TURNIER-BRIDGE-REGELN 1997

Erlassen und veröffentlicht durch den Weltbridgeverband (WBF).
Verantwortlich für den Inhalt ist Gerhard Elsner.

Part One

Der Text wurde von der Veröffentlichung des DBVs "Die Turnier-Bridge-Regeln" übernommen. Der DBV ist über die Existenz dieser HTML-Version der TBR informiert, eine inhaltliche Prüfung ist jedoch nicht erfolgt.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel I

Begriffsbestimmungen

Kapitel II

Einleitung

§ 1: Das Kartenpaket - Rangfolge der Karten und Farben
§ 2: Die Turnierboards
§ 3: Anordnung der Tische
§ 4: Partnerschaften
§ 5: Zuweisung der Plätze

Kapitel III

Vorbereitung und Fortgang

§ 6: Mischen und Teilen
§ 7: Kontrolle von Board und Karten
§ 8: Reihenfolge der Runden

Kapitel IV

Allgemeine bei Regelwidrigkeiten anzuwendende Regeln

§   9: Verfahren nach einer Regelwidrigkeit
§ 10: Verhängung einer Strafe
§ 11: Verlust des Rechts auf Bestrafung
§ 12: Der Ermessensspielraum des Turnierleiters
§ 13: Falsche Kartenzahl
§ 14: Fehlende Karte
§ 15: Spielen eines falschen Boards
§ 16: Unerlaubte Information

Kapitel V

Die Reizung

Teil I - Das korrekte Verfahren

Abschnitt I - Die Reizphase

§ 17: Dauer der Reizung
§ 18: Gebote
§ 19: Kontras und Rekontras
§ 20: Wiederholung und Erklärung von Ansagen
§ 21: Ansage, die auf einer falschen Auskunft beruht

Abschnitt II - Nach Ende der Reizung

§ 22: Verfahren nach Ende der Reizung

Teil II - Regelwidrigkeiten beim Verfahren

§ 23: Schädigendes erzwungenes Pass

Abschnitt I - Während der Reizung sichtbar gewordene Karte

§ 24: Während der Reizung sichbar gewordene oder ausgespielte Karte

Abschnitt II - Änderung von Ansagen

§ 25: Gültige und ungültige Änderungen von Ansagen
§ 26: Ausspielstrafen nach zurückgenommener Ansage

Abschnitt III - Ungenügendes Gebot

§ 27: Ungenügendes Gebot

Abschnitt IV - Ansage außer Reihenfolge

§ 28: Ansagen, die als in Reihenfolge gemacht gelten
§ 29: Verfahren nach einer Ansage außer Reihenfolge
§ 30: Pass außer Reihenfolge
§ 31: Gebot außer Reihenfolge
§ 32: Kontra oder Rekontra außer Reihenfolge
§ 33: Gleichzeitige Ansagen
§ 34: Bewahrung des Rechts, anzusagen
§ 35: Unzulässige Ansage angenommen

Abschnitt V - Unzulässige Ansagen

§ 36: Unzulässiges Kontra oder Rekontra
§ 37: Verletzung der Passpflicht
§ 38: Gebot von mehr als Sieben
§ 39: Ansage nach dem abschließenden Pass
§ 40: Partnerschaftsübereinkünfte

Kapitel VI

Das Spiel

Teil I - Das Verfahren

Abschnitt I - Das korrekte Verfahren

§ 41: Beginn des Spiels
§ 42: Die Rechte des Dummy
§ 43: Eingeschränkte Rechte des Dummy
§ 44: Reihenfolge und Verfahren beim Spiel
§ 45: Gespielte Karte

Abschnitt II - Regelwidrigkeiten beim Verfahren

§ 46: Unvollständige oder irrtümliche Bezeichnung einer Karte des Tisches
§ 47: Zurücknahme einer gespielten Karte

Teil II - Strafkarte

§ 48: Sichtbarmachen der Karten des Alleinspielers
§ 49: Sichtbarmachen der Karten eines Gegenspielers
§ 50: Behandlung einer Strafkarte
§ 51: Zwei oder mehrere Strafkarten
§ 52: Unterlassen des Ausspiels oder Zugebens einer Strafkarte

Teil III - Regelwidrige Ausspiele oder Zugaben

Abschnitt I - Ausspiel außer Reihenfolge

§ 53: Ausspiel außer Reihenfolge angenommen
§ 54: Aufgedecktes erstes Ausspiel außer Reihenfolge
§ 55: Ausspiel des Alleinspielers außer Reihenfolge
§ 56: Ausspiel eines Gegenspielers außer Reihenfolge

Abschnitt II - Andere regelwidrige Ausspiele oder Zugaben

§ 57: Vorzeitiges Ausspiel oder Zugeben durch einen Gegenspieler
§ 58: Gleichzeitige Ausspiele oder Zugaben
§ 59: Unvermögen, wie verlangt auszuspielen oder zuzugeben
§ 60: Spiel nach einem regelwidrigen Spiel

Abschnitt III - Das Revoke

§ 61: Nichtbekennen einer Farbe - Fragen bezüglich eines Revokes
§ 62: Berichtigung eines Revokes
§ 63: Vollendung eines Revokes
§ 64: Verfahren nach Vollendung eines Revokes

Teil IV - Stiche

§ 65: Anordnung der Stiche
§ 66: Einsichtnahme in Stiche
§ 67: Fehlerhafter Stich

Teil V - Ansprüche und Konzessionen

§ 68: Beanspruchung oder Konzession von Stichen
§ 69: Einwilligung in Anspruch oder Konzession
§ 70: Bestrittene Ansprüche
§ 71: Aufgehobene Konzession

Kapitel VII

Die Verhaltensregeln

§ 72: Allgemeine Grundsätze
§ 73: Verständigung
§ 74: Benehmen und Umgangsformen
§ 75: Partnerschaftsvereinbarungen
§ 76: Zuschauer

Kapitel VIII

Der Score

§ 77: Score-Tabelle für Turnierbridge
§ 78: Score-Verfahren
§ 79: Gewonnene Stiche

Kapitel IX

Veranstaltung von Turnieren

§ 80: Veranstaltender Verband

Kapitel X

Turnierleiter

Abschnitt I - Verantwortlichkeiten

§ 81: Pflichten und Rechte
§ 82: Berichtigung von Verfahrensfehlern
§ 83: Hinweis auf das Protestrecht

Abschnitt II - Entscheidungen

§ 84: Entscheidungen bei unstreitigem Sachverhalt
§ 85: Entscheidungen bei streitigem Sachverhalt

Abschnitt III - Berichtigung von Regelwidrigkeiten

§ 86: Im Team-Turnier
§ 87: Verfälschtes Board

Abschnitt IV - Strafen

§ 88: Zuerkennung von Entschädigungspunkten
§ 89: Strafen im Individualturnier
§ 90: Verfahrensstrafen
§ 91: Disziplinarstrafen oder Ausschluss

Kapitel XI

Proteste

§ 92: Recht zum Protest
§ 93: Protestverfahren

KAPITEL I

Begriffsbestimmungen

Alert (alert)
Ein Hinweis des Inhalts, daß die Gegner möglicherweise eine Erklärung benötigen. Seine Form kann durch einen veranstaltenden Verband festgelegt werden.

Alleinspieler (declarer)
Der Spieler, der für die Seite, die das abschließende Gebot abgibt, als erster ein Gebot in der Denomination dieses Endgebotes abgegeben hat. Er wird Alleinspieler, sobald das erste Ausspiel aufgedeckt wird (siehe jedoch § 54 A , wenn von der falschen Seite ausgespielt wird)

Ansage (call)
Jedes Gebot, Kontra, Rekontra oder Pass.

Ausspiel (lead)
Die erste zu einem Stich gespielte Karte.

Berichtigter Score (adjusted score)
Ein vom Turnierleiter nach eigenem Ermessen zuerkannter Score (siehe § 12) . Er ist entweder "künstlich" oder "zugewiesen".

1. Ein künstlicher berichtigter Score wird anstelle eines anderen Ergebnisses zuerkannt, weil in einer bestimmten Teilung kein Ergebnis erzielt oder geschätzt werden kann (wenn z.B. eine Regelwidrigkeit das Spielen eines Boards verhindert).
2. Ein zugewiesener berichtigter Score wird einer oder beiden Seiten als das Ergebnis einer Teilung zuerkannt, das das tatsächliche nach einer Regelwidrigkeit erzielte Ergebnis ersetzt.

Berichtigung (rectification)
Eine Korrektur zu dem Zweck, dass nach einer Regelwidrigkeit Reizung oder Spiel so normal wie möglich fortgesetzt werden können.

Bluff (psychic call)
Eine Ansage, bei der die Punktstärke oder Farblänge vorsätzlich und extrem falsch dargestellt wird.

Board (board)

1. Ein Turnierboard, wie in § 2 beschrieben.
2. Die vier Hände, wie ursprünglich geteilt und in ein Turnierboard gesteckt, um während des betreffenden Durchganges gespielt zu werden.

Denomination (denomination)
Die Farbe oder Sans-Atout, die in einem Gebot benannt wird.

Dummy, Tisch (dummy)

1. Der Partner des Alleinspielers. Er wird zum Dummy, wenn das erste Ausspiel aufgedeckt wird.
2. Die Karten des Partners des Alleinspielers, sobald sie nach dem ersten Ausspiel auf dem Tisch ausgebreitet werden.

Durchgang (session)
Ein ausgedehnter Spielabschnitt, während dessen geplant ist, eine vom veranstaltenden Verband festgelegte Anzahl von Boards zu spielen.

Erstes Ausspiel (opening lead)
Die zum ersten Stich ausgespielte Karte.

Faller (undertrick)
Jeder Stich, um den die Seite des Alleinspielers die Erfüllung des Kontraktes verfehlt (siehe § 77) .

Farbe (suit)
Eine der vier Gruppen von Karten im Kartenpaket; jede Gruppe enthält dreizehn Karten und hat ein bezeichnendes Symbol: Pik (), Coeur (), Karo (), Treff ().

Farbe bekennen (follow suit)
Das Zugeben einer Karte der ausgespielten Farbe.

Figur (honor)
Jedes As, König, Dame, Bube oder Zehn.

Gebot (bid)
Die Verpflichtung, mindestens eine bestimmte Anzahl von Stichen über dem Buch in einer bestimmten Denomination zu gewinnen.

Gefahrenlage (vulnerability)
Die Bedingungen, nach denen Prämien und Verlustpunkte für Faller berechnet werden (siehe § 77) .

Gegenspieler (defender)
Ein Gegner des (mutmaßlichen) Alleinspielers.

Gegner (opponent)
Ein Spieler der anderen Seite; ein Mitglied der Partnerschaft, gegen die man spielt.

Hand (hand)
Die ursprünglich einem Spieler ausgeteilten Karten oder deren verbleibender Rest.

Internationaler Match-Punkt (international match point - IMP)
Eine Scoreeinheit, die gemäß einer in § 78 B aufgestellten Tabelle zuerkannt wird.

Kartenpaket (pack)
Die 52 Spielkarten, mit denen Kontraktbridge gespielt wird.

Kontra (double)
Eine nach einem gegnerischen Gebot gemachte Ansage, die den Score-Wert erfüllter oder geschlagener Kontrakte erhöht (siehe §§ 19 und 77 ).

Kontrakt (contract)
Die von der Seite des Alleinspielers eingegangene Verpflichtung, in der genannten Denomination die im abschließenden Gebot angegebene Anzahl von Stichen über dem Buch zu gewinnen, sei es unkontriert, kontriert oder rekontriert.

Konvention (convention)

1. Eine Ansage, die aufgrund einer Partnerschaftsübereinkunft eine andere Bedeutung übermittelt als die Absicht, in der genannten Denomination (oder in der zuletzt genannten Denomination) zu spielen oder als eine Figurenkonzentration oder eine Länge (mindestens 3 Karten) in dieser Denomination. Jedoch macht eine Vereinbarung über die Gesamtstärke eine Ansage nicht zu einer Konvention.
2. Ein Spiel eines Gegenspielers, das dazu dient, eine bestimmte Bedeutung eher aufgrund einer Partnerschaftsvereinbarung als durch logischen Rückschluß zu übermitteln.

Linker Gegner (LHO - left-hand opponent)

Match-Punkt (match point)
Eine Scoreeinheit, die einem Teilnehmer als Ergebnis eines Vergleichs mit einem oder mehreren Scores zuerkannt wird.

Partner (partner)
Der Spieler, mit dem man als eine Seite gegen die beiden anderen Spieler spielt.

Pass (pass)
Eine Ansage, die zum Ausdruck bringt, dass ein Spieler in der gegenwärtigen Bietrunde weder ein Gebot abgeben noch kontrieren oder rekontrieren will.

Prämie (premium points)
Alle erzielten Wertungspunkte, die nicht Stich-Wertungspunkte sind (siehe § 77).

Rechter Gegner (RHO - right-hand opponent)

Regelwidrigkeit (irregularity)
Eine Abweichung von den in diesen Regeln beschriebenen korrekten Verfahrensweisen.

Reihe (turn)
Der korrekte Zeitpunkt, zu dem ein Spieler ansagen oder spielen darf.

Reihenfolge (rotation)
Die Folge im Uhrzeigersinn, in der das Teilen und das Recht, anzusagen oder zu spielen, fortschreitet.

Reizung (auction)

1. Der Vorgang, durch den der Kontrakt mittels aufeinanderfolgender Ansagen ermittelt wird.
2. Die Gesamtheit der gemachten Ansagen (siehe § 17 E).

Rekontra (redouble)
Eine Ansage nach einem gegnerischen Kontra, die den Score-Wert erfüllter oder geschlagener Kontrakte erhöht (siehe §§ 19 und 77 ).

Revoke (revoke)
Das Spiel einer Karte einer anderen Farbe durch einen Spieler, der in der Lage ist, Farbe zu bekennen oder einer Ausspielstrafe Folge zu leisten.

Runde (round)
Der Teil eines Durchganges, der ohne Platzwechsel stattfindet.

Schlemm (slam)
Ein Kontrakt, um sechs Stiche (Kleinschlemm genannt) oder sieben Stiche (Großschlemm genannt) über dem Buch zu gewinnen.

Seite (side)
Zwei Spieler, die eine Partnerschaft gegen die beiden anderen Spieler bilden.

Spiel (play)

1. Die Zugabe einer Karte aus der eigenen Hand zu einem Stich, einschließlich der ersten Karte, die Ausspiel genannt wird.
2. Die Gesamtheit der gemachten Zugaben
3. Der Zeitraum, während dessen die Karten gespielt werden.
4. Die Gesamtheit der Ansagen und Spiele in einem Board.

Stich (trick)
Die Einheit, durch die das Ergebnis des Kontraktes bestimmt wird. Ein regulärer Stich besteht aus vier Karten, von denen, beginnend mit dem Ausspiel, nacheinander im Uhrzeigersinn von jedem Spieler eine zugegeben wird.

Stich-Punkte (trick points)
Ergebnispunkte, die der Seite des Alleinspielers für die Erfüllung des Kontraktes gut-geschrieben werden (siehe § 77) .

Stich über dem Buch (odd trick)
Jeder Stich, den die Seite des Alleinspielers über den sechsten Stich hinaus gewinnt.

Team (team)
Zwei oder mehr Paare, die in verschiedenen Richtungen an verschiedenen Tischen, aber zur Erzielung eines gemeinsamen Ergebnisses spielen (die jeweils anwendbaren Durchführungsbestimmungen können Teams mit mehr als vier Spielern zulassen).

Teilkontrakt (part score)
90 oder weniger in einer Teilung erzielte Stich-Punkte.

Teilnehmer (contestant)
In einem Individualturnier ein Spieler; in einem Paarturnier zwei als Partner während des gesamten Turniers spielende Spieler; in einem Teamturnier vier oder mehr als zusammengehöriges Team spielende Spieler.

Teilung (deal)

1. Die Verteilung des Kartenpakets zur Bildung der Hände der vier Spieler.
2. Die so verteilten Karten als Einheit betrachtet, einschließlich Reizung und Spiel derselben.

Tisch (dummy)
siehe Dummy

Trumpf (trump)
Jede Karte einer im Kontrakt gegebenenfalls benannten Farbe.

Turnier (event)
Ein aus einem oder mehreren Durchgängen bestehender Wettbewerb.

Turnierleiter (director)
Eine Person, die mit der Leitung eines Bridgeturniers und der Anwendung dieser Regeln betraut ist.

Überstich (overtrick)
Jeder Stich, den die Seite des Alleinspielers über den Kontrakt hinaus erzielt.

Vollspiel (game)
100 oder mehr in einer Teilung erzielte Stich-Punkte.

KAPITEL II

Einleitung

§ 1: Das Kartenpaket - Rangfolge der Karten und Farben

Turnierbridge wird mit einem Kartenpaket von 52 Karten, bestehend aus jeweils 13 Karten in jeder von vier Farben, gespielt. Die Rangfolge der Farben in absteigender Ordnung: Pik (), Coeur (), Karo (), Treff (). Die Rangfolge der Karten jeder Farbe in absteigender Ordnung: As, König, Dame, Bube, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2.

§ 2: Die Turnierboards

Für jede Teilung, die im Laufe eines Durchganges gespielt werden soll, ist ein Turnierboard vorgesehen, das ein Kartenpaket enthält. Jedes Board ist numeriert und hat vier Fächer, um die vier Hände aufzunehmen, bezeichnet mit Nord, Ost, Süd und West. Teiler und Gefahrenlage sind wie folgt festgelegt:

Teiler Nord:   Boards:  

1

 

5

 

9

 

13

Teiler Ost:   Boards:  

2

 

6

 

10

 

14

Teiler Süd:   Boards:  

3

 

7

 

11

 

15

Teiler West:   Boards:  

4

 

8

 

12

 

16

Gefahr: Keiner:   Boards:  

1

 

8

 

11

 

14

Gefahr: Nord-Süd:   Boards:  

2

 

5

 

12

 

15

Gefahr: Ost-West:   Boards:  

3

 

6

 

9

 

16

Gefahr: Alle:   Boards:  

4

 

7

 

10

 

13

Diese Reihenfolge wiederholt sich für die Boards 17-32 sowie für jede weitere Serie von 16 Boards.

Kein Board sollte verwendet werden, das diesen Bedingungen nicht entspricht. Wird aber ein solches Board benutzt, so gelten die auf ihm festgelegten Bedingungen für diesen Durchgang.

§ 3: Anordnung der Tische

An jedem Tisch spielen vier Spieler. Die Tische sind in einer vom Turnierleiter festgelegten Reihenfolge numeriert. Er bestimmt eine Richtung als Nord; die übrigen Himmelsrichtungen ergeben sich aus ihrem natürlichen Verhältnis zu Nord.

§ 4: Partnerschaften

Die vier Spieler an jedem Tisch bilden zwei Partnerschaften oder Seiten, Nord-Süd gegen Ost-West. Zu Paar- oder Teamturnieren melden die Partnerschaften als Paare oder Teams und behalten dieselben Partnerschaften während eines gesamten Durchganges bei (mit Ausnahme eines vom Turnierleiter gestatteten Einsatzes von Ersatzspielern). Zu Individualturnieren meldet jeder Spieler einzeln, und die Partnerschaften wechseln während eines Durchganges.

§ 5: Zuweisung der Plätze

A. Ausgangsplatz

Der Turnierleiter weist zu Beginn eines Durchganges jedem Teilnehmer (Einzelspieler, Paar oder Team) einen Ausgangsplatz zu. Falls nichts anderes angeordnet wird, dürfen die Mitglieder eines jeden Paares oder Teams im gegenseitigen Einverständnis unter den ihnen zugewiesenen Plätzen auswählen. Hat ein Spieler einmal eine Himmelsrichtung gewählt, darf er sie innerhalb eines Durchganges nur nach Anweisung oder mit Erlaubnis des Turnierleiters wechseln.

B. Wechseln von Richtung oder Tisch

Die Spieler wechseln ihre Anfangsrichtung oder gehen zu einem anderen Tisch gemäß den Anweisungen des Turnierleiters. Der Turnierleiter ist für die klare Bekanntgabe der Anweisungen verantwortlich; jeder Spieler ist dafür verantwortlich, zum angeordneten Zeitpunkt und den Anweisungen entsprechend zu wechseln und nach dem Wechsel den richtigen Platz zu besetzen.

KAPITEL III

Vorbereitung und Fortgang

§ 6: Mischen und Teilen

A. Das Mischen

Vor Spielbeginn wird jedes Kartenpaket gründlich gemischt. Auf Verlangen eines jeden Gegners wird abgehoben.

B. Das Teilen

Die Karten müssen mit der Bildseite nach unten, eine nach der anderen in vier Hände mit jeweils dreizehn Karten geteilt werden; danach wird jede Hand mit der Bildseite nach unten in eine der vier Fächer des Boards gesteckt. Als Verfahrensweise wird empfohlen, die Karten im Uhrzeigersinn auszuteilen.

C. Anwesenheit beider Paare

Während des Mischens und Teilens sollte, sofern der Turnierleiter nichts anderes anordnet, ein Mitglied jeder Seite anwesend sein.

D. Erneutes Mischen und Teilen

1. Karten unkorrekt geteilt oder sichtbar gemacht

Es muß neu gemischt und geteilt werden, wenn, bevor die Reizung für beide Seiten beginnt (siehe § 17 A) festgestellt wird, dass unkorrekt ausgeteilt worden ist, oder dass ein Spieler die Bildseite einer Karte, die zu einer anderen Hand gehört, möglicherweise hat sehen können.

2. Kein Mischen oder kein Teilen

Kein Ergebnis darf bestehen bleiben, wenn die Karten ohne Mischen entweder von einem sortierten oder einem bereits in einem anderen Durchgang gespielten Kartenpaket ausgeteilt worden sind.

3. Auf Anweisung des Turnierleiters

Vorbehaltlich § 22 A muß erneut gemischt und geteilt werden, wenn der Turnierleiter dieses aus irgendeinem Grund, der im Einklang mit den Regeln steht, anordnet (siehe aber § 86 C) .

E. Wahlmöglichkeit des Turnierleiters betreffend Mischen und Teilen

1. Durch die Spieler

Der Turnierleiter darf anordnen, dass das Mischen und Teilen an jedem Tisch unmittelbar vor Spielbeginn durchgeführt wird.

2. Durch den Turnierleiter

Der Turnierleiter darf das Mischen und Teilen im voraus persönlich durchführen.

3. Durch Vertreter oder Hilfskräfte

Der Turnierleiter darf das Mischen und Teilen im voraus von seinen Hilfskräften oder anderen ernannten Vertretern vornehmen lassen.

4. Andere Methoden des Teilens bzw. des Teilens im Voraus

Der Turnierleiter darf eine andere Methode des Teilens, wozu auch das Teilen im voraus gehört, anordnen.

F. Duplizieren von Boards

Wenn die Turnierorganisation dies erforderlich macht, dürfen eine oder mehrere genaue Duplikate jeder Originalhand nach Anweisung des Turnierleiters hergestellt werden.

§ 7: Kontrolle von Board und Karten

A. Plazierung des Boards

Soll ein Board gespielt werden, wird es in die Mitte des Tisches gelegt, bis das Spiel beendet ist.

B. Entnehmen der Karten aus dem Board

Jeder Spieler entnimmt dem Fach des Boards, das seiner Himmelsrichtung entspricht, eine Hand.

1. Zählen der gehaltenen Karten vor Spielbeginn

Jeder Spieler zählt seine Karten mit der Bildseite nach unten, um sicher zu gehen, dass er genau dreizehn hat; danach muß er die Bildseite seiner Karten ansehen, bevor er eine Ansage macht.

2. Kontrolle seiner Hand

Während des Spiels behält jeder Spieler seine Karten in Besitz und achtet darauf, dass sie nicht mit den Karten eines anderen Spielers vermischt werden. Kein Spieler soll während oder nach dem Spiel andere Karten als seine eigenen anfassen (aber der Alleinspieler darf die Karten des Tisches gemäß § 45 spielen), es sei denn mit Erlaubnis des Turnierleiters.

C. Zurückstecken der Karten in das Board

Jeder Spieler steckt nach dem Spiel seine ursprünglichen 13 Karten wieder in das Fach des Boards, das seiner Himmelsrichtung entspricht. Danach soll keine Hand mehr aus dem Board genommen werden, außer in Anwesenheit eines Spielers jeder Seite oder des Turnierleiters.

D. Verantwortung für den formalen Ablauf

Jeder Teilnehmer, der während des ganzen Durchganges an einem Tisch verbleibt, ist erstrangig für die Aufrechterhaltung korrekter Spielbedingungen am Tisch verantwortlich.

§ 8: Reihenfolge der Runden

A. Movement der Boards und Spieler

1. Anweisungen des Turnierleiters

Der Turnierleiter weist die Spieler an, wie die Boards weitergegeben werden und wie die Spieler zu wechseln haben.

2. Verantwortung für die Weitergabe der Boards

Der Nordspieler jedes Tisches ist für die Weitergabe der soeben an seinem Tisch gespielten Boards an den richtigen Tisch für die nächste Runde verantwortlich, sofern nicht der Turnierleiter etwas anderes anordnet.

B. Rundenende

Im allgemeinen endet eine Runde, wenn der Turnierleiter das Zeichen für den Beginn der nächsten Runde gibt; ist aber das Spiel an einem Tisch zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet, dauert die Runde für diesen Tisch solange an, bis dort ein Spielerwechsel stattgefunden hat.

C. Ende der letzten Runde und Ende des Durchganges

Die letzte Runde eines Durchganges und der Durchgang selbst sind für jeden Tisch beendet, wenn alle an diesem Tisch zu spielenden Boards gespielt und alle Ergebnisse in die richtigen Scorezettel eingetragen worden sind, ohne dass ein Einwand erhoben wurde.

KAPITEL IV

Allgemeine bei Regelwidrigkeiten anzuwendende Regeln

§ 9: Verfahren nach einer Regelwidrigkeit

A. Hinweis auf eine Regelwidrigkeit

1. Während der Reizung

Sofern die Regeln dies nicht verbieten, darf jeder Spieler während der Reizung auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam machen, ob er an der Reihe ist anzusagen oder nicht.

2. Während des Spiels

a. Alleinspieler oder jeder Gegenspieler

Sofern die Regeln dies nicht verbieten, dürfen der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam machen, die während des Spiels begangen wird.

a. Dummy (die eingeschränkten Rechte des Dummy sind in §§ 42 und 43) festgelegt)

aa) Der Dummy darf während des Spiels nicht auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam machen, aber er darf dies nach Beendigung des Spiels tun.
bb) Der Dummy darf versuchen, den Alleinspieler vom Begehen einer Regelwidrigkeit abzuhalten (siehe § 42 B 2).

B. Nach einem Hinweis auf eine Regelwidrigkeit

1. Rufen des Turnierleiters

a. Wann rufen

Der Turnierleiter muß sofort gerufen werden, wenn auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht worden ist.

a. Wer darf rufen

Jeder Spieler, einschließlich des Dummy, darf den Turnierleiter rufen, nachdem auf eine Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht worden ist.

b. Wahrung von Rechten

Das Rufen des Turnierleiters bewirkt für keinen Spieler den Verlust von irgendwelchen Rechten, die ihm ansonsten zustehen könnten.

c. Rechte der Gegner

Der Umstand, dass ein Spieler auf eine von der eigenen Seite begangene Regelwidrigkeit hinweist, berührt nicht die Rechte der Gegner.

4. Weitere Gebote oder Zugaben

Kein Spieler soll irgendetwas unternehmen, bevor der Turnierleiter alle für die Berichtigung und die Verhängung einer Strafe relevanten Erklärungen abgegeben hat.

C. Vorzeitige Korrektur einer Regelwidrigkeit

Jede vorzeitige Korrektur einer Regelwidrigkeit durch den schuldigen Spieler kann für ihn eine weitere Strafe nach sich ziehen (siehe die Ausspielstrafen des § 26).

§ 10: Verhängung einer Strafe

A. Das Recht, Strafen zu verhängen

Nur der Turnierleiter ist berechtigt, gegebenenfalls Strafen zu verhängen. Kein Spieler hat das Recht, von sich aus Strafen zu verhängen oder auf sie zu verzichten.

B. Aufhebung von Strafen oder deren Erlassung

Der Turnierleiter darf jede Strafe oder jeden Verzicht auf Strafe, die die Spieler ohne seine Mitwirkung beschlossen haben, sowohl zulassen als auch aufheben.

C. Wahlrecht nach einer Regelwidrigkeit

1. Erklärung der Möglichkeiten

Falls diese Regeln nach einer Regelwidrigkeit ein Wahlrecht zwischen mehreren Möglichkeiten gewähren, soll der Turnierleiter alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten erklären.

2. Wahlrecht zwischen mehreren Möglichkeiten

Falls ein Spieler nach einer Regelwidrigkeit ein Wahlrecht zwischen mehreren Möglichkeiten hat, muss er wählen, ohne sich mit seinem Partner zu beraten.

§ 11: Verlust des Rechts auf Bestrafung

A. Aktion der nicht-schuldigen Seite

Das Recht auf Bestrafung einer Regelwidrigkeit kann verlorengehen, wenn ein Mitglied der nicht-schuldigen Seite vor dem Rufen des Turnierleiters irgendetwas unternimmt. Der Turnierleiter entscheidet in diesem Sinne, wenn die nicht-schuldige Seite einen Vorteil dadurch erlangt haben könnte, dass ein Gegner in Unkenntnis der Strafe anschließend irgendetwas unternommen hat.

B. Hinweis auf eine Regelwidrigkeit durch einen Zuschauer

1. Nicht-schuldige Seite ist für die Anwesenheit des Zuschauers verantwortlich

Das Recht auf Bestrafung einer Regelwidrigkeit kann verlorengehen, wenn zuerst ein Zuschauer auf die Regelwidrigkeit hinweist, für dessen Anwesenheit am Tisch die nicht-schuldige Seite verantwortlich ist.

2. Schuldige Seite ist für die Anwesenheit des Zuschauers verantwortlich

Das Recht, eine Regelwidrigkeit zu korrigieren, kann verlorengehen, wenn zuerst ein Zuschauer auf die Regelwidrigkeit hinweist, für dessen Anwesenheit am Tisch die schuldige Seite verantwortlich ist.

C. Strafe trotz Verlust des Rechts auf Bestrafung

Auch wenn das Recht auf Bestrafung nach den vorgenannten Maßgaben verlorengegangen ist, darf der Turnierleiter eine Verfahrensstrafe (siehe § 90) verhängen.

§ 12: Der Ermessensspielraum des Turnierleiters

A. Das Recht, einen berichtigten Score zuzuerkennen

Der Turnierleiter darf sowohl von sich aus, als auch auf Antrag eines Spielers einen berichtigten Score (oder Scores) zuerkennen, aber nur, wenn diese Regeln ihn dazu ermächtigen, oder wenn seiner Meinung nach einer der nachstehenden Fälle vorliegt:

1. Regeln sehen keine Entschädigung vor

Der Turnierleiter darf einen zugewiesenen berichtigten Score zuerkennen, wenn diese Regeln keine Entschädigung eines nicht-schuldigen Teilnehmers für eine besondere Art von Regelverletzung, die ein Gegner begangen hat, vorsehen.

2. Normales Spiel des Boards ist unmöglich

Der Turnierleiter darf einen künstlichen berichtigten Score zuerkennen, wenn keine Richtigstellung vorgenommen werden kann, die das normale Spiel des Boards ermöglicht (siehe § 88).

3. Falsche Strafe ist verhängt worden

Der Turnierleiter darf einen berichtigten Score zuerkennen, wenn eine falsche Strafe verhängt worden ist.

B. Keine Berichtigung für unangemessene Härte einer Bestrafung

Der Turnierleiter darf keinen berichtigten Score mit der Begründung zuweisen, eine in diesen Regeln vorgesehene Strafe sei entweder unangemessen streng oder vorteilhaft für eine der beiden Seiten.

C. Zuerkennen eines berichtigten Scores

1. Künstlicher Score

Wenn infolge einer Regelwidrigkeit kein Ergebnis erzielt werden kann, erkennt der Turnierleiter gemäß der Verantwortlichkeit für die Regelwidrigkeit einen künstlichen berichtigten Score zu: Minusdurchschnitt (höchstens 40% der erzielbaren Match-Punkte in Paarturnieren) für einen unmittelbar schuldigen Teilnehmer; Durchschnitt (50% in Paarturnieren) für einen nur teilweise schuldigen Teilnehmer; Plusdurchschnitt (mindestens 60% in Paarturnieren) für einen absolut schuldlosen Teilnehmer (siehe § 86 für Teamturniere oder § 88 für Paarturniere). Die den beiden Seiten zuerkannten Scores müssen sich nicht gegenseitig zu 100% des Topscores ergänzen.

2. Zugewiesener Score

Wenn der Turnierleiter anstelle eines nach einer Regelwidrigkeit tatsächlich erzielten Ergebnisses einen zugewiesenen berichtigten Score zuerkennt, dann ist dieser Score für die nicht-schuldige Seite das vorteilhafteste Ergebnis, das ohne die Regelwidrigkeit wahrscheinlich gewesen wäre, oder für die schuldige Seite das ungünstigste Ergebnis, das gerade noch im Rahmen des Wahrscheinlichen gele-gen hätte, wenn die Regelwidrigkeit nicht stattgefunden hätte. Die den beiden Seiten zuerkannten Scores müssen sich nicht gegenseitig zu 100% des Topscores ergänzen und dürfen entweder in Match-Punkten oder durch Änderung des erzielten Resultats vor der Umrechnung in Match-Punkte zugewiesen werden.

3. Sofern die zonalen Organisationen nichts anderes bestimmen, darf ein Schiedsgericht einen zugewiesenen berichtigten Score abändern, um Billigkeit herzustellen.

§ 13: Falsche Kartenanzahl

Stellt der Turnierleiter fest, dass ein oder mehrere Fächer des Boards eine falsche Anzahl Karten [Wenn drei Hände korrekt sind und eine Hand unrichtig, findet § 14 Anwendung und nicht diese Regel] enthielten, und hat ein Spieler mit einer unkorrekten Hand bereits eine Ansage gemacht, soll der Turnierleiter, wenn er meint, dass das Board berichtigt und normal ohne Änderung von Ansagen gespielt werden kann, das berichtigte Board so spielen lassen, vorausgesetzt, alle vier Spieler sind damit einverstanden. Andernfalls soll der Turnierleiter einen künstlichen berichtigten Score zuerkennen und darf den schuldigen Spieler bestrafen. Wurde keine solche Ansage gemacht, gilt folgendes:

A. Kein Spieler hat eine Karte eines anderen Spielers gesehen

Der Turnierleiter soll die Unstimmigkeit wie folgt korrigieren, und wenn dann kein Spieler eine Karte eines anderen Spielers gesehen haben wird, anordnen, dass das Board normal gespielt wird.

1. Handaufzeichnungen

Stehen Handaufzeichnungen zur Verfügung, soll der Turnierleiter in Überein-stimmung mit diesen die richtige Kartenverteilung wiederherstellen.

2. Befragen von Spielern, die das Board bereits gespielt haben

Gibt es keine Handaufzeichnungen, soll der Turnierleiter durch Befragen von Spielern, die das Board bereits gespielt haben, die Korrektur vornehmen.

3. Anordnen einer Neuteilung

War das Board unkorrekt geteilt, soll der Turnierleiter eine Neuteilung anordnen (§ 6).

B. Ein Spieler hat die Karte(n) eines anderen Spielers gesehen

Stellt der Turnierleiter fest, dass ein oder mehrere Fächer des Boards eine falsche Kartenanzahl enthielten, und hat nach der Korrektur des Boards ein Spieler eine oder mehrere Karten der Hand eines anderen Spielers gesehen, bestehen folgende Entscheidungsmöglichkeiten:

1. Die erhaltene Information ist unerheblich

Meint der Turnierleiter, dass die gewonnene Information normales Reizen oder Spielen des Boards nicht beeinträchtigen wird, darf er mit dem Einverständnis aller 4 Spieler erlauben, dass das Board normal gespielt und gescort wird.

2. Die Information wird Einfluss auf das normale Spiel haben

Meint der Turnierleiter, dass die so gewonnene Information von hinreichender Bedeutung ist, um normales Spielen oder Reizen zu beeinflussen, oder lehnt ein Spieler ab, das Board zu spielen, soll er einen künstlichen berichtigten Score zuweisen. Er darf den schuldigen Spieler bestrafen.

C. Nach Beendigung des Spiels

Wird nach Beendigung des Spiels festgestellt, dass die Hand eines Spielers ursprünglich mehr als 13 Karten enthielt und die Hand eines anderen Spielers dementsprechend weniger, muss das Resultat gestrichen werden (wegen einer Verfahrensstrafe siehe § 90).

§ 14: Fehlende Karte

A. Feststellung der Unvollständigkeit der Hand vor Beginn der Spielphase

Sind drei Hände korrekt und wird vor Beginn der Spielphase festgestellt, dass die vierte Hand unvollständig ist, sucht der Turnierleiter jede fehlende Karte und:

1. Die Karte wird gefunden

Wird die Karte gefunden, wird sie der unvollständigen Hand wiederzugefügt.

2. Keine Karte ist auffindbar

Kann keine Karte gefunden werden, rekonstruiert der Turnierleiter die Teilung unter Verwendung eines Ersatzkartenpaketes so originalgetreu wie möglich.

B. Spätere Feststellung der Unvollständigkeit

Sind drei Hände korrekt und wird nach Beginn der Spielphase festgestellt, dass die vierte Hand unvollständig ist, sucht der Turnierleiter jede fehlende Karte und:

1. Die Karte wird gefunden

a. Wird die Karte unter den bereits gespielten Karten gefunden, kommt § 67) zur Anwendung.
b. Wird die Karte anderswo gefunden, wird sie der unvollständigen Hand wiederzugefügt, und Strafen können verhängt werden (siehe unten 3.).

3. Keine Karte ist auffindbar

Kann keine Karte gefunden werden, wird die Teilung unter Verwendung eines Ersatzkartenpaketes so originalgetreu wie möglich rekonstruiert, und Strafen können verhängt werden (siehe folgend 3.).

4. Mögliche Strafen

Eine Karte, die einer Hand gemäß den Bestimmungen des Absatzes B dieser Regel wiederzugefügt wurde, gilt als von Anfang an und durchgehend der unvollständigen Hand zugehörig. Sie kann Strafkarte werden (§ 50), und die Nichtzugabe dieser Karte kann den Tatbestand des Revoke verwirklichen.

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