Nov 2006

BREAKING NEWS: Neuer monatlicher Regenrekord!

Nur um an den letzten Blogeintrag anzuknüpfen: Der November 2006 war tatsächlich der nasseste Monat seit Anbeginn der Zeiten in Seattle. 397 mm im Monat! Also seit 1851, als man hier das erste Papphaus hinstellte (natürlich haben davor hier schon die Natives gelebt). Nach dem Schnee ein paar Tage Ruhe, aber jetzt kommt wieder ein storm nach dem anderen vom Pazifik herübergezogen. Vielleicht denkt ihr jetzt, ich rede ein bischen zu viel übers Wetter. Mag sein, aber ich kann nichts dafür, denn das ist immer das Topthema der lokalen TV Sender, KOMO 4 Eyewitness News oder King5. Dazwischen mal "The war on Iraq" aber auch nur kurz. Schätzt euch glücklich sowas wie die Tagesschau zu haben! Vermissen wir hier schmerzlich. Aber dank Internet sind wir ja nicht ganz abgeschnitten. Aber, nicht alles ist schlecht, die New York Times am Morgen zu lesen ist fast genauso wie eine Süddeutsche zum Kaffee, nur leider ist der Sportteil am Montag nicht ganz so informativ, irgendwie lässt die Bundesliga Berichterstattung hier doch zu Wünschen übrig. Zurück zum Wetter: man gewöhnt sich aber an den Regen. Er prasselt auf unser Papphaus und es fühlt sich an wie im Zelt. Ausserdem kann es uns egal sein, wie der Dezember wird, denn wir werden im Weihnachtsurlaub erst Skifahren und dann an den Strand, juhuuuuu!
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Schnee! Regenrekord (fast)! Stürme! Minusgrade!

Unglaubliche Dinge geschehen. Eigentlich wollte ich ja mal was über den Regen schreiben, wir sind nämlich sehr kurz davor den regenreichsten Monat aller Zeiten in Seattle zu haben. 15.26 Inches, also 387mm Regen gab es diesen Monat. Es fehlen noch 1.7 mm zum Rekord. Das war ja tagelang Thema in den lokalen Nachrichten, sogar die New York Times berichtete auf der Titelseite (aber das ist ein ganz lustiger Artikel). Nun aber hat es geschneit, vorgestern und vor allem gestern abend.
winterstorm
Passiert hier alle Jubeljahre mal, also ist keiner darauf vorbereitet, besonders nicht die Autofahrer. Der Verkehr kommt quasi zum Erliegen, es gibt ja auch keine Räumfahrzeuge oder Sandstreuer oder sowas. "NIGHTMARE COMMUTE" schreit die Presse, weil die Straßen komplett vereist waren. Die lokalen Fernsehsender kennen nur noch eine Nachricht, BREAKING NEWS und developing stories mit Livereportagen vom Pass und der Kreuzung Ecke 43te Straße (wir haben hier Schnee). Ist wirklich wahr, die Reporter stehen dann in Outdoorklamotten an der Straße und sagen hier steht alles, live from Interstate 5 for King5 News (mit so einer bestimmten Betonung in der Stimme). Das Ganze ist dann auch immer gleich ein Winterstorm. Die Zugezogenen hier, die von der Ostküste oder aus dem Mittleren Westen kommen, lachen sich auch nur darüber kaputt, wie chaotisch hier alles bei 2 Inch (5 cm) Schnee ist. Die sind anderes gewohnt.
Busse fahren noch unregelmässiger aber mit Schneeketten, die Schulen hatten heute geschlossen. Die Bürgersteige sind immernoch vereist, es streut ja auch keiner, weil man eben nicht vorbereitet ist. Dazu sind es gerade -7 Grad, das ist ungewöhnlich kalt. Schnee ist auch ungewöhnlich, der viele Regen im Januar war ungewöhnlich... irgendwie kann man den Glauben verlieren. Nun hoffe ich wir schaffen wenigstens noch die letzten Regentropfen zum Rekord, es hat sich ein weiterer Sturm angekündigt, diesmal mit Regen, für Mittwoch. Übrigens gibt es ein paar Klimamodellierer, die feuchtere, stürmischere Winter für den Pazifischen Nordwesten (das sind wir hier) vorraussagen, bei voranschreitender Globaler Erwärmung.

Eine developing story aus unserem Fenster.
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San Francisco! Kein Regen!

Seit dem grandiosen WM-Sommer steht der Gegenbesuch bei Ansgar in Berkeley aus. Also, entflohen wir dem Regen hier ins sonnige Kalifornien. Dort war wirklich Frühling angesagt. Einen Tag waren wir in San Francisco, was ja nur auf der anderen Seite der Bucht liegt.
SF
Ist immer wieder eine sehr schöne Stadt, sie liegt einfach herrlich zwischen Wasser und Hügeln. Und auch das Wetter passt, im November schöne 15 Grad (dafür haben die im Sommer viel Nebel). Aber das scheint es ja in Deutschland mittlerweile auch zu geben, wie man hört. Wir haben uns Kultur gegönnt, das neue de Young Museum, gebaut von Herzog & De Meuron, so wie die Allianz Arena. Dieses hier ist mit Kupferplatten belegt, die ihre Farbe im Laufe der Zeit verändern werden. Auch Berkeley selbst ist nicht nur bekannt durch die Uni, sondern erinnert wirklich ein bisschen an die Gegend um den Philosophenweg in Jena. Ja, dort gibt es mal keine rechtwinklingen Straßen. So konnten wir nochmal ein paar Tage Frühling geniessen (Fotos hier, gute Gelegenheit mit der neuen Kamera zu spielen), bevor der Winter hier einbrach...
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Vancouver, Canada

Um unser Visum zu verlängern mussten wir die USA kurzzeitig verlassen. Weil sowas geht nur im Ausland. Glücklicherweise ist die kanadische Grenze nur 2h nördlich. Und in Vancouver gibt es ein Konsulat. Eigentlich, so die Webseite, sollen dort nur kanadische Staatsbürger ihre Visa für die USA beantragen. Ansonsten kann es superlange dauern und vielleicht wird es auch nichts mit dem Visum. So in etwa die Information auf der Webseite. Entschliesst man sich nun doch den Versuch zu unternehmen und nicht nach Deutschland zu fliegen dafür, steht man vor der nächsten Hürde: einen Termin zu bekommen. Termine werden nur 8 Wochen im Vorraus vergeben. Dazu meldet man sich auf deren Webseite für 10$ an oder ruft die Hotline an, günstige 1.89$ pro Minute. Die nächsten 8 Wochen sind aber immer schon ausgebucht. Also, muss man die Webseite alle 10 Minuten besuchen - irgendwann sind mal 116 Termine frei. Die eigentlich Visabeantragung und Ausstellung geht dann problemlos, nur das Warten nervt und natürlich die schon bekannten Sicherheitsmassnahmen. Übrigens, wir haben da keinen Kanadier getroffen, der ein Visum wollte, alle waren Ausländer, die in den USA arbeiten und quasi das Gleiche machten wie wir.
vancouver bc
Wie auch immer, es war ein guter Grund sich mal die Wärmste Ecke von Kanada anzuschauen. Leider im heftigsten Regen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Zuerst waren wir 2 Tage übers Wochenede in Victoria, ein nettes Städchen auf Vancouver Island. Ein Kollege aus MPI Tagen, war dort für 3 Monate und wir konnten mit ihm und seiner Frau durch den Regen ziehen. Dann noch 2 Tage Vancouver, Visum beantragen und Visum abholen, dazwischen blieb etwas Zeit zum sightseeing (im Regen zumeist). Die Amerikaner hier in Seattle sind ja immer sehr begeistert von Vancouver, meinen es wäre so europäisch. Tatsächlich gibt es dort einen Zara, die spanische Klamottenkette, bie denen ich gerne Hemden kaufe (die fertigen übrigens zu 70% in Europa, mal nicht in China). Also, natürlich ist Vancouver nicht wie Europa, mit alten Straßen und kleinen Gässchen. Ist ja auch erst ca. 1870 gegründet worden. Aber man kann dort ganz gut sehen, dass moderne Städte nicht nur aufs Auto ausgelegt werden müssen (das ist das was in den USA in den 60er Jahren passiert ist, man baute Highways überall, besonders in den Städten im Westen, Platz war ja genug). Downtown, das Zentrum ist schön , es wohnen Leute dort. Es gibt Parks und ruhige Ecken und kaum eine große Highwaybrücke mitten durch die Stadt. Erinnert sehr an Seattle, die Lage an den Bergen, nur eben ist Downtown etwas durchdachter und angenehmer. Auch gibts da ne S-Bahn, in Seattle soll ab 2009 eine light rail (Straßenbahn) zum Flughafen fahren, und 2018 wird die Universität angebunden sein. Besser spät als nie. Mehr Bilder hier.
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Herbst in Seattle - wieder ein Rekord!

Der Herbst ist da. Nach einem herrlichen Sommer beginnt nun wieder der Regen - wieder mal auf dem Weg in einen Rekord: der nasseste November seit Beginn der Wetteraufzeichnung hier. Und dabei ist der November erst halb überstanden. Irgendein Rekord findet sich aber hier immer, auch so eine Obsession der Amerikaner. Aber es regnet wirklich viel. Wir sind mengenmässig nah dran am Januar 2006. Dafür bot der Spätherbst sehr schöne Farbenspiele und einige Feiertage, z.B. Halloween.
herbst2
Ein paar Eindrücke aus Seattle im Herbst gibts hier. Da die bestimmende Farbe nun bald wieder grau sein wird, hab ich das blog mal auf grün gestellt.
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Wandern, solange es noch geht

Mit dem Schnee im Nacken versuchen wir nochmal in die Cascades zu kommen bevor diese unter Schneemassen versinken, und uns damit dankbarerweise zum Skifahren verleiten. Aber der Spätherbst/Sommer lockte uns nochmal mit klarem Himmel in die Berge.
butte
Mich reizen ja immer besonders die Wanderungen, bei denen man einen freien Blick auf Mt. Rainier hat. Vom McClellum Butte, so heisst der Berg, hatte man eben solche Blicke. Ende Oktober waren wir dann auch mal auf der Ostseite der Cascades wandern, dort ist es gewöhnlich trockener als in Seattle. Die Wanderung zur Trogsden Ridge war auch trotz der Kälte, sehr schön.
trogsden
Als wir wieder in Richtung Seattle fuhren, mussten wir aber feststellen, das es überall geschneit hatte, und der Snoqualmie Pass über die Cascades wegen Schnee geschlossen wurde (der geneigte Leser dieses blogs erinnert sich vielleicht daran, das mir im November des vorigen Jahres bereits Ähnliches passierte). Zum Glück war er diesmal nur für 4h geschlossen, also sind wir im nahen Ort Cle Elum in eine Kneipe eingekehrt und haben Burger gegessen, bis der Pass wieder passierbar war und der 30km Rückstau sich augelöst hatte. Um Mitternacht waren wir wieder zu Hause... die nächsten Wochenenden werden wir wohl eher in Museen hier in Seattle verbringen.
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Bayern in den USA

Wenn man in den USA sagt, man käme aus Deutschland, erzählen einem alle ach ja, ich war schon mal da! In München, Oktoberfest und so. Autobahn! Aber wollen wir mal nicht ungerecht sein, umgekehrt ist es ja auch nicht anders, Seattle assoziert man daheim ja auch allgemein mit Nirvana und Regen. Siehe die TAZ über Seattle hier. Und vielleicht Kaffee. Jedefalls sind wir um unsere Geburtstage im September in den herrlichen North Cascades gewesen, in der Nähge eines kleinen Städchens namens Leavenworth. In den guten alten Zeiten wurden da Bäume gefällt und zu Holz gemacht (im Sinne von Geld). Dann waren alle Bäume weg, zumidest fast, und Umweltschützer und so Leute traten auf den Plan - naja, wahrscheinlich ist es nur einfach billiger nun Holz aus Indonesien oder China zu importieren.
leavenworth
Jedenfalls musste sich die Stadt ein neues Standbein suchen und die herrliche Bergwelt ringsum schrie nach Tourismus. Also wurde das Dorf kurzerhand in ein bayrisches Bergdorf umgewandelt. Alle Häuser mussten im bayrischen Stil (um)gebaut werden. Wir waren da als gerade das Oktoberfest stattfand - es gab Bier und Bratwürste und Sauerkraut, gar nicht so schlecht! Aber eine Stunde reichte, bevor wir uns in die Berge verabschiedeten, wandern ist dort herrlich. Wir sind hier schon auf der Ostseite der Cascade Mountains, es ist dort deutlich trockener, was vor allem heisst, man hat mehr Blicke, weil es weniger Vegetation dort gibt (oder ist das noch Resultat der Holzfällerarbeit?). Hier ein paar Bilder von diesem Wochenende, übrigens mit der neuen Kamera, Spiegelreflex ist wieder da.
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