Splitter auf der Straße
11/Jan/2008 15:46 Kategorien: Mein Viertel
| Mitmenschen
Eben hat es mal wieder
geknallt. Direkt vor dem Wohnheim.
Ich weiß gar nicht, wieso. Vor dem Wohnheim verläuft die Hauptstraße. Direkt aufs Wohnheim zu, also im 90°-Winkel zur Hauptstraße, führt eine untergeordnete Straße, an dessen Ende der Fahrer sich entscheiden muss, ob er nach links oder nach rechts (in beiden natürlich auf die Hauptstraße) abbiegen will, allerdings nachdem er, wie es ein entsprechendes Schild verlangt, die Vorfahrt beachtet hat. Das ist eine klare, übersichtliche Stelle, ohne Bäume oder parkende Autos - und trotzdem passiert es immer wieder, dass jemand vor dem Abbiegen nach links die Glubscher nicht richtig aufmacht und ein von links kommendes Auto streift.
Ich weiß gar nicht, wieso. Vor dem Wohnheim verläuft die Hauptstraße. Direkt aufs Wohnheim zu, also im 90°-Winkel zur Hauptstraße, führt eine untergeordnete Straße, an dessen Ende der Fahrer sich entscheiden muss, ob er nach links oder nach rechts (in beiden natürlich auf die Hauptstraße) abbiegen will, allerdings nachdem er, wie es ein entsprechendes Schild verlangt, die Vorfahrt beachtet hat. Das ist eine klare, übersichtliche Stelle, ohne Bäume oder parkende Autos - und trotzdem passiert es immer wieder, dass jemand vor dem Abbiegen nach links die Glubscher nicht richtig aufmacht und ein von links kommendes Auto streift.
Dann folgt immer das
gleiche Theater. Das stabilitätsmäßig unterlegene
Auto verliert seine Stoßstange, mindestens ein Licht
liegt in Scherben zerstreut auf der Fahrbahn, keiner
stellt ein Warndreieck auf und der Gelenkbusfahrer
muss beim Abbiegen und Ansteuern der Haltestelle
seine Fahrkünste unter Beweis stellen.
Irgendwann trudelt die Polizei ein, die wahrscheinlich schon die Augen verdreht, wenn die den Anruf bekommt, weil es wirklich nicht zu fassen ist, dass die Leute sich am helllichten Tage so extra dumm anstellen.
Meistens hat mindestens einer der Fahrer einen Migrationshintergrund, aber das sollte man nicht überbewerten, schließlich machen Migranten etwa 60 Prozent (gefühlt aber 90 Prozent, meist Türken oder Italiener) der Bewohner unseres Viertels aus, was das hohe Aufkommen von türkischen Bäckereien, Dönerläden und Pizzerien sowie den hohen Jugendanteil und weitere soziale Phänomene erklärt.
Ich hab auch gar nichts dagegen. Auf den Straßen ist immer was los und fühle mich ein bisschen wie auf Urlaub in Little Istanbul, außerdem ist die Kriminalität hier inzwischen stark gesunken und ich hab auch keine Bedenken, nachts hier rumzulaufen (auch wenn ich an meinem ersten Abend hier mit einer Prügelei unter meinem Fenster begrüßt wurde), aber über manche Dinge muss ich einfach den Kopf schütteln, etwa über den Auftritt der örtlichen Teenager, die wohl nie über 1,65 m hinauswachsen und die mit ihrem individuellen Einheitshaarschnitt und ihrem Einheitskleidungsstil manchmal keiner Gruppe genau zuzuordnen sind (Sind es jetzt Kurden? Türken? Sizilianer?). Faszinierend finde ich den grausigen Slang (meist der Türken), der in die deutsche Sprache unglaublich viele "sch"s einbaut und auf klare Kategorisierungen (Verben, Adjektive, Nomen) pfeift.
Falls ein Deutscher sich mal in solch eine Gang verirrt, übernimmt er diese Sprache sofort.
Die meisten Jugendlichen sind hier in Deutschland geboren. Warum sprechen sie trotzdem nicht "normal"? Tja, da stellt sich dann die Frage: Von wem hätten sie es denn lernen sollen? Meistens sind sie unter sich. Es gibt türkische Ärzte, türkische Geschäfte, türkische Zeitungen. Die Grundschule hat einen Ausländeranteil von über 90 Prozent. Man braucht gar kein Deutsch, um hier durchzukommen, und ich bin überzeugt, dass die ein oder andere Hausfrau auch nie über "Guten Tag" hinauskommt.
Wie sollen die denn hier jemals einen ordentlichen Job bekommen, ohne Deutsch?
Und dazu kommt ja noch: Viele können ja auch ihre "Muttersprache" nicht richtig. Sie sprechen ein Kauderwelsch aus zwei Sprachen, und fallen bei Gesprächen untereinander immer wieder in die jeweils andere. Das hört sich lustig an. Aber ich finde es eine schlimme Vorstellung, keine Sprache gut genug zu können, um sich ordentlich in ihr auszudrücken. Wobei: Das können manche Deutschen ja auch nicht...
Ach ja: Die restlichen 40 Prozent dieses Viertels sind überwiegend Studenten (Wohnheim, billige Wohnungen) und Künstler.
Irgendwann trudelt die Polizei ein, die wahrscheinlich schon die Augen verdreht, wenn die den Anruf bekommt, weil es wirklich nicht zu fassen ist, dass die Leute sich am helllichten Tage so extra dumm anstellen.
Meistens hat mindestens einer der Fahrer einen Migrationshintergrund, aber das sollte man nicht überbewerten, schließlich machen Migranten etwa 60 Prozent (gefühlt aber 90 Prozent, meist Türken oder Italiener) der Bewohner unseres Viertels aus, was das hohe Aufkommen von türkischen Bäckereien, Dönerläden und Pizzerien sowie den hohen Jugendanteil und weitere soziale Phänomene erklärt.
Ich hab auch gar nichts dagegen. Auf den Straßen ist immer was los und fühle mich ein bisschen wie auf Urlaub in Little Istanbul, außerdem ist die Kriminalität hier inzwischen stark gesunken und ich hab auch keine Bedenken, nachts hier rumzulaufen (auch wenn ich an meinem ersten Abend hier mit einer Prügelei unter meinem Fenster begrüßt wurde), aber über manche Dinge muss ich einfach den Kopf schütteln, etwa über den Auftritt der örtlichen Teenager, die wohl nie über 1,65 m hinauswachsen und die mit ihrem individuellen Einheitshaarschnitt und ihrem Einheitskleidungsstil manchmal keiner Gruppe genau zuzuordnen sind (Sind es jetzt Kurden? Türken? Sizilianer?). Faszinierend finde ich den grausigen Slang (meist der Türken), der in die deutsche Sprache unglaublich viele "sch"s einbaut und auf klare Kategorisierungen (Verben, Adjektive, Nomen) pfeift.
Falls ein Deutscher sich mal in solch eine Gang verirrt, übernimmt er diese Sprache sofort.
Die meisten Jugendlichen sind hier in Deutschland geboren. Warum sprechen sie trotzdem nicht "normal"? Tja, da stellt sich dann die Frage: Von wem hätten sie es denn lernen sollen? Meistens sind sie unter sich. Es gibt türkische Ärzte, türkische Geschäfte, türkische Zeitungen. Die Grundschule hat einen Ausländeranteil von über 90 Prozent. Man braucht gar kein Deutsch, um hier durchzukommen, und ich bin überzeugt, dass die ein oder andere Hausfrau auch nie über "Guten Tag" hinauskommt.
Wie sollen die denn hier jemals einen ordentlichen Job bekommen, ohne Deutsch?
Und dazu kommt ja noch: Viele können ja auch ihre "Muttersprache" nicht richtig. Sie sprechen ein Kauderwelsch aus zwei Sprachen, und fallen bei Gesprächen untereinander immer wieder in die jeweils andere. Das hört sich lustig an. Aber ich finde es eine schlimme Vorstellung, keine Sprache gut genug zu können, um sich ordentlich in ihr auszudrücken. Wobei: Das können manche Deutschen ja auch nicht...
Ach ja: Die restlichen 40 Prozent dieses Viertels sind überwiegend Studenten (Wohnheim, billige Wohnungen) und Künstler.


