TURNIER-BRIDGE-REGELN 1997

Erlassen und veröffentlicht durch den Weltbridgeverband (WBF).
Verantwortlich für den Inhalt ist Gerhard Elsner.

Part Three

Der Text wurde von der Veröffentlichung des DBVs "Die Turnier-Bridge-Regeln" übernommen. Der DBV ist über die Existenz dieser HTML-Version der TBR informiert, eine inhaltliche Prüfung ist jedoch nicht erfolgt.

B. Strafen für Regelverletzungen

1. Generelle Strafen

Der Dummy unterliegt den Strafbestimmungen des § 90 für jede Nichteinhaltung der vorstehend in A 1 oder A 2 aufgeführten Einschränkungen.

2. Spezifische Strafen

Hält der Dummy die vorstehend in A 2 aufgeführten Einschränkungen nicht ein, und:

a) warnt den Alleinspieler vor falschem Ausspiel

warnt er den Alleinspieler, nicht von der falschen Hand auszuspielen, darf (Strafe) jeder Gegenspieler die Hand bestimmen, von der der Alleinspieler ausspielen soll.

b) befragt den Alleinspieler bezüglich möglicher Regelwidrigkeit

ist er der erste, der den Alleinspieler fragt, ob dieser ein Revoke begangen hat, muss der Alleinspieler eine den Regeln entsprechende Karte spielen, wenn sein Spiel regelwidrig war, und die Strafbestimmungen des § 64 kommen so zur Anwendung, als ob das Revoke vollendet worden wäre.

3. Dummy weist als erster auf eine Regelwidrigkeit eines Gegenspielers hin

Macht der Dummy nach Nichteinhaltung seiner sich aus vorstehend A 2 ergebenden Beschränkungen als erster auf eine Regelwidrigkeit eines Gegenspielers aufmerksam, soll keine Strafe verhängt werden. Wenn die Gegenspieler unmittelbar von ihrer Regelwidrigkeit profitieren, soll der Turnierleiter beiden Seiten zwecks Wiederherstellung der Billigkeit einen berichtigten Score zuerkennen.

§ 44: Reihenfolge und Verfahren beim Spiel

A. Ausspiel zu einem Stich

Der Spieler, der zu einem Stich ausspielt, darf jede beliebige Karte aus seiner Hand spielen (es sei denn, er ist infolge einer von seiner Seite begangenen Regelwidrigkeit einer Einschränkung unterworfen).

B. Folgende Zugaben zu einem Stich

Nach dem Ausspiel gibt jeder andere Spieler der Reihe nach eine Karte zu, und die vier so gespielten Karten ergeben einen Stich. (Bezüglich der Art und Weise, in der Karten gespielt und Stiche abgelegt werden, siehe § 65.)

C. Pflicht, Farbe zu bekennen

Beim Spielen zu einem Stich muss jeder Spieler, wenn möglich, Farbe bekennen. Diese Verpflichtung hat gegenüber allen anderen Regeln Vorrang.

D. Unmöglichkeit, Farbe zu bekennen

Kann ein Spieler nicht Farbe bekennen, darf er jede beliebige Karte spielen (es sei denn, er ist infolge einer von seiner Seite begangenen Regelwidrigkeit einer Einschränkung unterworfen).

E. Stiche, die Trumpfkarten enthalten

Ein Stich, der einen Trumpf enthält, wird von dem Spieler gewonnen, der zu ihm den höchsten Trumpf zugegeben hat.

F. Stiche, die keine Trumpfkarten enthalten

Ein Stich, der keine Trumpfkarten enthält, wird von dem Spieler gewonnen, der zu ihm die höchste Karte der ausgespielten Farbe zugegeben hat.

G. Ausspiel zu den dem ersten Stich nachfolgenden Stichen

Der Spieler, der den Stich gewonnen hat, spielt zum nächsten Stich aus.

§ 45: Gespielte Karte

A. Spiel einer Karte aus einer Hand

Jeder Spieler mit Ausnahme des Dummy spielt eine Karte, indem er sie aus seiner Hand nimmt und offen* unmittelbar vor sich auf den Tisch legt. [Das erste Ausspiel erfolgt zunächst verdeckt (es sei denn, der veranstaltende Verband trifft eine andere Regelung).]

B. Spiel einer Karte vom Tisch

Der Alleinspieler spielt eine Karte vom Tisch, indem er sie benennt, woraufhin der Dummy die Karte aufnimmt und sie vor sich auf den Tisch legt. Beim Spielen vom Tisch darf der Alleinspieler, wenn erforderlich, die gewünschte Karte selbst aufnehmen.

C. Zwangsweises Spielen einer Karte

1. Karte eines Gegenspielers

Eine Karte eines Gegenspielers, die so gehalten wird, dass es seinem Partner möglich ist, deren Bildseite zu sehen, muss zum laufenden Stich gespielt werden (wenn der Gegenspieler bereits eine gültige Karte zum laufenden Stich zugegeben hat, siehe § 45 E).

2. Karte des Alleinspielers

Der Alleinspieler muss eine mit der Bildseite nach oben gehaltene Karte aus seiner Hand spielen, die den Tisch berührt oder fast berührt, oder die in einer Art und Weise gehalten wird, die anzeigen soll, dass sie gespielt worden ist.

3. Karte des Tisches

Eine Karte des Tisches muss gespielt werden, wenn der Alleinspieler sie absichtlich berührt hat, außer er wollte die Karten des Tisches ordnen oder eine Karte über oder unter der oder den berührten Karten spielen.

4. Genannte oder bezeichnete Karte

a) Spiel einer genannten Karte

Eine Karte muss gespielt werden, wenn ein Spieler sie als diejenige Karte nennt oder auf andere Weise bezeichnet, die er zu spielen beabsichtigt.

b) Berichtigung einer unbeabsichtigten Bezeichnung

Ein Spieler darf ohne Straffolge eine unbeabsichtigte Bezeichnung ändern, wenn er dies ohne Gedankenpause tut; hat jedoch ein Gegner, als er an der Reihe war, eine Karte gespielt, die vor der Änderung der Bezeichnung gültig war, darf dieser Gegner die so gespielte Karte straflos zurücknehmen und an ihrer Stelle eine andere spielen (siehe § 47 E).

5. Strafkarte
Eine § 50 unterworfene Haupt- oder Nebenstrafkarte muss möglicherweise gespielt werden.

D. Der Dummy spielt falsche Karte

Bringt der Dummy eine Karte, die der Alleinspieler nicht genannt hat, in die Position einer gespielten Karte, muss sie zurückgenommen werden, wenn darauf hingewiesen wird, bevor jede Seite zum nächsten Stich gespielt hat, und ein Gegenspieler darf (straflos) eine Karte zurücknehmen, die er nach dem Irrtum, aber vor dem Hinweis darauf gespielt hat; wenn der rechte Gegner des Alleinspielers seine Karte zurücknimmt, darf der Alleinspieler eine Karte, die er danach zu diesem Stich zugegeben hatte zurücknehmen (siehe § 16 C 2).

E. Fünfte Karte zu einem Stich gespielt

1. Durch einen Gegenspieler

Eine fünfte Karte, die von einem Gegenspieler zu einem Stich zugegeben wird, wird zu einer § 50 unterworfenen Strafkarte, es sei denn, der Turnierleiter kommt zu der Auffassung, sie sei ausgespielt worden, in welchem Falle § 53 oder § 56 zur Anwendung kommen.

2. Durch den Alleinspieler

Gibt der Alleinspieler eine fünfte Karte aus seiner Hand oder vom Tisch zu einem Stich zu, folgt keine Strafe, es sei denn, der Turnierleiter kommt zu der Auffassung, sie sei ausgespielt worden, in welchem Falle § 55 zur Anwendung kommt.

F. Dummy deutet Karte an

Nachdem der Tisch aufgedeckt ist, darf der Dummy ohne Anweisung des Alleinspielers keine Karte berühren oder andeuten (außer zum Ordnen der Karten). Falls er dies tut, sollte unverzüglich der Turnierleiter gerufen werden. Der Turnierleiter soll entscheiden, ob die Handlungsweise des Dummy tatsächlich einen Vorschlag für den Alleinspieler beinhaltete. Entscheidet der Turnierleiter, dass dies der Fall war, lässt er das Spiel fortsetzen und behält sich das Recht vor, einen berichtigten Score zuzuweisen, wenn die Gegenspieler durch die so vorgeschlagene Spielweise geschädigt worden sind.

G. Umdrehen des Stiches

Kein Spieler sollte seine Karten umdrehen, bevor alle vier Spieler zu dem Stich gespielt haben.

 Abschnitt II - Regelwidrigkeiten beim Verfahren

§ 46: Unvollständige oder irrtümliche Bezeichnung einer Karte des Tisches

A. Richtige Form der Bezeichnung einer Karte des Tisches

Bei der Benennung einer Karte, die vom Dummy gespielt werden soll, sollte der Alleinspieler deutlich sowohl die Farbe als auch den Rang der gewünschten Karte benennen.

B. Unvollständige oder irrtümliche Benennung

Im Falle einer unvollständigen oder irrtümlichen Benennung der vom Tisch zu spielenden Karte durch den Alleinspieler finden folgende Einschränkungen Anwendung (es sei denn, der Alleinspieler hatte zweifellos eine andere Absicht):

1. Unvollständige Bezeichnung des Ranges

Wenn der Alleinspieler beim Spielen vom Tisch "hoch" oder gleichbedeutende Worte gebraucht, wird angenommen, er habe die höchste Karte gefordert; in vierter Position darf angenommen werden, er habe die niedrigste gewinnende Karte der benannten Farbe verlangt; weist er den Dummy an, den Stich zu gewinnen, wird angenommen, er habe die niedrigste gewinnende Karte gefordert; wenn er "klein" oder gleichbedeutende Worte gebraucht, wird angenommen, er habe die niedrigste Karte verlangt.

2. Bezeichnet die Farbe, aber nicht den Rang

Bezeichnet der Alleinspieler eine Farbe, aber keinen Rang, wird angenommen, er habe die niedrigste Karte der benannten Farbe gefordert.

3. Bezeichnet den Rang, aber nicht die Farbe

Bezeichnet der Alleinspieler einen Rang, aber keine Farbe:

a) Beim Ausspiel
Es wird angenommen, dass der Alleinspieler die Farbe weitergespielt hat, in welcher der Tisch den vorhergehenden Stich gewonnen hat, vorausgesetzt eine Karte des bezeichneten Ranges ist in dieser Farbe vorhanden.

b) Alle anderen Fälle
In allen anderen Fällen muss der Alleinspieler eine Karte des bezeichneten Ranges vom Tisch spielen, wenn er dies nach den Regeln tun kann; gibt es jedoch zwei oder mehrere solcher Karten, die den Regeln entsprechend gespielt werden können, muss der Alleinspieler diejenige bezeichnen, welche er zu spielen beabsichtigt.

4. Bezeichnet Karte, die nicht auf dem Tisch vorhanden ist

Fordert der Alleinspieler eine nicht auf dem Tisch vorhandene Karte, ist diese Forderung ungültig und der Alleinspieler darf jede gültige Karte benennen.

5. Weder Farbe noch Rang bezeichnet

Deutet der Alleinspieler ein Spiel an, ohne eine Farbe oder einen Rang zu bezeichnen (indem er z.B. "Spielen Sie irgendetwas" oder gleichbedeutende Worte benutzt), darf jeder Gegenspieler bestimmen, was vom Tisch gespielt werden soll.

§ 47: Zurücknahme einer gespielten Karte

A. Um einer Strafe nachzukommen

Eine einmal gespielte Karte darf zurückgenommen werden, um einer Strafe nachzukommen (jedoch kann eine von einem Gegenspieler zurückgenommene Karte zur Strafkarte werden, siehe § 49).

B. Um ein regelwidriges Spiel zu korrigieren

Eine gespielte Karte darf zurückgenommen werden, um ein regelwidriges oder gleichzeitiges Spiel zu korrigieren (siehe § 58 wegen gleichzeitigen Spiels und § 49, Strafkarte bezüglich der Gegenspieler).

C. Um eine versehentliche Bezeichnung zu ändern

Eine gespielte Karte darf nach einer Änderung der Bezeichnung, wie sie von § 45 C 4 b) gestattet wird, straflos zurückgenommen werden.

D. Im Anschluss an ein geändertes Spiel eines Gegners

Im Anschluss an ein geändertes Spiel eines Gegners darf eine gespielte Karte straflos zurückgenommen (siehe aber § 62 C 2) und durch eine andere ersetzt werden.

E. Änderung eines Spiels aufgrund falscher Information

1. Ausspiel außer der Reihe

Ein Ausspiel außer der Reihe darf straflos zurückgenommen werden, wenn der Ausspielende von einem Gegner irrtümlicherweise informiert wurde, dass er am Ausspiel sei (der linke Gegner sollte das Ausspiel nicht annehmen).

2. Zurücknahme eines Spiels

a) Niemand hat anschließend gespielt

Ein Spieler darf die Karte, die er aufgrund einer falschen Erklärung einer konventionellen Ansage oder Spielweise und vor deren Berichtigung gespielt hat, zurücknehmen, aber nur, wenn keine weitere Karte zu diesem Stich zugegeben worden ist. Ein erstes Ausspiel darf nicht zurückgenommen werden, nachdem der Tisch irgendeine Karte aufgedeckt hat.

b) Eine oder mehrere anschließende Zugaben sind erfolgt
Wenn es zu spät ist, ein Spiel gemäß vorstehend a) zu ändern, kommt § 40 C zur Anwendung.

F. Ungültige Zurücknahme

Mit Ausnahme der in oben A bis E aufgeführten Tatbestände darf keine einmal gespielte Karte zurückgenommen werden.

Teil II - Strafkarte

§ 48: Sichtbarmachen der Karten des Alleinspielers

A. Alleinspieler macht eine Karte sichtbar

Der Alleinspieler unterliegt keiner Strafe, wenn er eine Karte sichtbar macht, und keine Karte des Alleinspielers oder des Dummy wird jemals zur Strafkarte. Der Alleinspieler ist nicht verpflichtet, eine von ihm unbeabsichtigt fallengelassene Karte zu spielen.

B. Alleinspieler deckt seine Hand auf

1. Nach erstem Ausspiel außer der Reihe

Deckt der Alleinspieler seine Karten nach einem ersten Ausspiel außer Reihenfolge auf, kommt § 54 zur Anwendung.

2. Zu irgendeinem anderen Zeitpunkt

Deckt der Alleinspieler seine Karten zu irgendeinem anderen Zeitpunkt als sofort nach einem ersten Ausspiel außer Reihenfolge auf, darf angenommen werden, er habe entweder Stiche beansprucht oder konzediert, und § 68 kommt zur Anwendung.

§ 49: Sichtbarmachen der Karten eines Gegenspielers

Wenn sich eine Karte eines Gegenspielers in einer Position befindet, in welcher sein Partner ihre Bildseite möglicherweise sehen könnte, wird (Strafe) jede solche Karte zur Strafkarte (§ 50), außer dies geschieht im normalen Spielverlauf oder bei der Anwendung der Regeln; aber siehe die Fußnote zu § 68, wenn ein Gegenspieler zu einem unvollständigen, gerade gespielten Stich Stellung nimmt.

§ 50: Behandlung einer Strafkarte

Eine von einem Gegenspieler vorzeitig sichtbar gemachte (aber nicht ausgespielte, siehe § 57) Karte ist eine Strafkarte, es sei denn, der Turnierleiter entscheidet anders. Der Turnierleiter soll anstelle der nachfolgend aufgeführten Berichtigungsmöglichkeiten einen berichtigten Score zuerkennen, wenn er der Auffassung ist, dass § 72 B 1 Anwendung findet.

A. Strafkarte bleibt aufgedeckt

Eine Strafkarte muss mit der Bildseite nach oben unmittelbar vor dem Spieler, dem sie gehört, auf dem Tisch liegen bleiben, bis eine andere Strafe gewählt worden ist.

B. Haupt- oder Nebenstrafkarte?

Eine einzelne, versehentlich sichtbar gemachte Karte (wenn z.B. zwei Karten zu einem Stich gespielt werden oder wenn eine Karte unbeabsichtigt fallengelassen wird) unter dem Range einer Figur wird zur Nebenstrafkarte. Jede beliebige Karte im Range einer Figur oder jede beliebige durch absichtliches Spiel (z.B. durch Ausspiel außer Reihenfolge oder nach der Korrektur eines begangenen Revokes) sichtbar gemachte Karte wird zur Hauptstrafkarte; wenn ein Gegenspieler zwei oder mehrere Stafkarten hat, werden alle diese Karten zu Hauptstrafkarten.

C. Behandlung einer Nebenstrafkarte

Hat ein Gegenspieler eine Nebenstrafkarte, darf er keine andere Karte in der gleichen Farbe unter dem Range einer Figur spielen, bevor er die Strafkarte gespielt hat (er ist jedoch berechtigt, stattdessen eine Figur zu spielen). Der Partner des schuldigen Spielers unterliegt keiner Ausspielstrafe, jedoch ist eine durch das Sehen der Strafkarte erhaltene Information nicht regelkonform und unerlaubt (siehe § 16 A).

D. Behandlung einer Hauptstrafkarte

Hat ein Gegenspieler eine Hauptstrafkarte, können sowohl der schuldige Spieler als auch sein Partner Beschränkungen unterliegen, der schuldige Spieler, wenn er an der Reihe ist zu spielen, sein Partner, wenn er an der Reihe ist auszuspielen.

1. Schuldiger Spieler ist an der Reihe zu spielen

Eine Hauptstrafkarte muss bei der ersten legalen Gelegenheit gespielt werden, sei es durch Ausspiel, Farbe bekennen, Abwerfen oder Trumpfen (die Bedingung, dass der schuldige Spieler die Karte spielen muss, ist eine erlaubte Information für seinen Partner. Jedoch ist eine andere Information, die durch das Aufgedecktsein der Strafkarte übermittelt wird, für den Partner unerlaubt). Hat ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten, die legal gespielt werden können, bezeichnet der Alleinspieler diejenige, welche zu spielen ist. Die Pflicht, Farbe zu bekennen oder einer Ausspiel- oder Spielstrafe Folge zu leisten, hat Vorrang vor der Pflicht, eine Hauptstrafkarte zu spielen, aber die Strafkarte muss weiterhin mit der Bildseite nach oben auf dem Tisch liegenbleiben und bei der nächsten legalen Gelegenheit gespielt werden.

2. Partner des schuldigen Spielers am Ausspiel

Ist ein Gegenspieler an der Reihe auszuspielen, während sein Partner eine Hauptstrafkarte hat, darf er nicht ausspielen, bevor der Alleinspieler erklärt hat, für welche der untenstehenden Möglichkeiten er sich entscheidet (spielt der Gegenspieler vorzeitig aus, unterliegt er einer Strafe gemäß § 49). Der Alleinspieler darf wählen:

a) Das Ausspiel der Farbe verlangen oder verbieten

vom Gegenspieler zu verlangen, die Farbe der Strafkarte auszuspielen, oder ihm zu verbieten [Wenn der Spieler nicht in der Lage ist, wie verlangt auszuspielen, siehe § 59.], diese Farbe auszuspielen, solange er bei Stich bleibt (wegen zwei oder mehrerer Strafkarten siehe § 51); wählt der Alleinspieler diese Möglichkeit, ist die Karte keine Strafkarte mehr und wird aufgenommen.

b) Keine Ausspielbeschränkung

kein Ausspiel zu verlangen oder zu verbieten, in welchem Fall der Gegenspieler jede beliebige Karte spielen darf; die Strafkarte bleibt eine Strafkarte.

§ 51: Zwei oder mehrere Strafkarten

A. Schuldiger Spieler ist an der Reihe zu spielen

Hat ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten, die legal gespielt werden können, bezeichnet der Alleinspieler die Karte, die zu diesem Stich zu spielen ist.

B. Partner des schuldigen Spielers hat auszuspielen

1. Strafkarten in derselben Farbe

a) Alleinspieler verlangt Ausspiel dieser Farbe

Hat ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten in einer Farbe, und verlangt der Alleinspieler vom Partner des Gegenspielers, diese Farbe auszuspielen, sind die Karten in dieser Farbe keine Strafkarten mehr und werden aufgenommen; der Gegenspieler darf jede legale Karte zu dem Stich zugeben.

b) Alleinspieler verbietet Ausspiel dieser Farbe

Verbietet der Alleinspieler das Ausspiel dieser Farbe, nimmt der Gegenspieler jede Strafkarte in dieser Farbe auf und darf jede legale Karte zu dem Stich zugeben.

2. Strafkarten in mehr als einer Farbe

a) Alleinspieler verlangt Ausspiel einer bestimmten Farbe

Hat ein Gegenspieler Strafkarten in mehr als einer Farbe, darf der Alleinspieler vom Partner des Gegenspielers verlangen [Wenn der Spieler nicht in der Lage ist, wie verlangt auszuspielen, siehe § 59.], eine der Farben auszuspielen, in denen der Gegenspieler eine Strafkarte hat (aber vorstehender Absatz B 1 a) findet Anwendung).

b) Alleinspieler verbietet Ausspiel bestimmter Farben

Hat ein Gegenspieler Strafkarten in mehr als einer Farbe, darf der Alleinspieler dem Partner des Gegenspielers verbieten [Wenn der Spieler nicht in der Lage ist, wie verlangt auszuspielen, siehe § 59.], eine oder mehrere dieser Farben auszuspielen; aber der Gegenspieler nimmt dann jede Strafkarte in jeder Farbe auf, deren Ausspiel der Alleinspieler verboten hat, und gibt irgendeine legale Karte zu dem Stich zu.

§ 52: Unterlassen des Ausspiels oder Zugebens einer Strafkarte

A. Gegenspieler unterläßt, Strafkarte zu spielen

Unterläßt ein Gegenspieler, eine Strafkarte gemäß § 50 auszuspielen oder zuzugeben, darf er von sich aus keine andere Karte zurücknehmen, die er gespielt hat.

B. Gegenspieler spielt eine andere Karte

1. Spiel der Karte wird angenommen

a) Alleinspieler darf Spiel annehmen

Hat ein Gegenspieler eine andere Karte ausgespielt oder zugegeben, obwohl er aufgrund der Regeln verpflichtet war, eine Strafkarte zu spielen, darf der Alleinspieler ein solches Ausspiel oder Zugeben annehmen.

b) Alleinspieler muss Spiel annehmen

Der Alleinspieler muss ein solches Ausspiel oder Zugeben annehmen, wenn er danach aus seiner Hand oder vom Tisch gespielt hat.

c) Strafkarte bleibt Strafkarte

Wird die gespielte Karte gemäß vorstehend a) oder b) angenommen, bleibt die ungespielte Strafkarte eine Strafkarte.

2. Spiel der Karte wird abgelehnt

Der Alleinspieler darf vom Gegenspieler verlangen, dass er die regelwidrig zugegebene oder ausgespielte Karte durch die Strafkarte ersetzt. Jede von dem Gegenspieler im Verlauf des Regelverstoßes ausgespielte oder zugegebene Karte wird zur Hauptstrafkarte.

Teil III - Regelwidrige Ausspiele und Zugaben

Abschnitt I - Ausspiel außer Reihenfolge

§ 53: Ausspiel außer Reihenfolge angenommen

A. Ausspiel außer Reihenfolge wird als korrektes Ausspiel behandelt

Jedes aufgedeckte Ausspiel außer Reihenfolge darf als korrektes Ausspiel behandelt werden. Es wird ein korrektes Ausspiel, wenn - je nachdem - der Alleinspieler oder einer der Gegenspieler es annimmt (indem er eine entsprechende Erklärung abgibt) oder, wenn der als nächster an der Reihe befindliche Spieler eine Karte zu dem regelwidrigen Ausspiel zugibt [aber siehe untenstehend C], siehe aber § 47 E 1. Erfolgt weder eine Erklärung noch ein Zugeben, das das Ausspiel annimmt, wird der Turnierleiter verlangen, dass das Ausspiel von der richtigen Hand gemacht wird.

B. Falscher Gegenspieler gibt Karte zu einem regelwidrigen Ausspiel des Alleinspielers zu

Gibt der Gegenspieler zur Rechten der Hand, von der das Ausspiel außer Reihenfolge erfolgt ist, zu dem regelwidrigen Ausspiel eine Karte zu [aber siehe untenstehend C], bleibt das Ausspiel bestehen und § 57 findet Anwendung.

C. Ordnungsgemäßes Ausspiel wird nach regelwidrigem Ausspiel gemacht

War ordnungsgemäß ein Gegenspieler jenes Spielers am Ausspiel, der außer Reihenfolge ausgespielt hat, darf dieser Gegner sein ordnungsgemäßes Ausspiel zu dem Stich machen, in dem der Regelverstoß begangen wurde, ohne dass seine Karte als zu dem regelwidrigen Ausspiel zugegeben angesehen wird. Wenn dies geschieht, bleibt das ordnungsgemäße Ausspiel bestehen, und alle irrtümlich zu diesem Stich gespielten Karten dürfen straflos zurückgenommen werden. (§ 16 C 2 findet auf einen Gegenspieler Anwendung.)

§ 54: Aufgedecktes erstes Ausspiel außer Reihenfolge

Wird ein erstes Ausspiel außer Reihenfolge aufgedeckt, und spielt der Partner des schuldigen Spielers verdeckt aus, verlangt der Turnierleiter, dass das verdeckte Ausspiel zurückgenommen wird, und die folgenden Absätze finden Anwendung.

A. Alleinspieler deckt seine Hand auf

Nach einem aufgedeckten ersten Ausspiel außer Reihenfolge darf der Alleinspieler seine Hand aufdecken; er wird zum Dummy und der Dummy wird zum Alleinspieler. Beginnt der Alleinspieler seine Hand aufzudecken und macht er dabei eine oder mehrere Karten sichtbar, muss er seine gesamte Hand aufdecken.

B. Alleinspieler nimmt Ausspiel an

Spielt ein Gegenspieler außer Reíhenfolge offen aus, darf der Alleinspieler das regelwidrige Ausspiel gemäß § 53 annehmen, und der Dummy deckt seine Hand entsprechend § 41 auf.

1. Alleinspieler spielt zweite Karte

Die zweite Karte zu dem Stich wird von der Hand des Alleinspielers gespielt.

2. Dummy hat zweite Karte gespielt

Spielt der Alleinspieler die zweite Karte zu dem Stich vom Dummy, darf die Karte des Dummy nicht zurückgenommen werden, außer um ein Revoke zu berichtigen.

C. Alleinspieler muss Ausspiel annehmen

Könnte der Alleinspieler irgendwelche Karten des Tisches gesehen haben (ausgenommen Karten, die der Tisch gegebenenfalls während der Reizung sichtbar gemacht hat und die § 24 unterworfen wurden), muss er das Ausspiel annehmen.

D. Alleinspieler lehnt erstes Ausspiel ab

Verlangt der Alleinspieler vom Gegenspieler, dass dieser sein offenes erstes Ausspiel zurücknimmt, findet § 56 Anwendung.

§ 55: Ausspiel des Alleinspielers außer Reihenfolge

A. Ausspiel des Alleinspielers wird angenommen

Hat der Alleinspieler von seiner Hand oder vom Tisch außer Reihenfolge ausgespielt, darf jeder Gegenspieler das Ausspiel gemäß § 53 annehmen oder seine Rücknahme verlangen (nach falscher Auskunft siehe § 47 E 1).

B. Vom Alleinspieler wird die Rücknahme des Ausspiels gefordert

1. Gegenspieler hat das Ausspiel

Hat der Alleinspieler von seiner Hand oder vom Tisch ausgespielt, obwohl ein Gegenspieler an der Reihe war auszuspielen, und verlangt einer der beiden Gegenspieler, dass er ein solches Ausspiel zurücknimmt, fügt der Alleinspieler die irrtümlich ausgespielte Karte straflos wieder der richtigen Hand zu.

2. Alleinspieler oder Tisch hat das Ausspiel

Hat der Alleinspieler von der falschen Seite ausgespielt, wenn er an der Reihe war, von seiner Hand oder vom Tisch auszuspielen, dann nimmt er die irrtümlich ausgespielte Karte zurück, falls einer der Gegenspieler dies verlangt. Er muss von der richtigen Seite ausspielen.

C. Alleinspieler könnte eine Information erhalten

Wählt der Alleinspieler eine Spieldurchführung, die auf einer durch die Regelwidrigeit erhaltenen Information beruht haben könnte, darf der Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen.

§ 56: Ausspiel eines Gegenspielers außer Reihenfolge

Verlangt der Alleinspieler von einem Gegenspieler, dass er sein offenes Ausspiel außer Reihenfolge zurücknimmt, wird die regelwidrig ausgespielte Karte zur Hauptstrafkarte und § 50 D findet Anwendung.

Abschnitt II - Andere regelwidrige Ausspiele oder Zugaben

§ 57: Vorzeitiges Ausspiel oder Zugeben durch einen Gegenspieler

A. Vorzeitiges Zugeben oder Ausspiel zum nächsten Stich

Spielt ein Gegenspieler zum nächsten Stich aus, bevor sein Partner zum laufenden Stich zugegeben hat, oder gibt er außer Reihenfolge zu, bevor sein Partner zugegeben hat, wird (Strafe) die so ausgespielte Karte zur Strafkarte und der Alleinspieler wählt eine der folgenden Möglichkeiten. Er darf:

1. Höchste Karte

vom Partner des schuldigen Spielers verlangen, seine höchste Karte in der ausgespielten Farbe zuzugeben.

2. Kleinste Karte

vom Partner des schuldigen Spielers verlangen, seine niedrigste Karte in der ausgespielten Farbe zuzugeben.

3. Karte einer anderen Farbe

dem Partner des schuldigen Spielers verbieten, eine Karte einer anderen Farbe, die der Alleinspieler benennt, zuzugeben.

B. Partner des schuldigen Spielers kann der Strafe nicht nachkommen

Ist der Partner des schuldigen Spielers nicht in der Lage, der vom Alleinspieler gewählten Strafe nachzukommen, darf er gemäß § 59 irgendeine Karte spielen.

C. Alleinspieler hat vor der Regelwidrigkeit von beiden Händen gespielt

Ein Gegenspieler unterliegt keiner Strafe für das Zugeben vor seinem Partner, wenn der Alleinspieler von beiden Händen gespielt hat, oder wenn der Dummy eine Karte gespielt hat oder regelwidrig vorgeschlagen hat, diese zu spielen. Ein Single am Tisch oder eine Karte einer Sequenz gilt nicht als automatisch gespielt.

§ 58: Gleichzeitige Ausspiele oder Zugaben

A. Zwei Spieler spielen gleichzeitig

Ein gleichzeitig mit dem ordnungsgemäßen Ausspiel oder Zugeben erfolgtes Ausspiel oder Zugeben gilt als im Anschluß daran gemacht.

B. Gleichzeitig gespielte Karten aus einer Hand

Spielt ein Spieler gleichzeitig zwei oder mehrere Karten aus oder gibt er sie zu, gilt:

1. Eine Karte sichtbar

Ist nur eine Karte sichtbar, wird diese Karte gespielt; alle anderen Karten werden straflos aufgenommen.

2. Mehrere Karten sichtbar

Ist mehr als eine Karte sichtbar, benennt der Spieler die Karte, die er spielen will; ist er ein Gegenspieler, wird jede andere sichtbar gemachte Karte zur Strafkarte (siehe § 50).

3. Nach Rücknahme einer sichtbaren Karte

Nachdem ein Spieler eine sichtbare Karte zurückgenommen hat, darf ein Gegner, der anschließend zu diesem Stich gespielt hat, seine Karte zurücknehmen und sie straflos durch eine andere ersetzen (siehe § 16 C).

4. Irrtum nicht entdeckt

Bleibt das gleichzeitige Spielen unentdeckt, bis beide Seiten zum nächsten Stich gespielt haben, kommt § 67 zur Anwendung.

§ 59: Unvermögen, wie verlangt auszuspielen oder zuzugeben

Ein Spieler darf jede im übrigen ordnungsgemäße Karte spielen, wenn er nicht vermag, wie verlangt, einer Ausspiel- oder Zugabeverpflichtung in Erfüllung einer Strafe nachzukommen, egal, ob deshalb, weil er keine Karte in der verlangten Farbe hat oder weil er nur Karten in einer Farbe hat, die auszuspielen ihm verboten ist oder weil er verpflichtet ist, Farbe zu bekennen.

§ 60: Spiel nach einem regelwidrigen Spiel

A. Spiel einer Karte nach Regelwidrigkeit

1. Verlust des Rechts, zu bestrafen

Ein Spiel eines Mitglieds der nicht-schuldigen Seite, nachdem sein rechter Gegner außer Reihenfolge oder vorzeitig ausgespielt oder zugegeben hat und bevor eine Strafe verhängt worden ist, führt zum Verlust des Rechts auf Bestrafung dieses Regelverstoßes.

2. Regelwidrigkeit legalisiert

Ist das Recht auf Bestrafung einmal verwirkt, gilt das regelwidrige Spiel als in Reihenfolge gemacht (aber § 53 C kommt für den Spieler zur Anwendung, der an der Reihe war).

3. Andere Strafverpflichtungen bleiben bestehen

Besteht für die schuldige Seite eine frühere Verpflichtung, eine Strafkarte zu spielen oder einer Ausspiel- oder Zugabeverpflichtung nachzukommen, bleibt die Verpflichtung für zukünftige Stiche bestehen.

B. Gegenspieler spielt, bevor Alleinspieler einer Ausspielverpflichtung nachgekommen ist

Spielt ein Gegenspieler eine Karte, nachdem vom Alleinspieler verlangt worden ist, sein Ausspiel außer Reihenfolge von einer der beiden Hände zurückzunehmen, aber bevor der Alleinspieler von der richtigen Hand ausgespielt hat, wird die Karte des Gegenspielers zur Strafkarte (§ 50).

C. Spiel der schuldigen Seite vor Verhängung der Strafe

Ein Spiel eines Mitglieds der schuldigen Seite, bevor eine Strafe verhängt worden ist, berührt nicht die Rechte der Gegner und kann seinerseits einer Strafe unterworfen sein.

Abschnitt III - Das Revoke

§ 61: Nichtbekennen einer Farbe - Fragen bezüglich eines Revokes

A. Definition des Revokes

Das Nichtbekennen einer Farbe gemäß § 44 oder das Nichtausspielen oder Nichtzugeben, obwohl möglich, einer Karte oder Farbe, die aufgrund einer Regel verlangt oder von einem Gegner in Übereinstimmung mit einer verhängten Strafe benannt worden ist, stellt ein Revoke dar (aber siehe § 59, wenn die Verpflichtung nicht eingehalten werden kann).

B. Recht, bezüglich eines möglichen Revokes nachzufragen

Der Alleinspieler darf einen Gegenspieler, der nicht Farbe bekannt hat, fragen, ob er eine Karte der ausgespielten Farbe hat (aber eine Behauptung eines Revokes gewährt nicht automatisch das Recht auf Einsichtnahme in bereits abgelegte Stiche - siehe § 66 C). Der Dummy darf den Alleinspieler fragen (aber siehe § 43 B 2 b)). Die Gegenspieler dürfen den Alleinspieler, aber, sofern nicht die zonale Organisation dies gestattet, nicht sich gegenseitig befragen.

§ 62: Berichtigung eines Revokes

A. Revoke muss berichtigt werden

Ein Spieler muss sein Revoke berichtigen, wenn er die Regelwidrigkeit bemerkt, bevor es vollendet ist.

B. Berichtigung eines Revokes

Um ein Revoke zu berichtigen, nimmt der schuldige Spieler die Karte zurück, die er zum Revokestich gespielt hat und bekennt mit irgendeiner Karte Farbe.

1. Karte eines Gegenspielers

Eine so zurückgenommene Karte wird zur Strafkarte (§ 50), wenn sie von der verdeckten Hand eines Gegenspielers gespielt wurde.

2. Karte des Alleinspielers oder des Tisches, offene Karte eines Gegenspielers

Die Karte darf straflos ersetzt werden, wenn sie von der Hand des Alleinspielers oder vom Tisch [Vorbehaltlich § 43 B 2 b), wenn der Dummy seine Rechte verwirkt hat. Die Behauptung eines Revokes gewährt kein Recht auf Einsichtnahme in abgelegte Stiche, außer § 66 C erlaubt dies.] gespielt wurde, oder wenn sie eine bereits aufgedeckte Karte eines Gegenspielers war.

C. Nachfolgend zum Stich zugegebene Karten

1. Von nicht-schuldiger Seite

Jedes Mitglied der nicht-schuldigen Seite darf straflos jede Karte zurücknehmen, die es nach dem Revoke, aber bevor darauf aufmerksam gemacht wurde, gespielt hat (siehe § 16 C).

2. Vom Partner des schuldigen Spielers

Nachdem ein nicht-schuldiger Spieler eine Karte so zurückgenommen hat, darf der danach an der Reihe befindliche Spieler der schuldigen Seite seine gespielte Karte zurücknehmen, welche zur Strafkarte wird, wenn der Spieler ein Gegenspieler ist (siehe § 16 C).

D. Revoke im zwölften Stich

1. Muss berichtigt werden

Ein Revoke im zwölften Stich muss, auch wenn es vollendet ist, berichtigt werden, wenn es entdeckt wird, bevor alle vier Hände in das Board zurückgesteckt worden sind.

2. Partner des schuldigen Spielers hatte noch nicht zum zwölften Stich gespielt

Wurde ein Revoke von einem Gegenspieler begangen, bevor sein Partner an der Reihe war, zum zwölften Stich zuzugeben, und hat der Partner des schuldigen Spielers Karten in zwei Farben, darf (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers keine Spielweise wählen, die möglicherweise durch das Sehen der Revokekarte nahegelegt worden sein könnte.

§ 63: Vollendung eines Revokes

A. Revoke wird vollendet

Ein Revoke wird vollendet:

1. Schuldige Seite spielt zum nächsten Stich aus oder gibt zu

wenn der schuldige Spieler oder sein Partner zum nächsten Stich ausspielt oder zugibt (jedes solche Spiel, ob ordnungsgemäß oder regelwidrig, vollendet das Revoke);

2. Ein Mitglied der schuldigen Seite deutet ein Ausspiel oder Zugeben an

wenn der schuldige Spieler oder sein Partner eine Karte benennt oder auf andere Weise als die Karte bezeichnet, die zum nächsten Stich gespielt werden soll;

3. Mitglied der schuldigen Seite beansprucht oder konzediert Stiche

wenn ein Mitglied der schuldigen Seite mündlich oder durch Aufdecken seiner Hand (oder in jeder anderen Weise) Stiche beansprucht oder konzediert bzw. einem Anspruch oder einer Konzession von Stichen zustimmt.

B. Auf das Revoke wird illegal aufmerksam gemacht

Wurde § 61 B verletzt, muss der Spieler, der das Revoke begangen hat, die Karte, die zum Revokestich gespielt wurde, durch eine ordnungsgemäße Karte ersetzen und die Strafvorschriften des § 64 finden Anwendung, als ob das Revoke vollendet worden wäre.

C. Revoke darf nicht berichtigt werden

Ist ein Revoke einmal vollendet worden, darf es nicht mehr berichtigt werden (außer gemäß § 62 D bei einem Revoke im zwölften Stich), und der Stich, in dem das Revoke begangen wurde, bleibt wie gespielt bestehen (siehe aber § 43 B 2 b)).

§ 64: Verfahren nach Vollendung eines Revokes

A. Strafe verhängt

Wenn ein Revoke vollendet wurde:

1. Schuldiger Spieler gewann Revokestich

und der Stich, in dem das Revoke stattfand, vom schuldigen Spieler gewonnen wurde, werden (Strafe) nach Beendigung des Spiels der Revokestich und ein weiterer der von der schuldigen Seite anschließend gewonnenen Stiche der nicht-schuldigen Seite zugesprochen;

2. Schuldiger Spieler gewann Revokestich nicht

und der Stich, in dem das Revoke stattfand, nicht vom schuldigen Spieler gewonnen wurde, dann wird (Strafe), wenn die schuldige Seite diesen oder irgendeinen nachfolgenden Stich gewinnt, nach Beendigung des Spiels ein Stich der nicht-schuldigen Seite zugesprochen; ebenso wird, wenn nachfolgend ein weiterer Stich vom schuldigen Spieler mit einer Karte gewonnen wurde, die er ordnungsgemäß zum Revokestich hätte zugeben können, ein solcher Stich der nicht-schuldigen Seite zugesprochen.

B. Keine Strafe verhängt

Die Strafvorschriften für ein vollendetes Revoke finden keine Anwendung:

1. Schuldige Seite gewinnt weder Revokestich noch einen nachfolgenden Stich

wenn die schuldige Seite weder den Revokestich noch einen nachfolgenden Stich gewonnen hat;

2. Zweites Revoke in derselben Farbe durch den schuldigen Spieler

auf ein weiteres Revoke in derselben Farbe durch denselben Spieler;

3. Revoke durch Versäumnis, eine aufgedeckte Karte zu spielen

wenn das Revoke durch das Versäumnis begangen wurde, eine offen auf dem Tisch liegende oder einer aufgedeckten Hand zugehörige Karte zu spielen, einschließlich einer Karte des Tisches;

4. Nach Ansage der nicht-schuldigen Seite zur nächsten Teilung

wenn auf das Revoke aufmerksam gemacht wurde, nachdem ein Mitglied der nicht-schuldigen Seite in der folgenden Teilung angesagt hat;

5. Nach dem Rundenende

wenn auf das Revoke aufmerksam gemacht wurde, nachdem die Runde beendet ist;

6. Revoke im zwölften Stich

auf ein Revoke im zwölften Stich.

C. Turnierleiter für Billigkeit verantwortlich

Kommt der Turnierleiter nach einem beliebigen vollendeten Revoke, einschließlich der nicht strafbedrohten, zu der Auffassung, dass die nicht-schuldige Seite durch diese Regel für den verursachten Schaden ungenügend entschädigt worden ist, soll er einen berichtigten Score zuweisen.

Teil IV - Stiche

§ 65: Anordnung der Stiche

A. Vervollständigter Stich

Sind vier Karten zu einem Stich gespielt worden, legt jeder Spieler seine eigene Karte verdeckt direkt vor sich auf den Tisch.

B. Mitverfolgen der Besitzverhältnisse an Stichen

1. Gewonnene Stiche

Hat die Seite eines Spielers den Stich gewonnen, wird die Karte der Länge nach in Richtung seines Partners abgelegt.

2. Verlorene Stiche

Haben die Gegner den Stich gewonnen, wird die Karte der Länge nach in Richtung der Gegner abgelegt.

C. Anordnung der abgelegten Karten
Jeder Spieler legt seine eigenen Karten so ab, dass sie eine wohlgeordnete Reihe bilden, in der jede Karte die vorher gespielte überlappt, so dass es möglich ist, das Spiel nach seiner Beendigung nachzuspielen, sofern dies notwendig ist, um die Anzahl der von jeder Seite gewonnenen Stiche oder die Reihenfolge, in der die Karten gespielt worden sind, festzustellen.

D. Einvernehmen über das Ergebnis des Spiels
Ein Spieler sollte die Anordnung seiner gespielten Karten nicht durcheinander bringen, bevor Einvernehmen über die Anzahl der gewonnenen Stiche erzielt worden ist. Ein Spieler, der die Bestimmungen dieser Regel nicht einhält, gefährdet sein Recht, den Besitz zweifelhafter Stiche zu beanspruchen oder zu behaupten, es sei ein Revoke begangen worden.

§ 66: Einsichtnahme in Stiche

A. Laufender Stich

Solange eine Seite nicht zum nächsten Stich ausgespielt oder zugegeben hat, darf der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler, sofern er seine eigene Karte noch nicht verdeckt abgelegt hat, verlangen, dass alle soeben zu dem Stich gespielten Karten aufgedeckt werden.

B. Eigene letzte Karte

Bis eine Karte zum nächsten Stich ausgespielt wird, darf der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler seine eigene zuletzt gespielte Karte ansehen, sie aber nicht aufdecken.

C. Abgelegte Stiche

Danach dürfen abgelegte Stiche bis zum Spielende nicht mehr angesehen werden (außer nach besonderer Anordnung des Turnierleiters, z.B. um die Berechtigung der Behauptung eines Revokes zu überprüfen).

D. Nach Spielende

Nach Spielende dürfen die gespielten und ungespielten Karten angesehen werden, um die Berechtigung der Behauptung eines Revokes zu überprüfen oder um die Anzahl der gewonnenen oder verlorenen Stiche zu ermitteln; aber kein Spieler sollte andere Karten als seine eigenen anfassen. Vermischt ein Spieler, nachdem eine solche Behauptung aufgestellt worden ist, seine Karten derartig, dass der Turnierleiter den Sachverhalt nicht mehr ermitteln kann, soll der Turnierleiter zugunsten der anderen Seite entscheiden.

§ 67: Fehlerhafter Stich

A. Bevor beide Seiten zum nächsten Stich gespielt haben

Hat ein Spieler unterlassen, zu einem Stich zu spielen oder hat er zu viele Karten zu einem Stich gespielt, muss der Fehler berichtigt werden, wenn auf die Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht wird, bevor ein Spieler jeder Seite zum nächsten Stich gespielt hat.

1. Spieler hat unterlassen, Karte zu spielen

Um das unterlassene Zugeben zu einem Stich zu berichtigen, gibt der Spieler eine Karte zu, die er ordnungsgemäß spielen kann.

2. Spieler hat zu viele Karten zugegeben

Um das Zugeben zu vieler Karten zu einem Stich zu berichtigen, sollen § 45 E (Fünfte Karte zu einem Stich gespielt) oder § 58 B (Gleichzeitig gespielte Karten aus einer Hand) angewandt werden.

B. Nach Spiel beider Seiten zum nächsten Stich

Wird auf einen fehlerhaften Stich aufmerksam gemacht oder stellt der Turnierleiter fest, dass ein fehlerhafter Stich vorgelegen hat (weil ein Spieler zu wenige oder zu viele Karten in seiner Hand und dementsprechend eine unrichtige Anzahl abgelegter Karten hat), nachdem beide Seiten zum nächsten Stich gespielt haben, ermittelt der Turnierleiter, welcher Stich fehlerhaft war. Um die Kartenanzahl zu berichtigen, sollte er wie folgt vorgehen:

1. Schuldiger Spieler hat zu viele Karten

Hat der schuldige Spieler versäumt, zu dem fehlerhaften Stich eine Karte zuzugeben, soll der Turnierleiter von ihm verlangen, sofort eine Karte hinzulegen und sie an passender Stelle seinen abgelegten Karten hinzuzufügen (diese Karte berührt die Besitzverhältnisse an diesem Stich nicht); wenn:

a) Schuldiger Spieler hat Karte der ausgespielten Farbe

der schuldige Spieler eine Karte der zum fehlerhaften Stich ausgespielten Farbe hat, muss er eine solche ablegen, und es folgt keine Strafe;

b) Hat keine Karte der ausgespielten Farbe

der schuldige Spieler keine Karte der ausgespielten Farbe hat, legt er eine beliebige Karte ab, und (Strafe) es wird angenommen, dass er in dem fehlerhaften Stich ein Revoke begangen hat - er kann der Ein-Stich-Strafe des § 64 unterliegen.

2. Schuldiger Spieler hat zu wenige Karten

Hat der Spieler mehr als eine Karte zum fehlerhaften Stich gespielt, nimmt der Turnierleiter Einsicht in die gespielten Karten und verlangt vom schuldigen Spieler, alle überzähligen Karten wieder aufzunehmen [Der Turnierleiter sollte möglichst vermeiden, die abgelegten Karten eines Gegenspielers aufzudecken; aber wenn eine überzählige Karte, die wieder der Hand des Gegenspielers hinzugefügt werden muss, sichtbar gemacht wurde, wird sie zur Strafkarte (siehe § 50).] und unter den abgelegten Karten diejenige zu belassen, die er offen zu dem fehlerhaften Stich zugegeben hat (ist der Turnierleiter nicht in der Lage festzustellen, welche Karte offen gespielt wurde, beläßt der schuldige Spieler die höchste der Karten, die er ordnungsgemäß zu dem Stich hätte spielen können, unter seinen abgelegten Karten). Es wird angenommen, dass eine wiederaufgenommene Karte der Hand des schuldigen Spielers dauerhaft zugehörig war und das Unterlassen, sie zu einem früheren Stich zugegeben zu haben, kann den Tatbestand eines Revoke erfüllen.

Teil V - Ansprüche und Konzessionen

§ 68: Beanspruchung oder Konzession von Stichen

Damit eine Erklärung oder Handlung eine Beanspruchung oder Konzession von Stichen im Sinne dieser Regeln darstellt, muss sie sich auf andere als den laufenden Stich beziehen. [Bezieht sich eine Erklärung oder Handlung nur auf den Gewinn oder Verlust eines laufenden, unvollständigen Stiches, geht das Spiel normal weiter; Karten, die von einem Gegenspieler sichtbar oder anders bekannt gemacht werden, werden nicht zu Strafkarten, aber § 16, Unerlaubte Information, könnte zur Anwendung kommen, und siehe § 57 A, Vorzeitiges Spiel.] Nimmt sie Bezug auf nachfolgende Stiche, gilt:

A. Definition des Anspruchs

Jede Erklärung des Inhalts, dass ein Teilnehmer eine bestimmte Anzahl von Stichen gewinnen wird, ist die Erhebung eines Anspruchs auf diese Stiche. Ein Teilnehmer erhebt auch dann einen Anspruch, wenn er vorschlägt, das Spiel abzukürzen oder wenn er seine Karten zeigt (außer wenn er nachweislich nicht beabsichtigte, einen Anspruch zu erheben).

B. Definition der Konzession

Jede Erklärung des Inhalts, dass ein Teilnehmer eine bestimmte Anzahl von Stichen verlieren wird, ist eine Konzession dieser Stiche; eine Erhebung eines Anspruchs auf eine bestimmte Anzahl von Stichen ist eine Konzession der restlichen Stiche, sofern solche übrigbleiben. Ein Spieler konzediert alle restlichen Stiche, wenn er seine Hand aufgibt. Ungeachtet des Vorstehenden hat keine Konzession stattgefunden, wenn ein Gegenspieler versucht, einen oder mehrere Stiche zu konzedieren und sein Partner unverzüglich widerspricht; § 16, Unerlaubte Information, kann zur Anwendung kommen, weshalb der Turnierleiter sofort gerufen werden sollte.

C. Klarstellung für die Erhebung eines Anspruchs erforderlich

Eine Erhebung eines Anspruchs sollte sofort von einer Erklärung oder Klarstellung bezüglich der Reihenfolge, in der die Karten gespielt werden und des Spielplans oder Gegenspiels mittels dessen der Beanspruchende die beanspruchten Stiche zu gewinnen vorschlägt, begleitet sein.

D. Spiel endet

Nach jeder Erhebung eines Anspruchs oder jeder Konzession endet das Spiel. Jegliches Weiterspielen nach der Erhebung eines Anspruchs oder einer Konzession soll vom Turnierleiter für ungültig erklärt werden. Wird dem Anspruch oder der Konzession zugestimmt, findet § 69 Anwendung; wird ihm/ihr durch irgendeinen Spieler (einschließlich des Dummy) widersprochen, muss der Turnierleiter sofort gerufen werden, um § 70 oder § 71 anzuwenden, und bis zum Erscheinen des Turnierleiters darf nichts unternommen werden.

§ 69: Einwiligung in Anspruch oder Konzession

A. Wenn eine Einwilligung vorliegt

Eine Einwilligung liegt vor, wenn ein Teilnehmer einem von einem Gegner erhobenen Anspruch oder einer gegnerischen Konzession zustimmt und keinen Einwand erhebt, bevor seine Seite in einem nachfolgenden Board ansagt oder bevor die Runde endet. Das Board wird so gescort, als ob die beanspruchten oder konzedierten Stiche während des Spiels gewonnen oder verloren worden wären.

B. Einwilligung in erhobenen Anspruch wird widerrufen

Innerhalb des gemäß § 79 C festgelegten Berichtigungszeitraums darf ein Teilnehmer die Einwilligung in einen von einem Gegner erhobenen Anspruch widerrufen, aber nur, wenn er in den Verlust eines Stiches, den seine Seite in Wirklichkeit gewonnen hat oder in den Verlust eines Stiches, der nach Meinung des Turnierleiters durch keine normale [Für die Zielsetzung der §§ 69, 70 und 71 umfaßt der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.] Spielweise der restlichen Karten hätte verloren gehen können, eingewilligt hat. Das Board wird neu gescort, indem ein solcher Stich der zuvor einwilligenden Seite zugesprochen wird.

************************************
* [Für die Zielsetzung der §§ 69, 70 und 71 umfaßt der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.]
************************************

§ 70: Bestrittene Ansprüche

A. Generelle Zielsetzung

Bei seiner Entscheidung über einen bestrittenen Anspruch beurteilt der Turnierleiter das Ergebnis einer Teilung für beide Seiten so gerecht wie möglich, aber jeder zweifelhafte Punkt soll zu Lasten des Anspruchstellers gehen. Der Turnierleiter geht wie folgt vor:

B. Klarstellende Erklärung wird wiederholt

1. Wiederholung der Erklärung des Anspruchstellers verlangen

Der Turnierleiter verlangt vom Anspruchsteller, dass er die klarstellende Erklärung, die er bei der Erhebung seines Anspruchs abgegeben hat, wiederholt.

2. Aufdecken aller Hände verlangen

Als nächstes verlangt der Turnierleiter von allen Spielern, dass sie ihre restlichen Karten offen auf den Tisch legen.

3. Einwände hören

Dann hört sich der Turnierleiter die gegnerischen Einwände gegen den Anspruch an.

C. Es gibt einen ausstehenden Trumpf

Gibt es in einer der Gegnerhände noch eine Trumpfkarte, soll der Turnierleiter den Gegnern einen oder mehrere Stiche zusprechen, wenn:

1. Trumpf wurde nicht erwähnt

der Anspruchsteller keine Erklärung bezüglich dieser Trumpfkarte abgegeben hat und

2. War sich wahrscheinlich des Trumpfes nicht bewusst

es gerade noch im Rahmen des Wahrscheinlichen liegt, dass sich der Anspruchsteller zum Zeitpunkt der Erhebung seines Anspruchs nicht bewusst war, dass eine Trumpfkarte in der Hand eines Gegners verblieben ist und

3. Könnte einen Stich an diese Trumpfkarte verlieren

ein Stich an diese Trumpfkarte infolge irgendeiner normalen* Spielweise verloren gehen könnte.

D. Anspruchsteller schlägt neue Spieldurchführung vor

Der Turnierleiter soll keine erfolgreiche Spieldurchführung des Anspruchstellers gelten lassen, die nicht von der ursprünglichen klarstellenden Erklärung umfaßt ist, wenn es eine andere normale* Spieldurchführung gibt, die weniger erfolgreich sein würde.

E. Unerwähnte Spieldurchführung (Schnitt oder Schlagen)

Der Turnierleiter soll keine vom Anspruchsteller unerwähnte Spieldurchführung gelten lassen, deren Erfolg davon abhängt, dass eher ein Gegner als der andere eine bestimmte Karte hält, es sei denn, ein Gegner hat schon vor der Ansprucherhebung nicht in der Farbe dieser Karte bedient oder würde anschließend im Verlaufe jeder normalen [Für die Zielsetzung der §§ 69, 70 und 71 umfaßt der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.] Spieldurchführung nicht Farbe bekennen oder sofern es vernunftwidrig wäre, diese Spieldurchführung nicht zu wählen.

§ 71: Aufgehobene Konzession

Eine einmal gemachte Konzession muss bestehen bleiben mit der Ausnahme, dass der Turnierleiter innerhalb des gemäß § 79 C festgelegten Berichtigungszeitraumes eine Konzession aufheben soll, wenn:

A. Stich kann nicht verloren gehen

ein Spieler einen Stich konzediert hat, den seine Seite in Wirklichkeit gewonnen hatte, oder einen Stich, den seine Seite durch keine ordnungsgemäße Spielweise der restlichen Karten hätte verlieren können;

B. Kontrakt bereits erfüllt oder geschlagen

der Alleinspieler den Verlust eines Kontraktes, den er bereits erfüllt hatte, oder ein Gegenspieler die Erfüllung eines Kontraktes, den seine Seite bereits geschlagen hatte, konzediert hat;

C. Nicht einleuchtende Konzession

ein Spieler einen Stich konzediert hat, der durch keine normale [Für die Zielsetzung der §§ 69, 70 und 71 umfaßt der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.] Spielweise der restlichen Karten hätte verlorengehen können.

KAPITEL VII

Die Verhaltensregeln

§ 72: Allgemeine Grundsätze

A. Einhaltung der Regeln

1. Allgemeine Verpflichtung der Teilnehmer

Bridgeturniere sollten in strikter Übereinstimmung mit den Regeln gespielt werden.

2. Scoren von gewonnenen Stichen

Ein Spieler darf wissentlich weder den Score für einen Stich, den seine Seite nicht gewonnen hat, noch die Konzession eines Stiches, den seine Gegner nicht verlie-ren konnten, annehmen.

3. Verzicht auf Strafen

Im Turnierbridge darf ein Spieler nicht aus eigener Initiative auf eine Strafe für einen gegnerischen Regelverstoß verzichten, selbst wenn er der Meinung ist, er sei nicht geschädigt worden (aber er darf den Turnierleiter darum ersuchen - siehe § 81 C 8).

4. Ausübung legaler Wahlmöglichkeiten durch die nicht-schuldige Seite

Geben diese Regeln der nicht-schuldigen Seite eine Wahlmöglichkeit nach einem gegnerischen Regelverstoß, so ist es nicht zu beanstanden, wenn sie die vorteilhafteste Wahl trifft.

5. Optionen des schuldigen Spielers

Vorbehaltlich § 16 C 2 und nachdem die schuldige Seite für einen versehentlich begangenen Regelverstoß bestraft worden ist, ist es aus der Sicht der schuldigen Spieler nicht zu beanstanden, wenn sie eine für ihre Seite vorteilhafte Ansage oder Spielweise wählen, selbst wenn sie dadurch von ihrem Regelverstoß zu profitieren scheinen.

6. Verantwortung für die Durchsetzung der Regeln

Die Verantwortung, Regelwidrigkeiten zu ahnden und Schäden wiedergutzumachen, obliegt ausschließlich dem Turnierleiter und diesen Regeln, nicht den Spielern selbst.

B. Regelverstoß

1. Berichtigter Score

Wann immer der Turnierleiter meint, dass ein Spieler zum Zeitpunkt seines Regelverstoßes gewusst haben könnte, dass der Regelverstoß wahrscheinlich die nicht-schuldige Seite schädigen würde, soll er die Reizung und das Spiel fortsetzen lassen und nachfolgend einen berichtigten Score zuerkennen, wenn er der Auffassung ist, dass die schuldige Seite durch den Regelverstoß einen Vorteil erlangt hat.

2. Absichtlicher Regelverstoß

Ein Spieler darf keinesfalls absichtlich gegen die Regeln verstoßen, selbst wenn dafür eine Strafe vorgesehen ist, die auf sich zu nehmen er bereit ist.

3. Versehentlicher Regelverstoß

Es besteht keine Verpflichtung, auf einen von der eigenen Seite begangenen versehentlichen Regelverstoß aufmerksam zu machen (aber siehe die Fußnote zu § 75 wegen einer falschen Erklärung).

4. Verbergen eines Regelverstoßes

Ein Spieler darf nicht versuchen, einen versehentlichen Regelverstoß zu verbergen, indem er z.B. ein zweites Revoke begeht, eine in ein Revoke verstrickte Karte verbirgt oder vorzeitig die Karten vermischt.

§ 73: Verständigung

A. Korrekte Verständigung zwischen Partnern

1. Wie bewirkt

Die Verständigung zwischen Partnern während der Reizung und des Spiels soll nur durch die Ansagen und Spiele selbst erfolgen.

2. Korrekte Art und Weise, Ansagen und Spiele zu machen

Ansagen und Spiele sollten ohne besonderen Nachdruck, Gehabe oder Modulation der Stimme gemacht werden, und ohne übertriebenes Zögern oder übermäßige Hast (veranstaltende Verbände dürfen aber Zwangspausen anordnen, etwa während der ersten Bietrunde oder nach einem angekündigten Sprunggebot oder im ersten Stich).

B. Ungehörige Verständigung zwischen Partnern

1. Überflüssige Information

Die Partner sollen sich nicht durch die Art und Weise, in der Ansagen oder Spiele gemacht werden, durch überflüssige Bemerkungen oder Gesten oder durch an die Gegner gestellte oder nicht gestellte Fragen, durch Alerts und den Gegnern gegebene oder nicht gegebene Erklärungen verständigen.

2. Vorher abgesprochene Verständigung

Der schwerstmögliche Verstoß besteht für eine Partnerschaft darin, Informationen durch vorher abgemachte Verständigungsmethoden, die von diesen Regeln nicht gebilligt werden, auszutauschen. Eine schuldige Partnerschaft riskiert den Ausschluß.

C. Spieler erhält vom Partner unerlaubte Information

Verfügt ein Spieler über eine unerlaubte Information, die er durch seines Partners Bemerkung, Frage, Erklärung, Geste, Gehabe, besonderen Nachdruck, Modulation der Stimme, Hast oder Zögern erhalten hat, muss er sorgfältig vermeiden, dies zum Vorteil für seine Seite auszunutzen.

D. Abweichungen im Tempo oder in der Verhaltensweise

1. Versehentliche Abweichungen

Es ist wünschenswert, wenn auch nicht immer gefordert, dass die Spieler ein gleichbleibendes Tempo und eine unveränderte Verhaltensweise beibehalten. Jedoch sollten die Spieler in Situationen, in denen sich Abweichungen zu Gunsten ihrer Seite auswirken können, besonders vorsichtig sein. Ansonsten verletzt eine versehentliche Abweichung im Tempo oder in der Art, in welcher eine Ansage oder ein Spiel gemacht wird als solche nicht die Anstandsregeln, aber Rückschlüsse aus solchen Abweichungen dürfen korrekterweise nur von einem Gegner und auf dessen eigenes Risiko gezogen werden.

2. Absichtliche Abweichungen

Ein Spieler darf nicht versuchen, einen Gegner durch Bemerkungen oder Gesten, durch Hast oder Zögern bei einer Ansage oder einem Spiel (z.B. Zögern, bevor man ein Singleton spielt), oder durch die Art und Weise, in welcher die Ansage oder das Spiel gemacht wird, irrezuführen.

E. Täuschung

Ein Spieler darf korrekterweise versuchen, einen Gegner durch eine Ansage oder ein Spiel zu täuschen (solange die Täuschung nicht durch eine geheime Partnerschaftsübereinkunft oder durch Erfahrung abgesichert ist). Es ist völlig korrekt, zu vermeiden, den Gegnern Informationen zugänglich zu machen, indem man alle Ansagen und Spielweisen in gleichbleibendem Tempo und gleichbleibender Art und Weise macht.

F. Verletzung der Anstandsregeln

Führt eine Verletzung der in dieser Regel beschriebenen Anstandsregeln zu einem Schaden für einen unschuldigen Gegner, so gilt:

1. Spieler agiert aufgrund unerlaubter Information

Stellt der Turnierleiter fest, dass ein Spieler zwischen logischen alternativen Aktionen eine gewählt hat, die nachweislich durch seines Partners Bemerkung, Verhaltensweise, Tempo oder ähnliches näher als eine andere gelegt worden sein könnte, soll er einen berichtigten Score zuerkennen (siehe § 16).

2. Spieler durch eine regelwidrige Täuschung benachteiligt

Stellt der Turnierleiter fest, dass ein unschuldiger Spieler einen falschen Rückschluss aus eines Gegners Bemerkung, Verhaltensweise, Tempo oder dergleichen gezogen hat, der keinen nachweisbaren Bridge-Grund für die Aktion besitzt und der zum Zeitpunkt der Aktion gewusst haben könnte, dass die Aktion zu seinem Vorteil gedeihen könnte, soll der Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen (siehe § 12C).

§ 74: Benehmen und Umgangsformen

A. Korrekte Einstellung

1. Höflichkeit

Ein Spieler sollte jederzeit eine höfliche Einstellung beibehalten.

2. Gute Umgangsformen in Wort und Tat

Ein Spieler sollte sorgfältig jede Bemerkung oder Handlung vermeiden, die bei einem anderen Spieler Verärgerung oder Verlegenheit hervorrufen oder seine Freude am Spiel beeinträchtigen könnte.

3. Befolgung des korrekten Verfahrens

Jeder Spieler sollte beim Ansagen und Spielen gleichmäßig und korrekt verfahren.

B. Umgangsformen

Aus Höflichkeit sollte ein Spieler es unterlassen:

1. dem Spiel nicht genügend Aufmerksamkeit zu widmen;

2. überflüssige Kommentare während der Reizung und des Spiels abzugeben;

3. eine Karte zu ziehen, bevor er an der Reihe ist zu spielen;

4. das Spiel unnötig zu verlängern (etwa weiterzuspielen,
obwohl er weiß, dass er sicher alle Stiche gewinnen wird), zu dem Zweck, einen Gegner aus der Fassung zu bringen;

5. den Turnierleiter in einer Art und Weise zu rufen oder anzusprechen, die ihm oder anderen Teilnehmern gegenüber unhöflich ist.

C. Verfahrensverstöße

Folgende Verhaltensweisen gelten als Verfahrensverstöße:

1. verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Ansage zu verwenden;

2. Billigung oder Mißbilligung einer Ansage oder eines Spiels anzudeuten;

3. die Erwartung oder Absicht anzudeuten, einen Stich, der noch nicht vollständig ist, zu gewinnen oder zu verlieren;

4. einen Kommentar abzugeben oder eine Aktion zu unternehmen, wodurch auf einen bedeutsamen Vorfall oder auf die Anzahl der für den Erfolg noch benötigten Stiche aufmerksam gemacht wird;

5. absichtlich einen anderen Spieler während der Reizung oder des Spiels anzuschauen, um seine Karten zu sehen oder um zu beobachten, von welcher Stelle er eine Karte zieht (jedoch ist es korrekt, aufgrund einer Information zu handeln, die man durch versehentliches Sehen einer Karte des Gegners erhalten hat); [Siehe § 73 D 2, wenn ein Spieler seine Karten absichtlich gezeigt haben könnte.]

6. einen offensichtlichen Mangel weiteren Interesses an einer Teilung zu bekunden (indem man etwa seine Karten zusammenschiebt);

7. die normale Biet- oder Spielgeschwindigkeit unterschiedlich zu gestalten, um einen Gegner aus der Fassung zu bringen;

8. unnötig den Tisch vor Aufruf der nächsten Runde zu verlassen.

 

 

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