Neuwahlen



Nachdem uns ja der liebe Herr Schröder wirklich total überrascht hat befinden sich die Parteien ja bereits in einer Art Wahlkampf vor dem Wahlkampf. Offiziell gibt es ja noch keine Neuwahlen.
Heute dementiert der Bundeskanzler wieder einmal aufs Schärfste, dass er zurücktreten will. Gleichzeitig fragt man sich, wie das mit dem Misstrauensvotum laufen soll, damit auch wirklich alles wasserdicht ist.
Ich kann das ehrlich gesagt nicht verstehen. Da ruft der Kanzler im Prinzip zu Neuwahlen auf, weil er keine Gesetze mehr durchbekommt weigert sich aber zurückzutreten. Ich konnte ja kaum glauben als dann gesagt wurde, dass Gerhard Schröder zur Neuwahl wieder antritt. Wenn ich das richtig verstehe ist die Politik der Regierung doch gescheitert, oder? Warum verliert sonst die SPD seit geraumer Zeit jede Wahl (bis auf die letzte Bundestagswahl natürlich)?
Ich finde die Neuwahlen sind eigentlich ein genialer Schachzug der SPD. Nur hätte ich gedacht, dass sie den doch etwas beliebteren Wolfgang Clement zum neuen Kanzlerkandidaten küren. Dann hätten die Leute sicher verstanden, das sich was ändern wird und die SPD hätte in aller Ruhe alle Verantwortung auf die Grünen abwälzen können. Nun, da Schröder scheinbar an der Führungsrolle in der SPD klebt, glaube ich kaum an einen Erfolg für die SPD bei den "möglichen" Bundestagswahlen. Auch die Grünen werden es schwer haben. Wenn die CDU alles jetzt ruhig und geschickt angeht (was Angela "Angie" Merkel ohne Zweifel momentan macht) glaube ich an eine absolute Mehrheit.

Das ist eine sehr gute Entwicklung. Dann wäre sie endlich da, die Möglichkeit für eine Partei das Land voran zu bringen und wirklich mal Reformen zu beschließen und auch durchzusetzen. Das ist genau das was das Land in unserer Situation braucht - Reformen. Zu lange sind diese, erst von schwarzer-gelber dann von rot-grüner Regierung, verschleppt worden.

Aber spätestens die Bundestagswahlen 2002 haben gezeigt, dass sich die Stimmung im Land für die eine oder andere Partei schlagartig ändern kann. Es ist schade, dass es scheinbar doch recht wenige Menschen gibt, die aus innerer Überzeugung bestimmte Parteien wählen. Viele lassen sich von Medien und plakativen Kampagnen recht einfach auf die eine oder andere Seite ziehen. Es geht ja schon lange nicht mehr um das beste Wahlprogramm, sondern um die beste Werbestrategie und das beste Gesicht mit der tollsten Ausstrahlung.

Somit bleibt abzuwarten, was das Land tatsächlich entscheidet, wenn irgendwann im September oder Oktober der Bundestag neu gewählt wird.

Posted: Di - Juni 7, 2005 at 10:22 nachm.      


©