Die "Quelle" geht einen Schritt vorwärts
Der Zugang zur Bevölkerung verändert sich zusehends.
Seit einiger Zeit beschäftigt mich der unsere Veranstaltung vom Sonntag morgen oder sagen wir jede Veranstaltung der Quelle. Fragen wie: Leben wir noch die Vision, entspricht dies dem Verständnis der Menschen die in keine Kirche mehr gehen etc. Nach einer längeren Pause habe ich mich nun entschlossen, den Sonntag wieder zu Christines und meiner Aufgabe zu machen.
Im Moment sind wir mit einer grösseren Gruppe aus der Quelle daran, die Orientierung und Zielsetzung für die "Quelleanlässe" neu zu überdenken. Nach dem ersten Treffen war ich total ermutigt. Es wurde ein konstruktives Miteinander, obschon wir gegen 25 Leute waren. An dieser Stelle ein Bericht aus der "Visionsküche" der Quelle.
Die Fortsetzung der Fortsetzungen
Seit wir vom „roten Haus“ ins Rössli umgezogen sind, sind nun bald 8 Jahre vergangen. Das damalige Anliegen mit dem Neubau war klar umrissen. Weg von den Hinterhöfen, hin zu den von Leben pulsierenden Ecken und Eingängen einer Stadt oder Dorfes. Mit weit offenen Türen hin zu den Menschen, wenig bis kaum kirchliche Strukturen und dazu gehörenden Erkennungsmerkmalen, geradewegs hin zum Begegnungszentrum einer postmodernen Gesellschaft. Daraus entstanden die Kulturtage, Jump, Weihnachtsreisen etc.
Durch diese Vision ist die Quelle weiter gewachsen und weil das Reich Gottes keine Organisation, sondern ein immer weiter wachsender Organismus ist, machen wir uns seit geraumer Zeit Gedanken über die nächsten Schritte die anstehen. Insofern stimmt der Begriff Veränderung nicht unbedingt, denn wir suchen nicht die Veränderung sondern die Fortsetzung dieses Weges. Dies hat mehr zu tun mit einer gedeihenden Familie, die einem ständigen Wachstumsprozess unterworfen ist.
Was wir aber auch in Zukunft keinesfalls vermissen wollen, ist die Kraft der Beziehung die wir aus Gott schöpfen und mit in der Gemeinschaft unserer Mitmenschen erleben. Damit dieser Entschluss nicht nur Wunschdenken bleibt, erfordert er von uns allen ein veränderte Denk- und Handlungsweise. Wenn wir als Beziehungsgemeinde weiter bestehen wollen, dürfen wir nicht den Fokus auf den wachsenden Gottesdienst setzen, sondern uns zu mehreren verschiedenen, sowie dezentralen Begegnungsmöglichkeiten hin bewegen. Z.B. keine sich wiederholenden Veranstaltungen, wie zwei oder gar drei gleiche Gottesdienste. Damit würden wir unweigerlich einer Programmstruktur zuviel Gewicht geben.
Mich inspirierten zum Thema zwei Bilder: das Prinzip des Turms, bei dem man Stockwerk um Stockwerk aufeinander baut. Das sieht zwar am Schluss imposant aus doch die Stockwerke werden zu einzelnen geschlossenen Programmteilen. Der Turm hat zudem nur einen Eingang mit klar definierten Öffnungszeiten und ist ein Bild für Struktur und Organisation auf kleinstem Raum.
Dem gegenüber steht das Bild einer „Piazza“ oder „Plaza“. Alles liegt offen und überblickbar auf einem großen Platz. Der Platz versinnbildlicht Verschiedenheit und gelebte Transparenz. Ich habe viele Möglichkeiten, muss mich aber auf dem Platz entscheiden was ich denn genau will. Ein Platz braucht Raum und gibt aber Einsicht in das Leben und Wirken vieler verschiedener Bereiche. Eine „Piazza“ ist im Gegensatz zum Turm eine direkte Einladung Beziehungen zu erleben.
Darum wählten wir, um über die nächsten Schritte nachzudenken, den Begriff „Quelle Plaza“ als ein „Codewort“, damit alle Beteiligten wussten um was für eine Ausrichtung es eigentlich geht. Das „Plaza Prinzip“ hat natürlich verschiedene Vor- und Nachteile.
Die Vorteile sind: wir schaffen eine „Quellekultur“ die uns nicht in der anonymen Masse verloren gehen lässt. Das Rössli mutiert sich mehr und mehr zum alltäglichen Treffpunkt von Menschen für Menschen. Statt alles in einen GD zu pferchen, verteilen wir gewisse Programmpunkte die Woche hindurch u.a. Um den Familiencharakter auch noch zu pflegen erwägen wir 4-5 mal im Jahr ein „Quelle Spezial“ durchzuführen . Alles konzentriert sich dann auf diesen Event.
Nachteile: Höhere Eigenverantwortung, weil ich mich bewusst für das Entscheiden muss was ich eigentlich auch will. Alle Veranstaltungen werden vom Wert her gleichgestellt. Der Sonntag wird wahrscheinlich die wichtigste Priorität in der Woche verlieren, u.a. Wir können und sollen nicht mehr überall dabei sein. Die Berufung und Begabung des Einzelnen wird in Zukunft sicher eine wichtigere Rolle spielen als bisher.
Wer sich nun zu fest auf den Begriff „Quelle Plaza“ fokussiert wird sicher zunächst enttäuscht sein. Wir suchen auch in Zukunft nicht Veränderungen, sondern legen nach wie vor Wert darauf wie wir den Weg zu Gott und zum Mitmenschen aufschließen können. Darum haben wir als wichtigste Priorität die Verantwortungen in der Leiterschaft neu verteilt und den Akzent unseres Zusammenseins noch stärker auf den Teamgedanken ausgerichtet. Statt viele verschiedene Bereiche zu betreuen, werden in Zukunft die Co/ Pastoren stärker selber an der Aufgabe wachsen und damit noch näher an der Basis ihren Dienst tun. Wie sich das in Zukunft bewährt und welche Wege sich darin bestätigen werden wir sehen. Als pastorale Leitung ist es uns ein brennendes Anliegen, uns alle, vor allem anderen, noch näher hin zu Gott zu bewegen. Nur seine mit uns gelebte Beziehung ergibt für uns alle eine sinnvolle Zukunft. (Sacharja 8, 23 In jener Zeit schließen sich zehn Männer aus den verschiedensten Völkern einem Juden an. Sie halten ihn an seinem Gewand fest und bitten: 'Wir wollen mit dir gehen! Wir haben gehört, dass Gott auf eurer Seite ist.").
Weil dies die wichtigste Voraussetzung unseres weiteren Wachstums ist, bin ich voller Zuversicht und Hoffnung.




