Pandoras Europatour

Hier war ich schon überall:




Das sind 9 Staaten und damit laut
dieser Website 17 (richtig gerundet aber 18) Prozent aller europäischen Länder (Belgien hab ich mal fairerweise weggelassen, obwohl ich bestimmt schon öfters durchgefahren bin, aber das gilt ja nicht...).

Dar wär erstmal die
BRD, wo ich wohl die meiste Zeit meines bisherigen Lebens verweilt habe. Wohnenderweise bisher in 4 Bundesländern, aber die Verwandtschaft will ja auch besucht werden und Berlin ist immer eine Reise wert (mir bisher 3). Ach ja, nicht zu vergessen die Familienurlaube an Nord- und Ostsee.

Frankreich, weil es wegen seiner Nähe zum Einkaufen einlädt und mich ein Klassenausflug mal in die ziemlich hässliche Stadt Paris verschlug (vielleicht steht ihr das Tageslicht einfach nicht). Außerdem hege ich schon von klein auf einen Hass gegen dieses Land, weil es dafür sorgte, dass die Fahrt in den sommerlichen Spanienurlaub statt einer oder zwei ganze 12 Stunden dauerte und man es nach dieser negativen Erfahrung noch wagte, mich 5 Jahre lang zum Französischunterricht zu zwingen. Natürlich waren meine Noten entsprechend schlecht und ich weiß praktisch nichts mehr von dem, was man damals verzweifelt versucht hat mir beizubringen.
Ach ja, einmal war ich in Straßburg, mit der SPD-Rentnerortsgruppe der Oma einer Freundin, die uns beide per Reisebus freundlicherweise ins Europäische Parlament mitnahm. Abenteuerlich!

Dann natürlich
Spanien, in dessen Norden ich ein paar Jahre meiner Kindheit und später ab und zu den oben erwähnten Sommerurlaub verbringen durfte und durch dessen Süden ich letzten August mit meinem Vater gereist bin. In schlechter Erinnerung hab ich den einzigen Pauschalurlaub meines Lebens in einem Touristenort am Mittelmeer in Katalonien. Osteuropäer, Deutsche, Italiener - aber kein einziger Spanier! Wenn ich versucht habe, mich an der Rezeption auf Spanisch zu verständigen, hat man mich dumm angeguckt und mir auf Deutsch geantwortet. Das Frühstück war deutsch, die Zimmernachbarn waren deutsch, die Animation war deutsch... und überall nur Diskos und Touristenmist. Nix gesehen außer Hotel, Pool, Strand und Disko. Am Meer auf Kies zwischen betrunkenen Italienern und einer stark übergewichtigen russischen Großfamilie gelegen. Schönes Wetter, ja, aber... nennt mich spießig, aber wenn ich ins Ausland fahre, dann will ich dort Einheimische, eine fremde Kultur und regionale Eigenheiten sehen, landestypisch essen, mich verlaufen und Verständigungsschwierigkeiten haben. Alles andere ist doch kein richtiger Urlaub!

Nach
Österreich hab ich es zugegebenermaßen nur geschafft, weil in der 10. Klasse Skiurlaub eine Klassenfahrt ins Skigebiet anstand. Natürlich fährt man dahin, nicht wenige haben sich überhaupt nur deswegen so lange durchs Gymnasium gequält, und es war auch echt lustig, aber dem Skifahren konnte ich absolut nichts abgewinnen. Es ist kalt, umständlich und gefährlich (drei Jahre später riss sich meine Schwester auf dieser Fahrt die Kreuzbänder) und ich schämte mich auch nicht, der zweitschlechteste Skifahrer der gesamten Mannschaft zu sein. Das mit dem Wintersport hat sich danach für mich erledigt.

Auch
England hab ich nur durch eine Klassenfahrt zu Gesicht bekommen. Natürlich mit miesem Wetter. Und grauenhaftem Essen. Also nichts, was wir nicht erahnt hätten. Damals tobte da grad die Maul- und Klauenseuche, weshalb wir gezwungen waren, all unsere angebrochenen Lebensmittel vor der Rückfahrt aufzuessen. Der letzte Abend war deshalb das reinste Knäckebrot- und Nutellagelage, denn so ziemlich jeder hatte ein Glas Nuss-Nougat-Creme dabei (man hatte uns freundlicherweise darauf hingewiesen, dass wir uns sonst mit salziger Butter und bitterer Orangenmarmelade zufrieden geben müssten) und die Kinder ganz besorgter Mütter verfügten über einen beachtlichen Knäcke-Vorrat. Kontrolliert hat das nachher sowieso keiner, wir hätten den ganzen Kram auch wieder heimwärts schmuggeln können, aber damals war ich noch brav und tat, was der Lehrer sagte. Das bezahlte ich allerdings mit einer bis heute währenden starken Abneigung gegen die einst geliebte Nutella. Zu viel ist einfach zu viel. War aber trotzdem ganz nett da, mir ist seitdem aber kein guter Grund mehr eingefallen, nochmal dahin zu fahren. Die Briten habe ich seitdem in größerer Zahl erst wieder 2007 in Andalusien getroffen, wo sie der Schrecken jedes Herbergsvaters sind und zu recht einen schlechteren Ruf als die Deutschen haben.

Tja
Luxemburg. Ist ja auch nicht weit, deshalb eines meiner Klassenausflugsziele aus der Schulzeit. Mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen.

Auch die Ehre,
Italien zu bereisen, wurde mir durch mein Gymnasium verschafft, und zwar in Form einer Abschlussfahrt in der Oberstufe, mit dem gesamten Jahrgang. Angesehen haben wir uns Rom und Umgebung. In den Albaner Bergen rollten wir mit dem Bus bergauf und blieben kurz danach liegen, was uns einen ausgedehnten sonnigen Nachmittag am See verschaffte. Die von uns dort besuchte Schule zeichnete sich dadurch aus, dass sie zwar über eine Goldschmiede, aber nicht über einen ordentlichen Mathesaal verfügte und keiner der Schüler irgendeine Fremdsprache konnte (abgesehen von einem sehr netten geistig behinderten Jungen, der etwas Englisch sprach). Der deutsch-italienische Austausch beschränkte sich daher auf gemeinsames Pizzaessen, was in der ganzen Woche tatsächlich das einzige gute Essen war, denn ansonsten konnte man den Fraß, den man uns im jugendherbergsartigen und typisch italienisch titulierten "Hotel Edelweiss" vorsetzte, getrost als Zumutung bezeichnen. Immerhin: Das Wetter war super und es gab Wein umsonst. Seitdem ich aber mit jemandem zusammenlebe, der mir gelegentlich die italienischen Nachrichten übersetzt, hat Italien bei mir stark an Ansehen verloren. Die sind ja noch chaotischer, als ich immer gedacht habe! Aber irgendwie scheint der Laden ja zu laufen.

Den
Vatikan haben ich auf eben dieser Reise auch besucht. In Erinnerung ist mir ein Satz geblieben, den uns damals einer der Lehrer aus seinem Reiseführer vorgelesen hat: "Der Vatikan ist der einzige Staat, dessen Staatsbürger sich ausschließlich durch Zuwahl vermehren."

Zu der
Schweiz hatte ich lange überhaupt keinen Bezug. Als kleines Mädchen war ich da wohl mal mit meinen Eltern Skifahren (der letzte und womöglich auch der einzige Skiurlaub meiner Eltern), aber daran kann ich mich nur noch grob erinnern. Das Schicksal hat mir inzwischen aber einen Schweizer als Lebensgefährten beschert, weshalb ich inzwischen schon so einiges über dieses schnuckelige kleine Land und seine eigenwilligen Bewohner erfahren habe. Glücklicherweise kommt er aus dem italophonen Kanton Tessin und spricht daher kein Schweizerdeutsch, was mir nur vom Zuhören schon Halsschmerzen beschert und deshalb eine arge Belastung für unsere Beziehung darstellen würde. Letzten Sommer waren wir dann auch mal da unten. Sehr schön. Italienisches Wetter gepaart mit schweizer Zivilisation. Aber sehr konservativ, diese Schweiz.


Neun Länder. Im Prinzip ist das nicht viel. Soll ich mich jetzt schämen? Naja, die meisten der von mir noch nicht besuchten Länder liegen im Osten. Ganz abgesehen davon, dass Russland, Georgien, Albanien, Armenien und Aserbaidschan meiner Meinung nach nicht zu Europa gehören:
Osteuropa hat mich nie gereizt. Das hängt vielleicht mit gewissen Vorurteilen zusammen. Mir fällt irgendwie nichts ein, was so besuchenswert wäre im Osten. Ja, ich weiß, Prag soll ganz schön sein, und weiter? Ewige Pampa, Rückständigkeit, Kriminalität - das fällt mir jetzt dazu ein. So ist das einfach. Ich meins ja nicht böse! Ich kenne sehr nette Menschen aus Osteuropa (natürlich aber auch ziemliche Vollidioten). Wir hatten auch schon eine sehr nette polnische Gastschülerin. Und nicht zuletzt habe ich selbst ostpreußische Wurzeln (und einen polnischen Nachnamen). Daran liegt es also nicht. Wahrscheinlich gehöre ich einfach zu dieser seltsamen Generation, die zwar vom Ostblock selbst praktisch nichts mehr mitbekommen hat, aber irgendwie unbewusst von der Meinung der Eltern geprägt wurde, welche sich sehr wohl noch an UDSSR, Mauer und Kalten Krieg erinnern können und deshalb verständlicherweise immernoch das Bild des trostlosen Ostens mit sich herumtragen.

Und ansonsten? Die
Türkei gehört meiner Meinung nach auch nicht zu Europa. Kulturell nicht und geographisch sowieso nicht (der kleine Fitzel). Das ist gar nicht böse gemeint, ich habe eine sehr nette türkische Tante und so weiter, aber das ist einfach eine Tatsache. Und hinfahren werd ich sowieso nicht, nicht bei dieser unsicheren Lage, bei der ich nicht weiß, ob sich zwischen meinem Urlaub und der Rückreise wegen irgendwelcher Anschuldigungen nicht plötzlich noch ein zweijähriger Zwangsaufenthalt in einer als Gefängnis getarnten ehemaligen Legebatterie schiebt. Nee danke. Und wenn mich doch mal die Abenteuerlust packt, dann laufe ich durch mein Viertel, da wimmelt es von Türk.... Entschuldigung: "Mitbürgern mit Migrationshintergrund".

Streichen kann man auch die ganzen
Kleinstaaten: San Marino gehört für mich gefühlt zu Italien (obwohl es eine sehr interessante Geschichte hat), genau wie die Monaco (wo sich eh nur die Schickeria rumtreibt) zu Frankreich und Zypern zu Griechenland bzw. Türkei. Liechtenstein kenne ich nur als Steuerparadies, Andorra erinnert mich immer an das gleichnamige Werk von Max Frisch und zu Malta fällt mir eigentlich gar nichts ein.

Dann wären da noch die
Britischen Inseln, also außer dem bereits abgeklapperten England noch Irland, Nordirland, Wales und Schottland - könnte interessant sein - , in direkter westlicher Nachbarschaft Belgien und die Niederlande - auch da fehlt mir der Bezug, aber warum nicht - und im Süden Griechenland und Portugal - bin beidem nicht abgeneigt.

Dann bleibt zuguterletzt noch der
europäische Norden. Nach Island wollte ich ja schon als kleines Mädchen, wegen der Ponys, und ich würde auch heute noch keine Gelegenheit abschlagen. Und das was man gemeinhin als Skandinavien bezeichnet - Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland - würde mich auch mal interessieren, vor allem als alter Astrid Lindgren-Fan. Nur bitte nicht ganz oben, wo es im Winter die ganze Zeit dunkel ist. Da würde ich Depressionen bekommen. Natürlich verkörpert Skandinavien auch kilometerlange Zivilisationsfreiheit, aber gleichzeitig sind es sehr moderne Länder. Schweden hat ein hervorragendes Sozialsystem und ich halte mir gerne die Option offen, irgendwann mal dahin auszuwandern, falls ich hier in der BRD Job und Familie nicht vereinbaren kann oder meine Kinder vor dem deutschen Schulsystem bewahre. Einer der vielen Staatsbürgerschaften meines Freundes (und delegierten Vaters meiner Kinder) ist die schwedische, also bietet sich das ja quasi an.


So, ich glaube, ich hab jetzt alles. Da kann ich ja schon mal die Urlaube der nächsten 10 Jahre planen...