Montag, 12. März 2007 11:42 Uhr Europe/Zurich

Emotionale Themen

Wie gehen wir als Quelle damit um?

Soeben komme ich aus einem Gespräch zurück und möchte ein paar "Hotspots" daraus in meinem Blog allen zugänglich machen.

Im letzten Quelle- Flash steht am Schluss ein Artikel darüber was Warm Blankets bezüglich ihren Spendengeldern wichtig ist. Der Artikel hat, ohne dass ich damit gerechnet hätte, einige intensive Gespräche ausgelöst. Ich habe nicht damit gerechnet, weil ich bis jetzt der Meinung war, dass wir als Quelleleitung immer wieder transparent über Geld geschrieben (Auszug aus dem Handbuch) und gegebenenfalls darüber gesprochen hatten. Was mich auch bezüglich der Reaktion verwunderte ist der Umstand, dass nicht wir als Quelle, sondern Warm Blankets Stellung bezog. Wenn wir also schon als Quelle erwähnt wurden, nutze ich die Gelegenheit ein paar Gedanken weiter zugeben:

1. Wenn wir als Verantwortliche, in positiver wie in negativer Weise, auf die Finanzen angesprochen werden, sind wir postum eingeladen, unmissverständlich zu unseren Überzeugungen zu stehen. Wir dürfen uns nicht davor drücken, auch wenn die Themen heikel und sehr sensibel sind. Geld ist also nicht ein Thema für interne Spezialisten, sondern ein Thema das uns alle angeht. Besonders betroffen sind wir in der Funktion als Pastoren, wenn unsere Verantwortung darin wahrnehmen wollen.

2. Wir möchten aber auch nicht, dass unser Dienst von einem bestimmten Teilbereich einer grossen Themenpalette bestimmt wird. Das heisst: das Thema Geld ist nicht dazu da uns in irgend einer Weise im anderen festzubeissen.

Galater 5,14 Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." 15 Wenn ihr aber einander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht voneinander verzehrt werdet!
Wir lieben unseren Nächsten, auch wenn er sich da und dort nicht mit dem Vorbild und der biblischen Lehre identifizieren kann. Dies gilt übrigens auch bezüglich anderen heiklen Themen. Wir sollen uns einmal konkret äussern und dann dürfen wir auch wieder zu einem Schluss kommen.

3. Es ist nie und nimmer unsere Verantwortung den Menschen etwas aufzuschwatzen, oder sie gar zu verändern. Wir haben aber die Aufgabe, sie liebe- und verständnisvoll mit christlichen Werten zu konfrontieren.

4. Wir wollen, dass Menschen eigenverantwortlich und konsequent Jesus nachfolgen. Also gehört das Thema Geld, so wie jeder andere Lebensbereich, ohne wenn und aber dazu. Demnach zählen wir auch nicht nach wie oft wir über Geld oder sonst was reden! Wir reden immer dann darüber wenn es die Situation erfordert und versuchen so natürlich wie möglich damit umzugehen. Der Artikel, der nun einiges an Gesprächsstoff hergibt, bestätigt lediglich unseren eingeschlagenen Weg den wir seit Jahren gehen. Es ist durchaus nicht so, dass wir als Quelle- Leitung die heiklen Themen zum Dauerbrenner machen wollen. Es sind eher die "kraftvollen" Reaktionen, die in der Regel aus den kurzen und präzisen Statements entstehen. Diese Reaktionen erachten wir als Möglichkeit zum Bibellesen, aber manchmal auch als einen prophetischen Impuls. Gerade aus diesem Grund dürfen sie nicht unter den "Gemeindeteppich" gekehrt werden. Wären die Themen keine wertvollen Impulse, würde auch keine spezielle Kraft spürbar und alles bliebe im grünen Bereich.

5.Unser Anliegen ist es, dass gerade durch die heiklen Themen unsere "Glaubenswerkzeuge" geschliffen werden. Wer seine Werkzeuge im Leben nicht in Ordnung hält, kreiert früher oder später Probleme für sich oder für andere. So möchten wir nicht jemand in der Leitung der Quelle haben, der sich bezüglich dem Stutz nichts sagen lässt, oder sogar bestrebt ist ein Tabu daraus zu machen. Geld, Macht und Sex sind Themenbereiche die wir ständig ansprechen werden, denn daran wird unser Glaube schärft!
Der Prediger gibt hier eine klare Vorgabe:
Prediger 10,5 Etwas Schlimmes habe ich auf dieser Welt beobachtet, einen großen Fehler, den Machthaber (Leiter) immer wieder begehen: 6 Die Törichten bekommen die höchsten Posten, und die Vornehmen (Treuen, Bewährten, Weisen) werden übergangen. 7 Ich habe Knechte hoch zu Roß gesehen und Fürsten, die wie Knechte zu Fuß gehen mussten......10 Wenn die Axt stumpf geworden ist, weil ihr Benutzer sie nicht geschliffen hat, muss er sich doppelt anstrengen. Der Kluge hält sein Werkzeug in Ordnung.
6. Sobald wir über ein emotionales Thema wie z. B. Leitung, Verantwortung, Sexualität, Geld zu reden beginnen, lehnt sich die spirituelle Kraft die hinter dem Thema steht, (z.B. Mammon) gegen das was Gott dazu zu sagen hat auf. In einem solchen Moment möchte ich dieser Form von Spiritualität keinen Platz geben. Denn die Gefahr ist gross, dass wir durch ein all zu grosses persönliches Engagement fremdbestimmt (manipuliert) werden. Darum streiten wir nicht, sagen aber was zu sagen ist, lassen das Gesagte stehen und delegieren das Thema wieder in die Eigenverantwortung.

7. Wir sind als Verantwortliche, vor allem bei hoch sensiblen Bereichen, gefordert, Geduld und nochmals Geduld zu haben. Mein Tipp; lassen wir immer wieder die Menschen los, denn sie liegen Gott bestimmt mehr am Herzen als mir selbst. Paulus sagt beim Abschied in Ephesus: Apg. 20 ,32 Und nun vertraue ich euch Gottes Schutz an und dem Wort seiner Gnade. Er allein hat die Macht, euern Glauben wachsen zu lassen und euch das Erbe zu geben, das er seinen Kindern zugesagt hat.

8. Es liegt also in der Eigenverantwortlichkeit des Menschen was er mit dem was Gott sagt auch tut. Das beruhigt mich und lässt mich locker bleiben. Er ist und bleibt selbst für unser geistliches Wachstum verantwortlich. Alles andere ist sektiererisch und hat mehr mit Religion zu tun als mit gelebter Spiritualität. Gott ist der Weingärtner, Jesus der Rebstock, wir die Reben. Wenn die Menschen an Jesus interessiert sind schneidet und Pflegt er die Rebe und sorgt dafür, dass sie viel Frucht bringt!
Johannes 15,1 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. 2 Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er weg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Mit diesen Gedanken möchte ich das Thema Geld im Weblog kurz aufgreifen, aber zugleich auch gleich wieder beenden. Meine Absicht ist, dem Ganzen keinen allzu grossen Platz zu geben. Mir geht es mehr um den Umgang im Miteinander, als um das Thema selber. Eines steht fest, für uns sind gelebte Werte wichtiger als erstrittene Finanzstrategien. Jeder soll letztlich selber entscheiden wie viel er ernten will! In diesem Sinn verstehe ich den Respekt und die Verpflichtung von Warm Blankets die im besagten Artikel vom letzten "Flash" deutlich zum Ausdruck kommen. Lasst mich am Schluss persönlich noch einen Text zitieren. Er ist einer meiner Schlüsseltexte wenn es um diesen heiklen Bereich geht:
2. Korinther 9,6 Dies aber sage ich: Wer sparsam sät, wird auch sparsam ernten, und wer segensreich sät, wird auch segensreich ernten. 7 Jeder gebe, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat: nicht mit Verdruss oder aus Zwang, denn einen fröhlichen Geber liebt Gott. Gott aber vermag euch jede Gnade überreichlich zu geben, damit ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk; 9 wie geschrieben steht: "Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.