Di - Juni 7, 2005

Neuwahlen



Nachdem uns ja der liebe Herr Schröder wirklich total überrascht hat befinden sich die Parteien ja bereits in einer Art Wahlkampf vor dem Wahlkampf. Offiziell gibt es ja noch keine Neuwahlen.
Heute dementiert der Bundeskanzler wieder einmal aufs Schärfste, dass er zurücktreten will. Gleichzeitig fragt man sich, wie das mit dem Misstrauensvotum laufen soll, damit auch wirklich alles wasserdicht ist.
Ich kann das ehrlich gesagt nicht verstehen. Da ruft der Kanzler im Prinzip zu Neuwahlen auf, weil er keine Gesetze mehr durchbekommt weigert sich aber zurückzutreten. Ich konnte ja kaum glauben als dann gesagt wurde, dass Gerhard Schröder zur Neuwahl wieder antritt. Wenn ich das richtig verstehe ist die Politik der Regierung doch gescheitert, oder? Warum verliert sonst die SPD seit geraumer Zeit jede Wahl (bis auf die letzte Bundestagswahl natürlich)?
Ich finde die Neuwahlen sind eigentlich ein genialer Schachzug der SPD. Nur hätte ich gedacht, dass sie den doch etwas beliebteren Wolfgang Clement zum neuen Kanzlerkandidaten küren. Dann hätten die Leute sicher verstanden, das sich was ändern wird und die SPD hätte in aller Ruhe alle Verantwortung auf die Grünen abwälzen können. Nun, da Schröder scheinbar an der Führungsrolle in der SPD klebt, glaube ich kaum an einen Erfolg für die SPD bei den "möglichen" Bundestagswahlen. Auch die Grünen werden es schwer haben. Wenn die CDU alles jetzt ruhig und geschickt angeht (was Angela "Angie" Merkel ohne Zweifel momentan macht) glaube ich an eine absolute Mehrheit.

Das ist eine sehr gute Entwicklung. Dann wäre sie endlich da, die Möglichkeit für eine Partei das Land voran zu bringen und wirklich mal Reformen zu beschließen und auch durchzusetzen. Das ist genau das was das Land in unserer Situation braucht - Reformen. Zu lange sind diese, erst von schwarzer-gelber dann von rot-grüner Regierung, verschleppt worden.

Aber spätestens die Bundestagswahlen 2002 haben gezeigt, dass sich die Stimmung im Land für die eine oder andere Partei schlagartig ändern kann. Es ist schade, dass es scheinbar doch recht wenige Menschen gibt, die aus innerer Überzeugung bestimmte Parteien wählen. Viele lassen sich von Medien und plakativen Kampagnen recht einfach auf die eine oder andere Seite ziehen. Es geht ja schon lange nicht mehr um das beste Wahlprogramm, sondern um die beste Werbestrategie und das beste Gesicht mit der tollsten Ausstrahlung.

Somit bleibt abzuwarten, was das Land tatsächlich entscheidet, wenn irgendwann im September oder Oktober der Bundestag neu gewählt wird.

Posted at 10:22 nachm.     Read More  


Di - Mai 17, 2005

Wahlen: NRW-Wahl bzw. Wahlen an sich!



Am Sonntag stehen Sie an, die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen. Für viele ist es eine richtungsweisende Wahl. Aber ist das nicht jede Wahl? Ist es nicht eines der Grundprobleme in unserem Land, dass es einfach zu häufig so genannte richtungsweisende Wahlen für zu kurze Amtsperioden gibt? Im Grunde ist es fast egal, wer momentan an der Macht ist, da man sowieso immer wieder die nächste Wahl abwarten muss, bevor man ein Gesetz beschließt. Und ehe man es bemerkt, wurde man schon wieder abgewählt und das ganze Spiel geht mit dem nächsten glücklichen Gewinner weiter.
Was lernen wir also daraus? Wir brauchen weniger Wahlen, bzw. größere Zeiträume zwischen den einzelnen Wahlen. Zu erreichen wäre dies durch ganz einfache Schritte:
1. Ein bis maximal zwei Wahltage pro Jahr!
So bleibt doch gleich viel mehr Zeit für wirkliche Politik und die Parteien sparen bei gleichzeitig stattfindenden Wahlen noch Geld für Kampagnen.
2. Längere Amtsperioden
Dieser Schritt sollte aber nicht zu sehr übertrieben werden. Eine Verlängerung auf 5 Jahre würde aber doch sehr viel entzerren.
3. Wahlpause.
Niemand sollte gezwungen sein, ständig zur Wahl gehen zu müssen. So sollte es zwischen verschiedenen Wahlen an einem Ort Wahlpausen von beispielsweise mindestens 18 Monaten geben. Praktisch gesehen sollte es also zwischen Bundes- und Landtagswahlen und zwischen Land- und Kommunalwahlen usw. eine Pause von 18 Monaten sein, oder sie sollten am gleichen Tag stattfinden.
4. Abschaffung einer politischen Ebene
Dieser Vorschlag ist schon etwas heikel. Bedeutet es doch, dass es bei z.B. der Abschaffung der kommunalen Ebene (Kreisparlamente) plötzlich viel weniger Jobs für Politiker gibt. Aber gerade in Zeiten der Globalisierung muss es erlaubt sein darüber nachzudenken, wie auch bei großen Unternehmen der Fall, Hierarchien abzubauen und den Apparat effizienter und vor allem schneller zu machen. Auch das Argument, dass die kleineren Elemente (Städte und Gemeinden) weniger Gehör finden würden, stimmt so nicht ganz. Was bringt das ganze Gehör, wenn durch die Schwerfälligkeit des ganzen Apparats überhaupt nichts mehr passiert!?
5. Minibundesländer notwendig?
Auch dieser Punkt muss in Zusammenhang mit der Globalisierung angesprochen werden. Alle reden von einer Europäischen Einigung, aber es ist in Deutschland noch nicht einmal möglich Berlin und Brandenburg zu vereinigen. Ist man dann reif für Europa? Natürlich sollten regionale Traditionen erhalten bleiben. Aber definieren sich diese tatsächlich über das Bundesland? Vielleicht zum Teil, aber viele andere bestimmt nicht. Die folgenden Regionen haben durchaus eigene Traditionen, aber es gibt sie nicht als Bundesland: Franken, Schwaben, sächsische Schweiz, Allgäu, Holstein, Friesland, Harz, Märkische Schweiz, Pfalz, Rheinland, Westerwald,usw.
Man kann also kaum sagen, dass hierbei das Bundesland eine übergeordnete Rolle spielt.

Dies sind lediglich 5 einfache Schritte, die es in Zukunft vielleicht mal möglich machen, dass Politiker tatsächlich Politik machen und nicht nur Wahlkampf.

Opuck
17. Mai 2005

Posted at 10:25 nachm.     Read More  


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