Luzies Geschichten

Unser erster Hochzeitstag

Warum weit fahren, wenn das Gute doch so nah liegt? Das war unser Motto für den ersten Hochzeitstag (Na ja, auch unsere Flitterwochen waren auch schon unter dem Motto). Auch dieses mal hat es uns wieder an das Wasser in einen kleinen Hafen verschlagen. Wir sind auf Orcas Island gefahren, ca. 3 Stunden Reise von Seattle entfernt (mal wieder mit ner Fähre), zwischen Vancouver Island und Seattle liegt.
sanjuans
Anstelle von teuren Geschenken haben wir uns in einem netten Bed and Breakfast eingenistet- mit Balkon und Blick auf den Hafen. Am ersten Abend gab es lokalen Fisch in dem Restaurant in unserer kleinen Pension. Und mit einer Flasche Sekt haben wir unseren ersten Hochzeitstag auf dem Balkon mit Blick aufs Meer ausklingen lassen.
Am nächsten Tag sind wir auf den Bauernmarkt im größten Ort der Insel gefahren. Die Insel ist sehr ländlich, sehr ruhig, hier gibts keine Stadt oder strip malls, sehr erholsam. Danach ging es auf den Schildkrötenrückenberg (Turtleback Mountain in der Sprache der Einheimischen), von dem wir eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Inseln hatten. Neben der Insel auf der wir gewohnt haben, gibt es noch weiter große und einige kleine Inseln. Eine der bekanntesten ist wohl die San Juan Insel, auf der die Amerikaner und Briten beinahe wegen eines Schweines einen Krieg begonnen hätten, 1859. Kaiser Wilhelm hat damals entschieden, dass die Inseln zu den USA gehören sollte und alles war schön. Zudem spielt hier auch „Schnee der auf Zedern fällt“- Dirk und ich sind bei dem Film bislang immer eingeschlafen... wir habens schon 2x probiert...
Nach 2 Tagen haben wir dann auch so gut wie alles gesehen und sind mit der Fähre am Sonntag wieder zurück gefahren. Da sie Inseln ein sehr populäres Ziel sind, haben wir 4 Stunden warten müssen, bis wir mit einer Fähre mitgekommen sind. Fotos!

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Mal wieder eine Ruder- Horror-Storry

Wenn Dirk und ich wandern gehen, lassen wir immer unsere Hühneraguen nach Schwarzbären Ausschau halten- man weiß ja nie… Vor einem Jahr hat es ein Schwarzbär tatsächlich geschafft sich unbemerkt durch die dichtbesiedelten Vororte von Seattle zu drücken , um dann in einem Park im Herzen Seattles (3 Kilometer entfernt von uns) endeckt und erschossen zu werden. Wilde Tiere sind hier also im Zweifelsfall überall zu finden.So, und nun zu dem, süßen See, auf dem ich rudere. Heute Früh, ich war etwas spät, haben sich gerade ein paar Mädels und Jungs über die potentielle Gefahr von Haiangriffen auf dem Lake Union (der See auf dem wir rudern, durch eine Schleuse vom Puget Sound getrennt, ein Ästuar, der dann langsam ins offene Meer via die Juan de Fuca Strasse führt) unterhalten. Eigentlich ein witziger Gedanke. Ich habe mir bisher noch keine Gedanken darum gemacht. Da das Kentern aber eine alltäglich Gefahr beim Rudern ist, habe ich gespannt zugehört. Zu dem wunderbaren Film aus den Einführungstagen “Tod durch Rudern” (s. catching a crab), kam jetzt also noch ein neue Variante hinzu - Haiangriff.
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Einige meiner Ruderkollegen kommen aus Ecken der USA, wo sie wohl schon in Buchten mit Haien gerudert sind. Ein Mädel erzählte daraufhin, wie sie als Kind in einem Ruderboot mit Motor gesessen habe. Der Motor war wohl gerade aus und der Rotor noch etwas am rotieren, als das Boot anfing zu rütteln. Sie hat sich umgedreht und da hing doch ein fetter Hai am Ruderboot und hat es versucht zu fressen. Sie meinte Sie habe noch nie so eine Angst gehabt. Das ganze hat sich auf den San Juan Inseln nördlich von Seattle zugetragen….Habe ich schon erwähnt, dass das unser Ziel für den nächsten Sommer ist (kennt jemand “Schnee der auf Zedern fällt”? Das spielt dort)? Ruderboot fahren fällt aus!Offensichtlich kommt es tatsächlich vor, dass Ruderboote auf Hoher See angegriffen werden. So rudern Vereine zum Beispiel in Neuseeland auf dem Meer und da kommt es dann schon mal vor, dass sich ein Hai im Boot verbeißt.Ich werde berichten, wenn es ein Hai geschafft hat durch die Schleuse zu kommen und sich in meinem Paddel verbeisst. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich mit meinem Paddel einem Lachs einen auf das Sockeye gebe- die kommen nämlich bald wieder in Massen zum Laichen durch den See geschwommen. Vielleicht das ungefährlichere Erlebnis von beiden ;o)
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Kakalaken auf Hawaii

Die meisten Reisen leben ja eher von den kleinen Geschichten, die im so im Urlaub passieren. Zu meinen Lieblingsgeschichten gehören ja immer Tiergeschichten, wie der ein oder andere weiß... In unserem Hawaii Urlaub gab es auch wieder eine - ganz nach meinem Geschmack!
Pasted Graphic
Es fing alles damit an, dass wir an der Westseite der Insel keinen Zeltplatz am Strand gefunden haben und daraufhin gleich in die Berge gefahren sind. Als wir am nächsten Tag den Berg wieder runter gefahren sind, fing das Lenkrad tierisch an zu rütteln und allgemein war das Bremsverhalten des Autos für die Sau (soweit unsere erste tierische Begegnung :0) ). Wir sind also zurück zu ALAMO und haben die Karre umgetauscht. Als Ersatz gab es ein noch hässlicheres Auto in Rot, das mir aber bald schon viel Freude bereiten sollte.Wir sind wieder die Westküste hochgefahren und haben uns süße kleine Dörfer angeguckt. Da Hawaii Kaffeeland ist, hat es sich Dirk auch nicht nehmen lassen in jedem Dorf einen Kaffe zu trinken oder viel mehr einen Kaffee mit ins Auto zu nehmen, da die Cupholder ja benutzt werden müssen. In Hawi, ganz im Norden, sind wir wieder ausgestiegen, um einen Kaffe zu trinken- wir haben es dann aber doch in Eis umgewandelt. Dirk hatte danach einen tierischen Durst und ist zurück in die Kohala Coffee Mill, die uns im Lonely Planet wegen seines „heavenly Tropical Dreams ice cream“ angepriesen wurde. Ich bin noch etwas die Hauptstraße hoch und runter und habe die abgefressenen Häuser bewundert und die alten Autos, die im Garten dem Rott vorgeworfen wurden. Dirk kam mir dann irgendwann Smoothy- Schwanger und glücklich entgegengeschwankt und wir sind nach einer kleinen „ guck- dir- das -mal -an- ha -ha- Runde“ zurück ins Auto, in dem wir beschlossen, dass uns das kleine Dorf recht sympathisch war. Rüber übern Berg, Sonnenuntergang angeguckt und dann ab ins Hotel (gut erkannt, wir sind immer weit vor Mitternacht schlafen gegangen). Zwischendurch hat Dirk immer noch mal einen kräftigen Zug von seinem Fruchtgetränk durch den Strohalm gezogen, so dass das Eis (es klang zumindest so) am Boden geklappert hat. Sense war erst, als wirklich der letzte Tropfen Saft aus dem Becher verschwunden war und nur noch Eis am Boden vor sich hin schwamm. Dieses hat Dirk immer wieder durch schütteln des Bechers getestet und dann doch noch ein paar frisch geschmolzene Tropfen durch den Strohalm gezerrt. Am nächsten Tag waren wir wandern und haben andere Scherze gemacht bevor es weiter nach Honoka im Nord-Osten der Insel ging. Nach zwei Tagen in einem netten Hotel dort mit Blick aufs Meer, wollten wir endlich unser Zelt am Wasser aufstellen. Dazu mussten natürlich noch ein paar Dosen und Spagetti eingekauft werden. Dirks Getränkebecher war immer noch im Auto. Ich habe mir das Ding geschnappt, um es in den Müll zu bringen. Das Taschentuch, dass ich in meiner Hand hielt, sollte nach meinem Augenmaß perfekt in den Becher passen, woraufhin ich den Plastikdeckel anhob und.... Familie Kakalake mich mit glasigen Augen ansah. Vater, Mutter, Mutter und zwei Kinder. Sie schwammen tot in der Minnipfütze, welche Dirk übrig gelassen hatte. Mit Vorfreude auf Dirks Gesicht bin ich zurückgelaufen und habe ihm meinen Fund gezeigt. Dirk sagte daraufhin nur: “Hm, ich habe sie nicht geschmeckt. Ist mir egal, solange ich es nicht gemerkt habe.“ – Sowas kann nur ein erfahrener Südamerikareisender sagen! Dirk hatte aber auch seine Freude am Gedankenspiel wie die Kakerlaken in den Becher gekommen sein könnten. Da wir nicht ganz ausgeschlossen haben, dass die Kakalaken (trotz geschlossenen Deckels) auch hinterher in das Getränk haben klettern können – Dirk stellte sich den Strohalm als gute Gelegenheit dabei vor- war von da an alles Kakalakenwasauchimmer. Unser Auto war die Kakalakenburg, Smoothies waren Kakalakis und alles hatte eine kleine Kakalakennote. Als kleine Falle haben wir dann einen Kakalaki getrunken und den Becher wieder im Auto stehen lassen- nichts passierte. Waren die Kakalaken also doch schon vorher in Dirks Getränk gewesen (tiefgehfrohren und ohne Geschmack, wie Dirk dazu bemerkte)? Wir haben viel gelacht, bis ich dann eines Nachts beim öffnen des Kofferraumes eine Kakalake habe weghuschen sehen. Dirk fand unser Auto daraufhin mit einem male total ekelig und seine Sachen waren in Gefahr. Seit wann ist es besser an toten Kakalaken zu lutschen, als Kakalaken unter der Fußmatte zu haben, Dirk? Wir haben am gleichen Abend noch eine kleine Kaki mit `nem Schlappen erlegt.An einem der nächsten Tage sind wir dann zu einem buddhistischen Tempel gefahren. Zurück im Auto habe ich überlegt, dass ich vielleicht zum Buddhismus übertreten könnte (der Mönch war so fürchterlich nett und den Dalai Lama konnte ich schon immer gut leiden) und daher keine kleinen harmlosen Tiere umbringen sollte... gedacht, aus dem Augenwinkel was flitzen sehen und aus Reflex meine Latschen vom Fuß gezerrt und drauf geschlagen. Die Kakalake ist wie im Comic für eine halbe Sekunde an der Seite der Mittelkonsole kleben geblieben und dann langsam abgeschmiert. Tja, soviel dann wohl zum Buddhismus...
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…gehen zurück zu Start, gehen dabei nicht über Los…

Ein offenes Ticket ist eine schöne Sache. Man kauft praktisch ein Überraschungsei oder auch die Katze im Sack. Ich habe ein echtes Überaschungspacket gebucht, das jeden Tag seine Konditionen und Preise ändert und mich echt über die Vielfalt der Ausbildungsangebote bei Lufthansa und United Airlines wundern lässt. Ich dachte immer die Ausbildung für die „Telefonseelsorge“ der Fluggäste ist einheitlich- ich wurde eines besseren belehrt:
Flight information can be provided for any member airline flight at check-in. The application is called FLIFO.
Vielleicht sollte ich mein Anliegen zuerst schildern, bevor ich ins Detail zu den verschiedenen Antworten gehe: Ich habe ein offenes Rückflugticket, dass 12 Monate gültig ist. Als ich meinen Flug gebucht habe, musste ich angeben, wann ich zurückfliegen will, mit der Option es einmal kostenlos ändern zu können und jedes weitere Mal würde mich dann 100€ kosten. Soweit so gut. Seit ich mein Visum habe und weiß, dass ich bis zum 24.6 bleiben kann, versuche ich meinen Rückflug auf dieses Datum zu verlegen und genau hier liegt das Problem. Die linke Hand weiß nicht, was die rechte tut! Star Alliance hin oder her, dennoch sind beide Parteien machtlos, wenn es um die Umbuchung eines Fluges geht. Hier ein paar Beispiele in chronologischer Reihenfolge zu unterschiedlichen Problematiken bei der Umbuchung meines Tickets. Dabei muss man zwei Fakten im Hinterkopf behalten:
1. Mein erster Flug von Münster nach Frankfurt und weiter nach Boston war Lufthansa, woraufhin ich ein Ticket von Lufthansa habe.
2. Mein Flug zurück ist mit United Airlines. Im Reisebüro wurde mir gesagt ich müsse bei Lufthansa umbuchen.
Gut, los gehts:
1. Nachdem der betreffende Agent verstanden hat, was ich will passieren verschiedene Dinge:
a) er fragt mich nach meiner Ticketnummer und Nachnamen
b) ich werde direkt bedient, ohne Überprüfung meiner Daten
c) ich muss nur meine Codenummer (fare basis) und meinen Nachnamen angeben und dann geht es weiter ist diese Hürde Überwunden, kommt
2. a) eine laaaaaaaaaange Pause, in der ich in die Warteschleife verlegt werde, obwohl ich noch nichts weiteres gesagt habe, außer, dass ich gerne mein Ticket ändern würde (ich habe mittlerweile herausgefunden, dass die Agents dann immer versuchen den Status meines Tickets herauszufinden- sprich unter welchen Konditionen ich umbuchen kann und darf).
b) der Agent fragt mich sofort auf welchen Tag ich es umbuchen möchte (manche scheinen also die Konditionen der verschiedenen Tickets und Länder auswendig zu können).
Ist auch dieses Problem gelöst und hat der betreffende Mitarbeiter mich darüber aufgeklärt, dass meine Umbuchung jeweils 50€ kostet und nie kostenlos ist oder war (auch wenn es auf meinem Tickt steht und das Reisebüro in Jena es noch einmal bestätigt hat) kommt das hauptsächliche Problem: ein Rückflugdatum finden.
Generell soll erstmal gesagt sein, dass es nie einen Rückflug an dem Tag, an dem ich fliegen will gibt, weil:
a) Es zwar Flüge nach Frankfurt gibt, nur nie von Frankfurt nach Münster (ich darf zudem meinen Zielflughafen nicht verändern- sonst müsste ich einen neuen Flug kaufen)
b) Oder es ist genau anders herum ist, wie mir ein anderer Mitarbeiter auf meine Fragen hin geantwortet hat, als ich fragte, ob ich nicht einfach nach Frankfurt an dem einen Tag fliegen könnte und an einem anderen Tag nach Münster
c) Der betreffende Agent kann mir angeblich keine Auskunft über freie Plätze geben, weil er nur begrenzt welche sehen kann, aber da es ein United Airlines Flug ist, müsse ich die anrufen, weil UA-Mitarbeiter alle freien Plätze sehen können (zu United komme ich später)
d) Es könne gar keine freien Plätze angezeigt werden, weil es ein United Airlines Flug ist und ich gerade mit Lufthansa telefoniere.
e) Ich kann zu dem Zeitpunkt keinen Rückflug buchen, weil zwischen dem 21. und 30. 6 UA nicht von Seattle nach Frankfurt fliegt.
Und die neuste Variante und auch gleichzeitig meine Lieblingsvariante, weil sie auch Sinn macht, warum nie freie Plätze da waren, ist:
f) UA hat ab Juni gar keine Flüge mehr von Seattle direkt nach Frankfurt. Die Linie wurde praktisch eingestellt (vorübergehend oder ganz ist noch nicht raus) und jetzt stellt sich die Frage, ob ich doch auf einen anderen Kurs umbuchen kann, weil meine Flugstrecke (die ja eingehalten werden muss) nicht mehr existiert- WAS sagt man dazu!
Und nun zu UA, mit denen ich auf Anraten einiger Agents ja schon gesprochen habe.
a) Sie versuchen einen Platz zu finden, finden aber keinen für die entsprechende Zeit
b) Sie können mir keine Auskunft geben, weil ich den Flug bei Lufthansa gebucht habe und diese fragen soll und nachdem ich sage, dass mir ein andere Mitarbeiter aber schon einmal eine Information über Rückflüge gegeben hat, werde ich beschuldigt eine andere Hotline einer anderen Gesellschaft angerufen zu haben und wenn ich das verneine, wird einfach aufgelegt (na gut, ist nur einmal passiert, aber das war gleich nach dem ich bei Lufthansa angerufen habe und die mir auch sagten, dass sie mir keine Auskunft geben können).
Neuster Stand der Dinge- und vielleicht auch der originellste ist, dass es keine Flüge mehr nach Frankfurt gibt und gerade überprüft wird, ob ich mit Skandinavian Airlines von Seattle nach Vancouver, von dort weiter nach Kopenhagen, von dort nach Frankfurt (oder war es München- ich werde schon ganz irre!) und von dort dann nach Münster fliegen kann... wir werden sehen. Ich sollte auf jeden Fall, sobald ich den Flug habe versuchen ihn umzubuchen und gucken, was ich noch für schöne Antworten sammeln kann ;o)
Die Devise ist auf jeden Fall nie aufgeben und immer 10 mal nachfragen, denn: es ist nie so, wie der andere gerade erst behauptet hat!
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Busfahren

Da Dirk und ich kein Auto haben, fahren wir viel mit dem Bus. Als erstes Stellt man fest, dass China, Mexiko und Amerika eines gemeinsam haben- die Busfahrer sind Helden! Während Handschuhe in den warmen Regionen (wie Mexiko) als Zeichen der Coolheit angezogen werden, bevorzugt der Busfahrer in Seattle kurze Hosen im Winter- man will ja aus der Masse hervorstechen. Vor ein paar Wochen sind Dirk und ich von einer deutschen Kneipe nach Hause gefahren. Der Busfahrer war farbig, schwul und trug kurze Hosen. Er sah aus wie der Typ aus "King of Queens" und ist sehr beschwingt Bus gefahren. Während er sich mit einem Fahrgast unterhielt, ist er durch die Strassen gekurvt und hat dabei einige Kurven geschnitten. Unsere Bushaltestelle hat er dann auch noch fast mitgenommen und uns daraufhin beim Aussteigen noch den guten Tipp gegeben kein Haus neben einer Bushaltestelle zu kaufen, woraufhin er dann wieder mit Schwung losfuhr.
bus
Die Busfahrer hier scheinen eh meist sehr gute Laune zu haben. Mal abgesehen davon, dass sie einem immer einen guten Tag wünschen, fragen, wie es einem geht und beim Aussteigen auch noch ein paar nette Ratschläge und Wünsche parat haben, beglücken einen die Busfahrer auch ab und zu mit kleinen Geschenken. So hat bei mir einmal ein Busfahrer am frühen Morgen durch den Lautsprecher verkündet er würde für alle einen Doughnut kaufen, wenn wir ihm 3 Minuten unsere Zeit schenken würden, woraufhin er auch schon eine Vollbremsung neben der nächsten Doughnutbude hinlegte und für eine Weile verschwand. Zurück kam er dann mit 4 Packungen à 14 Doughnuts und jeder, der den Bus verlies, musste (!) einen mitnehmen. Dirk hat einmal in einem Bus gesessen, in dem der Busfahrer regelrecht Prügel angedroht hat, wenn einer auf die Idee käme zu zahlen, bevor er nicht die selbst erfundene Freifahrtzone aufgehoben hat.
Der beste Platz ist eh neben dem Busfahrer. Alles, was gerne mal zum Psychiater gehen würde, aber kein Geld hat oder nicht weiß, dass er mal gehen müsste, quatscht sich beim Busfahrer aus. Ich habe schon ein paar mal mit tränen in den Augen vor Lachen in dem Bus gesessen und mir mit den anderen Mitfahrern zusammen das Lachen verkneifen müssen. Ist schon irre, was manche Leute so zu erzählen haben.
Leider werden die Strecken, die ich fahren muss immer kürzer - ich sollte mir noch einen Job etwas außerhalb von Seattle suchen :0)
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Erste Hilfe

Bis ich etwas "richtiges" gefunden habe- und damit diese Findungsphase nicht zu lange dauert- verbringe ich meine Zeit gerade damit, meinen Lebenslauf mit praktischen Dingen etwas aufzustocken. Hierzu zählt beispielsweise der Erste Hilfe Kurs in Kombination mit einem Sportsicherheitstraining, den ich vergangenen Sonntag beim Amerikanischen Roten Kreuz gemacht habe. Ich dachte der Kurs könne recht sinnvoll für meine Bewerbungen an Schulen hier sein. Zudem habe ich noch keinen ähnlichen Kurs in Jena gesehen und da er extra für Trainer, Sportlehrer und Studenten war, habe ich ihn gebucht. Viele neue Erkenntnisse über Erste Hilfe oder Sportsicherheit hat er mir nicht gebracht, dafür habe ich in dem Kurs wieder viel über "die Amerikaner" gelernt. In den 9 Stunden in einem Raum ohne Fenster hatte ich viel Zeit mich beim Verbinden von Armen und Beinen oder beim Aufstellen eines Sicherheitsplanes mich mit den anderen Teilnehmern zu unterhalten und etwas über deren Alltag als Trainer zu erfahren, wie sie zu dem Job gekommen sind und was mann sonnst so macht.
Da Dirk und ich den Abend vorher auf einem Konzert waren und ich nur 4 Stunden geschlafen hatte und jeder Teilbereich des Kurses (Erste Hilfe, Wiederbelebung am Erwachsenen und am Kind und Sportsicherheit) mit einer Prüfung endeten, war ich nach 8 Stunden relativ erledigt und nicht wirklich mehr aufnahmefähig. Genau in diesem Loch fragte eine Volleyball Trainerin:" Hey, does one of you guys know what game people keep playing in the gym that look like water polo?" Kurzes betretenes Schweigen trat ein und ich muss ehrlich gestehen, ich hatte keine Ahnung, wovon sie sprach. Wie es immer bei Schlafentzug so ist, fängt das Gehirn an sich die eigenartigsten Dinge vorzustellen. In meinem Kopf stand jemand in Badehose und einer von diesen lustigen Badekappen mit Ohrenschützern in einem Fitness Studio und ich habe versucht ihn einer Sportart zuzuordnen, die ich kenne. Halb schlafend, mit dieser Vorstellung im Kopf, drangen dann die Worte des Football Trainer zu mir, der sagte:" Oh, I know what you mean. It is not well known here, even though it is olympic, but it is pretty big in Europe!" Ey, jetzt war ich echt verloren. Was macht jemand mit einer Badekappe und Badehose in einem Fitnessstudio?
nasenmänner
Ich habe keine Ahnung! Und das soll olympisch sein? Ich habe mein Gehirn verrenkt und mich gefragt, was das für ein Spiel sein soll, wenn es auch noch viel in Europa gespielt wird. Für einen kurzen Moment dachte ich, es könne vielleicht ein Missverständnis sein- vielleicht etwas, dass so populär ist, wie die Tatsache, dass Hamburger Dirndl tragen (s. Dirks Fotos von den Bierflaschen), bis der Football Trainer dann noch meinte: " It is called Team Handball- you guys in Germany play it a lot, don`t you?"
Aha! Der Gordische Knoten hat sich gelöst! Schön, dass man mit einem dahinsiechenden Gehirn so viel Spaß haben kann! Ich habe den Rest des Kurses fröhlich vor mich hingegrinst.
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catching a crab

nun da das richtige Arbeitsleben losgeht (keine Zeit für nix mehr) und noch kein Internet zu Hause eingekehrt ist (jedoch beantragt), bin ich dankbar dass Luzie wieder mal was schreibt:

Verpackungen in Amerika habe ich mir immer mit dicken Warnhinweisen vorgestellt, auf denen einem auch der letzte Blödsinn erklärt wird- man denke da nur an die tolle Geschichte, wie die, als eine Oma ihren Hund in der Mikrowelle hat trocknen wollen und da der Hund daran gestorben ist, gab es ein saftiges Entschädigungsgeld. Seit dem steht angeblich auf den Bedienungsanleitungn, dass Tiere in der Mikrowelle nicht zu trocknen sind. Was soll ich sagen: es ist leider nicht so (ich kann also leider keine lustigen Anleitungen sammeln). Mittwoch bin ich dann allerdings doch nicht enttäuscht worden und zwar an einem Ort, an dem ich nicht damit gerechnet habe- bei meinem Ruderkurs...

In der zweiten Stunde am Mittwoch haben wir ein Video über Sicherheitshinweise gesehen. Der Film fing mit einer Einstellung an, in der ein 8ter vor untergehender Sonne zu sehen ist und dazu die Filmmusik vom Weißen Hai! Das war schon super! Dann kam ein Sprecher ins Bild, der anfing die abgefahrensten Geschichten zu erzählen, wie man beim Rudern zu Tode kommen kann. Irre, man glaubt gar nicht, wie gefährlich Rudern sein kann. Naja, es kamen einige Geschichten dazu, die einem in D nicht passieren können. Zum Beispiel würde bei uns keiner beim Anlandschwimmen im Schilf vom Krokodil gefressen werden. Es war auf jeden Fall irre, auf was für unglaubliche Arten man beim Rudern sterben kann. Unser Trainer hat gesagt, dass er diesen Film nicht mehr in der ersten Stunde zeigt, da erfahrungsgemäß ein Drittel nach dem Film den Kurs beendet (kein Wunder!).
crabs
Der beste Part war allerdings der, in dem Rudertechniken gezeigt wurden. Ha, wir haben gebrüllt vor Lachen- allerdings eher vor Hysterie... Die haben doch echt nichts besseres zu tun, als auch hier alles auf die Spitze zu treiben: Wenn man beim Rudern- und zwar in der Erholungsphase, wo die Ruder aus dem Wasser zurück in die Ausgangsposition geschwungen werden- aus Versehen das Wasser berührt, kann es gut sein, dass man das Gleichgewicht verliert und ins Wasser fällt. Das ganze nennt sich in den USA "catching a crab", was ich schon einen sehr gelungenen Ausdruck hierfür finde! Je nach dem, ob man nur ins "Straucheln" gerät oder gar um fällt, hat man eine kleine oder eine große Krabbe gefangen. Nun der Filmteil hierzu - man muss dazu noch erwähnen, dass der Film für Anfänger (!) ist und man nicht so schnell in die Situation kommt wie der folgende junge Mann: Gezeigt wird wieder ein 8ter mit Leistungssportlern. Man kann sich also vorstellen, was die für eine Geschindigkeit haben, wenn die alle voll durchziehen. An diesen 8 wurde nun das Phänomen von "catching a BIG crab" gezeigt. Der gute Mann fängt also eine und hält an seinem Ruder fest (FEHLER!)- es sieht aus wie im Comic! Der Gute fliegt mit einem riesigen Bogen aus dem Boot! Haben wir gelacht! Ich brauche das Video unbedingt! Wird einen heiden Spaß machen das in der Schule zu zeigen!
Und die Moral von der Geschicht: Fang eine große Krabbe lieber nicht! ;o)
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Cape Cod, zu zweit.

Ich habe heute die ehrenvolle Aufgabe den letzten Eintrag für dieses Jahr in Dirks Blog zu schreiben (wohl hauptsächlich aus dem Grund, weil er gerade essen muss).
cape
Nach meiner Ankunft in Boston und täglichen Besuchen bei den jungen Eltern- wir haben gemeinsam Weihnachten mit Carsten, Kristina, Sigfrid und Uli gefeiert, sowie uns bekochen lassen, als auch selber gekocht- sind wir zum Entspannen nach Cape Cod gefahren. Das ist das "straffe Ärmchen" (im Gegensatz zu Dirk finde ich es eher schmächtig aussehend) am südlichen Ende von Massachusetts.
luzieudirksw
Wunderschön, mit einem Hauch Darß-Feeling. Mit unserem Mietauto sind wir heute von Woods Hole nach Provincetown gefahren. Direkt am Meer gelegen und dennoch sehr hügelig, ist es uns beiden gleich ans Herz gewachsen. Es gibt auch sehr schöne kleine Läden mit ausgefallenen Dingen, die, wie es scheint, alle im Besitz von Schwulen sind. Die besten Drag Shows im weiten Umkreis finden natürlich hier statt. Überhaupt ein schöner Ort um noch einmal wieder zu kommen.
Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!
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