Zurück aus Linz
Eindrücke und Gedanken nach dem Besuch.
Nun bin ich wieder zurück von der langen Reise. Wie gesagt, 8 Stunden hat ein Weg gedauert und der Gesprächsstoff zwischen mir und Fredy ist nicht ausgegangen. Nur beim Rückweg hat das Palaver unter meiner Heiserkeit gelitten, weil sich mein Erkältungszustand drastisch verschlechtert hatte. Anders gesagt, beim Reden kam nur noch warme Luft. Böse Zungen behaupten das sei bei Pastoren nicht die Ausnahme sondern ein Dauerzustand. Fredy meinte, jetzt sei die grosse Möglichkeit gekommen dem Pastor alles sagen zu können, ohne darauf postwendend eine Reaktion zu bekommen. Nun denn, wir haben statt dessen Musik gehört und vor uns hin sinniert.
Freitag Abend: Wir trafen uns in einem Restaurant, mit einem Teil der Gemeindeleitung von der Cornerstone Gemeinde in Linz. An diesem gemütlichen Abend lernten wir uns besser kennen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie nah man sich unter Christen in so kurzer Zeit kommen kann. Bevor wir schlafen konnten, redeten Fredy und ich, wie Teenager es in einem Lager tun, uns bis morgens um 02:00 Uhr die Ohren und das Herz voll. Es ging ein langer Tag zu Ende.
Samstag Morgen: Nach einem reichhaltigen Frühstück schlenderten wir durch die Innenstadt, um am Graben 3 das neue Büro der Gemeinde zu besichtigen. Die Lokalität heisst sinnigerweise G5. Es sind wirklich super Räume die sie dort gefunden haben. Es hat mich interessiert wie eine "Bürokooperative" auf diese Weise funktionieren kann. Das Besondere ist ja, dass sich die Räumlichkeiten verschiedenste Gemeinden und Bewegungen teilen. Offenbar ist "gelebte Allianz" in Linz kein Fremdwort. Etwas Neuartiges ist der Healingroom.
Was das ist kann auf einem Video begutachtet werden. Ich finde es mutig so etwas anzubieten!
Samstag Mittag: Wir wurden von einem Pastoren-Ehepaar zum Mittagessen im "Mühlviertel" eingeladen. Es gab Reh aus der Region (es war super!!!!). Wiederum wurden die Gespräche sofort sehr nahe und persönlich. Die Gemeinde in St. Martin ist eine junge Gemeinde, die in einem Gasthaus am Ort einquartiert ist. Sie können, nach abgeschlossenem Umbau der die Gemeinde selber in die Hand genommen hat, zu einem symbolischen Betrag den "Ballsaal" mieten. Ein Nebenraum für die Kinder ist auch vorhanden. Es kamen Fragen über Leiterschaft, Coaching, Mitarbeitermotivation etc. zu Sprache, eben alles was ein Pionierpastor so bewegt. Lieber Peter und Sabine, wir möchten euch Mut machen, die Menschen der kleinen Gruppe mit einem grossen Herz weiter zu lieben und zu begleiten. Am Schluss beteten wir noch gemeinsam für meine Stimme, damit ich am Sonntag in Linz die Predigt halten konnte.
Samstag Abend. Wir wären zu einem Glas Wein bei den Pastoren der Linzer Gemeinde eingeladen. Wir müssen absagen, weil meine Stimme schlicht nicht mehr vorhanden ist. Durch schweigen, nachdenken und beten bereitete ich mich auf den Sonntag Morgen vor.
Sonntag Morgen: Wir wurden im Gemeindezentrum schon erwartet. Meine Stimme bereitete mir echte Sorgen. Zwischenzeitlich fiel sie total aus und das schon während dem Morgenessen. Das Thema das Morgens war: "singt dem Herrn eine neues Lied" (Ps.149). Ich sprach über die alten Lieder, oder die alte Leier in unserem Leben. Oder warum viele von uns auf einen Klavier nur 7 Tasten brauchen um alle meine Entelein zu spielen, obschon ihnen 100 und mehr zur Verfügung stehen würden. Viele Christen sind enttäuscht und frustriert das ewig gleiche Lied zu singen. Dann kam ich auf die Möglichkeit der neuen Lieder zu sprechen. Die Predigt hat mich selber enorm angesprochen. Wie viele Menschen möchten eine neues Lied singen und kommen einfach nicht weiter. Über die Gründe dafür möchte ich hier nicht schreiben, es würde zu weit führen.
Es war eine andächtige Stille im Raum. Nach dem Gottesdienst baten mich verschiedene Menschen um Rat und es gab viele interessante Gespräche. Dem aufmerksamen Leser fällt mittlerweile sicher auf, dass ich offenbar sprechen konnte. Für mich war das tatsächlich ein Wunder! Denn anch dem Gottesdienst war definitiv Funkstille.
Um 14:00 Uhr machten wir uns auf die Socken und kamen nach zeitweiliger völliger Stille im Auto, um 22:30 zu Hause an.
Fazit: Auf der Reise habe ich mich gefragt, ob ein solcher Aufwand sich wirklich lohnt. Ich musste feststellen: es lohnt sich immer in andere Menschen zu investieren und sie in deren Situationen zu ermutigen. Beziehungspflege in einem solchen Rahmen ist zwar aufwändig aber doch sehr wirkungsvoll. Die Linzer haben uns übrigens zugesagt, mit einem Team zu uns zu kommen um uns in das Thema "art-worship" einzuführen. Wir sind gespannt was dies auf sich hat. Mehr möchte ich noch nicht verraten. Beziehungen sind also nicht ein- sondern zweiseitig, und das scheint sich tatsächlich zwischen unseren Gemeinden anzubahnen. Macht weiter ihr Linzer, ihr seid eine tolle Gemeinde!!!




