Mal wieder eine Ruder- Horror-Storry
25/02/07 15:37 Filed in: Luzies
Geschichten
Wenn Dirk und ich wandern gehen, lassen wir immer
unsere Hühneraguen nach Schwarzbären Ausschau halten-
man weiß ja nie… Vor einem Jahr hat es ein
Schwarzbär tatsächlich geschafft sich unbemerkt durch
die dichtbesiedelten Vororte von Seattle zu drücken ,
um dann in einem Park im Herzen Seattles (3 Kilometer
entfernt von uns) endeckt
und erschossen zu werden. Wilde Tiere
sind hier also im Zweifelsfall überall zu
finden.So, und nun zu dem, süßen See, auf dem ich
rudere. Heute Früh, ich war etwas spät, haben sich
gerade ein paar Mädels und Jungs über die
potentielle Gefahr von Haiangriffen auf dem
Lake Union (der
See auf dem wir rudern, durch eine Schleuse vom
Puget Sound getrennt, ein Ästuar, der dann langsam
ins offene Meer via die Juan de Fuca Strasse
führt) unterhalten. Eigentlich ein witziger
Gedanke. Ich habe mir bisher noch keine Gedanken
darum gemacht. Da das Kentern aber eine alltäglich
Gefahr beim Rudern ist, habe ich gespannt
zugehört. Zu dem wunderbaren Film aus den
Einführungstagen “Tod durch Rudern”
(s. catching a
crab), kam jetzt also noch ein neue
Variante hinzu - Haiangriff.
Einige meiner Ruderkollegen kommen aus Ecken der USA, wo sie wohl schon in Buchten mit Haien gerudert sind. Ein Mädel erzählte daraufhin, wie sie als Kind in einem Ruderboot mit Motor gesessen habe. Der Motor war wohl gerade aus und der Rotor noch etwas am rotieren, als das Boot anfing zu rütteln. Sie hat sich umgedreht und da hing doch ein fetter Hai am Ruderboot und hat es versucht zu fressen. Sie meinte Sie habe noch nie so eine Angst gehabt. Das ganze hat sich auf den San Juan Inseln nördlich von Seattle zugetragen….Habe ich schon erwähnt, dass das unser Ziel für den nächsten Sommer ist (kennt jemand “Schnee der auf Zedern fällt”? Das spielt dort)? Ruderboot fahren fällt aus!Offensichtlich kommt es tatsächlich vor, dass Ruderboote auf Hoher See angegriffen werden. So rudern Vereine zum Beispiel in Neuseeland auf dem Meer und da kommt es dann schon mal vor, dass sich ein Hai im Boot verbeißt.Ich werde berichten, wenn es ein Hai geschafft hat durch die Schleuse zu kommen und sich in meinem Paddel verbeisst. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich mit meinem Paddel einem Lachs einen auf das Sockeye gebe- die kommen nämlich bald wieder in Massen zum Laichen durch den See geschwommen. Vielleicht das ungefährlichere Erlebnis von beiden ;o)
Einige meiner Ruderkollegen kommen aus Ecken der USA, wo sie wohl schon in Buchten mit Haien gerudert sind. Ein Mädel erzählte daraufhin, wie sie als Kind in einem Ruderboot mit Motor gesessen habe. Der Motor war wohl gerade aus und der Rotor noch etwas am rotieren, als das Boot anfing zu rütteln. Sie hat sich umgedreht und da hing doch ein fetter Hai am Ruderboot und hat es versucht zu fressen. Sie meinte Sie habe noch nie so eine Angst gehabt. Das ganze hat sich auf den San Juan Inseln nördlich von Seattle zugetragen….Habe ich schon erwähnt, dass das unser Ziel für den nächsten Sommer ist (kennt jemand “Schnee der auf Zedern fällt”? Das spielt dort)? Ruderboot fahren fällt aus!Offensichtlich kommt es tatsächlich vor, dass Ruderboote auf Hoher See angegriffen werden. So rudern Vereine zum Beispiel in Neuseeland auf dem Meer und da kommt es dann schon mal vor, dass sich ein Hai im Boot verbeißt.Ich werde berichten, wenn es ein Hai geschafft hat durch die Schleuse zu kommen und sich in meinem Paddel verbeisst. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich mit meinem Paddel einem Lachs einen auf das Sockeye gebe- die kommen nämlich bald wieder in Massen zum Laichen durch den See geschwommen. Vielleicht das ungefährlichere Erlebnis von beiden ;o)
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Schnee in Unmengen
25/02/07 15:20 Filed in: Personal
Da es hier in den Bergen ziemlich viel geschneit hat,
sind wir oft Schneeshuhlaufen / Skifahren oder
Wandern gewesen. Mit dem Schreiben komme ich nicht
hinterher, deshalb erstmal Fotos dazu.
Mit viel Schnee meinen die hier 1.3 m in einer Nacht, wie am Mount Baker kürzlich geschehen.
Mit viel Schnee meinen die hier 1.3 m in einer Nacht, wie am Mount Baker kürzlich geschehen.
Kaffee trinken in Seattle
12/02/07 20:36 Filed in: on America
Lange habs ich schon vor, nun endlich kommt der
Bericht zum Kaffetrinken.
Das ist nämlich was besonderes hier, und nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Aufgrund extremen Zeitmangels hat der Amerikaner das Kaffeetrinken to-go erfunden. Das gibt es ja inzwischen auch schon in Deutschland. Da man hier die meiste Zeit seines Lebens auf Arbeit oder im Auto verbringt, muss jedes Auto mehrere Getränketassenhalter haben. Die europäischen Hersteller haben da auch gewisse Umsatzeinbussen hinnehmen müssen, weil sie diesen Trend verschlafen hatten. Ein guter SUV aus dem (untergehenden) Hause Ford, GM oder Chrysler hat 7. Aber das nur am Rande. Zurück zum Kaffee.
Kaffee in den omnipräsenten Cafes zu bestellen ist nicht so einfach. Als ich zum ersten Mal die Tafel las, auf der angeschrieben ist was man so alles bestellen kann, verstand ich gar nichts. Möchte man einen tall, medium oder grande oder venti (das sind nur die Größen, und jeder Kaffeeladen hat da andere Bezeichnungen für. Warum man nicht einfach bei small medium large geblieben ist...)? Man sollte ja meinen Kaffee ist Kaffee. Naja, ich bestellte einfach einen mittleren Kaffee. Man kommt sich dann doof vor, weil der vor einem der Barista (so heissen hier die Kaffeebarverkäuferinnen) einen ganzen Roman an die Backe gelabert hat und dann einen wahnsinnig sophisticaeted Kaffee bekommt, der 10 Minuten braucht, bis er gar ist. (hier hebt sich der Zeitgewinn durch das to-go Gehabe wieder auf).
Noch problematischer sind die ungefähr tausend verschiendenen Optionen, die man für seinen Kaffee hat, die aber nirgendwo stehen.
Ich glaube dass der Erfolg von Starbucks mit dem amerikanischen Streben nach ungeheurer Indiividualität einhergeht. Dh der Kaffee kann in 10.000 verschiedenen Varianten hergestelllt werden. Nicht nur kann man Milch haben, nein die kann entweder fat-free oder Soya Milch sein. Dann kann der Kaffee double oder single shot sein, also doppelt oder einfach (Espresso immerhin). Dann natürlich das übliche, Latte, Capuccino. Besonderheit ist der Americano, ein mit heissem Wasser verdünnter Espresso. Schmeckt auch so. Ach ja, und man kann dann noch extra room for cream (also extra Platz für Milch) haben. Und der ganz normale Kaffee wäre dann ein Drip Coffee, also der bekannte Filterkaffee.
Aber bei allem Wirrwarr muss man Seattle zugestehen, das die Kaffeekultur doch etwas hat, es gibt quasi nur Organic Coffee, also politisch korrekten Fair Trade Kaffee, der Kaffe ist lecker und die Cafes sind sehr nett. Man muss hier nie zu Starbucks gehen, es gibt ne Menge schicke Cafes in jedem Viertel. Trotz allem organic Gehabe wird der Kaffee aber gerne in Pappbechern serviert, aber als richtiger Seattlelite hat man natürlich einen Thermosbecher aus Metall. Sobald man aufs Land raus fährt ist natürlich der Spass vorbei und man sehnt sich nach Starbucks. Vor allem jenseits der Espresso Divide.
Das ist nämlich was besonderes hier, und nicht so einfach wie man sich das vorstellt. Aufgrund extremen Zeitmangels hat der Amerikaner das Kaffeetrinken to-go erfunden. Das gibt es ja inzwischen auch schon in Deutschland. Da man hier die meiste Zeit seines Lebens auf Arbeit oder im Auto verbringt, muss jedes Auto mehrere Getränketassenhalter haben. Die europäischen Hersteller haben da auch gewisse Umsatzeinbussen hinnehmen müssen, weil sie diesen Trend verschlafen hatten. Ein guter SUV aus dem (untergehenden) Hause Ford, GM oder Chrysler hat 7. Aber das nur am Rande. Zurück zum Kaffee.
Kaffee in den omnipräsenten Cafes zu bestellen ist nicht so einfach. Als ich zum ersten Mal die Tafel las, auf der angeschrieben ist was man so alles bestellen kann, verstand ich gar nichts. Möchte man einen tall, medium oder grande oder venti (das sind nur die Größen, und jeder Kaffeeladen hat da andere Bezeichnungen für. Warum man nicht einfach bei small medium large geblieben ist...)? Man sollte ja meinen Kaffee ist Kaffee. Naja, ich bestellte einfach einen mittleren Kaffee. Man kommt sich dann doof vor, weil der vor einem der Barista (so heissen hier die Kaffeebarverkäuferinnen) einen ganzen Roman an die Backe gelabert hat und dann einen wahnsinnig sophisticaeted Kaffee bekommt, der 10 Minuten braucht, bis er gar ist. (hier hebt sich der Zeitgewinn durch das to-go Gehabe wieder auf).
Noch problematischer sind die ungefähr tausend verschiendenen Optionen, die man für seinen Kaffee hat, die aber nirgendwo stehen.
Ich glaube dass der Erfolg von Starbucks mit dem amerikanischen Streben nach ungeheurer Indiividualität einhergeht. Dh der Kaffee kann in 10.000 verschiedenen Varianten hergestelllt werden. Nicht nur kann man Milch haben, nein die kann entweder fat-free oder Soya Milch sein. Dann kann der Kaffee double oder single shot sein, also doppelt oder einfach (Espresso immerhin). Dann natürlich das übliche, Latte, Capuccino. Besonderheit ist der Americano, ein mit heissem Wasser verdünnter Espresso. Schmeckt auch so. Ach ja, und man kann dann noch extra room for cream (also extra Platz für Milch) haben. Und der ganz normale Kaffee wäre dann ein Drip Coffee, also der bekannte Filterkaffee.
Aber bei allem Wirrwarr muss man Seattle zugestehen, das die Kaffeekultur doch etwas hat, es gibt quasi nur Organic Coffee, also politisch korrekten Fair Trade Kaffee, der Kaffe ist lecker und die Cafes sind sehr nett. Man muss hier nie zu Starbucks gehen, es gibt ne Menge schicke Cafes in jedem Viertel. Trotz allem organic Gehabe wird der Kaffee aber gerne in Pappbechern serviert, aber als richtiger Seattlelite hat man natürlich einen Thermosbecher aus Metall. Sobald man aufs Land raus fährt ist natürlich der Spass vorbei und man sehnt sich nach Starbucks. Vor allem jenseits der Espresso Divide.
Kakalaken auf Hawaii
11/02/07 11:12 Filed in: Luzies
Geschichten
Die meisten Reisen leben ja eher von den kleinen
Geschichten, die im so im Urlaub passieren. Zu meinen
Lieblingsgeschichten gehören ja immer
Tiergeschichten, wie der ein oder andere weiß... In
unserem Hawaii Urlaub gab es auch wieder eine - ganz
nach meinem Geschmack!
Es fing alles damit an, dass wir an der Westseite der Insel keinen Zeltplatz am Strand gefunden haben und daraufhin gleich in die Berge gefahren sind. Als wir am nächsten Tag den Berg wieder runter gefahren sind, fing das Lenkrad tierisch an zu rütteln und allgemein war das Bremsverhalten des Autos für die Sau (soweit unsere erste tierische Begegnung :0) ). Wir sind also zurück zu ALAMO und haben die Karre umgetauscht. Als Ersatz gab es ein noch hässlicheres Auto in Rot, das mir aber bald schon viel Freude bereiten sollte.Wir sind wieder die Westküste hochgefahren und haben uns süße kleine Dörfer angeguckt. Da Hawaii Kaffeeland ist, hat es sich Dirk auch nicht nehmen lassen in jedem Dorf einen Kaffe zu trinken oder viel mehr einen Kaffee mit ins Auto zu nehmen, da die Cupholder ja benutzt werden müssen. In Hawi, ganz im Norden, sind wir wieder ausgestiegen, um einen Kaffe zu trinken- wir haben es dann aber doch in Eis umgewandelt. Dirk hatte danach einen tierischen Durst und ist zurück in die Kohala Coffee Mill, die uns im Lonely Planet wegen seines „heavenly Tropical Dreams ice cream“ angepriesen wurde. Ich bin noch etwas die Hauptstraße hoch und runter und habe die abgefressenen Häuser bewundert und die alten Autos, die im Garten dem Rott vorgeworfen wurden. Dirk kam mir dann irgendwann Smoothy- Schwanger und glücklich entgegengeschwankt und wir sind nach einer kleinen „ guck- dir- das -mal -an- ha -ha- Runde“ zurück ins Auto, in dem wir beschlossen, dass uns das kleine Dorf recht sympathisch war. Rüber übern Berg, Sonnenuntergang angeguckt und dann ab ins Hotel (gut erkannt, wir sind immer weit vor Mitternacht schlafen gegangen). Zwischendurch hat Dirk immer noch mal einen kräftigen Zug von seinem Fruchtgetränk durch den Strohalm gezogen, so dass das Eis (es klang zumindest so) am Boden geklappert hat. Sense war erst, als wirklich der letzte Tropfen Saft aus dem Becher verschwunden war und nur noch Eis am Boden vor sich hin schwamm. Dieses hat Dirk immer wieder durch schütteln des Bechers getestet und dann doch noch ein paar frisch geschmolzene Tropfen durch den Strohalm gezerrt. Am nächsten Tag waren wir wandern und haben andere Scherze gemacht bevor es weiter nach Honoka im Nord-Osten der Insel ging. Nach zwei Tagen in einem netten Hotel dort mit Blick aufs Meer, wollten wir endlich unser Zelt am Wasser aufstellen. Dazu mussten natürlich noch ein paar Dosen und Spagetti eingekauft werden. Dirks Getränkebecher war immer noch im Auto. Ich habe mir das Ding geschnappt, um es in den Müll zu bringen. Das Taschentuch, dass ich in meiner Hand hielt, sollte nach meinem Augenmaß perfekt in den Becher passen, woraufhin ich den Plastikdeckel anhob und.... Familie Kakalake mich mit glasigen Augen ansah. Vater, Mutter, Mutter und zwei Kinder. Sie schwammen tot in der Minnipfütze, welche Dirk übrig gelassen hatte. Mit Vorfreude auf Dirks Gesicht bin ich zurückgelaufen und habe ihm meinen Fund gezeigt. Dirk sagte daraufhin nur: “Hm, ich habe sie nicht geschmeckt. Ist mir egal, solange ich es nicht gemerkt habe.“ – Sowas kann nur ein erfahrener Südamerikareisender sagen! Dirk hatte aber auch seine Freude am Gedankenspiel wie die Kakerlaken in den Becher gekommen sein könnten. Da wir nicht ganz ausgeschlossen haben, dass die Kakalaken (trotz geschlossenen Deckels) auch hinterher in das Getränk haben klettern können – Dirk stellte sich den Strohalm als gute Gelegenheit dabei vor- war von da an alles Kakalakenwasauchimmer. Unser Auto war die Kakalakenburg, Smoothies waren Kakalakis und alles hatte eine kleine Kakalakennote. Als kleine Falle haben wir dann einen Kakalaki getrunken und den Becher wieder im Auto stehen lassen- nichts passierte. Waren die Kakalaken also doch schon vorher in Dirks Getränk gewesen (tiefgehfrohren und ohne Geschmack, wie Dirk dazu bemerkte)? Wir haben viel gelacht, bis ich dann eines Nachts beim öffnen des Kofferraumes eine Kakalake habe weghuschen sehen. Dirk fand unser Auto daraufhin mit einem male total ekelig und seine Sachen waren in Gefahr. Seit wann ist es besser an toten Kakalaken zu lutschen, als Kakalaken unter der Fußmatte zu haben, Dirk? Wir haben am gleichen Abend noch eine kleine Kaki mit `nem Schlappen erlegt.An einem der nächsten Tage sind wir dann zu einem buddhistischen Tempel gefahren. Zurück im Auto habe ich überlegt, dass ich vielleicht zum Buddhismus übertreten könnte (der Mönch war so fürchterlich nett und den Dalai Lama konnte ich schon immer gut leiden) und daher keine kleinen harmlosen Tiere umbringen sollte... gedacht, aus dem Augenwinkel was flitzen sehen und aus Reflex meine Latschen vom Fuß gezerrt und drauf geschlagen. Die Kakalake ist wie im Comic für eine halbe Sekunde an der Seite der Mittelkonsole kleben geblieben und dann langsam abgeschmiert. Tja, soviel dann wohl zum Buddhismus...
Es fing alles damit an, dass wir an der Westseite der Insel keinen Zeltplatz am Strand gefunden haben und daraufhin gleich in die Berge gefahren sind. Als wir am nächsten Tag den Berg wieder runter gefahren sind, fing das Lenkrad tierisch an zu rütteln und allgemein war das Bremsverhalten des Autos für die Sau (soweit unsere erste tierische Begegnung :0) ). Wir sind also zurück zu ALAMO und haben die Karre umgetauscht. Als Ersatz gab es ein noch hässlicheres Auto in Rot, das mir aber bald schon viel Freude bereiten sollte.Wir sind wieder die Westküste hochgefahren und haben uns süße kleine Dörfer angeguckt. Da Hawaii Kaffeeland ist, hat es sich Dirk auch nicht nehmen lassen in jedem Dorf einen Kaffe zu trinken oder viel mehr einen Kaffee mit ins Auto zu nehmen, da die Cupholder ja benutzt werden müssen. In Hawi, ganz im Norden, sind wir wieder ausgestiegen, um einen Kaffe zu trinken- wir haben es dann aber doch in Eis umgewandelt. Dirk hatte danach einen tierischen Durst und ist zurück in die Kohala Coffee Mill, die uns im Lonely Planet wegen seines „heavenly Tropical Dreams ice cream“ angepriesen wurde. Ich bin noch etwas die Hauptstraße hoch und runter und habe die abgefressenen Häuser bewundert und die alten Autos, die im Garten dem Rott vorgeworfen wurden. Dirk kam mir dann irgendwann Smoothy- Schwanger und glücklich entgegengeschwankt und wir sind nach einer kleinen „ guck- dir- das -mal -an- ha -ha- Runde“ zurück ins Auto, in dem wir beschlossen, dass uns das kleine Dorf recht sympathisch war. Rüber übern Berg, Sonnenuntergang angeguckt und dann ab ins Hotel (gut erkannt, wir sind immer weit vor Mitternacht schlafen gegangen). Zwischendurch hat Dirk immer noch mal einen kräftigen Zug von seinem Fruchtgetränk durch den Strohalm gezogen, so dass das Eis (es klang zumindest so) am Boden geklappert hat. Sense war erst, als wirklich der letzte Tropfen Saft aus dem Becher verschwunden war und nur noch Eis am Boden vor sich hin schwamm. Dieses hat Dirk immer wieder durch schütteln des Bechers getestet und dann doch noch ein paar frisch geschmolzene Tropfen durch den Strohalm gezerrt. Am nächsten Tag waren wir wandern und haben andere Scherze gemacht bevor es weiter nach Honoka im Nord-Osten der Insel ging. Nach zwei Tagen in einem netten Hotel dort mit Blick aufs Meer, wollten wir endlich unser Zelt am Wasser aufstellen. Dazu mussten natürlich noch ein paar Dosen und Spagetti eingekauft werden. Dirks Getränkebecher war immer noch im Auto. Ich habe mir das Ding geschnappt, um es in den Müll zu bringen. Das Taschentuch, dass ich in meiner Hand hielt, sollte nach meinem Augenmaß perfekt in den Becher passen, woraufhin ich den Plastikdeckel anhob und.... Familie Kakalake mich mit glasigen Augen ansah. Vater, Mutter, Mutter und zwei Kinder. Sie schwammen tot in der Minnipfütze, welche Dirk übrig gelassen hatte. Mit Vorfreude auf Dirks Gesicht bin ich zurückgelaufen und habe ihm meinen Fund gezeigt. Dirk sagte daraufhin nur: “Hm, ich habe sie nicht geschmeckt. Ist mir egal, solange ich es nicht gemerkt habe.“ – Sowas kann nur ein erfahrener Südamerikareisender sagen! Dirk hatte aber auch seine Freude am Gedankenspiel wie die Kakerlaken in den Becher gekommen sein könnten. Da wir nicht ganz ausgeschlossen haben, dass die Kakalaken (trotz geschlossenen Deckels) auch hinterher in das Getränk haben klettern können – Dirk stellte sich den Strohalm als gute Gelegenheit dabei vor- war von da an alles Kakalakenwasauchimmer. Unser Auto war die Kakalakenburg, Smoothies waren Kakalakis und alles hatte eine kleine Kakalakennote. Als kleine Falle haben wir dann einen Kakalaki getrunken und den Becher wieder im Auto stehen lassen- nichts passierte. Waren die Kakalaken also doch schon vorher in Dirks Getränk gewesen (tiefgehfrohren und ohne Geschmack, wie Dirk dazu bemerkte)? Wir haben viel gelacht, bis ich dann eines Nachts beim öffnen des Kofferraumes eine Kakalake habe weghuschen sehen. Dirk fand unser Auto daraufhin mit einem male total ekelig und seine Sachen waren in Gefahr. Seit wann ist es besser an toten Kakalaken zu lutschen, als Kakalaken unter der Fußmatte zu haben, Dirk? Wir haben am gleichen Abend noch eine kleine Kaki mit `nem Schlappen erlegt.An einem der nächsten Tage sind wir dann zu einem buddhistischen Tempel gefahren. Zurück im Auto habe ich überlegt, dass ich vielleicht zum Buddhismus übertreten könnte (der Mönch war so fürchterlich nett und den Dalai Lama konnte ich schon immer gut leiden) und daher keine kleinen harmlosen Tiere umbringen sollte... gedacht, aus dem Augenwinkel was flitzen sehen und aus Reflex meine Latschen vom Fuß gezerrt und drauf geschlagen. Die Kakalake ist wie im Comic für eine halbe Sekunde an der Seite der Mittelkonsole kleben geblieben und dann langsam abgeschmiert. Tja, soviel dann wohl zum Buddhismus...



