Dienstag, 29. Dezember 2009

Wie habe ich die Kulturtage in der Quelle erlebt?

Ein nicht religiöse Begegnung mit Gott.

Dieser Satz las ich einmal auf einer Homepage einer bekannten Kirche. Ich sagte zu mir, das ist genau das was ich mir innerlich sehnlichst wünsche. Für mich gehen die Kulturtage genau in die Richtung, wie ich mir den Satz in der Praxis vorstellen kann.
es wäre auf der anderen Seite so einfach eine Religion zu praktizieren. Alles wäre geregelt und beschrieben und jedesmal wenn ich Gott besuche riecht es nach Kirche, tönt es nach Kirche und sieht es nach Kirche aus. Ich brauche mir keine Gedanken zu machen ob Gott da ist oder nicht, er ist per Gesetz da, basta. Es wird leise gesprochen, alle sind still und wissen genau wie und nach welchen über Jahrhunderte gepflegten Traditionen ich mich verhalten muss. Diese Art und Weise von Glauben hilft zwar dem Menschen sich allenfalls sicher zu fühlen, aber in der persönlichen Beziehung zu Gott ist leider vieles aufs Äussere fokussiert.

Aus solchen Verhaltensweisen können Schlüsse auf Gott gezogen werden, die uns in keiner Weise von der Bibel überliefert wurden. Bevor ich mir ein Bild über gelebte Gemeinde oder Kirche mache, müsste ich also zuerst wissen, wie und auf welche Art sich Jesus bewegte als es zwar eine Kirche gab, aber er selber weder an eine Kirche noch an die Gründung einer neuen Religion dachte. Auf Grund seiner Biographie war der Gedanke von Kirche der, so nahe wie möglich bei den Menschen zu leben. Folgende Impulse gehen mir bei diesem Thema durch das Herz:

1. Jesus scheute sich nicht, sich in Mitten der Menschen aufzuhalten die von der damaligen Kirche aufs Äusserste gemieden wurden. Genau das wollen wir als Quelle auch.
2. Er verliess sich auf die Kraft der Liebe und nicht auf das religiöse Gesetz. Er grenzte nicht aus, sondern befasste sich face to face mit den Geschichten und Lebensweisen der suchenden Menschen.
3. Er sagte zwar immer die Wahrheit, aber ohne zu richten. Er richtete nur das religiöse Establishment, in dem er ihnen ihr nicht authentisches Leben spiegelte. Wahrheit muss nicht immer richtig oder falsch beurteilen, die Wahrheit kann sich auch auf ein echtes oder unechtes Leben beziehen.
4. Jesus lebte und bewegte sich unter Menschen die feierten und Freude am Leben hatten. Bei der Hochzeit von Kana scheute er sich nicht ein Wunder zu tun das vordergründig darin bestand, die Festlaune der Hochzeitsgesellschaft aufrecht zu erhalten. Natürlich heisst es anschliessend, dass seine Jünger an ihn glaubten (Joh.2,11 Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn). Er glaubte nicht nur an die Kraft der Worte sondern auch an eine Kraft die sich durch blosse Solidarität und Anteilnahme als wirkungsvoll erweisen kann. Es zeigt eine Weite, vor deren Praxis wir oft Angst und Zweifel haben.
5. Am Beispiel von der Hochzeit in Kana zeigt uns die Bibel weiter deutlich, wie Jesus eine Umgebung mit der Kraft seiner Liebe beeinflussen konnte. Genauso ist es auch heute noch. Haben wir Christen in unserer Gesellschaft nicht aus diesem Grund einen eher schlechten Ruf? Wir lieben die Menschen oft nur bis an den Punkt, solange sie geistlich mit uns gehen und unseren Worten folgen, tun sie es nicht haben sie die Liebe nicht verdient.
6. Sind nicht gerade wir diejenigen, die das Evangelium und die Kraft Gottes mit dem Zählrahmen messen wollen. Alles was nicht in Form von messbarem Erfolg abgebucht werden kann, taugt nichts? Wo bleibt die Geduld und der lange Atem den auch Jesus hatte?
7. Wir sind als Christen nicht berufen die Frucht aus unserer Arbeit mit Massen oder Gewichten zu messen. Wir sind berufen Frucht in Form von gewachsenen Werten zu erbringen (2. Petrus 1, 3-10). Wenn daraus das Reich Gottes zahlenmässig wächst ist das eine Folge meiner Leidenschaft für Gott.

Die Liste an Gedanken und Bewegungen der letzten Tage liesse sich beliebig fortsetzten. Ich glaube, dass Gott uns als Quelle noch viel freier und weiter machen möchte. Ich bin zutiefst überzeugt, dass nur seine Kraft die Menschen erneuern kann und nicht meine ausgeklügelten Worte und Strategien. In diesem Sinne freue ich mich an allen Feedbacks die ich in diesen Tagen von vielen Besuchern hören konnte. Sie betonten, wie sie den Frieden, die Freude, das herzliche Zusammensein, der Umgang in Respekt und Achtung gegenüber dem Anderen berührt hatte. Solange ich diese Dinge höre, solange bin ich von Herzen dankbar zu einer solchen Bewegung, wie die Quelle es ist, zu gehören.