Ein Aswang ist eine fillipinische mythologische Figur, welche oft benutzt wird um unvorhergesehenes Unheil zu erklären. Nach der Folklore fliegt der Aswang des Nachts und jagt bevorzugt schwangere Frauen. Diesen saugt er dann mit einem Rüssel das Baby durch den Bauchnabel heraus. Desweiteren soll der Aswang oft seine Identität wechseln und niemals seine wahre Natur preisgeben. Tagsüber wird der Aswang generell als ein Aussenseiter der Gesellschaft gesehen und passt nicht in die gängige Norm. Deshalb wird er auch gerne als Sündenbock gesehen.
Wir untersuchen anhand dieser Legende wie sich in einer Gemeinschaft Gruppen bilden, die einzelne Personen ausschliessen. Der Gruppenzwang ist manchmal so stark, dass die Individualität verloren geht und Aussenseiter verfolgt werden. Ist aber dann der Aussensseiter der Aswang oder ist es nicht eher die Gruppe, welche das Leben aus den Individuen aussaugt?
Das Publikum hat die Möglichkeit in dem choreographischen Prozess mitzuwirken. Nach dem
Showing des work-in-progress Stückes ASWANG, haben wir eine offene Diskussionrunde.
Christina und die KünstlerInnen werden dann gegebenfalls Vorschläge direkt ausprobieren.
Concept: Christina Medina & Thomas Melde
Choreography: Christina Medina with the dance artists
Performers: Valerie Klein, Paige Lewis, Anna Majder, Keren Parker
Apprentice: Alexandra Waidacher
Stage Design: Luise Kloos
Music: Gerhard Nierhaus (Commission-Kulintang), Clinker-Gary James Joynes
LIghts: Thomas Bergner, Christina Medina, Thomas Melde
Costume: Vibeke Andersen
Length: Ca. 50 mins.
Performances
October 2, 3 and 4, 2008: Graz; Tanz und Theater ZenturmSeptember 4, 2008: Graz; Tanzstartklar Festival (15 mins. excerpt)
Reviews
"Die Miniaturen aus "Aswang", nach einem philippinischen Mythos benannt, könnten sich zu einem High School Drama mit der Spannung von Gus Van Sants Film "Elephant" aufschaukeln."
"The minatures from Aswang based on the Filipino myth could develop to a high school drama with the tension of Gus Van Sant's movie Elephant."
-M. Motter; Falter 37/08
“Medina verwendet diese Legende (Aswang}, um in kraftvollen Bildern die Mechanismen der Unterdrückung und Frontenbildung zu thematisieren”
"Medina uses this legend (aswang) to discuss in strong pictures the mechanisms of suppression and creation of borders"
-C. Hartner Kronenzeitung 6.9.2008
(Medina deutet) die Figur (Aswang) als Phänomen, das heute vor allem im Alltag der Jugend beheimatet ist. Cliquenbildung, Anpassungssucht und Individualituatsverlust – bei der Suche nach dem Platz im Leben lässt Sie ihr junges Ensemble im rhytmischen Staccato über eine schlichte Bühne huschen, scheut nicht vor performativen Elementen zurück und schafft eine Atmosphäre, die Anleihen bei US-Regisseur Larry Clark findet, diese aber zumeist humoristisch bricht.
"(Medina interprets) the figure (Aswang) as a phenomenon, that nowadays mainly is found in the daily life of young people. Building of cliques, desire to conform and loss of individuality - In the search of ones place in life she lets her young ensemble scurry in a rhythmic staccato on a plain stage, is not afraid of performative elements and creates an atmosphere that reminds of US-director Larry Clark, but most times breaks it then with humour."
-C. Hartner Kronenzeitung, 3.10.2008
