Fri - February 18, 2005

Der Supporter


Um wen es hier wohl geht ;-)

Er war eine ziemlich abgehalfterte Erscheinung: Fettiges Haar, Drei-, oder manchmal Vier-tagebart und er stank. Nicht schlimm, aber doch merklich. Manchmal war er fröhlich, stand mit glitzernden Augen da, und wollte das Problem wissen. Meistens aber schlurfte er ins Zimmer, in gebeugter Haltung, und sagte erst etwas wenn er angesprochen wurde. Wenn er dann sprach zitterte seine Stimme ein wenig vor Unsicherheit. Dann setzte er sich an den Computer, und klimperte mit sienen langen Fingernägeln auf der Tastatur.
Durch leichte Unterwürfigkeit machte er sich bei den meisten beliebt. Man mochte ihn einfach, und erzählte ihm schnell intimste Dinge, obwohl er nicht viel von sich preisgab, oder gerade deswegen. Denn kommunikativ war er nicht. Jeder merkte sich seinen komischen Namen, aber er selber wusste oft nicht wie er die Leute ansprechen sollte, sagte "sie" wenn "du" angebracht währe, und umgekehrt, und benutzte die Namen der Leute nicht. Wenn er die Probleme gelöst hatte, ging er wieder fort, kahm erst wieder wenn das nächste mal der Computer nicht funktionierte.

Posted at 10:27 PM       |

Wed - February 2, 2005

Das Wasser


Ich versuche mehr Variation in meine Geschichten zu bringen, mal gucken ob mir das gelingt.

Dort fliesst Wasser, es gurgelt und gluckert. Wo es wohl hin will?
Zuerst geht es immer bergab, das könnte man jetzt negativ werten, aber so ist das nunmal mit Wasser. Vielleicht gelangt das Wasser in einen Strudel, es trudelt und strömt im Kreise, auch das tut Wasser manchmal. Anderes Wasser versickert, und fliesst durch geheimnisvolle Höhlen die wild glitzern würden, wenn es dort Licht gäbe.
Irgendwann fliesst das Wasser ins Meer. Dort rollt es und bricht, das tut Wasser im Meer oft. Dann wird es verdampft, um irgendwo wieder abzuregnen. Das Wasser ist jetzt wieder am Anfang, und gurgelt und gluckert wieder. Wo es wohl diesmal hin geht? Ich glaube dem Wasser ist es egal, denn Wasser ist geduldiger als Steine, schleift diese ab bis sie weg sind.

Posted at 11:51 PM       |

Sun - January 30, 2005

Der grosse Frosch


Diese war mühsam, weil mir immer Geschichten einfiehlen die ich hier schon geschrieben habe...

Es war einmal ein Frosch der war besonders gross. Eines Tages kam ein Storch daher, und lugte in den Teich in dem der grosse Frosch lebte. Er sah all die kleinen Frösche, und sagte "Ach was soll's, die sind mir alle zu mickrig." da war der besonders grosse Frosch beleidigt, und sagte: "Hey, ich bin doch besonders gross!" Da lachte der Storch laut auf, und meinte dann immer noch kichernd: "DU bist zwar grösser als die anderen Frösche, aber immer noch total klein." - "Du frecher Kerl! ich bin der grösste Frosch weit und breit!" Posaunte der Frosch erbost. " Aber sieh doch wie gross ich bin, da muss schon ein anderer kommen bevor ich satt werde!" Erklärte der Storch, und schon flog er davon. Der besonders grosse Frosch aber bemerkte erst jetzt, wieso der Storch an den Teich gekommen war, und war dann doch froh so klein zu sein.

Posted at 11:42 PM       |

Fri - January 28, 2005

Abschied


Komisch was einem so einfällt. Dies ist halt heute mir eingefallen...

Sieh der Stiefel, dort
füll ihn
füll ihn aus
Sieh die Jacke
spann sie ein
spann die Jacke gut
Fühl die Muskeln auf und ab, auf und ab
im gleichen Trabestakt.
Sieh die Türe
mach sie auf
lauf hinaus
komm nie wieder
du alte Maus.

Posted at 09:44 PM       |

Thu - January 27, 2005

Der kleine Fisch


Ich wollte mal wieder eine ganz kurze Geschichte schrieben, ist aber nichts draus geworden :)

Es war einmal ein kleiner Fisch, der war sehr unglücklich in seinem kleinen Teich. Er wollte weg, neues erleben. Aber egal in welche Richtung er schwamm, immer stiess er an den Rand des Teiches. Die anderen Fische hingegen wollten lieber dick werden und verbrachten ihre Zeit mit fressen. So zog unser kleine Fisch immer am Rande des Teiches entlang und lugte aus dem Wasser, anstatt zu fressen. Er war schon ganz Mager geworden, da wurde es ihm zu langweilig immer nur hinauszugucken, und er sprang mit einem riesigen Satz aus dem Fischteich und war endlich glücklich. Die anderen Fischen hörten nie wieder von ihm, und erzählten ihren Kindern von der Dummheit sich aus dem Fischteich zu wagen.

Posted at 12:23 AM       |

Tue - January 25, 2005

Knochenfeld


Heute hat es viel geschneit in Zürich, daher der Anfang dieser Geschichte.

Langsam rieselte der Schnee vom Himmel. Er fiel auf das Feld der gelben Knochen, füllte die Lücken auf und veredelte die Gebeine mit weissen Käppchen. Eine mächtige Kriegerinn Stampfte suchend durch den Schnee. Immer wieder brachen die alten Knochen unter ihr ein. Suchend blickte sie sich um, stöberte unter einem besonders grossen Knochenhaufen, ging weiter. Plötzlich stand ein gut aussehender junger Mann vor ihr. Keine Fusspuren waren hinter ihm zu sehen, und manchmal schien er wie Dunst zu flackern. "Dieser weg führt in die Verdammniss!" gebot er der grossen Kriegerinn Einhalt. Diese lachte rau: "Ich war schon oft in der Hölle des Krieges, lass mich durch, Trugbild." Sie wedelte mit ihrem Schwert durch die Erscheinung. "Was willst du auf diesem Acker des Todes?" Fragte der junge Mann. "Oh, ich brauche einen besonders grossen Knochen, den ich dem Dorfältesten von Uslapa zeigen kann, damit er glaubt ich habe das Monster von Erin erschlagen." Grinste die Kriegerinn. "Das ist falsch und unehrenhaft, ich werde das nicht erlauben!" Drohte das Trugbild, und hob die Arme. "Warte, ehrenhafter Geist, ich will nichts unrechtes tun, nur das Monster von Erin war ein kleiner Kobold, und keiner wird mir etwas dafür zahlen dass ich einen Kobolds erschlagen habe." - "Trotzdem ist es unehrenhaft." Beharrte der Geist. "Dann werde ich wohl besser gehen." sagte die Kriegerinn. Langsam schlenderte sie an den Rand des Knochenfeldes. Dann nahm sie blitzschnell einen mittelgrossen Knochen und rannte so schnell sie konnte davon. "Du widerliche Schlampe!" brauste der Geist auf, doch er wahr machtlos, denn ausserhalb des Knochenfeldes hatte er keine Kräfte. So verspottete ihn die Kriegerinn noch ein wenig aus sicherer Entfernung, und ging dann ihres Weges.

Posted at 11:11 PM       |

Mon - January 24, 2005

Ramök


Die Erschaffung von Ramök, den werden wir so schnell nicht mehr los!

"Lass uns endlich heiraten!" Tina war ganz aufgeregt. Josh überlegte kurz, und sagte dann: "Aber nur so richtig in der Kirche mit einem grossen Fest!" Tina lächelte: "Und zur Feier des Tages lassen wir 12 Drachen steigen, auf denen je 4 Tauben aufgemalt sind." Josh lachte nun, und wedelte mit den Armen: "Ja, und dann Brennen wir die Kirche nieder, als Zeichen unserer Ablehnung ihrer heidnischen Tradition!" - "Ha, genau! Wenn dann die Gäste in Panik fliehen, dann beschwören wir Ramök, den Geist von Panik und Chaos herauf!" Tina hüpfte auf und ab vor lauter Begeisterung. Josh aber fand: "Hmm, der Geist gefällt mir nicht, ich würde dann meine Ritterrüstung anziehen, und ihn in einem heroischen Kampf besiegen." Mit gewaltigem Gewedel kam Josh immer näher an Tina heran. Diese befahl mit weinerlicher Stimme: "Geh weg, Ich will meinen Geist!" Dann verzog sie ihr Gesicht zu einem Flunsch. Josh Aber kam ihr immer näher. Da rief seine Mutter aus der Küche: "Kommt Kinder, es gibt Essen" und alles war wieder gut.

Posted at 11:14 PM       |

Tue - January 18, 2005

Dumme Sprüche


Ich wollte etwas was ich in der Zeitung gelesen habe umsetzen.

Links ging es steil abwärts. Rechts auch. Langsam tastete sie sich vor. Sie war die einzige Frau die sich das wagte. Klar, es gab jede menge dummer Sprüche am Anfang. Aber wenn sie Zeigte dass sie keine Angst hatte, und auf die Träger hinausging, dann hielten die Sprücheklopfer schnell den Mund. Heute war es wieder sie, die sich als einzige hinausgewagt hatte. Die Anderen sagten es sei zu windig, man könne heute nicht Arbeiten. Als sie den Zu montierenden Träger an der Kette vor sich hin und her schwenken sah, dachte sie daran wie einem Mal die Hand beim Nieten abgerissen worden war. Ein anderer was von eben so einem Träger in die Tiefe geschubst worden.
Wieder ein tastender Schritt. Klar der Bauleiter hatte ihnen etwas von der grossen Leistung, der Verantwortung, und dem Ruhm vorgelabert. Ihr ging es um das Geld, das hiess, eigentlich um ihren Dad, dessen Krankenhausaufenthalt sie zahlen musste.
Noch ein Schritt. Schnell die Niete ansetzen, draufheizen, Niethammer, fertig. Jubelnd riss sie Ihre Arme in die Höhe, geschafft! Doch gerade jetzt gab es eine Windböe, sie wurde zur Seite gerissen, liess den Niethammer fallen, den Lötkolben, fiel, fiel, aus dem unfertigen achtzehnten Stock des Hochhauses, fiel in die Tiefe.
Die Träger des Sicherheitsseiles schnitten ihr in die Schultern, pressten die Luft aus ihr raus. Ein paar Sekunden hing sie orientierungslos in der Luft, dann sah sie ihren Kollegen am anderen Ende des Seils grinsen. Das würde wieder dumme Sprüche hageln!

Posted at 09:24 PM       |

Mon - January 17, 2005

Das Fahrrad


Hin und wieder passiert mir genau das:

Die Hände hatte er auf den Bauch gelegt. Sie wurden im zu schwer, und er legte sie neben sich auf die Matratze. Die Augen waren schon lange zu, und langsam schlief er ein.
Er fuhr mit dem Fahrrad die Strasse entlang. Eine Ampel schaltete auf Rot. Er hielt an, aber vergass einen Fuss vom Pedal zu nehmen. Zuerst passierte nichts. Doch dann legte sich das Fahrrad nach links. Immer weiter nach links rüber, schon war er am fallen.
Da wachte er schweissgebadet auf. Auch wenn sein Herz wie wild pochte, legte er sich auf die Seite, um wieder einzuschlafen.

Posted at 05:27 PM       |

Sat - January 15, 2005

Schneesturm


Teil einer grösseren Geschichte die ich schon lange im Kopf habe.

Er musste einfach weitergehen. Der Sturm toste um ihn herum, und die Sicht war so schlecht, dass er den Boden nicht mehr richtig sah. Alles um ihn herum war weiss von dem Schneetreiben, und seine Nase war schon so kalt, dass sie heiss brannte. Er hatte alte Lumpen in seine Schuhe gestopft, doch er spürte die Füsse nicht mehr. Er war erschöpft, wusste nicht mehr genau wohin er ging. Immer den Berg entlang, das war klar, aber sonst? Ab und zu machte er eine Kehrtwende, um den Hang nicht so steil hinauf zu müssen.
Endlich, nach stundenlangem, mühseligen durch den Schnee Stapfen, fand er einen kleinen Überhang, und setzte sich hin um etwas zu essen und zu trinken. das Essen hatte er in einem Sack eng bei sich getragen, doch es war trotzdem eiskalt, und das Brot war teilweise gefroren. Am Apfel biss er sich fast die Zähne aus, so hart war er geworden. Trinken konnte er auch nicht, das Wasser war gefroren. Obwohl der Wind immer noch kalt unter seine Kleidung fuhr, überkam ihn nach kurzer Zeit des Sitzens eine wohlige Wärme. Kurz machte er die Augen zu, und dann holte er seine Lederdecke hervor, um für immer einzuschlafen.

Posted at 03:14 PM       |

Thu - January 13, 2005

Der Vorsatz


Dieser Text ist Ergebniss der Aufgabe für die Schreibstube.

Schon lange ist's her, da hat sich Herr K. vorgenommen endlich abzunehmen. Leider klappte das nicht so, es war einfach zu mühsam mit dem täglichen Training, den faden, fettarmen Speisen, und sowieso all diese bescheuerten Diäten: Slimfast, Trennkost, Kartoffeldiät, Früchtediät...
Daher entschloss Herr K. sich, eine Fettabsaugung zu machen. Schliesslich wollte er abnehmen, um jeden Preis. Es war dann auch ein stolzer Preis, den er zahlen musste. Nicht nur des Geldes wegen, sondern auch weil er noch tagelang Schmerzen hatte. Seine Haut hing in Falten an seinem Bauch, und widerliche vernarbte Punkte blieben zurück, wo der Arzt den Sauger eingeführt hatte. Das schlimmste aber war, dass es nichts genutzt hatte. Schon bald hatte sich Herr K. mit leckerem Bier, Schokolade und Salami vollgestopft. Jetzt durfte man ja, aber eigentlich durfte man eben nicht, so dass Herr K. wieder beleibt wie vorher Wurde. "Soweit zu diesem Vorsatz." Dachte sich Herr K. und wollte fortan nicht mehr abnehmen.

Posted at 12:09 AM       |

Wed - January 12, 2005

Paradies


Wie das Mittelalter hätte sein sollen.

Auf der Schlammigen Strasse kam ein Edelmann daher. "Krankheit, Pest und Tod! Hier alles zum drittel Preis!" Rief er. Die Leute scharten sich um ihn, um sich möglichst schnell Anzustecken. Frauen rissen ihm die Kleider vom Leib, wollten sie Essen, so dass der Edelmann mit viel Geld aber nackig aus dem Dorf weiterzog.
Jeder wollte möglichst schnell sterben. Manche assen nichts, andere Tranken nicht. Aber das war eher selten. Es war klar, wer sich selber umbringt der kommt in die Hölle, aber wer durch Krankheit, Pest und Unfall zu Tode kam, konnte auf sofortiges Paradies pochen, und wer will da nicht möglichst schnell hin?

Posted at 12:11 AM       |

Tue - January 11, 2005

Der Tunnel


Ein versuch einer Horrorgeschichte...

Wer immer dies liest. Bitte vergesst uns nicht.
Alles begann ganz normal: Die Strassenbahn fuhr in einen Tunnel. Nur eigentlich sollte hier eine Brücke kommen, nicht ein Tunnel. Was wohl mit der Brücke passiert war? Wo führte dieser unverhoffte Tunnel hin? Auch manche anderen Fahrgäste waren verstört. Ein Pärchen tuschelte miteinander. Ein Jugendlicher nahm die Ohrstöpsel raus. Dann eine Durchsage: "Geehrte Fahrgäste, hier spricht ihr Fahrer. Leider scheint es eine technische Panne gegeben zu haben. Dieser Tunnel wird bald zu Ende sein, und wir entschuldigen uns für etwaige Umstände." Jetzt waren alle Fahrgäste beunruhigt. Der Fahrer schien selbst am Rande des Wahnsinns dahin zu schlittern, so wie seine Stimme gezittert hatte. Wieder eine Durchsage: "Der Tunnel ist bald zu Ende, ich kann schon das Ende sehen, bald ist das Ende da!" Den letzten Satz schrie der Fahrer aus voller Brust. Der Tramzug fuhr immer schneller. "Ende, Ende, Ende..." Murmelte es aus dem Lautsprecher. Zum Glück sass ich im hinteren Wagen, da konnte mir der verrückte Fahrer nichts tun. Wir fuhren nun schon fünf Minuten durch den Tunnel, und ein seltsames Gefühl bemächtigte sich meiner Brust. Ich bekam Panik, wie der Fahrer! Auch andere schienen es zu spüren, und ich sah den Jugendlichen aufspringen und die Notbremse betätigen. Nichts veränderte sich, wir beschleunigten immer noch. Ich merkte dass der Jugendliche plötzlich seltsam alt wirkte, und als ich auf meine Hände herabblickte, bemerkte ich dass, ich plötzlich die uralte Hände hatte. Aus einem Kinderwagen sprang, als junges Mädel, ein ehemaliges Baby. Der ältere Herr vor mir war vornüber gesunken, und als ich ihn anstiess, da zerbröselte er zu Staub.
Wer immer dies liest, vergesst uns nicht.

Posted at 12:34 AM       |

Sun - January 9, 2005

Die Diskussion


Ich hab immer mühe mit Dialogen, daher diese Übung.

"Das kannst du mir nicht antun!"
"Ich will aber nicht mehr"
"Aber denk doch an den Ruhm, das Geld..."
"Nein! Ich kann einfach nicht mehr."
"Weisst du, die Frauen, die lieben das, aber keine will mit einem ex.."
"Auch das ist mir egal, jetzt lass mich in ruhe."
"Komm schon, einfach noch einmal, dieses letzte mal."
"Nein gerade dieses mal nicht."
"Wenn nicht für das Geld, den Ruhm, die Frauen, dann für mich!"
"Wie, für dich?"
"Ich kann mir jemand neues suchen, aber nur wenn du heute hier gewinnst."
"Verdammt, das hast du das letzte mal schon gesagt!"
"Und?"
"Hmm"
"Bitte."
"Na gut, aber ich steige wirklich das letzte mal in den Ring"
"Das ist mein Boxer, jetzt mach ihn fertig!"

Posted at 11:31 PM       |

Thu - January 6, 2005

Herr F.


Etwas langatmig, aber irgendwie Zen.

Jeden Abend zog sich Herr F. nach der Arbeit um. Seit 40 Jahren schon. Zuerst zog er sich seinen Blaumann aus. Dann folgte das Unterhemd. Er war normalerweise nicht einer der ersten in der Garderobe, aber auch nicht der letzte. Zuletzt zog er sich die Socken aus. Sorgfältig legte er alle Kleidungstücke zusammen, und packte die Socken und das Unterhemd in eine braune Papiertüte. Die ersten der anderen waren zu diesem Zeitpunkt bereits fertig mit Umziehen. Die Unterhose zog er nie aus, es geziemte sich nicht sich derartig zu entblössen, auch wenn das die Jungen nicht zu scheren schien. Herr F. nahm sich seine Kleidung aus dem Spind. Mit diesen war er am Morgen zur Arbeit erschienen, und nun zog er sie sich wieder an. Zuerst die Socken, dann das Unterhemd, im Winter zusätzlich lange Unterhosen. Zu diesem Zeitpunkt war niemand mehr ausser Herrn F. in der Umkleide. Bis er sich Angezogen hatte und bereit war mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren, konnte sehr viel Zeit vergehen.
Dann, eines Tages hatten sich die Jungen zusammengetan, um ihn zu verspotten, als er gerade in seiner Unterhose dastand. Herr F. blickte sie nur stoisch an, bekleidete sich weiter. Die Jungen aber liessen nicht locker, machten dumme Sprüche, und nahmen ihm schliesslich das Unterhemd weg, als er es sich gerade überziehen wollte. Herr F. setzte sich hin und wartete. Die Jungen waren es bald leid ihn zu foppen, und jemand warf Herrn F. das Unterhemd ins Gesicht.
An diesem Abend wartete ein fast gleich alter Mittarbeiter auf Herrn F. Er fragte Ihn: "Warum hast du dich nicht gewehrt, oder wenigstens erklärt warum du das so machst? Nichtmal ich weiss das." Herr F. antwortete: "Ach, weisst du, heute hat Jochen wieder die Socken falsch herum angezogen, und Michael hat das Hemd angelassen. Sören hat den Blaumann in den Spind von Mark getan, und Mark hat schon seit zwei Wochen dieselbe Hose an. Ich bin zufrieden mit meinem Leben, und wenn sie es nicht sind, dann will ich ihnen gerne dabei helfen sich aufzuheitern."

Posted at 12:06 AM       |

Wed - January 5, 2005

Das Parfüm


Endlich wieder eine Geschichte, tut mir leid wegen dem Unterbruch... und dann auch noch eine so ähnliche... naja, ich versuch morgen wieder originell zu sein ;-)

Heute ging ich in eines von diesen riesigen Kaufhäusern in der Stadt. Normalerweise mache ich das nicht, aber ich brauchte unbedingt diese Socken die es nur dort gab, für meine Mutter. Also ich spazierte so dahin, auf der suche nach der Sockenabteilung. Da kam plötzlich so eine Verkäuferin dahergewuselt, mit einem riesigen Flakon in der Hand. "Wollen sie eine Probe?" Rief sie entzückt, und sprühte mich mit zwei heftigen Stössen auf den Sprühmechanismus voll. Entgeistert starrte ich sie an. Sie wollte schon weiterwuseln, aber ich war schneller. Ich packte sie am Arm und entriss ihr die Parfümprobe. "Du willst bestimmt auch mal." knirschte ich zwischen den Zähnen hervor, und Sprühte ihr ins Gesicht. SIe wollte schreien, aber ich sprühte ihr gleich in den Mund, so dass nur ein Röcheln herauskam.
Jetzt habe ich lebenslanges Hausverbot, und meine Mutter muss sich ihre Socken selber besorgen, aber das war es wert.

Posted at 05:58 PM       |

Sun - January 2, 2005

Die Punkerin


Meine Mutter wollte immer so etwas mit frechen Punks tun...

"Haste ma nen euro?" Murmelte die Punkerin. Der ältere Mann, der nur so vor sich hin spaziert war, blickte sie verdutzt an. "Wie bitte?" fragte er. "Hätte gern n'bisschen Kleingeld." Wiederholte die junge Frau. "Nein, heute wohl eher nicht." versuchte er sich aus der Affäre zu ziehen. Er hatte sich schon weggedreht, da rief die Punkerin: "So nicht! Du reicher Sack..." - "Lass mich so leben wie ich will, denn ich lasse dich ja auch so leben wie du willst." Unterbrach der ältere Herr, und lies die Punkerin verdutzt zurück.

Posted at 12:17 AM       |

Fri - December 31, 2004

Das böse Wutzelchen


Ein Wutzelmärchen für kleine Wutzelkinder.

Es war einmal ein kleines Wutzelchen. das wutzelte den ganzen Tag herum, wie es alle Wutzel so tun. Doch dieses Wutzelchen war besonders. Es war besonders böse. Dazu muss man wissen dass alle Wutzel ganz liebe kleine Kerlchen sind, die nie jemandem etwas böses tun. Wenn ein Wutzel beim bösen Wutzelchen vorbeikam, und "Holadelidü!" grüsste, so antwortete das böse Wutzelchen nicht mit "Tüdeldü!", sondern mit "Hallo". Es war sogar so böse, dass es manchmal kein Trinkgeld gab. Es war also von Grund auf schlecht. Die anderen Wutzel hatten so viel Angst vor dem bösen Wutzelchen, dass sie es verstiessen. Das böse Wutzelchen irrte noch etwas durch die Gegend, aber schon bald erlag es seiner Bösartigkeit, und wurde von einer Eule gefressen.
Passt also alle auf, und seid immer lieb und nett, sonst geht es euch wie dem bösen Wutzelchen!

Posted at 02:13 PM       |

Thu - December 30, 2004

Toilettenhäuschen


Ein weiterer Versuch einer morallosen Geschichte...

Heute spazierte ich des nachts an einem Toilettenhäuschen vorbei. Da ich ein gewisses drängen verspürte, wollte ich es betreten, doch an der Türe hing ein Zettel: "Wegen Umbau ausser Betrieb bis:" es war keine Zahl auf der gepunkteten Linie unter diesem Satz angegeben. Ich zögerte kurz, doch dann drückte ich die Türklinke doch herunter, und siehe da: die Türe lies sich öffnen. Im hell erleuchteten innern erwartete mich einen grobschlächtigen Mann. Er hatte die Hosen heruntergelassen, und war im begriff eine junge Frau, welche vor ihm vornübergebeugt kauerte, zu penetrieren. Diese versuchte Ihr Gesicht zu verdecken. Trotzdem sah ich ihre Tränen. "Hau ab" knurrte der Mann, und das tat ich dann auch.

Posted at 12:02 AM       |

Wed - December 29, 2004

Geschichtsmobbing


Diese Gefällt mir irgendwie besonders gut, ich weiss nicht warum...

Im Geschichtenland, von dem ich schon einmal berichtete, gab es eine Geschichte, die wollte nie enden.
SIe sagte zu den anderen Geschichten: "Ich werde nie enden, ich bin die unendlich lange Geschichte!" Die anderen Geschichten machten sich lustig über die Geschichte die nie enden wollte. Sie sagten: "guck, da geht die unendlich dumme Geschichte." Oder: "Hey, unendlich dumme Geschichte, geh doch weg!" Manchmal sagten sie auch: "Unendlich dumme Geschichte hör doch endlich auf!" Wie man sieht wahren sie nicht sehr einfallsreich.
Die Geschichte die nie enden wollte machte sich nicht viel aus den Beschimpfungen der anderen Geschichten. Es gab eine Geschichte, die tatsächlich "Unendliche Geschichte" hiess. Diese war, obwohl sehr wohl endlich, das Vorbild der Geschichte die nie enden wollte. Deswegen versuchte sie immer in der Nähe dieser Geschichte zu sein, und schon bald sah man sie immer als Pärchen durch die Geschichtenwelt wandern.
Das mochten die anderen Geschichten gar nicht, und sie spotteten: "da ist das unendlich dumme Pärchen." Und: "Ihr seid doch geschichts-sexuell!" Manchmal riefen sie auch: "geht doch zu ende ihr blöden Geschichten!"
Eines Tages, da war das ende der Geschichte die nie enden wollte tatsächlich da. Als die anderen Geschichten sahen, dass die Geschichte die nicht enden wollte aufhörte, da sassen sie mit der "Unendlichen Geschichte" zusammen, und sagten: "Diese Geschichte hatte Visionen!" Und: "Eine Geschichte mit einem Ziel ist eine gute Geschichte!" Manchmal schniefte eine besonders gerührte Geschichte: "Währe sie doch nie geendet!"
Da schimpfte die "Unendliche Geschichte": "Ihr habt die arme Geschichte die nicht enden wollte immer fertig gemacht, und jetzt wo es zu spät ist, redet ihr gut über sie. Ihr Heuchler!" Wütend stapfte die "Unendliche Geschichte" von dannen, um ehrlichere Gesellschaft zu finden.

Posted at 06:21 PM       |






















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