Aug 2007

letzter Arbeitstag, letzter Tag in der Wohnung, erster Tag Urlaub

Mein Abschied beginnt nun auch, Sachen sind gepackt, Arbeit beendet, paper submitted und aus der Wohnung ausgezogen. Nun bleibe ich bei Patrick und Sarah, in Ballard, der Nachbarneighborhood von Fremont. Das was mir den Abschied versüßt und noch nicht wirklich real macht, ist der Monat den ich hier noch habe. Bald mehr davon.
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Das Highdive in Fremont.
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Eastern Washington - Grand Coulee II

Auch wenn ich jetzt alleine in Seattle bin, muss das Leben und Gegend erkunden weitergehen. Lange geplant, endlich ausgeführt: Patrick und ich wollten schon lange mal in der Wüste wandern gehen (also, technisch geshen ist es Steppe, nicht Wüste). Mitte August, das Wetter in Seattle war unter aller Sau, sind wir dann zu zweit in Richtung Osten gefahren, wieder zum Grand Coulee. Diesmal mit mehr Zeit und zelten am Steamboat Rock State Park.
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Zur Geologie habe ich mich ja schon ausgelassen, also lasse ich das mal weg. Alles der gleiche Columbia River Flut Basalt. Das Wasser ist im Tal weil es dort einen Staudamm gibt und eben den Columbia River, ansonsten ist es ja warm und trocken da. Ideal zum Wandern also. Wir haben so ein paar Wanderungen in der Gegend gemacht, und wenn ich es nicht inzwischen verstanden hätte, das Washington nicht nur grün ist, würde ich denken ich wär in Colorado oder Utah. Ich liebe diese Gegend! Haufenweise Fotos mit blauem Himmel, die den Polarisationsfilter bis an die Schmerzgrenze herausfordern hier. (Im bewölkten Seattle macht der Filter ja keinen Unterschied)
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Luzies Abschied aus Seattle

Auch wenn es nun schon eine Weile her ist und ich mit dem Blogschreiben hinterherhänge: Luzie ist inzwischen schon wieder zurück in Deutschland, und arbeitet sogar schon! Die Hauptstadt ruft auch mich schon in Bälde, Ende September werde auch ich Seattle verlassen.
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Nunja, das traurige sind ja immer die Verabschiedungen. Für mich umso mehr, denn ich habe das ja alles nochmal vor mir, nachdem ich es ja nun mit Luzie schon mitgemacht habe: Zuerst gab es einen zünftigen Abend in unserer lokalen Kneipe, dem Buckaroo. Ich glaube ich hab das noch gar nicht so richtig gewürdigt, eine sehr gute Bar, nicht auf hip gemacht (wie sonst recht vieles in Fremont) sonder halt eine Art Wartburg (Bar in Jena) von Fremont. Dive-Bar nennt man das hier. Jedenfalls war der Abend sehr lang, so dass ich einen großen Teil unseres Yard Sales am nächsten Tag verpasste. EIn "Yard Sale", oder auch "Garage Sale" oder "Rummage Sale" ist auch was sehr amerikanisches. Einmal im Jahr (im Sommer) bringt man seinen ganzen Müll vor sein Haus, pflastert die Gegend mit Hinweisschildern die eben "Yard Sale" sagen zu und verkauft alles für 1-5$ das Stück. Egal was, die Leute kaufen recht viel. So habe ich auch nen CD Player für 10$ erstanden und ähnliche Schnäppchen. Am Abend danach sind wir Suhsi essen gewesen, und dann bowlen im Sunset Bowl in Ballard. Am dritten, und Luzies wirklich letztem (vollen) Tag, waren wir in Magnolia, ein sehr schöner Stadteil von Seattle (siehe Bild oben mit uns zwsichen Pacific Madron und Space Needle), essen mit Blick auf Boote und die Skyline von Seattle und spazierengehen am Strand. Den letzten Sonnenuntergang gab es im Carkeek Park bevor ich Luzie früh am Morgen zum Flughafen gefahren habe... die traurigen Momente habe ich jetzt ausgelassen, das waren die Verabschiedungen von unseren Freunden. Ich habe noch 4 Wochen um mich langsam darauf vorzubereiten. Sarah und Patrick geben auch eine schöne Beschreibung derselben Ereignisse, die ich natürlich verlinke.
Fotos vom Verabschieden hier und vom Juli in Seattle auch hier.
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blogumorganisation: neue Fotos jetzt woanders

Hallo zusammen. Ich werde das blog etwas umstrukturieren, neue Fotos werden jetzt als schicke Webgalerien veröffentlicht, genau hier:

http://gallery.mac.com/dirk.sachse

Das macht es für mich einfacher da es direkt aus iPhoto raus geht. Ich will euch die Details ersparen. Aber Bilder werden weiterhin von hier aus verlinkt.



Bis denn,
Dirk.
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Urlaub in den Olympics

Unser letzter gemeinsamer Urlaub stand an: wir nehmen eine Woche frei und fahren nochmal rüber auf die Olympische Halbinsel. Dazu muss ich gleich vornweg eine kurze Begebenheit erzählen: An einem Zeltplatz treffen wir ein paar Deutsche (alles voll da drüben, alle mit Wohnmobil auf dem Highway 101 unterwegs...) und man unterhält sich so beim Geschirr abwaschen:
Dirk: Wie lange sind sie denn noch unterwegs?
Deutsche Urlauberin: Ach, leider ist unser Urlaub eigentlich schon vorbei, wir fliegen in 10 Tagen nach Hause.
Da musste ich schlucken, vielleicht bin ich schon zu amerikanisiert. Man muss dazu nur wissen das der Durchnschnittsamerikaner ganze 10 Urlaubstage IM JAHR hat. Die Deutschen waren übrigens seit 3 Wochen unterwegs im Lande. Vancouver Island, das ganze Programm, alle Nationalparks. So isses.
Egal, ich wollte vom Urlaub erzählen. Mit der Fähre ging es wieder mal in die Olympics, Luzie und ich zelteten am Pazifik, wir waren (fast) am nordwestlichsten Punkt der USA. Am Pazifikstrand, mal wieder im Nebel, fanden wir Tonnen von Seesternen aller Farbrichtungen und später trafen wir Valerie und Alex im Hoh Rainforest, dem lokalen Regenwald hier. Man muss wissen das Seattle nämlich im Regenschatten (man glaubt es kaum!) der Olympischen Berge liegt und diese bekommen die volle Ladung ab: 3600 bis 4200 mm pro Jahr! Dementsprechend sieht es dort aus:
hoh
Eigentlich mutig von uns dorthin zu fahren. Wie auch immer, wir wollten nach unserer 2-Tages-Wanderung am Lake Chelan nochmal sowas machen, diesmal 3 Tage vom Regenwald zum Gletscher des Mt. Olympus hinauf. Der ist gar nicht so hoch (nur 2427m) und hier ist es gar nicht so kalt, aber weil es soviel regnet hat dieser Berg mehrere beachtliche Gletscher. Jedenfalls kann man den Hoh Rainforest Trail für 18 Meilen (29 km, one-way, also 58 km hin und zurück) entlang des Hoh Flusses von quasi 0 hinauf auf 5000 Fuss (1500m) zum Blue Glacier, dem blauen Gletscher laufen. Gesagt getan. Freitag morgen brachen wir bei Sonnenschein auf und schafften 14.8 Meilen (24 km) bis zum Martins Creek, immerhin 2400 Fuss hoch. Dort hiess es zelten. Da es dort im Regenwald so nass ist, kann man hier überall Lagerfeuer machen, was die Romatik eines solchen backpacking trips natürlich deutlich steigert. Am Ende es Tages muss das Essen dann im Sack an einen Baum gehängt werden, damit der Bär nicht mal auf die Idee kommt, etwas davon zu essen. Leider haben wir aber keinen Bären, wie am Lake Chelan gesehen. Am 2. Tag ging es dann mit leichterem Gepäck die restlichen 4 Meilen (6.5. km) hinauf zum Gletscher. Am Anfang bewegten wir uns noch in Wolken, es klarte jedoch rechtzeitig auf, und der doch recht anstrengende und sich hinziehende trail lohnt sich alleine deswegen:
blue glac
Ein herrlicher Lehrbuchgletscher und blauer Himmel belohnt uns, bevor es wieder nach unten geht. Zelte eingesammelt und die verbleibenden 4 Meilen zum Lewis Meadows. Dort zelteten wir in einem trockenen Flußbett des Hoh River, man kam sich fats vor wie am Strand. Und auch der regenwald machte seinem Namen die Ehre, am Abend begann der Regen. Am Morgen tröpfelte es noch, aber rechtzeitig zum Start des 10 Meilen (16km) Rückweges zum Auto hörte es auf. Nun konnten wir den Regenwald so erleben, wie er sein soll, triefend, feucht und grün. Ich finde das passt besser. Eine lange Autofahrt später und eine schöne Fährfahrt brachten uns am Sonntagabend zurück nach Seattle. Viele Bilder vom Zelten hier und von der 3-Tageswanderung hier.
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mit Besuch aus Jena in die Wüste, französische Ortsnamen und Geologie

Also, doch nochmal Besuch aus Jena! Und dann noch dienstlich! Gerd, seineszeichens mein Doktorvater, war auf Dienstdurchreise hier. Nach Absolvierung des wissenschaftlichen Programmes an der Uni blieb noch zeit fürs kulturelle. Leider ist der Sommer dieses Jahr doch eher durchnschnittlich, scheinbar war der letzte doch die Ausnahme. Es ist grau und feucht, oft, aber wir haben dann auch diese herrlichen tage an denen Mt. Rainier über der Stadt trohnt.., Gerd war dieser Anblick nocht vergönnt, deshalb für ihn ein Bild vom letzten Jahr:seattle mt rainer
So sieht das wirklich aus. Und diese Tage lassen einen dann aber auch den Rest vergessen. Man kann die Seattlelites dann sehr gut verstehen, das sie den grauen langen, nassen Winter überstehen. Das ist es wert, das ist wirklich einzigartig.
Egal, wir hatten nur ein Wochenende, also hiess es ab in die Wüste. Ich habs ja schon mehrmals erwähnt, 2h östlich von Seattle ist Schluß mit Evergreen State. Da kann man recht sicher sein, das es zu dieser Jahreszeit trocken und heiss ist. Also, nix wie rüber zu den Salzseen vom Lower Grand Coulee. Ein ehemaliger Flußlauf des Columbia River, also eine Art Canyon, heisst hier auf Altfranzösisch Coulee. Waren wohl die alten französichen Trapper, die hier vor gerade mal 200 Jahre aufliefen und manchen Orten französiche Namen gaben, die es heute noch gibt. Immernoch, wo doch sogar french fries (Pommes) nun freedom fries heissen (sollten, aber keine macht mit, zu dumm - aber nun ist der neue französische Präsident ja auch ein halber Amerikaner). [Wikipedia ist schon cool, so habe ich eben erfahren das Sauerkraut im ersten Weltkrieg schonmal liberty cabbage hiess...]
Wie dem auch sei, dieses Coulee hat eine ganz andere, viel ältere interessantere Geschichte, speziell cool für die Geologen unter euch. Zunächst mal befinden wir uns wieder in den Columbia River Plateau Basalten, die das ganze Gebiet vor 10-15 Millionen Jahren mit Lava bedeckten. Dann war lange nix, die Eiszeiten bedeckten später alles mit Eis. Als die Eispanzer abschmolzen, vor 15000-13000 Jahren, bildete sich im heutigen Montana ein riesiger See, der Lake Missoula, hinter den Gletschern. In diesen 2000 Jahren brachen diese Eisdämme mehrmals, und so ergossen sich der halbe Lake Michigan über Ost Washington - innerhalb von wenigen Wochen. Man nennt das ganze die Missoula Floods, man kann sich das nicht vorstellen, aber das Wort Megaflood scheint dem ganzen durchaus gerecht zu werden. Jedenfalls wurde auch das Tal des Grand Coulee durch so ein event geformt.
grand coulee
Also, hier hat die Geologie anstatt Jahrmillionen, wie beim Grand Canyon, mal nur Wochen gebraucht. Es gibt eine ganze Reihe von Solchen sagen wir mal Abflußrinnen, die sogenannten scablands in Ost-Washington. Also fuhren wir wir da hin, besichtigten die dry falls, Wasserfälle die einstmals die größten der Welt waren (kurzzeitig aber gross). Heute ist es wie gesagt Wüste, so gibt es Salzseen, wie den Soap Lake in eben diesem Tal. Gemeinhin wird behauptet das Wasser und Sediment wäre Heilwasser bzw hautfreundlicher Schlamm, es wird sogar mit einem Schild am See darauf hingewiesen, dass es vergleichbares Wasser nur in Baden-Baden, Germany gäbe, aber mein geliebter Reiseführer "Roadside Geology of Washington" sagt dazu trocken: "We don't agree". Ich sags ja, alles nur Cyanobakterien (ich mag diese inzwischen auch aus wissenschaftlichen Gründen sehr gerne).
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Picnic im Park

Nun geht die Seattle Zeit langsam dem Ende entgegen. Zeit genug, mal endlich eine Party zu organisieren. Da Sommer ist möchte man auch gerne draussen sein und der Thüringer in mir will auch grillen. Im "Bavarian Meats" gibt es zwar keine richtigen Thüringer Bratwürste, aber dennoch ganz gute. Also, haben wir unsere Freunde eingeladen an einem schönen Sonntagnachmittag im nahen Woodland Park mit uns zu grillen. Bekannterweise darf man kein Bier oder sonstiges Alkohol in der Öffentlichkeit konsumieren, schon gar nicht im Park, wo so viele Kinder spielen. Über diesen Umstand schüttelt nun auch jeder Amerikaner den wir kennen den Kopf. Aber, da man hier ja das to-go, also unterwegs trinken quasi erfunden hat, füllt man sein Bier in unauffällige Gefäße, wie eben einen Kaffeetrinkbecher oder eine Plastiktrinkflasche. Und es macht ja jeder so. Es gibt auch keine Getränkepolizei oder so (beim Sasquatch-Festival gab es Liquor enforcement, was auch immer die machten), von daher ist es dann auch ok. Höhepunkt des Festes war dann das Piñata zerschlagen:
pinata
Die USA sind ja inzwischen schon fast ein spanischprechendes Land, also halten auch mehr und mehr mexikanische Bräuche Einzug. Piñatas sind Pappdinger die mit Süssigkeiten gefüllt werden und zumeist das Geburtstagskind muss dann mit einem Stock und verbundenen Augen versuchen das Teil kurz und klein zu schlagen. Man sieht dabei unglaublich blöd aus (man sieht ja nix), die Masse freuts das natürlich um so mehr. Fotos
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Katzenalarm!

Luzie hat ja im Seattle Animal Shelter, dem örtlichen Tierheim als Freiwillige gearbeitet. Dabei kann man Katzen solange bei sich zu Hause betreuen, bis sie neue Eltern gefunden haben. Im Juni gab es ganz viele junge, kleine Katzen. Wir hatten einmal 5 kleine süße Kätzchen! Da war was los in der Bude, ich habe mich besonders in den kleinen Tuxedo verliebt:
tuxedo
Er kam immer auf einen heraufgeklettert... und hat immer ganz laut miaut, wenn man nach Hause kam. Ja, nun haben die Kleinen aber eine neue Heimat und wir ja auch bald. Luzie schaut schon nach Katzen...
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