LaTeX und OS X
Eine Antwort auf die Frage «Warum LaTeX?», gefolgt von einer Anleitung zur Installation der nötigen Komponenten sowie Tipps und Tricks, vielen FAQs (samt Antworten) und Links findet sich in der von Simon Berwert unterhaltenen LaTeX-Sektion der Website der Swiss University Macintosh Group (unimac.ch).
Unverzichtbar für die Arbeit mit LaTeX unter OS X sind TeXShop und der i-installer (teTeX), sehr zu empfehlen ist BibDesk:
TeXShop von Richard Koch und Dirk Olms. Der LaTeX-Texteditor
für OS X. TeXShop untersteht der
GNU General Public license und ist deshalb gratis erhältlich.
Das dazugehörige TeX-System lässt sich mit dem ebenfalls gratis verfügbaren
i-Installer (teTeX) von Gerben Wierda
einfach installieren. Man erhält alles, was zur Arbeit mit LaTeX nötig ist:
das gesamte teTeX-System sowie einige «Goodies», inkl. griechischer Fonts.
BibDesk
von Michael McCracken ist ein kostenloses (open-source) Programm zur Verwaltung
von Literatur-Daten im BibTeX-Format. Literaturverweise können ganz einfach
per drag-and-drop in ein LaTeX-Dokument eigefügt werden.
Sehr empfehlenswert sind ferner Simon Spiegels
Apple-Scripts,
die es erlauben, Literaturdaten aus verschiedenen Bibliotheks-Katalogen
(IDS Basel/Bern,
Nebis,
RLG)
und sogar aus Amazon direkt in eine geöffnete BibDesk-Datei zu übernehmen.
Weitere Texteditoren
Für grössere Projekte empfehlen sich weitere, etwas ‹mächtigere› Texteditoren.
Ich selber arbeite mit Macromates TextMate (€39), der mit
zahlreichen besonders praktischen Funktionen glänzt: Projekt-Umgebung,
Search und Replace in ganzen Projekten, Text Folding, etc.
Als Alternativen zu nennen sind:
BBEdit ($199) und der gratis erhältliche
TextWrangler.
LaTeX-Erweiterungen für Klassische Philologen
Im CTAN (Comprehensive TeX Archive Network) stehen zahlreiche LaTeX-Erweiterung frei zum Download zur Verfügung, die Möglichkeiten des Textsatzes eröffnen, die mit Microsoft Word kaum (oder gar nicht) erreicht werden können. Einige dieser Erweiterungen sind für Klassische Philologen besonders interessant:
Erstellung textkritischer Editionen mit ledmac und ledpar
Die LaTeX-Erweiterung ledmac ermöglicht es, mit wenig Aufwand textkritische
Editionen professionell zu setzen. Die seit Dezember 2004 neu verfügbare ledpar-Erweiterung
erlaubt sogar den Satz parallel zweisprachiger textkritischer Editionen.
- Download aus dem CTAN-Archiv
- Dokumentations-PDF zu ledmac
- Dokumentations-PDF zu ledpar
- Q&As und Beispieldateien von Dr. Dirk-Jan Dekker (Univ. Nijmegen)
Automatisierte einheitliche Erstellung von Bibliographie und
Literaturverweisen mit jurabib
Mit jurabib lassen sich Literatur-Daten und Verweise sehr effizient
in den Text einbinden. Die Formatierung bibliographischer Angaben kann jederzeit
angepasst werden, und die Änderungen werden automatisch auf das
gesamte Dokument angewandt.
Sprachoption für das Altgriechische: babel, polutonikogreek
Das babel-Paket ist in der teTeX-Grundinstallation des i-installers
bereits enthalten. Deshalb hier nur Links zu verfügbarem Dokumentationsmaterial.
Wichtig: Bei der Installation von teTeX muss darauf geachtet
werden, dass auch die nötigen Fonts installiert werden.
- Dokumentation im CTAN-Archiv
- Erläuterungen auf unimac.ch zu Installation und Verwendung der cb-greek-Fonts
Ergänzung I zur Altgriechisch-Option des babel-Pakets:
betababel
betababel erlaubt es, griechischen Text direkt in
Beta Code
(Codierung des TLG) zu verarbeiten.
- Download aus dem CTAN-Archiv
- Dokumentations-PDF zu betababel
Ergänzung II zur Altgriechisch-Option des babel-Pakets: teubner
- Download aus dem CTAN-Archiv
- Dokumentations-PDF zu teubner
Metrik-Erweiterung: metre
- Download aus dem CTAN-Archiv
- Dokumentations-PDF zu metre
Abfrage der Textcorpora TLG und PHI unter OS X
Diogenes von Dr.
P.J. Heslin (Univ. Durham) ist das beste mir bekannte Programm zur Arbeit
mit den lateinischen und griechischen Textcorpora, die vom
Thesaurus Linguae Graecae und
dem Packard Humanities Institute auf
CD-ROM herausgegeben werden (TLG und PHI). Diogenes läuft unter Windows,
UNIX, Linux und OS X, ist kostenlos
(GPL) erhältlich. Besonders zu erwähnen ist die Vielzahl der Exportformate.
Persönlich getestet: Beta Code, Unicode, LaTeX Ibycus und Babel.
Gemäss den Angaben des Entwicklers ist es möglich, griechischen
Text in folgenden Formaten auszugeben:
- Beta Code
- DOS_CP_737 (MS-Dos monotonic Greek)
- ISO_8859_7 (Standard monotonic Greek)
- Ibycus (for LaTeX)
- LaTeX Babel
- Babel_7 (LaTeX Babel with iso-8859-7)
- SGreek
- SIL Composite (for the SIL Greek system)
- SMK GreekKeys
- SPIonic
- Sgreek
- SuperGreek (for the Macintosh)
- Unicode encoded in UTF-8 (Using precomposed polytonic glyphs from the Greek Extended codepage)
- Unicode encoded as HTML Character Entities (as above)
- WinGreek
Pandora 3 ist
eine von Daniel Riaño bearbeitete, nur im «Classic-Modus» von OS X
lauffähige «Stand-alone»-Version des alten «Pandora» Hypercard-Stacks der
American Philological Association (APA).
Mag Pandora 3 im Vergleich zur älteren Version (2.x) auch einige Verbesserungen
(Fenstergrösse, Scrollfunktion) aufweisen, so kann das Programm dennoch, besonders
was die Exportfunktionen angeht, nicht mit Diogenes mithalten. Griechischer
Text lässt sich bloss für
GreekKeys und die Fonts von
Linguist's Software exportieren. Preis: $35.