Reaktionen - so weit sie publiziert und mir bekannt werden, und immer nur in Auszügen
"Dirk Baecker sieht es anders.” Niklas Luhmann, Vorwort zu Dirk
Baecker, Womit handeln Banken? Eine Untersuchung zur Risikverarbeitung
in Banken, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1991, S. 11
"Dirk Baecker, 46, Systemtheoretiker (1 216). Autor von 'Postheroisches
Management', das Heiner Müller gefiel." Die Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung am 27. Januar 2002, S. 21, als Kommentar zu Platz 80
der 100 bekanntesten deutschen Intellektuellen, gemessen an
Internetnennungen (Mittel aus Google und AlltheWeb).
"Dirk Baecker, Soziologe", Nr. 488 der 500 wichtigsten Intellektuellen laut Cicero-Ranking 2006, Cicero, April 2006, S. 63
"Wir haben noch Fragen." (Wittener Studenten im November 2006 nach
Bekanntgabe eines Rufes auf den Lehrstuhl für Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin University in Friedrichshafen
am Bodensee, pdf)
"Geistesgröße Nr. VI."
(Nikolaus von Festenberg, Operieren im Dunkeln, Der SPIEGEL, Nr.
35/27.8.07, S. 140-141, pdf)
Information und Risiko in der Marktwirtschaft, 1988
"Der systemtheoretische Ansatz Baeckers sucht den Prinzipien der
Marktwirtschaft durch die Beschreibung von Ereignissen anstelle von
Strukturen auf die Spur zu kommen. Das überraschende Ergebnis
dieses Ansatzes ist, kurz gefaßt, die Tatsache, daß die
Wirtschaft ein sich selbst beobachtendes System von höchster
Komplexität ist. In einem stets fluktuierenden Prozeß
überwiegt die Ungewißheit, fällt Gewißheit nur
momentweise (und doch immer wieder) an. Jeder Moment enthält
demnach Informationen und Risiken…" o.V., Pro Zukunft:
Internationale Bibliothek für Zukunftsfragen 2 (1988), Heft 2
"Eine nicht fachkundige Leserschaft wird nicht zuletzt die
Verständlichkeit kritisieren…" Volker Teichert, Gesetze der
Wirtschaft. In: Das Parlament Nr. 9, 24. Februar 1989
"Was beide (Luhmanns und Baeckers) Analyse auszeichnet, ist die
konsequente und konsistente Arbeit am ökonomischen Begriff. Ihr
gelingt es, zentrale ökonomische Kategorien so zu definieren,
daß sie nicht nur für eine Theorie selbstreferentieller
Systeme einsetzbar werden, sondern so, daß sie problematische
Annahmen, wie etwa das ökonomische Gleichgewicht oder das
Rationalitätskalkül, transformieren, ohne Chaos oder
Irrationalität unterstellen zu müssen. Es interessieren dann
nicht mehr Gleichgewicht und Rückkehr in die Ruhelage, sondern die
Dynamik temporalisierter Elemente." Josef Wieland, Die Wirtschaft als
autopoietisches System: Einige eher kritische Überlegungen. In:
Delfin X, 5. Jg., Heft 2 (September 1988), S. 18-29
"Am befremdlichsten wirkt, daß in einem Buch über
'Information und Risiko in der Marktwirtschaft' Passagen, die das
Spezifische der modernen Wirtschaft beleuchten, rar sind." Johannes
Berger, Autopoiesis – Endstation? In: Soziologische Revue 12
(1989), S. 346-354
"Baecker hat sich das bereits aus erkenntnistheoretischen Gründen
(die er sonst auch akzeptiert) sinnlose Ziel gesetzt, 'im
Anschluß an die Wirtschaft selbst, also nicht nach analytischem
Gutdünken, die Systemereignisse zu identifizieren'." Klaus
Türk, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und
Sozialpsychologie (41) 1989, S. 766-768
"Die theoretisch wohl anspruchvollste Reflexionsfigur ist der von
Luhmann und Baecker im Blick auf das Problem der Preisbildung
eingeführte, streng beobachtungslogisch eingeführte
Marktbegriff." Peter Marx, In: Sociologia Internaciones 2 (1990)
Gelegenheit. Diebe, 1990
"Im Buchladen fehlt Dirk Baecker. Im Buchladen kann man nicht lesen."
Eckhard Schumacher, Check the Technique. In: Bielefelder StadtBlatt 9,
21. Februar 1991
"Ich weiß nicht, wie alt Dirk Baecker, Rembert Hüser und
Georg Stanitzek sind, aber ihr Schreiben macht einen jungen Eindruck
von Einmaligkeit und überschüssigen Kräften." o.V.,
Bielefeld. In: spex (April 1991), Nr. 4, S. 73-74
"Leer? reich? Weiß ich noch nicht." WING, Deutscher Dreier. In: Ultimo Nr. 16/17 (1991), 27.7.-6.9.1991, S. 75
"Wie schon Hans Magnus Enzensberger sieht auch Baecker in der
problemlosen Emergenz von 'Leuten' gerade in Deutschland einen enormen
Fortschritt, den es durch noch zu findende dezentrale Strukturen neuen
Typs (nur halb ironisch wird Dieter Henrich zitiert, der die
evangelischen Pfarrhäuser beschwört) zu sichern gelte."
Jürgen Link, Wieder. Verein. In: kultuRRevolution Nr. 25 (Juli
1991), S. 70-71
"Wenn dabei eine Annäherung an die deutsche Naht geschieht, an die
Wundnahme unserer Geschichte mit der gezeigten Offenheit und Sorg-Falt,
ohne jede falsche Scham und Parteinahme, die den Diskursen in deutscher
Öffentlichkeit ansonsten eignet, muß das Buch als
exemplarisch und einzig bezeichnet werden." Helmut Krebs,
Kleinigkeiten. In: filmwärts 2/1992, S. 36-37
"Glücklicherweise haben wir es mit drei Sprachbesessenen zu tun.
Das - nichts anderes - macht Gelegenheit. Diebe lesenswert." Uwe
Buhrdorf, Bahnsteigkarte, Gelegenheit & Deutschland. In: Jazzthetik
(Juli/August 1992), S. 52
"… nicht leicht, doch amüsant, das Nachdenken anregend,
spielend mit Querverweisen und schwer nachzuverfolgenden Beziehungen."
nip, Dreimal Deutschland. In: Westfälische Nachrichten, 2.
September 1992
"Wie bespricht man ein kleines Buch, ein Heft, das, in grauem Karton
gebunden, auf Hochglanzpapier das Zitieren von Zitaten zitierend
monströse Motiv-Geflechte aus demontierten Werken mit verwirrender
Klugheit präsentiert?" Jens-F. Dwars, Literatur. Schaft. In:
Weimarer Beiträge 39, 2 (1993)
Womit handeln Banken? 1991
"Also eine Neuformulierung des Bürokratieproblems, ein neues
Rationalitätsparadox im Stile Max Webers? Dirk Baecker sieht es
anders. Für ihn ist das Risiko ein Zentralproblem der Wirtschaft,
das mit der Zeitverzögerung der Zahlungen zu tun hat." Niklas
Luhmann, Vorwort zu: Dirk Baecker, Womit handeln Banken? 1991, S. 11
"Die Anwendung der Luhmannschen Systemtheorie auf diesen Gegenstand
läßt das Bankenhandeln in einer sowohl für den
Soziologen als auch für Ökonomen völlig neuen Sicht
erscheinen. Fragt sich allerdings, ob wir nur eine neue Brille auf der
Nase haben, mit der wir anders sehen, oder ob wir mit dieser neuen
Brille auch schon besser sehen." Elmar Lange, in: Kölner
Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 44 (1992), S.
583-584
"Insgesamt bietet das Werk eine umfassende Darstellung
bankgeschäftlicher Risiken und ihrer Zusammenhänge sowie
einige bemerkenswerte Anregungen." Axel Aspetsberger, in: Bankarchiv
(November 1991)
Unbeobachtbare Welt, 1990
"Und wie das bei Schülern oft der Fall ist, nehmen Verbeugungen
und Absichtserklärungen und das Auflisten all dessen, was ein
Aufsatz an dieser Stelle nicht leisten oder wollen kann, breiten Raum
ein." GC, In: Literaturblatt der Bauwelt
Überlegungen zur Form des Gedächtnisses, 1991
"Was Baecker hier, ausgehend von der Erfahrung des Gedächtnisses -
das er als 'immer mitlaufende Selbstbeobachtung, ein immer mitlaufendes
Sich-selber-Wissen' definiert hat -, beschreibt, ist nichts anderes als
die Vertührung zur Spekulation in dem Sinn, in dem die Philosophin
Sarah Kofman Spekulation beschrieben - und dekonstruiert hat. Daß
diese Verführung bei Überlegungen zu Gedächtnis und
Erinnerung stattfindet, dürfte kein Zufall sein, nötigt der
Gegenstand doch dazu, will man seiner Komplexität gerecht werden,
bei der eigenen, schwindelerregenden Erfahrung des Sich-Erinnerns und
sich dabei Verlierens anzusetzen. Man kann bei einer Antwort auf diese
Frage nach dem Gedächtnis, schreibt Baecker, sich rettungslos
verlieren, oder alles, sich und seine Umwelt vollständig
entwickeln." Astrid Deuber-Mankowsky, Zwischen Erinnern und Vergessen,
in: Kunstforum, Bd 128 (Dezember 1994)
Die Form des Unternehmens, 1993
"Dirk Baecker hat den Mut, die Grundkonzeption eines operativen
Konstruktivismus auf (…) die Theorie des Unternehmens zu
übertragen. Voraussetzung dafür ist, daß der
theoretische Apparat resolut abgekoppelt wird von allen idealistischen
oder subjekttheoretischen Prämissen. Dies geschieht vor allem mit
Berufung auf den Formenkalkül von George Spencer-Brown. (…)
Kritiker des Kalküls von Spencer-Brown haben eingewandt, daß
in der Eleganz der Rekonstruktion Details verlorengehen und daß
man in Kenntnis dieses Kalküls nicht besser rechnen kann als
vorher. Denselben Einwand könnte man auch gegen Dirk Baecker
erheben. Unternehmer werden nach Lektüre dieses Textes nicht
besser wirtschaften können als vorher und gerade das
müßte ihnen der Text, wenn verstanden, deutlich machen. Es
wird eben eine 'nicht-triviale Maschine' beschrieben, die nicht von
außen durch Instruktionen gesteuert werden kann. Der Sinn der
Rekonstruktion, die im übrigen eine Rekonstruktion des Begriffs
der Erklärung einschließt, liegt in der Ausweitung der
Perspektive, mit denen Unternehmen behandelt und mit anderen sozialen
Phänomenen vergleichbar gemacht werden. Mir fällt vor allem
auf, daß Beziehungen zur Religion auftauchen, die (…) eine
Alternative bieten könnten zu dem handlungstheoretischen, mit
Motiven, Rationalitätsformen und Legitimationstypen arbeitenden
kapitalismusgeschichtlichen Konzept von Max Weber." Niklas Luhmann, aus
seinem Gutachten zur Habilitationsschrift 'Die Form des Unternehmens'
"Ich halte die von Dirk Baecker vorgelegte Arbeit Die Form des
Unternehmens für ein Meisterwerk. Ich habe das Gesamtwerk zweimal
von A bis Z gelesen - ich sollte sagen 'durchgearbeitet' - und soeben
eine dritte Lesung ausgesuchter Stellen beendet. Nicht nur fallen einem
bei jedem Wiederlesen neue erkenntnistheoretische Rosinen in die
Hände, sondern der anfangs überwältigende Reichtum der
Argumentation konvergiert zu einer kohärenten Dynamik. Dirk
Baecker ist etwas Erstaunliches gelungen. Es ist ihm gelungen, eine
Sprache zu erfinden, oder besser: die Erfindung einer Sprache zu
entwickeln, die vor den Augen des Lesers das Geheimnis ihrer
Entwicklung entwickelt." Heinz von Foerster, aus seinem Gutachten zur
Habilitationsschrift 'Die Form des Unternehmens'
"Sein Bemühen ist darauf gerichtet, die Art und Weise der
Theoriebildung bezüglich Unternehmen anzuregen, das heißt
die kognitive Landkarte für die Beobachtung und Beschreibung
dieses Typs von Organisation weiterzuentwickeln." Rudi Wimmer, in:
Organisationsentwicklung 1 (1994)
"Das damit angedeutete Programm ist, wenn es sich tatsächlich
ausarbeiten und ausführen läßt, eine Herausforderung
für die Soziologie." Will Martens, in: Kölner Zeitschrift
für Soziologie und Sozialpsychologie 46 (1994), S. 729-730
"Jetzt wird’s kompliziert." Frank Michael Orthey, in: 30.
Ergänzungslieferung des Handbuchs für Personalentwicklung und
Training des Deuschen Wirtschaftsdienstes, Dezember 1995, S. 14-17
"Die methodischen Grundannahmen, von denen Baecker ausgeht, sind nun im
Prinzip recht einfach." Philipp Hessinger, in: Soziologische Revue 19
(1996), S. 327-330
"Die Soziologie entwickelt sich offensichtlich zu einer zentralen
Wissenschaft der Gegenwart." Gerd Reinhold, in: Wiss. Literaturanzeiger
32 (1993)
Kalkül der Form & Probleme der Form, 1993
"Also ist man zuerst wie der Esel am Berg. Oder zwischen zwei
Heuhaufen." A. J. Haesler, Die Form der Form. In: Basler Zeitung/Basler
Magazin Nr. 28, 16. Juli 1994, S. 11
"Dem soziologisch und systemtheoretisch interessierten Leser kann man
den Sammelband wohl als eine interessante, weil richtungweisende
Neuerscheinung des letzten Jahres empfehlen." Harald Wasser, in:
Widerspruch: Münchner Zeitschrift für Philosophie 14 (1994),
S. 77-80
Postheroisches Management: Ein Vademecum, 1994
"Der Autor eröffnet dem theorieinteressierten Leser jenseits der
vielen 'How-to-do'-Bücher, die gegenwärtig den Markt
überschwemmen, eine Fülle von verfolgenswerten Spuren, denen
nachzuforschen sich lohnt, wenn man sich ein tragfähiges Bild von
den aktuellen Herausforderungen an das Management machen will." Rudi
Wimmer, in: Organisationsentwicklung 4 (1994)
"Daß dieser schnelle Blickwechsel zwischen Management, Literatur
und Deleuze möglich ist, zeigt aber auch die
außerordentliche Qualität der Arbeit von Baecker, ganz im
Sinne der vorgeschlagenen Werte Italo Calvinos für das
nächste Jahrtausend." Stefan Hesper, Ich möchte lieber nicht.
In: die tageszeitung, 25./26. Februar 1995, S. 15
"Wenn ein Soziologe Kalendergeschichten schreibt, kann man erwarten,
daß sie über Bauern- und Wetterregeln hinausgehen. Die
Jahreszeiten bleiben gleich, aber die Regen- und Sonnentage sind
unterschiedlich verteilt. Dirk Baecker hat 58 Kalendergeschichten
für Geschäftsführer, Manager und alle, die etwas
handhaben oder bewerkstelligen, geschrieben. Er landet am Ende, und das
macht den klugen Witz seiner Überlegungen aus, doch wieder beim
Wetter, genauer bei der Bauernregel. Ein Geheimnis kann man
lüften, ein Rätsel nur leben." Michael Köhler, Managen.
In: Süddeutsche Zeitung, 22. April 1995
"Nicht zuletzt für Manager, die nicht nur die 'blinden Flecken'
der Vergangenheit erkennen, sondern auch für die unvermeidlichen
blinden Flecken der Gegenwart ein Gespür entwickeln oder sich
erhalten wollen, ist dieses Buch geschrieben." Michael Faust, in:
management revue 4 (1995), S. 302-305
"Seit nun Alexander Kluge in der Trauerfeier für Heiner
Müller davon sprach, daß Müller zuletzt ständig
Baeckers Merveband bei sich trug und vor allem von der Idee, 'macht
mehr Fehler, wovon wollt ihr denn sonst lernen', begeistert war,
seitdem ist das postheroische Management ein heimlicher Bestseller in
bestimmten Kreisen. Und der Plural des Wortes 'Kreise' steht hier
zurecht. So gemischt wie seine Theorien, sind auch seine Leser: Baecker
liebt das Heterogene. Dirk Baecker ist vor zwei Jahren aus dem sauberen
Bielefeld ins durchmischte Berlin gezogen. Dort wohnt er im Osten,
nicht auf dem schicken Prenzlauer Berg, sondern im ziemlich kaputten
und etwas düsteren Friedrichshain. Mit dem Spagat zwischen
kleinstädtischer Universität (Witten/Herdecke) und
aufgewühltem Osten, zwischen taz und FAZ, zwischen mancher
Chefetage, in der man schon länger von diesem Soziologen
gehört hat, und der Wahlverwandtschaft mit Heiner Müller,
schafft sich Dirk Baecker Spielräume für ein
ungewöhnlich eigenwilliges Denken." Reinhard Kahl,
Kulturrevolution. Südwestfunk im Juli 1996
"Mich hat der Titel interessiert, natürlich auch im Zusammenhang
mit der Tätigkeit hier im Theater. Man stößt immer
wieder darauf, daß der eigentliche Störfaktor der Mensch
ist, und mit dem Menschen kann man nicht heroisch umgehen. Der Mensch
ist nicht heroisch, sondern es ist gegen seine Natur, heroisch zu sein,
wie die Geschichte von dem gekochten Frosch [aus dem Buch] beschreibt.
Das ist ja kein dramatischer Vorgang, das ist ja eher ein epischer oder
episch beschreibbarer Vorgang. Der Frosch weiß nicht, was
passiert. Denn wenn er wüßte, was ihm passiert, dann
wär’s dramatisch. Und wenn er nicht weiß, was ihm
passiert, dann bleibt es ein epischer Stoff. Was ich wesentlich finde,
ist der zynische Ansatz in dem Text. Bestimmte Werte, die noch als
sakrosankt gelten, also das Individuum und die Persönlichkeit
berühren, die werden schon als nicht mehr gegeben vorausgesetzt.
[Liest aus den Empfehlungen zur Einrichtung von Teams…]." Heiner
Müller im Gespräch mit Alexander Kluge, in: Theater heute 9
(1996), S. 1-2
"… so habe ich das Buch gelesen: als Aufforderung, sich an die
Turbulenz und die Selbstorganisation zu halten, weil auf diese Weise
sich bessere Ergebnisse erzielen lassen." Aurel Schmidt, Das eigene
Leben selbst gestalten. In: Basler Magazin Nr. 46, 16. November 1996,
S. 11
"Wir haben nicht zu viele Probleme, sondern wir haben zu viele
Lösungen. Baeckers Maxime. Müller fiel dazu eine Bemerkung
von Kafka ein: 'Ein Käfig, der einen Vogel sucht.'" Jürgen
Werth, Buchzeit. Sender Freies Berlin, 11. Dezember 1996
"Man muss viel Zeit und Langeweile haben, um dieses Buch zu lesen. Und
wenig Erfahrung mit Management und Organisationen, um einen realen
Bezug und zukunftsweisende Ansätze zu finden, die nicht auch einer
Hausfrau einfallen würden, die nebenher studiert hat." Rezensent
auf amazon.com, 12. April 2003, 1 von 5 Sternen
"Diese Sammlung ist ein echtes Vademecum ('Gehe mit mir') und taugt in
meinen Augen für die Reise ebenso wie für den Nachttisch:
jeder Artikel bringt einen echten Impuls - mehr, als 'das
Wirtschaftsbuch' an sich zu leisten vermag." Brigitte Witzer, Und
welches Buch empfehlen Sie, Frau Witzer?, auf: www.managementbuch.de,
Mai 2007
Die Konjunktur des Intellektuellen, Vortrag 1997
"Ob die selbstironische Lust an der Decodierung wirklich das wichtigste
Element zeitgenössischer Kultur sei angesichts weltweiter
Probleme wie Hunger, Armut, Aids, wollte man in der
anschließenden Diskussion wissen. Für den Systemtheoretiker
aus der Schule Niklas Luhmanns liegen solche Phänomene jenseits
relevanter Fragestellungen. Seltsamerweise opponierte das Publikum
nicht einmal, als Baecker Adolf Hitler als einen der 'Großhacker
dieses Jahrhunderts' in eine Reihe mit den Dadaisten stellte. Dieser
obszöne Formalismus funktionierte nicht als Provokation. Waren
vielleicht gar keine Intellektuellen mehr im Saal? Oder ist Dirk
Baecker am Ende selber einer?" Helmut Jähner, Schluß mit der
Nörgelei, in: Berliner Zeitung, 6. Dezember 1997
Poker im Osten: Probleme der Transformationsgesellschaft, 1998
"Das kleine Büchlein ist ein fulminantes Plädoyer für
das Lernen und Verlernen, auch mit den romantischen Mitteln der Kritik
und Ironie, die die Deutschen vor lauter Hass-Sehnsucht oft vergessen
haben." Marianne Karbe, Deutsche und andere Deutsche, In: Basler
Magazin Nr. 20, 23. Mai 1998, S. 11
"Dirk Baecker liefert in seinem Buch eine faszinierende Beschreibung
des Transformationsprozesses der alten DDR-Gesellschaft in das
wiedervereinigte Deutschland, so wie es sich dem Beobachter heute
präsentiert." Rudi Wimmer, , in: Organisationsentwicklung 17, Nr.
3 (1998), S. 102-103
"Dirk Baecker, profunder Kenner, brillanter Anwender und - nach dem Tod
Luhmanns - Hoffnungsträger des differentialistischen Genres,
zeigt, warum das nicht so einfach ist. Transformationen laufen
nämlich nicht determiniert und unidirektional ab, sondern
nicht-linear und rekursiv. Sie können wohl intendiert, aber nicht
unmittelbar gesteuert werden. Das liegt zum einen am Beobachter,
der in alle diese Prozesse verstrickt ist. Und das liegt zum anderen an
jenen Elementen, die die Veränderung bestimmen und von dieser
selbst erst hervorgebracht werden." Rudolf Maresch, Polit-Poker, in:
Süddeutsche Zeitung, 7. Dezember 1998, S. 14
"Zu wenig war und ist bewußt, daß die 'Transformation
vieles von dem verändert, was als deren Voraussetzung gelten kann'
(Baecker)." Bernhard Schäfers, Soziologische Perspektiven zur
Wiedervereinigung. In: Soziologische Revue 22 (1999), S. 301-308
Problems of Form, 1999
"Societies differ in how many observers they accomodate." Stephan
Fuchs, in: American Journal of Sociology 105, 6 (2000), S. 1814-1816
"Despite much discussion there is no real use of the formal apparatus
with its promise of treating complex systems of recursively generated
forms relating to acts that create distinctions. The editor provides a
nonformal brief introduction to certain key ideas of the calculus of
indications, but this is not enough to generate an intuitive grasp of
unfamiliar notions drawn from the book by Spencer-Brown." "And yet, the
combination of dense prose that conveys Luhmann's complex theory and a
formal calculus with dubious internal validity do not sound like a good
bet for a future breakthrough in mathematical social theory." Thomas J.
Fararo, Review, in: Contemporary Sociology 30, 3 (2001), S. 306-307
Wozu Kultur? 2000
"Baecker schärft mit diesem Buch den Blick für den
großen blinden Fleck der Kultur, anderen Verluste und Schulden
zurechnen zu wollen, die sie selber laufend produziert." Arnulf
Marzluf, Kultur als ständige Katastrophe. In: Weserkurier
"Der Kulturbegriff, schreibt der scharfsinnige Soziologe Dirk Baecker,
funktioniere 'wie ein Köder, den die moderne Gesellschaft auslegt,
um auch und gerade ihre Kritiker für sich einzunehmen.'"
Jörg Lau, Das unheimliche Schillern. In. Die Zeit, Nr. 5, 27.
Januar 2000
"Kultur beginnt mit einer harmlosen Bemerkung. 'Wie interessant.' In
diesem Satz steckt ein Stück Subversion. Es könnte alles auch
anders sein. Ein Mann kultiviert sich als Gourmet und Bordeaux-Kenner,
eine Frau trägt aus ethischen Gründen keinen Pelz, ein
Politiker beginnt aus gesundheitlichen Gründen zu laufen, ein Paar
schwärmt von Salsa-Tänzen. Der Beobachter steht daneben und
denkt: 'Wie interessant.' Das Geschenk dieser Aufmerksamkeit, schreibt
der Soziologe Dirk Baecker in seinem Buch Wozu Kultur?, 'ist
vergiftet'."Bert Rebhandl, Die Optionalisierung der Kultur. In: Der
Standard, 24. Juni 2000
"Nach Baecker ist die Kultur ein höchst ambivalenter 'Fluchtpunkt
der modernen Gesellschaft', durch den sich keine verlässlichen
Handlungsorientierungen ergeben, wohl aber andersartige Sichtweisen auf
die bestehenden Verhältnisse. Auf die 'Unruhe des Sinns', die vom
rasanten Durcheinander der Operationssysteme erzeugt wird, antwortet
die Kultur ihrerseits mit Verunsicherungen und Irritationen, die uns
nach Unterscheidungen zwischen dem Richtigen und Falschen, dem
Authentischen und Unechten suchen lassen. Sie verortet diese
Differenzen in einem Geflecht von Beziehungen, das immer wieder aufs
Neue entwirrt und bewertet werden muss. Die Kultur ist nicht nur das
Gedächtnis einer Gesellschaft, sondern auch die Erwartung ihrer
Veränderung, die im Ungenügen der existierenden Ordnungen
ihren Grund und ihren Massstab hat. Ludger Heidbrink, Die
Widersprüche der Kulturgesellschaft, in: Neue Zürcher
Zeitung, 1. Juli 2000
"Um das neue Um- und Querdenken jenseits altlinker Weltanschauungen zu
beschleunigen, gibt es in der Berliner SPD-Zentrale derzeit
Überlegungen, künftig auch Medientheoretiker wie Friedrich
Kittler, Norbert Bolz oder den Kultursoziologen Dirk Baecker für
den Kanzler nutzbar zu machen." Michael Mönninger, Braucht
Schröder neue Kanzlerberater? In: Berliner Zeitung, 15. September
2000
"Dirk Baecker sieht als Ziel der Kulturwissenschaft nicht die Sammlung
von Werten zur identitätsstiftenden Archivierung, sondern die
Bestandsaufnahme der Gegenwart als Leistung für die Zukunft. So
weit, so gut. Bei seiner Forderung, die Vielfalt als Chance für
die Zukunft anzusehen, sind im digitalen Zeitalter Zweifel angebracht.
Die anarchistische Situation im Webspace vernebelt alle
herkömmlichen Unterscheidungsmöglichkeiten über den
Zustand der Kultur." Sabine Kaldemorgen, Diesseits und jenseits der
Kultur. In: Literaturkritik.de, 10. Oktober 2000
"Und so scheint es, daß nach Durchsicht der vielen klugen
Einfälle, die da auf bald zweihundert engbedruckten Seiten
versammelt sind, der sorgsam entfaltete Kulturbegriff am Ende doch
sonderbar leer bleibt." Christian Geyer, Ich interessiere mich
neuerdings auch wieder für Interesse. In: Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 14. November 2002
"Baeckers handliches Buch ist kein Handbuch für Kulturarbeiter,
und für die Büros der Politikberater hält es
ausschließlich Verunsicherungen bereit. Es verlangt einen Leser,
der darauf aus ist, Desillusionierungen in intellektuelle Gewinne
umzuarbeiten." Harry Nutt, Überlaufbecken der Kontingenz. In:
Frankfurter Rundschau, 6. Dezember 2000
"Die kulturelle Kompetenz ist für den Autor eine der fragilsten
Errungenschaften der modernen Gesellschaft und muß von uns immer
wieder neu erworben und verteidigt werden. So sucht jeder weiter nach
dem Wesen seiner kulturellen Identität, aber die Sphinx
lächelt und hütet ihr Geheimnis." Bernd Graff, in:
Zeitschrift für Kulturaustausch 50 (2000), S. 114
"Aber festzuhalten bleibt, daß wer bei Baecker Antworten auf
Fragen nach praktischer Aneignung und Herstellung von Kultur sucht,
auch auf theoretischer Ebene keine finden wird." Achim Landwehr, in:
Mitteilungen des Instituts für Europäische Kulturgeschichte
der Universität Augsburg, Nr. 7, Oktober 2000, S. 77-81
"Letztlich geht es also darum, die in Form von Kultur aus der
postmodernen Gesellschaft kaum mehr wegzudenkende Offenheit für
die Möglichkeiten der Gegenwart mit einem gewissen Witz zu
verteidigen und zu bestärken." Michael Hauffen, in: Kunstforum 153
(Jan.-März 2001), S. 502
"Und wenn das alles wäre, wozu Kultur notwendig ist, dann
hätten ihre Gegner ein leichtes Spiel." Wolfgang Hellmich, Ja,
wozu eigentlich? In: Stuttgarter Zeitung, 16. März 2001
"Ist Kultur wirklich derart trocken?" Claudio Moro, Wie interessant! In: Aargauer Zeitung, 21. April 2001
"Baecker, der an der Uini Witten/Herdecke Soziologie lehrt, produziert
großen semantischen Ballast bei kleinem gedanklichen Ertrag."
o.V. Kultur und Gesellschaft. In: Kulturpolitische Mitteilungen Nr. 92,
1 (2001)
"In Baecker’s 'catastrophic’ reading of modernity culture,
contingency and crisis belong together, a conjunction which indicates
not support for but a critical take on Critical Theory’s gnostic
vision of the world. Rather than concluding that the whole is the
untrue, and as such immune to criticism, he asks us to consider an
alternative reading of catastrophe, in which culture appears as disease
and cure at the same time. Society cannot long function if it is
deprived of the perpetual self-irritation called culture. Readers
looking for a fresh and stimulating perspective on current debates in
cultural theory will find much to engage with in Dirk Baecker’s
revision of the issues. All that remains to add is that his book
should be translated as soon as possible." David Roberts, in: Thesis
Eleven # 69 (May 2002) , pp 118-120
"Baeckers Argumentation ist ein Plädoyer für einen
differenzierten (post-)modernen Kulturbegriff, der auch das
umfaßt, was er ausschließt (z.B. Gewalt und Macht), und
offen für Irritationen sowie für zukünftige
Veränderungen ist." Mirjam-Kerstin Holl, IASLonline
[http://iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/holl.html], 26. Mai 2002
Was wollen die Roboter? Vortrag 2000
"Baeckers liebstes Stilmittel ist das Paradox, das alle beruhigenden
Gewißheiten aufsprengt und an jedem scheinbar vertrauten
Sachverhalt seine Gegenseite, die oft seine Bedingung ist, sichtbar
macht: Keine Form ohne Differenz zur umgebenden Nicht-Form. So wird es
zur schönsten Funktion von Wissenschaft, die Unsicherheiten und
Komplikationen zu vergrößern, ein Verfahren, das eines der
Lieblingsspiele der Systemtheorie, die Reduktion von Komplexität,
ironisch variiert. Man muß schon ein sehr hohes
Abstraktionsniveau erreichen, um zu überraschenden
Komplexitätsreduktionen zu kommen. 'Wenn man möglichst
kompliziert an die Sache heranzugehen versucht, hat man
schließlich immer mehr Lösungen zur Hand, als sich Probleme
stellen. Man verfällt, wenn man Glück hat, auf kleine
Lösungen, die manchmal mehr bewegen als die großen und die
für andere immer ein Rätsel bleiben', so Baeckers Formel
für postheroisches Management. (…) Die Frage, was Computer
wollen, scheint zumindest im E-Commerce beantwortet. Einerseits spart
E-Commerce und Business-to-Business, also die Kommunikation zwischen
Firmen wie zwischen Anbietern und Käufern über das Internet,
Kosten. Andererseits verdienen Firmen, die diesen Service anbieten,
daran sehr viel Geld. Das ist das Schöne am Kapitalismus:
Kostensenkungsstrategien produzieren Märkte und generieren
Gewinne. Was die Computer wollen, ist also, laut Baecker, nichts
anderes, als 'Transaktionskosten senken und daran Geld verdienen'. Aber
weshalb beim E-Commerce stehenbleiben? Die Vorstellung eines
E-Governments, das höhere Bürgerbeteiligung erleichtere und
die Kommunikation zwischen Bevölkerung und Behörden
vereinfache, wird längst propagiert. Neu in die Runde warf
Baecker das Modell eines E-Laws. Bei Streitfällen geben die
Parteien die Daten ihres Konflikts in einen Computer ein ('es sollte
möglichst ein neutraler Computer sein', mahnt der Referent), der
das Urteil ausrechnet, was einerseits das juristische Prozedere
vereinfacht, aber gerade durch diese Vereinfachung vermutlich zu mehr
Streitfällen führt: Keine Reduktion von Komplexität ohne
Steigerung von Komplexität. So setzt das E-Law bruchlos fort, was
Luhmann die 'Legitimation durch Verfahren' genannt hat, eine
Rechtsprechung, die nicht nach Gerechtigkeit, sondern nach klar
definierten Regeln fragt. Auch die Abwicklung von Religion, Erziehung
oder Psychotherapien muß nicht länger das Privileg
menschlicher Spezialisten sein, wobei etwa bei der Beichte eine
Restungewißheit darüber, ob der Computer eine Absolution
erteilt oder nicht, unabdingbar ist. All diese Modelle bekommen ihren
eigenen Reiz erst, wenn die Computer lernfähig sind und aus der
Verarbeitung von Beispielen eigene Strategien entwickeln - die für
die Menschen weder zugänglich noch durchschaubar oder steuerbar
sind. Spätestens an dieser Stelle des Vortrags ahnte der
Zuhörer dunkel, was Baeckers Thema mit Kapitalismus und Depression
zu tun hat." Peter Laudenbach, Der Computer schenkt uns Zeit für
Depressionen: Dirk Baecker, Erforscher von Unternehmenskulturen, sprach
im Roten Salon über die Zukunft in neuronalen Netzen, in:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Oktober 2000, S. BS4
Organisation als System, 2001
"Nach Baecker kann eine 'wieder entdeckte' Organisationstheorie als
Ressource beim Untersuchen traditioneller soziologischer
Fragestellungen benutzt werden, allen voran die Frage nach dem
Gestaltungspotential grundsätzlicher gesellschaftlicher
Veränderungsprozesse." Arnold Wilts, Kölner Zeitschrift
für Soziologie und Sozialpsychologie 53 (2001), S. 801
"Zu den Lieblingsformeln neuerer Managementliteratur gehört, in
einer Formulierung Dirk Baeckers, die Idee, 'das Chaos aus der Umwelt
in die Firma selbst' hineinzuholen. Gerade die aus der Systemtheorie
bekannte System-Umwelt-Differenz erscheint brauchbar, um die
Wechselwirkungen zwischen Unternehmen und Markt, aber auch zwischen dem
Funktionssystem Wirtschaft und anderen Funktionssystemen wie Politik,
Wissenschaft, Kunst oder Religion zu beschreiben. Dirk Baeckers
Formulierung von dem aus der Umwelt in die Firma importierten Chaos
zielt auf Steigerung der Komplexität innerhalb des Unternehmens,
also auf die Fähigkeit, auf eine tendenziell überkomplexe
Umwelt adäquat reagieren zu können." Peter Laudenbach, System
Mitropa, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 13. November 2001, BS 6
Nach der Rhetorik, 2001
"In 'Schnittstellen' übrigens hat sich einer nicht an die Vorgabe
gehalten, Grundsatzfragen zu vertagen. Luhmann-Nachfolger Dirk
Baecker gefällt sich nicht in vordergründiger Bescheidenheit
und gibt sich gerade mal zehn Seiten für die Skizze einer
Kulturtheorie, die - unter der waghalsigen Verbindung von Systemtheorie
und Lacans Begriffen des Imaginären und Realen - eine strenge
Differenzierung der Begriffe 'Kultur' und 'Kommunikation' versucht. Auf
die Ausarbeitung dieses Entwurfs darf man gespannt sein." Sebastian
Handke, die tageszeitung, 9. Januar 2002, S. 15
Lenin's Twist, Vortrag 2001
"Erfrischend schwungvoll gestaltete der renommierte System- und
Organisationstheoretiker Dirk Baecker den letzten Vortrag. Obwohl oder
gerade weil er bekennen mußte, 'noch keine einzige Zeile des
Paten der Veranstaltung [Giorgio Agamben] gelesen zu haben', wandte er
sich dem Thema 'Ostzone' zu. Die 'Entzonung' des Kommunismus nach 1989
habe dazu geführt, daß heute revolutionäre Botschaften
wie 'Abschaffung des Eigentums' oder 'Absterben des Staates' die
Strategien von Unternehmen infiltriert hätten." Aram Litzel, Dann
gehen Sie doch nach drüben, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.
Januar 2001, Berliner Seiten 3
"Gibt es eigentlich den Berliner Zoo noch?" 2000
"Entstanden ist ein Buch, das den Unscheinbaren zum Vorschein bringen
will, 41 Porträts eines relativ Unmarkierten. Ohne Zweifel
hätte Luhmann das Paradox behagt, gerade ihm, dem vermeintlich
kühlen Sozialtechnologen, ein solch unakademisches Memorialwerk zu
widmen." Thomas Wirtz, Einfach fahren. In: Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 24. Januar 2001, S. N5 (Rezension Gibt es eigentlich den
Berliner Zoo noch? Erinnerungen an Niklas Luhmann, 2000, Hrsg. zusammen
mit Theo Bardmann)
Wozu Systeme? 2002
"Interessant ist darin eine Parallelführung von indischer
vierwertiger Logik (des Tetralemmas) und dem Formenkalkül des
englischen Mathematikers George Spencer-Brown, der den
selbstbezüglichen Aussagen der Systemtheorie seit je die logisch
nachvollziehbare Basis verschafft hat." Arnulf Marzluf, Abschiedsreden
ans verstaubte Nervenkostüm. In: Weserkurier, 13. April 2002
"Exponiert wird stattdessen durchgängig und im letzten Aufsatz der
Sammlung 'Wie steht es mit dem Willen Allahs?' dann explizit eine hoch
raffinierte Mogelei, die (aufgewiesen am 'Kamelogramm' des 12. Kamels)
zeigt, dass die Theorie der Systeme etwas gibt (eine Gabe), die in
Anspruch genommen, die benötigt wird, die alles andere
ermöglicht - eine Gabe jedoch, die nie gegeben ist. Stärker
noch: Es wird vorgeführt, dass diese Mogelei immer Moment der
Weltbeobachtung ist, sobald Sinn und Bedeutung im Spiel sind." Peter
Fuchs, Bescheidenheitsanleitung, In: Frankfurter Rundschau, 27. April
2002
"Nach dem Willen Allahs gefragt, kann Baecker also ohne schlechtes
Gewissen die Grenze zwischen Kommunikation und Bewusstsein
überspringen, in Allahs Bewusstsein schauen und antworten, dass
dieser die Mogelei und den Einsatz von Kamelen dann befürwortet,
wenn sie der Gesellschaft und ihrem Modus der Ausdifferenzierung
dienen. Und ein ähnliches Urteil lässt sich über "Wozu
Systeme?" und die Systemtheorie allgemein fällen: Mogeln erlaubt,
solange es neues Nicht-Wissen produziert." Jens Kiefer, Professionelles
Mogeln für Systemtheoretiker, in: Literaturkritik.de 5, 01 (Januar
2003)
Terror im System, 2002
"Die Botschaft dieser Deutungen ist ziemlich offensichtlich. Man
erntet, was man sät. Damit ist nie eine Rechtfertigung des Terrors
gemeint, aber eine Erklärung seiner inneren Verwobenheit mit den
Prinzipien der westlichen Moderne." Martin Hartmann, Riesenschnecke auf
Nummer Sicher. In: Frankfurter Rundschau, 9. September 2002
"In diesem Sammelband wird Terror konsequent als 'Angriff im System'
gedacht. Das ergibt mitunter prima facie überraschende Befunde,
zeigt sich schließlich der Sache aber angemessener und ist vor
allem zukunftsträchtiger." chb in Mittelland Zeitung (AZ Weekend),
7. September 2002
"So geht es in der Analyse 'Terror im System' auch weder um konkrete
Personen wie Präsident Bush oder Osama bin Laden, noch um
abstrakte Schuldzuweisungen an ein Konstrukt 'Gesellschaft'. Es werden
vielmehr in mühevoller Kleinarbeit die oft sehr feinen
Vorgänge herausgearbeitet, die uns Einzelmenschen mit Systemen
verbinden und Systeme untereinander ebenfalls miteinander
verschränken." tj in
www.literaturtipp.com/rezensionen/terrorImSystem. html 09/2002
"Dabei stellt sich heraus: Auch der Westen hat seine Lektion noch immer
nicht gelernt, insbesondere wo es darum geht, die eigene Rolle in der
Dramaturgie dieses Anschlags angemessen zu bewerten und die richtigen
Konsequenzen zu ziehen. Dafür liefert das Buch mit Autoren
verschiedener Kulturwissenschaften nun wertvolle Hinweise, gerade an
die Adresse der USA, die zur Zeit einen neuen Krieg gegen Irak
vorbereiten." Transfer: Wissenschaft im Ruhrgebiet, Heft 4/2002, S. 27
"(…) anregend, aber wegen der Ausrichtung an Niklas Luhmanns
Systemtheorie nichts für Uneingeweihte." Georg Leisten, Politische
Bücher: Analysen zum 11. September, Südwest Presse, 14.
September 2002
"Denn auch die Antwort auf die Gewalt, ob unbedacht oder bedacht, kann
ebenso schrecklich sein wie diese selbst." Steffen Kugler,
Vierteljahresschrift für Sicherheit und Frieden (Universität
Hamburg), 2/2002
"Der Fundamentalismus wird als Reaktion auf den Ausschluß der
Konsum- und Kommunikationslosen aufgefaßt, die Kraft einer 'logic
of excluding the excluders' Funktionsschwäche in Sinnstärke
verwandelt. Der Terror im System folgt der Logik des Lyotardschen
Widerstreits, der in diesem Fall die Fortsetzung der Kommunikation mit
den Mitteln des Abbruchs ist ('ein <und>, das gleichzeitig ein
<nein> ist'). Die durchaus anregenden Beiträge des Bandes
wären allerdings noch lesenswerter gewesen, wenn sie auf den
meistens unnötigen systemtheoretischen Ballast verzichtet
hätten, der hier professions- und profilbedingt dazu gehört."
Peter Imbusch, Sammelrezension zur Literatur über den
Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001,
Journal für Konflikt und Gewaltforschung 2/2002, S. 142-158
"(…) zusammengenommen, lassen sich die Aufsätze lesen als
Skizzen zu einer multiskalar konzipierten systemtheoretischen
Erklärung von 'Nine Eleven’. Dies macht den Band für
Geographen inhaltlich und methodisch relevant. (…) In ihrer
Gesamtheit machen die Beiträge die außerordentliche
Komplexität der Zusammenhänge und die Vielfalt ihrer
Interpretation unmißverständlich klar. Es gibt dafür
weder einfache Erklärungen noch einfache Lösungen.”
Heiner Dürr, Buchbesprechung, in: Erdkunde: Archiv für
wissenschaftliche Geographie 58, Nr. 1 (2004), S. 82-83
"Wenn mit diesem Band die empirische wie sozialtheoretische Relevanz
der Systemtheorie demonstriert werden sollte, dann ist man gut beraten,
auf die Zukunft der Systemtheorie nicht allzu hohe Wetten
abzuschließen.” Wolfgang Knöbl, Krieg, "Neue
Kriege” und Terror: Sozialwissenschaftliche Analysen und
"Deutungen” der aktuellen weltpolitischen Lage, in: Soziologische
Revue 27 (2004), S. 186-200, hier: S. 197 (unter der
Zwischenüberschrift: "Der krampfhafte Zwang zur soziologischen
'Deutung’ von Krieg und Terror: Simon, Baecker/Krieg/Simon,
Baudrillard, Hondrich”)
"Wenn man ohne Kenntnis einer Sache über diese selber etwas sagen
will (…)." Friedhelm Neidhardt, Review Essay Zur Soziologie des
Terrorismus, in: Berliner Journal für Soziologie 14 (2004), S.
263-272
Archäologie der Arbeit, 2002
"Für die Kunst postuliert Dirk Baecker, dass sie sich durch die
Möglichkeit auszeichne, das kommunizierbar zu machen, was im
Arbeitsalltag unkommunizierbar bleibt: nämlich die relative
Blindheit, auf die sich einlassen muss, wer etwas produzieren will. Der
Erfolg dieser ästhetischen Operation wäre dann jedenfalls
kein Mythos und kein Bild positiver oder negativer Verhältnisse;
eher schon eine Ahnung davon, wie Bilder, Mythen und Praktiken diese
Verhältnisse strukturieren – und welche Freiheitsgrade dabei
im Spiel sind." Michael Hauffen, Kunstforum International Bd. 162,
Nov.-Dez. 2002, S. 411
"Ein Buch, das anspruchsvoll erzählt und im besten Sinne
unterhaltsam und zugleich schwierig ist. Von dem der Herausgeber selbst
in der Einleitung sagt, dass die verschiedenen Beiträge sich
zueinander eher in einem spielerischen Verhältnis befinden. Ein in
vielerlei Hinsicht interessantes Buch, das aufgrund seiner
Heterogenität eben auch heterogene Einsichten vermitteln will und
dies auch tut. Dirk Baecker hat mit 'Archäologie der Arbeit' ein
interessantes und spannendes Buch herausgegeben. Dieses Urteil gilt
auch dann, wenn der Leser nicht alle impliziten Wertungen teilen
möchte." Arbeit und Sozialpolitik 9-10/2002
"Baecker hat es sich auf die Fahnen geschrieben, die Kategorie 'Arbeit'
wieder (und ausdrücklich jenseits der Industriesoziologie) zu
einem Instrument der Gesellschaftstheorie zu machen. Die 'Arbeit in
Gesellschaft' müsse man zum Thema machen, 'weniger die Arbeit als
solche'. Diesen Gedanken sollte man ernst nehmen; es ist zu
wünschen, dass viele ihm folgen werden. Sein eigener Band
löst das Versprechen in Form eines programmatischen, divergenten
Manifests zum großen Teil ein." Jörn Ahrens, Auf der Suche
nach der verlorenen Arbeit, in: Vorgänge: Zeitschrift für
Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik Nr. 161, 2003, S. 138-139
"Wenn auch die Autoren ihren Gegenstand von den verschiedensten
Blickwinkeln angehen, ihn scheinbar willkürlich aufgreifen und
wieder fallenlassen, ähnelt ihr Handwerkszeug in der Regel weniger
den Grabbeinen der Maulwürfe, sondern eher den präzisen
Begriffswerkzeugen der Soziologie. Auf eminent gelehrte Weise bringen
die Autoren die allgemeine Ratlosigkeit gegenüber der Zukunft der
Arbeit auf den Punkt. In jedem Falle verlangen sie ihren Lesern eine
Arbeitsanstrengung ab: die des Verstehens." Hans von Seggern, in:
Zeitschrift für KulturAustausch, Heft 1/2003
"Wie Archäologen nach Spuren der Vergangenheit, suchen die Autoren
des von Dirk Baecker herausgegebenen Buches nach der Arbeit. Sie gehen
allerdings nicht, wie es heute meist üblich (und auch notwendig)
ist, der Frage nach, wo neue Arbeitsplätze herkommen, sie nehmen
verschiedene Ausprägungen und Erscheinungsformen von Arbeit unter
die Lupe.” bas, Das Ende der traditionellen Arbeit: Acht Autoren
wollen den Sinn der Arbeit wiederfinden, VDI Nachrichten, 7. November
2003
Kopfhörer, 2003
"Der wie immer ziemlich kluge Dirk Baecker, neben Peter Fuchs einer der
profiliertesten Systemtheoretiker Luhmann'scher Prägung, entwirft,
leider ein wenig am Thema vorbei, eine spannende, aber zugegeben nicht
ganz einfache 'Kognitionstheorie der Musik'." Michael Saager, Intro
(www.intro.de), 14.04.2003
"(…) wo Baeckers Diskurs bloß schillert (…)."Oliver Karnik, Büchermarkt, Deutschlandfunk, 25. Juni 2003
Vom Nutzen ungelöster Probleme, 2003
"Irgendwo dort hinten, im unwegsamen, beseligenden Grenzgebiet, in
welchem sich romantische Theorie und Systemtheorie schneiden, hat Dirk
Baecker sein Zelt aufgeschlagen. Der Luhmann-Schüler, Soziologe
und Nationalökonom, lehrt in Witten/Herdecke, schreibt in Callots
Manier mit heißem Herz und kühlem Kopf Bücher über
das "fremde Zauberreich" (E.T.A. Hoffmann) des Unternehmens, ist als
reisender Enthusiast dem Seltsamen und Tollen der
Managementphilosophien auf der Spur, Zwischenberichte gab er in seinen
Büchern "Postheroisches Management" oder "Organisation als System"
oder "Wozu Kultur?". Alexander Kluge hat in seinen Fernsehsendungen
Baecker mehrfach interviewt, die verschriftete Form dieser
Gespräche liegt jetzt - ebenso lesbar wie inspirierend - als
Bändchen des Merve Verlags vor. Baeckers Interesse gilt dem Thema
des Scheiterns, er spricht und schreibt gegen die theoretische
Herabsetzung dieses Motivs als "Blamage" an. Zwar habe das Mantra der
Managementphilosophie der neunziger Jahre gelautet: "Mach mehr Fehler
und mach sie schneller, denn woraus sonst willst du etwas lernen!" (Tom
Peters). Aber das sei immer noch sehr defensiv gemeint gewesen. Die
entsprechende Literatur habe sich nach wie vor an den Erfolgsfaktoren
des Managements orientiert. Über das großartige Scheitern
von großartigen Unternehmen gebe es leider nichts
Ausführliches. Doch nur wenn man lerne, die Seite des Erfolgs und
die Seite des Scheiterns als die beiden Seiten desselben Unternehmens
zu begreifen, könne man es bei seiner Leistung wirklich
beobachten. Wie das? Baeckers Prämisse ist eine
evolutionstheoretische: Ein Konzern, eine Ehe, eine Schlacht oder eine
Wahrnehmung sind nur möglich, weil sie immer wieder von neuem
versuchen, Probleme zu lösen, die nicht zu lösen sind.
Entsprechend ist die Frage nicht die nach dem geraden Weg zum "Erfolg"
(letzterer bleibt, welche Parameter zu seiner Messung man auch
einführt, stets eine abstrakte Größe). Die Frage ist
vielmehr, "mit welchen theoretischen Mitteln man sich der
Bewältigung eines alltäglichen Lebens nähern kann, das
seine Fortsetzung aus der Summe kleineren und größeren
Scheiterns gewinnt". Dabei knüpft Baecker - ob im einzelnen mit
Heinz von Foerster, Luhmann oder Godard - durchweg an die alte
Therapeutenweisheit an, wonach Probleme eher zu pflegen als zu
lösen sind, denn dann wisse man wenigstens, woran man sei. Auf dem
krummen Weg zum Erfolg, den Baecker bereist, wird die Firma konsequent
unter dem Aspekt ihrer unwahrscheinlichen und nur so erfolgreichen
Reproduktion erkundet." Christian Geyer, Mehdorns Theoretiker,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Mai 2003, S. 34
"'Vom Nutzen ungelöster Probleme' - wer könnte berufener
sein, darüber zu räsonieren, als ein Produzent von
sympathisch abseitigen Fernseh-Unterhaltungen wie Alexander Kluge und
der Systemtheoretiker und Management-Philosoph Dirk Baecker?" Jedoch
"beschleicht einen bei der Lektüre des Bandes das Gefühl,
dass die Systemtheorie ihre beste Zeit hinter sich hat. Ihre Vorliebe
für Paradoxien und kontraintuitiven Theorieaufbau hat inzwischen
etwas eigentümlich Eingefahrenes. Hinzu kommt, dass das Vertrauen
in die Selbstorganisation sozialer Systeme heute gerade hinsichtlich
des Wirtschaftssystems verloren gegangen scheint." Marco Stahlhut in:
Literaturen 06/2003, S. 87
"Wie unterschiedlich Kommunikation sein kann, besprechen Baecker und
Kluge anhand der Beziehung zwischen Luhmann und Habermas. Zwischen
ihnen, meint Baecker, bestand eine 'Verbundenheit über
interaktionsfreie Kommunikation'. Mit jeder Veröffentlichung
bezogen sie sich auf den anderen, ohne doch je in direkte Interaktion
zu treten. 'Beide waren ja grundsätzlich außerordentlich
höfliche Menschen, aber in ihren Schriften konnten sie doch auch
sehr bissig werden.' Demgegenüber praktizieren Baecker und Kluge
die perfekte kommunikative Anschlussfähigkeit. Das ist ein wahrer
Lesespaß, nicht nur zwei sich intellektuell so gewachsenen
Denkern folgen zu dürfen, sondern auch die Komik nachzuvollziehen,
die in den überaus höflichen, hochabstrakten Gesprächen
zum Vorschein kommt. Ein einziges 'Nein' auf eine Frage Alexander
Kluges wird man finden. Ansonsten lässt sich alles denken, alles
sagen - oder schon längst wieder um eine neue Ecke
herumspähen. Das ist teils originell, teils kühn, manches Mal
sogar informativ. Zumindest wahnsinnig unwahrscheinlich und nur durch
den Großteil der gemeinsamen Lektüre verständlich."
Gustav Mechlenburg, "Höfliche Problemgespräche", in:
www.literaturkritik.de, Nr. 7, Juli 2003
"Vom Nutzen ungelöster Probleme, eine Sammlung von
Gesprächsprotokollen, vor einigen Wochen bei Merve erschienen, ist
in diesem Sinne vor allem Anleitung und Einführungslektüre:
Wer Kluge und Baecker bereits kennt und schätzt, wird hier nur
bedingt Neues erfahren (was, wie bei einer guten Talksendung, den
Unterhaltungswert nicht mindert). Andererseits bildet das
unprätentiös edierte Büchlein eine Kreuzung, wenn man so
will, an der sich weniger informierte Leser infizieren können
(…). cp, Anregungen zu erhöhtem
Unterscheidungsvermögen, in: Der Standard, 9. August 2003, S. ALB 5
Kapitalismus als Religion, 2003
Platz 2 der Sachbücherbestenliste des Monats August 2003,
zusammengestellt von der Süddeutschen Zeitung und dem
Norddeutschen Rundfunk
"'Die Verheißung absoluten Reichtums', 'Die Diabolik der
Erlösung und die Symbolik des Geldes' oder 'Geld und Geist' sind
vielversprechend die Beiträge der deutschen, russischen und
amerikanischen Professoren überschrieben. Doch dann puppen sie
ihre Erkenntnisse ein in eine wissenschaftliche, weitgehend
unzugängliche Fachterminologie. Öffentliche Diskussionen
lassen sich so nicht entfachen. Dabei wäre der perspektivisch
geschulte distanzierte Blick kluger Beobachter angesichts der
tiefgreifenden Transformationen in den meist glaubensfernen,
säkularen Gesellschaften des Westens sowie im Zuge einer neu
belebten Religiosität in Mittel- und Osteuropa heute wichtiger
denn je zuvor. Kann Seelenheil denn tatsächlich jemals vom
Haben-Saldo aufgefangen werden?" Alexander Kluy, Die Abhängigkeit
des Seelenheils vom Kontostand, in: Financial Times Deutschland, 12.
August 2003, S. 28
"Der in Witten/Herdecke lehrende Soziologe Dirk Baecker hat Vertreter
verschiedener Disziplinen mit Benjamins Text konfrontiert und die
Ergebnisse in einem spannenden Sammelband publiziert. (…) Nimmt
man die Analysen des Sammelbandes ernst, dann dringt aus ihnen der Ruf
nach einer Ressourcenkontrolle. Bei ihr könnte sich herausstellen,
dass die Reserven von Religion und Kapitalismus gleichermaßen
erschöpft sind." Thomas Meyer, Im freien Fall: Kapitalismus als
Religion: Ein gelungener Sammelband, in: Süddeutsche Zeitung, 13.
August 2003
"Nach dem Sammelband 'Archäologie der Arbeit’ widmet sich
der kleine, aber feine Kulturverlag Kadmos wieder einem unmittelbar
einleuchtenden und doch im allgemeinen marginalisierten Thema.
'Kapitalismus als Religion’, großartiger Titel, wichtiger
Gegenstand, versammelt rund um Walter Benjamins gleichnamiges Fragment
Beiträge, die dem Verhältnis von Religion und Kapitalismus
auf den Grund gehen. (…) Neugierig bleibt man nach diesen vielen
und vielschichtigen Perspektiven dann noch darauf, warum und an welcher
Stelle der Kapitalismus etwas anderes sein könnte als Religion.
Wir freuen uns aus diesem Grund schon auf den nächsten Sammelband
bei Kadmos.” Mercedes, in: De:Bug: Monatszeitschrift für
elektronische Lebensaspekte 74, September 2003
"Man kann versuchen, mit Hilfe der Systemtheorie aufgrund der
'Formähnlichkeiten von Gott und Geld’ (…) aus der
Heillosigkeit des Rätsels Kapitalismus Organisationsprinzipien
für eine neue Zivilreligion zu gewinnen. Doch das scheint wenig
erfolgversprechend. Die Systemtheorie erhebt sich damit nur zur
Scholastik der kapitalistischen Produktionsweise, geht aber so am
eigentlich Skandalösen der Benjaminschen These vorbei.”
Andreas Hahn, Gläubige Gläubiger, in: junge welt, 8. Oktober
2003
"Am Ende der langen Erzählung über die Verbesserung der Welt
angekommen, scheinen wir es alternativlos nur noch mit der Grundfigur
der Ökologie zu tun zu haben: mit dem 'immer wieder neu
unternommenen Versuch, aus Situationen Gewinne zu ziehen (ein
'Kapital’), die sich in anderen Situationen produktiv einsetzen
lassen.’ Mit dieser Definition versucht Dirk Baecker in einem
Diskursbuch über Kapitalismus und Religion dessen Grundmuster zu
beschreiben. Es ist die illusionslose Definition gesellschaftlicher
Antriebskräfte, die von der untersten Ebene biologischer
Existenzen, den sich replizierenden Zellen, kaum mehr zu unterscheiden
sind, und von denen naturgemäß einige bessere Gewinne
erzielen als die anderen. Gegen derlei naturgeschichtliche Invarianz
hilft keine Utopie (…).” Arnulf Marzluf, Die Schuld der
Schulden, in: Weserkurier, 23. Oktober 2003
"Dirk Baecker, der Herausgeber des Bandes, reklamiert in seinem
Vorwort, dass sowohl die Religionen als auch der reale Kapitalismus nur
enttäuschte Heilserwartungen hervorgebracht hätten. Nach
einem Jahrhundert realisierter Heilserwartungen in den verschiedenen
politischen Religionen des 20. Jahrhunderts sollte auf das
säkulare Heil verzichtet werden.” Michael Ley, Moderne
Gnosis, in: Die Furche, 20.November 2003
"Wäre das Buch benutzerfreundlicher geschrieben, so lieferte der
Versuch, die gegenwärtige Wirtschaftslogik als fundamentalistische
Religion zu betrachten, (…) äußerst originelle
Einsichten. Leider aber schreiben die renommierten Philosophen nicht
für Leser mit weniger Vorwissen als sie selbst, sprich für
ein breiteres Publikum. Somit verweigert sich dieser Band dem einfachen
Konsum und könnte damit immerhin erfreuliche
Rückschlüsse auf einen noch wenig ausgebildeten Konsumwahn in
Mitteleuropa zulassen.” G. S., Gelehrten-Branding? In: umwelt
& bildung, Heft 4, Dezember 2003
"Die Autoren entwickeln ein Reflexionsmodell, in dem der Religion
selbst die Aufgabe zukommt, die letztlich zerstörerische
Selbstbezüglichkeit des Kapitalismus aufzubrechen. (…) Es
fragt sich allerdings, ob hier nicht auf eine romantisierende
Vorstellung zurückgegangen wird.” Matthias Wolfes,
Kapitalismus als Religion, in: Zeitschrift für Pfarrerinnen und
Pfarrer 104, Nr. 1, Januar 2004
"Der Wittener Soziologe Dirk Baecker gehört längst zu den
originellsten Theoretikern der Bundesrepublik. Ohne falsche Scheu
äußert er sich auch zu scheinbar Nebensächlichem
– etwa dem Dosenpfand. Nun ist er aus Herausgeber des Bandes
'Kapitalismus als Religion’ hervorgetreten. (…) Gerade die
Sammlung der Indizien, die Entdeckung von Analogien und
Ähnlichkeiten lässt die Dinge mit wachsender
Unentschiedenheit klarer werden, formuliert Baecker.” Robert
Misik, Kredit und Credo: Ist der Kapitalismus eine Religion? Das
Publikum jedenfalls glaubt an ihn und treibt den Götzenkult, in:
die tageszeitung, 31. Januar / 1. Februar 2004, S. 23
"Das ist wohl nicht deskriptive Soziologie genug, um sich nicht am
erzdeutschen apokalyptischen Ton der eigenen Diagnose mitschuldig zu
machen, selbst wenn Baecker eine von Foerstersche Exponentialkurve zu
Hilfe ruft. So kommt es zu dem Missverständnis, wie Benjamin
selbst Prophet zu spielen, statt eine alte Prophezeiung mit neuen
Mitteln zu deuten. Solle Bolz’ abschließendes Diktum, es
gäbe keine Grundwissenschaft, nicht auch für die Soziologie
gelten? (…) Die Einsätze sind hoch, die offene Frage aber
bleibt, ob Religion ein definierbarer Gattungsbegriff ist und
Kapitalismus eine historische Singularität, die als solche
Benjamins Grundannahme der innerhistorischen Unentrinnbarkeit
bestätigte. Aber vielleicht ist es an der Zeit, eine Typologie des
Kapitalismus ins Auge zu fassen; und es ist doch erstaunlich, dass der
vor allem in aktueller Wirtschaftssoziologie firme Baecker und seine
Autorenriege dies hier nicht unternommen haben.” Katherina
Zakravsky, Vom Kapitalismuskult zum Erwähltenbund und zurück:
Über einen neuen Sammelband von Dirk Baecker, in: Texte zur Kunst,
Nr. 53 (März 2004), S. 152-154
"Das der Kapitalismus die Zertrümmerung des Seins leisten werde,
daran glaubt keiner der Autoren so recht. Aber dass die Protestmacht
von Religion niemals nur ein innerreligiöses Ereignis ist, darin
sind sie sich einig.” Caroline Neubaur, Händler im Tempel
des Herrn, Literaturen, April 2004
"Ziel des in der Reihe 'Copyrights' erschienenen Bandes sei es,
'herauszufinden, ob uns unsere Kopierverfahren nicht längst in die
Irre führen'. Selbstverständlich gibt es für ein solches
Vorhaben kein besseres Objekt als die Texte Walter Benjamins. Denn das,
was die "Reproduktion" des Benjaminschen Fragmentes freilegt, scheint
sich zumindest der diesbezüglichen Theorie des Denkers selbst
hartnäckig zu widersetzen: Der von ihm geschriebene Text ist in
der Art, wie ihn der Kulturverlag Kadmos präsentiert, sowohl
deutlicher an das 'Hier und Jetzt' gebunden als auch 'auratischer' als
er es zu den Zeiten seiner Niederschrift gewesen ist." Johannes
Thumfart, Rezension in: Die Berliner Literaturkritik, 23. Juni 2004
"Der Systemtheoretiker Dirk Baecker hat Benjamins Fragment zum Anlass
eines Sammelbandes genommen, der diesem Kultus auf die Schliche kommen
will. "In God we trust" prangt auf dem Dollar, Schuld und Schulden sind
etymologisch verwandt, und Gott und Geld bilden ein Duo infernale. Die
Essays in diesem Buch, die sich mit Benjamins Gedankenexperiment
beschäftigen, offenbaren vieles an der religiösen Grundierung
des Kapitalismus, ob es nun um mythologische Abbildungen auf Banknoten
oder die Geschichte der Wirtschaftsethik geht. Ob allerdings die
Implikation der Herausgebers zutrifft, ist die Frage. Baecker schreibt:
"Wenn der Kapitalismus eine Religion ist, dann hat er in jenem Sinne
Geist, als dass ihm das Bewusstsein einer Transzendenz, einer
Undurchschaubarkeit, einer Unberechenbarkeit eingeschrieben ist." Mario
Scala, Arbeiten, Konsumieren, Ausgrenzen, in: Der Freitag, 5. November
2004
Organisation und Management, 2003
"Der Autor ist der wohl profilierteste Denker, der die
Organisationstheorie in den letzten Jahren auf der Basis des
Denkinstrumentariums der neueren Systemtheorie, wie sie vor allem von
Niklas Luhmann eindrucksvoll entfaltet worden ist, weiterentwickelt
hat. Er operiert dabei gekonnt wie kein anderer mit den
differenztheoretischen Erkenntnismitteln eines George Spencer Brown,
die ihm in der Auseinandersetzung mit dem sozialen Phänomen
Organisation in seiner Einbettung in aktuelle gesamtgesellschaftliche
Zusammenhänge immer wieder ganz überraschende und auch
für den Praktiker höchst relevante Einsichten vermitteln."
Rudi Wimmer, Rezension in: Organisationsentwicklung Heft 3, 2003
"Diese 'schöne neue Welt’ - ein permanentes Provisorium -
überfordert alle Beteiligten. Auch die Manager und die Berater
wissen kaum noch, was sie tun sollen. Das macht aber nichts, weil - so
Baecker - 'die Organisation weiß, was das Management nicht
weiß.’ Diese 'revolutionär neue Einsicht’
vertraut darauf, dass die von der Hierarchie entbundene Kommunikation
einen Selbstorganisationsprozess in Gang setzt, dem die
Systemtheoretiker Intelligenz zuschreiben - die Organisation lernt -
und dem die Manager am besten dienen, indem sie ihn zur Entfaltung
kommen lassen. Dazu müssen sie laut Baecker eher 'Nein’ als
'Ja’ sagen. Das hält Möglichkeiten offen und
stösst Variationen an. Wohin das führt, weiß keiner.
Baecker ist sich lediglich sicher, dass die Selbstorganisation kaum
technisierbar ist und ungeahnte Komplikationen aufwirft." Helmut Klemm,
Friseure machen Haarakiri: Der Soziologe Dirk Baecker verwandelt das
Management in ein intellektuelles Abenteuer, in: Rheinischer Merkur,
12. Februar 2004
"(…) ist die mangelnde Ergebnisorientierung der Mehrzahl der
Beiträge und des Bandes eine Enttäuschung. Die abstrakte und
genialisch anmutende Darstellung der Überlegungen stellt hohe
Anforderungen an ihr Publikum, doch ist nicht immer in der Lage, die
Leseanstrengungen zu belohnen. Kaum faltet sich die Komplexität
des Argumentes für einen Moment zusammen, entfächert sie
Baecker im nächsten Moment schon wieder und nicht immer ist
transparent, warum. Gerade wegen der ersichtlichen begrifflichen
Manövrierfähigkeiten des Autors vermisst man eine deutlichere
Entwicklungsrichtung der Argumente. Baecker ist nicht der Gutenberg der
Organisationssoziologie – schade ist, dass er es nicht zu sein
versucht." Hendrik Vollmer, Bereichsrezension Organisationssoziologie.
In: Soziologische Revue 27 (2004), S. 245 ff., hier: S. 246
Terrorismus, oder die Politik der Gesellschaft, Vortrag 2004
"Müllers zynisch klingender Sound hat sich indessen bisweilen
verselbständigt, worauf der Soziologe Dirk Baecker hinwies, als er
sich der Freude an "Heinermülleriaden" verweigerte und
ausdrücklich seinen Befund bedauerte, daß der Terrorismus
die dem System der Politik notwendige Negation des Systems sei - aber
so sei es nun einmal." Mark Siemons, Heinermülleriaden: Antonio
Negri versetzt Berlin in Trance, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung,
12. Januar 2004, S. 34
" Dirk Baecker ging in seiner Analyse der Feind-Konstruktionen einen
Schritt weiter. Er interpretierte den Terroranschlag als einen Akt der
Interaktion. An Niklas Luhmann anknüpfend, formulierte Baecker die
Vermutung, dass jedes System, auch das System der Politik, zur
Selbstreproduktion seine eigene Negation mitproduzieren müsse.
Diese Frage nach der Funktion des Terrors hätte dem
Carl-Schmitt-Leser Heiner Müller gefallen. Was Luhmann als
Soziologe vermutet, hat Schmitt in seiner politischen Theologie auf
eine paradoxe Formel gebracht: 'Der Feind ist die eigene Frage als
Gestalt.'" Peter Laudenbach, Wo die Toten kämpfen, in:
Tagesspiegel, 12. Januar 2004
"(…) am Nachmittag sprach der Systemtheoretiker Dirk Baecker,
wie gewöhnlich klar und mit angenehmer Stimme, über
'Terrorismus oder die Politik der Gesellschaft'. Es ging unter anderem
darum, dass ein System erst vollständig sei, wenn es seine
Negation enthalte; dass zur Vervollständigung unseres
Gesellschaftssystems also der Terrorismus gehört, der das
Gewaltmonopol des Staats angreift." Detlef Kuhlbrodt, 10 Bier und du
fliegst raus, in: die tageszeitung, 13. Januar 2004, S. 18
Wozu Soziologie? 2004
" Baecker enthält sich klug aller Reizbegriffe - seine Analysen
jedoch sind oft explosiver als die Rhetorik offizieller
Klassenkämpfer. Es ist gerade der lakonische Ton, mit dem er
skandalöse Sachverhalte einfach nur benennt - auch im
öffentlichen Verhältnis der Geschlechter oder der Medien zur
Demokratie zum Beispiel -, der ihn auch für die Adressaten
akzeptabel macht. Wozu Soziologie? Als trojanisches Pferd?"
Eike Gebhardt, Rezension im Deutschlandfunk, Büchermarkt, 16.
April 2004, 16:10 Uhr
"Wissenschaftlich unaufgeregter Ton - skandalöse Entdeckungen."
"(…) die wahre Antwort auf die Titelfrage 'Wozu Soziologie?'
heißt denn wohl auch: zur Verehrung von Niklas Luhmann." Gustav
Mechlenburg, Danke Luhmann: Zu Dirk Baeckers Aufsatzsammlung "Wozu
Soziologie?", literaturkritik.de, Nr. 8, August 2004
"Der Theoretiker muss, neben seiner Theorie, auch noch das historisch
vorbildlose Genre eines hoch differenzierten 'Theorie-Marketings' -
für zahllose unterschiedliche Zielgruppen - erfinden. Listig
geworden, wird Soziologie zu einer ziemlich stressigen Angelegenheit.
Und zu einer permanenten Gratwanderung zwischen den eigenen
Ansprüchen an die Entwicklung komplexer Theorie und an ihre
möglichst attraktive Präsentation. Man kann nur bewundern,
welches Geschick Dirk Baecker in der Auseinandersetzung mit dieser
Herausforderung mittlerweile entwickelt hat." Carsten Zorn, Seid
listig, Soziologen! in: die tageszeitung, 23. August 2004, S. 15
"Was sich insgesamt herausschält, ist die zunehmende Gewissheit,
dass sich mit den hier angewendeten Methoden auch vertrackte soziale
Zusammenhänge aufklären und in einem neuen Licht sehen
lassen. Und wie sich immer wieder herausstellt, sind alle sozialen
Phänomene letztlich vertrackt. Mit vorgefassten Urteilen kommt man
da nicht weit, weshalb sich die Stärke dieser Theorien immer erst
dann erweist, wenn man sie aufs Spiel setzt. Darin sind sie
übrigens auch künstlerischen Strategien verwandt, die nur in
dem Maß funktionieren, wie es ihnen gelingt, jede vorgegebene
Funktion des Kunstwerks zurückzuweisen." Michael Hauffen, in:
kunstforum
Poker im Osten, ein Festival 2005
"Wenn überhaupt, dann bekommt der Titel des Festivals "Poker im
Osten", mit dem das HAU seine Theater-Saison startet, in dieser kurzen
Treuhand-Vampirade von Hans-Werner Kroesinger einen Sinn. Damals wurde
gepokert zwischen Ost und West, schreibt der Soziologe Dirk Baecker,
aber "der Bluff bestand darin, undurchschaubar zu machen, dass der
Osten gar keine Karten in der Hand hatte". Die Bluffs sind mittlerweile
deckungslos, die Einheitsenttäuschung groß und eine
Abschaffung der ökonomischen Ungleichheit nicht in Sicht. Darin
schien sich ein unverständlich einseitig besetztes Podium mit den
Soziologen Dirk Baecker und Wolfgang Engler und dem Dauerbrenner Jens
Bisky gleich zu Beginn der Theater-Themenschau einig. Und während
die Herren umweltblind auf der Bühne saßen, von der Gefahr
des Abdriftens sprachen und der Notwendigkeit, ohne Arbeit "das Leben
selbst als Beruf" zu begreifen (Engler), aber auf die Frage, wie sich
das alles mit Kunst verbinde nur vorschlugen, darüber müsse
sich das HAU Gedanken machen, da sehnte man sich nach der eigenen
Abdrift. Eine überflüssigere Inzestveranstaltung, die nur in
das eigene Diskursgewusel bläst, ist kaum denkbar." Doris
Meierhenrich, Sturm im Diskursgewusel, in: Berliner Zeitung, 26.
September 2005
"In Irland erzählt man einen Witz, der geht so: Ein Wanderer
trifft auf einen Bauern und fragt: 'Wie komme ich nach Dublin?' Sagt
der Bauer: 'Don't start from here.' Unter Soziologen, berichtet der
Soziologe Dirk Baecker, erzählt man sich diesen Witz gerne, um den
europäischen Transformationsprozess auf den Punkt zu bringen.
Schließlich ging es dem Osten 1989 nicht anders, als er hungrig
Richtung bunte Lichter drängte. Da schaute der Markt auf die
Überreste des eben noch real existierenden Sozialismus und all die
Moonwashed-Jeans auf dem Ku'damm und raunte: 'So nicht.' Weil es dem
ehemaligen Osten aber kraft seiner Natur nicht vergönnt war, etwas
anderes zu sein als der ehemalige Osten und er sich nicht durch Zeit
und Raum in die westdeutsche Gegenwart hätte beamen können,
war auch das Projekt Vereinigung im Wesentlichen von Anfang an zum
Scheitern verurteilt. 'Poker im Osten' heißt eine
Veranstaltungsreihe im Hebbel am Ufer, zu deren Eröffnung am
Wochenende eine Podiumsdiskussion gleichen Titels stattfand. Im Verein
mit dem Soziologen Wolfgang Engler, SZ-Redakteur Jens Bisky und
taz-Redakteur Uwe Rada versuchte Baecker hier den Stand der Dinge im
Jahr 15 der deutschen Einheit auszuloten. Wobei 'Stand' das richtige
Wort ist: Folgt man Baecker, sind wir seit 15 Jahren vor allem damit
beschäftigt, herauszufinden, wie wir unsere Wende-Vorstellungen
korrigieren können. Auch Bisky diagnostizierte wenig praktischen
Fortschritt: Der Ostler sei '89 zum zweiten Mal Objekt eines
staatlichen Beglückungsprogramms - nun eben im Zeichen des
Kapitalismus - geworden, hätte aber zwischenzeitlich feststellen
müssen, dass man ihn dafür nicht brauchte. Eine
deutsch-deutsche Annäherung machte allein Engler aus -
schließlich sei die Frage 'Wie führe ich ein Leben, das mir
sozial zu entgleiten droht?' bald überall beherrschend."
Christiane Kühl, Die Einheit steht still, in: die tageszeitung,
27. September 2005, taz Berlin lokal, S. 25
"Etwas näher am Vereinigungsthema blieb der Soziologe Dirk
Baecker, dessen Buch Poker im Osten dem Festival Titel und Fassung
verliehen hatte. Baecker konstatierte eine verquere Transformation.
Leitbild sei der Übergang vom Sozialismus zum Kapitalismus
gewesen. Doch waren die Beschreibungen, die in Wissenschaft und Politik
über den Sozialismus kursierten, unzureichend. Sie wurden erst in
der Folgezeit aktualisiert, das heißt der Ausgangspunkt der Reise
wurde sukzessive verlagert. Zielvorstellung der Politiker war der
"alte", nationalstaatlich verfasste Kapitalismus. Der geriet unter den
Zumutungen der globalisierten Gesellschaft jedoch ins Schlingern und so
aus dem Visier. Laut Bolz allenfalls ein Übergangsobjekt, zum
Knuddeln und Tränen auffangen geeignet. Leider hatten Baecker und
Kollegen von dem, worüber sie eigentlich sprechen wollten, kaum
mehr als Ahnungen anzubieten. Eine "Drift der sich selbst organisieren
müssenden Akteure" sah Wolfgang Engler. Baecker forderte, erst die
Ressourcen zu bestimmen, mit denen man sich in der Weltgesellschaft
behaupten könne. Statt Staaten und Städten gehe die
Entwicklung zu sich überlagernden Netzwerken und Projekten." Tom
Mustroph, Imaginäre Teddybären, in: Frankfurter Rundschau,
28. September 2005
Schlüsselwerke der Systemtheorie, 2005
"Der disziplinübergreifende Charakter systemischen Denkens wird
durch die vorliegende Zusammenstellung eindrucksvoll dokumentiert: die
vorgestellten Titel stammen aus der Mathematik, Kybernetik,
Philosophie, Biologie, Informationstheorie, Soziologie, Ökonomie
und Psychiatrie. Verblüffend und begeisternd immer noch, wie in
all diesen unterschiedlichen Bereichen begonnen wurde, innerhalb eines
bestimmten Zeitfensters sich mit sehr ähnlichen Fragestellungen
und Ideen zu befassen." Tom Levold, Neuvorstellung, in:
systemmagazin.de, 28. Januar 2006
Kommunikation, 2005
"Es ist faszinierend und wunderbar dreist, wie Baecker die
Größen der Philosophiegeschichte antreten lässt, um zu
zeigen, wie sie nach einem Begriff der Kommunikation tasten – und
scheitern. Diese Chronik des Versagens gibt dem Abriss eine narrative
Struktur, die das Lesen sehr unterhaltsam macht." Daniel Völzke,
Jenseits von Reden: Dirk Baecker denkt über Kommunikation nach,
in: Der Tagesspiegel, 19. März 2006
Form und Formen der Kommunikation, 2005
"Baecker rechnet mit widerständigen Denkgewohnheiten. Deshalb
bemüht er sich um Klarheit, bringt viele schlagende Beispiele und
verdeutlicht immer wieder den roten Faden seiner Argumentation. Die
Beschwerlichkeiten der Abstraktion bleiben natürlich und sorgen
dafür, daß die Kommunikation offen bleibt. Mit Pop-Begriffen
läßt sich eben keine sozialwissenschaftliche Theorie
schreiben. Aber die Anstrengung lohnt sich. Das Buch ist ein
Quantensprung. (…) Wenn Kommunikationen die kleinsten Teilchen
der Gesellschaft sind, dann enthält dieses Buch eine
Relativitätstheorie der Gesellschaft (…)." Gerd Roellecke
So aufregend klingt Kommunikation, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.
Oktober 2005, S. 37
"'Form und Formen der Kommunikation' ist ganz sicher keine leichte
Kost. Man weiß es ja - die süßen Trauben hängen
hoch. Wer sich jedoch den Herausforderungen des hohen
Abstraktionsniveaus in Baeckers Buch stellt, wird reichlich belohnt.
Denn Baecker eröffnet ein völlig neues Verständnis von
Kommunikation, das es schließlich sogar im privaten, beruflichen
und öffentlichen Umgang ermöglicht, die Chancen der
Kommunikation durch die Kenntnis ihrer Regeln zu erhöhen."
Matthias Eckoldt, Andere Regeln als beim Denken, Deutschlandradio
Kultur, 16. November 2005, 09.34 Uhr
(http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/438432/)
"Theoretisch setzt Baecker damit den Fokus auf das Potential von
Kommunikation. Für die Soziologie gewinnt er damit eine
Verschiebung: Seine Herangehensweise basiert nicht mehr auf einem
kausalen Denken (etwas ist so, weil es so oder so kommuniziert wird),
sondern auf einer offeneren Figur, die Kommunikation im Paradoxon des
Unbestimmten, aber Bestimmbaren fasst (etwas ist so, weil dieser und
jener Rahmen vorliegt). Ein spannender Punkt, der auch begrifflich eine
aktuelle Form des Denkens fasst." Mercedes Bunz in: De:Bug:
Elektronische Lebensaspekte 12, 2005, S. 53
"Baeckers Theorieuebertragung hat ihre Modellsphaere in einem weiter
entfernten Gebiet. Sie orientiert sich an mathematischen
Kommunikationstheorien, vor allem an George Spencer Browns Forms of
Law. Baecker will die mathematische Spieltheorie mit dem
konstruktivistischen Spielbegriff zusammendenken. Er formuliert dabei
ein allgemeines Gesetz der Form, aus dem sich die einzelnen Formen
sozialer Kommunikation ableiten lassen. Dabei ist seine Hochebene der
Abstraktion durchaus reich nicht nur an klugen, sondern auch witzigen
Bemerkungen. Die Reichweite der Modelluebertragung zeigt sich aber an
den Formeln, die Baecker im Laufe des Buchs entwickelt und die dann am
Ende noch einmal auf einer Seite zusammengefasst werden. Sie sind eine
Reformulierung des Gesagten in einer anderen Sprache. Was hier aber mit
viel Muehe noch einmal anders, naemlich im wahrsten Sinn des Wortes
formuliert wird, bleibt letztlich folgenlos." Ruediger Zill, Zaungast,
der Etikette nach, in: Frankfurter Rundschau, 7. Dezember 2005
"Die Gesellschaftstheorie, so könnte man formulieren, wird von
Baecker tiefer gelegt und auf eine Grundlage mit wenigen Axiomen und
Operatoren gestellt. Dass es Baecker gelingt, dies mit zum Teil
verblüffend einfachen und evidenten Beispielen vorzuführen,
macht das Buch für alle, die an Form Interesse haben, lesenswert.
Darüber hinaus ist die Erkenntnis, dass jede Form kontingent ist,
ein gutes Antidot gegen Fatalismen jeder Art." Niels Werber, Tiefer
gelegte Gesellschaft, in: die tageszeitung, 10. Januar 2006, S. 17
"Tatsächlich kommt Baecker in seiner ungeheuren thematischen
Breite (alles Soziale ist Kommunikation) zu manchmal originellen,
manchmal aber auch zu recht vagen Ergebnissen. (…) Eines
macht Baecker aber in aller Souveränität deutlich:
Kommunikationsmodelle, die mit Vorstellungen von Ursache und Wirkung,
Sender und Empfänger hantieren, haben ausgedient. Darauf zu
hoffen, dass diese Nachricht bei PR-gläubigen Menschen ankommt und
etwas bewirkt, ist konsequenterweise sinnlos." Daniel Völzke,
Jenseits von Reden: Dirk Baecker denkt über Kommunikation nach,
in: Der Tagesspiegel, 19. März 2006
"(…) und wie nicht selten bei der Hegel-Lektüre oszilliert
man beim Lesen des Baeckerschen Buches zwischen Neugier und
Ratlosigkeit. So kommt man nur zu leicht zu dem Schluss, dass, wenn die
Formen der Kommunikation so schwer zu verstehen sind, es wahrscheinlich
gar nicht so wichtig ist, dass man sie versteht." zyk, Form oder
Förmchen, in: Neue Zürcher Zeitung, 28. Januar 2006, S. 52
Beratungsprojekte des Lehrstuhls für Soziologie
"Am Anfang der Beratung steht dabei stets eine mathematisch anmutende
Gleichung, in der ein Gleichheitszeichen und sechs rechtwinklige Haken
zu sehen sind. Die Haken stehen für Unterscheidungen, die
mit einem Wert gefüllt werden müssen. Dabei helfen die
Beratenen mit. Sie werden dazu gebracht, ihr Produkt, seine
Herstellung, ihre Arbeitsweise und Organisationsform knapp auf den
Punkt - also unter den Haken - zu bringen. Wenn das gelungen ist, hat
man zwar keine Lösung für sein Problem, wohl aber eine
wichtige Voraussetzung, es zu lösen: Klarheit. Alles, was das
Unternehmen ausmacht, steht komprimiert und übersichtlich auf dem
Papier. Kein Berater sonst arbeitet mit dieser Notation, die ihr
Erfinder, der britische Mathematiker George Spencer Brown, in seinem
Werk "Gesetze der Form" beschrieben hat. Bislang, sagt Baecker, sei die
Gleichung immer aufgegangen." Karin Pinetzki, "Abfallprodukt der
Forschung", in: Handelsblatt, 2. August 2006 ("Geisteswissenschaften")
Wirtschaftssoziologie, 2006
"The compact, partly chatty, and partly densely written book starts
with the observation that the ongoing rediscovery and reestablishment
of economic sociology unhappily still refrains from general theoretical
ambitions. Time has come, however, to assemble the bits and pieces of
recent socioeconomic research and to renew Marx' idea of developing a
general social theory of the economy. But instead of reducing social
structures and processes to its 'real' economic basis and of analyzing
the opposition of labor and capital as the dominating fault line of
modern society, Baecker proposes to make the 'paradox of scarcity
communication' the starting point and recurrent theme of economic
sociology." Axel Paul, Review in: Economic Sociology: The European
Electronic Newsletter 8, 2 (2007), S. 43-44
"Das ist alles anregend und witzig und enthält die richtige These,
dass hochentwickelte Ökonomien von einer kulturell gewachsenen
Wahrnehmung abhängen. Problematisch wird es jedoch, wenn dies zu
einem fast beliebig gestaltbaren Konstrukt erklärt wird, zu dem
Alternativen ebenfalls einfach konstruierbar sein sollen. Die Wortwahl
ist hier bestenfalls ambivalent. Hier stößt die
soziologische Theorie rasch an die Grundfakten der Ökonomie. Denn
das Wohlfahrtsversprechen der Ökonomie ist kein kommunikativer
Trug. Die Kultur, die sie trägt, ist letztlich auch aus
ökonomischen Anreizen gewachsen. Die antikapitalistischen
Untertöne in Baeckers Abhandlung, die er indes durch
differenzierte Betrachtungen zum Begriff der 'Klassenherrschaft'
mildert, deuten darauf hin, dass hier die Theorie eine Praxis
herbeireden könnte, die faktisch ruinöse Konsequenzen
hätte. Dies mindert ein wenig den Wert der Theorie." Detmar
Doering, Alles nur Kommunikation, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung,
16. April 2007, S. 12
Wozu Gesellschaft? 2007
"Liegt’s an mir, liegt’s am Buch? Ich weiß es nicht,
aber die Luft ist raus, es wird irgendwie langweilig. Die Systemtheorie
ist noch immer klug, aber ab und an wirkt sie mir ein bisschen altklug.
Das Problembewusstein wissenschaftlicher Fragestellungen wirkt ungesund
aufgezüchtet, die Setzungen zu voraussetzungsreich. Selbst nach
zweimaliger Lektüre bleibt mir der Kunst-Aufsatz ein Rätsel
und jeglicher Erkenntnisgewinn bleibt bis auf die redundanten
systemtheoretischen Topoi, denen ich begegne, aus. Liebe Systemtheorie,
du bist so cool, aber ich wünsch mir für die Zukunft mehr
Bodenhaftung. Du bist nämlich dann am coolsten. wenn es nicht um
Formenkalküle und Paradoxe geht, die nur du siehst, sondern dann,
wenn dein aufgepimptes Theoriegerüst Fragen beantworten kann, bei
denen andere Theorien nur nebulös danebentreffen." Jens Kiefer,
Warum Wozu, www.textem.de/1400.0.html, Januar 2008
Studien zur nächsten Gesellschaft, 2007
"Baecker weiß, was er tut. Der Holzschnitt seiner Epochenbildung,
der spekulative Charakter des allem zugrundeliegenden Luhmannschen
Aperçus, der dann auch noch in die Zukunft extrapoliert werden
soll - all diese beträchtlichen Ungewissheiten seines Zugriffs
sind ihm bewusst, er kaschiert sie nicht, und er macht plausibel, dass
er das, was er denken will, eben nur so und nicht anders denken kann.
Daher liest sich das Buch als kluges Changieren zwischen methodischer
Durchtriebenheit und unschuldiger Neugier auf die Phänomene - und
dort, wo die Wissenschaftlichkeit des eigenen Projekts in Zweifel
stehen mag, kann man sich immer noch seine eigene Wissenschaftstheorie
zimmern, wie Baecker es in zwei der besten Beiträge des Bandes
tut." Christoph Möllers, Und wenn es theoretisch mal hakt, wird er
einfach brillant, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Dezember
2007, S. 36
"Obwohl der Autor ausdrücklich betont, dass es ihm 'nicht um den
Entwurf einer Universalgeschichte' ginge, macht er doch praktisch
etwas, was seit der postmodernen Abklärung eigentlich als
unmöglich gilt: Er schreibt eine große Erzählung, die
einen Bogen über vier Millionen Jahre Menschheitsgeschichte
schlägt. Im Prinzip ist die großformatige Unterscheidung
dieser Gesellschaftsformationen im Kontext der Systemtheorie nichts
Neues, denn auch Luhmann hatte stets eine segmentäre, eine
hierarchische und eine funktional differenzierte Gesellschaft
unterschieden. In Baeckers 'Studien' fällt die Inanspruchnahme
dieser Denkfigur aber ganz anders ins Gewicht, da sie jetzt in jedem
einzelnen Aufsatz konfirmiert wird und damit auch ein detailreiches
Geschichtsbild dem Leser vermittelt. Allein diese
Geschichtskonstruktion macht das Buch zu einer jederzeit spannenden
Lektüre." Harry Lehmann, Die Computernetzwerke der Gesellschaft,
in: die tageszeitung, 19. Januar 2008, S. 22
"'Wozu Gesellschaft?' Diese Frage scheint absurd, denn wir haben ja
keine Wahl. Der Titel von Dirk Baeckers Aufsatzsammlung meint jedoch
etwas anderes, nämlich den Versuch, sehr unterschiedliche
Phänomene unter dem Aspekt ihrer gesellschaftlichen Funktion ins
Visier zu nehmen. Zu diesem Zweck, so schreibt Baecker, habe er
versucht, sich nicht restlos der Faszination durch den jeweiligen
Sachverhalt zu ergeben, sondern an einem "Formular" festzuhalten. Das
klingt zunächst furchterregend, kann aber ein Instrument der
Erkenntnis sein. Baecker: 'Ich habe ein Formular verwendet, dass darin
bestand, zu jedem x-beliebigen Gegenstand fünf und nur fünf
Fragen zu beantworten. Worin besteht das Medium, worin besteht das
Netzwerk, worin besteht die Funktion, worin könnte der Knoten des
jeweiligen Gegenstandes bestehen? [Und worin besteht die Form der
Leitunterscheidung? - um die fünf Fragen vollständig zu
nennen, Nachtrag 9. Februar 2008] Und zwar aus dem Grund, dass ich bei
der Bearbeitung von Phänomenen, ob es die Frage der Elite ist, ob
es die Frage der gewerkschaftlichen Rolle ist, mich immer wieder in der
Uferlosigkeit des jeweiligen Gegenstands verlor, nicht genau wusste,
was ich eigentlich wissen wollte, nicht genau wusste, was ich
eigentlich fragen wollte, nicht genau wusste, wohin ich eigentlich
gucken wollte, und indem ich mich an dieses Formular, an die vorgegeben
Fragen hielt, sehr viel präziser gucken konnte. Mit anderen
Worten, was mich verblüfft, zuweilen auch irritiert hat, ist, dass
man erst dann genauer gucken konnte, wenn man sich an bereits bekannte,
bereits erprobte Fragen hält, auf Deutsch gesagt, wenn man eine
bestimmte Brille aufsetzt.'" Joachim Büthe, Auf Beobachterposten:
Gedanken des Luhmann-Schülers Dirk Baecker, Deutschlandfunk,
Büchermarkt, 7. Februar 2008