Schuhe stehen im Flur. Was macht die hier? Mit der hab ich frühestens in 3 Wochen gerechnet...
Das reicht. Der Tag ist versaut.

Und ich konnte nichtmal rechtzeitig Max warnen.
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Wozu Soap..

Wie werden die anderen auf Max reagieren? Wird es Eifersüchteleien geben? Und wird Tina versuchen, sich an ihn ranzuschmeißen? Wir werden es sehen...

Wozu Soap, ich habe WG!
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Voilà!

Maxence ist da.

Seitdem Chris im Dezember seine Sachen zwecks Auslandspraktikum gepackt hat, wird der Nachfolger mit Spannung erwartet (ja, so ist das in Wohnheimen, wo man selten weiß, was einen erwartet!). Von Chris kam bereits die Info, dass die Person Maxence heißen würde. Bei Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt einigten sich die Jungs darauf, dass es sich bei Maxence um eine heiße Französin handelt und freuten sich wie blöd, denn aufgrund des akuten Frauenmangels wagte man sowas ja schon gar nicht mehr zu hoffen.
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Meine WG

Ich sollte mal was zu meiner Wohnsituation schreiben.
Also, ich wohne in einem Studentenwohnheim. Okay, inzwischen heißt es Studentenwohnhaus. Aber wie blöd klingt das? "heim", das klingt nach "heimelig", "daheim" und ein bisschen "heimlich". "haus" ist hart, kalt, unsympathisch. So ein Quatsch. Ich sag ja auch trotzdem noch "Studentenausweis" zum "Studierendenausweis" und "Minimal" zu "Rewe". Na und?

Egal, ich wohne also im Wohnheim, und zwar in einer 10er-WG. Das klingt jetzt schlimmer als es ist. Ja, es ist etwas chaotisch und nicht steril, aber dafür ist immer was los und meistens macht es Spaß.
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Back to WG

Wir sind zurück.

Auf der Zugfahrt habe ich schon die schlimmsten Befürchtungen gehabt. Die Küche wird total verwahrlost sein - dreckiges Geschirr, eingebrannte Reste auf dem Herd, Schimmel in den Töpfen - und ich werde sofort kr
ank werden.

Meine Stimmung verbessert sich nicht, als hinter mit zwei Kerle anfangen, ihren Laptop als mediales Unterhaltungszentrum zu nutzen und die Bahn in ihr Wohnzimmer zu verwandeln. Erst schauen sie "Bernie und Ert", dann läuft "South Park" (offenbar geht es in der Folge um die Geschlechtsumwandlung des Lehrers). Sie haben Spaß, und sie teilen ihn gern mit uns. Wie nett. Sie können ja nicht wissen, dass mich sowas auf die Palme bringt.
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