Olympics

Urlaub in den Olympics

Unser letzter gemeinsamer Urlaub stand an: wir nehmen eine Woche frei und fahren nochmal rüber auf die Olympische Halbinsel. Dazu muss ich gleich vornweg eine kurze Begebenheit erzählen: An einem Zeltplatz treffen wir ein paar Deutsche (alles voll da drüben, alle mit Wohnmobil auf dem Highway 101 unterwegs...) und man unterhält sich so beim Geschirr abwaschen:
Dirk: Wie lange sind sie denn noch unterwegs?
Deutsche Urlauberin: Ach, leider ist unser Urlaub eigentlich schon vorbei, wir fliegen in 10 Tagen nach Hause.
Da musste ich schlucken, vielleicht bin ich schon zu amerikanisiert. Man muss dazu nur wissen das der Durchnschnittsamerikaner ganze 10 Urlaubstage IM JAHR hat. Die Deutschen waren übrigens seit 3 Wochen unterwegs im Lande. Vancouver Island, das ganze Programm, alle Nationalparks. So isses.
Egal, ich wollte vom Urlaub erzählen. Mit der Fähre ging es wieder mal in die Olympics, Luzie und ich zelteten am Pazifik, wir waren (fast) am nordwestlichsten Punkt der USA. Am Pazifikstrand, mal wieder im Nebel, fanden wir Tonnen von Seesternen aller Farbrichtungen und später trafen wir Valerie und Alex im Hoh Rainforest, dem lokalen Regenwald hier. Man muss wissen das Seattle nämlich im Regenschatten (man glaubt es kaum!) der Olympischen Berge liegt und diese bekommen die volle Ladung ab: 3600 bis 4200 mm pro Jahr! Dementsprechend sieht es dort aus:
hoh
Eigentlich mutig von uns dorthin zu fahren. Wie auch immer, wir wollten nach unserer 2-Tages-Wanderung am Lake Chelan nochmal sowas machen, diesmal 3 Tage vom Regenwald zum Gletscher des Mt. Olympus hinauf. Der ist gar nicht so hoch (nur 2427m) und hier ist es gar nicht so kalt, aber weil es soviel regnet hat dieser Berg mehrere beachtliche Gletscher. Jedenfalls kann man den Hoh Rainforest Trail für 18 Meilen (29 km, one-way, also 58 km hin und zurück) entlang des Hoh Flusses von quasi 0 hinauf auf 5000 Fuss (1500m) zum Blue Glacier, dem blauen Gletscher laufen. Gesagt getan. Freitag morgen brachen wir bei Sonnenschein auf und schafften 14.8 Meilen (24 km) bis zum Martins Creek, immerhin 2400 Fuss hoch. Dort hiess es zelten. Da es dort im Regenwald so nass ist, kann man hier überall Lagerfeuer machen, was die Romatik eines solchen backpacking trips natürlich deutlich steigert. Am Ende es Tages muss das Essen dann im Sack an einen Baum gehängt werden, damit der Bär nicht mal auf die Idee kommt, etwas davon zu essen. Leider haben wir aber keinen Bären, wie am Lake Chelan gesehen. Am 2. Tag ging es dann mit leichterem Gepäck die restlichen 4 Meilen (6.5. km) hinauf zum Gletscher. Am Anfang bewegten wir uns noch in Wolken, es klarte jedoch rechtzeitig auf, und der doch recht anstrengende und sich hinziehende trail lohnt sich alleine deswegen:
blue glac
Ein herrlicher Lehrbuchgletscher und blauer Himmel belohnt uns, bevor es wieder nach unten geht. Zelte eingesammelt und die verbleibenden 4 Meilen zum Lewis Meadows. Dort zelteten wir in einem trockenen Flußbett des Hoh River, man kam sich fats vor wie am Strand. Und auch der regenwald machte seinem Namen die Ehre, am Abend begann der Regen. Am Morgen tröpfelte es noch, aber rechtzeitig zum Start des 10 Meilen (16km) Rückweges zum Auto hörte es auf. Nun konnten wir den Regenwald so erleben, wie er sein soll, triefend, feucht und grün. Ich finde das passt besser. Eine lange Autofahrt später und eine schöne Fährfahrt brachten uns am Sonntagabend zurück nach Seattle. Viele Bilder vom Zelten hier und von der 3-Tageswanderung hier.
|

Schnee in Unmengen

Da es hier in den Bergen ziemlich viel geschneit hat, sind wir oft Schneeshuhlaufen / Skifahren oder Wandern gewesen. Mit dem Schreiben komme ich nicht hinterher, deshalb erstmal Fotos dazu.
Schnee!
Mit viel Schnee meinen die hier 1.3 m in einer Nacht, wie am Mount Baker kürzlich geschehen.
|

Seattle - Redwoods und zurück 1800 Meilen

Ich weiss, ich bin viel zu spät mit der Geschichte aber ich will euch die Bilder nicht vorenthalten: Der Besuch aus Jena war vor nunmehr 4 Wochen da, Holger, Tobias und Matthias sind unsere ersten transatlantischen Gäste, Stolle war ja sowieso schon hier. Die erste Woche war Sightseeing in Seattle angesagt, herrliches Sommerwetter (Bilder siehe hier). Ich hab mir eine Woche frei genommen und auf Wunsch der 3 Besucher fahren wir entlang des Highway 101 nach Süden,
101
ihr Ziel war San Francisco. Mal sehen, wie weit wir es schaffen werden, zu fünft finden wir ja zum Glück im geräumigen Volvo platz. Um dem Labor Day Feiertagsverkehr (einer der wenigen Feiertage in den USA, ist immer an einem Montag, also langes Wochenende, markiert zugleich das Ende des kommerziellen Sommers, sprich ganz Amerika ist unterwegs) zu entkommen, flüchten wir zunächst in den Olympic National Park, sprich US 101 North:

Seattle - Sol Duc Valley, Olympic National Park
Unser erster Zeltplatz im Nationalpark, idyllisch gelegen an den Sol Duc Hot Springs - naja, leider sind die Hot Springs nur ein Pool am nahegelgenen Hotel, könnte auch das Bad in Camburg sein, wo man heisses Wasser, dass nach Schwefel riecht reingelassen hat. Aber der Zeltplatz ist doch sehr schön, sehr großzügig angelegt, jeder hat quasi sein eigenes Waldstück, es sind auch nur 70 Plätze. Jeder hat auch sein eigenes Lagerfeuer, Feuerholz gibt es für 4$ das Bündel. Also Zelte aufgebaut, Feuer an, Bier auf. Lecker.
feuer
Den folgenden Tag verbrachten wir mit Wandern im Nationalpark.

Olympic National Park - Seaside, Oregon
Die nächste Etappe führt uns nun Richtung Süden, wo wir nun zum ersten Mal auf den Pazifik treffen. Die Küste lag im Nebel, ein Anblick den wir noch öfters im Verlaufe der kommenden Tage haben sollten. Sowohl die rauhe Küste als auch der Nebel.
pacific 1
Die Nacht verbrachten wir auf dem teueresten und hässlichsten Zeltplatz der ganzen Westküstentour, aber wir trafen dort Schorsch aus Jena, der gerade im nahen Portland arbeitet. So feierten wir den amerikanischen Labor Day.

Seaside, Oregon - Newport, OR
Auf der Weiterfahrt nach Süden mussten wir gleich im nächsten Ort stoppen, wegen der spektakulären Aussicht. Cannon Beach ist so etwas wie das Sylt Portlands. Kein Nebel! Also verbrachten wir mehr oder weniger den halben Tag am Strand.
cannon beach

Newport, OR - Brandon, OR
Newport hat ein sehr schönes Aquarium, dort hat übrigens Free Willy, ja der bekannte Orca, der eigentlich Keiko hiess, seinen Lebensabend verbracht. Südlich von Newport erstrecken sich auf 80 Meilen die Oregon Dunes, herrliche Sanddünen am Pazifik.
dunes
Da ist natürlich viel Zeit zum Spielen im Sand gewesen.

Brandon, OR - Redwoods National Park, CA
Jaja, die großen Bäume... aber sie sind wirklich unglaublich groß, bis zu 100m. Die Dimension wird einem erst bewusst, wenn man einen Vergleichspunkt hat.
redwoods
Wandern durch die Redwoods zum Pazifik war herrlich. Hier auf dem Zeltplatz begegneten wir auch einige Deutschen, sie waren mit 2 Wohnmobilen (heisst hier RV für Recreational Vehicle und ist eher ein Bus) und 2 Harley Davidson Motorrädern, jeweils geschmückt mit der deutschen Flagge, unterwegs. Sie waren auch recht laut des Nachts auf dem Zeltplatz.
Hier trennten sich dann unsere Wege, da Tobias, Holger und Matthias nach San Fransicso weiter wollten, Luzie und ich aber den Rückweg antreten mussten.
n cal
Zu zweit ging es also ins Landesinnere, von da aus nach Norden auf dem Interstate 5 (Autobahn). Es blieb noch Zeit für ein einen Stopp am Mt. Shasta in Nord-Kalifornien und am Mt. St. Helens. Für mich als Geologen erfüllte sich da natürlich ein Traum, seitdem ich vor Jahren mal in einem Mikroskopierkurs an der Uni in Jena Gestein vom Ausbruch im Mai 1980 sah.
mt st helens
Der Berg ist unglaublich, weil man sich die Gewalt der Expolsion vorstellen kann, die den halben Vulkan weggesprengt hat. Und man wird wieder daran erinnert das Mt. Rainier eigentlich noch etwas größer ist... ich dramatisiere hier natürlich wieder, Mt. St. Helens gilt im Übrigen auch im Moment als aktiv, da ein Dom aus seinem neuen Krater wächst und es etwas dampft.
Die Bilder sind hier zu bestaunen.



|