
Annemarie und Adele wollten eine Reise tun.
Wohin?
Wenn schon, dann bis ans Ende der Welt!
Wo ist das Ende der Welt?
FEUERLAND!
Also dann:
FEUERLAND!
Annemarie hat unser kleines Mobil Hotel (unser Auto ein Citroen
Furgon), noch besser und praktischer ausgebaut, die Fahrtroute mehr
oder minder festgelegt und so stand der Abreise nichts mehr im
Wege.
2. 2. 1999, Dienstag
1. Reise Tag:
Starteten wir früh morgens von unserem Wohnort EL CANELO (CAJON
DEL MAIPO) um unsere lange Reise zu beginnen.
Annemarie fuhr den 1. Reisetag sehr zügig und so kamen wir bis
OSORNO.
Bei allen unseren Reisen schlafen wir fast ausschließlich auf
Tankstellen und immer in unserem Auto.
Erste Übernachtung in OSORNO.
3.2.1999, Mittwoch
2. Reisetag:
Morgens fuhren wir wieder los und vorbei an den Ort (ENTRE
LAGOS). Bemerkenswert war hier: Auf einem sehr gepflegten grünen
Rasen waren bunte Blumenbeete in geometrischen Formen, einmal hier
und einmal dort, gepflanzt. Das Interessanteste aber war, am Rande
der sehr großzügigen Rasen Fläche standen in einer
Reihe 10 Cabaña Häuschen, jedes in einer anderen Farbe,
aber alle mit einem schwarzen Dach und einer weißen Einrahmung.
Einmal etwas ganz anderes.
Dann kam PUYEHUE und der Zoll (Aduana) PASO INTERNATIONAL, CARDINAL
A. SAMORE. Wir fuhren aus CHILE hinaus und dann nach ARGENTINIEN
hinein. Beide Zollabfertigungen dauerten, alles in allem 2 Stunden,
denn es gab viele Touristen.
Dann fuhren wir weiter durch den Urwald, der sehr schön, sehr
dicht und sehr grün ist. Uralte riesige Bäume, sehr viele
und hohe Bambus Sträucher und großzügiges Farnkraut
säumten die Strecke auf beiden Seiten ein.
Weiter über BARILOCHE. Ein beliebter und internationaler
Touristen Ort. Wir hielten uns sie nicht lange auf, wir kennen
BARILOCHE von früher, deshalb fuhren wir weiter.
Durch die argentinische Pampa die hier anfängt, bis zu dem
kleinen Städtchen ESQUEL (für die Reise nach dem Süden
- zu den Gletschern- wählten wir die ROUTE 40 durch PATAGONIEN)
-
Die Steppe (Pampa) beherrscht das Landschaftsbild.
Die Pampa ist sehr niederschlagsarm. Es wächst nur dürres,
hartes Pampagras.
Da die Schafe so genügsame Tiere sind, gibt es hier viele und
großzügige Schafzüchtereien. Die Tiere sind hier bei
Tag und Nacht, allein auf der Steppe. Dann sieht man hier viele
Hasen, Graufüchse, Sträuße und Guanacos. Es ist ein
typisches südamerikanisches Tier, gehört in die Art der
Kamele. Hochbeinig, geht es langsam stolz und elegant. Wenn es rennt,
ist es wie das Galoppieren eines Pferdes. Sehr scheu. Es lebt im
Hochland der Steppen und im Gebirgshochland.
Die Pampa ist weit, sehr weit und sehr einsam. Du hast nur die
Straße auf der Du fährst und wo du glaubst, die nimmt kein
Ende. Du hast den weiten, weiten Himmel über Dir und rechts und
links der Straße die weiten, weiten Flächen. ARGENTINIEN
ist zehnmal so großzügig wie die BUNDESREPUBLIK
DEUTSCHLAND.
PATAGONIEN ist nur ein Teil des südlichen ARGENTINIENS und mehr
als zweimal so großzügig wie die Bundesrepublik.
Großzügig und weit sind die Länder in
Südamerika, für europäische Begriffe nicht sehr gut
vorstellbar.
Wir waren also bis ESQUEL gekommen und suchten eine Tankstelle auf.
Alle Tankstellen haben einen Laden wo man Allerlei kaufen kann,
ebenso eine Kaffee Stube. Wir gingen also in die kleine Cafeteria,
haben da selbst eine Kleinigkeit gegessen und beschlossen schlafen zu
gehen, wie immer in unserem Auto. Es wurde aber nicht viel daraus,
denn gut aufgelegte Jungen und Mädchen lachten und plauderten
laut, vorüberfahrende Autos machten viel Krach.
Kurz entschlossen machte Annemarie mit uns im Auto eine Runde und
parkte in einer Parallelstraße von der Tankstelle.
Natürlich war es sehr dunkel, einsam, aber ruhig und wir blieben
vor einem Haus stehen. Es war ungefähr 02:00 Uhr morgens und
Annemarie meinte: Na hier ist es sicher, hier passiert nichts!
Und so schliefen wir ein
Wir schlafen immer mit den Köpfen zur hinteren Autotüre.
Plötzlich riss jemand diese Tür auf. Annemarie wurde sofort
wach.
Adele schlief weiter, bekam noch nichts mit. Aber sie wurde dann
wach, als die Autotüre zum zweiten Male aufgerissen wurde. Der
Strolch rief, er will Feuer haben, Annemarie riss die Türe
wieder zu und schreit: NO, NO! Dann war Ruhe. Annemarie guckte durch
den Vorhang und sah gegenüber vier Gestalten, die auf unseren
Wagen zukamen - da hatte Annemarie genug gesehen.
Inzwischen hatte der Gangster nochmals die Türe aufgerissen und
Adele und Annemarie zogen die Türe gemeinsam wieder zu. Da das
immerwährende Auf und Zu nicht mehr weiter gehen konnte, dachte
Annemarie: Weg - nur weg von hier! In diesem Moment krachte es! Der
Strolch hatte einen großen Stein von der Straße
aufgehoben drückte ihn gegen die Autoglasscheiben, die in 1000
Splitter zerbrach.
Adele schrie auf! Annemarie konnte sich um nichts kümmern, was
hinten im Auto geschah und machte - sie weiß heute nicht mehr
wie - einen Hechtsprung nach vorne auf ihren Autositz, um zu starten.
Das war nicht ganz einfach. In der Schnelligkeit, musste sie unten am
Kopilotensitz noch ein Hebel aufmachen. (wir haben das System die
Batterie zu unterbrechen, damit das Auto nicht weggefahren werden
kann). Dann musste Annemarie in der Dunkelheit den
Zündschlüssel hineinbringen. Gott sei Dank sprang unser
Auto gleich an. Aber die anderen Gestalten waren auch nicht faul,
hoben auch ein Stein auf und warfen ihn gegen die Glastüre, wo
Annemarie saß. Sie trafen nur den Spiegel. Annemarie fuhr
schnell weg und zurück zu unserer Tankstelle.
Die Männer riefen gleich die Polizei an, die drei Dienstwagen
flott machten, um diese Kriminellen zu suchen, leider ohne Erfolg,
von den Strolchen keine Spur mehr. Wir schliefen den Rest der Nacht
bei der Polizei. (Im Übrigen war die argentinische Polizei sehr
nett und hilfsbereit zu uns und das auf der ganzen langen Pfad)
Wir hatten bei der aufregenden Begebenheit sehr viel Glück. Die
Burschen waren Anfänger. Wenn es Professionelle gewesen
wären, wäre die Sache ganz anders verlaufen.
Hier in ESQUEL war die zweite Übernachtung.
4.2.1999, Donnerstag
3. Reisetag:
Wir fingen den dritten Reisetag, mit frohem Mut an, es war
schönes Wetter und wir fuhren zu dem Ort PERITO MORENO wir waren
600 km gefahren, in 10 Stunden und wollten hier übernachten.
Aber Polizei und Tankstelle lagen nicht sehr günstig, also
machten wir die dritte Übernachtung auf dem Campingplatz der
Gemeinde.
Hier in PERITO MORENO war unsere 3. Übernachtung.
5. 2.1999, Freitag,
4. Reisetag:
Über CARACOLES und TRES LAGOS kamen wir nach 644 km nach EL
CHAITEN. Dieses Touristendorf liegt am LAGO VIEDMA.
Hier ist es sehr schön. Die Kulisse bildet eine langgestreckte
Bergkette von schneebedeckten Berggipfeln. Der höchste ist der
FIZ ROY mit 3375 m Höhe und ist weit im Umkreis zu sehen - durch
seine Höhe und bizarre Form.
EL CHAITEN macht den Eindruck eines österreichischen oder
schweizerischen Alpendorfes. Es werden hier allerlei Exkursionen
gemacht, für alle Ansprüche.
In CHAITEN war die vierte Übernachtung auf dem Gelände
einer Herberge.
6.2.1999, Samstag
5. Reisetag:
Am Morgen holten wir uns eine Fischerei Erlaubnis für Annemarie
und fuhren dann zum LAGO DEL DESIERTO. Die Ufer des Abflusses dieses
Sees, sind eingerahmt mit schönem Grün und schwankende
Hängebrücken führen über das Wasser.
Selbstverständlich sind wir auch schwankend darüber
getanzt. Fotos zum vorzeigen sind auch da. Annemarie zog dann noch
eine Forelle aus dem Wasser und warf sie wieder zurück, weil wir
keine Zeit zum Grillen hatten. -Weiter ging es dann nach EL CALAFATE,
wo wir in einem sympathischen Restaurant sehr gut gegessen haben,
natürlich ein richtiges dickes saftiges, argentinisches
Rumpsteak und dann satt zur Ruhe gingen.
Vorher plauderten wir noch mit zwei Rucksack-Deutschen aus Dresden,
die auch noch viel vorhatten.- Die fünfte Übernachtung war
hier in EL CALAFATE.
7. 2.1999, Sonntag
6. Reisetag:
Morgens fuhren wir dann von EL CALAFATE ab - Richtung Gletscher
GLACIAR PERITO MORENO, eines der großen Attraktionen
ARGENTINIENS.

Der eindrucksvolle Nationalpark DIE GLETSCHER, erklärt als
Kulturdenkmal der Welt von der UNESCO, und der PERITO MORENO ist der
König der Gletscher.

Auf 5 km breiter und mehr als 60 m hoher Front,
schiebt sich der eisige Gletscher in einen Seitenarm des LAGO
ARGENTINO. Er ist einer der wenigen Gletscher, der nicht schmilzt
Wir fuhren dann weiter nach RIO GALLEGOS, 175 km nur Asphalt. Das ist
immer eine Erholung, denn die Schotterwege sind eine Strapaze. Eine
Strapaze für das Auto und unsere Popos. Die ganze Reise sind
mehr als die Hälfte Schotter (Ripio) gefahren. Allerdings muss
man sagen, dass die Schotter Straßen in ARGENTINIEN sehr gut
sind, darauf konnte Annemarie 70 bis 80 km Geschwindigkeit fahren.
Die chilenischen Schotterstraßen sind höllisch gemein. Um
20:30 Uhr kamen wir in RIO GALLEGOS an und hatten Hunger, gingen in
ein Lokal dessen Besitzer ein CHILEne war. Übrigens findet man
in ARGENTINIEN viele CHILEnen die sich dort eine neue Existenz
aufgebaut haben, oder ihrer Frau in CHILE davongelaufen sind und in
ARGENTINIEN untertauchen. Feige Männer gibt es überall auf
der Welt!
Bis hier nach RIO GALLEGOS sind wir schon 3.548 km gefahren, doch
noch nach FEUERLAND, wo wir doch hinwollten sind es nochmals 591 km
und das nur über Schotterstraßen. Man muss doch sagen,
dass wir sehr "belastbar" sind!
6. Übernachtung in RIO GALLEGOS.
8.2.1999, Montag
7. Reisetag:
Dann kamen nochmals eine Zollstelle: ADUANA AYMOND. Das ist die
Ausreise aus ARGENTINIEN und Einreise nach CHILE. Abfertigung eine
Stunde. Unterwegs ist der Horizont weit, so weit wie nirgendwo
gesehen. Der Himmel ist Türkisblau, mit schönen
weißen Wolken und dann landen wir am Anlegesteg zum
Übersetzen aller Autos und vieler Lasttransporter. Ein starker
Wind, Autotüren müssen festgehalten werden und sich selbst
muss man auch irgendwo festhalten, sonst fegt einen der Sturm wie ein
Blatt Papier in die Luft über der Pampa von PATAGONIEN
bläst immer ein starker Wind, wild über die weiten
Flächen, links und rechts der Autostraße. Hier ist es sehr
schwer das Autosteuer in einer Richtung zu lenken. Der starke Wind
schlackert die Autos hin und her, nur die großen Laster
spüren weniger davon. Die Überfahrt ging über die
Meerenge von MAGALLANES. Die See war sehr bewegt.

Und dann landeten wir auf FEUERLAND (TERRA DEL FUEGO)
Es war ein großer Moment. Wir alle haben einmal in der Schule
vom FEUERLAND gelernt aber niemand dachte, oder wusste, dass er
einmal dieses Land, diese Erde am Ende der Welt betreten werde.
Dann ging es wieder einmal zum Zoll ADUANA DE SAN SEBASTIAN
Wir reisten wieder einmal aus CHILE heraus und nach ARGENTINIEN
hinein und dann weiter nach RIO GRANDE. Dort ist wirklich alles
groß. Die Straßen sind so lang, unübersehbar
lang.
Die Spaziergängerzone hat in kurzen Abständen, auf hohen
Eisenstangen, oben am Ende große Beleuchtungskugeln, etliche
Stücke. Ein paar Meter weiter, dasselbe und eine ganze lange
Straßenzeile (Promenade) lang. Wir parkten unseren Wagen bei
der Tankstelle und gingen in in die dortige Cafeteria für einen
Imbiss. Die Bedienung auf den Tankstellen sind immer gut und nett:
Bad Dusche, morgens heißes Wasser für Kaffee steht immer
bereit. Sie haben sogar schon Automaten mit heißem Wasser. Ist
das nicht fortschrittlich?? ARGENTINIEN und CHILE sind keine unter
entwickelten Länder mehr. In ARGENTINIEN und CHILE haben die
Tankstellen, (die wichtigen Tankstellen) rund um die Uhr offen.
Hier in in RIO GRANDE war die 7. Übernachtung auf der
Tankstelle.
9.2.1999, Dienstag
8. Reisetag:
Und nun kamen wir nach 4.153 km endlich zu unserem Reiseziel, zur
südlichsten Stadt der Welt, die noch von Menschen bewohnt ist:
USHUAIA! Diese Stadt ist gleichzeitig die Hauptstadt von
FEUERLAND.
Die ersten Entdecker dieser Inselwelt sahen nachts immer überall
Feuer, deshalb der Name FEUERLAND. Die dort lebenden Indianer
wärmten sich und ihre Nahrung nur sah man nie Menschen. Etwa 35
km vor dieser Stadt, ist der schönste Teil von
PATAGONIEN.

Das ganze Panorama gleicht einer Gebirgsstadt in
der Schweiz, Österreich oder Deutschland. Unten das Wasser des
CANAL BEAGLE rundherum dichte, dichte Wälder und in den
leuchtenden Himmel ragen die Schneeberge. Es gab viele Touristen aus
aller Welt. Es regnete und trotzdem liefen wir in der Stadt
herum.
Aber dann gingen wir in ein Café Haus. An unserem Tisch
saß ein Holländer der uns erzählte, er hätte
vier Monate Ferien genommen um sich Südamerika anzusehen.
In USHUAIA war die achte Übernachtung, wieder auf einer
Tankstelle.
10.2.1999, Mittwoch
9. Reisetag:
Heute fuhren wir in den argentinischen Nationalpark von FEUERLAND
(CHILE hat über 50 Nationalparks) Flüsse und Wege
durchziehen den Park, man kann frei überall herumgehen,
Wanderungen machen abreißen oder mitnehmen darf man nichts und
die Tiere muss man in Ruhe lassen.
Wir hielten mit unserem Auto an einer Stelle, an dem schönen
Fluss OLIVA, (LAGUNA VERDE), über den eine lange, schöne
Brücke führt.
Annemarie wollte fischen und machte ihre Angeln zurecht. Wie hielten
den Atem an: Ein schöner Graufuchs ging langsam und
gemütlich über die Brücke spazieren. In den
Nationalpark sind die Tiere die Herren. Sie dürfen nicht
getötet werden und schon gar nicht die gejagt werden. Nur
fischen darf man, selbstverständlich mit Erlaubnis. Annemarie
fing wieder eine Forelle, die wir dann bei der Ausfahrt verschenkten.
Wir haben die Fahrt im "Nationalpark FEUERLAND" fortgesetzt, um den
letzten Zipfel der Welt zu erreichen.
Gleich hinter dem Eingang zum Park ist eine kleine Brücke. Dort
trafen wir ein Ehepaar, Holländer, die ebenfalls in ihrer Heimat
ihren Anstellungen gekündigt hatten und sich mit ihrem
Wohnwagen, zwei Jahre lang die Welt angucken wollten, von ALASKA bis
FEUERLAND. Sie versprachen uns zu besuchen.

Als wir uns verabschiedet hatten, kamen wir dann später zu dem Teil der Welt, der nicht mehr bewohnt ist und wirklich der letzte Punkt der Erde ist. Der Name ist: LAPATAIA. Annemarie und Adele machten eine mitgebrachte Flasche Cognac auf und tranken "Prost auf den Endpunkt der Erde". Adele hatte gleich einen lustigen Schwips und wollte in den CANAL BEAGLE springen. Kaum zu glauben, aber auch hier waren Touristen aus aller Welt anzutreffen.

Von jetzt ab fing die Rückfahrt an!
Nachdem wir uns in der Freihandelszone Ushuaia reichlich mit
"Treibstoff" (Cognac, Whiskey etc.) eingedeckt hatten, ging es wieder
los.
Von LAPATAIA geht die Route bis BUENOS AIRES mit 3.065 km.
Nochmals mussten wir nach RIO GRANDE,wo wir die 9. Übernachtung
hatten, wieder auf unserer Tankstelle. Zum Zoll nach SAN SEBASTIAN,
zur Fähre, die uns von der großen Insel FEUERLAND wieder
auf das Festland ARGENTINIEN zurückbrachte.
11.2.1999, Donnerstag
10. Reisetag:
Auf dem Weg der ROUTE 3 zwischen GALLEGOS und COMMANDANTE PIEDRA
BUENA, trafen wir einen Farbigen der eine kleine Karre hinter sich
herzog Diesen Mann hatten wir bei der Hinfahrt schon auf der ROUTE 40
bei CALAFATE gesehen. Jetzt konnten wir es uns nicht verkneifen, aus
dem Auto zu steigen und den man anzusprechen. Wir waren ja wieder in
der unbarmherzigen argentinischen Pampa und wie immer ging ein
unbarmherziger Wind. Davor suchten wird Deckung bei unserem Auto,
denn der Sturm verschluckt alle Worte. Der Mann war sehr interessant,
kommt aus Nordamerika und ist seit 16 Jahren zu Fuß unterwegs.
Mit 35 Jahren zog er los, heute ist der 53 Jahre alt. Er schreibt
dann ein Buch. Er ist Doktor und "Botschafter des guten Willens" bei
der Vereinigten Nationen. Er hat eine Braut, schon sieben Jahre lang,
aber jetzt im kommenden Dezember wird er sie heiraten. In CHILE war
er schon und jetzt geht er nach BUENOS AIRES und dann nach VENEZUELA.
Wir haben zusammen gestaunt und gelacht gaben uns die Hände und
sagten: Auf Wiedersehen!

Wie übernachteten in dem Städtchen
COMMANDANTE PIEDRA BUENA .
Es war unsere zehnte Übernachtung.
12.2.1999, Freitag
11. Reise Tag:
An diesem Morgen zogen wir wieder weiter und kamen nach SAN JUAN.
Adele hatte keinen einzigen argentinischen Peso mehr und musste auf
die Bank wechseln gehen. Tankstellen, Geschäfte etc. nehmen kein
CHILEnisches Geld. Auch die Banken machten Sperenzchen, also gleich
auf die Nationalbank.
1 Dollar = 1 Argentinischer Peso
Dann weiter, immer weiter
und immer durch die argentinische
Pampa. (Die argentinische Pampa ist mehr als zweimal so groß
wie die Bundesrepublik.) Übrigens soll erwähnt werden, ganz
ARGENTINIEN ist eingezäunt, mit endlosen Drahtzäunen.
In diesem Land gibt es ja genug Holz und auf lange, lang Strecken,
sind eingerammte Holzpflöcke, die mit Stacheldraht, siebenreihig
verbunden sind. Das ist zum Schutz, dass die Tiere,
hauptsächlich die Schafe nicht über die Autobahnstrecke,
oder in das Gelände der Nachbar Estancias gehen.
Vor ungefähr 80 Jahren, waren die Herren von PATAGONIEN Besitzer
großer Reichtümer. Ihnen gehörten Millionen Hektar
Land. Die berühmten Familien: NOGUEIRA MENENDEZ BRAUN
(untereinander verschwägert) waren seinerzeit die
größten Schafzüchter der Welt. Damals gab es einen
unvorstellbaren Reichtum, Luxus und Macht. Und das wurde erreicht in
der trockensten und erbarmungslosesten Wüste der Erde, der Pampa
PATAGONIENS. (Ursprünglich wohnte da ein Indianerstamm, der sehr
große Füße hatte "Großfüßler",
daher der Name PATAGONIER)
Wir fuhren also weiter und wollten zudem versteinertem Wald (BOSQUES
PETRIFICADOS). Ist auch ein Nationalpark. Die Gesamtfläche
beträgt 15.000 ha und besteht aus 150 Millionen Jahren alten
fossilen Resten von Bäumen und zwar Araukarien, einer heute noch
bestehenden Baumart, typisch auch in Süd CHILE . Überall
auf dem Gelände liegen Teile von versteinerten Baumstämmen
herum, aber ein Baumstamm ist 35 m lang und 1,50 m im Durchmesser.
(Dies ist eine der längsten versteinerten Bäume der
Erde)
Am Ende des mittleren Jura führten starke,
vulkanische Aktivitäten, verbunden mit starken Winden und er
Eruption großer Lavaaschen Mengen dazu, dass die dadurch
umgestürzten von Asche bedeckten Bäume versteinerten
(mineralisierten). Die Mineralisierung besteht aus dem Ersetzen
organischen Materials durch anorganische Mineralien, die das Karbon
durch Silizium ersetzen - der Baum wird zu Stein-
Jetzt ist der Baum schon zu Stein geworden, aber noch mit Asche
bedeckt. Nach dem Anheben der Andenkordilleren vor 75 Millionen
Jahren, veränderte sich die klimatischen Bedingungen in
PATAGONIEN: Die Erosion durch Wasser und Wind tragen dazu bei, das
Landschaftsbild zu verändern und die verschütteten
Wälder freizugeben.
Es ist schwer verboten aus diesem Naturpark etwas mitzunehmen, sei es
auch nur das kleinste Stückchen. Wird mit Geld oder
Gefängnisstrafe geahndet. Aber es ist zum Lachen, 14. Kilometer
weit entfernt, verkauft eine alte Frau versteinerte
Baumstrünke.
Annemarie, die reiche Fundobesitzerin aus CHILE, hat von dieser
Argentinierin etliche Stücke gekauft!
In PICO TRUNCADO war die 11. Übernachtung, bei der nettesten
Polizei von ARGENTINIEN.
Sie haben uns den Fernsehraum angeboten, für den nächsten
Morgen zu duschen, Kaffee zu kochen, alles, was wir wollten.
Und 100 Prozent Sicherheit vor Überfällen und Strolchen
13.2.1999, Samstag
12. Reisetage:
Am frühen Morgen sind wir weiter und über das kleine
Städtchen LAS HERAS und PERITO MORENO gefahren und mussten zum
Zoll nach BALMACEDA kommen.

Es gab zwei Möglichkeiten. Die eine war eine
lange und schlechte Strecke von ca. 400 km und die andere
Möglichkeit war ein weniger bekannter Weg, aber nur 100 km lang.
So sagte man uns und der Weg war auch auf der Landkarte
eingezeichnet.
Wie wählten die Strecke. Es war eine sehr breite
Schotterstraße, aber nach mehr als 50 km Fahrt, begegneten wir
keinem Auto. Auch war keine Tafel, die etwas aufgezeichnet
hätte, keine Angaben nichts. Aber wir fuhren weiter. Die
Straße wurde im enger und schlechter. Endlich kamen wir zu
einem Haus. Es war aber niemand da. Annemarie hätte gerne eine
Schaufel gekauft, falls wir eine brauchen würden. Aber es lag
ein großer Prügel am Weg, den die Annemarie für alle
Fälle mitnahm.
Nun kam ein kleiner Lastwagen des Weges, ein älterer Mann und
ein jüngerer Chauffeur saßen drinnen. Sie sagten uns vor
dem Zoll in BALMACEDA sind sie zu Hause. Also fuhren wir hinter ihnen
her. Die Straße wurde immer schlechter es gab Löcher,
Rinnen, kleinere und größere Wasserübergänge
etc. und Steine, Steine, Steine. Große und kleine. Wir
ließen den Lkw im Abstand, denn es gab dichte Staubwolken und
wir wollten langsamer und vorsichtiger fahren.
Dann hielt der Wagen vor uns und die Männer sagten, sie
wären nun zuhause. Sie zeigten mit den Fingern in der Gegend
herum, um uns anzudeuten wo wir fahren müssten. Den weiteren Weg
kannten sie nicht. Also fuhren wir alleine weiter. Ein paar Minuten
lang war eine sehr hübsche Tallandschaft, die aber weiter unten
lag, unser Weg ging oben. Aber dann wurde der Weg schlecht,
schlechter am schlechtesten und ziemlich schmal.
Wir fuhren tapfer weiter. Niemand zu sehen, nur plane Pampa, weites
glattes Fell. Langsam wurde es später Nachmittag und ein starker
Wind pfiff um uns herum. Äußerlich waren wir ruhig,
innerlich nervös und gestresst. Wir wussten nicht wie weit der
Weg noch war und ob es überhaupt eine Möglichkeit gab
weiter zu fahren. Es könnte ja sein, dass plötzlich ein
großer Graben oder ein tiefes Wasser kommt und wir mit dem Auto
nicht mehr durch kommen. Wir dachten sogar, vielleicht ist der Zoll
geschlossen. Immer wieder kam eine sehr schlechte Stelle ein kleiner
Graben mit Wasser oder großen Steinen gefüllt.
Annemarie stieg oft aus um die Situation zu prüfen, ob wir noch
"drüber" kommen. Mit Karacho fuhr sie dann den Wassergraben
durch. Aber die Gefahr war immer das sie mit der Autoschnauze einmal
stecken bleibt, wenn sie den Wagen nicht mehr mit genug schwungvoll
hochziehen könnte.
Einmal wären wir fast umgekippt, weil der Wagen soviel
Schlagseite hatte.
Ihr, die Ihr das liest, habt Ihr genug Vorstellung in welcher
Situation wir waren? Ein Zurück gab es nicht. Es war bereits zu
weit und viel zu anstrengend all die Schwierigkeiten nochmals zu
überwinden, die bereits hinter uns lagen.
Ein "Zurück" war unmöglich ein "Vorwärts" war sehr
unsicher, wussten wir doch nicht, was noch alles auf uns zukommen
wird
Keine Hilfe, weit und breit nicht. Es war in der Pampa, nicht einmal
ein Vogel zwitscherte.
Annemarie fuhr schon lange ganz langsam nur mehr im Schneckentempo.
Der Weg war noch schmäler geworden.
Links und Rechts eine Wegspur und in der Mitte ein breiter
Hügelstreifen von Pampa Gras. Das Auto schaukelte wie auf hoher
See, man kann seekrank werden. Mit unserem Auto konnte Annemarie
diese zwei Spuren nicht mehr benutzen, weil sich der Wagen aufgebockt
hätte.
Sie musste mit dem einen Rad auf diesen Hügel fahren, mit dem
anderen Rad auf dem Festland. Aber dann war plötzlich der
mittlere Grasstreifen weggeschwemmt, so fuhr Annemarie circa 10
Meter, unter uns der Abgrund und die Räder liefen links und
rechts an den Seitenwänden.
Nach 10 m änderte sich die Situation total, es gab kein Weg
mehr.
Annemarie fuhr nun mehr über die Grashügel die bis 30 cm
hoch waren und bums blieb das Auto zwischen den Hügeln
stecken.
Annemarie war mit den Nerven fertig, Adele auch, aber wir mussten
weiter wir hatten keine andere Wahl.
Außerdem hatte Annemarie die ganze Strecke die sehr
großen schweren Tore von den Vieheinzäunungen auf und zu
machen müssen.
Es ging kaum vorwärts, wir waren 10 km gefahren und brauchten
dazu 6 Stunden!
Annemarie stieg jetzt mit weichen Knien aus und mit dem großen
Holzknüppel, den sie vorher in dem verlassenen Haus mitgenommen
hatte, fing an zu graben, um das Auto wieder herauszubekommen.
Ich bot meine Hilfe an, hinten an zu schieben :"hoffnungslos!", sagte
Annemarie, na'ja Versuches mal. Adele schob an und schwups, der Wagen
war wieder flott. Ganz vorsichtig und behutsam fuhren wir weiter. Es
war ein Geduldsspiel ohnegleichen.
Annemarie machte hier ihre Meisterprüfung, die sie glänzend
bestand.
Dieses schrittweise und schuckelige Fahren war sehr schlimm, jetzt
noch eine Panne, dann wären wir verloren. Wir hatten
genügend Wasser und Brot und Cognac und Whisky und viele
Kassetten für unsere letzten Stunden. Unsere Skelette
würden sie dann später einmal finden. Ihr lacht und glaubt
wir dramatisieren die Situation.
Aber nein.
Wann kommt hier ein Mensch her, weit und breit kein Telefon, keine
Polizei. Wir waren doch in der Wüste! Und es wurde langsam
dämmerig. Annemarie sah gerade aus, sah weit weg einen Berg und
meinte: "Vielleicht müssen wir dort noch rüber!" Adele sah
gar nicht hin, sondern sah nach rechts wo in einiger Entfernung ein
Auto fuhr!
Annemarie sagte auch; ja gerade sah ich auch etwas blitzen. Das Auto
fuhr weit weg, aber auf der Straße, die wir suchten und
brauchten um nach BALMACEDA zu kommen.
Ich sagte jetzt zur Annemarie: "Fahr bloß jetzt noch
vorsichtiger, dass im letzten Moment nicht noch eine Panne mit dem
Wagen passiert!" Und dann kreuzte unser "Teufelspfad" die
Straße.
Wir waren gerettet. Annemarie und Adele fielen sich um den Hals und
weinten. (Von fünf überprüften Straßenkarten
hatten vier diese Straße eingezeichnet)
Wir kamen dann bald zum Zoll, aus ARGENTINIEN raus und endlich wieder
nach CHILE hinein, wir waren zuhause in unserem Land.
Wir wollten nach COIHAIQUE und die eine Stunde Fahrt bis dahin war
sehr schön.
Wir fuhren durch ein sehr bergiges Gelände, was eventuell mit
Tirol zu vergleichen wäre.
Gleich am Anfang des Ortes war ein sehr schönes Restaurant und
eine Tankstelle. Wir konnten hier sehr gut essen und hatten auch
Hunger und gleich sehr gut geschlafen.
Wir übernachteten in auf der Tankstelle. Es war unsere 12.
Nacht.
14.2.1999, Sonntag
13. Reisetag:
COIHAIQUE kannten wir beide nicht. Es ist eine hübsche,
grüne Stadt. Da gibt es ein riesenhaftes zwei Stock hohes
Kaffeehaus, sehr alt mit Geschichte und da frühstückten
wir, sehr gut, sehr teuer.
Auf dem "Kapuziner" (Café) war ein dickes, hohes Schlagobers
(Sahne) aufgetürmt mit geriebener Schokolade und ein sehr guter
Apfelkuchen, aber alles so teuer wie ein Mittagessen.
Na Ja, was soll's ? -- Gesättigt fuhren wir dann von dieser
Stadt weg, es ging weiter zur Schlucht QUEBRADA EL MORO.
Sehr schön, die Landschaft wieder wie in SALZBURG oder TIROL.
Ungefähr 100 km von COIHAIQUE weg gab es einige Seen, wie AGUA
CERDO, LAGO LAS TORRE, LAGO EL QUEULAT. Letzterer ist sehr
groß.
Es fing etwas zu regnen an, wir wollten für heute nicht mehr
weiterfahren. Nahe der Straße war ein Bauernhof, der an den
letztgenannten See lag und so übernachten wir hier für ein
kleines Entgelt, es war die 13. Übernachtung
15.2. 1999, Montag
14. Reisetag:
Morgens wollten wir mit einem Boot auf den See hinausfahren,
Annemarie wollte fischen.
Jedoch wir fuhren weiter. PUYUGUAPI liegt an einem Fjord der hier zu
Ende war. Am LAGO RISOPATRON liegt der kleine Ort LA JUNTA. Hier in
dem Kaufmannsladen tranken wir und andere Touristen schwarzen Kaffee,
er war schlecht, aber heiß, es war sehr kalt. Hier ist die
PROVINZ AYSEN zu Ende. -- Über den LAGO YELCHO führt eine
sehr schöne Brücke, sehr schön und sehr lang viel,
viel kleiner, aber ähnlich wie die GOLDEN GATE BRÜCKE in
SAN FRANCISCO.
Annemarie warf die Angel in das Wasser, aber kein Fisch wollte
anbeißen.
Wir fuhren weiter, über CHAITEN, nach dem Fischerdorf CALETA
GONZALO, wo wir den Transportador nehmen mussten, um nach Rio Negro
zu kommen.
Fähre.
Die Überfahrt war in der Nacht und dauerte 5 Stunden. Wir
schliefen in unserem Auto. Um 21:00 Uhr schifften wir uns ein und
fuhren über den GOLF VON ANCUD.
Es war die 13. Übernachtung und dieses Mal an Bord eines
Schiffes.
Um 2 Uhr morgens schifften wir uns aus und gingen in RIO NEGRO an
Land, wo wir 6 Stunden im Auto weiterschliefen.
Von hier fuhren wir durch den Urwald nach PUELCHE zur Fähre. Es
war nur eine halbe Stunde Fahrt bis CALETA LA RENA.
Und dann ging es flott nach PUERTO MONTT. Hier waren wie immer viele
Touristen aus aller Welt. Deshalb ist auch alles schön Terra
geworden. Weiter nach PUERTO VARAS, mit seinem schönen
LLANQUIHUE SEE.
Hier selbst machten wir einen Freundschaftsbesuch, wo wir unsere 14.
Übernachtung machten, in den Betten unserer Freunde.

16.2.1999, Dienstag
15. Reisetag:
An diesem Morgen fuhren wir nach Temuco. Hier besuchten wir noch eine
Freundin und blieben bei Ihr zur 15. Übernachtung, welche dann
für unsere FEUERLAND REISE, die Letzte war.
17.2.1999, Mittwoch
16. Reisetag: Am Morgen dieses Tages fuhren wir nach Hause.
Wer hat Lust diese unsere Reise nachzumachen?
Abschließend möchten wir erwähnen, die ganze
Reisestrecke war 7700 Kilometer. Wir brauchten dazu 474,6 Liter
Treibstoff (Diesel)
Die Kosten hierfür waren 22.050 chilenische Pesos = 50 Us
Dollar
und 153,50 argentinische Pesos = 153,, 50 US Dollar.