Über die Suzuki GR 650
Keine Frage: Grossvolumige Parallel-Twins haben im Motorradbau von je her fasziniert. Viele Jahre haben Maschinen mit solchen Motoren
das obere Ende des Marktes markiert - siehe die jahrzehntelange Dominanz der englischen Big Twins.
Auch die japanischen Motorrad-Hersteller haben immer wieder solche Maschinen auf den Markt gebracht:
Kawasaki: W1, dann Z750 B, in den 90er Jahren dann die W 650.
Yamaha: XS1, XS 650, TX 750,
Honda: CB 450, CB 500.
Suzuki: GR 650 Tempter.
Insbesondere die Kawasakis und die Yamaha XS6550 haben heute einen Kultstatus erreicht und es hat sich um jede dieser Maschinen eine
spezielle Szene entwickelt.
Suzuki mit seiner 1983 auf dem Markt erschienenen GR 650 ist dies leider nicht gelungen - zumindest nicht in dem Masse wie den anderen
Herstellern. Warum eigentlich nicht? Hat doch die GR 650 einen wunderschönen Motor mit etlichen interessanten technischen Merkmalen.
Meine Vermutung: Die GR 650 kam zum falschen Zeitpunkt und mit dem falschen optischen Konzept. Suzuki brachte 1983 einen klassischen
Motor in einem modernen Fahrwerk und dem Styling eines Softchoppers. Den meisten Klassik-Liebhabern war und ist jedoch gerade diese
Softchopper-Optik eher ein Gräuel - nicht Fisch, nicht Fleisch, sondern eine Modeerscheinung. Und Modeerscheinung und Klassik
passen wohl nicht gut zusammen.
Aber trotz allem: Die Suzuki GR 650 ist es wert, in einem Atemzug mit den vorab genannten Klassikern XS 650, W650 usw. genant zu
werden. Schliesslich hat dieses Motorrad einiges zu bieten:
- Einen kräftigen und laufruhigen Twin
- Tollen Sound
- Schöne Speichenräder (GR 650 X)
- Ordentliche Federelemente
- Ausreichende Bremsen
- Viele schöne Farbvarianten
Insgesamt eine prima Basis - und wem die Softchopper-Optik überhaupt nicht gefällt, kann dies relativ einfach ändern. Es gibt
etliche Umbauten der GR 650, die von geradezu atemberaubender Schönheit und Exklusivität sind.