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Update: 12.03.2006

Eco's Eso not mysterious

Dies ist ein offener Brief von Hanns-Johann Ehlen, Pastor in Kiel, der eine kurze Untersuchung der grundlegenden Inhalte des Romans 'Das Foucaultsche Pendel' zum Inhalt hat. Für nachdenkliche Apple Macintosh Anwender wird hier wichtiges Esoterikwissen zusammengestellt und die lange vermutete Verbindung Apples zur okkulten kabbalistischen Vorstellungswelt aufgedeckt. Denn neben einer rätselhaften Prophezeiung gibt Ecos Roman endlich auch eine verblüffende Antwort auf die oft gestellte Frage, was das Apple Programm HyperCard wirklich ist: Die jahrhundertelang gesuchte Karte für den 'Großen Plan' des wiedererstandenen Ordens der Tempelritter.
Ernsthafter Hintergrund: Ein Beitrag zur Geistesgeschichte des Hypertext-Konzeptes von Ted Nelson, das eine Grundlage
des Hypertext-Protokolls (HTTP) und der Hypertext Markup Language (HTML) des World Wide Web geworden ist.

Es folgt hier die Wiedergabe des ersten Teils einer vor mehreren Jahren in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlichten phantastischen Entdeckungsstory zu den wirklichen Wurzeln des Hypertext-Mythos.

Der Verfasser ist Autor der HyperCard Bibel-Stacks auf der 'Studienbibel - CD-ROM' der Deutschen Bibelgesellschaft (1990), für die er auch das Premastering der Festplatte besorgte (vgl. Die Bibel- ein alter Hypertext im Direktzugriff des Personal Computers; in: Informatik aktuell; U. Glowalla, E. Schoop (Hrsg.) Hypertext und Multimedia: Neue Wege der computergestützten Aus- und Weiterbildung, © Springer - Verlag, Berlin, Heidelberg 1992.

Magisches Buchstabenquadrat auf einem Mosaikfußboden der Kirche von Pieve Terzani in Tremoni, ca. 11. Jh.
in: Luigi Bauco/Francesco Milloca, Das Geheimnis des Pendels entschlüsselt, HEYNE Sachbuch 19/112 1990, S. 207.


Ich habe eine in Ihrer Zeitschrift wohl unübliche und etwas umständliche Anfrage wegen eines bedeutungsvollen literarischen Rätsels, auf die wohl nur Sie oder Ihre Leser möglicherweise eine Antwort wissen. Wie aus einer vor einiger Zeit im SPIEGEL (Nr. 52/89 von Willi Winkler) erschienenen Kritik bekannt ist, soll Umberto Ecos Roman 'Das Foucaultsche Pendel' in wesentlichen Teilen von seinen Lektoren im Verlag Bompiani in Mailand auf einem 'Abulafia' genannten PC erstellt worden sein. Wir kennen diese Arbeitsweise der PC-gestützten Erstellung kompilatorischer Literatur in Deutschland auch durch Dr. theol. Uta Ranke-Heinemann, Günter Walraff, Michael Ende und Walter Kempowski sowie die übrigen aktuellen, überflüssigen Plagiatsdiskussionen um Xerox, Apple und Microsoft. Sind nicht alle wie Zwerge, die auf den Schultern von Riesen stehen?

Aber hier interessiert noch etwas Anderes. Dem aufmerksamen Leser von Ecos Roman wird nicht entgangen sein, daß der PC-Hersteller Apple dreimal in recht ungewöhnlichen Zusammenhängen Erwähnung findet, einmal scheinbar völlig unmotiviert auf S. 708, wo es um die Apple Reklame "Secouez-vous les puces - Schüttelt euch die Flöhe ab" geht. Gemeint sind 'bugs', Programmierfehler, die an dieser Stelle des Romans bildhaft auf Fehler im sogenannten 'Großen Plan' hinweisen, der Weltverschwörung der Templer und der Rosenkreuzer des mythenumwobenen Ritters Christian Rosenkreutz (vielfach abgekürzt als "CR").

Bei der zweiten Stelle stehen Realität und Phantasie in einem so augenscheinlichen Widerspruch, daß ich sofort nach dem Grund dafür gesucht habe. Doch zunächst der Textausschnitt, eine Schlüsselszene des Romans, Seite 300 der großen Hanser Ausgabe:

"Ich war in eine Buchhandlung getreten, die sich schon draußen in zwei symmetrischen Schaufenstern mit ihrer Schizophrenie gebrüstet hatte. Auf der einen Seite Werke über Computer und die Zukunft der Elektronik, auf der anderen nur okkulte Wissenschaften. Und genauso ging's dann auch innen weiter: Apple und Kabbala."

Jeder Ihrer Leser, der einmal in der EDV-Ecke einer größeren Buchhandlung gewesen ist, weiß, daß er ein Buch für seinen Apple Macintosh in den unübersehbaren Bergen von MS-DOS-Ratgebern nur mit Hilfe einer freundlichen Verkäuferin findet. Wenn überhaupt, sind selten mehr als 4-5 brauchbare Bücher vorrätig. Als 'Pastor mit dem Mac' bin ich häufig von verunsicherten PC-Aspiranten gefragt worden, ob ich alle diese Bücher denn auch verstehe. "Das ist auch für mich wie Kabbala, unverständlich und überflüssig für normale Schreibtischarbeiten mit dem Macintosh", habe ich geantwortet.

Die Parallelisierung von Apple und Kabbala an dieser Stelle mußte einen anderen Grund haben. Den fand ich in einer weiteren Schlüsselszene, die ich schon gelesen hatte, auf S. 25 des Romans. Ein beliebter Trick der Autoren von Kriminalromanen besteht darin, die Lösung gleich am Anfang zu verstecken. Das begehbare Periskop im Conservatoire des Arts et Métiers in Paris dient Ecos Romanhelden Casaubon als Versteck für die Nacht. In ihm findet eine Rückbesinnung auf die Ereignisse statt, die den Hauptteil des Romans ausmachen. Eco weist hier den Leser ausdrücklich darauf hin, daß das Ambiente nicht stimmt: Das Periskop steht am falschen Platz. Vergleichen Sie bitte dazu auch den hinteren Klappentext der Hanser Buchausgabe und merken Sie sich die Jahreszahl 1984.

Die verkehrte Aufstellung des Periskops ist so gewollt, damit die innere und die äußere Geschichte in der Blickrichtung übereinstimmen. Casaubon im Periskop und sein schließlich am Pendel erhängter Freund Jacopo Belbo haben die gleiche Perspektive:

"Die Rue Conté mündete links in die Rue Montgolfier und rechts in die Rue Turbigo, an der Ecke waren zwei Bars zu sehen, Le Weekend und la Rotonde, und gegenüber eine Fassade, auf der ich mühsam eine Schrift entzifferte, LES CREATIONS JACSAM."

Paßworte, Anagramme und Karten

Mir war auf den ersten Blick klar, daß ich ein Anagramm vor mir hatte und der Schlüssel dazu im Buch zu finden war. Zur Lösung mußte es natürlich ganz gelesen werden. Aber wie sich im Alten Testament das Gesetz von den Propheten unterscheidet und in der Computerwelt IBM von Apple, wie Theologen den Buchstaben vom Geist der Schrift unterscheiden (hier vielleicht verständlicher: IBM = I Buy Macintosh), genau so unterscheidet sich die Geschichte mit dem Foucaultschen Pendel von der Geschichte mit dem Periskop.

Wer einen guten Physikunterricht hatte, der erinnert sich vielleicht auch an das Experiment mit dem Foucaultschen Pendel. Einige Vorversuche mit kleinen Pendeln dienten der Demonstration der unveränderlichen Schwingachse eines Pendels. An ihnen wurde die Theorie des Pendels vorgedacht bis zu der Frage, wie sich ein Pendel wohl auf der Oberfläche der sich drehenden Erdkugel verhalten würde: Es würde seine Schwingachse beibehalten. Dann folgte der Tag des großen Versuchs. Bei uns wurde dafür eines von mehreren Treppenhäusern in der großen Schule gesperrt. Ein an einem von der Decke des Treppenhauses herabhängenden Faden befestigstes Gewicht zeichnete mit einem unterhalb angebrachten Stift eine Linie auf einen genau zu justierenden Tisch. Nach einiger Zeit verschob sich die durch den Strich markierte Achse des Pendels und die Linie verlief schließlich schräg zur Anfangslinie. Die Theorie erklärte das durch die bloße Wahrnehmung unerklärliche Phänomen: Die scheinbar gesehene Drehung der Pendelachse verwandelte sich unter ihrem Einfluß in die sichtbar vor Augen stehenden Drehung der Erde!

Der Tisch hatte sich gedreht und wir mit ihm. Wie bei einer optischen Täuschung ein pötzlicher Umschlag der Wahrnehmung erfolgt, so erlebte ich damals eine Umwandlung meines Denkens. Und ich fing damals an, jenem Erfahrungswissen zu mißtrauen, das sich allein auf die persönliche Wahrnehmung gründete und nachvollziehbare Beweise schuldig blieb.

Die Lösung des Anagramms liegt nicht im Auszählen der Buchstaben, wie der im Buch mehrfach abgebildete Chiffrierapparat (als Vorläufer des Computers) vermuten läßt. Die Lösung muß nach ikonographischen Prinzipien, die auch in der Kabbala verwendet werden, auf den ersten Blick zu finden sein. Das Einfache, Einleuchtende, Erhabene steht inmitten eines Wusts von falschen Wegen. Das ist seit dem Bau der Pyramiden das bestimmende Prinzip aller rechtgläubigen Mystik, die sich als 'Karte des Lebens', nicht als das Leben selbst versteht.

Doch zuvor werden noch einige Hinweise gegeben für den Umgang mit der Buchstabenkombinatorik, eine Fundgrube für theologische Entbehrlichkeiten, ein Spiegelkabinett für Mathematiker. S.557: Es geht darum, die richtige "Karte" zu finden:

"Es war eine Sache, das vage Projekt von Fludd zu konzipieren, um die Karte ausgehend von einer Polarprojektion zu finden, und es war eine andere, zu wissen, wie viele Versuche dazu notwendig sein würden, und sie alle durchzuprobieren, um die beste Lösung zu finden. Und es war vor allem eine Sache, das abstrakte Modell der möglichen Kombinationen zu entwerfen, und es war eine ganz andere, an eine Maschine zu denken, die fähig sein würde, das Modell zu konkretisieren. Und siehe da, sowohl Kircher wie sein Schüler Schott entwerfen mechanische Drehorgeln, Mechanismen mit Lochstreifen, Computer, Computer avant la lettre. Fundiert auf binärer Logik. Kabbala angewandt auf moderne Mechanik. IBM: Iesus Babbage Mundi, Iesum Binarium Magnificamur: AMDG: Ad Maiorem Dei Gloriam? Von wegen: Ars Magna, Digitale Gaudium! IHS: Iesus Hardware & Software."

S.584 liest Casaubon ein File auf dem PC von Belbo mit dem Titel: 'Die Rückkehr des Grafen von Saint Germain'. Nebenbei: Wie wollen Sie einen so langen Titel in MS-DOS schreiben, mit maximal 11 Buchstaben: RCKGRVST.GER??? Wer immer die wahren Autoren von Ecos Roman gewesen sein mögen, sie kannten diese verquaste Form von File-Titeln gewiß nicht, eher vielleicht "Rückkehr d. Grafen v.St.Germain". ­ 'Abulafia' ist übrigens auch keine DOS-Abkürzung (etwa: Apparatus Building Unlimited Literature Accumulation For Incomprehensible Authorware) sondern Abraham Abulafia (1240-1292), Vertreter der ekstatischen oder prophetischen Kabbala (Bd 17 der Theologischen Realenzyklopädie, TRE,S. 494.3ff.

Das besagte File enthält ein Gespräch zwischen einer Person mit Namen 'Sator Arepo' und Belbo, in dem direkt auf die Lösung des 'Erhabenen Anagramms' angesprochen wird. Die Lösung dieses in römischen Zeiten auch als magisches Quadrat aufgefunden Anagramms wird dem Leser überlassen. Die Buchstaben lassen sich zu "Paternoster" doppelt und in Kreuzform neu anordnen mit den Buchstaben A und O für Anfang und Ende der Heiligen Schrift (s.Abb.). Jesus sagt: Ich bin der Anfang und das Ende. Aber es gibt viele Deutungen.

Auflösung des 'Sator Arepo'
nach Grosser und Agrell;
Religion in Geschichte und
Gegenwart, 31961, Bd. V. Sp. 1373f.

Es geht im Roman um das "richtige Verständnis", um die Kenntnis des Paßwortes, ohne das es keinen Zugang zum Wissen gibt. Das Mittelalter, dem Eco so verbunden ist, kannte noch die einfachen Lösungen. In Rüstungsfragen z.B. wußte man: "pas d'argent, pas de Suisses"- ohne Geld keine Schweizer Söldner. Wie mühsam ist heute die Wiederentdeckung dieser Weisheit! Mögen es Eco und alle Mitautoren, die Lektoren von Bompiani oder Belbo, Casaubon und Diotallevi im Roman sein, die erfundenden Diaboliker (Spottname für Verfasser esoterischer Literatur, die ihre Werke in Mailand auf eigene Kosten drucken lassen) oder die echten Esoteriker: Sie alle lenken die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Zahl 6, abgeleitet von der (warum nur die?) italienischen Transkription des hebräischen Gottesnamens IAHVEH (deutsche Umschrift: Jahwe; hebräisch das Tetragramm JHWH aus 4 Buchstaben). Italienisch also wegen der 6 Buchstaben des Namens, die dann auf S. 51 fröhlich permutiert werden, aber das gesuchte Paßwort zum gespeicherten Wissen von 'Abulafia' nicht bringen. Die Lösung ist auch hier wieder von verblüffender Einfachheit. und steht im krassen Gegensatz zu aller Kombinatorik. Sie wird Spielfreudigen und Programmierern hier aber nicht verraten. Die im Prinzip unerhebliche Unschärfe zwischen I und J in der Schreibung des hebräischen Buchstabens Jot ist typisch für alte Texte vor der Normierung der Rechtschreibung und wird uns gleich wieder begegnen.

Auflösung des 1. Rätsels

Jetzt zurück zu jenem Anagramm, das Casaubon und Jacopo Belbo in einer Juninacht 1984 in Paris gesehen haben. Ich verbrachte zu genau dieser Zeit meine Nächte in der Nähe von Kiel an einem nagelneuen Baby-Mac mit 128 k Speicher und einem einzigen 400k Laufwerk, einem Ausstellungsstück, das ich einem Händler durch das Angebot einer riesigen Summe baren Geldes gewaltsam entrissen hatte, um meine Hausarbeiten für das 2. Theologische Examen darauf zu verfassen. Wen erinnerte nicht die anfangs durch das Periskop geschaute und Belbos letzten Augenblick erhellende Wandinschrift LES CREATIONS JACSAM an das babylonische 'mene tekel upharsin' aus Daniel 5,25ff, das Heinrich Heine in der Ballade 'Belsazer' allen Leugnern der Größe Jahwes so eingehend als prophetische Feuerschrift an die Wand gemalt hat: Gewogen und für zu leicht befunden.

Aber, daß wir uns nicht in die Poesie verrennen: Wahrheit ist Poesie! Hier geht es darum, daß das eigentliche Paßwort-Anagramm des ganzen Eco-Romans ein Wort mit 6 Buchstaben ist, nicht IAVWEH sondern JACSAM. ­ Und dieses Wort darf nicht nach den Regeln der Dechiffrierkunst kombiniert werden (ein Spott heischender Irrweg, wie der retardierende Einschub der weiblichen Ratio vor dem Romanschluß zeigt, S.625ff), sondern nach den Regeln der freien Kombination des Arepo Sator. Tut man denn so und spiegelt ­ nach den vielen Spiegelfechtereien wie gelernt ­ das gefundene Paßwort zu JACSAMMASCAJ, dann bleibt nur noch die sehr leichte Aufgabe, aus den 12 Buchstaben den Klartext herauszulesen:

A SAMMACASCJJ

In normaler Schreibweise unter Berücksichtigung oben erwähnter Unschärfen in der Notation lese ich die dritte, an hervorragender Stelle plazierte, Erwähnung Apples als "a Sam Mac ASCII".

Nach dieser außergewöhnlich langen Einleitung bitte ich Herausgeber, Redaktion und literarisch beschlagene Leser um ihre Mithilfe bei der Lösung der Frage, was diese offenbar prophetisch gemeinten Worte bedeuten können.

Ecos Esoterische Endlosschleifen

Den bereits in der Buchbesprechung des SPIEGEL (welch ein Name in diesem Zusammenhang!) gegebenen Hinweis auf den Detektiv Sam Spade in Dashiell Hammetts Krimiseller 'Der Malteser Falke' halte ich für knapp daneben wegen der von Eco aufgezeigten Suche nach der alles entscheidenden Karte für den Großen Plan. Aber es ist doch wenigstens eine originelle Idee. Genau das (verkehrte) Gegenteil peilen Luigi Bauco und Francesco Millocca an, deren Erklärungen zum Roman uns als das "Geheimnis des Pendels entschlüsselt" im Heyne Verlag präsentiert werden. Sie sind Erbsenzähler und haben keinen Sinn für die versteckten Inhalte des Buches, was an der Verunglimpfung des 'Großen Plans' als Komplott deutlich wird. Vielleicht ahnen sie im Vorwort zu ihrem Nachschlagewerk, daß sie schon selber zur neuen Generation der Diaboliker des realen Okkultismus gehören, denen der Heyne Verlag auf der letzten Seite desselben Werkes denn auch ein Angebot zur Veröffentlichung ihrer unveröffentlichten Manuskripte macht; in aller Zurückhaltung, versteht sich.

Womit ich das 'Pendel' wohl zu den Sachbüchern stellen muß, Abteilung 'Belletristische Literaturwissenschaft'. Da ist der Autor doch vom Fach. Er muß einen marxistischen Wissenschaftsbegriff haben, denn er beschäftigt sich nicht damit, Literatur zu interpretieren. Sondern indem er hoch interpretationsbedürftige Literatur anderer Autoren nach einem neuen Plan zusammenstellen läßt, verändert er den Sinngehalt dieser Literatur und zugleich den Rahmen der Literaturwissenschaft. Deren Aufgabengebieten fügt er die wissenschaftlich betriebende Kompilation literarischer Texte hinzu. Wohlgemerkt, nicht Bücher sondern individuell gedachtes geistiges Eigentum (hier: von religiösen Inhalten) wird verflochten, ja, horribile dictu, irgendwie sozialisert und vergesellschaftet. Das Literatenvolk erhält seinen esoterischen Überbau, die materielle Basis ist durch den marktgerechten Vertrieb der Hardware des "großen Kompilators" theoretisch wie praktisch - im obersten Sechstel der Preisskala für Romane- hinreichend abgesichert. Vielleicht ist dies eine Einsicht des Spätkommunismus in die Marktwirtschaft, die von vielen ehemals sogenannten progressiven Autoren (und Software-Firmen, siehe oben) geteilt wird: Auch der dialektische Materialismus ist eine große Endlosschleife. Das ahnte wohl bereits Stalin, als er die Kybernetik aus der UdSSR verbannte.

Diese Zeilen, die Sie gerade lesen, habe ich natürlich auch auf einem Computer verfaßt und überarbeitet. Als Leser Ecos hatte ich das zunehmende Gefühl, daß meine Realität als Schreiber am Macintosh in dem selben Maße zum Spiegelbild des Romangeschehens wurde, in dem Casaubon in die virtuellen Speicher 'Abulafias' eindrang, die Belbo nach Ecos Plan mit den Gedanken der Diaboliker gefüllt hatte. So wurde ich sehenden Auges selbst ein Teil des Großen Plans. Sich dagegen zu sträuben, wäre etwa genau so unsinnig wie eine mir unterstellte Zugehörigkeit zum Orden der wiedererstandenen Templer (TRES) zu leugnen. 'Pendel'-Leser wissen, was ich meine. So lassen nun Gödel, Escher, Bach Eco munter grüßen, der seinerseits dem Kollegen und PC-Autor Douglas R. Hofstadter einen Ort in der Kabbala der Gegenwart angewiesen hat: Ein Endloses Geflochtenes Band von literarischen Interdependenzen. Ted Nelson's Global Hypertext Xanadu under construction. Unter diesem intellektuellen Level (9 nach der TETRIS-Skala) ist wirklich esoterische Wissensschau nicht mehr zu haben. "Es ist alles etwas komplizierter als das", pflegte Elisabeth Teissier neunmalkluge Astro-Sucher in ihrer TV-Show zu bescheiden.

Auflösung des 2. Rätsels

Die reine Wahrheit ist dagegen immer schlicht. Ich will meine eigenen Vermutungen wenigstens kurz nennen. Ich kenne nur ein Computerprogramm, das als 'Karte' konzipiert wurde und offen ist für alle Kombinatorik und das gleichzeitig seinen Programmcode und seine Daten im American Standard Code for Information Interchange (ASCII) aufzeichnet: HyperCard, what else? But who is Sam? ­ Das, denke ich, ist denn doch die Frage, auf die wenigstens die Gralshüter des regenbogenfarbenen Apfels den Eco-Lesern eine Antwort schuldig sind.

Alles andere ist nur zu offensichtlich! Klar, daß sich das Wissen der Kabbalisten künftig auf Macs HyperCard effektvoller verbreitet als auf anderen PCs, weil die Verbindung von Bild und Wort ( nach Abraham Abulafia vor allem des gesprochenen Wortes) von äußerster Wichtigkeit für die Entwicklung unseres Wissens ist. Siehe dazu auch John Sculley's zeitgenössische Predigten zu Hauptthemen des Großen Plans (Connectivity, Network, Spin off, Knowledge Navigator, Multimedia, OASIS: Open Architecture System Integration Strategy) und zur großen Bedeutung der Sprachanwendungen für den Macintosh. Hier noch einige Beispiele der Sprachschöpfer:

OASIS, Open Architecture System Integration Strategy. Statt "Intel" & Co: "Taligent" Inc. (Talented & intelligent). "Power Open", ein Betriebssystem? Eher assoziiere ich "Power to the People" und "Power Opium für das Volk". Die Welt der Zahlen wird zu Worten. Und aus Worten malen sich scheinbar zufällige, neue Bilderwelten, Vorboten eines systemischen, multikulturellen und interaktiven Mediamix: Kabbala, Abulafia, Literatur, Eco, IBM, DOS und Apple.

Auflösung der meisten Rätsel


Und endlich: Abraham Abulafia sah eine Verbindung zwischen der Kombinatorik der (wenigstens) 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets und der Zahl der möglichen Welten, die wie unsere Welt aus dem Wort Gottes geschaffen werden können (vgl. dazu 1.Mose 1). Bei 22 Buchstaben ergibt das immerhin 22! = 1.124.000.727.777.607.680.000 mögliche Welten. Gut, daß Gott Noah nach der Sintflut versprochen hat, nicht alle zu probieren (1.Mose 9,11-14).

Mit der Schaffung des erweiterten Apple Mac ASCII Zeichensatzes von 255 Zeichen erhöht sich aber nun unser Wissen von der Zahl der möglichen Welten auf 255! (Les Créations = die Schöpfungen), - unter der Vorausetzung der Verwendung des kabbalistischen Schrifttums. 'Kabbala und Apple' ist folglich Ecos eigene Perspektive für eine literarische Zukunft, die sich des schöpferischen Potentials voll bewußt ist.

Das Programm PowerMath 2.00 von (Charles Roth (CR!) MS M.I.T und James H. Davenport PhD Cambridge University U.K. brauchte drei Minuten auf einem - inzwischen selbst legendären - Desktop Publishing Mac II (8 MB / 25 MHz 68020/FPU/PMMU)), um einen präzisen Begriff davon zu geben, wie viele Chancen einer anderen Welt Gott bereit hält, wenn wir die Unsrige nicht mehr wollen.

 

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File: Sams Mac ASCII Permutationen

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Problem Tafel Don, 1. Feb 1990 10:06 Uhr ?255!

Antwort:
3.350.850.684.932.979.117.652.665.123.754.814.942.022.584.063.591.
740.702.576.779.884.286.208.799.035.732.771.005.626.138.126.763.
314.259.280.802.118.502.282.445.926.550.135.522.251.856.727.692.
533.193.070.412.811.083.330.325.659.322.041.700.029.792.166.250.
734.253.390.513.754.466.045.711.240.338.462.701.034.020.262.992.
581.378.423.147.276.636.643.647.155.396.305.352.541.105.541.439.
434.840.109.915.068.285.430.675.068.591.638.581.980.604.162.940.
383.356.586.739.198.268.782.104.924.614.076.605.793.562.865.241.
982.176.207.428.620.969.776.803.149.467.431.386.807.972.438.247.
689.158.656.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.
000.000.000.000.000.000.000.000

10:09 Uhr

Wow!
Diese Welt ist noch kostbarer als ich dachte!
AMDG im doppelten Sinne und mit freundlichen Grüßen,
Ihr Hanns-Johann Ehlen

PS. Bitte schreiben Sie mir , wenn Sie wissen wer Sam ist!
Meine weiterten Entdeckungen können Apple HyperCard Freunde in einem
HyperCard Stapel nachlesen, bis ich einige Artikel daraus in html-Seiten umgesetzt habe.

Seit der Abfassung des Artikels bin ich umgezogen. Meine neue Adresse ist:
Pastor H.-J. Ehlen, Michelsenstraße 17, 24114 Kiel
e-mail: ehlen@stjuergen-kiel.de

Für ganz Eilige: Die Auflösung mit meiner Antwort finden Sie am Schluß des
Erklärungsdokumentes, das diesen Text begleitet:
Meine Antwort auf die von mir gestellte Frage: 'Who is Sam?'


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